„Greensill Bank“ – Versionsunterschied
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| Name = Greensill Bank AG |
| Name = Greensill Bank AG |
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Version vom 5. Oktober 2020, 09:29 Uhr
| Greensill Bank AG | |
|---|---|
| Staat | |
| Sitz | Bremen |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Bankleitzahl | 290 202 00[1] |
| BIC | NFHB DE21 XXX[1] |
| Gründung | 1927 |
| Geschäftsdaten 2017[2] | |
| Bilanzsumme | 337,5 Mio. Euro |
| Einlagen | 292,7 Mio. Euro |
| Kundenkredite | 234 Mio. Euro |
| Mitarbeiter | 71 |
| Geschäftsstellen | 1 |
| Leitung | |
| Vorstand | Markus Nünnerich (Vorstandsvorsitzender) Ann-Christin Rathjen Ingo Schwartz |
| Aufsichtsrat | Maurice Thompson (Vors.) |
Die Greensill Bank AG ist ein privates deutsches Kreditinstitut in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Bremen. Bis Oktober 2014 firmierte sie unter dem Namen NordFinanz Bank AG und wurde 1927 in der Hansestadt Bremen gegründet.[3] Sie betreibt heute hauptsächlich das Einlagengeschäft und die Finanzierung von Working Capital.[4]
Geschichte
Greensill Bank seit 2014
Anfang 2014 erwarb die britische Beteiligungsgesellschaft Greensill Capital Ltd. (UK) mit Sitz in London 80 % der Geschäftsanteile der NordFinanz Bank AG. Im Oktober 2014 erfolgte die Umfirmierung von der NordFinanz Bank AG in Greensill Bank AG.[5] Im Zuge dieser Umfirmierung fand auch eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells statt. Statt klassischer Finanzprodukte wurde das Einlagen- sowie Factoring/Reverse-Factoring-Geschäft forciert und ausgebaut. Die Bilanzsumme betrug 2018 665 Mio. EUR.[6] Die von der Greensill Capital (UK) Ltd. an der Greensill Bank AG gehaltene Beteiligung von 100 % wurde am 14. Dezember 2018 auf die Greensill Capital Pty Limited, Australia (GCAU) übertragen.[7]
Die Greensill Bank AG konzentriert sich heute mit ihrem Geschäftsmodell innerhalb der Greensill-Gruppe auf die teilweise Refinanzierung für einzelne Engagements aus den Geschäftsfeldern der Gruppe, welche hauptsächlich im Geschäftsfeld der Working Capital Solutions angesiedelt sind.[8]
1927 bis 2014
Die NordFinanz Bank AG (kurz NF Bank) war ein privates deutsches Kreditinstitut, welches bis Oktober 2014 agierte.[9]
Gegründet wurde sie 1927 mit dem Gesellschaftszweck, die Finanzierung von „…Kraftwagen und Transportmitteln sowie….nach Ermessen des Aufsichtsrates aller damit in Verbindung stehender Geschäfte.“ zu übernehmen.[2]
Laut Gesellschaftsvertrag von 1927 betrug das Grundkapital 200.000 RM. Als Gesellschafter der Aktiengesellschaft fungierten: Friedrich Georg Johannes Müller, Edmund Karl Emil Louis Rehrkorn, Johannes Tilman Gromme, Otto Meyer und Hermann Diedrich Leverenz. Den Aufsichtsrat bildeten: Karl Theodor Arnold, Carl-Julius Johannes Brabant, Alfons Eßlinger, Christoph Johannes Baßmer und Alfred Meyer.
Die Gründung war in der Zeit der Weimarer Republik und erfolgte nach der großen Inflation. 1938 wurde in der Schweiz die gleichnamige Nordfinanz Bank in Zürich gegründet, die mit dem Bremer Institut nicht in Verbindung stand. Deren Bankgeschäft wurde 1964 von skandinavischen Handelsbanken wieder aufgenommen und bis 1995 in Zürich fortgeführt, dann wurde es von der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée aufgekauft[10] und als Vermögensverwaltungsbank noch bis 2002 fortgeführt.[11]
Die Bremer NordFinanz Bank AG entwickelte nach der Währungsreform 1948 eine neue Geschäftstätigkeit und war vorwiegend im Konsumentenkreditgeschäft engagiert.[12]
1949 die Geschäftstätigkeit auf Konsumentenkredite ausgeweitet. 1956 wurden die Aktien durch die Sparkasse Bremen und die Bremer Landesbank übernommen und des Grundkapitals auf 500.000 D-Mark erhöht.[13]
1962 erwarb sie Anteile der Boteck Finanzierungen GmbH die später übernommen wurde. 1964 wurden die Aktivität Factoring aufgenommen. 1971 fand die Auslagerung des Geschäftsfeldes Factoring und die Gründung der Factoring Bank statt. Das Grundkapitals wurde 1973 auf 5.000.000 D-Mark erhöht. 1980 erfolgte der Verkauf der Factoring Bank an die Girozentralen. Die Factoring Bank fungiert bis heute unter dem Namen Deutsche Factoring Bank AG.
1984 wurde die NF Leasing GmbH durch die NF AG gegründet. 1988 verkauften die Sparkasse Bremen und Bremer Landesbank ihre Anteile an den Investor Magnus v. Kühlmann und die HC Finanz und Beteiligungs AG Luzern. Das Grundkapital erhöhte sich auf 7.000.000 D-Mark.[14] Die NordFinanz Bank AG wurde 1989 durch die Wünsche AG aus Hamburg übernommen. 1994 übernahm der Investor Benedict Symeonidis für 38 Mio. D-Mark die Bank und 1996 mehrere Privatinvestoren. 2000 erwarb die Garant Schuh + Mode AG eine Mehrheit an der NF AG. 2007 wurde Eclear aus Großbritannien neuer Eigentümer und das Eigenkapitals auf 15.375.000 D-Mark erhöht. 2010 wurde sie an Hawk Finance verkauft. Das Geschäftsfeldes Factoring wurde wieder aufgenommen. Im Rahmen einer Sanierung beteiligt sich 2014 die Greensill Capital UK zu 80 % an der Bank. NF-Leasing wurde an die Nürnberger Leasing verkauft.
Geschäftstätigkeit
Geschäftstätigkeit seit 2014
Mit der Umfirmierung von der NordFinanz Bank AG zur Greensill Bank AG änderte sich auch die Geschäftsausrichtung des Instituts. Ausgestattet mit einer Vollbanklizenz, fokussiert sich die Bank auf das Einlagengeschäft sowie die Finanzierung von Unternehmenslieferketten (Supply Chain Finance). [1] Im Rahmen des Einlagengeschäfts liegt der Fokus der Bank auf kurz- und mittelfristig fällige Termingelder (Festgeldkonten), die für Privatkunden Anlagemöglichkeiten in EUR als auch USD bieten.[2]
Ein weiteres Standbein bildet der Ankauf von unterschiedlichen Forderungstypen, die in den Lieferketten von Unternehmen entstehen. Das Geschäft der Supply Chain Finance (Lieferkettenfinanzierung) und Working Capital Solutions wird gemeinsam mit der Greensill Gruppe betrieben.[3] Bei der Finanzierung von Working Capital gehört die Greensill Gruppe als Anbieter für solche Lösungen zu den weltweiten Marktführern.
Mit dieser eingeschlagenen Strategie konnte die Greensill Bank AG in dem Zeitraum von 2014 bis 2019 wachsen und ihre Bilanzsumme und Mitarbeiteranzahl ausbauen.
Geschäftstätigkeit bis 2014
Die 1927 gegründete Nord Finanz AG war anfänglich im Bereich der KFZ-Finanzierung tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich die Bank und baute das Geschäft in Richtung Konsumentenkredite weiter aus. 1964 kam das Factoring Geschäft hinzu; weitere Geschäftsfelder folgten. 1989 verfügt die Bank über eine Vollbankenkonzession.
1995 hatte sich die Bilanzsumme der Bank innerhalb von fünf Jahren verdreifacht, das Eigenkapital verdoppelt. Die Hauptgeschäftsfelder in dieser Zeit waren kurz- und mittelfristige Investitionskredite für mittelständische Unternehmen, das Leasinggeschäft im Bereich von Maschinen und Kraftfahrzeugen, Konsumentenkredite.
Die zahlreichen Eigentümerwechsel nach 1995 und die allgemeinen Veränderungen im Bankumfeld führten schließlich dazu, das 2014 80 % der Bankanteile von der Greensill Capital UK übernommen wurden und im Rahmen einer Sanierung der defizitären Bank der Name Nord Finanz Bank AG schließlich verschwand.
In der im Juni 2014 festgelegten Strategie der neuen Aktionäre wurden alle Altprodukte in einen Abwicklungsbestand überführt und das Geschäft der drei Tochtergesellschaften NF-Leasing GmbH, NF-Vermögensverwaltung GmbH und J. T. Beteiligungs-GmbH, alle in Bremen ansässig konsolidiert. Eine aktive Marktbearbeitung für alle Altprodukte fand schon seit Anfang 2014 nicht mehr statt. Die bundesweiten Geschäftsstellen mussten schon vor 2014 geschlossen werden
Heute gehört die ehemalige NordFinanz Bank AG zu 100 % der Greensill-Gruppe und firmiert unter dem Namen Greensill Bank AG.
Die Greensill Bank AG konzentriert sich heute mit ihrem Geschäftsmodell innerhalb der Greensill-Gruppe auf die teilweise Refinanzierung für einzelne Engagements aus den Geschäftsfeldern der Gruppe, welche hauptsächlich im Geschäftsfeld der Working Capital Solutions angesiedelt sind.[15]
Kennzahlen
| Geschäftsjahr | 2019 | 2018 | 2017 |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 665 Mio. EUR | 337 Mio. EUR | |
| Mitarbeiter | 61 | 58 | |
| Eigenkapital* | 72 Mio. EUR | 33 Mio. EUR |
* einschließlich nachrangiger Verbindlichkeiten sowie deren abgegrenzter Zinsen Aktionärsstruktur.[16]
Niederlassungen
Die Greensill Bank AG unterhielt im Geschäftsjahr 2018 keine rechtlich unselbständigen oder selbständigen Niederlassungen.[16] In der Vergangenheit verfügte die Bank unter der Firmierung NordFinanz Bank AG über Geschäftsstellen in Hamburg, Hannover, Düsseldorf, München, Leipzig und Oldenburg, welche in den Jahren vor 2014 sukzessive geschlossen wurden.
Mitgliedschaften
Die Bank ist dem Bundesverband deutscher Banken e. V., Berlin, sowie dem Prüfungsverband deutscher Banken e. V., Köln, und damit dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen. Die Bank ist ferner Mitglied in der Vereinigung für Bankbetriebsorganisation e. V. (vbo), Frankfurt und dem Deutschen Factoring-Verband e.V., Berlin.[16]
Technik
Die Greensill Bank AG ist dem genossenschaftlichen Rechenzentrum der Fiducia & GAD IT angeschlossen und nutzt als Kernbankensystem deren Software agree21.
Weblinks
- Website der Greensill Bank AG
- Greensill Bank in der Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Einzelnachweise
- ↑ a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
- ↑ Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 im Bundesanzeiger, Recherche unter http://www.bundesanzeiger.de/
- ↑ Recherche im Handelsregister des Amtsgerichts Bremen HRB 4088 unter http://www.handelsregister.de
- ↑ What We Do. Abgerufen am 18. März 2019 (amerikanisches Englisch)
- ↑ thebanks.eu
- ↑ Bundesanzeiger
- ↑ Handelsregister des Amtsgerichts Bremen HRB 4088 unter [1]
- ↑ What We Do. Abgerufen am 18. März 2019 (Englisch)
- ↑ [1]
- ↑ [5]
- ↑ [6]
- ↑ [1]
- ↑ [3]
- ↑ [9]
- ↑ Weser Kurier vom 21. April 1995
- ↑ a b c Recherche unter http://www.bundesanzeiger.de
Koordinaten: 53° 4′ 39,1″ N, 8° 48′ 7,6″ O