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„Gestalttherapie“ – Versionsunterschied

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== Methoden ==
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Ein Grundbegriff des Konzeptes ist die unabgeschlossene Gestalt, was beudetet, dass die Anpassung des Organismus/ Psyche an seine Umwelt aufgrund von äußeren Störungen /organischen Störungen nicht vollständig geschehen konnte - die Kontaktstörung. Damit konnte sich eine Gestalt im Sinne einer abgeschlossenen Ampassungsleistung nicht ausbilden. Perls hatte zunächst den Begriff Existentialtherapie im Sinne, da dieser Begriff aber zu sehr mit der Philosophie Sartres verknüpft war und damit mit dessen Freiheitsbegriff, verzichtete Perls darauf. Ursprünglich stammt der Begriff aus der [[Gestaltpsychologie]], einer Psychologie der Wahrnehmung, Fritz und Laura Perls wenden ihn aber auf den ganzen Organismus an, und orientieren sich dabei vornehmlich an der Gestatltheorie des Neurologen [[Kurt Goldstein]]. Schöne Beispiele für Anpassungsleistungen und somit schließen von Gestalten finden sich in den Veröffentlichungen von [[Oliver Sacks]].
Ein Grundbegriff des Konzeptes ist die unabgeschlossene Gestalt, was bedeutet, dass die Anpassung des Organismus/der Psyche an seine Umwelt aufgrund von äußeren oder organischen Störungen nicht vollständig geschehen konnte - die Kontaktstörung. Damit konnte sich eine Gestalt im Sinne einer abgeschlossenen Anpassungsleistung nicht ausbilden. Perls hatte zunächst den Begriff Existentialtherapie im Sinn; da dieser Begriff aber zu sehr mit der Philosophie Sartres verknüpft war und damit mit dessen Freiheitsbegriff, verzichtete Perls darauf. Ursprünglich stammt der Begriff aus der [[Gestaltpsychologie]], einer Psychologie der Wahrnehmung, Fritz und Laura Perls wenden ihn aber auf den ganzen Organismus an und orientieren sich dabei vornehmlich an der Gestalttheorie des Neurologen [[Kurt Goldstein]]. Schöne Beispiele für Anpassungsleistungen und somit schließen von Gestalten finden sich in den Veröffentlichungen von [[Oliver Sacks]].
Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (Bewußtheit; der englische Begriff lautet "awareness") aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen des Klienten. Der Klient soll dadurch in die Lage vesetzt werden, seine Kontaktstörungen als solche zu erkennen und zu erleben, die ihn daran hindern, mit seiner Umwelt in einen befriedigenden Ausstausch zu gelangen. Über die Reaktivierung emotionaler Bedürfnisse und der Wahrnehmung derselben soll es dem Klienten ermöglicht werden, seine Kontaktstörung zu überwinden. Daraus folgt eines der wichtigsten Arbeitsprinzipien der Gestalttherapie, das Prinzip des Hier-und-Jetzt: Die gegenwärtige Situation, auch die zwischen Klient und Therapeut.
Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (Bewußtheit; der englische Begriff lautet "awareness") aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen des Klienten. Der Klient soll dadurch in die Lage versetzt werden, seine Kontaktstörungen als solche zu erkennen und zu erleben, die ihn daran hindern, mit seiner Umwelt in einen befriedigenden Ausstausch zu gelangen. Über die Reaktivierung emotionaler Bedürfnisse und der Wahrnehmung derselben soll es dem Klienten ermöglicht werden, seine Kontaktstörung zu überwinden. Daraus folgt eines der wichtigsten Arbeitsprinzipien der Gestalttherapie, das Prinzip des Hier-und-Jetzt: Die gegenwärtige Situation, auch die zwischen Klient und Therapeut.


Durch die direkte und konkrete Arbeit an aktuellen Situationen und der Beziehunsgebene zwischen Klient und Therapeut soll der Kontakt des Patienten zu sich selbst und zu seiner Umwelt gefördert werden und unterstützt werden, die Kontaktstörung zu überwinden. Durch die Überwindung dieser Kontaktstörungen sollen die Selbstheilungskräfte des Patienten freigelegt und neue Einsichten, Erfahrungen und Verhaltensmöglichkeiten erschlossen werden. Diese Selbstheilungskräfte werden in der Gestalttherapie mit dem Begriff der organismischen Selbsregulation bezeichnet. Durch verschiedene Übungen und methodische Grundhaltungen, soll diese Selbstregulation aktiviert werden. Ein wesentlicher Aspkekt ist dabei die Grundhaltung der dialogische Beziehung, die sich auf Martin Buber bezieht, die davon ausgeht, dass in einem echten personalen Kontakt, bei dem beide Teilnehmer sich als Menschen begegnen können, Heilungskräfte im Gegenüber belebt werden. Dieses Beziehungsgefüge, welches uns auch im Alltag begegnet, herzustellen, ist die Hauptaufgabe im gestalttherapeutischen Prozess.
Durch die direkte und konkrete Arbeit an aktuellen Situationen und der Beziehungsebene zwischen Klient und Therapeut soll der Kontakt des Patienten zu sich selbst und zu seiner Umwelt gefördert und unterstützt werden, die Kontaktstörung zu überwinden. Durch die Überwindung dieser Kontaktstörungen sollen die Selbstheilungskräfte des Patienten freigelegt und neue Einsichten, Erfahrungen und Verhaltensmöglichkeiten erschlossen werden. Diese Selbstheilungskräfte werden in der Gestalttherapie mit dem Begriff der organismischen Selbstregulation bezeichnet. Durch verschiedene Übungen und methodische Grundhaltungen soll diese Selbstregulation aktiviert werden. Ein wesentlicher Aspkekt ist dabei die Grundhaltung der dialogischen Beziehung, die sich auf Martin Buber bezieht, die davon ausgeht, dass in einem echten personalen Kontakt, bei dem beide Teilnehmer sich als Menschen begegnen können, Heilungskräfte im Gegenüber belebt werden. Dieses Beziehungsgefüge, welches uns auch im Alltag begegnet, herzustellen, ist die Hauptaufgabe im gestalttherapeutischen Prozess.


== Geschichte ==
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Innnerhalb der Gestaltherapie haben sich nach der Gründungsphase in den USA und davon ausgehend in Europa unterschiedliche Varianten, Strömungen und Stile herausgebildet. Dazu hat zunächst einmal die theoretisch und praktisch sehr vielgestaltige und wenig kanonisierte Hinterlassenschaft der Gründungsphase wesentlich beigetragen.
Innnerhalb der Gestaltherapie haben sich nach der Gründungsphase in den USA und davon ausgehend in Europa unterschiedliche Varianten, Strömungen und Stile herausgebildet. Dazu hat zunächst einmal die theoretisch und praktisch sehr vielgestaltige und wenig kanonisierte Hinterlassenschaft der Gründungsphase wesentlich beigetragen.
Die unterschiedliche therapeutische Arbeitsweise von Fritz Perls auf der einen und Laura Perls auf der anderen Seite kam in der Folge hinzu.
Die unterschiedliche therapeutische Arbeitsweise von Fritz Perls auf der einen und Laura Perls auf der anderen Seite kam in der Folge hinzu.
Heute wird die Gestalttherapie neben niedergelassenen Therapeuten vor allem auch in Kliniken angewendet. Gestalttherapie gehört zu den nicht abrechenbaren Therapieformen. Ihrer Wirksamkeit ist nach [[Grawe]] denen der anderen Therapieformen, mit Ausnahme der [[Verhaltenstherapie]] ähnlich.
Heute wird die Gestalttherapie neben niedergelassenen Therapeuten vor allem auch in Kliniken angewendet. Gestalttherapie gehört zu den nicht abrechenbaren Therapieformen. Ihrer Wirksamkeit ist nach [[Grawe]] denen der anderen Therapieformen mit Ausnahme der [[Verhaltenstherapie]] ähnlich.


== Richtungen ==
== Richtungen ==


Heute finden sich in der Gestalt-Therapie Ausrichtungen, die den Schwerpunkt vorwiegend auf die Erlebnisaktivierung und damit einhergehende [[Katharsis (Psychologie)|kathartische]] Erlebnisse setzen, neben anderen, für die die geduldige Entwicklung der therapeutischen Beziehung und der Beziehungsfähigkeit des Patienten im Mittelpunkt steht. Eine Unterteilung in unterschiedliche "Schulen" ist allerdings nicht erkennbar - heute noch weniger als etwa in den 70ger Jahren.
Heute finden sich in der Gestalttherapie Ausrichtungen, die den Schwerpunkt vorwiegend auf die Erlebnisaktivierung und damit einhergehende [[Katharsis (Psychologie)|kathartische]] Erlebnisse setzen, neben anderen, für die die geduldige Entwicklung der therapeutischen Beziehung und der Beziehungsfähigkeit des Patienten im Mittelpunkt steht. Eine Unterteilung in unterschiedliche "Schulen" ist allerdings nicht erkennbar - heute noch weniger als etwa in den 70er Jahren.
Eine völlig eigenständige Entwicklung stellt daneben die von [[Hans-Jürgen Walter]] begründete [[Gestalttheoretische Psychotherapie]] dar, die sich unmittelbar auf die [[Gestaltpsychologie]] bzw. [[Gestalttheorie]] stützt.
Eine völlig eigenständige Entwicklung stellt daneben die von [[Hans-Jürgen Walter]] begründete [[Gestalttheoretische Psychotherapie]] dar, die sich unmittelbar auf die [[Gestaltpsychologie]] bzw. [[Gestalttheorie]] stützt.
Ebenfalls zu nennen ist die von [[Hilarion Petzold]] begründete [[Integrative Psychotherapie| Integrative Therapie]], die die Gestalttherapie stark miteinbezieht, aber nur als einen von mehreren therapeutischen Ansätzen.
Ebenfalls zu nennen ist die von [[Hilarion Petzold]] begründete [[Integrative Psychotherapie|Integrative Therapie]], die die Gestalttherapie stark miteinbezieht, aber nur als einen von mehreren therapeutischen Ansätzen.


== Einzelne Aspekte ==
== Einzelne Aspekte ==
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In der Geschichte der Gestalttherapie war es besonders [[Barry Stevens]], die sich dem Körper-Aspekt des Organismus widmete, und die ihre eigene Form gestalttherapeutischer Körperarbeit entwickelte.
In der Geschichte der Gestalttherapie war es besonders [[Barry Stevens]], die sich dem Körper-Aspekt des Organismus widmete, und die ihre eigene Form gestalttherapeutischer Körperarbeit entwickelte.


Träume werden in der Gestalttherapie oft - aber nicht ausschließlich - als existenzielle Botschaften des Träumenden betrachtet, und die Traumarbeit besteht dann u.a. in einer szenischen Darstellung des Traumes. Der Klient kann auf diesem Weg die vorkommenden Personen und Gegenstände als enteignete Teile von sich und seiner Umwelt erforschen, erkennen und gegebenenfalls integrieren.
Träume werden in der Gestalttherapie oft - aber nicht ausschließlich - als existenzielle Botschaften des Träumenden betrachtet, und die Traumarbeit besteht dann u. a. in einer szenischen Darstellung des Traumes. Der Klient kann auf diesem Weg die vorkommenden Personen und Gegenstände als enteignete Teile von sich und seiner Umwelt erforschen, erkennen und gegebenenfalls integrieren.


Anwendung finden Theorie und Praxis der Gestalttherapie auch in anderen Bereichen: z.B. in der Gestalt-Beratung oder der [[Gestaltpädagogik]].
Anwendung finden Theorie und Praxis der Gestalttherapie auch in anderen Bereichen: z.B. in der Gestaltberatung oder der [[Gestaltpädagogik]].


''Siehe auch'': [[Jesper Juul]]
''Siehe auch'': [[Jesper Juul]]

Version vom 20. September 2006, 22:14 Uhr

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Die Gestalttherapie gehört zu den hermeneutisch-phänomenologisch ausgerichteten erlebnisaktivierenden Psychotherapieverfahren. Sie legt besonderen Wert auf das bewußte Erleben in der gegenwärtigen (auch therapeutischen) Situation, und sie benutzt die aktuelle Begegnung zwischen Klient und Therapeut, um bereits innerhalb dieser Situation Schritte in Richtung auf Veränderung und persönliches Wachstum einzuüben und zu fördern. Als Begründer dieser Psychotherapie-Methode gelten die psychoanalytisch ausgebildeten Fritz Perls und Laura Perls (geb. Lore Posner) und Paul Goodman, ein Vertreter des philosophischen Anarchismus. Die Gestalttherapie entwickelt sich zu weiten Teilen aus der Psychoanalyse, und in Kritik an und in Abgrenzung zu ihr; unter Rückgriff u.a. auf die Gestaltpsychologie und die Therapieformen von Wilhelm Reich.

Methoden

Ein Grundbegriff des Konzeptes ist die unabgeschlossene Gestalt, was bedeutet, dass die Anpassung des Organismus/der Psyche an seine Umwelt aufgrund von äußeren oder organischen Störungen nicht vollständig geschehen konnte - die Kontaktstörung. Damit konnte sich eine Gestalt im Sinne einer abgeschlossenen Anpassungsleistung nicht ausbilden. Perls hatte zunächst den Begriff Existentialtherapie im Sinn; da dieser Begriff aber zu sehr mit der Philosophie Sartres verknüpft war und damit mit dessen Freiheitsbegriff, verzichtete Perls darauf. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Gestaltpsychologie, einer Psychologie der Wahrnehmung, Fritz und Laura Perls wenden ihn aber auf den ganzen Organismus an und orientieren sich dabei vornehmlich an der Gestalttheorie des Neurologen Kurt Goldstein. Schöne Beispiele für Anpassungsleistungen und somit schließen von Gestalten finden sich in den Veröffentlichungen von Oliver Sacks.

Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (Bewußtheit; der englische Begriff lautet "awareness") aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen des Klienten. Der Klient soll dadurch in die Lage versetzt werden, seine Kontaktstörungen als solche zu erkennen und zu erleben, die ihn daran hindern, mit seiner Umwelt in einen befriedigenden Ausstausch zu gelangen. Über die Reaktivierung emotionaler Bedürfnisse und der Wahrnehmung derselben soll es dem Klienten ermöglicht werden, seine Kontaktstörung zu überwinden. Daraus folgt eines der wichtigsten Arbeitsprinzipien der Gestalttherapie, das Prinzip des Hier-und-Jetzt: Die gegenwärtige Situation, auch die zwischen Klient und Therapeut.

Durch die direkte und konkrete Arbeit an aktuellen Situationen und der Beziehungsebene zwischen Klient und Therapeut soll der Kontakt des Patienten zu sich selbst und zu seiner Umwelt gefördert und unterstützt werden, die Kontaktstörung zu überwinden. Durch die Überwindung dieser Kontaktstörungen sollen die Selbstheilungskräfte des Patienten freigelegt und neue Einsichten, Erfahrungen und Verhaltensmöglichkeiten erschlossen werden. Diese Selbstheilungskräfte werden in der Gestalttherapie mit dem Begriff der organismischen Selbstregulation bezeichnet. Durch verschiedene Übungen und methodische Grundhaltungen soll diese Selbstregulation aktiviert werden. Ein wesentlicher Aspkekt ist dabei die Grundhaltung der dialogischen Beziehung, die sich auf Martin Buber bezieht, die davon ausgeht, dass in einem echten personalen Kontakt, bei dem beide Teilnehmer sich als Menschen begegnen können, Heilungskräfte im Gegenüber belebt werden. Dieses Beziehungsgefüge, welches uns auch im Alltag begegnet, herzustellen, ist die Hauptaufgabe im gestalttherapeutischen Prozess.

Geschichte

Von "Gestalttherapie" kann man seit dem Erscheinen des gleichnamigen Buches (Fritz Perls und Paul Goodman gemeinsam mit Ralph F. Hefferline) 1951 sprechen. Innnerhalb der Gestaltherapie haben sich nach der Gründungsphase in den USA und davon ausgehend in Europa unterschiedliche Varianten, Strömungen und Stile herausgebildet. Dazu hat zunächst einmal die theoretisch und praktisch sehr vielgestaltige und wenig kanonisierte Hinterlassenschaft der Gründungsphase wesentlich beigetragen. Die unterschiedliche therapeutische Arbeitsweise von Fritz Perls auf der einen und Laura Perls auf der anderen Seite kam in der Folge hinzu. Heute wird die Gestalttherapie neben niedergelassenen Therapeuten vor allem auch in Kliniken angewendet. Gestalttherapie gehört zu den nicht abrechenbaren Therapieformen. Ihrer Wirksamkeit ist nach Grawe denen der anderen Therapieformen mit Ausnahme der Verhaltenstherapie ähnlich.

Richtungen

Heute finden sich in der Gestalttherapie Ausrichtungen, die den Schwerpunkt vorwiegend auf die Erlebnisaktivierung und damit einhergehende kathartische Erlebnisse setzen, neben anderen, für die die geduldige Entwicklung der therapeutischen Beziehung und der Beziehungsfähigkeit des Patienten im Mittelpunkt steht. Eine Unterteilung in unterschiedliche "Schulen" ist allerdings nicht erkennbar - heute noch weniger als etwa in den 70er Jahren. Eine völlig eigenständige Entwicklung stellt daneben die von Hans-Jürgen Walter begründete Gestalttheoretische Psychotherapie dar, die sich unmittelbar auf die Gestaltpsychologie bzw. Gestalttheorie stützt. Ebenfalls zu nennen ist die von Hilarion Petzold begründete Integrative Therapie, die die Gestalttherapie stark miteinbezieht, aber nur als einen von mehreren therapeutischen Ansätzen.

Einzelne Aspekte

Die therapeutische Beziehung in der Gestalttherapie - verstanden als Dialogische Gestalttherapie - orientiert sich an den Grundsätzen der existentiellen Beziehungsphilosophie Martin Bubers, der 'dialogischen Haltung'. Buber unterscheidet zwischen dem Handeln aus einer sog. Ich-Es-Haltung ("sachlich", auf ein Objekt bezogen, auch wenn das Gegenüber ein Mensch ist), und dem Handeln aus einer sog. Ich-Du-Haltung heraus, einer Hinwendung zum anderen Menschen auf gleicher Ebene, bei der die Person in ihrer Einzigartigkeit wertgeschätzt wird, ohne einen Zweck zu verfolgen. Beide Haltungen stehen in einem Wechselverhältnis zueinander, und werden je nach Erfordernis der Situation gewählt. Diese Haltung, in der die Therapiesituation als eine besondere Begegnung im Sinne Bubers verstanden wird, die ein hohes Maß an Authentizität und Wahrhaftigkeit erfordert, ist grundlegend für die Gestalttherapie.

Gestalttherapie versteht sich als ganzheitliche Therapie, also als eine Therapie, die von der Einheit von Körper, Geist und Seele ausgeht. Entsprechend liegt die Aufmerksamkeit in der Therapie auf allen diesen Aspekten gleichermaßen. In der Geschichte der Gestalttherapie war es besonders Barry Stevens, die sich dem Körper-Aspekt des Organismus widmete, und die ihre eigene Form gestalttherapeutischer Körperarbeit entwickelte.

Träume werden in der Gestalttherapie oft - aber nicht ausschließlich - als existenzielle Botschaften des Träumenden betrachtet, und die Traumarbeit besteht dann u. a. in einer szenischen Darstellung des Traumes. Der Klient kann auf diesem Weg die vorkommenden Personen und Gegenstände als enteignete Teile von sich und seiner Umwelt erforschen, erkennen und gegebenenfalls integrieren.

Anwendung finden Theorie und Praxis der Gestalttherapie auch in anderen Bereichen: z.B. in der Gestaltberatung oder der Gestaltpädagogik.

Siehe auch: Jesper Juul

Literatur

  • Reinhard Fuhr u.a. (Hrsg.): Handbuch der Gestalttherapie. Hogrefe, Göttingen 1999. ISBN 3-8017-1286-9
  • Markus Hochgerner (Hrsg.): Gestalttherapie. Facultas, Wien 2004. ISBN 3-85076-643-8
  • Lotte Hartmann-Kottek: Gestalttherapie. Springer, Berlin 2004. ISBN 3-540-20163-7
  • Erving und Miriam Polster: Gestalttherapie. Theorie und Praxis der integrativen Gestalttherapie. Hammer, Wuppertal 2001. ISBN 3-87294-872-5
  • Erhard Doubrawa u. Stefan Blankertz: Einladung zur Gestalttherapie. Eine Einführung mit Beispielen. Hammer, Wuppertal (4) 2005. ISBN 3-87294-847-4

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