„Relegation (Sport)“ – Versionsunterschied
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Der Begriff „Relegation“ wurde seit 1982 umgangssprachlich auf Entscheidungsspiele und Entscheidungsrunden übertragen, bei denen es in der Regel um den Zugang zu einer höheren Liga geht. Oft handelte es sich dabei um reine Aufstiegsspiele oder Aufstiegsrunden, in denen alle beteiligten Mannschaften nur aufsteigen können, wie zum Beispiel in einem Entscheidungsspiel zwischen Tabellenführern zweier Ligen, aber keine den Abstieg verhindern muss. Der hierfür eigentlich geprägte und sprachlich korrekte Begriff lautet nicht „Relegationsspiel“, sondern „Qualifikationsspiel“. Ins Deutsche übertragen: Nicht „Abstiegsspiel“, sondern „Aufstiegsspiel“. |
Der Begriff „Relegation“ wurde seit 1982 umgangssprachlich auf Entscheidungsspiele und Entscheidungsrunden übertragen, bei denen es in der Regel um den Zugang zu einer höheren Liga geht. Oft handelte es sich dabei um reine Aufstiegsspiele oder Aufstiegsrunden, in denen alle beteiligten Mannschaften nur aufsteigen können, wie zum Beispiel in einem Entscheidungsspiel zwischen Tabellenführern zweier Ligen, aber keine den Abstieg verhindern muss. Der hierfür eigentlich geprägte und sprachlich korrekte Begriff lautet nicht „Relegationsspiel“, sondern „Qualifikationsspiel“. Ins Deutsche übertragen: Nicht „Abstiegsspiel“, sondern „Aufstiegsspiel“. |
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Ein Akt unfreiwilliger Komik ist es, wenn ein Trainer oder Spieler der Presse sagt „wir wollen die Relegation erreichen“, was nach der Wortbedeutung nichts anderes aussagt als „Wir wollen |
Ein Akt unfreiwilliger Komik ist es, wenn ein Trainer oder Spieler der Presse sagt „wir wollen die Relegation erreichen“, was nach der Wortbedeutung nichts anderes aussagt als „Wir wollen absteigen“. |
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Version vom 18. Mai 2007, 12:29 Uhr
Relegation ist als Fremdwort nach einem lateinischen Wort (relegatio) gebildet und bedeutet, dass man fortschickt, entfernt, ausschließt, verweist, verbannt, zurückweist. Bei den Römern bezeichnet sie speziell die mildeste Form der Verbannung, eine zeitlich oder räumlich begrenzte Verbannung.
Relegation von Universitäten
Später wurde die Begriffe Relegation und relegieren für den (zwangsweisen) Ausschluss von einer Hochschule verwendet.
Relegation und Aufstieg im Sport
Der Begriff „Relegation“ wurde seit 1982 umgangssprachlich auf Entscheidungsspiele und Entscheidungsrunden übertragen, bei denen es in der Regel um den Zugang zu einer höheren Liga geht. Oft handelte es sich dabei um reine Aufstiegsspiele oder Aufstiegsrunden, in denen alle beteiligten Mannschaften nur aufsteigen können, wie zum Beispiel in einem Entscheidungsspiel zwischen Tabellenführern zweier Ligen, aber keine den Abstieg verhindern muss. Der hierfür eigentlich geprägte und sprachlich korrekte Begriff lautet nicht „Relegationsspiel“, sondern „Qualifikationsspiel“. Ins Deutsche übertragen: Nicht „Abstiegsspiel“, sondern „Aufstiegsspiel“.
Ein Akt unfreiwilliger Komik ist es, wenn ein Trainer oder Spieler der Presse sagt „wir wollen die Relegation erreichen“, was nach der Wortbedeutung nichts anderes aussagt als „Wir wollen absteigen“.
Geschichte
Populär geworden ist der Begriff der Relegation in Deutschland seit 1982, wo er nur teilweise korrekt im Fußball verwendet wurde, sich aber großer Beliebtheit erfreut. Er tauchte nach Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga im Zusammenhang mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga auf. In den Jahren 1964 bis 1974 hatten die Ersten und Zweiten der Regionalligen (insgesamt zehn Mannschaften) zwei Aufsteiger in „Aufstiegsrunden“ ermittelt. 1975 bis 1981 waren die Meister der 2. Liga Nord und Süd aufgestiegen, und um den dritten Aufstiegsplatz wurden sogenannte „Aufstiegsspiele“ der beiden Ligazweiten ausgetragen. Von 1982 bis 1991 nun wurden Entscheidungsspiele zwischen dem Sechzehnten (und damit Drittletzten) der 1. Liga und dem Dritten der eingleisigen zweiten Liga ausgetragen, und zwar grundsätzlich in Hin- und Rückspiel. In den Jahren 1986, 1988, 1991 wurde als drittes Spiel ein Entscheidungsspiel fällig und im Jahr 1988 (Darmstadt 98 und der SV Waldhof Mannheim hatten im Entscheidungsspiel auch nach Verlängerung kein einziges Tor geschossen) zum einzigen Mal ein Elfmeterschießen.
Diese 1982 bis 1991 ausgetragenen Entscheidungsspiele wurden Relegationsspiele genannt, ein Begriff, der für sie zur Hälfte stimmt und zur Hälfte nicht. Relegation ist Entfernung und zwangsweiser Ausschluss, bedeutet also in der Fußballsprache „Abstieg“ (aber nicht Aufstieg). Die Spiele waren danach für den Drittletzten der 1. Liga tatsächlich Relegationsspiele, weil er sich gegen den drohenden Abstieg wehren musste. Für den Dritten der 2. Liga waren sie allerdings Aufstiegsspiele.
Siehe auch
In der Schweiz hat sich der Begriff Barrage eingebürgert.