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„Johann von Grandson“ – Versionsunterschied

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Von Johann von Grandsons Ausbildung gibt es keine Nachrichten. Er erscheint von 1341 bis 1344 in den Quellen als Maler auf erstrangigen Baustellen der [[Haus Savoyen|Grafen von Savoyen]]. So dekorierte er zusammen mit dem savoyischen Hofmaler [[Giorgio d’Aquila|Georges d’Aigle]] aus [[Florenz]] († 1348 in der [[Schwarzer Tod|Grossen Pest]])<ref>[https://www.treccani.it/enciclopedia/giorgio-dell-aquila_(Dizionario-Biografico)/ Dell’Aquila, Giorgio] in: Elena Rossetti Brezzi : ''Dizionario Biografico degli Italiani'' Bd. 37, 1989.</ref>, eines Schülers von [[Giotto di Bondone|Giotto]], die Abteikirche von [[Hautecombe]] am [[Lac du Bourget]], wo sich die Grablege der savoyischen Fürsten befand.
Von Johann von Grandsons Ausbildung gibt es keine Nachrichten. Er erscheint von 1341 bis 1344 in den Quellen als Maler auf erstrangigen Baustellen der [[Haus Savoyen|Grafen von Savoyen]]. So dekorierte er zusammen mit dem savoyischen Hofmaler [[Giorgio d’Aquila|Georges d’Aigle]] aus [[Florenz]] († 1348 in der [[Schwarzer Tod|Grossen Pest]])<ref>[https://www.treccani.it/enciclopedia/giorgio-dell-aquila_(Dizionario-Biografico)/ Dell’Aquila, Giorgio] in: Elena Rossetti Brezzi : ''Dizionario Biografico degli Italiani'' Bd. 37, 1989.</ref>, eines Schülers von [[Giotto di Bondone|Giotto]], die Abteikirche von [[Hautecombe]] am [[Lac du Bourget]], wo sich die Grablege der savoyischen Fürsten befand.


Und ab 1341 malte er im Auftrag von Graf [[Aymon (Savoyen)|Aymon]] den herrschaftliche Wohnraum, die ''camera domini'', in der Burg [[Schloss Chillon|Chillon]] am [[Genfersee]] aus. Dabei benützte er die Technik der [[Eitempera]]. Dieses teilweise erhaltene, im 19. Jahrhundert übertünchte Hauptwerk des Malers Johann ist dank der Restaurierung und Ergänzung<ref>An der Ergänzung der Wandmalereien von Schloss Chillon wirkte [[Ernest Correvon]] (1842–1923) mit.</ref> unter dem Architekten [[Albert Naef]] wieder gut zu sehen, während die mittelalterlichen [[Wandmalerei]]en in den andern Burgen der Grafen von Savoyen in [[Frankreich]] und [[Italien]], darunter auch alle Werke von Georges d’Aigle, nicht mehr vorhanden sind. Die Wandbilder von Chillon zeigen vor geometrischem Hintergrund den [[Georg (Heiliger)|Heiligen Georg]] sowie verschiedene Tiere und Wappen.
Und ab 1341 malte er im Auftrag von Graf [[Aymon (Savoyen)|Aymon]] den herrschaftlichen Wohnraum, die ''camera domini'', in der Burg [[Schloss Chillon|Chillon]] am [[Genfersee]] aus. Dabei benützte er die Technik der [[Eitempera]]. Dieses teilweise erhaltene, im 19. Jahrhundert übertünchte Hauptwerk des Malers Johann ist dank der Restaurierung und Ergänzung<ref>An der Ergänzung der Wandmalereien von Schloss Chillon wirkte [[Ernest Correvon]] (1842–1923) mit.</ref> unter dem Architekten [[Albert Naef]] wieder gut zu sehen, während die mittelalterlichen [[Wandmalerei]]en in den andern Burgen der Grafen von Savoyen in [[Frankreich]] und [[Italien]], darunter auch alle Werke von Georges d’Aigle, nicht mehr vorhanden sind. Die Wandbilder von Chillon zeigen vor geometrischem Hintergrund den [[Georg (Heiliger)|Heiligen Georg]] sowie verschiedene Tiere und Wappen.


== Literatur ==
== Literatur ==

Version vom 28. November 2020, 09:41 Uhr

Wandmalerei im gräflichen Wohnraum der Burg Chillon

Johann von Grandson (in den Quellen auch Jeannod de Grandissono) war ein savoyischer Maler aus der Region Waadt, der in den 1340er Jahren aktiv war. Seine Lebensdaten sind nicht bekannt. Er ist nicht mit der vom 11. bis zum 14. Jahrhundert lebenden Adelsfamilie von Grandson verwandt, sondern stammt offenbar aus der Ortschaft Grandson am Neuenburgersee.

Wohnraum des Grafen in der Burg Chillon

Von Johann von Grandsons Ausbildung gibt es keine Nachrichten. Er erscheint von 1341 bis 1344 in den Quellen als Maler auf erstrangigen Baustellen der Grafen von Savoyen. So dekorierte er zusammen mit dem savoyischen Hofmaler Georges d’Aigle aus Florenz († 1348 in der Grossen Pest)[1], eines Schülers von Giotto, die Abteikirche von Hautecombe am Lac du Bourget, wo sich die Grablege der savoyischen Fürsten befand.

Und ab 1341 malte er im Auftrag von Graf Aymon den herrschaftlichen Wohnraum, die camera domini, in der Burg Chillon am Genfersee aus. Dabei benützte er die Technik der Eitempera. Dieses teilweise erhaltene, im 19. Jahrhundert übertünchte Hauptwerk des Malers Johann ist dank der Restaurierung und Ergänzung[2] unter dem Architekten Albert Naef wieder gut zu sehen, während die mittelalterlichen Wandmalereien in den andern Burgen der Grafen von Savoyen in Frankreich und Italien, darunter auch alle Werke von Georges d’Aigle, nicht mehr vorhanden sind. Die Wandbilder von Chillon zeigen vor geometrischem Hintergrund den Heiligen Georg sowie verschiedene Tiere und Wappen.

Literatur

  • Nicolas Schätti: Johann von Grandson. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • V. Furlan (u. a.): Chateau de Chillon: Camera Domini. Etude des peintures murales du quatorzieme siecle. In: Studies in Conservation, 27, 1982, S. 25–30.
  • Daniel de Raemy: Chillon. La chapelle. 1999.
  • Agostino Paravicini Bagliani (u. a., Hrsg.): Les pays romands au Moyen Age. Lausanne 1997, S. 533.
  • Claudius Blanchard: Histoire de l’abbaye d’Hautecombe en Savoie. Avec pièces justificatives inédites. Chambéry 1874.

Einzelnachweise

  1. Dell’Aquila, Giorgio in: Elena Rossetti Brezzi : Dizionario Biografico degli Italiani Bd. 37, 1989.
  2. An der Ergänzung der Wandmalereien von Schloss Chillon wirkte Ernest Correvon (1842–1923) mit.