„Messerschmitt Me 410“ – Versionsunterschied
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Version vom 4. Mai 2006, 15:47 Uhr
Die Messerschmitt Me 410 "Hornisse" war ein von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingesetztes zweisitziges, zweimotoriges Kampfflugzeug der Klasse Zerstörer.
Ab 1937 begannen die Entwicklungsarbeiten bei Messerschmitt, um ein Nachfolgemuster für die Bf (Me) 110 zu schaffen. Dieses als Me 210 bezeichnete Flugzeug gelangte ab Anfang 1941 zur Auslieferung.
Es stellte sich jedoch bald heraus, daß das Modell zum Überziehen und Trudeln neigte, was eine Reihe schwerer Flugunfälle nach sich zog. Im April 1942 wurde deshalb nach 352 Exemplaren ein Produktionsverbot erlassen. Das RLM hatte noch vor Beginn der eigentlichen Flugerprobung einen Serienauftrag über 1.000 Maschinen erteilt, weshalb sich noch 370 Me 210 in der Bauphase befanden und für 800 weitere das Material und die Ausrüstung bereitstanden. Damit dieser große finanzielle sowie materielle Aufwand nicht umsonst war, nahm man eine geringfügige Verlängerung des Rumpfes vor, baute automatische Vorflügel und einen durchlaufenden Holm in den Tragflügel ein und stattete die als Me 410 bezeichnete Maschine mit DB 603 A Motoren aus.
Daraufhin wurde ein neuer Produktionsauftrag erteilt und ab Mitte 1943 verließen die ersten Me 410 A die Produktionhallen. Da die Augsburger Messerschmitt-Fabrik mit der Fertigung ausgelastet war, wurde ein Teil der Produktion ab Frühjahr 1944 an Dornier abgegeben.
Als zweite Hauptversion erschien 1944 die Me 410 B mit leistungsstärkeren DB 603 G-Motoren und zwei 13 mm-MG 131 statt der beiden 7,92 mm-MG 17 im Bug. Da die DB 603 G aber nur in sehr begrenzter Stückzahl zur Verfügung standen wurden viele Me 410 B mit dem DB 603 A der Vorversion ausgestattet.
Insgesamt wurden bis September 1944 1.160 Hornissen in etwa 30 Baureihen mit verschiedenen Waffenkonfigurationen hergestellt. Eingesetzt wurden sie unter anderem zur Bombardierung der englischen Südküste sowie zur Abwehr der alliierten Bomberverbände. Sie konnte die Bf 110, deren Nachfolgemodell sie war, nie vollständig ersetzen, weshalb die Bf 110 auch bis Kriegsende als Nachtjäger im Einsatz blieb.
Versionen
- Me 410 A: erste Serienausführung, gebaut als
- Me 410 A-1 (Schnellbomber)
- Me 410 A-2 (Zerstörer)
- Me 410 A-3 (Aufklärer) sowie in diversen Untergruppen
- Me 410 B: Serienausführung ähnlich der Me 410 A mit stärkeren Motoren und MG 131 statt MG 17
- Me 410 B-1 wie A-1
- Me 410 B-2 wie A-2
- Me 410 B-3 wie A-3
- Me 410 B-5 Torpedobomber, nicht in Serie gebaut
- Me 410 B-6 Versuche als U-Boot Jäger
- Me 410 B-7 Tagaufklärer, nur Prototyp gebaut
- Me 410 B-8 Nachtaufklärer, nur Prototyp gebaut
Technische Daten (Me 410 A-1/U2)
- Spannweite: 16,35 m
- Länge: 12,48 m
- Höhe: 4,28 m
- Flügelfläche: 36,20 m²
- Rüstmasse: 7.518 kg
- maximale Startmasse: 9.651 kg
- Triebwerk: zwei 12-Zylinder-V-Motoren Daimler-Benz DB 603 A mit 1.750 PS Startleistung und 1850 PS maximal
- Höchstgeschwindigkeit:
- in Bodennähe: 507 km/h
- in 6.700 m Höhe: 624 km/h
- in 8.000 m Höhe: 600 km/h
- maximale Reisegeschwindigkeit: 587 km/h
- Steigzeit auf 7.000 m Höhe: 10,7 min
- praktische Gipfelhöhe: 10.000 m
- maximale Reichweite bei normaler Reisegeschwindigkeit: 1.690 km
- Bewaffnung:
- zwei 20-mm-Kanonen MG151/20 (je 350 Schuss, vorwärtsfeuernd im Bug)
- zwei 20-mm-Kanonen MG151/20 (je 350 Schuss, vorwärtsfeuernd im Bombenschacht)
- zwei 7,92 mm-MG 17 (je 1.000 Schuss, vorwärtsfeuernd im Bug)
- zwei 13 mm-MG 131 (je 500 Schuss, rückwärtsfeuernd auf fernbedienten seitlichen FDSL-Lafetten)
- Optional abwerfbarer Waffentropfen unter dem Rumpf mit zwei MG151/20
- Sonderversion A-1/U4 :
- Waffen wie A-1/U2 aber Ersatz der MG 151/20 im Bombenschacht durch eine 5 cm-Kanone BK 5 mit 36 Schuß
Siehe auch:Liste von Flugzeugtypen