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„Maico“ – Versionsunterschied

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Version vom 23. Januar 2007, 10:40 Uhr

Maico ist der Name eines Familienunternehmens im schwäbischen Pfäffingen bei Tübingen. Es wurde 1926 von Ullrich Maisch als MAIsch & COmpagnions gegründet und begann mit dem Bau von Fahrrädern und Zubehör. Ab ca. 1931 wurden auch Leicht-Motorräder in das Produktions- und Verkaufprogramm aufgenommen, nun unter der Geschäftsleitung der Söhne des Firmengründers, Otto und Wilhelm Maisch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte man sich der Herstellung von Spielzeug und Holzvergasern zu, besann sich aber nach wirtschaftlichen Problemen wieder auf den Bau von Motorfahrrädern unter Verwendung von Motoren anderer Hersteller.

Da die Nachfrage nach größeren Maschinen immer stärker wurde, Motoren entsprechender Größe jedoch von Fremdlieferanten nicht verfügbar waren, produzierte Maico 1950 den ersten eigenen Zweitaktmotor, der auch in den Motorrollern "Maicomobil" und "Maicoletta" Verwendung fand.

Ende der 1950er Jahre ließ das allgemeine Interesse an Motorrädern in Deutschland nach, die Nachfrage tendierte in Richtung Automobil. Wie viele andere Firmen, so produzierte auch Maico von 1955 bis 1957 Kleinwagen-Modelle mit wassergekühlten Zweizylinder-Zweitakt-Reihenmotoren von 400 und 450 cm3 Hubraum mit 15 bzw. 18 PS Höchstleistung; das zweisitzige Modell MC 400/H wurde in 1374 Exemplaren hergestellt. Noch erfolgreicher war der viersitzige Typ MC 500/4, von dem über 6300 Stück produziert wurden. Nur Kleinserien erlebten hingegen das Kombimodell MC 500 G, das viersitzige Modell MC 400/4 und das 110 km/h schnelle 20-PS-Modell "500 Sport", das bis Ende 1957 hergestellt wurde (nur 4 Stück). Abgesehen vom letztgenannten Modell handelt es sich bei diesen Typen nur um die Produktionsfortsetzung des Champion-Kleinwagens mit einigen Weiterentwicklungen.

Wegen des nachlassenden Interesses an Straßenmotorrädern und der wenig erfolgreichen Kleinwagen-Episode setzte Maico nun auf Gelände- und Moto Cross-Maschinen; die Sportgeräte aus dem Hause Maico genossen zu dieser Zeit einen guten Ruf und waren erfolgreich.

Von 1960 bis 1966 konnte Maico das Militärmotorradmodell M 250/B in einer Stückzahl von etwa 10.000 an die Bundeswehr ausliefern. Das Modell M 250/B löste die vorher verwendeten wenig geländegängigen Triumph- und DKW-Maschinen ab, wobei das Werk auf Grund der hohen Stückzahl die Hilfe der Zweirad-Union in Nürnberg in Anspruch nehmen musste. Die Zweirad-Union montierte etwa ein Drittel der produzierten Maschinen; jedoch lieferte Maico auch für die in Nürnberg erstellten Motorräder Motor, Tank, Gabeln und Naben.

Auch ein neuer Versuch im Bereich der Straßenmotorräder Mitte der 1960er Jahre schien zunächst sehr erfolgreich. Die MD 125, deren Leistung 1966 14,5 PS betrug, war die seinerzeit stärkste Serienmaschine ihrer Klasse. Allerdings bestand in Deutschland kein Markt für Motorräder dieser Größenordnung, bei Maico hoffte man auf entsprechende Absätze im Ausland.

1967 erschien im Fahrwerk der MD 125 ein Kleinkraftrad (eine heute in der Bundesrepublik nicht mehr gebräuchliche Motorradklasse bis 50 ccm Hubraum) unter der Bezeichnung MD 50, ein Modell mit der unüblichen Drehschiebersteuerung. Jedoch war Maico mit diesem Modell nicht in der Lage, die Dominanz der Kreidler Florett und Hercules-Maschinen in diesem Marktsegment zu gefährden, nicht zuletzt auch auf Grund der diversen Fertigungsmängel, die der MD 50 anhafteten und nie vollständig beseitigt werden konnten. So konnte auch das damals unübliche Sechs-Gang-Getriebe (ab 1972), das hervorragende Fahrwerk, der konstruktionsbedingt eher wartungsarme Motor und der im Verhältnis zur Konkurrenz günstige Kaufpreis nicht verhindern, dass die MD 50 einen schlechten Ruf hatte. Auch die MD 250, eine 250 ccm-Variante, zuletzt in der wassergekühlten Version MD 250 WK auf dem Markt, und der Versuch mit der Maico RS 125, ein Motorrad für den Straßenrennsport, gebaut in den 1970er Jahren, brachte Maico keinen kommerziellen Erfolg.

Maico 360, Baujahr 1968, Veteranen-Moto Cross Radevormwald, September 2005

Einen geradezu legendären Ruf hingegen hatten die ab Mitte der 1960er Jahre von Maico entwickelten Geländemotorräder, die den Erfolg der Firma durch eine Vielzahl von Erfolgen im Motocross-Sport in den 1970er Jahren begründeten. Die Fahrer des Maico-Rennteams stellten in 20 Jahren nicht nur 50 Motocross-Weltmeister, sondern errangen auch eine Vielzahl von weiteren Preisen. Unter anderem war Hans Maisch, der Sohn von Wilhelm Maisch einer der erfolgreichen Maico-Werksfahrer.

Nach wirtschaftlichen Problemen - nicht zuletzt auf Grund von Streitigkeiten innerhalb der Familie Maisch - kam es Mitte der 1980er Jahre zum dritten Konkurs, bei dem das Familienunternehmen endgültig aufgelöst wurde. Die Marke Maico wurde verkauft und so werden auch heute noch Motorräder unter dem Markennamen Maico hergestellt.

1987 wurde die Firma Maico an den Industriezulieferer Lorenz Merkle sen. verkauft. Damaliger Firmensitz war in Nördlingen in Bayern. Lorenz Merkle jun. begann mit einer Neukonzipierung der Maico-Motorräder, die Innovationen wie einen Dieselbetriebenen Zweischeiben-Wankelmotor umfassten. Mitte der 1990er Jahre wurde Maico jedoch an eine niederländische Firma verkauft. Der Firmenname verblieb aber bis heute (Stand 2005) im Besitz der Familie Merkle.