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Bretigney-Notre-Dame und Bogatyr (Schiff, 1902): Unterschied zwischen den Seiten

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{{Infobox Gemeinde in Frankreich
{{Infobox Kriegsschiff
| Titelflagge = Naval Ensign of Russia.svg
|nomcommune=Bretigney-Notre-Dame
| Farbe1 = CEDAF2
|armoiries=
| Farbe2 = 000000
|région=[[Franche-Comté]]
| Klasse =
|département=[[Doubs (Département)|Doubs]]
| Bild = Bogatyr'1898-1922-2.jpg
|arrondissement=[[Arrondissement Besançon|Besançon]]
| Bildtext = '''''Bogatyr'''''
|canton=[[Kanton Baume-les-Dames|Baume-les-Dames]]
| Flagge =
|insee=25094
| Typ = [[Geschützter Kreuzer]]
|cp=25110
| Namensgeber = russischer Sagenheld
|longitude=06/18/10/E
| Einheiten =
|latitude=47/18/46/N
| Bauwerft = [[AG Vulcan]], [[Stettin]]
|alt moy=401
| Bestellung = BauNr. 247
|alt mini=359
| Kiellegung = 22. Dezember 1899
|alt maxi=589
| Stapellauf = 30. Januar 1901
|km²=5.62
| Auslieferung = 20. August 1902
|siteweb=
| Dienstzeit = 1902–1918,
| Indienststellung =
| Außerdienststellung = 1918
| Gestrichen =
| Heimathafen =
| Verbleib = 1922 Abbruch in Deutschland
| Kommentar =
| Verdrängung = 6.410 [[Tonne (Einheit)|t]]; maximal 6.700 t
| Länge = 134,0 m
| Breite = 16,6 m
| Höhe =
| Tiefgang = 6,29 m
| Tauchtiefe =
| Besatzung = 581 Mann
| Antrieb = 16 Normand-Sigaudy-[[Wasserrohrkessel]]<br />2× Dreifach-[[Dampfmaschine]]n<br />19.500 [[Pferdestärke|PS]]; <small>max. bis 23.000 PS</small><br />2 Schrauben
| Geschwindigkeit = 23 [[Knoten (Einheit)|kn]]
| Reichweite = 3.000 sm bei 12 kn
| Bewaffnung =
* 2 × 2 152-mm-L/45-Geschütze <small>in Doppeltürmen</small>
* 8 × [[152-mm-L/45-Kanone M1892|152-mm-L/45-Geschütze]], <small>4 in Kasematten</small>
* 12 × 75-mm-L/50-Geschütze
* 8 × 47-mm-L/43-Geschütze,
'''alle Bauart [[Schneider et Cie|Canet]]'''
* 2 × 37-mm-L/23-[[Hotchkiss et Cie|Hotchkiss]]-Maschinenkanonen
* 4 × 381-mm-[[Torpedorohr]]e
| Extra1 = Kohlenvorrat
| Extra1_Daten = 1.220 t
| Extra2 = Panzerdeck
| Extra2_Daten = 35 mm bis 70 mm
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| Wappen =
}}
}}


Die in Deutschland gebaute '''Bogatyr''' war ein 1902 in Dienst gestelltes [[Russisches Kaiserreich|russisches]] Kriegsschiff. Sie war einer von drei nach dem Flottenbauprogramm 1898 im Ausland bestellten [[Geschützter Kreuzer|Geschützten Kreuzern]]. Die ''Bogatyr'' wurde schon vor ihrer Fertigstellung auf russischen Werften für die [[Baltische Flotte]] und die [[Schwarzmeerflotte]] nachgebaut.
'''Bretigney-Notre-Dame''' ist eine Gemeinde im [[Frankreich|französischen]] [[Département (Frankreich)|Département]] [[Doubs (Département)|Doubs]] in der [[Region (Frankreich)|Region]] [[Franche-Comté]].


==Geographie==
== Baugeschichte ==
[[Datei:Bogatyr Brasseys1902.png|miniatur|links|''Bogatyr'']]
Bretigney-Notre-Dame liegt auf 397 m, 6 km südwestlich von [[Baume-les-Dames]] und etwa 22 km ostnordöstlich der Stadt [[Besançon]] (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im [[Jura (Gebirge)|Jura]], auf dem sogenannten ersten Plateau, einem breiten Becken am Südfuß der Jura-Randkette (Côte).
Nach der auf eigenen Werften gebauten [[Pallada (1899)#Die Pallada-Klasse|Pallada-Klasse]] bestellte die [[Kaiserlich Russische Marine|russische Marine]] im Flottenbauprogramm 1898 drei große [[Geschützter Kreuzer|Geschützte Kreuzer]] (klassifiziert als Kreuzer I. Klasse) im Ausland: die ''[[Warjag (1899)|Warjag]]'' bei [[William Cramp and Sons]] in [[Philadelphia]], [[Vereinigte Staaten]], die ''[[Askold (1900)|Askold]]'' bei der [[Krupp Germaniawerft]] in [[Kiel]] und die ''Bogatyr'' bei der [[AG Vulcan Stettin|Stettiner Maschinenbau-AG Vulcan]]. Der Vulcan-Entwurf, der eine bessere Panzerung und Verteilung der 152-mm-Geschütze aufwies, wurde auf russischen Werften nachgebaut. Damit wurde die ''Bogatyr'' Typschiff einer Klasse von insgesamt vier Schiffen. Ein fünftes Schiff, das als zweites begonnen wurde, wurde durch einen Großbrand auf der Werft zerstört und nicht fertiggestellt.


== Einsatz in Ostasien ==
Die Fläche des 5,62 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der Hauptteil des Gebietes wird vom breiten ersten Juraplateau eingenommen, das durchschnittlich auf 390 m liegt. Es bildet ein weites, teilweise verkarstetes Becken. Im Bereich von Bretigney ist das Plateau überwiegend von Acker- und Wiesland bestanden. Nach Süden reicht der Gemeindeboden in das Waldgebiet der ''Forêt de l'Aiguillon'', und das leicht in das Plateau eingetiefte Tälchen des [[Audeux (Fluss)|Audeux]] bildet die südliche Abgrenzung.
[[Datei:Bogatyr'1898-1922-1.jpg|miniatur|left|Die ''Bogatyr'']]
Bei Ausbruch des [[Russisch-Japanischer Krieg| Russisch-Japanischen Kriegs]] am 8./9. Februar 1904 gehörte die ''Bogatyr'' zum in [[Wladiwostok]] stationierten Kreuzergeschwader des [[Konteradmiral]]s [[Karl Jessen]], dem auch die Kreuzer [[Gromoboi|''Gromoboi'']], [[Rossija (1896)|''Rossija'']] und [[Rurik (1892)|''Rurik'']] angehörten. Das Geschwader sollte im [[Japanisches Meer|Japanischen Meer]] Handelskrieg führen und japanische Transporte in die [[Mandschurei]] verhindern bzw. stören. In den ersten Kriegsmonaten griff Jessen mehrfach japanische Schiffe an, und im Juni versenkte er zwei Truppentransporter. Daraufhin stationierte die japanische Marineleitung acht Panzerkreuzer und Geschützte Kreuzer unter [[Vizeadmiral]] [[Kamimura Hikonojō]] in der [[Koreastraße]], um weitere Angriffe zu verhindern.


Die ''Bogatyr'' fiel für die Kriegführung des Kreuzergeschwaders in Wladiwostok am 15. Mai 1904 aus, als sie vor Wladiwostok auf einen Felsen lief. Sie wurde so schwer beschädigt, dass man sie zwar einbringen konnte, aber eine vollständige Reparatur gelang während des Krieges nicht. Die ''Bogatyr'' verbrachte daher den Russisch-Japanischen Krieg fast gänzlich nicht einsatzbereit im Hafen. Pressemeldungen, die Russen hätten das schwer beschädigte Schiff gesprengt,<ref>[http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=F4081EFF395414728DDDAD0A94DD405B848CF1D3 so NewYorkTimes am 24. Mai]</ref> trafen nicht zu. Die Reparatur wurde vorangetrieben,<ref>[http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=F10816FE385E12738DDDAE0A94D9415B848CF1D3 so NewYorkTimes am 27. November 1904]</ref> und nach dem Friedensschluss wurde der beschränkt einsatzbereite Kreuzer in die Ostsee verlegt.
Nach Norden erstreckt sich das Gemeindeareal auf den langgezogenen, bewaldeten Höhenrücken der Jura-Randkette (''Côte''). Dieser Kamm trennt das Plateau vom nördlich angrenzenden, tief eingeschnittenen [[Doubs (Fluss)|Doubstal]] und ist in Richtung Südwest-Nordost orientiert. Auf der Höhe wird mit 589 m die höchste Erhebung von Bretigney-Notre-Dame erreicht.


=== Erdbebenhilfe ===
Nachbargemeinden von Bretigney-Notre-Dame sind [[Ougney-Douvot]] und [[Esnans]] im Norden, [[Silley-Bléfond]] im Osten, [[Saint-Juan]] im Süden sowie [[Dammartin-les-Templiers]] im Westen.
Am 28. Dezember 1908 befand sich die ''Bogatyr'' mit einem russischen Schulschiffsverband unter Konteradmiral Wladimir Iwanowitsch Litwinow in [[Augusta (Sizilien)]], als es im nahen [[Messina]] zu einem sehr schweren [[Erdbeben von Messina 1908|Erdbeben]] kam. Die ''Bogatyr'' blieb zur Sicherung der Kommunikation in Augusta, während die Linienschiffe ''[[Slawa (1903)|Slawa]]'' und ''[[Zessarewitsch]]'' sowie der Panzerkreuzer ''[[Admiral Makarow (1906)|Admiral Makarow]]'' sofort mit Höchstfahrt nach Messina liefen. Dort bebte die Erde weiterhin, so dass die Schiffe keine Anker ausbringen konnten, und die Russen setzten Teile ihrer Besatzungen an Land, um nach Verschütteten zu suchen. Bei den Nachbeben wurden auch russische Seeleute verschüttet und getötet. Auch die russischen Kanonenboote [[Giljak-Klasse#Giljak|''Giljak'']] und [[Giljak-Klasse#Korejez|''Korejez'']] kamen zur Unterstützung. Mit den Briten des Panzerkreuzers [[HMS Sutlej|HMS ''Sutlej'']] wurde sehr eng zusammengearbeitet. Von etwa 3000 aus den Trümmern geborgenen Menschen retteten die Russen etwa 1800 Personen und brachte sie zum Teil nach [[Neapel]].


Im Jahr 1912 wurde die ''Bogatyr'' in Kronstadt modernisiert.
==Geschichte==
Der Ortsname Bretigney erscheint im Jahr 1147 erstmals in den Urkunden. Im Mittelalter gehörte das Dorf zur Herrschaft Passavant. Ende des 15. Jahrhunderts kam es an die Familie Orsans und 1530 an den Gouverneur von Besançon. Antoine-François Gauthiot d'Ancier verfügte, dass die Herrschaft über Bretigney nach seinem Tod an das Jesuitenkolleg von Besançon überging, das sie danach bis zur [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] innehatte. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte Bretigney mit dem [[Frieden von Nimwegen]] 1678 an Frankreich. Zur einfacheren Unterscheidbarkeit gegenüber dem ebenfalls im Département Doubs gelegenen [[Bretigney]] wurde der Gemeindename 1923 offiziell in Bretigney-Notre-Dame geändert.


== Einsatz in der Ostsee ==
==Sehenswürdigkeiten==
[[Datei:Bogatyr'1898-1922-3.jpg|miniatur|links|''Bogatyr'']]
Die Dorfkirche von Bretigney-Notre-Dame wurde im 18. Jahrhundert neu erbaut. Im Ortskern sind verschiedene Bauernhäuser im charakteristischen Stil der Franche-Comté aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten.
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war die ''Bogatyr'' Teil der 1. Kreuzerbrigade. Ihr erster sehr erfolgreicher Einsatz ergab sich, nachdem am 26. August 1914 der deutsche [[Kleiner Kreuzer|Kleine Kreuzer]] [[SMS Magdeburg (1911)|SMS ''Magdeburg'']] bei der Insel [[Osmussaar|Odensholm]], vor der [[Estland|estnischen]] Nordküste, auf Grund gelaufen war. Die ''Bogatyr'' erschien mit der [[Pallada (1906)|''Pallada'']], und sie beschossen die ''Magdeburg'' und unterbanden die Versuche, sie abzuschleppen. Die deutsche Besatzung sprengte schließlich das eigene Schiff. Das Torpedoboot ''V 26'' und der Kleine Kreuzer [[SMS Amazone (1900)|SMS ''Amazone'']] übernahmen die Überlebenden. Der [[Kommandant]], Korvettenkapitän Habenicht, und sein Adjutant blieben auf dem Schiff und wurden von den Russen gefangengenommen. Bedeutender als der Verlust des Schiffes war, dass es den Russen gelang, das Signalbuch zu bergen.
[[Datei:Enisey1905-1915a.jpg|miniatur|links|Minenleger ''Jenissei'']]
Die russischen Kreuzer sicherten mehrfach Minenunternehmen, die nicht nur defensiv, sondern auch offensiv weit in die westliche Ostsee verlegt werden sollten. So sicherte die ''Bogatyr'' mit ihrem Schwesterschiff [[Oleg (1903)|''Oleg'']] und dem Panzerkreuzer [[Rurik (1906)|''Rurik'']] im November 1914 ein Unternehmen des Minenlegers [[Amur (1906)|''Amur'']],<ref>''Amur'', kreuzerähnlicher Zwei-Schornsteiner, 3200 t, 17 kn, 340 Minen, fünf 120-mm-, zwei 75-mm-Geschütze,</ref> der 240 Minen an der [[Stolpe-Bank]] verlegte, und im Dezember 1914 eine ähnliche Aktion des Minenlegers [[Jenissei (1907)|''Jenissei'']], dem Schwesterschiff der ''Amur''. Im Januar 1915 wurden die ''Bogatyr'' und die ''Oleg'' auch direkt zum Minenlegen eingesetzt, als sie 196 Minen östlich von [[Bornholm]] verlegten. In dieses Minenfeld geriet kurz darauf der deutsche Kleine Kreuzer [[SMS Augsburg|''Augsburg'']], der durch Minentreffer drei Monate ausfiel.


Die ''Bogatyr'' und die ''Oleg'' nahmen im Verband der 1. Kreuzerbrigade, zusammen mit den beiden Panzerkreuzern ''[[Admiral Makarow (1906)|Admiral Makarow]]'' (Flaggschiff von [[Konteradmiral]] [[Michail Koronatowitsch Bachirew|Michail Bachirew]]) und ''[[Bajan (1907)|Bajan]]'', am sogenannten [[Gotland-Raid]] am 2.&nbsp;Juli 1915 teil. In einem Gefecht mit deutschen Kreuzern trieben sie den deutschen Minenkreuzer [[SMS Albatross (1907)|SMS ''Albatross'']] bei Östergard, [[Gotland]], auf den Strand.
==Bevölkerung==
{|class="prettytable float-right"
|- bgcolor="#E3E3E3"
!colspan="2" bgcolor="#E3E3E3"|Bevölkerungsentwicklung
|- bgcolor="#E3E3E3"
!Jahr
!Einwohner
|-
|align="center"|1962||align="center"|70
|-
|align="center"|1968||align="center"|69
|-
|align="center"|1975||align="center"|72
|-
|align="center"|1982||align="center"|77
|-
|align="center"|1990||align="center"|95
|-
|align="center"|1999||align="center"|102
|-
|align="center"|2005||align="center"|104
|}
Mit {{EWZ|FR|25094}} Einwohnern (Stand {{EWD|FR|25094}}) gehört Bretigney-Notre-Dame zu den kleinsten Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts markant abgenommen hatte (1881 wurden noch 189 Personen gezählt), wurde seit Beginn der 1970er Jahre wieder ein leichtes Bevölkerungswachstum verzeichnet.


Im Juni 1916 versuchte die russische Flotte Angriffe auf die deutschen [[Lulea]]-Geleitzüge vor der schwedischen Küste. Neben der ''Bogatyr'', ihrem Schwesterschiff ''Oleg'' und dem Panzerkreuzer ''Rurik'' kamen dazu vor allem eine Anzahl von Zerstörern zum Einsatz. Am 14. trafen die drei neuen Zerstörer [[Nowik (1911)|''Nowik'']], [[Orfei-Klasse#Pobeditel|''Pobeditel'']] und [[Orfei-Klasse#Grom|''Grom'']] in der Nähe der Insel Gotland südöstlich von [[Oxelösund]] auf ein deutsches Geleit. Der Geleitzugführer befahl den zehn Erzdampfern, sich in schwedische Hoheitsgewässer zu begeben, und ließ Nebelbojen werfen. In der einsetzenden Dunkelheit überschätzte der russische Befehlshaber die Stärke der deutschen Geleitsicherung (drei Vorpostenbooten mit jeweils einem 8,8-cm-Geschütz) und brach das Gefecht ab. Es waren auf beiden Seiten keine Treffer erzielt worden, und sämtliche verschossenen [[Torpedo]]s verfehlten die Schiffe. Im Abdrehen stießen die Zerstörer auf einen vermeintlichen Nachzügler: die U-Boot-Falle [[SMS Schiff H|Schiff H]], das sich in seinem ersten Einsatz befand. Gegen die drei Kriegsschiffe hatte der umgebaute Dampfer mit einer nur schlecht ausgebildeten Besatzung keine Chance. Nach einstündigem Gefecht und einem Torpedofangschuss des Zerstörers ''Grom'' sank die U-Boot-Falle unter Verlust von 29 Mann. Die ''Nowik'' rettete sieben Schiffbrüchige, der Rest wurde von den deutschen Schiffen aufgenommen.
==Wirtschaft und Infrastruktur==
Bretigney-Notre-Dame war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft (Ackerbau, Obstbau und Viehzucht) und die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes, unter anderem in der Holzverarbeitung. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung oder in der Agglomeration Besançon ihrer Arbeit nachgehen.


Nach der Landung der deutschen [[Ostsee-Division]] am 3. April 1918 bei [[Hangö]] und dem Abschluss des [[Finnland-Intervention#Hangö|Hangö-Abkommen]]s zwischen Konteradmiral [[Hugo Meurer]] und Vertretern des [[ZENTROBALT]] (Zentralkomitee der Baltischen Flotte) organisierte der dienstälteste Offizier der Baltischen Flotte, Kapitän 1.&nbsp;Ranges [[Alexei Schtschastny]] (Алексей Михайлович Щастный), die Überführung der russischen Einheiten nach [[Kronstadt (Russland)|Kronstadt]]. Ab dem 6.&nbsp;April konnten trotz widriger Wetterbedingungen (−12° Lufttemperatur} und schwieriger Eisverhältnisse im [[Finnischer Meerbusen|Finnischen Meerbusen]] etwa 170 Schiffe bei dem sogenannten [[Eismarsch der Baltischen Flotte]] zurückgeführt werden. Damit blieb Russland bzw. der Sowjetunion praktisch die gesamte Baltische Flotte erhalten. Die beiden Eisbrecher [[Jermak (1898)|''Jermak'']] und ''[[Wolhynez]]'' bewältigten die 330 km bis Kronstadt in fünf Tagen. An größeren Einheiten wurden vier [[Schlachtschiff]]e, drei ältere [[Linienschiff]]e, fünf [[Panzerkreuzer]], vier [[Kreuzer (Schiff)|Kreuzer]] – neben der ''Bogatyr'' ihr Schwesterschiff ''Oleg'', die [[Aurora (1900)|''Aurora'']] und die [[Diana (1899)|''Diana'']] –, 57 [[Zerstörer]], drei [[Kanonenboot]]e, zwölf [[U-Boot]]e und drei[[ Minenleger]] nach Kronstadt verlegt. Es marschierten nacheinander vier Konvois; die ''Bogatyr'' war mit den Schlachtschiffen Teilnehmer des ersten.
Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von [[Nancray]] nach [[Baume-les-Dames]] führt.


Im November 1918 kam die ''Bogatyr'' mit der ''Oleg'' zum Einsatz für die Rote Flotte, als sie mit zwei Zerstörern den Einmarsch der Roten Armee nach Estland unterstützten.
==Weblinks==
*[http://membres.lycos.fr/francksanti/ Private Website über die Gemeinde Bretigney-Notre-Dame] (französisch)


== Die Schwesterschiffe ==
{{Navigationsleiste Gemeinden im Kanton Baume-les-Dames}}
[[Datei:Vityaz'1901Sankt-Peterburg.jpg|miniatur|rechts|Reste der ''Witjas'']]
Das zweite begonnene Schiff sollte den Namen ''[[Witjas]]'' erhalten. Der Bau wurde im November 1900 in St. Petersburg begonnen. Ein Großbrand am 13.&nbsp;Juni 1901 zerstörte das begonnene Schiff und der Bau wurde aufgegeben.


Die erste ''Kagul'' wurde auf der Werft in [[Mykolajiw|Nikolajew]] gebaut. Die Kiellegung erfolgte im September 1901, der Stapellauf am 2. Juni 1902 und die Fertigstellung 1905. Im März 1907 wurde sie in ''[[Pamjat Merkuria]]'' umbenannt. Sie wurde am Ende der alliierten Intervention 1920 von den abziehenden Truppen erheblich beschädigt. Die [[sowjetische Marine]] reparierte das Schiff und brachte es als ''Komintern'' für die Schwarzmeerflotte wieder in Fahrt. Teile der Maschinenanlage der ''Bogatyr'' sollen zur Überholung der Maschinenanlage der ''Komintern'' verwandt worden sein. Durch deutsche Bomber im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] am 16.&nbsp;Juli 1942 beschädigt, wurde sie am 10.&nbsp;Oktober 1942 als Wellenbrecher vor [[Poti]], [[Georgien]], versenkt, nachdem die Kanonen an Land gebracht worden waren.
[[Kategorie:Ort in der Franche-Comté]]


Die zweite [[Kagul (1907)|''Kagul'']] wurde auf der Werft in [[Sewastopol]] als ''Otschakow'' gebaut. Die Kiellegung erfolgte im März 1901, der Stapellauf am 4.&nbsp;Oktober 1902, die Fertigstellung – durch die [[Russische Revolution 1905]] erheblich verzögert – erst im Juni 1909 als ''Kagul''. Sie wurde im März 1917 in ''Otschakow'' und im September 1919 in ''General Kornilow'' umbenannt. Als Teil der „Weißen“ Streitkräfte evakuierte sie gegen Ende des [[Russischer Bürgerkrieg|Russischen Bürgerkriegs]] als Teil von [[Pjotr Nikolajewitsch Wrangel|General Wrangels]] [[Russisches Geschwader|Russischem Geschwader]] aus dem Schwarzen Meer nach [[Bizerta]] im damaligen französischen [[Protektorat]] [[Tunesien]], wo sie interniert wurde. 1924 wurde sie formell an die Sowjetunion übergeben, aber nicht mehr in Dienst gestellt. 1933 wurde sie zum Abbruch verkauft.
[[ca:Bretigney-Notre-Dame]]

[[ceb:Bretigney-Notre-Dame]]
[[Oleg (1903)|''Oleg'']] wurde auf der [[Neue Admiralitätswerft|Neuen Admiralitätswerft]] in [[St. Petersburg]] gebaut. Die Kiellegung erfolgte 1902, der Stapellauf am 27. August 1903 und die Fertigstellung am 25.&nbsp;Oktober 1904. Sie marschierte mit der [[Baltische Flotte|Baltischen Flotte]] nach Ostasien und nahm an der [[Schlacht von Tsushima]] teil. Sie konnte der Vernichtung entgehen und entkam nach Manila, wo sie interniert wurde. Nach dem Ende des [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieges]] verblieb sie erst in Fernost, verlegte dann aber nach wieder in die Ostsee. Am 17.&nbsp;Juni 1919 wurde sie während der britischen Intervention in der Ostsee als Kreuzer der Roten Flotte im Hafen von [[Kronstadt (Russland)|Kronstadt]] durch das britische Schnellboot N°4 mit einem Torpedo versenkt. Das Wrack wurde 1938 gehoben und abgebrochen.
[[en:Bretigney-Notre-Dame]]

[[es:Bretigney-Notre-Dame]]
== Weblinks ==
[[eu:Bretigney-Notre-Dame]]
* {{Commonscat|Cruiser Bogatyr'}}
[[fr:Bretigney-Notre-Dame]]
* [http://web.ukonline.co.uk/aj.cashmore/russia/cruisers/bogatyr/bogatyr.html Bogatyr]
[[it:Bretigney-Notre-Dame]]
* [http://www.navypedia.org/ships/russia/ru_cr_bogatyr.htm ''Der Kreuzer 1. Klasse BOGATYR'']
[[ms:Bretigney-Notre-Dame]]
* [http://www.battleships-cruisers.co.uk/bogatyr_class.htm#Bogatyr ''Bogatyr-Klasse, viele Bilder'']
[[nl:Bretigney-Notre-Dame]]
* [http://www.cityofart.net/bship/ru_bogatyr.html ''The Bogatyr Class: Burly Protected Cruisers'' (1898/1902)]
[[oc:Bretigney-Notre-Dame]]

[[pl:Bretigney-Notre-Dame]]
<references />
[[pms:Bretigney-Notre-Dame]]

[[pt:Bretigney-Notre-Dame]]
[[Kategorie:Militärschiff (Russisches Kaiserreich)]]
[[sr:Бретиње Нотр Дам]]
[[Kategorie:Schiff im Russisch-Japanischen Krieg]]
[[uk:Бретіньє-Нотр-Дам]]
[[Kategorie:Schiff im Ersten Weltkrieg]]
[[vi:Bretigney-Notre-Dame]]
[[Kategorie:Geschützter Kreuzer]]
[[vo:Bretigney-Notre-Dame]]
[[Kategorie:AG Vulcan Hamburg]]
[[war:Bretigney-Notre-Dame]]

[[en:Russian cruiser Bogatyr]]
[[fr:Bogatyr (croiseur)]]
[[ru:Богатырь (крейсер)]]

Version vom 20. November 2011, 21:00 Uhr

Flagge
Bogatyr
Bogatyr
Übersicht
Typ Geschützter Kreuzer
Bauwerft

AG Vulcan, Stettin

Bestellung BauNr. 247
Kiellegung 22. Dezember 1899
Stapellauf 30. Januar 1901
Auslieferung 20. August 1902
Namensgeber russischer Sagenheld
Dienstzeit

1902–1918,

Außerdienststellung 1918
Verbleib 1922 Abbruch in Deutschland
Technische Daten
Verdrängung

6.410 t; maximal 6.700 t

Länge

134,0 m

Breite

16,6 m

Tiefgang

6,29 m

Besatzung

581 Mann

Antrieb

16 Normand-Sigaudy-Wasserrohrkessel
2× Dreifach-Dampfmaschinen
19.500 PS; max. bis 23.000 PS
2 Schrauben

Geschwindigkeit

23 kn

Reichweite

3.000 sm bei 12 kn

Bewaffnung
  • 2 × 2 152-mm-L/45-Geschütze in Doppeltürmen
  • 8 × 152-mm-L/45-Geschütze, 4 in Kasematten
  • 12 × 75-mm-L/50-Geschütze
  • 8 × 47-mm-L/43-Geschütze,

alle Bauart Canet

Kohlenvorrat

1.220 t

Panzerdeck

35 mm bis 70 mm

Türme

125 mm Front,
90 mm Seiten,30 mm Dach

Kasematten

35 mm bis 80 mm

Kommandoturm

140 mm (Dach 25 mm)

Schwesterschiffe

Witjas;
Kagul; Pamiat Merkuria;
Oleg

Die in Deutschland gebaute Bogatyr war ein 1902 in Dienst gestelltes russisches Kriegsschiff. Sie war einer von drei nach dem Flottenbauprogramm 1898 im Ausland bestellten Geschützten Kreuzern. Die Bogatyr wurde schon vor ihrer Fertigstellung auf russischen Werften für die Baltische Flotte und die Schwarzmeerflotte nachgebaut.

Baugeschichte

Bogatyr

Nach der auf eigenen Werften gebauten Pallada-Klasse bestellte die russische Marine im Flottenbauprogramm 1898 drei große Geschützte Kreuzer (klassifiziert als Kreuzer I. Klasse) im Ausland: die Warjag bei William Cramp and Sons in Philadelphia, Vereinigte Staaten, die Askold bei der Krupp Germaniawerft in Kiel und die Bogatyr bei der Stettiner Maschinenbau-AG Vulcan. Der Vulcan-Entwurf, der eine bessere Panzerung und Verteilung der 152-mm-Geschütze aufwies, wurde auf russischen Werften nachgebaut. Damit wurde die Bogatyr Typschiff einer Klasse von insgesamt vier Schiffen. Ein fünftes Schiff, das als zweites begonnen wurde, wurde durch einen Großbrand auf der Werft zerstört und nicht fertiggestellt.

Einsatz in Ostasien

Die Bogatyr

Bei Ausbruch des Russisch-Japanischen Kriegs am 8./9. Februar 1904 gehörte die Bogatyr zum in Wladiwostok stationierten Kreuzergeschwader des Konteradmirals Karl Jessen, dem auch die Kreuzer Gromoboi, Rossija und Rurik angehörten. Das Geschwader sollte im Japanischen Meer Handelskrieg führen und japanische Transporte in die Mandschurei verhindern bzw. stören. In den ersten Kriegsmonaten griff Jessen mehrfach japanische Schiffe an, und im Juni versenkte er zwei Truppentransporter. Daraufhin stationierte die japanische Marineleitung acht Panzerkreuzer und Geschützte Kreuzer unter Vizeadmiral Kamimura Hikonojō in der Koreastraße, um weitere Angriffe zu verhindern.

Die Bogatyr fiel für die Kriegführung des Kreuzergeschwaders in Wladiwostok am 15. Mai 1904 aus, als sie vor Wladiwostok auf einen Felsen lief. Sie wurde so schwer beschädigt, dass man sie zwar einbringen konnte, aber eine vollständige Reparatur gelang während des Krieges nicht. Die Bogatyr verbrachte daher den Russisch-Japanischen Krieg fast gänzlich nicht einsatzbereit im Hafen. Pressemeldungen, die Russen hätten das schwer beschädigte Schiff gesprengt,[1] trafen nicht zu. Die Reparatur wurde vorangetrieben,[2] und nach dem Friedensschluss wurde der beschränkt einsatzbereite Kreuzer in die Ostsee verlegt.

Erdbebenhilfe

Am 28. Dezember 1908 befand sich die Bogatyr mit einem russischen Schulschiffsverband unter Konteradmiral Wladimir Iwanowitsch Litwinow in Augusta (Sizilien), als es im nahen Messina zu einem sehr schweren Erdbeben kam. Die Bogatyr blieb zur Sicherung der Kommunikation in Augusta, während die Linienschiffe Slawa und Zessarewitsch sowie der Panzerkreuzer Admiral Makarow sofort mit Höchstfahrt nach Messina liefen. Dort bebte die Erde weiterhin, so dass die Schiffe keine Anker ausbringen konnten, und die Russen setzten Teile ihrer Besatzungen an Land, um nach Verschütteten zu suchen. Bei den Nachbeben wurden auch russische Seeleute verschüttet und getötet. Auch die russischen Kanonenboote Giljak und Korejez kamen zur Unterstützung. Mit den Briten des Panzerkreuzers HMS Sutlej wurde sehr eng zusammengearbeitet. Von etwa 3000 aus den Trümmern geborgenen Menschen retteten die Russen etwa 1800 Personen und brachte sie zum Teil nach Neapel.

Im Jahr 1912 wurde die Bogatyr in Kronstadt modernisiert.

Einsatz in der Ostsee

Bogatyr

Im Ersten Weltkrieg war die Bogatyr Teil der 1. Kreuzerbrigade. Ihr erster sehr erfolgreicher Einsatz ergab sich, nachdem am 26. August 1914 der deutsche Kleine Kreuzer SMS Magdeburg bei der Insel Odensholm, vor der estnischen Nordküste, auf Grund gelaufen war. Die Bogatyr erschien mit der Pallada, und sie beschossen die Magdeburg und unterbanden die Versuche, sie abzuschleppen. Die deutsche Besatzung sprengte schließlich das eigene Schiff. Das Torpedoboot V 26 und der Kleine Kreuzer SMS Amazone übernahmen die Überlebenden. Der Kommandant, Korvettenkapitän Habenicht, und sein Adjutant blieben auf dem Schiff und wurden von den Russen gefangengenommen. Bedeutender als der Verlust des Schiffes war, dass es den Russen gelang, das Signalbuch zu bergen.

Minenleger Jenissei

Die russischen Kreuzer sicherten mehrfach Minenunternehmen, die nicht nur defensiv, sondern auch offensiv weit in die westliche Ostsee verlegt werden sollten. So sicherte die Bogatyr mit ihrem Schwesterschiff Oleg und dem Panzerkreuzer Rurik im November 1914 ein Unternehmen des Minenlegers Amur,[3] der 240 Minen an der Stolpe-Bank verlegte, und im Dezember 1914 eine ähnliche Aktion des Minenlegers Jenissei, dem Schwesterschiff der Amur. Im Januar 1915 wurden die Bogatyr und die Oleg auch direkt zum Minenlegen eingesetzt, als sie 196 Minen östlich von Bornholm verlegten. In dieses Minenfeld geriet kurz darauf der deutsche Kleine Kreuzer Augsburg, der durch Minentreffer drei Monate ausfiel.

Die Bogatyr und die Oleg nahmen im Verband der 1. Kreuzerbrigade, zusammen mit den beiden Panzerkreuzern Admiral Makarow (Flaggschiff von Konteradmiral Michail Bachirew) und Bajan, am sogenannten Gotland-Raid am 2. Juli 1915 teil. In einem Gefecht mit deutschen Kreuzern trieben sie den deutschen Minenkreuzer SMS Albatross bei Östergard, Gotland, auf den Strand.

Im Juni 1916 versuchte die russische Flotte Angriffe auf die deutschen Lulea-Geleitzüge vor der schwedischen Küste. Neben der Bogatyr, ihrem Schwesterschiff Oleg und dem Panzerkreuzer Rurik kamen dazu vor allem eine Anzahl von Zerstörern zum Einsatz. Am 14. trafen die drei neuen Zerstörer Nowik, Pobeditel und Grom in der Nähe der Insel Gotland südöstlich von Oxelösund auf ein deutsches Geleit. Der Geleitzugführer befahl den zehn Erzdampfern, sich in schwedische Hoheitsgewässer zu begeben, und ließ Nebelbojen werfen. In der einsetzenden Dunkelheit überschätzte der russische Befehlshaber die Stärke der deutschen Geleitsicherung (drei Vorpostenbooten mit jeweils einem 8,8-cm-Geschütz) und brach das Gefecht ab. Es waren auf beiden Seiten keine Treffer erzielt worden, und sämtliche verschossenen Torpedos verfehlten die Schiffe. Im Abdrehen stießen die Zerstörer auf einen vermeintlichen Nachzügler: die U-Boot-Falle Schiff H, das sich in seinem ersten Einsatz befand. Gegen die drei Kriegsschiffe hatte der umgebaute Dampfer mit einer nur schlecht ausgebildeten Besatzung keine Chance. Nach einstündigem Gefecht und einem Torpedofangschuss des Zerstörers Grom sank die U-Boot-Falle unter Verlust von 29 Mann. Die Nowik rettete sieben Schiffbrüchige, der Rest wurde von den deutschen Schiffen aufgenommen.

Nach der Landung der deutschen Ostsee-Division am 3. April 1918 bei Hangö und dem Abschluss des Hangö-Abkommens zwischen Konteradmiral Hugo Meurer und Vertretern des ZENTROBALT (Zentralkomitee der Baltischen Flotte) organisierte der dienstälteste Offizier der Baltischen Flotte, Kapitän 1. Ranges Alexei Schtschastny (Алексей Михайлович Щастный), die Überführung der russischen Einheiten nach Kronstadt. Ab dem 6. April konnten trotz widriger Wetterbedingungen (−12° Lufttemperatur} und schwieriger Eisverhältnisse im Finnischen Meerbusen etwa 170 Schiffe bei dem sogenannten Eismarsch der Baltischen Flotte zurückgeführt werden. Damit blieb Russland bzw. der Sowjetunion praktisch die gesamte Baltische Flotte erhalten. Die beiden Eisbrecher Jermak und Wolhynez bewältigten die 330 km bis Kronstadt in fünf Tagen. An größeren Einheiten wurden vier Schlachtschiffe, drei ältere Linienschiffe, fünf Panzerkreuzer, vier Kreuzer – neben der Bogatyr ihr Schwesterschiff Oleg, die Aurora und die Diana –, 57 Zerstörer, drei Kanonenboote, zwölf U-Boote und dreiMinenleger nach Kronstadt verlegt. Es marschierten nacheinander vier Konvois; die Bogatyr war mit den Schlachtschiffen Teilnehmer des ersten.

Im November 1918 kam die Bogatyr mit der Oleg zum Einsatz für die Rote Flotte, als sie mit zwei Zerstörern den Einmarsch der Roten Armee nach Estland unterstützten.

Die Schwesterschiffe

Reste der Witjas

Das zweite begonnene Schiff sollte den Namen Witjas erhalten. Der Bau wurde im November 1900 in St. Petersburg begonnen. Ein Großbrand am 13. Juni 1901 zerstörte das begonnene Schiff und der Bau wurde aufgegeben.

Die erste Kagul wurde auf der Werft in Nikolajew gebaut. Die Kiellegung erfolgte im September 1901, der Stapellauf am 2. Juni 1902 und die Fertigstellung 1905. Im März 1907 wurde sie in Pamjat Merkuria umbenannt. Sie wurde am Ende der alliierten Intervention 1920 von den abziehenden Truppen erheblich beschädigt. Die sowjetische Marine reparierte das Schiff und brachte es als Komintern für die Schwarzmeerflotte wieder in Fahrt. Teile der Maschinenanlage der Bogatyr sollen zur Überholung der Maschinenanlage der Komintern verwandt worden sein. Durch deutsche Bomber im Zweiten Weltkrieg am 16. Juli 1942 beschädigt, wurde sie am 10. Oktober 1942 als Wellenbrecher vor Poti, Georgien, versenkt, nachdem die Kanonen an Land gebracht worden waren.

Die zweite Kagul wurde auf der Werft in Sewastopol als Otschakow gebaut. Die Kiellegung erfolgte im März 1901, der Stapellauf am 4. Oktober 1902, die Fertigstellung – durch die Russische Revolution 1905 erheblich verzögert – erst im Juni 1909 als Kagul. Sie wurde im März 1917 in Otschakow und im September 1919 in General Kornilow umbenannt. Als Teil der „Weißen“ Streitkräfte evakuierte sie gegen Ende des Russischen Bürgerkriegs als Teil von General Wrangels Russischem Geschwader aus dem Schwarzen Meer nach Bizerta im damaligen französischen Protektorat Tunesien, wo sie interniert wurde. 1924 wurde sie formell an die Sowjetunion übergeben, aber nicht mehr in Dienst gestellt. 1933 wurde sie zum Abbruch verkauft.

Oleg wurde auf der Neuen Admiralitätswerft in St. Petersburg gebaut. Die Kiellegung erfolgte 1902, der Stapellauf am 27. August 1903 und die Fertigstellung am 25. Oktober 1904. Sie marschierte mit der Baltischen Flotte nach Ostasien und nahm an der Schlacht von Tsushima teil. Sie konnte der Vernichtung entgehen und entkam nach Manila, wo sie interniert wurde. Nach dem Ende des Russisch-Japanischen Krieges verblieb sie erst in Fernost, verlegte dann aber nach wieder in die Ostsee. Am 17. Juni 1919 wurde sie während der britischen Intervention in der Ostsee als Kreuzer der Roten Flotte im Hafen von Kronstadt durch das britische Schnellboot N°4 mit einem Torpedo versenkt. Das Wrack wurde 1938 gehoben und abgebrochen.

  1. so NewYorkTimes am 24. Mai
  2. so NewYorkTimes am 27. November 1904
  3. Amur, kreuzerähnlicher Zwei-Schornsteiner, 3200 t, 17 kn, 340 Minen, fünf 120-mm-, zwei 75-mm-Geschütze,