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Benutzer Diskussion:Minoo und Nuklearkatastrophe von Fukushima: Unterschied zwischen den Seiten

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{{Anker|FotoRauch}}
== [[Sati]] ==
[[Datei:Fukushima I by Digital Globe B.jpg|mini|310px|Satellitenfoto der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach links) am 16. März 2011 nach mehreren Explosionen und Bränden]]
[[Datei:Satellitenfotos des japanischen Katastrophengebietes nach dem Tsunami 2011.jpg|mini|310px|[[Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt]] (DLR): Vergleichende [[Satellitenfoto]]s des Katastrophengebiets vor und nach dem [[Tsunami |Tsunami]] infolge des „[[Tōhoku-Erdbeben 2011|Tōhoku-Erdbebens]]“: Ein Küstenausschnitt nahe [[Iwanuma]] südlich [[Sendai]] in der [[Präfektur Miyagi]] (nördlich angrenzend an die [[Präfektur Fukushima]]).<ref>[[dlr.de]], : [http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10460/685_read-759/year-all/#/gallery/1534 ''DLR veröffentlicht Satellitenbilder des japanischen Katastrophengebiets''] (23. Dezember 2016)</ref>]]
Als '''Nuklearkatastrophe von Fukushima''' wird eine Reihe katastrophaler Unfälle und schwerer [[Störfall|Störfälle]] ab dem 11. März 2011 im [[japan]]ischen [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi]] ''(Fukushima&nbsp;I)'' in [[Ōkuma (Fukushima)|Ōkuma]] bezeichnet. Die Katastrophe erreichte auf der siebenstufigen INES-Skala ([[Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse]]) die höchste Stufe 7.


== Einschätzung der Emission radioaktiver Stoffe ==
Hallo Minoo und willkommen in der Wikipedia :)
Die Unfallserie begann am [[März 2011#Freitag, 11. März|11.&nbsp;März 2011]] um 14:47&nbsp;Uhr (Ortszeit) mit dem [[Tōhoku-Erdbeben 2011|Tōhoku-Erdbeben]] und dem darauf folgenden [[Tsunami]], die beide als Auslöser der Katastrophe gelten. Sie nahm gleichzeitig in vier von sechs [[Kraftwerksblock|Reaktorblöcken]] ihren verhängnisvollen Verlauf. In Block&nbsp;1, 2 und 3 kam es zur [[Kernschmelze]]. Es gab Explosionen in drei Reaktorblöcken, sowie einen Brand in einem [[Abklingbecken]]. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt. Bei der Freisetzung des Caesium-Isotops Cs-137 geben manche Quellen 36 PBq [[Caesium#Isotope|Cs-137]] an,<ref name="stohl2012">[http://www.atmos-chem-phys.net/12/2313/2012/acp-12-2313-2012.pdf ''Xenon-133 and caesium-137 releases into the atmosphere from the Fukushima Dai-ichi nuclear power plant: determination of the source term, atmospheric dispersion, and deposition''] (PDF; 2,5&nbsp;MB) Stohl &al., Atmos.Chem.Phys. 12, 2313–2343, 2012</ref> das wären ca. 42 % der Cs-137 [[Emission (Umwelt)|Emission]] von [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl|Tschernobyl]].<ref name="nea2002">[[Nuclear Energy Agency|NEA]]:[https://www.oecd-nea.org/rp/chernobyl/c02.html The release, dispersion and deposition of radionuclides] 2002 Update of Chernobyl: Ten Years On</ref> Andere Quellen schätzen 50 bis 80&nbsp;PBq, das wäre in etwa so viel wie bei Tschernobyl.<ref>{{Internetquelle |url=https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/29/fukushima-usa-behindern-messung-von-radioaktivem-niederschlag/ |titel=Fukushima: USA behindern Messung von radioaktivem Niederschlag |zugriff=2017-03-20 |hrsg=Deutschen Wirtschafts Nachrichten |datum=2014-01-29}}</ref> Diese Schätzungen betreffen hauptsächlich die [[Kontamination (Radioaktivität)|Kontamination]] der Luft und des Bodens. Zur Abgabe in den Pazifischen Ozean gibt es bisher keine zuverlässigen Studien. Wahrscheinlich liegen die totalen Werte weitaus höher.<ref>Katsuya Hirano und Hirotaka Kasai: Interview with Koide Hiroaki, The Fukushima Nuclear Disaster is a Serious Crime, The Asia-Pacific Journal, March 8, 2016, Volume 14, Issue 6, abgerufen am 20. März 2017 auf: http://apjjf.org//2016/06/Hirano.html</ref>
Ich habe deine Anmerkung zu Sati in der Diskussion aufgegriffen, denke aber wie Durga, dass Präsenz nicht gerechtfertigt ist. Das ist auch in der aktuellen Literatur unüblich. Ich habe daher die Umstellung rückgängig gemacht. Schau doch mal ob mein Vorschlag dir passen würde.
Grüße --[[Benutzer:PaulBommel|PaulBommel]] 11:45, 25. Feb. 2009 (CET)


== Evakuierungsmaßnahmen ==
:Danke für die Umsetzung des Vorschlags, ich habe das noch ein bisschen nachgebessert und denke, der Abschnitt über Witwenverbrennungen heute ist schonmal ein guter Ansatz. Ich habe einen Kommentar zu deinen letzten Änderungen geschrieben, wäre dankbar wenn du dich dazu äußerst. --[[Benutzer:PaulBommel|PaulBommel]] 10:35, 1. Mär. 2009 (CET)
Ungefähr 170.000 Einwohner wurden aus den betroffenen Gebieten [[Evakuierung|evakuiert]], darunter etwa 20.000 auf freiwilliger Basis. Untersuchungen ergaben, dass unter den Umgesiedelten die [[Psychische Störung|psychischen Störungen]] um etwa den Faktor&nbsp;5 höher lagen als im japanischen Durchschnitt. Unter evakuierten Senioren stieg die [[Mortalität]]srate in den ersten drei Monaten nach dem Unfall um den Faktor&nbsp;3 an und stagnierte schließlich beim 1,5-fachen des Wertes vor der Katastrophe.<ref name="Hasegawa">{{Literatur |Autor=Hasegawa et al. |Titel=[http://press.thelancet.com/nuclear2.pdf From Hiroshima and Nagasaki to Fukushima 2. Health effects of radiation and other health problems in the aftermath of nuclear accidents, with an emphasis on Fukushima] |Sammelwerk=[[The Lancet]] |Band=386 |Nummer=9992 |Datum=2015 |Seiten=479–488 |DOI=10.1016/S0140-6736(15)61106-0}}</ref> Hunderttausende in landwirtschaftlichen Betrieben zurückgelassene Tiere verendeten.<ref name="jaif_61">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303551585P.pdf | webciteID=5yAJOwAQo | text=''Earthquake Report – No.&nbsp;61: 18:00, April 23''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23.&nbsp;April 2011 (PDF; 69&nbsp;kB)</ref>


== Todesopfer und Krebserkrankungen ==
Der erste offiziell vom japanischen Staat anerkannte [[Leukämie]]-Fall bei einem Arbeiter, der direkt auf die Verstrahlung zurückzuführen ist, erfolgte im Jahr 2015.<ref>Der Spiegel: ''Erster Krebsfall durch Fukushima-Unfall offiziell bestätigt'', 21.10.2015, abgerufen am 3. Mai 2017 auf: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/fukushima-krebserkrankung-durch-atomunfall-bestaetigt-a-1058641.html</ref> Anfang September 2018 wurde vom japanischen Gesundheitsministerium ein erster Todesfall als Folge des Reaktorunglücks anerkannt und finanziell kompensiert. Es handelte sich um einen über 50-jährigen ehemaligen Angestellten, bei dem 2016 [[Lungenkrebs]] diagnostiziert wurde und welcher 2018 starb. Dieser war mindestens zweimal mit Strahlenmessungen am Unglücksort kurz nach der Kernschmelze beschäftigt, wobei er Atemschutz und Schutzkleidung trug. Zuvor hatte das Ministerium bereits bei vier anderen Arbeitern strahlungsbedingte (aber bisher nichttödliche) Erkrankungen attestiert. Außerdem hatte das Reaktorunglück die Evakuierung von Patienten eines nahe gelegenen Krankenhauses erzwungen, von denen 40 später möglicherweise umzugsbedingt starben.<ref name="BBC2018Sept">{{Internetquelle |url=https://www.bbc.co.uk/news/world-asia-45423575 |titel=Fukushima nuclear disaster: Japan confirms first worker death from radiation |werk=www.bbc.co.uk |datum=2018 |zugriff=2018-09-07 |sprache=en}}</ref><ref>[https://kurier.at/chronik/welt/fukushima-der-erste-mensch-ist-gestorben/400110248 ''Fukushima: Der erste Mensch ist gestorben''] In: kurier.at, 6. September 2018, abgerufen am 6. September 2018.</ref>


<!-- Der erste anerkannte Leukämiefall ist verstorben, vgl. Quelle, also gelöscht: "Während es keine direkten Todesopfer durch den Reaktorunfall gegeben hat.<ref>[http://www.zeit.de/wissen/2016-02/fukushima-jahrestag-atomkraft-tsunami Fukushima-Jahrestag: Der Super-GAU in den Köpfen], Bericht der deutschen Wochenzeitung [[Die Zeit]] vom 11. März 2016, abgerufen am 30. Juli 2017</ref> -->Die Zahl der „direkten“ oder „indirekten“ Todesopfer wird sehr unterschiedlich - je nach Interessengruppe - bewertet. Laut dem Schweizer ''Nuklearforum'' sind bis 2017 keine „strahlenbedingten Erkrankungen oder gar Todesfälle aufgetreten“.<ref>Nuklearforum: ''Fukushima sechs Jahre nach dem Unfall'', abgerufen am 3. Mai 2017 auf: http://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/medien/medienmitteilungen/fukushima-sechs-jahre-nach-dem-unfall</ref> <!-- Die Studie der WHO basiert auf alten Daten, sie ist für aktuelle Aussagen nicht mehr relevant. Aktueller und sehr viel präziser ist die Studie der IPPNW aus dem Jahr 2016. Bitte die Ergebnisse dieser Studie einarbeiten! Daher wurde der Text entfernt: „Der Studie steht auch ein 2013 veröffentlichter Risikobericht der [[Weltgesundheitsorganisation]] WHO entgegen, die davon ausgeht, dass die gesundheitlichen Schäden durch die Strahlung kaum erkennbar sein werden und vielmehr psychische Krankheiten als Risiko ausmacht. Lediglich für die Menschen in den stark kontaminierten benachbarten Städten [[Namie (Fukushima)|Namie]] und [[Iitate (Fukushima)|Iitate]] geht die WHO wegen vor der Evakuierung erhaltenen Dosen von einem leicht erhöhten Krebsrisiko aus.<ref>[http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-02/fukushima-langzeitfolgen-radioaktivitaet-psyche-tschernobyl Fukushima-Die Strahlung ist nicht das Schlimmste], Bericht in der Tageszeitung [[DIE ZEIT]] vom 28. Februar 2013, abgerufen am 29. Jul 2017</ref> --> Eine japanische Tageszeitung kommt 2015 auf 1.232 Tote, von denen zwar keiner unmittelbar auf den Reaktorunfall zurückzuführen ist, aber bei denen es sich um [[Suizid]]e und um Folgen der gesundheitlichen Auswirkungen des harten Lebens in den provisorischen Behelfsunterkünften handele.<ref>Bericht in der Tageszeitung Tokyo Shimbun, hier zitiert nach der Neuen Zürcher Zeitung: ''Todesfälle infolge der Atomkatastrophe in Japan'', Bericht in der NZZ vom 10. Mai 2015, abgerufen am 3. Mai 2017 auf: https://www.nzz.ch/panorama/ungluecksfaelle-und-verbrechen/todesfaelle-infolge-der-katastrophe-in-japan-1.18499005</ref>
== Vorschaufunktion ==
<div style="float:right; padding-left:0.5em;">[[Bild:Bildvorschau.png|300px|Vorschau-Button]]</div>


Seit 2011 werden bei Kindern in Japan zunehmend Erkrankungen an der [[Schilddrüse]] oder [[Schilddrüsenkrebs]] festgestellt.<!-- Nachsatz löschen, Begründung: Ein medizinisch wichtiger Fakt in diesem Zusammenhang ist, dass Schilddrüsenkrebs bei Kindern ohne eine radioaktive Belastung generell nicht vorkommt, dieser Nachsatz ist gezielte Irreführung, also löschen: was von einem Teil der Experten auf den Reaktorunfall und vom japanischen Staat und von einem anderen Teil der Experten auf die nach dem Reaktorunfall durchgeführten Massenuntersuchungen zurückgeführt wird. --><ref>TAZ: ''Sechs Jahre nach dem GAU in Fukushima - Zufällig Schilddrüsenkrebs'', abgerufen am 3. Mai 2017 auf: http://www.taz.de/!5387577/</ref> Ein im März 2018 veröffentlichter Bericht der Organisation [[IPPNW|Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges]] kommt auf bisher 194 bestätigte Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern. In ganz Fukushima gab es 2017 mit statistisch 13,4 Fällen Schilddrüsenkrebs pro 100.000 Kinder pro Jahr eine deutliche Zunahme im Vergleich zur Zeit vor der Katastrophe. „Zur Erinnerung: die übliche Inzidenz von kindlichem Schilddrüsenkrebs lag in Japan vor Fukushima bei 0,35 Fällen pro 100.000 Kindern pro Jahr.“ (Zitat IPPNW-Report März 2018)<ref>IPPNW-Report: ''Schilddrüsenkrebs in Fukushima 7 Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe'', abgerufen 22. März 2018 auf: http://www.ippnw.de/atomenergie/gesundheit/artikel/de/schilddruesenkrebs-in-fukushima-7-ja.html</ref> Dies bedeutet, dass Schilddrüsenkrebsdiagnosen bei Kindern in Fukushima um mehr als das 38fache zugenommen haben. Allerdings kommt der deutsche Radioökologe Georg Steinhauser zu einem ganz anderen Ergebnis. Es sei medizinisch nicht zu erklären, warum bereits wenige Jahre nach der Freisetzung der Radioaktivität erhöhte Schilddrüsenkrebsfälle gemessen wurden, da nach den Erfahrungen von Tschernobyl ein vielfaches an Zeit dafür notwendig wäre. Er erklärt dies als Artefakt des Screenings, bei dem anders als in der bisherigen Statistik auch solche Fälle aufgeführt werden, die ohne das Screening nicht aufgefallen wären, da sie ein Leben lang beschwerdelos bleiben.<ref>{{Literatur |Autor=Sven Stockrahm |Titel=Fukushima: "Die Menschheit wird nach Fukushima zurückkehren" |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=2017-03-11 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/wissen/2017-03/fukushima-akw-strahlen-radioaktivitaet-jahrestag-georg-steinhauser/komplettansicht |Abruf=2019-01-27}}</ref> Eine sichere Prognose bezüglich der Zunahme bösartiger Schilddrüsenkarzinome bei Kindern und Jugendlichen ist generell derzeit noch kaum möglich.<ref>{{Internetquelle |autor=Sven Stockrahm und Dagny Lüdemann |url=https://www.zeit.de/wissen/2016-02/fukushima-jahrestag-atomkraft-tsunami |titel=Fukushima-Jahrestag: Der Super-GAU in den Köpfen |werk=zeit.de |hrsg=Zeit Online GmbH |datum=2016-03-11 |zugriff=2018-12-25 |sprache=de}}</ref> Ein IPPNW-Report aus dem Jahr 2016 schätzt bis zu 66.000 zusätzliche Krebsfälle bei der Gesamtbevölkerung in Japan infolge der Katastrophe.<ref>IPPNW-Report: ''30 Jahre Leben mit Tschernobyl, 5 Jahre Leben mit Fukushima - Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima'', Februar 2016, Seiten 67 bis 71, abrufbar auf: http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/IPPNW_Report_T30_F5_Folgen_web.pdf</ref> Der Arzt Alex Rosen berichtet 2017 von dokumentierten Fällen, in denen die Fukushima Medical University betroffene Kinder in andere Krankenhäuser überweist und dadurch von der offiziellen Statistik ausschließt.<ref>{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20170806141701/http://www.fukushima-disaster.de/deutsche-information/super-gau/artikel/122fbc40ecec88b6e754429a4c8bb47d/der-fall-des-verlorenen-schilddruese.html |titel=Super-GAU {{!}} Fukushima Desaster |datum=2017-08-06 |zugriff=2019-01-27}}</ref><!-- Der Kommentar der japanischen Regierung dazu ist eine Verfälschung und bewusste Verharmlosung von Tatsachen: Schilddrüsenkrebs kommt bei Kindern niemals in der dokumentierten Häufung vor. Deshalb wurde dieser Textabschnitt wieder herausgenommen: „Die japanischen Behörden erklärten die Häufung von bei Kindern unüblichem Schilddrüsenkrebs als Folge der nach dem Reaktorunfall durchgeführten Massenuntersuchungen, bei denen Tumoren entdeckt worden seien, die sonst nie gefunden worden wären.“--> <!-- Das ist in diesem Abschnitt nicht relevant! Text entfernt: „Eine im Dezember 2016 im ''Journal of Radiological Protection'' veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Fukushima Medical University und der Universität Tokio auf Basis der nach dem Reaktorunfall an die Bevölkerung im Umkreis der Reaktors verteilten [[Dosimeter]] stellte fest, dass die unmittelbar auf die Bewohner eingewirkte Strahlenbelastung erheblich unter dem Wert lag, der von der japanischen Regierung erwartet worden war.<ref>[http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1361-6498/37/1/1/meta;jsessionid=D33D797894E070066C6467BD0FF45057.c1.iopscience.cld.iop.org Makoto Miyazaki and Ryugo Hayano: Individual external dose monitoring of all citizens of Date City by passive dosimeter 5 to 51 months after the Fukushima NPP accident (series): 1. Comparison of individual dose with ambient dose rate monitored by aircraft surveys], veröffentlicht im Jourmal of Radiological Protection am 6. Dezember 2016, Jahrgang 37, Ausgabe 1, abgerufen am 30. Juli 2017</ref><ref>[https://www.welt.de/wissenschaft/article161589102/Anwohner-viel-weniger-verstrahlt-als-gedacht.html Anwohner viel weniger verstrahlt als gedacht] Bericht auf der Internetseite der Tageszeitung [[DIE WELT]] vom 27. Januar 2017, abgerufen am 30. Juli 2017</ref>-->
Hallo, mir ist aufgefallen, dass du kurz hintereinander mehrere kleine Bearbeitungen am selben Artikel vorgenommen hast. Es wäre schön, wenn du in Zukunft die [[Hilfe:Seite bearbeiten#Vorschau und Speichern|Vorschaufunktion]] benutzen würdest (siehe Bild), da bei jeder Speicherung der komplette Artikel einzeln in der Datenbank gespeichert wird. So bleibt die [[Hilfe:Versionen|Versionsgeschichte]] für die Artikel übersichtlich, und die Server werden in punkto Zugriffszahl entlastet.


== Stilllegung des Kraftwerks und Entsorgung der radioaktiven Stoffe ==
Viele Grüße, [[Benutzer:Sa-se|Sa]]-[[Benutzer Diskussion:Sa-se|se]] 16:59, 7. Mär. 2009 (CET)
Vier von sechs Reaktorblöcken des Kraftwerks wurden durch die Unfälle zerstört.<ref name="kyodo-2011-03-30-aufgabe">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/82069.html | webciteID=5xntVg5Pk | text=''Tokyo Electric to scrap 4 reactors at crippled nuclear plant''}} (englisch). Kyodo News, 9.&nbsp;April 2011.</ref> Die beiden verbliebenen Blöcke 5 und 6 werden auf Anordnung von Ministerpräsident [[Shinzō Abe|Abe]] endgültig stillgelegt.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/politik/atomkraft-in-japan-regierung-ordnet-komplette-stilllegung-von-fukushima-an-1.1774928 ''Regierung ordnet komplette Stilllegung von Fukushima an.''] In: ''[[Süddeutsche Zeitung]],'' 19. September 2013. Abgerufen am 1. November 2013.</ref> Die Entsorgungsarbeiten werden voraussichtlich 30 bis 40 Jahre dauern,<ref>[http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/roadmap/images/t120730_01-e.pdf ''Mid-and-long-Term Roadmap towards the Decommissioning of Fukushima Daiichi Nuclear Power Units 1-4, TEPCO (Digest Version)''] (englisch, pdf; 275&nbsp;kB). Tepco 30.&nbsp;Juli 2012</ref> die Kosten der Katastrophe werden auf über 150 Mrd. Euro ([[Frankfurter Allgemeine Zeitung]])<ref name="FAZ Kosten" /> bzw. ca. 187 Mrd. Euro ([[Focus]]/[[n-tv]])<ref name="Focus Kosten">[http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/einheitliche-versicherung-oettinger-fordert-haftpflicht-fuer-atomkraftwerke_aid_1144864.html ''Einheitliche Versicherung. Oettinger fordert Haftpflicht für Atomkraftwerke''.] In: ''[[Focus]],'' 31. Oktober 2013. Abgerufen am 3. November 2013.</ref><ref name="n-tv Kosten">[http://www.n-tv.de/politik/Oettinger-besiegelt-das-Ende-der-Kernkraft-article11644226.html ''EU-Kommissar fordert europaweite Versicherungspflicht. Oettinger besiegelt das Ende der Kernkraft.''] In: ''[[n-tv]],'' 31. Oktober 2013. Abgerufen am 3. November 2013.</ref> geschätzt. Nach der Katastrophe stieg die Skepsis gegenüber der zivilen Nutzung der [[Kernenergie]].<ref name="gallup-studie" /> Mehrere Länder gaben ihre Kernenergieprogramme auf. Die [[Japanisches Kabinett|japanische Regierung]] selbst beschloss Mitte September 2012 den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2040,<ref name="focus atomausstieg" /> schränkte diesen aber nach Protesten seitens der [[Wirtschaft Japans|Wirtschaft]] wieder ein.<ref name="zeit ausstiegrücknahme" /> Letztlich war Japan durch diese Nuklearkatastrophe nur etwa zwei Monate ohne Atomreaktorbetrieb, weil es nach der letzten diesbezüglichen Abschaltung eines Reaktors Anfang Mai 2012 schon Anfang Juli desselben Jahres wieder einen Reaktor in Betrieb nahm.


== Diskussionsseiten ==
== Informationsquellen ==
Der Großteil der verfügbaren Informationen über die Vorgänge auf dem Kraftwerksgelände stammt direkt oder indirekt von der Betreibergesellschaft [[Tepco|Tokyo Electric Power Company]] (Tepco). Veröffentlicht wurden sie teils direkt von Tepco im Internet und auf Pressekonferenzen, teils über regelmäßige Berichte beziehungsweise Pressekonferenzen der [[Japanische Atomaufsichtsbehörde|japanischen Atomaufsichtsbehörde]] (NISA), des übergeordneten Wirtschaftsministeriums ([[METI]]) und des Regierungssprechers. Die japanische Regierung war am Krisenstab in der Tepco-Firmenzentrale beteiligt. Die NISA war mit eigenen Experten vor Ort, die jedoch keine Messungen vornahmen, sondern nur die Angaben des Betreibers auf Plausibilität prüften.<ref>{{Internetquelle| url=http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1638278/ | zugriff=2018-03-22| titel=''Tepco wehrt sich gegen Verstaatlichung''}}. Deutschlandfunk, 27.&nbsp;Dezember 1011.</ref>


Das [[Japan Atomic Industrial Forum|Japanische Atomindustrie-Forum]] (JAIF) veröffentlichte auf seiner Website mehrfach täglich Statusberichte zur Lage im Kraftwerk und zu weiteren Vorgängen im Zusammenhang mit den Unfällen.
Hi Minoo! Wenn du dich näher mit den Diskussionsseiten außeinandersetzen möchtest, lies doch mal [[Wikipedia:Diskussionsseiten]]. Jedenfalls solltest du nichts von diesen Seiten löschen, allenfalls archivieren ([[Hilfe:Archivieren]]), es sei denn natürlich, jemand schreibt Beleidigungen oder ähnliches. Um darzustellen, dass ein Thema erledigt ist, kannst du einfach ''erl.'' drunterschreiben. Viel Spaß noch :) --[[Benutzer:Martiny|Martiny]] 17:50, 19. Mär. 2009 (CET)


Zu den wenigen von Tepco unabhängigen, öffentlich verfügbaren Informationen vom Kraftwerksgelände gehören Aufnahmen und Messungen, die von außerhalb gemacht wurden, zum Beispiel Luftaufnahmen<ref name="aps-fotos">{{Internetquelle| url=http://cryptome.org/eyeball/daiichi-npp/daiichi-photos.htm | zugriff=2018-03-22| titel=''Fukushima Daiichi Nuclear Plant Hi-Res Photos''}} (englisch). Cryptome, 31.&nbsp;März 2011. Mit roter [[Autobetonpumpe]] zur Wasserkühlung von Block&nbsp;4; Bild&nbsp;3 seitenverkehrt.</ref> und Satellitenbilder, sonstige Foto- und Videoaufnahmen und Strahlungsmessdaten [[Unbemanntes Luftfahrzeug|unbemannter]] US-amerikanischer Aufklärungsflugzeuge. Hinzu kommen Berichte von Mitarbeitern am Kraftwerk.
== [[Benutzer_Diskussion:Olaf_g]] ==
Hab Deine Anfrage von meiner Benutzer- auf meine Diskussionsseite verschoben - und beantwortet. Nur falls Du es nicht mehr findest :-) Äh, und tut mir leid, dass ich meine Meinung ständig ändere. Gruß --[[Benutzer:Olaf g|Olaf g]] 15:21, 20. Mär. 2009 (CET)


Aus der weiteren Umgebung in Japan sind Messwerte von verschiedenen Quellen verfügbar, zum Beispiel von staatlichen Stellen wie dem [[Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (Japan)|japanischen Kultus- und Technologieministerium]] (MEXT), dem [[Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales|Gesundheitsministerium]] (MHLW) und dem nach Ausrufung des nuklearen Notstands eingerichteten Katastrophenschutzkommando,<ref name="mhlw-2011-03-23">{{Internetquelle| url=http://www.mhlw.go.jp/english/topics/2011eq/dl/march_23_01.pdf | zugriff=2018-03-22| titel=''Detection of radioactive materials in tap water in Fukushima Prefecture and Tokyo''}} (englisch, pdf). Japanisches Gesundheitsministerium, 23.&nbsp;März 2011 (PDF; 195&nbsp;kB).</ref> von regionalen Behörden und Organisationen, von Privatpersonen und von internationalen Beobachtern.
Sorry, hab' mich vertan. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 15:31, 20. Mär. 2009 (CET)
:Kein Problem; vielleicht sollte ich das Design meiner Benutzerseite anpassen.--[[Benutzer:Olaf g|Olaf g]] 17:28, 20. Mär. 2009 (CET)


Die deutsche [[Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit]] (GRS) sammelt und bewertet im Auftrag des [[Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit|Bundesumweltministeriums]] Informationen zu den Unfällen und stützt sich dabei auf die oben genannten Quellen. Auch die [[Internationale Atomenergie-Organisation]] (IAEO) und viele weitere Fachorganisationen und -publikationen werten die Daten aus Japan aus und berichten regelmäßig darüber.
== [[Roop Kanwar]] ==


Weltweit veröffentlichten Organisationen wie die IAEO, die [[Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen]] (CTBTO) und die [[Environmental Protection Agency]] Daten ihrer empfindlichen Messstellen zur Verbreitung der radioaktiven Partikel aus [[Fukushima (Fukushima)|Fukushima]].
Hallo Minoo, was sollte der Revert auf [[Roop Kanwar]] (wohlbemerkt 1,5 Monate nach meiner Mini-Überarbeitung)? Hast du dir den Artikel jetzt mal angeguckt? Es sind wieder kaputte Referenzen drin und du siehst da angeblich "keine Verbesserung"?! Zudem habe ich mir Mühe gegeben, die Fußnoten wirklich zu lesen und entsprechend anzupassen. Sorry aber dein Revert erscheint mir recht unqualifiziert. --[[Benutzer:PaulBommel|PaulBommel]] 15:49, 30. Aug. 2009 (CEST)


Tepco, die japanische Regierung, die IAEO und eine von der [[Kabinett Kan (2. Umbildung)|Regierung Kan]] eingesetzte Expertenkommission<ref>{{Webarchiv | url=http://www.japantimes.co.jp/text/nn20110608a1.html | webciteID=643af62lT | text=''Official probe begins into nuclear disaster''}} (englisch). The Japan Times, 8.&nbsp;Juni 2011.</ref> veröffentlichten erste, ausführliche Untersuchungsberichte.
Welche Referenz funktioniert denn nicht? Mein Browser zeigt mir heute alle korrekt an. Es müssen also technische Probleme sein. [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 15:57, 30. Aug. 2009 (CEST)


== Aufbau des Kraftwerks ==
: *lol* Es ist sicher kein Browser-Problem, wenn folgendes da steht: "Referenz-Fehler: Es fehlt ein schließendes </ref>.". Davon abgesehen, war der Revert auch auf inhaltlicher Ebene für mich nicht nachvollziehbar. Begründe es doch bitte. --[[Benutzer:PaulBommel|PaulBommel]] 16:02, 30. Aug. 2009 (CEST)
[[Datei:Mark I Containment.svg|mini|Aufbau eines Reaktorgebäudes mit Mark-I-Sicherheits&shy;behälter]]
{{Anker|Abklingbecken}}
{{Hauptartikel|Kernkraftwerk Fukushima Daiichi}}


Das Kernkraftwerk Fukushima I besteht aus sechs Reaktorblöcken mit je einem [[Siedewasserreaktor]]. In jedem Reaktorgebäude befindet sich neben dem [[Kernreaktor]] unter anderem ein [[Abklingbecken]] zur Zwischenlagerung verbrauchter [[Brennelement]]e.<ref name="nisa-untersuchung" /> Außerdem gibt es auf dem Kraftwerksgelände ein größeres, zentrales Abklingbecken und ein Brennelement-Trockenlager mit Spezialbehältern. An jedes Reaktorgebäude schließt sich ein weiteres Gebäude an, in dem sich die [[Turbine]]n und [[Elektrischer Generator|Generatoren]] zur Stromerzeugung sowie die Zu- und Abläufe für Kühlwasser aus dem Meer befinden.
Ein Syntax-Fehler ist ein sehr einfaches technisches Problem, das man beheben könnte, ohne Worte darüber zu verlieren.
Zur Sache: Es wurde bespielsweise der Abschnitt "Ein Jahr nach Kanwars Tod, im Jahr 1988, wurde ein Fest mit rund 3000 Teilnehmern zu Ehren der Sati Roop Kanwar gefeiert. Auch wurden Fotografien von Kanwar auf dem Scheiterhaufen in großen Stückzahlen verkauft." gelöscht. Auf dieses Fest bezieht sich aber der Prozess wegen Verherrlichung der Witwenverbrennung. [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 16:13, 30. Aug. 2009 (CEST)


Reaktoren und Abklingbecken müssen laufend gekühlt werden, auch in abgeschaltetem Zustand. In gebrauchten oder „abgebrannten“ Elementen zerfallen weiterhin Atome mit kurzer [[Halbwertszeit]], die bei der Kernspaltung entstanden sind ([[Spaltprodukt]]e). Dabei wird Wärme frei ([[Nachzerfallswärme]]), die die Brennelemente ohne ausreichende Kühlung zerstören würde. In jedem Reaktorblock gibt es daher mehrere Kühlkreisläufe, die zusätzlich [[Redundanz (Technik)|redundant]] ausgelegt sind.
: Sag mal, liest du den Artikel überhaupt? Natürlich steht das weiterhin im von mir bearbeitenden Artikel, exakt der Satz, unter "Geschehen nach der Verbrennung" ... --[[Benutzer:PaulBommel|PaulBommel]] 16:18, 30. Aug. 2009 (CEST)


== Ablauf der Unfallserie im Kraftwerk ==
Dem Fest, das Ursache des zweiten Prozess war, steht ein eigener Abschnitt zu. Neben dem unbeweisbaren Mord ist das der wichtigste Punkt an dem ganzen Artikel. Die Einleitung "Roop Kanwar war eine 18-jährige Frau ..." ist kein lexikalischer Stil.
=== Ausgangslage ===
Die Formulierung "Jedoch war die Anklage nicht imstande Zeugen, die den Vorfall bezeugten, vor Gericht zu laden." ist zwar wenig elegant, aber richtiger als die Aussage "Jedoch war die Anklage nicht imstande, Zeugen für den Vorfall vor Gericht zu laden." Da das Anzünden des Scheiterhaufens unter der lebenden Kanwar von rund 900 Personen beobachtet wurde, war die Anklage durchaus imstande Zeugen für den Vorfall for Gericht zu laden. Diese Zeugen machten jedoch vor Gericht eine andere Aussage als im Privatleben und vor Reporten. Daher konnte der Mord nicht gerichtsfest bewiesen werden. Die Änderungen sind keine Verbesserung. Die Reverts von Xquenda und mir völlig berechtigt. Daher bitte den letzten Revert zurücknehmen. MfG [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 16:40, 30. Aug. 2009 (CEST)
Vor den Unfällen gab es Hinweise auf [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi#Risiken des Kraftwerkstyps|Risiken der verwendeten Reaktortypen]] und [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi#Konstruktionsmängel des Kraftwerks|Konstruktionsmängel der Anlage in Fukushima Daiichi]], [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi#Mangelnder Schutz vor Erdbeben und Tsunamis|Warnungen vor möglichen Schäden durch Erdbeben und Tsunamis]] sowie [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi#Störfälle und mangelnde Kontrollen|Kritik an unzureichender Wartung]]. Tepco und die japanischen Atomaufsichtsbehörden ignorierten die meisten dieser Hinweise.


Zum Zeitpunkt des Bebens waren die Reaktorblöcke&nbsp;1, 2 und 3 in Betrieb.<ref name="tepco-11031222e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031222-e.html | webciteID=5xfX3o3tx | text=''Impact to TEPCO’s Facilities due to Miyagiken-Oki Earthquake (as of 3PM)''}} (englisch). Tepco, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Reaktorblock&nbsp;4 war seit dem 30. November 2010 wegen einer großen Revision außer Betrieb; die Brennelemente dieses Blocks lagerten daher zum Unfallzeitpunkt vollständig im zugehörigen Abklingbecken. Die Blöcke&nbsp;5 und 6 waren am 3.&nbsp;Januar 2011 bzw. am 14.&nbsp;August 2010 heruntergefahren und im Rahmen der Wartung schon wieder mit Brennelementen bestückt worden.<ref name="IAEA_2011-03-15T18:00">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima150311.html | webciteID=5xoqS3dVJ | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log (15 March 2011, 18:00 UTC)''}} (englisch). IAEO, 15.&nbsp;März 2011.</ref> Im Gegensatz zu Block&nbsp;1 und 2 befanden sich in Reaktor&nbsp;3 seit August 2010 auch [[MOX-Brennelement|Mischoxid-Brennelemente]], die eine Mischung aus [[Urandioxid]] und [[Plutoniumdioxid]] enthalten.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.japantoday.com/category/technology/view/mox-fuel-loaded-into-tokyo-electrics-old-fukushima-reactor | webciteID=5yNe2bPeA | text=''MOX fuel loaded into Tokyo Electric's old Fukushima reactor''}} (englisch). Japan Today, 28.&nbsp;August 2010.</ref> Jedes der Brennelemente bestand aus 72 (Reaktor&nbsp;3 abweichend 74) [[Brennstab|Brennstäben]] und enthielt 170 bis 173&nbsp;Kilogramm [[Kernbrennstoff]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www-pub.iaea.org/MTCD/publications/PDF/OPEX_2010_CD_web/PDF/OPEX_2010.pdf | webciteID=61tRdHT8n | text=''IAEA – jährlicher Report zu Kernkraftwerken in Mitgliedsstaaten''}} (pdf). IAEO, abgerufen am 22.&nbsp;September 2011.</ref>
: Gut, die zwei Punkte sind durchaus berechtigte Kritik - und warum deswegen gleich von "keine Verbesserung" reden und reverten und nicht stattdessen die zwei Punkte ändern? Der angeblich von mir entfernte Abschnitt zum Fest existierte nie, auch nicht in deiner Version, und ist in Anbetracht der kaum vorhandenen Infos im Artikel wohl auch überflüssig --[[Benutzer:PaulBommel|PaulBommel]] 17:16, 30. Aug. 2009 (CEST)


{{Anker|Anker Brennelementetabelle}}
Es gibt noch mehr solche Punkte, aber mir fehlt die Zeit hier um jeden halben Satz zu diskutieren ... Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 20:34, 31. Aug. 2009 (CEST)
In den Reaktorkernen, Abklingbecken und Lagerbecken befand sich folgende Anzahl an Brennelementen und Masse an Kernbrennstoff:


{| class="wikitable" style="text-align:right"
== Artikel [[Parforcejagd]] ==
|-
! rowspan="3"| Lagerort
! colspan="6"| Brennelemente
! colspan="2"| Abklingbecken
|-
! colspan="2"| im Reaktorkern<ref name="atn-4008511524">{{Webarchiv | url=http://allthingsnuclear.org/post/4008511524/more-on-spent-fuel-pools-at-fukushima | webciteID=5xoqiB6Z5 | text=''More on Spent Fuel Pools at Fukushima''}} (englisch). All Things Nuclear, 21.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="grs-technische-daten">{{Webarchiv | url=http://fukushima.grs.de/sites/default/files/Technische_Daten_Reaktoren_Fukushima_Nr_1_0.pdf | webciteID=5xkieP6p5 | text=''Technische Daten Fukushima Nr.&nbsp;1 im Normalbetrieb''}} (pdf). GRS (PDF; 50&nbsp;kB).</ref>
! colspan="2"| im Abklingbecken<ref name="nisa-untersuchung" />
! colspan="2"| davon unbenutzt<ref name="nisa-untersuchung" />
! rowspan="2" | Geschätzte<br />Wärmeleistung<br />([[Watt (Einheit)|kW]])<ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="asahi-sfp">[http://astand.asahi.com/magazine/judiciary/articles/2011031900004.html ''東京電力福島第一原発、電源引き込み工事始まる''] (japanisch). In: ''asahi.com''. Asahi Shimbun, 19.&nbsp;März 2011, abgerufen am 23.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="vgb-studie" /><ref group="Anm.">Die Tabelle gibt Schätzungen zum 9. November 2012 aus einem Bericht der japanischen Behörden an die IAEO wieder. Es gibt verschiedene abweichende, teils niedrigere und teils höhere Schätzungen. Die Wärmeleistung in den Abklingbecken von Block&nbsp;1 bis 6 reduzierte sich innerhalb von drei Monaten um 10–30&nbsp;Prozent.</ref>
! rowspan="2"| Volumen<br />(m³)<ref name="grs-2011-03-19">{{Webarchiv | url=http://www.grs.de/sites/default/files/Kurzuebersicht_Stand%201100_19032011_web.pdf | webciteID=5xoqZCLBn | text=''Kurzübersicht aktuelle Sicherheitslage''}} (pdf). [[Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit]], 19.&nbsp;März 2011 (PDF; 24&nbsp;kB).</ref>
|-
! Anzahl
! Masse<br />(t)
! Anzahl
! Masse<br />(t)
! Anzahl
! Masse<br />(t)
|-
|align="left"| Block&nbsp;1
| 400
| 68
| 392
| 67
| 100
| 17
| 180
| 1.020
|-
|align="left"| Block&nbsp;2
| 548
| 94
| 615
| 105
| 28
| 5
| 620
| 1.425
|-
|align="left"| Block&nbsp;3
| <ref group="Anm.">davon 32 [[Mischoxid-Brennelement]]e</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://fukushima.grs.de/content/nachweis-von-plutonium | webciteID=5xoqfIVA5 | text=''Nachweis von Plutonium auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi''.}} GRS.</ref> 548
| 94
| 566
| 97
| 52
| 9
| 540
| 1.425
|-
|align="left"| Block&nbsp;4
| 0
| 0
| 1.535
| 263
| 204
| 35
| 2.260
| 1.425
|-
|align="left"| Block&nbsp;5
| 548
| 94
| 994
| 171
| 48
| 8
| 1.000
| 1.425
|-
|align="left"| Block&nbsp;6
| 764
| 132
| 940
| 162
| 64
| 11
| 870
| 1.497
|-
|align="left"| Zentrales Abklingbecken
|
|
| 6.375
| <ref group="Anm.">geschätzt auf Grundlage einer durchschnittlichen Brennstoffmasse von 0,1715 t je Brennelement</ref> 1.093
|
|
| 1.130
| <ref>{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear.org/info/fukushima_accident_inf129.html | webciteID=5xhQwstpC | text=''Fukushima Accident 2011''}} (englisch). World Nuclear Association, 2.&nbsp;April 2011.</ref> 3.828
|-
|align="left"|'''Summe'''
| '''2.808'''
| '''480'''
| '''11.417'''
| '''1.958'''
| '''496'''
| '''85'''
| '''6.600'''
| '''12.045'''
|}
<references group="Anm." />


Die Gesamtmenge des in den Brennstäben enthaltenen radioaktiven <sup>131</sup>[[Iod#Isotope|I]] schätzte Tepco auf 81 · 10<sup>18</sup> [[Becquerel (Einheit)|Becquerel]] bzw. 81 Millionen Terabecquerel.<ref name="jaif_51">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1302692041P.pdf | webciteID=5xunDms1r | text=''Earthquake Report – JAIF No.&nbsp;51: 20:00, April 13''.}} JAIF / NHK, 13.&nbsp;April 2011 (PDF; 124&nbsp;kB)</ref>
Hallo Minoo, du kannst nicht einfach große Teile eines Artikels in einen anderen kopieren, auch das ist eine [[WP:URV|Urheberrechtsverletzung]]. Ich habe die URV im Artikel gelöscht und die Kopie anschließend Lizenzkonform vorgenommen. Leider gingen dabei natürlich deine kleineren Änderungen verloren, aber die kannst du ja jetzt nochmal vornehmen. Nichts für ungut, so sind die Regeln. Grüße --[[Benutzer:Zollernalb|Zollernalb]] 21:59, 29. Nov. 2009 (CET)


Außerdem befanden sich im Abfalllager des Kraftwerks mindestens 10.000 Tonnen kontaminiertes Wasser.<ref name="tepco-11040404" />
Vielen Dank für die Hilfe. [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 08:23, 30. Nov. 2009 (CET)
:gerne. --[[Benutzer:Zollernalb|Zollernalb]] 08:37, 30. Nov. 2009 (CET)


=== Unfallserie vom 11. bis zum 16. März ===
== Peitsche ==
[[Datei:Fukushima I NPP 1975 medium crop rotated labeled.jpg|mini|Luftbild des Kraftwerks von 1975; Reaktorblock&nbsp;6 noch im Bau; basierend auf [http://w3land.mlit.go.jp/WebGIS/ National Land Image Information (Color Aerial Photographs)], [[MLIT]]]]


Am 11. März 2011 um 14:46:23 Uhr (Ortszeit) begann unter dem Meeresboden vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel [[Honshū]] das [[Tōhoku-Erdbeben 2011|Tōhoku-Erdbeben]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.jma.go.jp/jma/en/News/2011_Earthquake_01.html | webciteID=5xd2ZK9o2 | text=''The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Earthquake ~first report~''}} (englisch). Japan Meteorological Agency, 13.&nbsp;März 2011.</ref> Sein [[Epizentrum]] lag 163 Kilometer nordöstlich des Kraftwerks Fukushima&nbsp;I,<ref name="USGS">{{Webarchiv | url=http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/recenteqsww/Quakes/usc0001xgp.php | webciteID=5xrv9wYPQ | text=''Magnitude 9.0 – Near the East Coast of Honshu, Japan''}} (englisch). [[United States Geological Survey]], 14.&nbsp;März 2011.</ref> sodass die [[Seismische Welle#P-Wellen|Primärwellen]] (P-Wellen) des Bebens das Kraftwerksgelände nach 23 Sekunden erreicht hatten.<ref name="alarm1" /> Sie regten dort [[Seismometer]] an, die eine [[Reaktorschnellabschaltung|Schnellabschaltung]] der Reaktoren&nbsp;1 bis 3 auslösten.<ref name="lochbaum-block1">Dave Lochbaum: {{Webarchiv | url=http://www.ucsusa.org/assets/documents/nuclear_power/fukushima-daiichi-ucs-analysis-unit-1-first-30-minutes.pdf | webciteID=5z08ZgrTb | text=''Fukushima Dai-Ichi Unit 1: The First 30 Minutes''}} (englisch). Union of Concerned Scientists, 25.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 1,4&nbsp;MB), abgerufen am 27.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="alarm1">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_3_Keihou1.pdf | webciteID=5yo6tbRIn | text=''警報発生記録等データ 1号機 (Alarme und Datenaufzeichnung Block&nbsp;1)''}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, (PDF; 6,2&nbsp;MB), abgerufen am 19.&nbsp;Mai 2011.</ref> Gleichzeitig fiel die externe Stromversorgung des Kraftwerks durch Erdbebenschäden an dessen [[Schaltanlage]]n aus,<ref name="katogensho1" /><ref name="tepco-110516e21" /> und zwölf von dreizehn Notstromdieselgeneratoren starteten<ref name="tepco-11031102e" /><ref name="tepco-elektriktabelle">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110516e22.pdf | webciteID=5ywshR0QN | text=''Damage to inhouse power supply facilities at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (after Tsunami)''}} (englisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, (PDF; 44&nbsp;kB), abgerufen am 25.&nbsp;Mai 2011.</ref> (einer an Block&nbsp;4 war gerade in Wartung<ref name="nisa-untersuchung" />).
Ich hab auf meiner [[Benutzer_Diskussion:Stahlfresser#Ausgliedern|Diskussionsseite]] die beiden letzten Beiträge der [[Diskussion:Peitsche#Auslagern]] eingefügt, damit der Zusammenhang verständlich bleibt. <small>Falls ich textlich etwas verändert haben sollte, dann geschah dies ohne Absicht, biite infomiere mich und korrigiere es. </small>


Das Beben dauerte ungefähr zwei Minuten und erreichte eine Stärke von 9,0 [[Momenten-Magnituden-Skala|M<sub>w</sub>]]. Es erschütterte die Reaktorblöcke&nbsp;2, 3 und 5 mit Horizontalbeschleunigungen von 0,52 bis 0,56 [[Erdbeschleunigung|g]], 15 bis 26&nbsp;Prozent mehr als bei der Auslegung der Blöcke angenommen.<ref name="seismik">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110516e27.pdf | webciteID=5ypL1UKTA | text=''Summary of the Report on the Analysis of Observed Seismic Data Collected at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station and Fukushima Daini Nuclear Power Station pertaining to the Tohoku-Taiheiyou-Oki Earthquake''}} (englisch, pdf). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 544&nbsp;kB).</ref> Die vorgesehenen Belastungsgrenzen der übrigen Reaktoren wurde nicht erreicht; trotzdem gibt es Hinweise auf [[#Reaktorblock 1|Erdbebenschäden in Block&nbsp;1]]. In Block&nbsp;3 wurde vermutlich ein Reserve-Notkühlsystem beschädigt.<ref name="jaif_93" />
Auf der Disk. Peitsche hab ich eine Randnotiz hinterlassen. Möglich das ich deinen Standpunkt bzw. Grundlage deiner Sichtweise nicht vollständig richtig zusammengefasst wiedergeben, schau bitte mal dort rein. Wahrscheinlich komme ich erst am Sonntag dazu mich zu äussern, ich befinde mich vollständig Weihnachtskonsumterror. Neffen, Nichten, wollen noch versorgt sein ;-) [[Benutzer Diskussion:Stahlfresser|''Thomas'']]<span style="color:red;"><sup>Stahlfresser</sup></span> 07:59, 18. Dez. 2009 (CET)


Alle sechs Blöcke schalteten problemlos auf Notkühlung um.<ref name="kantei-bericht2" />
== [[Vis-à-vis]] ==


Ab 15:35 Uhr<ref name="kantei-bericht2">{{Webarchiv | url=http://www.kantei.go.jp/foreign/noda/topics/201109/201109_additional_report_all.pdf | webciteID=63rJTd6nd | text=''Additional Report of the Japanese Government to the IAEA''}} (englisch, pdf, 31&nbsp;MB). [[Kantei]], 15.&nbsp;September 2011.</ref> trafen am Kraftwerk Tsunamiwellen mit einer Höhe von ungefähr 13 bis 15&nbsp;Metern ein.<ref name="tepco-110409e9" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040910-e.html | webciteID=5xqtx8Rgx | text=''Results of the investigation regarding tsunami arrived in Fukushima Daiichi Nuclear Power Station and Fukushima Daini Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 9.&nbsp;April 2011.</ref> Laut IAEO war Fukushima&nbsp;I nicht an das vorhandene Tsunami-Warnsystem angeschlossen, sodass das Bedienpersonal keine frühzeitige Warnung erhielt,<ref name="iaeo-untersuchung" /> während die NISA von einer Alarmierung unmittelbar nach dem Erdbeben spricht.<ref name="kantei-bericht2" /> Für den meerseitigen Teil des Geländes existierte nur eine 5,70 Meter hohe Schutzmauer; vorgeschrieben waren lediglich 3,12 Meter.<ref name="iaeo-untersuchung" /> Die 10&nbsp;Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Reaktorblöcke&nbsp;1 bis 4 wurden bis zu 5&nbsp;Meter tief überschwemmt; die drei Meter höher erbauten Blöcke&nbsp;5 und 6 nur bis zu einem Meter.<ref name="tepco-110409e9">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110409e9.pdf | webciteID=5yBQfghqF | text=''Result of the investigation on Tsunami at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 9.&nbsp;April 2011 (PDF; 395&nbsp;kB).</ref> Die an der Küste positionierten Meerwasserpumpen wurden zerstört; Wärme konnte nicht mehr an das Meerwasser abgegeben werden. Das Wasser lief in verschiedene Gebäude und überschwemmte dort fünf der zwölf laufenden Notstromaggregate und die meisten [[Verteiler (Elektroinstallation)|Stromverteilerschränke]].<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="tepco-110516e21">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110516e21.pdf | webciteID=5ykpp0mE3 | text=Damages to Electric Facilities at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (after Tsunami)}} (englisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 47&nbsp;kB).</ref> Der Kraftwerksbetreiber Tepco berichtete, dass die Generatoren um 15:41 Uhr ausfielen.<ref name="tepco-11031102e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031102-e.html | webciteID=5xfbVW2y1 | text=''Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 10, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness (Fukushima Daiichi)''}} (englisch). Tepco, 11.&nbsp;März 2011.</ref> Ein Generator in Block&nbsp;6 überstand den Tsunami, weil er in einem eigenen, höher gelegenen Gebäude untergebracht war.<ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="tepco-elektriktabelle" />
Hallo Minoo, du hast den QS-Baustein aus dem Artikel entfernt, dann solltest du auch [[Wikipedia:Qualitätssicherung/21._Januar_2010#Vis-a-vis|hier]] den Erledigt-Baustein setzen (siehe [[Wikipedia:QS#Vorgehen]]). Gruß --[[Benutzer:Klara Rosa|Klara]] 22:29, 30. Jan. 2010 (CET)


400 Tepco-Mitarbeiter wurden für den Notfalleinsatz mobilisiert&nbsp;– laut IAEO viel zu wenige für eine Katastrophe dieses Ausmaßes. Fremdfirmen wie die Kraftwerkshersteller [[Toshiba]] und [[Hitachi (Unternehmen)|Hitachi]] zogen ihre Mitarbeiter ab. Gleichzeitige Unfälle in mehreren Blöcken waren im Notfallplan nicht vorgesehen.<ref name="nisa-untersuchung-1109a">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/09/en20110930-3-2.pdf | webciteID=63rBqenbW | text=''The Results of a Safety Investigation into the Accident at Tokyo Electric Power Co.’s Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station''}} (englisch, pdf). NISA, 16.&nbsp;September 2011.</ref><ref name="iaeo-untersuchung" /> Angeschwemmte Trümmer, Wasserlachen, Straßenschäden und funktionsunfähige Tür- und Toröffner behinderten die weiteren Arbeiten. Die meisten Kommunikationseinrichtungen waren ausgefallen. Es bestand die ständige Gefahr von Nachbeben und weiteren Tsunamis.<ref name="kantei-bericht2" />
== [[Liste organischer Verbindungen]] ==


Durch den Ausfall der Stromversorgung ([[Stromausfall#Schwarzfall|Schwarzfall]] oder ''station blackout'') war keine ausreichende Kühlung mehr gewährleistet, um die Nachzerfallswärme aus den Reaktorkernen und Abklingbecken abzuführen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear-news.org/RS_Massive_earthquake_hits_Japan_1103111.html | webciteID=5xrvetgTI | text=''Massive earthquake hits Japan''}} (englisch). World Nuclear News, 11.&nbsp;März 2011.</ref> Mit den vorhandenen Notstrombatterien war nur ein [[#Probleme in den Reaktoren 1 bis 3|kurzzeitiger Betrieb der Notkühlsysteme]] möglich. Zusätzlich herangeschaffte Generatorfahrzeuge kamen wegen Verkehrsstaus, versperrter Zufahrtswege, überschwemmter Anschlusspunkte und zu kurzer Kabel zu spät, um die Unfallserie zu stoppen.<ref name="mainichi-chaos" /><ref name="yomiuri-T110411004567" /><ref name="jaif_84" /> Nur in den Blöcken 5 und 6 konnte die Stromversorgung durch den noch funktionsfähigen Generator rechtzeitig wiederhergestellt werden. In den Blöcken 1 bis 3 versuchten die Arbeiter mit wechselndem Erfolg, Autobatterien und tragbare Stromgeneratoren an einzelne Systeme anzuschließen.<ref name="iaeo-untersuchung" />
Hallo Minoo,
ich würde gerne die ehemalige [[Liste der organischen Verbindungen]] in verbesserter Form wieder als neuen Artikel einstellen. Du hast Dich in der Löschdiskussion für die Liste ausgesprochen, ich kann nicht verstehen, dass sie trotzdem einfach gelöscht wurde. Ich habe die Argumente für die Liste - die in der Löschdiskussion praktisch nicht gewürdigt wurden - zusammengestellt: [http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Redaktion_Chemie#Seid_freundlich_zu_den_Lesern_-_Liste_organischer_Verbindungen Liste neu einstellen]. Ich würde mich freuen, wenn Du Dich nochmals an der Diskussion beteiligst. Grüße --[[Benutzer:Nick B.|Nick B.]] 23:38, 16. Feb. 2010 (CET)


{{Anker|AnkerFukushima50}}
== [[Sprungreihe]] ==
Mangels Kühlung, teils bedingt durch weitere technische und organisatorische Probleme, kam es zur Überhitzung von Reaktoren und Abklingbecken, zur Freisetzung von Wasserstoff in die Reaktorgebäude und zu [[Kernschmelze]]n in den Reaktoren&nbsp;1 bis 3 (siehe Abschnitte [[#Probleme in den Reaktoren 1 bis 3|Probleme in den Reaktoren&nbsp;1 bis 3]] und [[#Probleme in den Abklingbecken|Probleme in den Abklingbecken]]). Durch gezielte [[Venting (Kernreaktor)|Druckentlastungen]] der Reaktoren&nbsp;gelangten radioaktive Stoffe in die Umwelt und wurden von wechselnden Winden in verschiedene Himmelsrichtungen weiter verteilt.<ref name="webcam-2011-03-13" />


Vom 12. bis zum 15.&nbsp;März ereigneten sich Explosionen – wahrscheinlich [[Knallgas|Wasserstoffexplosionen]] – in den Blöcken 1, 3 und 4, die die Reaktorgebäude teils schwer beschädigten und die Rettungsarbeiten zurückwarfen. Hochradioaktiver Schutt wurde auf das Kraftwerksgelände geschleudert.<ref name="nyt-2011-04-05a">[http://www.nytimes.com/2011/04/06/world/asia/06nuclear.htm U.S. Sees Array of New Threats at Japan’s Nuclear Plant] (englisch), New York Times (5. April 2011), abgerufen am 7. April 2011; archiviert am 7. April 2011: {{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/04/06/world/asia/06nuclear.htm?_r=1 | webciteID=5xksEugft | text=S.&nbsp;1}}, {{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/04/06/world/asia/06nuclear.htm?_r=1&pagewanted=2 | webciteID=5xnBhg2cZ | text=S.&nbsp;2}}</ref><ref name="jaif_49">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1302521667P.pdf | webciteID=5xrrICsbV | text=''Earthquake Report – JAIF''.}} JAIF, 11.&nbsp;April 2011(PDF; 109&nbsp;kB)</ref> In Block&nbsp;2 wurde der [[Sicherheitsbehälter]] des Reaktors beschädigt, sodass [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasserkanäle|extrem hoch kontaminiertes Wasser austrat]];<ref name="jaif_50" /> in Block&nbsp;4 kam es zu mehreren Bränden. Vom 13. bis zum 15.&nbsp;März wurde auf dem Kraftwerksgelände mehrfach [[Neutronenstrahlung]] gemessen, was auf ein unkontrolliertes Wiedereinsetzen der [[Kernspaltung]] ([[Kritikalität]]) in einem der Reaktoren oder Abklingbecken hindeutete.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/80539.html | webciteID=5yu0gUgSR | text=''Neutron beam observed 13 times at crippled Fukushima nuke plant''}} (englisch). Kyodo News, 23.&nbsp;März 2011, abgerufen am 23.&nbsp;Mai 2011.</ref>
Hallo, was hast du den vor mit diesem Artikel? Vielleicht kann ich da helfen? --[[Benutzer:Ummikaug|Ummikaug]] 21:17, 20. Mai 2010 (CEST)


Die [[Werkfeuerwehr]]<ref name="iaeo-untersuchung" /> pumpte Wasser in die Reaktoren&nbsp;1 bis 3, um diese notdürftig zu kühlen,<ref name="nisa-en20110321-4">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110321-4.pdf | webciteID=5xLjC0ANV | text=''Outline of Warter Injection to RPVs''}} (englisch, pdf). NISA, 14.&nbsp;März 2011</ref> zunächst aus vorhandenen Süßwasserreserven und dann aus Gruben, in denen sich Meerwasser angesammelt hatte.<ref name="kantei-bericht2" /> Die Erlaubnis zum Einleiten von Meerwasser – hierdurch werden die Reaktoren beschädigt – gab Premierminister [[Naoto Kan]] am 12.&nbsp;März 2011 um 19:55 Uhr.<ref name="nisa_54">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110326-2-1.pdf | webciteID=5xq8UC303 | text=''Seismic Damage Information (the 54th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 26.&nbsp;März 2011.</ref>
Ziel war es den Artikel von dem wenig gebräuchlichen Lemma "Sprungreihe" zu der gängigen Bezeichnung "Gymnastikreihe" zu verschieben. Allerdings ist das nicht so einfach, wie gedacht. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 18:54, 23. Mai 2010 (CEST)


{{Anker|Grafik Strahlungsmessungen}}
Welcher Begriff geläufiger ist, kann ich als Unkundiger in zu diesem Thema nicht entscheiden. Wennn du weiterhin eine Umbennenung durchführen willst, ist folgende Vorgangsweise zu empfehlen:
[[Datei:Fukushima Dosis new.svg|mini|Gemessene Strahlung am Rand des Kraftwerksgeländes vom 12. bis zum 17. März]]
# SLA für die WL "Gymnastikreihe" stellen, da das Ziellemmma schon eine Versionsgeschichte hat, mit der Begründung Artikel "Sprungreihe" soll hierhin verschoben werden.
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siehe hierzu auch [[Hilfe:Artikel verschieben]]. Fröhliches Schaffen --[[Benutzer:Ummikaug|Ummikaug]] 20:22, 23. Mai 2010 (CEST)


Während der Druckentlastungen, Explosionen und Brände stieg die Strahlenbelastung auf dem Gelände stark an (siehe Grafik). Am 14.&nbsp;März erwog Tepco, das Kraftwerk aufzugeben und alle Mitarbeiter wegen der zu großen Strahlungsrisiken abzuziehen, erhielt aber keine Erlaubnis des Premierministers.<ref name="nyt-misstrauen" /> Daraufhin wurden am 15.&nbsp;März alle bis auf rund 50 – in den Medien auch als „Fukushima 50“ bezeichnete – Tepco-Mitarbeiter sowie 130 weitere Arbeiter und Helfer von Fremdfirmen, Feuerwehr und [[Selbstverteidigungsstreitkräfte|Streitkräften]] vorübergehend evakuiert.<ref name="jaif_7"><!-- Quelle für den 15. März (vor 11:00h) -->{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300166591P.pdf | webciteID=5yHX4s3Eh | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;7''.}} JAIF, 15.&nbsp;März 2011 (PDF; 47&nbsp;kB)</ref><ref name="wnn-2011-03-17-04-56">{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear-news.org/RS_Progress_by_on-site_workers_1703111.html | webciteID=5xrw0zYXo | text=''Progress by on-site workers''}} (englisch). world nuclear news, 17.&nbsp;März 2011.</ref><ref>Christoph Neidhart: [http://www.sueddeutsche.de/politik/arbeiter-im-fukushima-reaktor-die-retter-japans-1.1075298 ''Arbeiter in den Fukushima-1-Reaktoren – Die Retter Japans''.] [[Süddeutsche Zeitung]], 21.&nbsp;März 2011, abgerufen am 24.&nbsp;März 2011. {{Webarchiv | url=http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/arbeiter-im-fukushima-reaktor-die-retter-japans-1.1075298 | webciteID=5xtZ7eyY1 | text=Archivierte Druckfassung.}}</ref> Einige Tage später stießen 140 Helfer der [[Feuerwehr Tokio|Tokioter Feuerwehr]] hinzu,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Katastrophen-in-Japan/Behoerden-erhoehen-Gefahrenstufe-in-Fukushima | webciteID=5yNfzs1fl | text=''Live-Ticker''.}} Hannoversche Allgemeine, 18.&nbsp;März 2011: „Fast 140 Feuerwehrleute aus Tokio in Fukushima im Einsatz“.</ref> die nach Aussage von Gouverneur [[Shintarō Ishihara]] von Wirtschaftsminister [[Banri Kaieda]] zu diesem Einsatz gezwungen wurden.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/80104.html | webciteID=5xNJC3NeO | text=''Minister Kaieda sorry for reportedly 'forcing' water-spraying mission''}} (englisch). Kyodo News, 22.&nbsp;März 2011</ref> Arbeiten in den [[Leitstand|Leitständen]] des Kraftwerks waren seit den Explosionen nur noch eingeschränkt möglich, weil die Mitarbeiter laufend einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt waren<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/80219.html | webciteID=5xrwCLOIX | text=''Disrupted work resumes to restore power at Fukushima reactors''}} (englisch). Kyodo News, 22.&nbsp;März 2011.</ref> und seit dem Stromausfall nur noch eine unzureichende Notbeleuchtung existierte.<ref name="caltech-vorlesung">Joseph Shepherd: {{Webarchiv | url=http://www.galcit.caltech.edu/~jeshep/fukushima/ShepherdFukushima30April2011.pdf | webciteID=5yFt5OO9i | text=''The Crisis at Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Plant''}} (englisch, pdf). [[California Institute of Technology]], 24.&nbsp;April 2011.</ref>
Klingt kompliziert, dann lass ich es halt, wie es ist. Danke für die guten Ratschläge. [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 21:03, 28. Mai 2010 (CEST)


=== Stabilisierungsmaßnahmen ===
== Datei:Queen and burmese.jpg ==
Die Abklingbecken der Reaktorblöcke&nbsp;3 und 4 sowie das zentrale Abklingbecken wurden ab dem 17., 20. bzw. 21.&nbsp;März provisorisch mit Wasserwerfern der japanischen [[Selbstverteidigungsstreitkräfte|Streitkräfte]] und der Feuerwehr gekühlt; später dienten dann [[Autobetonpumpe]]n<ref>{{Webarchiv | url=http://www.pmw.de/cps/rde/xchg/pm_online/hs.xsl/9373_DEU_HTML.htm | wayback=20120713175038 | text=Putzmeister-Pumpe für Japan}} (siehe auch [[Putzmeister]])</ref> zur Kühlung in den Blöcken&nbsp;1, 3 und 4. Auch die Feuerwehrpumpen für die Reaktorkühlung wurden durch leistungsfähigere Geräte ersetzt. Ausgehend von einer benachbarten Hochspannungsleitung wurden neue Stromleitungen zum Kraftwerk verlegt, um die elektrischen Systeme – soweit noch funktionsfähig – wieder ans Stromnetz anschließen zu können.<ref name="grs-2011-03-25">{{Webarchiv | url=http://www.grs.de/kommunikation-medien/japan-statusmeldung-stand-25-03-2011-1300 | webciteID=5xrwH5thN | text=''Informationen zur Lage in Japan: Stand 25. März 2011, 13:00 Uhr (MEZ)''.}} GRS, 25.&nbsp;März 2011.</ref> Vor allem hoffte man darauf, auch die Kühlsysteme wieder in Betrieb nehmen zu können.<ref name="spiegel-2011-04-26">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751401-8,00.html | webciteID=5yPcpw5po | text=''Minutenprotokoll: So verlief der Freitag in Japan''.}} Spiegel Online: „Der Betreiber Tepco hofft, das Kühlsystem im Reaktor&nbsp;2 schon Freitagnacht (Ortszeit) wieder in Betrieb nehmen zu können.“</ref> Die Reaktorblöcke&nbsp;5 und 6 erreichten am 20. März wieder einen stabilen Betriebszustand, nachdem ihre Notstromversorgung wiederhergestellt war. Am gleichen Tag wurden Block&nbsp;1 und 2 wieder ans Stromnetz angeschlossen, bis zum 22. März auch alle übrigen Blöcke. Anschließend wurde die Beleuchtung in den [[Leitstand|Leitständen]] wiederhergestellt,<ref name="tepco-timeline">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/f12np-gaiyou_e.pdf | webciteID=5yD3dMRra | text=''The Great East Japan Earthquake and Current Status of Nuclear Power Stations''}} (englisch, pdf). Tepco, 18.&nbsp;April 2011. Erdbebenbelastung auf S.&nbsp;28.</ref> aber die meisten anderen Systeme erwiesen sich als nicht mehr funktionsfähig oder standen unter Wasser.<ref name="jaif-1301110327P">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1301110327P.pdf | webciteID=5yPdI2pKU | text=''Status of nuclear power plants in Fukushima as of 10:00 March 26 (Estimated by JAIF)''}} (englisch, pdf). 26.&nbsp;März 2011 (PDF; 855&nbsp;kB): „Main Control Room Habitability & Operability: Poor due to loss of AC power (Lighting has been recovered.)“.</ref><ref name="jaif_36">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1301399103P.pdf | webciteID=5yGJdc0mP | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;36''}} (englisch, pdf). 29.&nbsp;März 2011 (PDF; 91&nbsp;kB): „Machines and equipment to restore automatic cooling systems for the reactors are installed inside the turbine buildings. But the delay in draining contaminated water is blocking restoration.“</ref>


Der Zustand der Reaktoren&nbsp;1 und 3 war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor instabil. In Block&nbsp;3 kam es zu einem Druckanstieg und unerwarteter Rauchentwicklung; das Gelände wurde noch einmal kurzzeitig evakuiert. Bei Reaktor&nbsp;1 [[#AnkerGefahrBlock1|machte die Kühlung Probleme]], die auch im April weiter andauerten; mehrmals stieg die Aktivität des Reaktorkerns an. Aus den Blöcken&nbsp;2 bis 4 stieg immer wieder Dampf oder Rauch auf, ab dem 25. März aus allen dreien<ref name="nisa_50">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110325-2-1.pdf | webciteID=5xrwIqDBQ | text=''Seismic Damage Information (the 50th Release, As of 08:00 March 25th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 25.&nbsp;März 2011.</ref> (Stand: 15.&nbsp;April).<ref name="iaea-2011-04-15">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/tsunamiupdate01.html | webciteID=5xy6RkxTL | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log''}} (englisch). IAEO, 15.&nbsp;April 2011.</ref> Überdruck, Kernschmelzen und Meerwasser hatten die Druck- und Sicherheitsbehälter von Reaktor&nbsp;1 bis 3 beschädigt, sodass laufend kontaminierter Dampf und Kühlwasser entwichen.<ref name="nhk-30_25" /><ref name="wsj-SB10001424052748703509104576325110776621604" /><ref name="jaif_92">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306313661P.pdf | webciteID=5yx9ZJ6mi | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;92''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 25.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 112&nbsp;kB)</ref>
Hallo Minoo, ich und [[Benutzer:Quedel]] haben dir [[:Datei:Queen and burmese.jpg]] richtig übertragen (du hattest die Lizenz falsch angegeben) und zwar gleich nach Commons. Es ist nicht nötig, dass wir eine Datei doppelt (einmal hier und einmal in der Englischen Wikipedia) haben. Wie du richtig nach Commons verschiebst, steht [[Hilfe:Dateien_nach_Commons_verschieben|hier]]. Alternativ wende dich einfach an [[WP:TFPCOM]] und lasse dir helfen. Viele Grüße --[[Benutzer:Saibo|Saibo]]&nbsp;([[BD:Saibo|<small>Δ</small>]]) 23:44, 1. Jan. 2011 (CET)


[[Datei:US Navy 110326-N-UZ446-088.jpg|mini|Amerikanischer Schleppkahn unterwegs von [[Yokosuka]] nach Fukushima&nbsp;I]]
Vielen Dank, Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 23:45, 1. Jan. 2011 (CET)


Ab dem 25. März wurde die Kühlung aller Reaktoren und Abklingbecken schrittweise von Meer- auf Süßwasser umgestellt, vor allem um weitere Schäden durch Salzablagerungen zu vermeiden. In Reaktor&nbsp;1 befanden sich inzwischen schätzungsweise 26&nbsp;Tonnen Meersalz, in den größeren Reaktoren&nbsp;2 und 3 jeweils 45&nbsp;Tonnen.<ref name="nyt-2011-03-24a">{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/03/24/world/asia/24nuclear.html?_r=1 | webciteID=5ygWlrQ0N | text=''New Problems at Japanese Plant Subdue Optimism''}} (englisch). New York Times, 23.&nbsp;März 2011.</ref> Das Süßwasser wurde zunächst von [[Schleppkahn|Schleppkähnen]] der [[United States Navy]] angeliefert, die von Schiffen der japanischen Streitkräfte gezogen oder geschoben wurden;<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81116.html | webciteID=5xd2u44uS | text=''Fresh coolant injected, high-radiation water leaks in nuke crisis''}} (englisch). Kyodo News, 25.&nbsp;März 2011, abgerufen am 1.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="schleppkaehne">{{Webarchiv | url=http://www.huffingtonpost.com/2011/03/26/us-assists-japan-nuclear-plant-fresh-water_n_840938.html | webciteID=5xrwL5kHq | text=''U.S. Naval Barges Bring Fresh Water to Assist with Cooling at Japan Nuclear Plant''}} (englisch). Huffington Post, 26.&nbsp;März 2011.</ref> später entnahm man es über eine [[Rohrleitung]] aus einem zehn Kilometer entfernten Stausee.<ref name="iaeo-untersuchung" />
== [[Damensattel]] ==


Ende März belief sich laut Schätzungen des [[Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire]] die Wärmeleistung der Brennelemente in Reaktor&nbsp;1 auf 2,5&nbsp;[[Watt (Einheit)|Megawatt]] und in den Reaktoren&nbsp;2 und 3 auf 4,2&nbsp;Megawatt. Diese Leistung würde ausreichen, um 95 bzw. 160&nbsp;Tonnen Wasser pro Tag verdampfen zu lassen,<ref name="wna-inf129">{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear.org/info/fukushima_accident_inf129.html | webciteID=5xiVQpJUq | text=''Fukushima Accident 2011''}} (englisch, pdf). [[World Nuclear Association]], 4.&nbsp;April 2011.</ref> und benötigte eine andauernde [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Mengen an eingespeistem Kühlwasser|Kühlung mit rund 150 bis 200 Tonnen Wasser pro Reaktor und Tag]]. Wegen der stark beschädigten Brennelemente in den Reaktorkernen wurde und wird dieses Wasser hoch radioaktiv kontaminiert.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81375.html | webciteID=5xy0Bi2jA | text=''Woes deepen over radioactive water at nuke plant, sea contamination''}} (englisch). Kyodo News, 28.&nbsp;März 2011, abgerufen am 15.&nbsp;April 2011.</ref> Teile davon verdampfen und sind je nach Wetterlage als weiße Dampfschwaden über den Reaktorblöcken zu sehen. Der Rest verbleibt zunächst auf dem Kraftwerksgelände.
Hallo Minoo, zunächst entschuldige bitte, dass ich während Deiner vielen Bearbeitungen dazwischenfunkte. Ich dachte, Du hättest bereits Feierabend gemacht. Ich kann jedoch nicht erkennen, dass die Bilderanordnung jetzt besser ist als nach meiner Bearbeitung. Bitte denke daran, dass auf jedem Monitor Bilder und Textverlauf anders dargestellt werden und auch die Benutzer in ihren Einstellungen eine abweichende Bildgröße angeben können. Wozu dient das <nowiki><div style="clear:both"/></nowiki>? Ein Verweis auf die entsprechende Commonskategorie (unter Weblinks) und dafür nicht so viele Bilder im Artikel wäre nach meiner persönlichen Meinung besser. Oder wenigstens eine kleine Galerie (4 Bilder) statt der großen Einzelbilder. Was meinst Du? --[[Benutzer:Schwäbin|Die Schwäbin]] 13:33, 2. Jan. 2011 (CET)
: Done. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 16:11, 2. Jan. 2011 (CET)
::Was bewirkt denn nun das <nowiki><div style="clear:both"/></nowiki>? --[[Benutzer:Schwäbin|Die Schwäbin]] 20:37, 2. Jan. 2011 (CET)
:::Es bewirkt, dass die folgende Zeile erst nach den obenstehenden Bildern angezeigt wird. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 20:44, 2. Jan. 2011 (CET)
::::Sowas versuche ich zu vermeiden, denn je nach Bildschirmgröße/-breite und Auflösung kann das ein sehr langes Nichts verursachen. Aber danke für die Erklärung. --[[Benutzer:Schwäbin|Die Schwäbin]] 21:30, 2. Jan. 2011 (CET)
:Gern geschehen, Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 16:51, 8. Jan. 2011 (CET)


Bis zum 4. April 2011 sammelten sich auf diese Weise etwa 60.000 Tonnen<ref name="kyodo-2011-04-83228">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/83228.html | webciteID=5xtUGUS5K | text=''Removal of 60,000 tons of radioactive water eyed at Fukushima plant''}} (englisch). Kyodo News, 5.&nbsp;April 2011 abgerufen am 5.&nbsp;April 2011.</ref> radioaktives Wasser im Untergeschoss der Turbinengebäude,<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81252.html | webciteID=5xtULIBEQ | text=''Fears of radioactive seawater grow near nuke plant despite efforts''}} (englisch). Kyodo News, 26.&nbsp;März 2011, abgerufen am 12.&nbsp;April 2011, abgerufen am 26.&nbsp;März 2011.</ref> in daran anschließenden und in Richtung Meer verlaufenden Schächten und Wartungstunneln<ref name="nisa_60" /><ref name="tepco-2011-04-02-03-e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040203-e.html | webciteID=5xtUQjufA | text=''Out flow of fluid containing radioactive materials to the ocean from areas near intake channel of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2''}} (englisch). Tepco, 2.&nbsp;April 2011</ref><ref name="jaif_68" /> und auf weiteren Flächen an. Der Boden des Geländes wurde so sehr mit radioaktivem Wasser durchtränkt, dass es bis in die Gebäude der einen Kilometer entfernten Reaktorblöcke&nbsp;5 und 6 drang.<ref name="tepco-11040404" /> Diese Massen an radioaktivem Abwasser wurden zunehmend zum Problem. Sie verhinderten Arbeiten an elektrischen Systemen, die unter Wasser standen,<ref>{{Webarchiv | url=http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110329a1.html | webciteID=5ykpp0mA4 | text=''Radioactive water keeps workers out''}} (englisch). The Japan Times, 29.&nbsp;März 2011.</ref> gefährdeten die Arbeiter<ref name="iaea-280311">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima280311.html | webciteID=5xdDXqZ84 | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log''}} (englisch). IAEO, 28.&nbsp;März 2011.</ref> und gelangten auf verschiedenen Wegen ins Meer (→ siehe [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasser|Kontamination von Meerwasser durch die Nuklearunfälle von Fukushima]]).
== [[Gebisslose Zäumung]] ==


=== Erste Sicherungsmaßnahmen ===
Hallo Minoo. Ich wollte mich bei dir erkundigen, weshalb du meine Bearbeitung im obigen Artikel völlig kommentarlos rückgängig gemacht hast. Der Grund erschließt sich mir nämlich nicht. Wie du vielleicht gesehen hast, habe ich eine Vielzahl von kleineren Veränderungen bzw. Verbesserungen bezüglich des Layouts und der Beschreibungen vorgenommen. Dass ich dabei den Inhalt verändert oder falsch wiedergegeben habe, ist mir nicht bewusst. Wenn es um den vielfach diskutierten Abschnitt dieses Herrn Cook geht, kann ich ihn gerne wieder zurück verschieben, aber alle anderen Veränderungen dienen ausschließlich eines leser- und benutzerfreundlicheren Artikels.
Schon früh wurden verschiedene Maßnahmen diskutiert, um die radioaktiven [[Emission (Umwelt)|Emissionen]] einzudämmen und Abfälle zu entsorgen. Dazu gehörten der Bau eines [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl|„Sarkophags“ wie in Tschernobyl]],<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751682,00.html | webciteID=5xoshAM20 | text=''Atomkatastrophe in Japan: Betreiber prüft Sarkophag-Bau wie in Tschernobyl''.}} Spiegel Online, 18.&nbsp;März 2011.</ref> das Abdecken der Reaktorblöcke mit einem Spezialgewebe, das Besprühen des Geländes mit [[Kunstharz]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1837631/Atombehoerde-Weiterer-Ort-soll-evakuiert-werden.html | webciteID=5xdF1211s | text=''Atombehörde: Weiterer Ort soll evakuiert werden; Katastrophe in Fukushima''.}} In: ''abendblatt.de''. Axel Springer, 30.&nbsp;März 2011</ref> und die Aufbereitung von radioaktivem Abwasser mit dem Spezialschiff [[Suzuran]].<ref> {{Internetquelle|titel=Japan seeks Russian help to end nuclear crisis |url=http://www.reuters.com/article/2011/04/04/us-japan-idUSTRE72A0SS20110404 |zugriff=2018-03-22}} Reuters, von Chizu Nomiyama und Shinichi Saoshiro TOKYO 4. April 2011</ref>
Vorallem, da ich kein großes Fachwissen im Bereich Pferdesport habe, war mir eine gewisse Umstellung des Textes am Anfang wichtig, da ich ihn erst nach mehrmaligem Durchlesen verstanden habe. Vielleicht kannst du dort ein wenig mithelfen, um die Einleitung mit ein paar bauteilichen Details zu bereichern. Ich hoffe, du verstehst mein Interesse und erklärst mir den aktuellen Sachverhalt. Liebe Grüße, --[[Benutzer:NessaTelemmaite|NessaT.]] 13:26, 14. Feb. 2011 (CET)


Die erste tatsächlich umgesetzte Maßnahme war das Binden radioaktiver Stäube mit Kunstharz. Es begann am 6. April auf kleinen Probeflächen<ref>{{Webarchiv | url=http://fukushima.grs.de/kommunikation-medien/japan-statusmeldung-stand-07-04-2011-1300 | webciteID=5xqgPB1D9 | text=''Informationen zur Lage in Japan: Stand 7. April 2011, 13:00 Uhr (MESZ)''.}} GRS, 7.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="nisa_107e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110422-4-1.pdf | webciteID=5y8UMPS6U | text=''Seismic Damage Information (the 107th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 22.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="jaif_65" /> und wurde später auf eine Fläche von einem halben Quadratkilometer ausgeweitet,<ref name="jaif_65">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303901476P.pdf | webciteID=5yG2J85Pt | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;65''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27.&nbsp;April 2011(PDF; 103&nbsp;kB)</ref> einem Siebtel des Kraftwerksgeländes. Auch die Gebäude wurden eingesprüht.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11052614-e.html | webciteID=5yyVWExEj | text=''Start of Spray of Dust Inhibitor to the Radioactive Materials around the Turbine Buildings and Reactor Buildings of Unit 1-4 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 26.&nbsp;Mai 2011.</ref>
Die kleinen Verbesserungen sind ein Gewinn. Herr Cook ist jedoch umstritten und gehört nach hinten, zu dem von ihm vertriebenen Zaum. Ich hätte den Text für gut verständlich gehalten, bitte bring deine Laiensicht ein, ich hoffe wir finden zusammen eine verständliche und trotzdem korrekte Formulierung. LG [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 19:38, 14. Feb. 2011 (CET)


Um Platz für die Lagerung des kontaminierten Abwassers zu schaffen, pumpte Tepco vom 4. bis zum 10.&nbsp;April rund 10.000 Tonnen kontaminiertes Wasser aus dem Abfalllager (ca. 30.000 Tonnen Gesamtkapazität)<ref name="asahi-TKY201104180126">{{Webarchiv | url=http://www.asahi.com/english/TKY201104180126.html | webciteID=5ykpp0mBe | text=''TEPCO aims for cold shutdown in 6-9 months, but no guarantees''}} (englisch). In: ''asahi.com''. 19.&nbsp;April 2011, abgerufen am 15.&nbsp;Mai 2011.</ref> mit einer Radioaktivität von 150 Milliarden [[Becquerel (Einheit)|Becquerel]] (0,15&nbsp;TBq) ins Meer.<ref name="tepco-11040404">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040404-e.html | webciteID=5xoaLrVz1 | text=''Discharge of low level radioactive accumulated water in the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station to the sea(2nd Release)''}} (englisch). Tepco, 4.&nbsp;April 2011.</ref><ref>{{Webarchiv|url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85822.html|text=''Radioactivity in water dumped from Fukushima plant lower than thought''|webciteID=5xy4Sm3jL}} (englisch). Kyodo News, 16.&nbsp;April 2011, abgerufen am 15.&nbsp;April 2011.<!-- Zugriff vor Veröffentlichung wg. unterschiedlicher Zeitzonen --></ref> Es gab Proteste japanischer Fischer<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040608-e.html | webciteID=5xoaOzHVF | text=''Regarding a letter of protest from National Federation of Fisheries Cooperative Associations''}} (englisch). Tepco, 6.&nbsp;April 2011.</ref> und der Anrainerstaaten Südkorea, Russland und China.<ref name="spiegel-2011-04-13">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,756785,00.html | webciteID=5xutkhkmG | text=''China wirft Japan bewusste Täuschung vor''.}} Spiegel Online, 13.&nbsp;April 2011.</ref> Anschließend wurde damit begonnen, Wasser aus den Kellern und Tunneln der Turbinengebäude ins Abfalllager und später auch in separate Tanks<ref name="kyodo-85524">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85524.html | webciteID=5xyGMVQog | text=''U.S. sends water storage tanks, trailer to Fukushima nuclear plant''}} (englisch). Kyodo News, 14.&nbsp;April 2011, abgerufen am 15.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="asahi-TKY201104180126" /><ref name="nisa-en20110508-11" /> zu pumpen, wobei man nur langsam vorankam.<ref name="kyodo-85506">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85506.html | webciteID=5xxxT6TqJ | text=''Removing highly toxic water remains difficult task at nuke plant''}} (englisch). Kyodo News, 14.&nbsp;April 2011, abgerufen am 15.&nbsp;April 2011.</ref> Tepco beauftragte den französischen Nukleartechnikkonzern [[Areva]] mit dem Bau einer Anlage, die 1.200 Tonnen Abwasser pro Tag direkt vor Ort dekontaminieren kann.<ref name="jaif_58" />
: Ich werde dann also dein Revert rückgängig machen und Cook zurück nach unten verschieben. Es wäre super, wenn du danach noch einmal schaust, ob alles seine Richtigkeit behalten hat. Grüße, --[[Benutzer:NessaTelemmaite|NessaT.]] 11:15, 15. Feb. 2011 (CET)


Die Firma [[Toshiba]], die mehrere der Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi gebaut hatte und auch an den Entsorgungsarbeiten nach dem [[Kernkraftwerk Three Mile Island#Der Unfall vom 28. März 1979|Unfall von Three Mile Island]] beteiligt war, unterbreitete Tepco ein Angebot für Sicherungsarbeiten am Kraftwerk. Innerhalb von 10 Jahren wolle Toshiba alle Brennstäbe vom Kraftwerksgelände entfernen, verschiedene Anlagen abbrechen und die Kontamination des Bodens verringern.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84098.html | webciteID=5xot6HJbj | text=''Toshiba proposes decommissioning 4 reactors in 10 years''}} (englisch). Kyodo News, 8.&nbsp;April 2011, abgerufen am 8.&nbsp;April 2011.</ref>
:: Ich habe es mir angesehen: so ist es viel besser, Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] 20:48, 27. Feb. 2011 (CET)


Die radioaktiven Abfälle, die durch die Explosionen von Block&nbsp;1 und 3 auf dem Kraftwerksgelände verteilt worden waren, räumte Tepco ab dem 10. April mit unbemannten Spezialfahrzeugen ab – mehrere dutzend Kubikmeter Schutt pro Tag.<ref name="jaif_49" /><ref name="nisa_95">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110416-11-1.pdf | webciteID=5y5RFM5vi | text=''Seismic Damage Information (the 95th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 15.&nbsp;April 2011: „removal of rubble“.</ref> Diese Arbeiten sollten bis Sommer 2012 andauern.<ref name="jaif_249">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1319860744P.pdf | webciteID=63vNtM8W9 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;249''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29.&nbsp;Oktober 2011 (PDF; 171&nbsp;kB)</ref>
== Deine Dateien mussten leider gelöscht werden ==


Im November 2011 wurde der [[HAL (Roboteranzug)]] ausgewählt, um Aufräumarbeiten auf dem Terrain der Nuklearkatastrophe von Fukushima vorzunehmen.<ref name="November2011">{{cite web|url=http://blogs.scientificamerican.com/observations/2011/11/09/robotic-exoskeletons-from-cyberdyne-could-help-workers-clean-up-fukushima-nuclear-mess/|title=Robotic Exoskeletons from Cyberdyne Could Help Workers Clean Up Fukushima Nuclear Mess (Deutsch: Robotik-Exoskelette von Dyberdyne könnten Arbeitern helfen das nukleare Schlamassel von Fukushima zu beseitigen) |work=[[Scientific American]]|date=2011-11-09|accessdate=2011-11-27}}</ref> Während der „Japan Robot Week exhibition“ (Deutsch: „Messe Japanische Roboterwoche“) in Tokyo im Oktober 2012 wurde eine überarbeitete Version von HAL vorgestellt, die speziell für die Aufräumarbeiten in Fukushima entwickelt worden war.<ref name="18October2012">{{cite web|url=http://neurogadget.com/2012/10/18/new-hal-exoskeleton-brain-controlled-full-body-suit-to-be-used-in-fukushima-cleanup/5612|title=New HAL Exoskeleton: Brain-Controlled Full Body Suit to Be Used In Fukushima Cleanup (Deutsch: Neues HAL-Exoskelett: hirn-kontrollierter Ganzkörperanzug zum Einsatz beim Aufräumen in Fukushima)|publisher=Neurogadget.com|date=2012-10-18|accessdate=2012-10-22}}</ref>
Hallo Minoo,


Weitere Maßnahmen dienten zur Eindämmung des Abwasseraustritts ins Meer. Neben dem [[#Abwasseraustritt ins Meer|Abdichten von Schächten und Rohren mit Wasserglas]] ließ Tepco eine Stahlwand am Wassereinlass von Reaktorblock&nbsp;2 bauen und an verschiedenen Stellen Schlammwälle („silt curtains“) aufschütten.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84291.html | webciteID=5xosL9JcO | text=''TEPCO tries to enclose high radiation in sea in nuke crisis''}} (englisch). Kyodo News, 10.&nbsp;April 2011, abgerufen am 9.&nbsp;April 2011.<!-- Zugriff vor Veröffentlichung wg. unterschiedlicher Zeitzonen --></ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110416-12-5.pdf | webciteID=5ydICeYJD | text=''Measures to prevent the spread of liquid including radiactive materials''}} (englisch, pdf). NISA, 16.&nbsp;April 2011.</ref> Zusätzlich wurden schwimmende Barrieren eingesetzt, um radioaktive Schwebstoffe zurückzuhalten,<ref name="grs-2011-04-15">{{Webarchiv | url=http://fukushima.grs.de/kommunikation-medien/japan-statusmeldung-stand-14-04-2011-1230 | webciteID=5xxaW3pLA | text=''Informationen zur Lage in Japan''.}} GRS, 14.&nbsp;April 2011.</ref> und Sandsäcke am Südpier des Kraftwerks aufgeschichtet.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11042103-e.html | webciteID=5y7SmFtPc | text=''Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2:Countermeasures to stop the outflow of contaminated water and the water amount flowed out into the sea''}} (englisch). Tepco, 21.&nbsp;April 2011.</ref> An den Austrittsstellen deponierte Säcke mit [[Zeolithgruppe|Zeolithen]] sollten Radionuklide im Wasser binden.<ref name="jaif_54">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1302947629P.pdf | webciteID=5xzKpAAxt | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;54: 18:00, April 16''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 16.&nbsp;April 2011 (PDF; 280&nbsp;kB)</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110417-4-1.pdf | webciteID=5y1BIc4gA | text=''Seismic Damage Information (the 98th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 17.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="pressetext.com-110407033">{{Webarchiv | url=http://pressetext.com/news/110407033/fukushima-arge-versaeumnisse-bei-dekontaminierung/ | webciteID=5xz4n0urQ | text=''Fukushima: Arge Versäumnisse bei Dekontaminierung''.}} pressetext.com, 7.&nbsp;April 2011.</ref> Die Maßnahmen waren erfolgreich: Die Emissionen ins Meer gingen bis Ende April auf einen Bruchteil zurück. Die [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Am Kraftwerk|Messwerte am nördlichen und südlichen Rand des Kraftwerksgeländes]] zeigten jetzt nur noch leichte Grenzwertüberschreitungen.
Da du die benötigten Informationen nicht nachgetragen hast, mussten die folgenden Dateien leider gelöscht werden:


Zum provisorischen Schutz des Kraftwerks vor möglichen weiteren Tsunamis wurde ein zwölf Meter hoher Damm aus [[Gabione]]n errichtet.<ref name="jaif_68" />
* [[:Datei:Magasindam II-!-apkhat 7-11-2010-Jægersborg Dyrehave.jpg]]
* [[:Datei:The Foxes!-apkhat 7-11-2010-Jægersborg Dyrehave.jpg]]


=== Situationsbestimmung ===
Die Dateien können aber mit deiner Hilfe wiederhergestellt werden: Dazu müsste der Urheber der Fotos, der zum Beispiel über Flickr zu erreichen sein könnte, auch der kommerziellen Weiternutzung der Fotos zustimmen. Bisher schließt er diese ausdrücklich aus. -- [[Benutzer:Yellowcard|Yellowcard]] 19:00, 21. Mär. 2011 (CET)
[[Datei:US Navy 041103-N-4614W-033 A U.S. Army explosive ordnance disposal (EOD) robot, i-Robot, pulls the wire of an alleged improvised explosive device (IED), found by the Iraqi Police (crop).jpg|mini|hochkant=0.8|PackBot, hier bei der Entschärfung eines Sprengsatzes im [[Irak]]]]


Der Mai brachte Klärungen zum Ablauf der Unfallserie und zum Zustand des Kraftwerks. Zunächst wurde das Innere der Reaktorgebäude erkundet. Wegen der hohen Strahlung in den Gebäuden übernahmen diese Aufgabe [[PackBot]]-Roboter, die das [[Idaho National Laboratory]] für diesen Zweck umgerüstet hatte.<ref name="kyodo-86170">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/86170.html | webciteID=5y2DOGnVl | text=''Up to 57 millisieverts measured at Nos. 1, 3 reactor buildings (erstes Foto zeigt INL-Roboter)''}} (englisch). Kyodo News, 18.&nbsp;April 2011, abgerufen am 18.&nbsp;April 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.localnews8.com/news/27377236/detail.html | webciteID=5y2DWOmQ3 | text=''INL To Send Robot To Japan''}} (englisch). Local8 News, [[Idaho]], USA, 30.&nbsp;März 2011.</ref> Die etwa ein Meter hohen Geräte waren wegen im Weg liegender Explosionstrümmer nur begrenzt einsetzbar,<ref name="jaif_58">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303298461P.pdf | webciteID=5y5KiKx0y | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;58: 20:00, April 20''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 20.&nbsp;April 2011 (PDF; 90&nbsp;kB)</ref> lieferten aber wertvolle Informationen über die Strahlenbelastungen in verschiedenen Gebäudeteilen. Die Messwerte in Block&nbsp;1 reichten von etwa 10 bis 1000 Millisievert pro Stunde.<ref name="jaif_56">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303123282P.pdf | webciteID=5y2LAJE4x | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;56: 20:00, April 18''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 18.&nbsp;April 2011 (PDF; 69&nbsp;kB)</ref><ref name="jaif_62">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303639247P.pdf | webciteID=5yBfifOBR | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;62: 18:00, April 24''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 24.&nbsp;April 2011 (PDF; 210&nbsp;kB)</ref> Später kamen verschiedene weitere Robotermodelle und ferngesteuerte Spezialgeräte zum Einsatz, auch auf dem weiteren Kraftwerksgelände.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/f12np-gaiyou_e_2.pdf | webciteID=5zN5luaqW | text=''Current Status of Fukushima Daiichi and Fukushima Daini Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 6.&nbsp;Juni 2011: „Introduction of Remote Controlling Machine such as Robots“ (S.&nbsp;12).</ref>
== Meinungsbild ==
Hallo [[Benutzer:Minoo|Minoo]], du hattest dich im [[Diskussion:Beschneidung weiblicher Genitalien/Archiv/2008/2. Teilarchiv#„Verstümmelung“ vs „Beschneidung“|März 2008]] in der Diskussion zum Artikel [[Beschneidung weiblicher Genitalien]] für ein Lemma eingesetzt, das "Verstümmelung" und "Beschneidung" enthält. Nun gibt es ein Meinungsbild dazu, das dich interessieren könnte. Vielleich hast du Lust, an der Abstimmung teilzunehmen? Falls ja, dann ist hier der Link: [[Wikipedia:Meinungsbilder/Artikellemma Beschneidung und Verstümmelung weiblicher Genitalien]]. Viele Grüße, --[[Benutzer:Die Sengerin|Die Sengerin]] 17:21, 15. Aug. 2011 (CEST)


Als Nächstes wurde die Luft in den Gebäuden dekontaminiert, sodass auch Arbeiter mit entsprechender Schutzausrüstung dort (in Teilbereichen) tätig werden konnten. Die neu gewonnenen Informationen lieferten zusammen mit Datenaufzeichnungen aus den Leitständen und zusätzlichen computergestützten Analysen ein Bild vom Zustand der Reaktoren&nbsp;1 bis 3. In allen dreien waren die Kernbrennstäbe größtenteils geschmolzen („melt-down“), und die Schmelze hatte den Druckbehälter beschädigt.<ref name="tepco-110515e10" /><ref name="tepco-110524e14">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110524e14.pdf | webciteID=5ywr6rCmc | text=''Status of cores at Units 2 and 3 in Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 24.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 25.&nbsp;Mai 2011.</ref> Auch die Sicherheitsbehälter waren undicht, was die NISA – die bereits am 18.&nbsp;April eine Kernschmelze in allen drei Reaktoren bestätigt hatte<ref name="yomiuri-T110419004267">{{Webarchiv | url=http://www.bloomberg.com/news/2011-04-27/tokyo-water-radiation-falls-to-zero-for-first-time-since-crisis.html | webciteID=5ykpp0mAw | text=''Agency admits ‘melting’ of N-fuel''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 20.&nbsp;April 2011.</ref> – mit einem Austreten von Teilen der Schmelze in die Sicherheitsbehälter („melt-through“) erklärte.<ref name="nisa-untersuchung" /> Durch die undichten Behälter leckte das Kühlwasser aus den Reaktoren.<ref name="jaif_79">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305194726P.pdf | webciteID=5ydD7XWnG | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;79''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 12.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 101&nbsp;kB)</ref> Anfang 2017 wurde ein Loch von einem Quadratmeter Größe im Wartungsgitter unter dem Druckbehälter von Reaktor 2 festgestellt, vermutlich von heißem Material der Brennelemente durchgeschmolzen. Ob der Sicherheitscontainer auch beschädigt ist, konnte noch nicht geklärt werden.<ref>[https://www.heise.de/tp/features/Fukushima-Rekordradioaktivitaet-in-Reaktor-2-mit-530-Sievert-pro-Stunde-gemessen-3616869.html ''Fukushima: Rekordradioaktivität in Reaktor 2 mit 530 Sievert pro Stunde gemessen''], Telepolis, 3.&nbsp;Februar 2017</ref>
==Reitkunst==


Das gesamte Datenmaterial mit Aufzeichnungen der Reaktorparameter und Tätigkeitsprotokollen der Mitarbeiter wurde auf Betreiben der NISA am 16.&nbsp;Mai im Internet veröffentlicht.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11051610-e.html | webciteID=5z2g1FqLK | text=''Submission of a report regarding the plant data of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station at the time of the earthquake to Nuclear and Industrial Safety Agency, Ministry of Economy, Trade and Industry''}} (englisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011.</ref> Später veröffentlichte die NISA auch sämtliche Meldungen des Kraftwerksbetreibers an die Behörde.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/earthquake/plant/plant_index.html | wayback=20110722202503 | text=''{{lang|ja|東京電力株式会社から送付された原子力災害対策特別措置法第10条に基づく通報資料等の公表について}}''}} (Artikel-10-Meldungen von Tepco; japanisch). 24.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 5.&nbsp;Juli 2011.</ref>
Liebe/r Minoo,


Ursprüngliche Planungen, mit geschlossenen Wasserkreisläufen schnell die Kühlung der Reaktoren zu stabilisieren und die Freisetzung radioaktiver Stoffe in den Griff zu bekommen,<ref name="jaif_50" /><ref name="tepco-roadmap" /> waren durch die Reaktorschäden hinfällig.<ref name="jaif_78">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305023353P.pdf | webciteID=5ya7b9p0l | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;78''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 11.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 120&nbsp;kB)</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110530a2.html | webciteID=5z36FswRK | text=''Stabilizing reactors by year’s end may be impossible: Tepco''}} (englisch). The Japan Times, 30.&nbsp;Mai 2011.</ref> Dadurch verschärfte sich auch die Abwasserproblematik.<ref name="jaif_79" /><ref name="jaif_82">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305452493P.pdf | webciteID=5ykpp0mBV | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;82''}} (englisch). 15.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 249&nbsp;kB)</ref> Mit Provisorien wie dem Zubetonieren von Schächten und Tunneln<ref name="nisa_123e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110502-2-1.pdf | webciteID=5yNwQ5jTE | text=''Seismic Damage Information (the 123rd Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 2.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="jaif_68">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1304243779P.pdf | webciteID=5yM2O3VOY | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;68''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 1.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 338&nbsp;kB).</ref><ref name="jaif_99" /> und dem Zwischenlagern von kontaminiertem Wasser in diversen Gebäuden, die eigentlich nicht dazu gedacht waren und teilweise leckten,<ref name="jaif_93" /> rettete Tepco sich – mit Genehmigung der NISA<ref name="nisa_164e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/06/en20110610-1-1.pdf | webciteID=5zKuMGcGG | text=''Seismic Damage Information (the 164th Release)''}} (englisch). NISA, 9.&nbsp;Juni 2011.</ref> – über die Zeit.
Nordlicht8 hat Dich empfohlen um mit mit den Artikel über die Levade zu bearbeiten. Ich finde, dort besteht Handlungsbedarf.


Währenddessen gab es immer wieder technische Probleme und Störfälle, zum Beispiel einen kritischen Temperaturanstieg in Reaktor&nbsp;3, einen Ausfall der Kühlung in Block&nbsp;5<ref>{{Webarchiv | url=http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110530a1.html | webciteID=5zL28xsls | text=''Pump failure nearly brings No.&nbsp;5 to a boil''}} (englisch). The Japan Times, 30.&nbsp;Mai 2011.</ref> und einen Stromausfall in Block&nbsp;1 und 2.<ref name="nisa_164e" />
Es wäre toll, wenn Du die Zeit&Lust fändest, Dir meine Vorschläge kurz mal hier anzuschauen:


Die Zahl der Personen auf dem Kraftwerksgelände erhöhte sich stetig. Nachdem sie Anfang Mai die 1000 überschritten hatte,<ref name="jaif_68" /> waren es Mitte Juni bereits 2500.<ref name="jaif_111">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1307957349P.pdf | webciteID=5zPgYLWvd | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;111''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 13.&nbsp;Juni 2011(PDF; 89&nbsp;kB)</ref>
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Levade


=== Mittelfristige Stabilisierung ===
Viele liebe Grüße,-- [[Benutzer:Fridastauffen|Frida Stauffen]] 10:30, 27. Sep. 2011 (CEST)
[[Datei:Fukushima I reactor cooling water 2011-07-02.svg|mini|Reaktor-Kühlwassermengen, im Juni so weit wie möglich reduziert]]


Als dauerhaftere Lösung des Abwasserproblems ging im Juni die neue Dekontaminationsanlage in Betrieb, mit vier Aufbereitungsstufen:<ref name="aufbereitungsanlage">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110609e8.pdf | webciteID=5zL3v67vI | text=''Summary of radioactive accumulated water treatment system''}} (englisch, pdf). Tepco, 9.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 10.&nbsp;Juni 2011.</ref>
== KALP-Bewertung ==


* [[Ölabscheider]]
Hallo Minoo, du hast auf [[WP:KALP]] mit {{Pro}} abgestimmt, das ist zwar ein ganz guter Anfang, allerdings möchte ich zu Bedenken geben, dass auf der KALP-Seite Artikel sowohl für {{be|l}} als auch für {{be|e}} kandidieren. Von daher wäre es für die spätere Auswertung wünschenswert wenn Du ein eindeutigeres Votum abgeben würdest, Details zu den jeweiligen Kriterien findest du unter [[WP:KrLA]]. Dankeschön im voraus.--[[Benutzer:Vux|Vux]] 22:42, 11. Dez. 2011 (CET)
* mehrstufiger Caesiumfilter mit [[Zeolithgruppe|Zeolithen]]
* Nachbau eines chemisch-physikalischen Dekontaminationssystems der [[Wiederaufarbeitungsanlage La Hague]]
* [[Osmose|osmotische]] Entsalzung


Die Anlage senkt die Radioaktivität des Wassers auf ein 100.000stel<ref name="jaif_123" /> und produziert dabei hoch radioaktiven Schlamm, der bis zur Entscheidung über eine [[Endlagerung]] auf dem Kraftwerksgelände verbleibt.<!-- Beleg fehlt! --> Das dekontaminierte Wasser wird teils in neu errichteten Tanks gelagert und teils als Kühlwasser für die Reaktoren wiederverwendet.<ref name="aufbereitungsanlage" />
== KALP Jagdreiten ==


{| class="wikitable float-left" style="text-align:center"
Hallo Minoo, die Kandidatur für den Artikel [[Jagdreiten]] bei [[WP:KALP]] wurde soeben als ''ergebnislos'' ausgewertet. --[[Benutzer:Vux|Vux]] 16:41, 11. Feb. 2012 (CET)
|-
|+ Dekontaminiertes Wasser<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110818006282.htm | webciteID=616Rph94d | text=''High stakes for cleaning system / New technology could provide big boost to end Fukushima N-plant crisis''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 19.&nbsp;August 2011. Für die Woche ab dem 3.&nbsp;August sind 77 % Auslastung angegeben, aber aus der Zahl 6.720 errechnen sich 80 %.</ref>
|-
!Woche ab
!Tonnen
!Anlagen-<br />auslastung
|-
|style="text-align:left"| 29. Juni
| 6380
| 76 %
|-
|style="text-align:left"|{{0}}6. Juli
| 6130
| 73 %
|-
|style="text-align:left"| 13. Juli
| 4510
| 54 %
|-
|style="text-align:left"| 20. Juli
| 4870
| 58 %
|-
|style="text-align:left"| 27. Juli
| 6190
| 74 %
|-
|style="text-align:left"| {{0}}3. August
| 6720
| 80 %
|-
|style="text-align:left"| 10. August
| 7420
| 88 %
|}


Die Gesamtmenge des bereits angesammelten Abwassers schätzte Tepco Anfang Juni auf etwa 100.000 Tonnen, mit einer Radioaktivität von 720.000 Terabecquerel<ref name="jaif_101" /> – ungefähr so viel, wie während der „heißen Phase“ der Unfälle in die Luft freigesetzt wurde.<ref name="nhk-06_33">{{Webarchiv | url=http://www3.nhk.or.jp/daily/english/06_33.html | webciteID=5zFSmXnPS | text=''No.&nbsp;1 reactor vessel damaged 5 hours after quake''}} (englisch). NHK, 6.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 6.&nbsp;Juni 2011.</ref> Der Zufluss an neuem Abwasser lag zu diesem Zeitpunkt bei mehreren hundert Tonnen pro Tag. Die Dekontaminierungskosten wurden mit umgerechnet 1800&nbsp;Euro pro Tonne veranschlagt.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110528002597.htm | webciteID=5z4UchGgv | text=''53.1 billion yen needed to clean water''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 29.&nbsp;Mai 2011.</ref>
== Bitte um Prüfung ==


Statt geplanter 50 Tonnen Durchfluss pro Stunde erreichte die Anlage zunächst nur etwa 25 bis 35 Tonnen. Regelmäßig kam es zu Pannen und Betriebsunterbrechungen.<ref name="jaif_149">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1311228588P.pdf | webciteID=60MMVYwaD | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;149''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 100&nbsp;kB)</ref><ref name="jaif_158">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1312000348P.pdf | webciteID=60Ywg0RnV | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;158''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 30.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 190&nbsp;kB)</ref>
Hallo Minoo,<br />
deine Änderung im Artikel [[:Rollkur (Pferdesport)]] hat eine defekte Weiterleitung [[:Low-deep-round]] hinterlassen, kannst du diese bitte auf ein sinnvolles Ziel umleiten oder, falls sie nicht mehr benötigt wird löschen lassen? Zudem gibt es im Text drei Links auf [[:International Federation of Equestrian Sports|FEI]] einer würde reichen denke ich. Vielen dank im Voraus. --Liebe Grüße,&nbsp;[[Benutzerin:Lómelinde|Lómelinde]]&nbsp;<small>[[Benutzerin Diskussion:Lómelinde|Diskussion]]</small> 16:15, 28. Okt. 2012 (CET)


Eine zweite, zuverlässigere Zeolith-Filteranlage übernahm die Dekontamination des Wassers, das sich in dem abgeschotteten Bereich vor dem Kraftwerk angesammelt hatte.<ref name="jaif_112">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1308042843P.pdf | webciteID=5zRGMsjoK | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;112''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14.&nbsp;Juni 2011, (PDF; 139&nbsp;kB)</ref>
Hallo Lómelinde, ich habe zumindest 2 FEI links gefunden - klar sind die überflüssig. den link auf LDR habe ich nicht gefunden, den musst du selber fixen. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:01, 29. Okt. 2012 (CET)
: Gut ist erledigt, ich habe es auf den Abschnitt Aktuelle Bewertung … gelegt, da wird es wohl passen. --Liebe Grüße,&nbsp;[[Benutzerin:Lómelinde|Lómelinde]]&nbsp;<small>[[Benutzerin Diskussion:Lómelinde|Diskussion]]</small> 22:33, 29. Okt. 2012 (CET)


Die Sicherheitsbehälter der Reaktoren&nbsp;1 bis 3 wurden mit [[Stickstoff]] gefüllt, um möglichen Knallgasexplosionen vorzubeugen. Die Abklingbecken erhielten neue, geschlossene Kühlkreisläufe. Dadurch konnten die Wassertemperaturen gesenkt und [[Korrosion|korrosive]] Meersalzreste ausgefiltert werden. Die Betonpumpen gingen außer Betrieb.
== Masoala-Halle ==
Hallo Minoo,<br />
nochmals besten Dank für Deine konstruktive Kritik und die Anmerkungen. Hast Du noch weitere Verbesserungsvorschläge? Wie wirkt der Artikel auf Dich?<br />
Vielen Dank für die Antwort und ein schöner Tag, --[[Benutzer:Phzh|Phzh]] ([[Benutzer Diskussion:Phzh|Diskussion]]) 12:04, 4. Jan. 2013 (CET)
:Ich finde den Artikel insgesamt sehr gelungen. Er ist ein bischen Technik-lastig, aber da einige neue Techniken eingesetzt wurden ist das ja auch interessant. Beim Bau geht es für meinen Geschmack etwas sehr in Detail - ist es wirklich relevant wie die verschiedenen beteiligten Unternehmen hiessen? Da könnte man vielleicht noch etwas raffen. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 23:18, 5. Jan. 2013 (CET)
::Erstmal, Vielen Dank für das Lob. Wo findest Du, könnte ich die Technik noch kürzen? Ich hatte nun einen Teil im Bauabschnitt gestrichen, besser? LG,--[[Benutzer:Phzh|Phzh]] ([[Benutzer Diskussion:Phzh|Diskussion]]) 18:24, 6. Jan. 2013 (CET)


Der Abwasserstand in den verschiedenen Gebäuden blieb über Monate hinweg nahezu unverändert: Zufluss durch Kühlwasser und Regen und Abfluss durch Aufbereitung und Lagerung in neuen Tanks hielten sich die Waage. Ein Überlaufen konnte verhindert werden.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/06/en20110629-1-4.pdf | webciteID=5zsQUY7rZ | text=''Water levels of accumulated water''}} (englisch, pdf). NISA, 28.&nbsp;Juni 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/06/en20110629-1-4.pdf | webciteID=5zsQUY7rZ | text=''Water levels of accumulated water''}} (englisch, pdf). NISA, 12.&nbsp;August 2011.</ref>
== Kamasutra ==
Moin Minoo,<br>über Deine Mitwirkung im [[Kamasutra]] freue ich mich. So hat mein Impuls über die Wagenbach-Ausgabe eine gute Wirkung gezeigt. Schöne Grüsse --[[Benutzer:Jürgen Engel|Jürgen Engel]] ([[Benutzer Diskussion:Jürgen Engel|Diskussion]]) 23:01, 5. Jan. 2013 (CET)


Um die Verarbeitungskapazität zu erhöhen, wurde die (erste) Dekontaminierungsanlage im August um ein zusätzliches, von [[Toshiba]] gebautes Zeolith-Filtersystem erweitert.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110803e4.pdf | webciteID=60vnNWqIh | text=Overview of Radioactive Accumulated Water Treatment System (Additional Installment of 2<sup>nd</sup> Cesium Adsorption Instrument)}} (englisch, pdf). Tepco, 3.&nbsp;August 2011, abgerufen am 14.&nbsp;August 2011.</ref> Damit gelang es in den nachfolgenden Monaten, die Wasserstände allmählich zu senken.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/12/en20111205-1-2.pdf | webciteID=63rIrnURp | text=''Water levels of accumulated water''}} (englisch, pdf). NISA, 5.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Bis Mitte Oktober wurden insgesamt rund 130.000&nbsp;Tonnen Wasser verarbeitet.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1319439979P.pdf | webciteID=644RDQUg7 | text=''Almost 130,000 Cubic Meters of Water Already Treated at Fukushima Daiichi NPS, Making Cold Shutdown of Units 1 to 3 Likely by Year-end''}} (englisch, pdf). In: ''Atoms In Japan''. JAIF, 24.&nbsp;Oktober 2011 (PDF; 96&nbsp;kB)</ref> Während des Betriebs traten weitere Pannen, Leckagen und Stillstandszeiten auf, bis hin zu einem Austritt von „mindestens 45“ Tonnen mit hoch radioaktivem Strontium kontaminierten Wasser (175 Mio. Becquerel pro Liter) im Dezember. Bis zu 150 Liter davon liefen ins Meer.<ref name="tepco-111208e23">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/111208e23.pdf | webciteID=63vjR3Ldz | text=''Regarding the steps to be taken regarding the leakage of water containing radioactive materials at the water desalination of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch, pdf). Tepco, 8.&nbsp;Dezember 2011, (PDF; 1,2&nbsp;MB), abgerufen am 14.&nbsp;Dezember 2011.</ref>
:Auf jeden Fall war das eine Verbesserung. Vielleicht weisst du wie man Diskussionsseiten archivieren kann. Das meiste auf der Disk ist nun dank der Überarbeitung nicht mehr aktuell. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 23:06, 5. Jan. 2013 (CET)


Seit Oktober 2011 liegt die Temperatur aller Reaktoren unter 100&nbsp;°C.<ref>Temperaturdiagramme von , und (pdf). Tepco, 13.&nbsp;Dezember 2011, archiviert von {{Webarchiv|url=http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/11121312_temp_data_1u-e.pdf |wayback=20120130193229 |text=Original 1 |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }}, {{Webarchiv|url=http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/11121312_temp_data_2u-e.pdf |wayback=20120130193232 |text=Original 2 |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }} und {{Webarchiv|url=http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/11121312_temp_data_3u-e.pdf |wayback=20120130193236 |text=Original 3 |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }}, abgerufen am 13.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Dieser Zustand ist stabil, solange die Kühlwasserversorgung nicht für mehr als 18 Stunden unterbrochen wird.<ref name="jaif_239">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1319014924P.pdf | webciteID=63vN07uLo | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;239''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 19.&nbsp;Oktober 2011 (PDF; 78&nbsp;kB).</ref> Japans neuer Premierminister [[Yoshihiko Noda]] erklärte am 16.&nbsp;Dezember 2011, das Kraftwerk sei – wie geplant – stabil heruntergefahren (''cold shutdown,'' [[Kaltabschaltung]]). Die NISA hatte zuvor bestätigt, dass die Kühlung durch redundante Systeme sichergestellt sei,<ref>{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/national/news/20111216p2g00m0dm160000c.html | webciteID=63yWTVllA | text=''Japan gov’t declares ‘cold shutdown’ of crippled Fukushima plant''}} (englisch). Mainichi Daily News, 16.&nbsp;Dezember 2011, abgerufen am 16.&nbsp;Dezember 2011.</ref> obwohl Tepco bei den provisorischen Kühlsystemen ein zehnfach höheres Ausfallrisiko als im Normalzustand sieht.<ref name="jaif_239" /> Kritiker bezweifeln, dass man bei unklarem Zustand des Reaktorkerns von einer Kaltabschaltung sprechen kann.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T111118006066.htm | webciteID=63yWc0Iaw | text=''N-fuel conditions unclear''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 19.&nbsp;November 2011.</ref>
::Moin Minoo,<br>ein Archiv ist jetzt eingefügt. Am morgigen Montag müssten die alten Sachen im Archiv landen. Für Deine Diskussionsseite kannst Du auch ein Archiv anlegen - wenn Du möchtest. Du brauchst hierfür auf der Diskussionsseite vom Lemma Kamusutra unter Bearbeiten die entsprechenden Details kopieren und für Deine Seite anpassen. Schönen Gruss --[[Benutzer:Jürgen Engel|Jürgen Engel]] ([[Benutzer Diskussion:Jürgen Engel|Diskussion]]) 12:46, 6. Jan. 2013 (CET)
:: Schau gelegentlich einmal [[Diskussion:Kamasutra|hier]] nach: Es hat geklappt! Schönen Gruss --[[Benutzer:Jürgen Engel|Jürgen Engel]] ([[Benutzer Diskussion:Jürgen Engel|Diskussion]]) 12:35, 7. Jan. 2013 (CET)


=== Langfristige Absicherung ===
:::Ja, es hat geklappt. Wenn du noch eine Signatur unter meine Anmerkung zu den Bildern aus einer abgeblichen Kamasutra-Handshrift signierst, dann verschwindet die auch mal eines Tages. [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 20:08, 7. Jan. 2013 (CET)
{{Veraltet|seit=Jahr 2013}}


Bis Mitte 2013 hatte Tepco eine zusätzliche Stahlwand unmittelbar vor dem Kraftwerk eingezogen.<ref>{{Internetquelle |autor=Ralf Nestler |url=http://www.tagesspiegel.de/wissen/fukushima-insel-der-isotope/8317070.html |titel=Fukushima – Insel der Isotope |hrsg=[[Der Tagesspiegel]] |datum=2013-06-08 |zugriff=2016-10-06}}</ref><ref name="Welt2013">{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article117980283/Radioaktiv-verseuchter-Fisch-bei-Atomruine-gefangen.html |titel=Fukushima – Radioaktiv verseuchter Fisch bei Atomruine gefangen |hrsg=Welt.de |datum=2013-07-12 |zugriff=2016-10-06}}</ref> Sie wurde bis tief in den Meeresboden getrieben, um den Austritt von kontaminiertem „Untergrundwasser“ für die nächsten 30 Jahre einzudämmen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110831e12.pdf | webciteID=63vHuD04j | text=''Basic Design of Water Shield Wall at the Seaside''}} (englisch, pdf). Tepco, 31.&nbsp;August 2011, abgerufen am 14.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Doch inwiefern die Stahlwand eine Kontamination des Grundwassers verhindern kann, ist zweifelhaft.<ref name="Welt2013" />
== Hinweis zu Kat:Kriegshund ==


Nach Angaben der japanischen Regierung ist geplant, ab 2013 die Brennelemente aus den Abklingbecken der Reaktorblöcke&nbsp;1 bis 4 zu entfernen und in den übrigen Abklingbecken zu lagern. Bis 2021{{Zukunft|2021}} sollen die Sicherheitsbehälter der Reaktoren&nbsp;1 bis 3 repariert, mit Wasser gefüllt und bis 2025{{Zukunft|2025}} die Überreste der Reaktorkerne entfernt werden. Anschließend sollen die vier Blöcke komplett [[Abriss (Bauwesen)|abgerissen werden]]. Innerhalb von 30 bis 40 Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.<ref name="jaif_291">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1323921629P.pdf | webciteID=63wr9cqSM | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;291''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 15.&nbsp;Dezember 2011 (PDF; 97&nbsp;kB)</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/6/0,3672,8424934,00.html | webciteID=649JaQ1yl | text=''Fukushima: Abschaltung dauert bis zu 40 Jahre''}}. In: ''heute magazin''. ZDF, 21.&nbsp;Dezember 2011, abgerufen am 23.&nbsp;Dezember 2011.</ref>
Hallo Minoo,<br />
Ich halte diese Kat für nicht hilfreich und habe unter [[Portal:Hund/Redaktionsseite#Kategorie:Kriegshund|P:RH#Kategorie:Kriegshund]] eine Diskussion dazu gestartet. Gruss, --[[Benutzer:Cú Faoil|Cú Faoil]] <sup>[[WP:RM|RM]]-[[P:RH|RH]] </sup> 18:38, 19. Jan. 2013 (CET)
: erledigt. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:58, 30. Jan. 2013 (CET)


== Ablauf in den einzelnen Systemen ==
== Amazonen ==
{{Hauptartikel|Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima}}


=== Probleme in den Reaktoren 1 bis 3 ===
Hallo Minoo,
[[Datei:Boiling water reactor german.svg|mini|Schema eines Siedewasserreaktors]]


{{Anker|Anker Reaktorgebäude}}
ich bin erst seit kurzem bei Wikipedia. Ich sehe, dass du vor kurzem bei der Seite über die Amazonen einige Änderungen durchgeführt hast.
[[Datei:Reaktor.svg|mini|Reaktorgebäude, darin Sicherheitsbehälter Mark I (orange), bestehend aus Druckkammer (11) und Kondensationskammer (24) zum Druckabbau, sowie Abklingbecken (5). Reaktordruckbehälter (8, gelb) mit Reaktorkern (1, Brennelemente rot)]]
Ich habe im Rahmen meines Geschichtstudiums mal für eine Kommilitonin Material zum Thema Kriegerfrauen zusammengetragen.
Daraus ist ein Aufsatz mit 26 Seiten geworden (Zeitraum Antike bis 19. Jahrundert).


Nach der [[Reaktorschnellabschaltung|Schnellabschaltung]] der Reaktoren wurden auch die Dampf- und Wasserkreisläufe zu den Turbinen unterbrochen<ref name="lochbaum-block1" /><ref name="alarm1" /> (siehe Leitungen Nr.&nbsp;6 und 7 in der Grafik rechts); damit ging planmäßig die [[Wärmesenke|Hauptwärmesenke]] der Reaktoren verloren. Die vom verdampfenden Wasser in den Reaktoren aufgenommene [[Nachzerfallswärme]] wurde nun jeweils in wassergefüllte [[Druckabbausystem (Siedewasserreaktor)|Kondensationskammern]] abgeführt, die als Ersatzwärmesenke dienten. In Block&nbsp;2 und 3 war dies jeweils die große Kondensationskammer unter dem Reaktor (Nr.&nbsp;24 in der zweiten Grafik), die indirekt mit Meerwasser gekühlt wurde (RHR-System). Im anders aufgebauten Block&nbsp;1 kamen verschiedene Notkühlsysteme zum Einsatz.
Ich wollte das Ganze mal an eine größere Gruppe von Personen weitergeben. Bin mir aber wegen der Urhebberechte der von mir verwendeten Literatur nicht sicher.
Deshalb hatte ich mich bei Wikipedia angemeldet.


Knapp eine Stunde später fielen die Notstromgeneratoren aus, und damit auch die elektrisch betriebenen Pumpen der Kühlsysteme von Reaktorblock&nbsp;2 und 3. Eine Wärmeabfuhr aus den Reaktor-Kondensationskammern und den Abklingbecken ins Meer war nicht mehr möglich. Die direkte Kühlung der Reaktorkerne erfolgte nun mit dampfgetriebenen Pumpen (RCIC), deren Einsatz nur für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen ist. Eine Stromversorgung wird hierbei nur für die Regelung der Pumpen und für die Ansteuerung von Ventilen benötigt. Dies war in Block&nbsp;2 und 3 kurzzeitig mit Notstrombatterien möglich, bis diese ausfielen oder das Kühlsystem aus anderen Gründen versagte. In Block&nbsp;1 fiel die Notkühlung vermutlich bereits durch die Tsunami-Überschwemmung aus.<ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="nisa-praesentation">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110406-1-1.pdf | webciteID=5xuhLD1j7 | text=''The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Pacific Earthquake and the seismic damage to the NPPs''}} (englisch, pdf). NISA, 4.&nbsp;April 2011. ''Grafik zur Lage und Überschwemmung der Dieselgeneratoren („D/G“) auf S.&nbsp;12 (Dokumentennummerierung, abweichend von den PDF-Zeitenzahlen); Notkühlsystem Block&nbsp;1 inkl. Überschwemmung der Batterien auf Seite 17f; Verlauf in Reaktor&nbsp;1 auf S.&nbsp;15&nbsp;f., in Reaktor&nbsp;2 auf S.&nbsp;24&nbsp;f., in Reaktor&nbsp;3 auf S.&nbsp;28&nbsp;f.; Drücke sind relativ zum Außendruck angegeben, für den Absolutdruck müssen 100&nbsp;kPa addiert werden''</ref> Die als letzte Notmaßnahme verwendbaren, dieselbetriebenen Pumpen des Feuerlöschsystems waren aus verschiedenen Gründen nicht einsetzbar oder wurden falsch bedient.<ref name="kantei-bericht2" /> Es wurde kein frisches Kühlwasser mehr in die Reaktoren eingespritzt und das noch vorhandene Wasser verdampfte. Dadurch sank der Wasserstand ab und die Reaktorbrennstäbe waren zunächst teilweise, später gar nicht mehr von Wasser umgeben, wodurch sie sich aufgrund der Nachzerfallswärme weiter erhitzten.
Das Wikipedia-Team hatte mir mitgeteilt, dass der Aufsatz kollektiv von 300 Autoren erstellt worden sei. Bevor ich da irgendetwas reinschreibe, wollte ich natürlich mit den Autoren Kontakt aufnehmen.


{{Anker|Wasserstoffbildung}}
Die Frage wäre, ob du den Aufsatz zugeschickt bekommen möchtest? --[[Benutzer:Evertsen74|Evertsen74]] ([[Benutzer Diskussion:Evertsen74|Diskussion]]) 18:14, 29. Jan. 2013 (CET)
Die Hüllen der Brennstäbe bestehen aus einer [[Zirkalloy]] genannten Zirkoniumlegierung. Bei Temperaturen ab etwa 800&nbsp;°C reagiert das [[Zirkonium]] mit dem umgebenden Wasserdampf unter Bildung von Zirkoniumoxid und [[Wasserstoff]].<ref>{{Literatur |Autor=Inga Maren Tragsdorf |Hrsg=Forschungszentrum Jülich |Titel=Entwicklung und Untersuchung von Katalysatorelementen für innovative Wasserstoff-Rekombinatoren |Sammelwerk=Reihe Energietechnik / Energy Technology |Band=Band / Volume 36 |Datum=2004 |ISBN=3-89336-384-X |ISSN=1433-5522 |Seiten=1 |Online=[http://zb0035.zb.kfa-juelich.de/record/49237/files/Energietechnik_36.pdf S.&nbsp;10 PDF, 6&nbsp;MB]}}</ref> Die mit dem [[Oxidation]]svorgang verbundene erhebliche Wärmeentwicklung treibt diesen weiter voran ([[exotherme Reaktion]]). Ab ca. 1200 °C nimmt die Oxidation des Zirkoniums dramatisch zu.<ref name="grs-kernschmelze">{{Webarchiv | url=http://www.grs.de/aktuelles/was-ist-eine-kernschmelze | webciteID=5xrxA2hif | text=''Was ist eine Kernschmelze?''.}} [[Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit]], 18.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="Makhijani">Arjun Makhijani: {{Webarchiv | url=http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Moegliche_Folgen_Unfall_Fukushima.pdf | webciteID=5xd7PN6ht | text=''Mögliche Folgen des Unfalls in der Fukushima Nuklearanlage''}} (pdf). In: ''ippnw.de''. (PDF; 129&nbsp;kB), abgerufen am 2.&nbsp;April 2011. Zusammenfassung des Papiers „Post‐Tsunami Situation at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant in Japan“.</ref>


Bei Temperaturen ab etwa 900 °C beginnen die Hüllrohre der Brennstäbe durch den inneren [[Gasdruck]] zu bersten. Dadurch werden radioaktive Gase und Partikel des Brennmaterials freigesetzt, darunter die [[Isotope]] <sup>131</sup>[[Iod|I]] und <sup>129</sup>I, die weiteren [[Kernspaltung|Spaltprodukte]] <sup>137</sup>[[Caesium|Cs]], <sup>134</sup>Cs und <sup>90</sup>[[Strontium|Sr]] sowie das [[Brutreaktor|Brutprodukt]] <sup>239</sup>[[Plutonium|Pu]]. Oberhalb von etwa 1750&nbsp;°C schmilzt das Zirkalloy,<ref name="grs-kernschmelze" /> fließt zusammen mit gelöstem Uranoxid der Brennstäbe auf den Boden des Druckbehälters und lagert sich dort als sogenanntes [[Corium (Reaktortechnik)|Corium]] ab<ref name="temperatur_Zr">P. Kuan, D.J. Hanson und F. Odar: [http://www.osti.gov/scitech/servlets/purl/5642843/5642843.pdf Managing water addition to a degraded core], 1992, S.&nbsp;3–5<!-- Diese Quelle ist mit WebCite nicht archivierbar. --></ref> – eine Kernschmelze hat begonnen. Ab 2850&nbsp;°C schmilzt auch das Uranoxid der Brennstäbe<ref name="grs-kernschmelze" /> und bildet zusammen mit geschmolzenen [[Steuerstab|Steuerstäben]] weiteres „Corium“. In allen drei betroffenen Reaktoren waren die Brennstäbe so lange ohne Kühlung, dass diese Vorgänge abliefen und der Großteil des Reaktorkerns schmolz.<ref name="tepco-110515e10" /><ref name="tepco-110524e14" /><ref name="nisa-untersuchung" />
:Hallo Evertsen74, willkommen auf Wikipedia. Ich freue mich, wenn du zu dem Amazonenartikel inhaltlich etwas beitragen kannst. Ich habe ihn in den letzten Tagen nur soweit redigiert, dass ich inhaltlich arbeiten kann. Wenn du nun die inhaltliche Arbeit übernehmen willst, um so besser. Wenn du nicht Abschnittweise zitierst, sondern die Kernaussagen der jeweiligen Autoren in den Artikel einbringst und diese dann durch eine Literaturreferenz belegst, dann gibt es keine Probleme mit den Urheberrechten. Viel Spass beim Schreiben. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:58, 30. Jan. 2013 (CET)


Da die Reaktordruckbehälter nach dem Notstromausfall verschlossen waren, stieg der Druck durch Wasserverdampfung und Wasserstoffproduktion bis auf die vorgesehenen Höchstwerte an. Automatisch öffneten sich [[Sicherheitsventil]]e und ließen Teile des Dampf-Wasserstoff-[[Radionuklid]]-Gemischs in die Sicherheitsbehälter ab.<ref name="chart3" /> Später wurden auch manuelle Entlastungen der Druckbehälter vorgenommen, um Wasser einpumpen zu können.<ref name="kantei-110313_1100_00">{{Webarchiv | url=http://www.kantei.go.jp/foreign/incident/110313_1100_00.html | webciteID=5yzPEmeYV | text=''Outline regarding management of Fukushima Daiichi Unit 3''}}. Kantei, 13.&nbsp;März 2011.</ref>
== Revert von Botänderungen ==


[[Datei:Fukushima I accidents containment pressures.svg|mini|Sicherheitsbehälter-Drücke und Venting-Zeitpunkte]]
So etwas kannst Du Dir meist sparen, der Bot kommt sehr wahrscheinlich wieder und fügt es wieder ein. Da musst Du schon den Gründen nachgehen. [[Benutzerin:Anka Friedrich|Anka]] [[Benutzerin Diskussion:Anka Friedrich|☺]][[Spezial:Beiträge/Anka Friedrich|☻]]<small>[[Portal:Hund/Redaktionsseite|Wau!]]</small> 10:00, 16. Mär. 2013 (CET)
[[Datei:Fukushima I Unit 5 vent pipe.jpg|mini|Entlüftungsrohr, hier an Block&nbsp;5 (1999)]]


In den Sicherheitsbehältern gab es ebenfalls keine Kühlmöglichkeit mehr, und der Druck stieg auch dort an. Er stabilisierte sich jedoch jeweils bei etwa 750 (Reaktor&nbsp;1 und 2) beziehungsweise 500 (Reaktor&nbsp;3) [[Pascal (Einheit)|Kilopascal]] (siehe Grafik). Vermutlich versagten bei diesem Druck Dichtungen der Sicherheitsbehälter, sodass sich kein höherer Druck mehr aufbauen konnte, sondern das Dampf-Wasserstoff-Gemisch in die Reaktorgebäude entwich.<ref name="lochbaum-theorie">Dave Lochbaum: {{Webarchiv | url=http://allthingsnuclear.org/post/3940804083/possible-cause-of-reactor-building-explosions | webciteID=5yWb9bpvg | text=''Possible Cause of Reactor Building Explosions''}} (englisch). In: ''All Things Nuclear''. Union of Concerned Scientists, 18.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="nisa-untersuchung" /> Um den Druck zu senken und damit ein Bersten der Sicherheitsbehälter zu verhindern, wurden Teile der in den Sicherheitsbehältern verbliebenen, mit Radionukliden kontaminierten Gase schließlich in die Umgebung abgelassen ([[Venting (Kernreaktor)|Venting]]). Später wurden Vermutungen geäußert, dass das Venting wegen unterdimensionierter<ref>Roark Wolfe: {{Webarchiv | url=http://roarkwolfe.blogspot.com/2011/03/energy-industry-mechanical-engineer-on.html | webciteID=5yWboWjbj | text=''Energy Industry Mechanical Engineer on Fukushima''}} (englisch). 18.&nbsp;März 2011.</ref> oder durch das Erdbeben gebrochener<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110413004031.htm | webciteID=5ygOuBlQw | text=''One crisis after another harried TEPCO’s response''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 14.&nbsp;April 2011.</ref> Rohre oder wegen fehlender Stromversorgung<ref>[http://www.nytimes.com/cwire/2011/03/25/25climatewire-us-experts-blame-fukushima-1-explosions-and-19903.html U.S. Experts Blame Fukushima 1 Explosions and Radiation on Failed Venting System], New York Times (25. März 2011), abgerufen am 8. April, archiviert am 8. April: {{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/cwire/2011/03/25/25climatewire-us-experts-blame-fukushima-1-explosions-and-19903.html | webciteID=5xnM78xPZ | text=S.&nbsp;1}}, {{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/cwire/2011/03/25/25climatewire-us-experts-blame-fukushima-1-explosions-and-19903.html?pagewanted=2 | webciteID=5xnM9yvYT | text=S.&nbsp;2}}</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110604p2a00m0na011000c.html | webciteID=5zE1X62J7 | text=''TEPCO says venting failure caused hydrogen explosion at No.&nbsp;1 reactor''}} (englisch). The Mainichi Daily News, 4.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 6.&nbsp;Juni 2011.</ref> nicht richtig funktioniert habe und auf diese Weise das Gas in die Gebäudehülle gelangt sei. Nach den meisten Druckentlastungen wurden allerdings [[#Grafik Strahlungsmessungen|erhebliche radioaktive Emissionen]] außerhalb der Reaktorgebäude gemessen.
Wie kann ich den Code des Bots ändern, damit er künftig keinen Unsinn mehr macht? Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 10:20, 16. Mär. 2013 (CET)


Nachdem sich eine hinreichende Menge an Wasserstoff angesammelt hatte, kam es jeweils zu einer Wasserstoffexplosion, welche Teile des Gebäudes und Teile der darin enthaltenen Technik zerstörte. Währenddessen setzten sich die Kernschmelzen fort. Teile der geschmolzenen Reaktorkerne liefen laut einer Analyse der NISA aus den Druckbehältern, sammelten sich auf dem Boden der Sicherheitsbehälter an und beschädigten diese.<ref name="nisa-untersuchung">{{Webarchiv | url=http://www.kantei.go.jp/foreign/kan/topics/201106/pdf/chapter_iv_all.pdf | webciteID=5zQEIpCh9 | text=''Report of Japanese Government to the IAEA Ministerial Conference on Nuclear Safety – The Accident at TEPCO’s Fukushima Nuclear Power Stations – IV. Occurrence and Development of the Accident at the Fukushima Nuclear Power Stations''}} (englisch). Kantei/NISA, 7.&nbsp;Juni 2011, (PDF; 4,3&nbsp;MB), abgerufen am 14.&nbsp;Juni 2011.</ref>
:Gar nicht. Du kannst allenfalls den Botbetreiber ansprechen und klären, warum der Bot das tut, was er tut. Bei Interwikis ist das aber in Anbetracht der aktuellen Entwicklung (Wikidata) halbwegs rausgeworfene Zeit. [[Benutzerin:Anka Friedrich|Anka]] [[Benutzerin Diskussion:Anka Friedrich|☺]][[Spezial:Beiträge/Anka Friedrich|☻]]<small>[[Portal:Hund/Redaktionsseite|Wau!]]</small> 11:25, 16. Mär. 2013 (CET)


[[Datei:BoronFukushimaALT.jpg|mini|Bor-Anlieferung durch die US Air Force am 19.&nbsp;März]]
::Da ist es wohl wirksamer ab und zu den Revert zu machen. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 11:26, 16. Mär. 2013 (CET)


Um die Reaktorkerne zu kühlen und gleichzeitig eine unkontrollierte [[Kettenreaktion#Neutroneninduzierte Kernspaltung|Kettenreaktion]] zu unterbinden, wurde mit [[Borsäure]] versetztes Meerwasser in die Druckbehälter eingeleitet.<ref name="JAIF_2011-03-18T16:00">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300433768P.pdf | webciteID=5xt7QJ5tV | text=''JAIF Reactor Status and Major Events Update 12 – NPPs in Fukushima as of 16:00 March 18''}} (englisch, pdf). Japan Atomic Industrial Forum, 18.&nbsp;März 2011 (PDF; 252&nbsp;kB)</ref> Das in natürlichem [[Bor]] zu 20&thinsp;% vorhandene [[Isotop]] <sup>10</sup>[[Bor|B]] kann aus einer Kernspaltung entstehende [[Neutron]]en sehr effizient absorbieren ([[Neutronenabsorber]]), wobei es zu [[Lithium]] und [[Helium]] zerfällt. Da Japans Borvorräte nicht ausreichten, lieferte Südkorea 52 Tonnen seiner Borreserven nach Japan.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/winde_drehen_und_lassen_tokio_aufatmen_1.9920705.html | webciteID=5xtTG83uW | text=''Winde drehen und lassen Tokio aufatmen''.}} NZZ, 17.&nbsp;März 2011.</ref> Frankreich lieferte weitere 95 Tonnen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/panorama/-jahrhundert-katastrophe-in-japan-liveticker-stromkabel-an-reaktor-2-verlegt-1664494.html | webciteID=5yNjdc7B5 | text=''Jahrhundert-Katastrophe in Japan – Liveticker''.}} stern.de, 17.&nbsp;März 2011: „An Bord befänden sich 95 Tonnen der Chemikalie Bor, die die Reaktion an den Brennstäben verlangsamen soll.“</ref>
:::Nein, das ist, wie gesagt, nutzlos und belastet die Versionsgeschichte. [[Benutzerin:Anka Friedrich|Anka]] [[Benutzerin Diskussion:Anka Friedrich|☺]][[Spezial:Beiträge/Anka Friedrich|☻]]<small>[[Portal:Hund/Redaktionsseite|Wau!]]</small> 11:27, 16. Mär. 2013 (CET)


Die Wassereinspeisung erfolgte über vorhandene Leitungen, zunächst mit Feuerwehrausrüstung<ref name="nisa-praesentation" /><ref name="nisa-en20110321-4" /> und später mit stärkeren, elektrischen Pumpen. Es wurde etwas mehr Wasser eingeleitet, als zur vollständigen Abfuhr der Nachzerfallswärme durch Verdampfen nötig gewesen wäre,<ref name="tepco-flood1" /> aber wegen der Schäden an den Behältern ging mehr als die Hälfte davon verloren,<ref name="jaif_81" /><ref name="nisa-untersuchung" /> während der Rest verdampfte und in die Umgebung entwich. Das [[Leckwasser]] sammelte sich teilweise in den Sicherheitsbehältern; der Rest trat von dort in die Reaktorgebäude aus. Dieses Notkühlverfahren – unter günstigeren Umständen würde es ohne Austritt von flüssigem Wasser ablaufen – wird als ''„feed and bleed“'' bezeichnet. Es hat den gravierenden Nachteil, dass zusammen mit dem Dampf auch radioaktive Stoffe aus dem Reaktorkern in die Umgebung gelangen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/fluten_und_lueften_des_reaktors_1.9897412.html | webciteID=5ykpp0m9v | text=''Fluten und Lüften des Reaktors''.}} Neue Zürcher Zeitung, 15.&nbsp;März 2011.</ref>
::::Ansichtssache, ich halte ein sinnvolle Verlinkung für wichtig. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 11:31, 16. Mär. 2013 (CET)


Wegen des Wasserverlustes durch die Lecks konnten die Überreste der Reaktorkerne laut NISA nur teilweise mit Wasser bedeckt werden; sie würden teils mit Wasser und teils mit Dampf gekühlt.<ref name="nisa-untersuchung" />
:::::Es ist aber sinnlos, Edit-War mit einem Bot zu treiben. Kläre, wenn etwas nicht OK ist, wenn Dir das so am Herzen Liegt. [[Benutzerin:Anka Friedrich|Anka]] [[Benutzerin Diskussion:Anka Friedrich|☺]][[Spezial:Beiträge/Anka Friedrich|☻]]<small>[[Portal:Hund/Redaktionsseite|Wau!]]</small> 11:35, 16. Mär. 2013 (CET)


{{Siehe auch|Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Zustand der Reaktoren 1 bis 3|titel1=Messwerte zum Zustand der Reaktoren}}
::::::Es gibt bisher keinen Edit war. Vielen Dank für deine guten Ratschläge. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 11:37, 16. Mär. 2013 (CET)


=== Probleme in den Abklingbecken ===
Eine zusätzliche Gefahr ergab sich daraus, dass die gebrauchten Brennelemente zunächst im Reaktorgebäude und später in einem zentralen Abklingbecken über viele Jahre gelagert wurden und nach wie vor werden. Die gelagerten Brennelemente geben aufgrund der [[Nachzerfallswärme]] weiterhin Energie an das Wasser des Beckens ab, welches auf einen Kühlkreislauf angewiesen ist. Durch den vollständigen Stromausfall fiel dieser Kühlkreislauf bei allen Abklingbecken aus, sodass sich das Wasser dort allmählich erhitzte und teilweise verdunstete.


Werden die Elemente nicht mehr vollständig von Wasser bedeckt, drohen deren Überhitzung und chemische Reaktionen ähnlich wie im Reaktor, bis hin zum Bersten der Brennstäbe. Ohne Kühlwasser und ohne Gebäudedach, das bei drei der Reaktoren nach den Explosionen fehlte, würden die im Vergleich zu den Reaktoren sogar in höheren Konzentrationen enthaltenen Radionuklide in die Umwelt freigesetzt.<ref name="Makhijani" />
== [[Liste bekannter Personen, die wegen Hexerei hingerichtet wurden]] ==


[[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Abklingbecken|Wassermesswerte aus den Abklingbecken]] deuteten zunächst darauf hin, dass solche Vorgänge in Block&nbsp;2 und 3 abliefen, und in geringerem Maße auch in Block&nbsp;4. Später kamen Tepco sowie offizielle Untersuchungsberichte zu dem Schluss, dass sowohl die Becken selbst als auch die darin gelagerten Brennelemente höchstwahrscheinlich intakt blieben. Der Wasserstand in den Becken ist im Normalbetrieb fast dreimal so hoch wie die Höhe der gelagerten Brennelemente. Dadurch bestehe genügend Reserve, um auch mehrwöchige Kühlausfälle zu überbrücken.<ref name="kantei-bericht2" /> Eine 2016 veröffentlichte Untersuchung der [[National Academy of Sciences]] kommt jedoch zu dem Schluss, dass nur ein zufälliges Leck das Abklingbecken in Block 4 wieder geflutet und eine Selbstentzündung der dort trockengefallenen Brennstäbe verhindert habe.<ref name="SZ-Zufall" />
Hallo Minoo!


=== Reaktorblock 1 ===
Den von dir angelegten oder stark überarbeiteten Artikel [[Liste_von_Personen_die_wegen_Hexerei_hingerichtet_wurden]] habe ich zum [[Wikipedia:Löschregeln|Löschen]] vorgeschlagen, da es meines Erachtens an [[Wikipedia:Artikel#Mindestanforderungen|Qualität]] mangelt und/oder die [[Wikipedia:Relevanzkriterien|enzyklopädische Relevanz]] nicht eindeutig im Artikel erkennbar ist. Ob der Artikel tatsächlich gelöscht wird, wird sich im Laufe der [[Wikipedia:Löschkandidaten/12. April 2013#Liste_von_Personen_die_wegen_Hexerei_hingerichtet_wurden|siebentägigen Löschdiskussion]] entschieden. Bedenke bei der argument- und nicht abstimmungsorientierten Diskussion bitte, [[Wikipedia:Was Wikipedia nicht ist|was Wikipedia nicht ist]]. Um die Relevanz besser erkennen zu lassen und die Mindestqualität zu sichern, sollte primär [//de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_von_Personen_die_wegen_Hexerei_hingerichtet_wurden&action=edit der Artikel weiter verbessert werden]. Das wiegt als Argument deutlich schwerer als ein ähnlich aufwändiger Beitrag in der Löschdiskussion.
[[Datei:Fukushima 1 Nuclear Power Plant 02.jpg|mini|Nordwestansicht der Reaktorgebäude 1 und 2 (1999)]]


Block&nbsp;1 von Fukushima I wurde 1967 bis 1970 errichtet und war das erste Kernkraftwerk Japans. Er basiert auf einem älteren und kleineren Reaktormodell als die übrigen Blöcke der Anlage (→ siehe [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi#Daten der Reaktorblöcke|technische Daten der Reaktorblöcke]]) und verfügte über schwächere Notfallsysteme. Die Laufzeit dieses Reaktors sollte eigentlich Anfang 2011 enden, wurde aber von der NISA im Februar 2011 um zehn Jahre verlängert.<ref name="verlaengerung">Mari Yamaguchi, Jeff Donn: {{Webarchiv|url=http://www.thejakartapost.com/news/2011/03/12/japan-quake-causes-emergencies-5-nuke-reactors.html |wayback=20140407002507 |text=''Japan quake causes emergencies at 5 nuke reactors'' |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }} (englisch). In: ''thejakartapost.com''. Associated Press, 11.&nbsp;März 2011, abgerufen am 13.&nbsp;März 2011.</ref>
Ich bitte um Verständnis für mein Handeln. Du hast gewiss einiges an Arbeit hineingesteckt und fühlst dich vor den Kopf gestoßen, weil dein Werk als Bereicherung dieser Enzyklopädie gedacht ist. Ich kann dir versichern, dass ich mit dem Löschantrag aus meiner Sicht ebenfalls der Wikipedia helfen möchte. Grüße, [[Benutzerin Diskussion:Weissbier|WB]] <small>[[Benutzerin:Weissbier/Wikipedians looking at things|Looking at things]]</small> 06:16, 12. Apr. 2013 (CEST)
:Jetzt zu finden unter: [[Liste bekannter Personen die wegen Hexerei hingerichtet wurden]]. [[Benutzerin Diskussion:Weissbier|WB]] <small>[[Benutzerin:Weissbier/Wikipedians looking at things|Looking at things]]</small> 11:44, 12. Apr. 2013 (CEST)


Im Abklingbecken von Block&nbsp;1 lagerten nur relativ wenige, alte Brennelemente, die im Gegensatz zum Reaktor nur wenig Kühlung benötigten.
::Hallo WB, leider habe ich kein Verständnis für Dein Handeln. Wenn es dir um die Qualität geht, dann gehört da ein QS-Baustein hin. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:22, 12. Apr. 2013 (CEST)


==== Strom- und Kühlungsausfall ====
Hallo Minoo,
[[Datei:Fukushima I Unit 1 earthquake log.png|mini|Datenprotokoll von Block&nbsp;1: Auslösung der vier [[Seismometer]] ab 14:46:46.40, Einfahren der [[Steuerstab|Steuerstäbe]] um 14:47]]


Das Erdbeben löste am 11. März ab 14:46:46 Uhr (Ortszeit) eine Vielzahl von Aktionen in Block&nbsp;1 aus. Der Reaktor wurde planmäßig automatisch heruntergefahren und gleichzeitig wegen Ausfall der externen Stromversorgung auf Notstrombetrieb umgeschaltet.<ref name="katogensho1">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_6_Katogensho1.pdf | webciteID=5yo5FuqSH | text=''過渡現象記録装置データ 1号機 (Kurzzeitdatenaufzeichnung Block&nbsp;1)''}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 19.&nbsp;Mai 2011. HPCI auf Seite 14f, Isolation Condenser auf Seite 16ff, Notstromgeneratoren auf S.&nbsp;29&nbsp;ff.</ref> Arbeiter berichteten später von gebrochenen Rohren im Reaktorgebäude, aus denen Wasser herausschoss.<ref name="yomiuri-T110316005275">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110316005275.htm | webciteID=5ygMQfEn5 | text=''Terror at N-plant during quake''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 17.&nbsp;März 2011.</ref> Eines der Notkühlsysteme ''(Isolation Condenser)'' schaltete sich kurz ein und ging wieder außer Betrieb. Ein anderes ''(Containment Cooling System)'' kühlte danach vorerst den Sicherheitsbehälter, der den Reaktordruckbehälter umschließt.<ref name="tepco-110524e13" /><ref name="katogensho1" /> Tepco bestritt später, dass das Erdbeben nennenswerte Schäden oder Sicherheitsprobleme verursacht hätte,<ref name="jaif_90">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306146721P.pdf | webciteID=5ytvAtYHZ | text=''Earthquake Report – No.&nbsp;90''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 100&nbsp;kB)</ref> musste aber bereits kurz darauf ein ähnliches Dementi für Block&nbsp;3 zurückziehen.<ref name="jaif_93" /><ref name="tepco-110524e13" />
ich habe nun begründet für das Behalten der Liste votiert und einen Vorschlag für das Lemma gemacht: [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia%3AL%C3%B6schkandidaten%2F12._April_2013&diff=117496515&oldid=117496489]. Gruß --[[Benutzer:Fiona Baine|fiona]] ([[Benutzer Diskussion:Fiona Baine|Diskussion]]) 09:45, 14. Apr. 2013 (CEST)


Nach dem Eintreffen des Tsunami fielen um 15:37 Uhr die Notstromgeneratoren wegen Überschwemmung aus.<ref name="tepco-110524e13" /><ref name="tepco-11031102e" /> Alle laufenden Kühlsysteme gingen außer Betrieb. Auch die Reaktordaten-Aufzeichnung funktionierte nicht mehr,<ref name="tepco-110516e12" /><ref name="chart1">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_2_Chart1.pdf | webciteID=5ypB127a7 | text=''チャート 1号機'' (analoge Datenaufzeichnung von Block&nbsp;1)}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Mai 2011. Wasserstandsanzeige auf Seite 5f, Druckschwankungen auf S.&nbsp;7&nbsp;f.</ref> sodass zum weiteren Verlauf nur Notizen und Gedächtnisprotokolle der Kraftwerksmitarbeiter sowie theoretische Überlegungen existieren. Die Notstrombatterien waren wegen überschwemmter Elektrik – wenn überhaupt – nur noch eingeschränkt verfügbar, und die [[Notkühlung]] funktionierte trotz mehrerer, redundanter Systeme nicht mehr oder nur noch zeitweise.<ref name="nisa-praesentation" /><ref name="iaeo-untersuchung" /><ref name="tepco-110524e13">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110524e13.pdf | webciteID=5ywsBhSlQ | text=''Analysis and evaluation of the operation record and accident record of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station at the time of Tohoku-Chihou-Taiheiyou-Oki-Earthquake (summary)''}} (englisch). Tepco, 24.&nbsp;Mai 2011, (PDF; 47&nbsp;kB), abgerufen am 25.&nbsp;Mai 2011.</ref> Tepco meldete um 16:36 Uhr und dann nochmals um 17:07 Uhr einen Kühlausfall an die Aufsichtsbehörde.<ref name="tepco-11031103e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031103-e.html | webciteID=5yCGtlpb7 | text=''Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness(Fukushima Daiichi)''}} (englisch). Tepco, 11.&nbsp;März 2011.</ref>
Den LA habe ich entfernt. Die Löschbegründung trifft eindeutig nicht zu.--[[Benutzer:Fiona Baine|fiona]] ([[Benutzer Diskussion:Fiona Baine|Diskussion]]) 10:24, 14. Apr. 2013 (CEST)


Der Kraftwerksbetreiber beorderte Notstromgeneratoren aus anderen Kraftwerken nach Fukushima&nbsp;I, die jedoch im Verkehr stecken blieben. Daraufhin bat Tepco den Energieversorger [[Tōhoku Denryoku]] um Hilfe und ließ von dessen Kraftwerken Generatoren kommen;<ref name="mainichi-chaos">{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110517p2a00m0na010000c.html | webciteID=5ynQVHDLI | text=''TEPCO documents reveal chaos at Fukushima nuke plant after quake, tsunami''}} (englisch). The Mainichi Daily News, 17.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 19.&nbsp;Mai 2011.</ref> ebenso von den Streitkräften.<ref name="nisa-untersuchung-1109a" /> Außerdem wurden Ersatzbatterien per Hubschrauber aus einem vom Erdbeben zerstörten Tepco-Kraftwerk im nahe gelegenen [[Hirono (Fukushima)|Hirono]] angefordert.<ref name="atn-3788886037">{{Webarchiv | url=http://allthingsnuclear.org/post/3788886037/nuclear-crisis-at-fukushima | webciteID=5yHUXor3a | text=''Nuclear Crisis at Fukushima''}} (englisch). In: ''All Things Nuclear''. [[Union of Concerned Scientists]], 11.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="berkeley-chronologie">Kohta Juraku: {{Webarchiv | url=http://bnrc.berkeley.edu/latest/chronological-outline-of-the-nuclear-accidents-in-japan | webciteID=5yGsJsos4 | text=''Chronological outline of the nuclear accidents in Japan''}} (englisch). University of Tokyo / Berkeley Nuclear Research Center.</ref> Stellenweise behalf man sich mit Autobatterien und mobilen Generatoren, um zumindest einzelne Messwerte ablesen zu können.<ref name="kantei-bericht2" />
:Hallo Fiona,
:vielen Dank für dein Engagement und die Arbeit die du in die Liste gesteckt hast. Fühlt euch frei die Liste zu verbessern. Aus meiner Sicht war das nur eine Entwurf, an dem ich vermutlich noch lange rumgestrickt hätte, wenn nicht die Löschdiskussion dazwischen gekommen wäre. Ein QS-Baustein ist für mich völlig i.O. Ich finde die Liste übrigens noch aus einem weiteren Grund wichtig: es gibt nur wenige Artikel über die Opfer. In der Liste können wenigstens kleine Einträge zu den "fehlenden" Personen stehen. So betrachtet ist die Liste schon fast komplementär zur Kategorie. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 13:51, 17. Apr. 2013 (CEST)


Seit dem Kühlausfall gegen 17 Uhr suchte man auch nach alternativen Methoden zum Einleiten von Kühlwasser. Mitarbeiter begaben sich in das dunkle Reaktorgebäude, öffneten von Hand Ventile und nahmen die dieselbetriebene Pumpe des Feuerlöschsystems ''(fire pump)'' in Betrieb. Inwieweit damit tatsächlich Wasser in den Reaktor eingespritzt wurde, ist unklar. Im Leitstand versuchten die Mitarbeiter mit Handbüchern und Herstellerinformationen herauszufinden, ob und wie eine Druckentlastung des Reaktors bei Stromausfall möglich ist.<ref name="kantei-bericht2" />
== [[Aufsitzen]] ==


Aufgrund der Vorgänge in Block 1 und weiterer Probleme im benachbarten [[Kernkraftwerk Fukushima Daini|Kernkraftwerk Fukushima II]] rief die japanische Regierung um 19:03 Uhr einen „nuklearen Notstand“ aus, und die örtlichen Behörden begannen mit der Evakuierung der näheren Umgebung.<ref name="nisa_57" /> Zwei Stunden später trafen die ersten mobilen Stromgeneratoren am Kraftwerk ein, konnten jedoch wegen versperrter Zufahrtswege und zu kurzer Kabel zunächst nicht angeschlossen werden.<ref name="yomiuri-T110411004567" />
Hallo Minoo!


==== Druckanstieg, Kernschmelze und Kühlversuch ====
Der von dir angelegte Artikel [[Aufsitzen]] wurde zum [[Wikipedia:Löschregeln|Löschen]] vorgeschlagen, da es ihm möglicherweise an [[Wikipedia:Artikel#Mindestanforderungen|Qualität]] mangelt und/oder die [[Wikipedia:Relevanzkriterien|enzyklopädische Relevanz]] nicht eindeutig im Artikel erkennbar ist. Ob der Artikel tatsächlich gelöscht wird, wird sich im Laufe der [[Wikipedia:Löschkandidaten/5. Mai 2013#Aufsitzen|siebentägigen Löschdiskussion]] entscheiden. Bedenke bei der argument- und nicht abstimmungsorientierten Diskussion bitte, [[Wikipedia:Was Wikipedia nicht ist|was Wikipedia nicht ist]]. Um die Relevanz besser erkennen zu lassen und die Mindestqualität zu sichern, sollte primär [//de.wikipedia.org/w/index.php?title=Aufsitzen&action=edit der Artikel weiter verbessert werden]. Das wiegt als Argument deutlich schwerer als ein ähnlich aufwändiger Beitrag in der Löschdiskussion.
Das Wasser im Reaktor verdampfte weiter und der Wasserstand fiel, aber wegen der fehlenden Datenaufzeichnung ist unklar, wann und auf welchem Weg der Dampf aus dem Druck- in den Sicherheitsbehälter entwich. Einzelne Messdaten aus der folgenden Nacht<ref name="tepco-daten">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_8_Parameter_data.pdf | webciteID=5ynngMW18 | text=''プラント関連パラメータ 数表データ (Tabelle der Anlagenparameter)''}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 19.&nbsp;Mai 2011.</ref> deuten darauf hin, dass dies früher oder später durch ein Leck im Druckbehälter oder den daran anschließenden Rohrleitungen geschah.<ref name="tepco-daten" /><ref name="spiegel-chaos">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,762868,00.html | webciteID=5ynQprtNn | text=''Fukushima-Insider: Nicht Tsunami, sondern Beben soll AKW ruiniert haben.''}} Spiegel Online, 16.&nbsp;Mai 2011.</ref>


Die teilweise trockenliegenden Brennelemente überhitzten, und die [[#Probleme in den Reaktoren 1 bis 3|oben beschriebenen Zersetzungsvorgänge]] setzten ein. Laut späterer Untersuchungen begann bereits gegen 19 bis 20 Uhr eine Kernschmelze.<ref name="tepco-110515e10" /><ref name="nisa-untersuchung" /> Das Wasserstands-Messgerät wurde durch Überhitzung [[Kalibrierung|dekalibriert]].<ref name="jaif_79" /><ref name="jaif_123">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1308995403P.pdf | webciteID=5zhrdop8b | text=''Earthquake Report – No.&nbsp;123''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 25.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 276&nbsp;kB)</ref> Bei einer Kontrolle um 21:19&nbsp;Uhr zeigte es an, dass der Reaktorkern noch voll mit Wasser bedeckt sei.<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="nisa-praesentation" /> Die Kühlung per Feuerlöschpumpe schien zu funktionieren.
Du hast gewiss einiges an Arbeit hineingesteckt und fühlst dich vielleicht vor den Kopf gestoßen, weil dein Werk als Bereicherung dieser Enzyklopädie gedacht ist. Sicherlich soll aber mit dem Löschantrag aus anderer Sichtweise ebenfalls der Wikipedia geholfen werden. Grüße, [[Benutzer:Xqbot|Xqbot]] ([[Benutzer Diskussion:Xqbot|Diskussion]]) 15:12, 5. Mai 2013 (CEST) <small>(Diese Nachricht wurde automatisch durch einen [[WP:Bot|Bot]] erstellt. Falls du zukünftig von diesem Bot nicht mehr über Löschanträge informiert werden möchtest, so trage dich [[Benutzer:Xqbot/Opt-out:LD-Hinweis|hier]] ein.)</small>


Ab 21 Uhr ließen die Behörden mit einer [[Computersimulation]] abschätzen, welche radioaktiven Freisetzungen bei einer Druckentlastung ([[Venting (Kernreaktor)|Venting]]) des Sicherheitsbehälters, das heißt beim Ablassen von Dampf in die Umgebung, entstehen würden. Als Zeitpunkt des Ventings wurde 3:30 Uhr am 12.&nbsp;März angenommen.<ref name="speedi-daten">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110503-3.pdf | webciteID=5yc8yThyS | text=''Results of Calculations by the System for Prediction of Environmental Emergency Dose Information (SPEEDI)''}} (englisch, pdf). NISA, 3.&nbsp;Mai 2011.</ref> Das System sagte voraus, dass die landseitige Kontamination sich auf das Kraftwerksgelände beschränken und der Nordwestwind die „radioaktive Wolke“ aufs Meer hinaustragen würde.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/earthquake/speedi/erc/01-03112112.pdf | webciteID=5ycBjh29C | text=''Venting-Simulation''}} (japanisch, pdf). NSC/NISA, 11.&nbsp;März 2011.</ref>
Löschantrag entfernt|5. Mai 2013|Aufsitzen (LAE) [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 17:07, 5. Mai 2013 (CEST)


Gegen 1 Uhr am 12. März überschritt der Druck im Sicherheitsbehälter mit 600 [[Pascal (Einheit)|Kilopascal]] (kPa)<ref name="tepco-daten" /> den zulässigen Höchstdruck von 528&nbsp;kPa (jeweils absolut; die Relativdrücke zur äußeren Atmosphäre sind rund 100 kPa niedriger).<ref name="kantei-bericht2" /> Wenige Stunden später erreichte er 840 Kilopascal (kPa), fiel dann aber von alleine wieder auf 750 kPa ab.<ref name="tepco-daten" /> Vermutlich entwich der Dampf nun an überlasteten Dichtungen des Sicherheitsbehälters vorbei in das Reaktorgebäude, zusammen mit im überhitzten Reaktorkern entstandenem Wasserstoff.<ref name="lochbaum-theorie" /><ref name="nisa-untersuchung" /> An einer Messstation am westlichen Geländerand wurde erstmals ein leichter Anstieg der Strahlung ([[Ortsdosisleistung]]) festgestellt.<ref name="nisa_11">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110312-2.pdf | webciteID=5yGZ8zrMH | text=''Seismic Damage Information(the 11th Release)''.}} NISA, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Auch im Turbinengebäude von Block&nbsp;1 stieg die Strahlung an.<ref>{{Webarchiv | url=http://e.nikkei.com/e/fr/tnks/Nni20110311D11JF351.htm | webciteID=5ygQKDqEr | text=''Radiation Level Rising In Fukushima Nuclear Plant Turbine Building''}} (englisch), Nikkei.com, 12.&nbsp;März 2011, abgerufen am 14.&nbsp;Mai 2011.</ref> Keinem der Verantwortlichen war bewusst, dass sich Wasserstoff außerhalb des Sicherheitsbehälters ansammelte.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110609005186.htm | webciteID=5zMxlkKX4 | text=''Nuclear Crisis: How It Happened / Hydrogen blasts at plant surprised experts''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 10.&nbsp;Juni 2011.</ref>
== [[Liste von Merksprüchen#Luftfahrt]] ==


Der Feuerlöschpumpe war inzwischen der Treibstoff ausgegangen. Es gelang nicht, sie wieder in Betrieb zu nehmen; bei hohem Reaktordruck war sie ohnehin wirkungslos.<ref name="kantei-bericht2" />
[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_von_Merkspr%C3%BCchen&diff=prev&oldid=112613296 Deine Änderung] habe ich wieder eingearbeitet. Der Merkspruch ist gebräuchlich, einprägsam und so alt wie es diese Kennzeichen gibt. Mit Sicherheit haben ihn tausende Flugschüler mal gelernt vor der Prüfung. In [[Liste von Merksprüchen#Musik]] gibt es ein Dutzend ähnlicher Anfangsbuchstabensprüche, die Nichtmusikern vollkommen unbekannt sind und sicher auch kaum belegt sein dürften. Schönen Herrentagsabend wünscht --[[Benutzer:Frze|Frze]] ([[Benutzer Diskussion:Frze|Diskussion]]) 18:42, 9. Mai 2013 (CEST)


Im Büro des Premierministers fand eine Krisensitzung statt. Laut Regierungskreisen drängte man Tepco zu einer Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor&nbsp;1,<ref name="yomiuri-T110411004567" /> während der Kraftwerksbetreiber nach eigenen Angaben selbst um Erlaubnis zur Druckentlastung bat.<ref name="yomiuri-T110619002447" /> So oder so war das Venting nicht ohne weiteres möglich, weil die elektrisch und pneumatisch betätigten Ventile außer Betrieb waren.<ref name="yomiuri-T110411004567">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110411004567.htm | webciteID=5ygHDhihp | text=''TEPCO tardy on N-plant emergency''}} (englisch). [[Yomiuri Shimbun]], 12.&nbsp;April 2011.</ref>
== SUL auf commons ==


Die Strahlung an der Geländegrenze stieg schnell weiter an und lag um 4:35 Uhr mit 0,00038 bis 0,00059 Millisievert pro Stunde (mSv/h)<ref name="nisa_11" /> beim 10- bis 15-fachen des Normalwertes.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/fukushima1-np/monitoring/monita2.html | webciteID=5xPXWQPDW | text=''Dosisleistungswerte Fukushima Daiichi vor dem Unglück''}} (japanisch). Tepco, abgerufen am 24.&nbsp;März 2011.</ref> Unterdessen begannen 40 Tepco-Arbeiter, von Hand ein 200&nbsp;Meter langes und eine Tonne schweres Stromkabel von den Generatorwagen zu einem Anschlusspunkt an Block&nbsp;1/2 zu verlegen.<ref name="kantei-bericht2" />
Hallo Minoo,
ich wollte gerade Deinen usurp request auf commons bearbeiten. Du musst dort erstmal einen lokalen account anlegen, bevor wir den auf Minoo umbenennen koennen.--[[Benutzer:Dschwen|Dschwen]] ([[Benutzer Diskussion:Dschwen|Diskussion]]) 00:38, 22. Aug. 2013 (CEST)


[[Datei:Fukushima 1 Nuclear Power Plant 07 (crop).jpg|mini|Vorratstanks mit Reinwasser, Foto von 1999]]
:OK, danke für den Tipp. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:00, 22. Aug. 2013 (CEST)Minoo


Ab 5:46 Uhr wurde mit Pumpen des an Block&nbsp;1/2 stationierten Feuerwehrfahrzeugs<ref name="nisa-untersuchung-1109a" /> Süßwasser aus vorhandenen Löschwasser-[[Zisterne]]n in den Druckbehälter eingespritzt, um den Reaktor notdürftig zu kühlen;<ref name="tepco-110524e13" /><ref name="tepco-110515e10" /> [[Hydrant]]en und die wesentlich größeren Reinwassertanks waren wegen Tsunamischäden unbrauchbar.<ref name="nisa-untersuchung-1109a" /> Der hohe Reaktordruck begrenzte den Wasserdurchfluss.<ref name="yomiuri-T110619002447">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110619002447.htm | webciteID=5zfCQm5HP | text=''TEPCO workers ‘frantic’ over vents''}} (englisch). Yomiuru Shimbun, 20.&nbsp;Juni 2011.</ref> Eine Stunde später wies das Wirtschaftsministerium Tepco an, von Hand die Druckentlastungsventile zu öffnen.<ref name="jtimes-nn20110620a2">Reiji Yoshida: {{Webarchiv | url=http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110620a2.html | webciteID=5zZfw0ToL | text=''Tepco report reveals lack of preparedness''}} (englisch). The Japan Times, 20.&nbsp;Juni 2011.</ref><ref name="nisa_57" /> Die an der Geländegrenze gemessene Strahlung hatte sich inzwischen nochmals verzehnfacht.<ref name="nisa_11" />
== Kat. Hexe ==


Gegen 7 Uhr traf Premierminister [[Naoto Kan]] mit dem Hubschrauber am Kraftwerk ein – nach offiziellen Aussagen, um eine Unterstützung der Bevölkerung in der Region zu signalisieren,<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/77196.html | webciteID=5xdA32cA2 | text=''Damage from mega quake increasing, death toll feared to top 1,800''}} (englisch). Kyodo News, 13.&nbsp;März 2011, abgerufen am 2.&nbsp;April 2011.</ref> nach Zeitungsinformationen jedoch, um Einfluss auf das Krisenmanagement zu nehmen. Kan habe Tepco dazu aufgefordert, ein „Selbstmordkommando“ von Arbeitern zu bilden, die die manuelle Druckentlastung vornehmen sollten.<ref name="yomiuri-T110608005066">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110608005066.htm | webciteID=5zMxwG9Lg | text=''Nuclear Crisis: How It Happened / Kan’s visit ‘wasted time’''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 9.&nbsp;Juni 2011.</ref> In dem Gebäude herrschte eine Strahlung von ungefähr 300 mSv/h,<ref name="spiegel-chaos" /> ein für Menschen auch bei kurzem Aufenthalt gesundheitsgefährlicher Wert.
Nabend, bitte dringend wegen diesen Änderungen [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Harry_Potter&curid=1382078&diff=123585451&oldid=123584004] einmal auf die dortige Disk gucken. Danke Gruß --[[Benutzer:Elendur|Minérve]] <small>aka Elendur</small> 21:01, 18. Okt. 2013 (CEST)


Kritiker vermuteten später, die Druckentlastung von Reaktor&nbsp;1 habe sich durch Kans Anwesenheit verzögert.<ref name="yomiuri-T110401005615" /><ref name="yomiuri-T110608005066" /> Der Kraftwerksleiter gab gegen 8&nbsp;Uhr – unmittelbar vor Kans Abflug – die Anweisung, das manuelle Venting für 9&nbsp;Uhr vorzubereiten.<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="yomiuri-T110619002447" />
== [[WP:SWP]] ==


==== Druckentlastung und Explosion ====
Hallo Minoo, danke für deine Stimme zum Publikumspreis, ich habe sie notiert. Übrigens kannst du auch in den restlichen drei Sektionen noch deinen Favoriten küren. das Ergebnis gibt es voraussichtlich Anfang November. Beste Grüße, [[User:Toter Alter Mann/Sig|†]] [[BD:Toter Alter Mann/Sig|<kbd style="font-size:smaller;border:.2em solid;border-color:#DDD #BBB #BBB #DDD;padding:0 .4em;background-color:#EEE;white-space:nowrap">Alt</kbd>]] [[Spezial:Beiträge/Toter Alter Mann|♂]] 12:20, 19. Okt. 2013 (CEST)
[[Datei:Fukushima I Unit 1 accident reactor data.svg|mini|Messwerte und Ereignisse von Reaktor&nbsp;1; 11. bis 14.&nbsp;März]]


Um 9:03 Uhr meldeten die Behörden, die Evakuierung der Stadt [[Ōkuma (Fukushima)|Ōkuma]], auf deren Gebiet sich die Reaktorblöcke&nbsp;1 bis 4 befinden, sei abgeschlossen. Unmittelbar danach begaben sich mit Schutzanzügen, Sauerstoffflaschen und Taschenlampen ausgerüstete Arbeiter in das Reaktorgebäude. Mithilfe eines tragbaren Stromgenerators gelang es ihnen, das erste (elektromotorische) Druckentlastungsventil zu einem Viertel zu öffnen.<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="nisa-untersuchung" /> Den Versuch, auch das zweite, [[Pneumatik|pneumatische]] Ventil am Sicherheitsbehälter zu öffnen, gaben sie wegen zu hoher Strahlung auf.<ref name="kantei-bericht2" />
== Debussy ==


Ab 10:17 Uhr versuchte man mehrmals, das pneumatische Ventil vom Leitstand aus zu betätigen.<ref name="nisa-untersuchung" /> Die Messfühler im Sicherheitsbehälter zeigten keinen nennenswerten Druckabfall (siehe Grafik), aber die Strahlung an der Geländegrenze stieg vorübergehend von 0,007 auf 0,39 mSv/h an.<ref name="tepco-strahlungsmesswerte" /> Gleichzeitig versuchte Tepco, einen tragbaren [[Kompressor]] aufzutreiben, um damit an anderer Stelle ein leichter zugängliches, größeres pneumatisches Ventil zu öffnen.<ref name="kantei-bericht2" />
Zur Info: [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Debussy&diff=123716496&oldid=122665345]. Falls das Pferd tatsächlich gemäß [[WP:RK]] relevant sein sollte, müsste es auf einer BKS mit einem Klammerzusatz, analog zu den anderen Tieren aus der [[:Kategorie:Individuelles Pferd]] erfasst werden. Einzelnachweise gehören übrigens nicht auf BKS. Bei Relevanz also am besten gleich den Artikel schreiben und den externen Beleg dort unterbringen. Grüße --[[Benutzer:RonaldH|RonaldH]] ([[Benutzer Diskussion:RonaldH|Diskussion]]) 12:42, 6. Nov. 2013 (CET)


Gegen Mittag zeigten die defekten Wasserstandsmesser an, dass die Brennstäbe im Reaktorkern zur Hälfte trocken liegen, und die NISA warnte, dass möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe.<ref name="berkeley-chronologie" />
:Hallo RonaldH, bitte führe die Änderungen, die du dir wünschst selber durch. Gruppe I ist die höchste internationale Klasse im Galopprennsport. Ein Gruppe I Sieger ist relevant. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 14:29, 6. Nov. 2013 (CET)
::Ich kann das leider nicht beurteilen. Sind die Relevanzkriterien für Galopprennsport denn irgendwo festgehalten worden? Wenn nicht, wäre das der erste notwendige Schritt. Derzeit sind noch nicht einmal die Siegerpferde des [[Dubai World Cup]] verlinkt, geschweige dass sie eigene Artikel hätten. Vielleicht sollte man erst vom Artikel [[Galopprennsport]] ausgehend einen Artikel zu Gruppe-I-Rennen schreiben, um die Bedeutung des Pferdes überhaupt einordnen zu können. Du scheinst Dich ja auf dem Gebiet auszukennen. Würdest Du das übernehmen können? Gruß --[[Benutzer:RonaldH|RonaldH]] ([[Benutzer Diskussion:RonaldH|Diskussion]])
:::Siehe [[Galopprennsport#Gruppenrennen]]. Ansonsten darfst du das gerne selber machen. P.s.: Ich finde deinen Edit War ziemlich überflüssig. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:34, 6. Nov. 2013 (CET)
::::Welchen Editwar in welchem Artikel bitte? --[[Benutzer:RonaldH|RonaldH]] ([[Benutzer Diskussion:RonaldH|Diskussion]]) 18:46, 6. Nov. 2013 (CET)
::::: 8-) Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:52, 6. Nov. 2013 (CET)
::::::OK, hab's gesehen und formal repariert. Falls es wieder zu einem Revert kommt, müsstest Du Dich gegebenenfalls auf eine RK-Diskussion einlassen. --[[Benutzer:RonaldH|RonaldH]] ([[Benutzer Diskussion:RonaldH|Diskussion]]) 19:07, 6. Nov. 2013 (CET)
:::::::Danke. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 09:07, 10. Nov. 2013 (CET)


Gegen 14 Uhr gelang es den Arbeitern dann, das zweite pneumatische Ventil per Kompressor zu öffnen.<ref name="kantei-bericht2" /> Tepco meldete um 14:30 Uhr, dass die Druckentlastung erfolgreich gewesen sei.<ref name="tepco-11031222e" /> Um 14:49 Uhr wurde in der Umgebung von Block&nbsp;1 radioaktives Caesium nachgewiesen.<ref name="jaif-2011-03-018c">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/aij/member/2011/2011-03-18c.pdf | webciteID=5xKrp1OCS | text=''Sequence of Developments at Nuclear Power Stations Affected by the Earthquake''}} (englisch, pdf). JAIF, 18.&nbsp;März 2011, abgerufen am 20.&nbsp;März 2011.</ref> Um 15:01 Uhr zeigte die stündlich aktualisierte Tepco-[[Webcam]] erstmals einen Dampfaustritt aus dem Schornstein an Block&nbsp;1/2,<ref name="webcam-2011-03-12">[http://inethub.olvi.net.ua/fukuschima.php?day=20110312 ''{{lang|ru|Хронология вебкамеры на японскую АЭС „Фукусима-1“}} (Webcam-Chronologie des japanischen Kernkraftwerks „Fukuschima-1“)''] (russisch). libres, 12.&nbsp;März 2011, abgerufen am 16.&nbsp;Mai 2011. Archiviert als {{Webarchiv | url=http://s235554881.online.de/webcam/03-12.html | webciteID=5ykuFtseg | text=Kopie}} am 17.&nbsp;Mai 2011. Der Block-1/2-Schornstein steht aus dieser Perspektive hinter dem mittleren (Block-3/4-) Schornstein und erscheint etwas niedriger.</ref> und um 15:29 Uhr überschritt die Strahlung an der Geländegrenze mit 1,0 mSv/h<ref name="berkeley-chronologie" /> den zulässigen Grenzwert von 0,5 mSv/h.<ref name="tepco-11031224">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031224-e.html | webciteID=5y9vdvlgf | text=''Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness (Extraordinary increase of radiation dose at site boundary)''}} (englisch). Tepco, 12.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="gengikyo">{{Webarchiv | url=http://www.gengikyo.jp/english/shokai/Tohoku_Jishin/NPSresponce.pdf | webciteID=5yQas5Uzs | text=''Nuclear Power Stations’ Response to the Off the Pacific Coast of Tohoku Earthquake''}} (englisch, pdf). Japan Nuclear Technology Institute, 1.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 698&nbsp;kB): „Due to the radiation dose at the site’s boundary exceeding the criteria (500μSv/h)“.</ref>
== Verschiebung ==


Gegen 14:50 Uhr waren die Süßwasservorräte erschöpft.<ref name="tepco-110515e10" /><ref name="nisa-untersuchung" /> Nach eigenen Angaben hatte Tepco Vorbereitungen getroffen, um schnell von Süß- auf Meerwassereinleitung umzustellen; um 15:18 Uhr hätte man damit beginnen können. Dies verzögerte sich jedoch durch Kommunikationsprobleme zwischen Kraftwerksbetreiber, Aufsichtsbehörde, Regierungsstellen und Premierminister und/oder wegen technischer Bedenken des Premierministers um mehrere Stunden.<ref name="tepco-wasser1">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11052603-e.html | webciteID=5yyLHVxjv | text=''The Time-line Regarding Seawater Injection to Unit 1 at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 26.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="kyodo-wasserunterbrechung">{{Webarchiv | url=http://www.investorpoint.com/stock/TKECY-Tokyo%20Electric%20Power%20Co%20Inc%20Unsponsored%20ADR/news/41525855/ | webciteID=5yqpWcREd | text=''Gov’t briefly stopped TEPCO’s seawater injection a day after quake''}} (englisch). InvestorPoint / Kyodo News, 20.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="yomiuri-T110525006496" /> (Später heißt es in einem NISA-Bericht, es habe „kein Zögern“ beim Einsatz von Meerwasser gegeben.<ref name="nisa-untersuchung-1109a" />) Dafür gelang nun der Anschluss des schweren Stromkabels an den Verteiler von Block&nbsp;1/2.<ref name="nisa-untersuchung-1109b">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/09/en20110930-3-3.pdf | webciteID=63rC9mrLM | text=''The Status of Alternative Water Injection into Units 1 Through 3, Using the Fire Extinguishing System''}} (englisch, pdf). NISA, 16.&nbsp;September 2011.</ref>
Hallo Minoo, benutze doch bitte zum Verschieben die entsprechende Funktion und nicht Copy/Paste wie bei [[Parade]] - das ist nämlich in der Regel URV, weil die Versionsgeschichte dabei verlorengeht. Wenn unter dem Ziellemma bereits eine Weiterleitung vorhanden ist, kannst du darauf mit dem Hinweis auf die geplante Verschiebung einen SLA stellen. --[[Benutzer:Theghaz|Theghaz]] <sub>[[Benutzer Diskussion:Theghaz|Disk]] / [[Benutzer:Theghaz/Bewertung|Bew]]</sub> 22:05, 26. Dez. 2013 (CET)
:Danke für den Tipp. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 14:59, 11. Jan. 2014 (CET)


[[Datei:Hydrogen explosion Fukushima Unit 1 cg visualization.png|mini|Vorher-Nachher-Darstellung des Reaktorgebäudes von Block&nbsp;1 (Computergrafik)]]
== [[commons:]] ==


Gegen 15:30 Uhr<ref>Verschiedene NISA-Untersuchungen sprechen von 15:36, aber die Strahlungsmessungen deuten auf eine Explosion vor 15:30&nbsp;Uhr hin. Die NISA verwechselt teils die Meldezeitpunkte mit den Ereignis-Zeitpunkten.</ref> versuchten Arbeiter, eine Pumpe zum Einspeisen von boriertem Wasser in den Reaktor (SLC-Pumpe) mit Strom zu versorgen.<ref name="kantei-bericht2" /> In diesem Moment ereignete sich zwischen Sicherheitsbehälter und Außenhülle des Reaktorgebäudes eine [[Knallgas]]explosion (Wasserstoffexplosion), bei der der obere Teil der Außenverkleidung des Reaktorblocks weggesprengt wurde.<!-- Der Zeitpunkt ergibt sich aus dem Anstieg der Strahlung, siehe dazu unten. --><ref>Chico Harlan und Steven Mufson: {{Webarchiv | url=http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2011/03/12/AR2011031205493.html | webciteID=5xt7UsoQI | text=''Japanese nuclear plants’ operator scrambles to avert meltdowns''}} (englisch). The Washington Post, 13.&nbsp;März 2011.</ref> Videoaufnahmen zeigen einen schnellen, kaum sichtbaren Explosionsstoß nach oben und dann eine sich mehr horizontal als vertikal ausbreitende Rauchwolke um das Reaktorgebäude.<ref>{{Webarchiv | url=https://www.youtube.com/watch?v=bsY3ZqPVUCo | wayback=20130224160859 | text=Video der Explosion von Block&nbsp;1 von Fukushima&nbsp;I auf Youtube}}<!-- nicht archivierbare Quelle --></ref> Die Explosion verletzte vier Arbeiter vor Ort,<ref name="IAEA_2011-03-13T02:35">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima130311.html | webciteID=5xt8321q7 | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log: Fukushima Nuclear Accident Update (13 March 2011, 02:35 CET) – Corrected''}} (englisch). IAEO, 13.&nbsp;März 2011.</ref> kappte die erst vor einer halben Stunde fertiggestellte Stromleitung und beschädigte vorbereitete Schläuche zum Einleiten von Meerwasser.<ref name="kantei-bericht2" /> Die Sicherungsarbeiten wurden für zwei Stunden unterbrochen.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" />
bitte lade commonsfähige dateien direkt dort hoch. --<span class="akkakksig">[[Benutzer:Akkakk/sig|Akkakk]]</span> 15:57, 6. Jan. 2014 (CET)
:Bitte lade commonsfähige dateien direkt dort hoch? [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 14:58, 11. Jan. 2014 (CET)
::ja. commons ist ein projekt, das dateien für alle wikipedias und andere projekte bereit stellt. hier, in der deutschsprachigen wikipedia sollen nur dateien hochgeladen werden, die auf commons nicht hochgeladen werden dürfen. alle anderen ("commonsfähig") sollen dorthin verschoben werden oder besser: gleich dort hochgeladen werden. --<span class="akkakksig">[[Benutzer:Akkakk/sig|Akkakk]]</span> 17:59, 11. Jan. 2014 (CET)


Zum Explosionszeitpunkt herrschte am Kraftwerk Südostwind. Eine mobile Strahlungsmessstation an der nordwestlichen, landseitigen Geländegrenze zeigte um 15:29 Uhr einen plötzlichen, kurzen Anstieg von 140 auf 1015 Millisievert pro Stunde.<ref name="tepco-strahlungsmesswerte">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110528e14.pdf | webciteID=5z2p7Qgkd | text=''Results of Monitoring at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 28.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 10.&nbsp;Juni 2011.</ref>
== Olympiastadion Berlin ==


Die Regierung gab bekannt, der Sicherheitsbehälter des Reaktors sei nicht beschädigt worden.<ref name="kyodonew-2011-03-12-en">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/77156.html | webciteID=5xt7vZ5r2 | text=''Explosion did not occur at Fukushima reactor: Japan spokesman''}} (englisch). Kyodo News, 12.&nbsp;März 2011, abgerufen am 12.&nbsp;März 2011.</ref> Später zeigte sie sich überrascht: Niemand hätte sie vorher darüber informiert, dass das Venting in einer Explosion des Reaktorgebäudes enden könnte. Tepco wies darauf hin, dass der Wasserstoff normalerweise im Sicherheitsbehälter abgebaut werde;<ref name="jaif_64">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303815319P.pdf | webciteID=5yFvDmeIF | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;64: 20:00, April 26''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 26.&nbsp;April 2011 (PDF; 91&nbsp;kB)</ref> mit einer Explosion habe niemand gerechnet.<ref name="jaif_177">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1313640580P.pdf | webciteID=616MVraUs | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;177''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 18.&nbsp;August 2011 (PDF; 80&nbsp;kB): „TEPCO never expected hydrogen explosions: report“</ref>
Hallo Minoo, die [[:Kategorie:Pferdesportanlage]] ist für das Olympia'''stadion''' nicht zutreffend! Es gibt auf dem [[Olympiagelände Berlin|Olympiagelände]] ein eigenes [[Olympia-Reiterstadion Berlin|Reiterstadion]], auch wenn zu dem ein Artikel noch fehlt. -- [[Benutzer:Jürgen-Michael Glubrecht|JMG]] ([[Benutzer Diskussion:Jürgen-Michael Glubrecht|Diskussion]]) 15:46, 12. Jan. 2014 (CET)


Die japanischen Behörden vermuteten ab zirka 17 Uhr aufgrund der erhöhten [[Caesium]]werte eine Kernschmelze.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750472-5,00.html | webciteID=5yQuVa2GG | text=''Minutenprotokoll – Japan im Zeichen der Katastrophe''.}} spiegel.de, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Die Behörden bereiteten die Verteilung von [[Iodblockade|Jodtabletten]] vor<ref name="world-nuclear-news-2011-03-12">{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear-news.org/rs_Battle_to_stabilise_earthquake_reactors_1203111.html | webciteID=5ypXEzNnv | text=''Battle to stabilise earthquake reactors''}} (englisch). World Nuclear News, 12.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="cnn_t1">{{Webarchiv | url=http://edition.cnn.com/2011/WORLD/asiapcf/03/12/japan.nuclear/?hpt=T1 | webciteID=5xt8VGoSy | text=''Japan struggles with nuclear reactors in wake of quake''}} (englisch). CNN, 13.&nbsp;März 2011.</ref> und weiteten den Evakuierungsradius um das Kraftwerk auf 20&nbsp;Kilometer aus.<ref name="nisa_26" />
:OK; dann muss man die Kat anpassen. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 17:00, 12. Jan. 2014 (CET)


Inzwischen waren in Block 1 alle Messinstrumente für den Reaktorzustand (Druck, Temperatur, Wasserstand) ausgefallen.<ref name="nisa-praesentation" /> Offenbar waren die Notstrombatterien nun vollends erschöpft.
== [[:Datei:Strohm Hufbeschlag Liane Maas.jpg]] ==


==== Kühlversuche und Stromanschluss ====
Servus, ich war mal so frei und habe das wieder eingesetzt. Entweder muss die Anmerkung ''ausschließlich zur unveränderten Verwendung'' weg oder aber das Foto muss gelöscht werden, da es dann eben einer CC-ND entspricht. Gute Grüße [[Benutzer:Diba|--diba]] ([[Benutzer Diskussion:Diba|Diskussion]]) 01:23, 28. Jan. 2014 (CET)
Um 19:04 Uhr begann Tepco mit dem Einleiten von Meerwasser in den Reaktor und informierte die NISA. Da man jedoch keine Bestätigung vom Premierminister erhielt, entschied Tepco gegen 19:30 Uhr, das Wassereinpumpen zu unterbrechen. Der Leiter des Kraftwerks ignorierte die Anweisung und setzte die notdürftige Reaktorkühlung fort.<ref name="tepco-wasser1" /> Eine offizielle Freigabe durch den Premierminister und die NISA erfolgte erst gegen 20 Uhr.<ref name="nisa_57" /> Später hieß es, das [[METI|Wirtschaftsministerium]] habe die Erlaubnis bereits gegen 18 Uhr erteilt.<ref name="nisa-untersuchung" />


Ab 20:45 Uhr wurde dem Kühlwasser Borsäure hinzugefügt, um das Risiko einer Kritikalität zu verringern. Um 22:15 Uhr musste die Meerwasserkühlung für einige Stunden wegen eines [[Nachbeben]]s unterbrochen werden.<ref name="caltech-vorlesung" /><ref name="berkeley-chronologie" /> Die eingespeiste Wassermenge schwankte in den folgenden Tagen zwischen 2 und 20&nbsp;Kubikmeter pro Stunde.<ref name="nisa-untersuchung" />
:Warum belästigst du mich damit? Lösche was immer du willst, nur setze dich vorher mit der Person, die es hochgeladen hat in Kontakt. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 14:25, 29. Jan. 2014 (CET)
::Genau das erledig ein Bot nach der Markierung automatisch. Nix für ungut... [[Benutzer:Diba|--diba]] ([[Benutzer Diskussion:Diba|Diskussion]]) 16:32, 29. Jan. 2014 (CET)


Am 13. März gelang es endlich, eine Notstromversorgung durch die mobilen Generatoren herzustellen.<ref name="iaea-2011-03-14">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima140311.html | webciteID=5yKtMyilr | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log''}} (englisch). IAEO, 14.&nbsp;März 2011: „powered by mobile power generators“.</ref> Die Messgeräte lieferten wieder Informationen zum Reaktorstatus,<ref name="nisa-praesentation" /> aber die Kühlsysteme blieben außer Betrieb.
== [[:Friends of Animals]] ==


Die defekten Wasserstandsmessgeräte zeigten in den nächsten Tagen und Wochen weiterhin an, dass die Brennelemente (oder deren Überreste) zur Hälfte mit Wasser bedeckt seien.<ref name="nisa-praesentation" /> Scheinbar war es gelungen, den Wasserstand via Feuerlöschleitung zu stabilisieren. Hin und wieder musste die Wassereinspeisung nochmals für einige Stunden unterbrochen werden, weil das Gelände wegen kritischer Situationen an [[#Reaktorblock 3|Reaktorblock&nbsp;3]] evakuiert wurde, wegen weiterer Erdbeben oder um kleinere Defekte am Pumpsystem zu beheben.<ref name="nisa_95" />
Hallo Minoo!


Man war sich nun weitgehend einig darüber, dass in Block&nbsp;1 eine Kernschmelze stattfand; auch Regierungssprecher [[Yukio Edano]] bestätigte dies offiziell.<ref name="washingtonpost-edano-kernschmelze">{{Webarchiv | url=http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2011/03/12/AR2011031205493.html | webciteID=5xrxppvdg | text=''Japanese nuclear plants’ operator scrambles to avert meltdowns''}} (englisch). The Washington Post, 13.&nbsp;März 2011: „''… a meltdown could be underway at that reactor, Fukushima Daiichi’s unit 3, and … it was „highly possible“ that a meltdown was underway at Fukushima Daiichi’s unit 1 reactor''“.</ref> Aufgrund von [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Strahlung in den Reaktoren|Strahlungsmesswerten im Reaktor]] vom 15.&nbsp;März schätzte Tepco, dass bereits 70&nbsp;Prozent der Brennstäbe beschädigt seien.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12825135/Erneutes-Erdbeben-laesst-Gebaeude-in-Tokio-wackeln.html | webciteID=5yEwGS4Xm | text=''Live-Ticker Japan''.}} Welt Online, 15. bis 16. März 2011.</ref> Sechs Wochen später wurde diese Zahl dann – immer noch auf Grundlage der Messungen vom 15.&nbsp;März – auf 55&nbsp;Prozent nach unten korrigiert, weil man sich anfangs verrechnet hatte,<ref name="tepco-110427e18">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110427e18.pdf | webciteID=5yGDbK6fy | text=''The data of Unit 1 to 3 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station measured by CAMS and erratum sheet of core damage ratio''}} (englisch, pdf). Tepco, 27.&nbsp;April 2011 (PDF; 51&nbsp;kB).</ref> und weitere zweieinhalb Wochen später auf 100&nbsp;Prozent nach oben.<ref name="tepco-110515e10" />
Die von dir angelegte Seite [[:Friends of Animals]] wurde zum Löschen vorgeschlagen. Gemäß den [[Wikipedia:Löschregeln|Löschregeln]] wird über die Löschung nun bis zu sieben Tage diskutiert und danach entschieden.


{{Anker|AnkerGefahrBlock1}}
Du bist herzlich eingeladen, dich an der Löschdiskussion [[Wikipedia:Löschkandidaten/4. September 2014#Friends of Animals|zu beteiligen]]. Wenn du möchtest, dass der Artikel behalten wird, kannst du dort die Argumente, die für eine Löschung sprechen, entkräften, indem du dich beispielsweise zur [[Wikipedia:Relevanzkriterien|enzyklopädischen Relevanz]] des Artikels äußerst. Du kannst auch während der Löschdiskussion [//de.wikipedia.org/w/index.php?title=Friends_of_Animals&action=edit Artikelverbesserungen vornehmen], die die Relevanz besser erkennen lassen und die [[Wikipedia:Artikel#Mindestanforderungen|Mindestqualität]] sichern.
Mit der Behelfskühlung gelang es nicht, den Reaktorkern zu stabilisieren. Am Morgen des 16.&nbsp;März traten große Mengen an Dampf aus dem Reaktorgebäude aus,<ref name="webcam-2011-03-15">[http://inethub.olvi.net.ua/fukuschima.php?day=20110315 ''{{lang|ru|Хронология вебкамеры на японскую АЭС „Фукусима-1“}} (Webcam-Chronologie des japanischen Kernkraftwerks „Fukuschima-1“)''] (russisch). libres, 15.&nbsp;März 2011, abgerufen am 16.&nbsp;Mai 2011. Archiviert als {{Webarchiv | url=http://s235554881.online.de/webcam/03-15.html | webciteID=5ykuOnmhh | text=Kopie}} am 17.&nbsp;Mai 2011.</ref> während die [[#Grafik Strahlungsmessungen|Strahlung auf dem Gelände]] stark anstieg. In den folgenden Tagen stieg die [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Strahlung in den Reaktoren|Aktivität in Reaktor&nbsp;1]] wieder an.<ref name="nisa-praesentation" /> Die Temperatur am Druckbehälter erreichte am 22.&nbsp;März vorübergehend einen Höchstwert von 383 °C, oberhalb der maximal vorgesehenen Betriebstemperatur von 300 °C.<ref name="nisa-praesentation" />


Am 20. März wurde Block&nbsp;1 über einen neuen Stromverteiler (der alte stand im Keller des Turbinenhauses unter Wasser) wieder an die externe Stromversorgung angeschlossen,<ref name="stab">{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear-news.org/RS_Stabilisation_at_Fukushima_Daiichi_2003111.html | webciteID=5xt8rx0PB | text=''Stabilisation at Fukushima Daiichi''}} (englisch). World Nuclear News, 20.&nbsp;März 2011.</ref> und am 24. März die Beleuchtung im Leitstand wiederhergestellt.<ref name="nisa_54" /> Der Großteil der elektrischen Systeme blieb aber ohne Funktion.<ref name="jaif-1301110327P" />
Da bei Wikipedia jeder Löschanträge stellen darf, sind manche Löschanträge auch offensichtlich unbegründet; solche Anträge kannst du ignorieren.


[[Datei:Construction of internationally compatible emergency pump valves for Fukushima complex.jpg|mini|Soldaten der [[Selbstverteidigungsstreitkräfte|japanischen Streitkräfte]] und der [[United States Air Force|US Air Force]] proben in [[Yokota Air Base]] das Anschließen eines Wasserschlauchs.]]
Vielleicht fühlst du dich durch den Löschantrag vor den Kopf gestoßen, weil der Antragsteller die Arbeit, die du in den Artikel gesteckt hast, nicht würdigt. [[WP:Sei tapfer|Sei tapfer]] und [[WP:WQ|bleibe dennoch freundlich]]. Der andere meint es [[WP:Geh von guten Absichten aus|vermutlich auch gut]].


Erst am 23. März stellte Tepco die Wassereinspeisung in den Druckbehälter auf eine andere Zugangsleitung ([[Speisewasser]]- statt Feuerlösch-/Kernsprühleitung) und stärkere Pumpen um, so dass man die Wassermenge von 50 auf [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Mengen an eingespeistem Kühlwasser|170 Kubikmeter pro Tag]] erhöhen konnte.<ref name="nisa_73">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110404-5-1.pdf | webciteID=5xrF8RmEI | text=''Seismic Damage Information (the 73rd Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 4.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="nisa-praesentation" /> Auch dies genügte anscheinend nicht, um den Reaktor in den Griff zu bekommen: Die [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Strahlung in den Reaktoren|Strahlungsmesswerte des Druckbehälters]] stiegen bis zum 1. April wieder auf einen neuen Höchstwert an. Möglicherweise schränkten Salzablagerungen den Fluss des Kühlwassers ein.<ref name="nyt-2011-04-05a" />
Grüße, [[Benutzer:Xqbot|Xqbot]] ([[Benutzer Diskussion:Xqbot|Diskussion]]) 16:45, 4. Sep. 2014 (CEST) &nbsp; <small>(Diese Nachricht wurde automatisch durch einen [[WP:Bot|Bot]] erstellt. Wenn du zukünftig von diesem Bot nicht mehr über Löschanträge informiert werden möchtest, trag dich [[Benutzer:Xqbot/Opt-out:LD-Hinweis|hier]] ein.)</small>


Am 31. März wurde erstmals seit dem Stromausfall auch das Abklingbecken von Block&nbsp;1 gekühlt: Eine [[Autobetonpumpe]] sprühte 90 Tonnen Wasser darauf.<ref name="nisa_95" /> Es ist unklar, wie viel von dem Wasser im Becken ankam, aber laut späterer Untersuchungen sank der Wasserstand zu keinem Zeitpunkt in einen kritischen Bereich.<ref name="kantei-bericht2" />
== Verwechslung bei Argentière ==


==== Weiter instabiler Reaktor ====
Hallo Minoo,
;April 2011
baust Du [[Spezial:Diff/146649210|diesen Abschnitt von Dir]] bitte in den Artikel [[L’Argentière-la-Bessée]] ein? Das wird lizenzmäßig sauberer wenn Du das selbst macht, daher die Anfrage. Das [[Argentière]] in Haute-Savoie ist da einfach der falsche Ort, das kannst Du mit den verlinkten Koordinaten im Vgl zum Verlauf der Durance sofort verifizieren. Danke und Grüße --[[Benutzer:Wolfgang Liebig|<b>Wolfgang</b>Liebig]]<small>&nbsp;•&nbsp;[[Benutzer Diskussion:Wolfgang Liebig|Disk.]]</small> 11:12, 4. Okt. 2015 (CEST)
[[Datei:Fukushima I Unit 1 Reactor Pressure March-May 2011.png|mini|hochkant=1.25|Gemessene Drücke im Druckbehälter, 11.&nbsp;März bis 23.&nbsp;Mai 2011]]
:Hallo Wolfgang, danke für den Hinweis, wer hätte gedacht, dass es gleich zwei französische Skiorte namens Argentiere gibt. Ist schon repariert. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 13:08, 4. Okt. 2015 (CEST)


Im April schien Reaktor&nbsp;1 als einziger weiter instabil zu sein: Die Messgeräte zeigten den ganzen April über einen stetigen und unkontrollierten Druckanstieg im Druckbehälter an (siehe Grafik; erst zwei Monate später stellte man fest, dass auch die Drucksensoren defekt waren und zu viel anzeigten).<ref name="jaif_103">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1307265436P.pdf | webciteID=5zEBKRDae | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;103''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5.&nbsp;Juni 2011, (PDF; 231&nbsp;kB).</ref> Der Reaktorkern produzierte vermutlich weiterhin Wasserstoff. Nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsministerium füllte Tepco den Sicherheitsbehälter mit [[Stickstoff]] auf, um einer möglichen Knallgasexplosion vorzubeugen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040613-e.html | webciteID=5xt93P3pF | text=''Injection of nitrogen to reactor containment vessel of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 1''}} (englisch). Tepco, 6.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="kyodo-2011-04-83628">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/83628.html | webciteID=5xt96GZ6d | text=''Nitrogen injected into Fukushima reactor to reduce risk of explosion''}} (englisch). Kyodo News, abgerufen am 6.&nbsp;April 2011.</ref>
== [[Wikipedia:Belegpflicht]]... ==
...gilt auch für dich.--[[Benutzer:Losdedos|Losdedos]] ([[Benutzer Diskussion:Losdedos|Diskussion]]) 21:46, 27. Dez. 2015 (CET)


Am 8. April zeigte der Strahlungssensor im Druckbehälter von Block&nbsp;1 einen extremen Anstieg; am nachfolgenden Tag [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Strahlung in den Reaktoren|fiel er aus]]. Zwei Wochen später stieg das [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasserkanäle|Verhältnis aus <sup>131</sup>I- und <sup>137</sup>Cs-Konzentration im Meerwasserkanal]] des benachbarten und baulich verbundenen Blocks 2 stark an.
== Wenn das kein Leotard ist, was ist es dann? ==


Am 21. April meldete die Nachrichtenagentur [[Kyodo News]], dass nach Aussage eines Tepco-Offiziellen in Reaktor&nbsp;1 (erneut oder immer noch) eine Kernschmelze in Gang sein könnte.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/86750.html | webciteID=5y6FN8yTr | text=''Tokyo Electric admits fuel could be melting at Fukushima nuke plant''}} (englisch). Kyodo News, 21.&nbsp;April 2011, abgerufen am 21.&nbsp;April 2011.</ref>
Gegen deine letzten Änderungen im Artikel Leotard ist bis auf eine, nichts zu meckern. Nur was soll das Bild dann sein?
Wenn ich bei der Google Bildersuche "strapless leotard" eingebe, bekomme ich auch entsprechende Ergebnisse.--[[Benutzer:Tobias &#34;ToMar&#34; Maier|Tobias &#34;ToMar&#34; Maier]] ([[Benutzer Diskussion:Tobias &#34;ToMar&#34; Maier|Diskussion]]) 19:36, 5. Feb. 2016 (CET)
:Im Englischen kann das stimmen. Auf deutsch bezeichnet Leotard jedoch einen Gymnastik- oder Tanzanzug. Suche mal mit der Einschränkung "deutsch" auf Google nach Leotard auf Bilder, oder auf der deutschen Amazon. Da kommen auf den ersten 10 Seiten nur Sport-/Tanzanzüge. Bitte klebe keine Bilder auf meine Benutzerseite. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:31, 16. Feb. 2016 (CET)


Der Kraftwerksbetreiber hatte Bedenken, dass die Situation bei einer ungeplanten Unterbrechung der Behelfskühlung weiter außer Kontrolle geraten könnte,<ref name="tepco-flood1" /> und wollte die eingespeiste Wassermenge erhöhen, um mit dem überschüssigen Wasser den Sicherheits- und den Druckbehälter aufzufüllen und den Reaktor dadurch zuverlässiger zu kühlen.<ref name="jaif_61" /><ref name="tepco-flood1">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110505e2.pdf | webciteID=5ySe7RukU | text=''Report regarding the implementation of a measure to flood primary containment vessel to the upper area of fuel reange in Unit 1 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (summary)''}} (englisch, pdf). Tepco, 5.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 119&nbsp;kB).</ref> Zusätzlich sollte ein neuer, stabilerer und geschlossener Kühlkreislauf installiert werden.<ref name="jaif_66">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303986888P.pdf | webciteID=5yJBdPy9A | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;66''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 28.&nbsp;April 2011 (PDF; 117&nbsp;kB), abgerufen am 29.&nbsp;April 2011.</ref>


;Mai 2011
== Augsburger Eiskanal ==
Zur Vorbereitung der geplanten Arbeiten – Tepco veröffentlichte dafür eine [[Roadmap]]<ref name="tepco-block1-roadmap" /> – wurde die Luft im Gebäude mit speziellen Luftfiltergeräten [[Dekontamination|dekontaminiert]].<ref name="tepco-block1-roadmap">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110504e13.pdf | webciteID=5ySETPjTY | text=''Improvement of the environment within the Reactor Building of Unit 1''}} (englisch, pdf). Tepco, 4.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 350&nbsp;kB).</ref> Anschließend kalibrierte man die Wasserstandsmessgeräte für den Druckbehälter neu und stellte fest, dass der Bereich des Reaktorkerns, in dem sich die Brennelemente vor der Schmelze befunden hatten, nicht etwa halb, sondern gar nicht unter Wasser stand. Offenbar waren sowohl der Druck- als auch der Sicherheitsbehälter beschädigt, und erhebliche Mengen an Kühlwasser liefen aus dem Reaktor. Die geplanten neuen Kühlmaßnahmen wurden durch den undichten Sicherheitsbehälter hinfällig.<ref name="jaif_79" /><ref name="jaif_80">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305279146P.pdf | webciteID=5yesZAm36 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;80''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 13.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 130&nbsp;kB).</ref><ref name="tepco-110515e10">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110515e10.pdf | webciteID=5ykpp0mC5 | text=''Reactor Core Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 1''}} (PDF). Tepco, 15.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 95&nbsp;kB).</ref> Das Untergeschoss des Reaktorgebäudes, in dem sich die Kondensationskammer befindet, war mit schätzungsweise 5.000&nbsp;Tonnen an radioaktivem Abwasser zur Hälfte aufgefüllt.<ref name="jaif_81"><!-- Quelle für geschätzte Wassermenge -->{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305364761P.pdf | webciteID=5ykpp0mDU | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;81''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 227&nbsp;kB).</ref><ref><!-- Quelle für Gebäudetiefe -->{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110516-1-7.pdf | webciteID=5ykpp0mDL | text=''Observed result of leakage in the Reactor Building (Unit 1)''}} (englisch, pdf). NISA, 15.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="jaif_95" /><!-- Quelle für Wasserstandstiefe -->


Die Kernschmelzenmeldung vom 21. April wurde nicht bestätigt. Man ging jetzt davon aus, dass sich die Überreste des Reaktorkerns teils im Druck- und teils im Sicherheitsbehälter befanden und dort gekühlt wurden.<ref name="nisa-untersuchung" />
Hello, some time ago I edited the english article and changed "torpedo tube" to "torpedo hole". The English translation of the German "Walze" is "hole": a white water feature, which tends to "trap" a boat or a paddler. A big hole might be dangerous. Regards --[[User:Minoo|Minoo]] ([[User talk:Minoo|talk]]) 15:13, 21 February 2016 (UTC)


==== Absicherung von Block 1 ====
:Thank you. [[User:HowardMorland|HowardMorland]] ([[User talk:HowardMorland#top|talk]]) 03:33, 22 February 2016 (UTC)
;ab Juni 2011
Die Kühlung des Abklingbeckens wurde Ende Mai von Betonpumpe auf eine direkte Leitung umgestellt<ref name="jaif_96">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306659230P.pdf | webciteID=5z2rE6S4w | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;96''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 188&nbsp;kB).</ref> und im August auf einen geschlossenen Kreislauf.<ref name="jaif_170">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1313037997P.pdf | webciteID=60vpoDAu2 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;170''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8.&nbsp;August 2011 (PDF; 68&nbsp;kB).</ref> Zur Reaktorkühlung diente ab Ende Juni wiedergewonnenes Abwasser,<ref name="jaif_125">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1309166580P.pdf | webciteID=5zkxhpunW | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;125''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 109&nbsp;kB).</ref> sodass ein indirekter Kühlkreislauf als Ersatz für das nicht mehr realisierbare geschlossene Kühlsystem entstand.


Als Absicherung gegen radioaktive Emissionen und eintretendes Regenwasser wurde eine Schutzhülle um das Reaktorgebäude errichtet, bestehend aus einem Stahlgerüst, [[Polyvinylchlorid|PVC]]-beschichteten [[Polyester]]gewebe-[[Plane (Abdeckung)|Planen]] und einem aufwändigen Lüftungssystem (Fertigstellung im Oktober 2011). Das Dach der Hülle kann bei Bedarf geöffnet werden.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110624e15.pdf | webciteID=5ziZXhrvB | text=''Regarding Installment of the Reactor Building Cover and Accessory Equipment at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 1''}} (englisch, pdf). Tepco, 23.&nbsp;Juni 2011, (PDF; 328&nbsp;kB), abgerufen am 26.&nbsp;Juni 2011.</ref><ref name="jaif_237">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1318824850P.pdf | webciteID=62mAOpq6p | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;237''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 17.&nbsp;Oktober 2011 (PDF; 91&nbsp;kB).</ref>
== Zusammenhang "Pferd in der Kultur" und "Siebenmeilenstiefel" ==
Hallo Minoo
Wieso eigentlich hat der Artikel "Siebenmeilenstiefel" einen Kategorieeintrag "Pferd in der Kultur"? Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Siebenmeilenstiefel#Pferd_in_der_Kultur.3F
Er kam von einem Benutzer Minoo: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Siebenmeilenstiefel&diff=next&oldid=89213679
Ich wollte nur sicherheitshalber mal nachfragen, wenn der entfernt wird, nicht dass da was übersehen wurde.
Mit freundlichem Gruß: --[[Benutzer:Bernd Wiebus|Bernd Wiebus]] ([[Benutzer Diskussion:Bernd Wiebus|Diskussion]]) 21:37, 8. Mai 2016 (CEST)


Am 19. August 2011 fiel die Reaktortemperatur in Block 1 erstmals an allen Messfühlern unter 100&nbsp;°C.<ref name="jaif_180">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1313897576P.pdf | webciteID=616P8UecF | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;180''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21.&nbsp;August 2011 (PDF; 170&nbsp;kB).</ref>
:Hallo Bernd, nach der Löschung des Hinweis auf die Kutscherstiefel ergibt die Kat "Pferd in der Kultur " keinen Sinn mehr. (Zitat" Der reale Hintergrund für dieses Motiv waren die schweren Reitstiefel der Postillone, die so genannt wurden, weil sie nur etwa alle 7 Meilen den Boden berührten, wenn Postreiter oder Gespanne an Stationen die Pferde wechselten.") Gruss Minoo


In Rohren am Reaktor wurden hohe Wasserstoffkonzentrationen von 61 bis 63&nbsp;Prozent entdeckt. Vermutlich handelte es sich um Reste aus der Anfangsphase der Unfälle.<ref name="jaif_219">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1317264047P.pdf | webciteID=62mCihaQm | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;219''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 28.&nbsp;September 2011 (PDF; 66&nbsp;kB).</ref> Der Wasserstoff wurde durch Einpumpen von Stickstoff ausgetrieben.<ref name="jaif_229">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1318132925P.pdf | webciteID=63vKFPRIh | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;229''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 9.&nbsp;Oktober 2011 (PDF; 167&nbsp;kB).</ref>
== [[Fadia von Ägypten]] ==


Neue Tepco-Simulationsrechnungen im November ergaben, dass der Großteil des geschmolzenen Brennstoffs in Reaktor&nbsp;1 den Druckbehälter verlassen und sich auf dem Boden des Sicherheitsbehälters (Nr.&nbsp;13 in der [[#Anker Reaktorgebäude|Abbildung oben]]) angesammelt hatte. Der Betonboden könne bis zu 65&nbsp;Zentimeter tief erodiert sein. Zwischen Brennstoff und der Stahlummantelung des Sicherheitsbehälters (Nr.&nbsp;19) bliebe demnach noch eine Betonschicht von mindestens 37&nbsp;Zentimetern. Darunter befindet sich eine weitere, mehrere Meter dicke Betonschicht (Nr.&nbsp;20). Man geht davon aus, dass durch die durchgeführten Kühlmaßnahmen eine weitere Korrosion des Betons gestoppt sei.<ref>{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20111130p2g00m0dm147000c.html | webciteID=63aALIGXf | text=''Melted nuclear fuel eroded reactor container by up to 65&nbsp;cm: TEPCO''}} (englisch). The Mainichi Daily News, 30.&nbsp;November 2011, abgerufen am 30.&nbsp;November 2011.</ref>
Danke für die Übersetzung dieses Artikels, der mir soeben aufgefallen ist! Bitte beantrage nachträglich einen [[Wikipedia:Importwünsche|Versionsimport]], damit die frühere Versionsgeschichte ersichtlich wird. --[[Benutzer:Pakeha|Pakeha]] ([[Benutzer Diskussion:Pakeha|Diskussion]]) 21:27, 21. Apr. 2017 (CEST)
: Danke für den Hinweis, ich schau mal wie das geht. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 08:28, 22. Apr. 2017 (CEST)


== Kategorien für Entwurf ==
=== Reaktorblock 2 ===
==== Stromausfall und Kühlungsprobleme ====
Hallo Minoo! Könntest Du bitte auf [[Benutzer:Minoo/Baustelle Pia Engelberty]] die Kategorien noch deaktivieren (z.B. auskommentieren)? Der Artikel erscheint schon z.B. auf [[:Kategorie:Voltigierer (Deutschland)]]. Viele Grüße --[[Benutzer:Asdert|Asdert]] ([[Benutzer Diskussion:Asdert|Diskussion]]) 23:18, 29. Apr. 2017 (CEST)
[[Datei:Fukushima 1 Power Plant control room (crop).jpg|mini|hochkant=1.3|Einer der Kraftwerksleitstände (1999)]]
:Hat sich erledigt. --[[Benutzer:Asdert|Asdert]] ([[Benutzer Diskussion:Asdert|Diskussion]]) 12:24, 30. Apr. 2017 (CEST)
[[Datei:Fukushima I Unit 2 diesel generator failure.png|mini|hochkant=1.3|Ausfall der beiden Dieselgeneratoren von Block&nbsp;2]]
::Hallo Minoo! Selbes Problem mit [[Benutzer:Minoo/Baustelle Christoph Sandmann]]. Bitte keine Artikel-Kategorien bei Baustellen. --[[Benutzer:Asdert|Asdert]] ([[Benutzer Diskussion:Asdert|Diskussion]]) 09:28, 12. Mai 2017 (CEST)


Auch Block 2 wurde am 11. März um 14:46 Uhr (Ortszeit) automatisch heruntergefahren und zunächst mit Notstrom aus seinen beiden Dieselgeneratoren versorgt. Um im Reaktor verdampfendes Wasser weiterhin nachzufüllen, schalteten die Arbeiter im Leitstand eines von zwei dampfbetriebenen Notkühlsystemen ein (das RCIC-System, ''Reactor Core Isolation Cooling;'' etwa: „Kühlung des Reaktors im isolierten Betrieb“).<ref name="kantei-bericht2" />
== Weiterleitungen auf Begriffsklärungen ==


Um 15:37 und 15:41 Uhr<ref name="katogensho2">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_6_Katogensho2.pdf | webciteID=5yqjKfaml | text=''過渡現象記録装置データ 2号機 (Kurzzeitdatenaufzeichnung Block&nbsp;2)''}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 21.&nbsp;Mai 2011. Ausfall Dieselgeneratoren auf S.&nbsp;30; RCICS auf S.&nbsp;28 (zuvor auch kurz in Betrieb bis zum Erreichen des erforderlichen Füllstandes).</ref> fielen die Generatoren durch Überschwemmung aus,<ref name="tepco-110516e21" /> und dadurch auch die elektrischen Kühlwasserpumpen für das Abklingbecken und die Reaktor-Kondensationskammer. Auch Teile der Batterie-Notstromversorgung versagten wegen Tsunamischäden.<ref name="kantei-bericht2" />
sind unerwünscht. Die Pferde wird man auch ohne diesen Hinweis in der BKL suchen. --[[Benutzer:Eingangskontrolle|Eingangskontrolle]] ([[Benutzer Diskussion:Eingangskontrolle|Diskussion]]) 18:52, 2. Mai 2017 (CEST)
:Ohne die Weiterleitung kann man aber nicht auf diese Pferde verlinken. Die BKL enthält immerhin schon mal die Lebensdaten dieser Pferde. Gurss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:55, 2. Mai 2017 (CEST)


Um 16:36 Uhr meldete Tepco an die Aufsichtsbehörde, dass die Wassereinspritzung in den Reaktor – also die Notkühlung – nicht mehr sichergestellt sei.<ref name="tepco-11031103e" /> Das dampfbetriebene Kühlsystem war zwar unabhängig von den Generatoren, aber wegen des Stromausfalls hatten die RCIC-Zustandsanzeige und das Messgerät für den Kühlwasserstand versagt. Am 12.&nbsp;März wurden sie mit einer provisorischen Stromversorgung wieder in Betrieb genommen.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" /><ref name="tepco-11031203">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031203-e.html | webciteID=5yZvLHSV7 | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 0AM March 12th)''.}} Tepco, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Der Wasserstand war etwas verringert, aber stabil.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031217-e.html | webciteID=5ya4IHeQs | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 11AM March 12th)''}} (englisch). Tepco, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Die Drücke im Reaktor lagen im Normalbereich.<ref name="tepco-daten" /> Trotzdem wurden gegen Mittag mehrere Druckentlastungen des Sicherheitsbehälters versucht, die mangels Überdruck ohne Ergebnis waren.<ref name="kantei-bericht2" /> Währenddessen explodierte das Dach des nördlich benachbarten Reaktorgebäudes&nbsp;1.
== Deine Bearbeitungen ==


Es folgten weiter wechselnde Meldungen auf der Tepco-Website zum Zustand der Kühlung. Um 20 Uhr funktionierte sie angeblich nicht mehr;<ref name="tepco-11031229">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031229-e.html | webciteID=5ya4bDNB7 | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 8PM March 12th)''}} (englisch). Tepco, 12.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="nisa-praesentation" /> am Morgen des 13.&nbsp;März um 9 Uhr hieß es dann, das RCIC-System sei in Betrieb.<ref name="tepco-11031305e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031305-e.html | webciteID=5ygU8ds7C | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 9am March 13th)''}} (englisch). Tepco, 13.&nbsp;März 2011.</ref> Auch die später veröffentlichten Aufzeichnungen der Mitarbeiter sind widersprüchlich. Es gab wohl nach wie vor Probleme mit der Messung des Wasserstandes.<ref name="nisa-untersuchung" /> Sicherheitshalber bereitete Tepco die Einspeisung von Meerwasser vor.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" />
Hallo Minoo, du hast [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Derby_Stakes&type=revision&diff=165124865&oldid=165124598 hier], wie auch schon in [[Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes]], wohl in Folge eines Bearbeitungskonfliktes, meine Bearbeitung zurückgesetzt. Bitte erstelle deine Artikel im Benutzernamensraum oder setze zumindest rechtzeitig den Inuse-Baustein! Gruß --[[Benutzer:Hydro|Hydro]] ([[Benutzer Diskussion:Hydro|Diskussion]]) 20:56, 2. Mai 2017 (CEST)


Um 11 Uhr wurde erneut eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters eingeleitet.<ref name="nisa_57" /><ref name="tepco-11031307e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031307-e.html | webciteID=5ya69qR4c | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 0pm March 13th)''}} (englisch). Tepco, 13.&nbsp;März 2011.</ref> Zwischen 14 und 17 Uhr ging der Druck im Sicherheitsbehälter etwas zurück.<ref name="tepco-daten" /> Gegen 14 Uhr gelang auch der Anschluss mobiler Stromgeneratoren, sodass laut NISA der weitere Betrieb des Notkühlsystems gesichert war.<ref name="nisa_20">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110313-4.pdf | webciteID=5yRRHorqv | text=''Seismic Damage Information(the 20th Release)''.}} NISA, 13.&nbsp;März 2011: „For Unit 2: Electric Power Source secured, Water Injection Function has been maintained.“</ref>
:Hallo Hydro, das tut mir leid, allerdings habe ich soweit ich konnte deine Änderungen beim VZAP wieder eingepflegt. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 21:02, 2. Mai 2017 (CEST)


{{Anker|Block 2 – 14. März 2011}}
== Einladung zu einem offenen Wikitreffen in Moers vom 10.-14. Mai 20017 ==
Am 14. März um 11 Uhr explodierte auch das südlich benachbarte Reaktorgebäude&nbsp;3 und beschädigte bereitstehende Geräte zum Einpumpen von Meerwasser in Reaktor&nbsp;2.<ref name="kantei-bericht2" /> Unmittelbar nach der Explosion öffnete man sicherheitshalber die Ausblasklappe ''(blow out panel)'' von Reaktorgebäude&nbsp;2,<ref name="nisa_57" /> um eine Wasserstoffansammlung wie in den Blöcken 1 und 3 zu verhindern. Ungefähr zu dieser Zeit fiel auch in Block&nbsp;2 tatsächlich die Kühlung aus.<ref name="nisa-praesentation" /> Möglicherweise hatte die außerordentlich heftige Explosion von Block&nbsp;3 weitere Schäden in Block&nbsp;2 verursacht.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.washingtonpost.com/business/economy/nuclear-crisis-deepens-as-third-reactor-loses-cooling-capacity/2011/03/14/ABk6rQV_print.html | webciteID=5yywFaZ85 | text=''New fire reported at nuclear plant as Japan races to avert catastrophe''}} (englisch). The Washington Post, 15.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="caltech-vorlesung" /> Um 13:18 Uhr – der Wasserspiegel im Reaktordruckbehälter war bereits um etwa einen Meter gefallen, lag aber noch oberhalb der Brennelemente – meldete Tepco den Kühlausfall an die Aufsichtsbehörde.<ref name="tepco-11031403">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031403-e.html | webciteID=5y9y9Zkw3 | text=''Occurrence of a Specific Incident (Failure of reactor cooling function) Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness''}} (englisch). Tepco, 14.&nbsp;April 2011.</ref> Das zweite dampfbetriebene Notkühlsystem, das in solchen Fällen normalerweise aktiv wird, blieb abgeschaltet.
Hallo Hydro, Näheres findest du oben auf meiner Diskussionsseite. Ziel ist eine langanhaltende Verbesserung der Arbeitsatmosphäre durch unterschiedliche Aktivitäten, die am Schluss zusammengebunden werden. Wir werden Vorschläge zur Verbesserung unseres gigantischen Encyklopädie-Projektes erarbeiten.Herzliche Grüße --[[Benutzer:Anima|Anima]] ([[Benutzer Diskussion:Anima|Diskussion]]) 23:15, 4. Mai 2017 (CEST)
:Hi Anima, mein Pseudonym ist zwar Minoo, aber trotzdem vielen Dank für die Einladung. Leider kann ich in nicht nach Moers fahren, obwohl es bestimmt spannend wird. Viel Spass & schöne Grüsse [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 23:25, 4. Mai 2017 (CEST)


Die Einleitung von Meerwasser wurde erneut vorbereitet, musste aber wegen eines Nachbebens von 15 bis 16 Uhr unterbrochen werden. Gegen 16:30&nbsp;Uhr war die Feuerwehrpumpe einsatzbereit, aber zunächst musste der Druck im Druckbehälter gesenkt werden.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" /> Die Arbeiter brachten Autobatterien aus ihren Fahrzeugen in den Leitstand und versuchten, damit die [[Sicherheitsventil|Überdruckventile]] zu betätigen.<ref name="kantei-bericht2" /> Sie ließen sich jedoch nicht öffnen,<ref name="caltech-vorlesung" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12820906/Entscheidendes-Ventil-in-Fukushima-Reaktor-klemmt.html | webciteID=5yKXIUzh4 | text=''Entscheidendes Ventil in Fukushima-Reaktor klemmt''.}} Welt Online, 14.&nbsp;März 2011.</ref> weil man versehentlich ein [[Durchflusssensor|Luftstrommessgerät]] abgeschaltet hatte.<ref>{{Webarchiv | url=http://news.xinhuanet.com/english2010/world/2011-03/14/c_13778395.htm | webciteID=5ygw0fko9 | text=''Fuel rods fully exposed again at Fukushima nuclear power plant''}} (englisch). Xinhua News Agency, 14.&nbsp;März 2011.</ref> Mehrere Stunden lang versuchte Tepco erfolglos, Dampf aus dem Druckbehälter abzulassen, um dann anschließend auch den Sicherheitsbehälter zu entlüften.<ref name="jaif_6">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300170541P.pdf | webciteID=5yHVl5YFk | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;6''}} (englisch, pdf). JAIF, 15.&nbsp;März 2011 (PDF; 27&nbsp;kB).</ref>
== Kleiner Tip gefällig? ==


[[Datei:Fukushima I Unit 2 accident reactor data.svg|mini|Messwerte und Ereignisse von Reaktor&nbsp;2; 13. bis 15.&nbsp;März]]
Schalte mal das [[Wikipedia:Helferlein/Begriffsklärungs-Check]] ein. Dann passiert das mit den Links auf Begriffsklärungsseiten nicht mehr ;-) --[[Benutzer:Schnabeltassentier|Schnabeltassentier]] ([[Benutzer Diskussion:Schnabeltassentier|Diskussion]]) 02:30, 26. Mai 2017 (CEST)
:Vielen Dank für den hilfreichen Hinweis. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 02:35, 26. Mai 2017 (CEST)


Der Wasserstand fiel weiter. Gegen 17 Uhr lagen die Brennelemente teilweise frei und ab 18 Uhr vollständig.<ref name="nisa-praesentation" /> Zu diesem Zeitpunkt gelang es endlich, die Druckentlastungsventile zu öffnen. Es dauerte eine Stunde, den Druck hinreichend zu senken. Zwischenzeitlich ging der Feuerwehrpumpe, die wegen der hohen Strahlung auf dem Gelände nicht ständig überwacht wurde, der Treibstoff aus.<ref name="kantei-bericht2" /> So verging noch fast eine weitere Stunde, bis die Wassereinspritzung beginnen konnte<ref>{{Webarchiv | url=http://www.latimes.com/news/science/la-sci--japan-quake-reactor-20110314,0,6787043.story | webciteID=5ygYv1VQF | text=''Risk of meltdown increases at Japan nuclear reactor''}} (englisch). Los Angeles Times, 14.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="nisa-praesentation" /> – zu spät: Die Kernschmelze war zu diesem Zeitpunkt bereits in Gang.<ref name="tepco-110524e14" /> Trotz weiterer Druckentlastungsversuche – das pneumatische Venting-Ventil schloss sich immer wieder von alleine – stieg der Druck im Sicherheitsbehälter stark an und erreichte gegen Mitternacht etwa 750 [[Pascal (Einheit)|Kilopascal]].<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="nisa-praesentation" />
== Jagdreiten ==


Das Wasserstands-Messgerät zeigte jetzt und auch in den kommenden Tagen und Wochen an, dass die Brennelemente zur Hälfte mit Wasser bedeckt seien.<ref name="nisa-praesentation" /> Erst zwei Monate später – nach dem Kalibrieren des Messgeräts in Block&nbsp;1 – wurde klar, dass auch das Gerät in Block&nbsp;2 (und 3) die ganze Zeit über zu viel angezeigt haben könnte.<ref name="wsj-SB10001424052748703509104576325110776621604">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305364761P.pdf | webciteID=5ykpp0mDu | text=''Cores Damaged at Three Reactors''}} (englisch). Wallstreet Journal, 16.&nbsp;Mai 2011.</ref> Ähnlich wie [[#Druckanstieg, Kernschmelze und Kühlversuch|am 12. März in Block&nbsp;1]] versagten vermutlich Dichtungen des Sicherheitsbehälters, und es gelangte Wasserstoff in das Reaktorgebäude.<ref name="nisa-untersuchung" />
Moin, ich hatte einen Unterpunkt für aktive Meuten in Deutschland hinzugefügt, der erstmal nur einen Eintrag enthielt. Den hast Du in die Weblinks verschoben.
Da in der "Geschichte des Jagdreitens" mehrere einst aktive Meuten in Deutschland und anderen Ländern erwähnt werden, finde ich es sinnvoll, auch einen Abschnitt über die jetzt aktiven Meuten einzurichten, und auch gerade mit direkter Aufrufbarkeit von deren Netzauftritt. Wer sich mehr als nur theoretisch interessiert, findet dann eine Meute, hinter der er reiten kann. Die Querverweise am Ende sind so vielfältig, dass man da nur mit Zeitaufwand findet, was man sucht...
Ich möchte also gerne, dass es einen Unterpunkt (oder wenn nötig, Extraartikel) für die aktiven Meuten in Deutschland gibt, und möglichst auch mit Link zum jeweiligen Netzauftritt. Vielleicht muss es nicht an der Stelle sein, wo ich es jetzt angebracht hatte, (Wo dann?) und selbstverständlich sollte nicht nur der HSJV dort präsentiert werden, sondern möglichst alle aktiven Meuten, der Gerechtigkeit halber am besten in alphabetischer Reihenfolge. Nur hatte ich keine Zeit nach den anderen Daten zu suchen.
Gibt es eigentlich einen Hinweis, mit dem man Andere extra zur Mitarbeit auffordern kann, so was wie "bitte bearbeiten"?
Würde mich freuen, Deine Meinung zu hören. Freundlichen Gruß
Winrike
:Gute Idee. Da Weblinks im Text nicht gewünscht sind, könntest du vielleicht die Weblinks mit Zwischenüberschriften lesbarer machen? Pflegst du dann auch jedes Jahr die Meutenliste? Sonst ist es bald eine veraltete Liste "aktiver Meuten". Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 21:45, 9. Jun. 2017 (CEST)


==== Schäden am Sicherheitsbehälter ====
Die Weblinks zu gliedern kann ich versuchen. Für eine vollständigere Liste aktiver Meuten bin ich auf Daten anderer angewiesen. Direktverbindung besteht nur zum HSJV. Allerdings nehme ich an, dass weitere Interessierte mitarbeiten würden, wenn es erst mal eine Liste gibt. Alternativ könnte man eine solche ja auch als Artikel ausgliedern und hier darauf verweisen? Ich bin mit den Bearbeitungswerkzeugen nur bedingt vertraut bisher. Gruß Winrike
Laut später veröffentlichter Berichte von NISA<ref name="nisa_47">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110324-1-1.pdf | webciteID=5yUN9LVRn | text=''Seismic Damage Information (the 47th Release) (As of 08:00 March 24th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 24.&nbsp;März 2011.</ref> und [[Japan Atomic Industrial Forum|JAIF]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300455907P.pdf | webciteID=5yUMrmcfe | text=''Status of nuclear power plants in Fukushima as of 22:00 March 18 (Estimated by JAIF)''}} (englisch, pdf). 18.&nbsp;März 2011 (PDF; 226&nbsp;kB).</ref> wurde gegen Mitternacht (zum 15.&nbsp;März) Dampf aus dem Sicherheitsbehälter in die Umgebung abgelassen. Der [[Druckmessgerät|Messfühler]] zeigte aber keinen Druckabfall. Es blieb weiter bei 750 kPa,<ref name="nisa-praesentation" /> bis gegen 6:10 Uhr ein lauter Knall aus Richtung der Kondensationskammer unter dem Reaktor zu vernehmen war („''an abnormal noise began emanating from nearby Pressure Suppression Chamber''“ laut Tepco).<ref name="tepco-status">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11042806-e.html | webciteID=5yJ1WigUA | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 3:00 pm, April 28)''}} (englisch). Tepco, 28.&nbsp;April 2011.</ref> Die NISA sprach von einem „Explosionsgeräusch“<ref name="nisa_57" /> und einer Wasserstoffexplosion im Raum unter dem Reaktor, in dem sich die Kondensationskammer befindet;<ref name="nisa-untersuchung" /> später auch von einem „großen, impulsiven Geräusch“ und einem „großen Einschlaggeräusch“ ''(big impact sound).''<ref name="kantei-bericht2" /> Der Druck in der Kammer fiel plötzlich ab;<ref name="tepco-daten" /> offenbar wurde sie beschädigt.<ref name="vgb-studie">Ludger Mohrbach und Thomas Linnemann: {{Webarchiv | url=http://www.vgb.org/vgbmultimedia/News/Fukushimav15VGB.pdf | webciteID=5xuWO5inQ | text=''The Tohoku-Taiheiyou-Oki Earthquake and Subsequent Tsunami on March 11, 2011 and Consequences for Nuclear Power Plants in Northeast Honshu''}} (englisch, pdf). [[VGB PowerTech]], 3.&nbsp;April 2011, abgerufen am 5.&nbsp;Juni 2011. ''Beschädigte Kondensationskammer auf S.&nbsp;55, Wärmeleistungen im Abklingbecken auf S.&nbsp;60.''</ref> Auch im Dachbereich des Reaktorgebäudes<ref name="kantei-bericht2" /> und im angeschlossenen Abfallverarbeitungsgebäude wurden Schäden festgestellt.<ref name="nisa-untersuchung" /> Tepco bestreitet bislang, dass eine Explosion stattfand und vermutet, dass es sich um eine Verwechslung mit der in etwa gleichzeitigen [[#Kühlungsausfall, Explosion und Brände|Explosion in Block&nbsp;4]] handelt (Stand: November 2011).<ref name="jaif_276">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1322541949P.pdf | webciteID=63veFpFpQ | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;276''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29.&nbsp;November 2011 (PDF; 77&nbsp;kB).</ref>
:Ich habe mal die Zwischenüberschrift eingefügt, vielleicht kommt ja noch etwas dazu. Viel Spass & Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:20, 9. Jun. 2017 (CEST)


Die [[#Grafik Strahlungsmessungen|Strahlenbelastung auf dem Gelände]] stieg stark an, was auch mit der Explosion in Block&nbsp;4 zusammenhängen kann. An der Geländegrenze wurden vorübergehend Dosisleistungen von bis zu 12&nbsp;Millisievert pro Stunde (mSv/h) gemessen.<ref name="berkeley-chronologie" /> Am Reaktorgebäude 4 lagen die Messwerte bei 100&nbsp;mSv/h und am benachbarten Block&nbsp;3 bei 400 mSv/h.<ref name="tepco-status" /> Wegen der Strahlungsrisiken reduzierte Tepco die Zahl der Mitarbeiter auf dem Gelände von rund 800 auf 50.
== [[Pferd des Jahres]] ==


Um 10:30 Uhr wies Wirtschaftsminister [[Banri Kaieda]] Tepco an, bei Reaktor&nbsp;2 sofort Wasser in den Druckbehälter einzuspritzen und Druck aus dem Sicherheitsbehälter abzulassen.<ref name="nisa_57" /> Nachdem der Sicherheitsbehälter&nbsp;2 sich inzwischen von alleine entlüftete und die Wassereinspeisung seit 14 Stunden stattfand, kam diese Anweisung spät.
Bitte belege deine Behauptung, das "Galloper des Jahres" streng genommen falsch ist. --[[Benutzer:Eingangskontrolle|Eingangskontrolle]] ([[Benutzer Diskussion:Eingangskontrolle|Diskussion]]) 22:14, 11. Jun. 2017 (CEST)


Am Abend fiel der Überdruck im Druckbehälter auf Null,<ref name="tepco-daten" /> was auf einen größeren Schaden hindeutet.
:In vielen anderen Ländern heisst es Pferd des Jahres. Bitte betreibe kein sinnloses Löschen. Ich habe den Artikel deshalb ein zweites Mal geschrieben, weil ich den deutschen Galopper des Jahres nicht fand, und auch als Interwiki nicht verlinkt war. Es wäre also nett, wenn du den Redirect wieder erstellen würdest und weitere derartige Löschaktionen nicht durchführen würdest. Das erschwert die Arbeit. Ich melde mich schon, wenn ein Artikel gelöscht werden muss. Vielen Dank für eine weitere gute Zusammenarbeit. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:45, 11. Jun. 2017 (CEST)


[[#FotoRauch|Satellitenfotos vom 16. März]] zeigen, wie aus der Ausblasklappe auf der Ostseite des Reaktorgebäudes Dampf austrat. Dieser war auch in den folgenden Tagen weiter zu beobachten.<ref name="nisa_29">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110318-2.pdf | webciteID=5yWYm8DlQ | text=''Seismic Damage Information (the 29th Release) (As of 06:30 March 18th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 18.&nbsp;März 2011: „White smoke continues to be generated from the Blow-out Panel of reactor building.“</ref>
== [[:Kategorie:Rinderzüchter]] ==


Anhand der Strahlungsmesswerte im Sicherheitsbehälter schätzte Tepco, dass die Brennstäbe von Block&nbsp;2 zu einem Drittel beschädigt seien.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.grs.de/kommunikation-medien/japan-statusmeldung-16-03-2011-0600 | webciteID=5xdBjaziS | text=''Japan: Statusmeldung vom 16. März 2011, 06:00 Uhr (MEZ)''.}} Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, 16.&nbsp;März 2011.</ref> Diese Schätzung erwies sich später als viel zu niedrig.<ref name="tepco-110524e14" />
Hallo! Kannst Dich noch an die Kategorie erinnern? Ich überarbeite ja gerade die Land-Wirtschafts-Zweige, und da fällt mir die Mehrdeutigkeit mancher Begriffe und die abweichende Verwendung auf. Einerseits bezeichnet man mit "Zucht" die Spezialisierung zur Kreuzung und Pflege von Haustierrassen, anderseits bezeichnet man auch allgemein damit Landwirte, welche in der "Tierproduktion" die Geburt, Aufzucht, Mast, Nutzung und Pflege . Es fehlt auch eine Klammer wie [[:Kategorie:Züchter]], umd das fachlich sauber zu trennen. Hängt da bei Dir ne Grundidee dran, die ich nicht erkenne, oder ist eine Zusammenführung angebracht. Betrifft da übrigens nicht nur die Zucht, habe auch Lücken bei sowas Profanen wie der Stalltechnik gefunden, die nicht mit der [[:Kategorie:Stall]] verbunden ist. Und das wir keine [[:Kategorie:Tierhandel]] haben, und deshalb [[Gottfried Claes Carl Hagenbeck]] als Fischhändler und Schausteller kategorisieren, halte ich für ne ärgerliche Lücke. Arbeite mich ja schrittweise voran, also wenn Du da mitmachen will, findest mich beim Portal Essen und Trinken oder zentral dafür vorgehsehen, der [[Wikipedia:Redaktion Ceres]].[[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] ([[Benutzer Diskussion:Oliver S.Y.|Diskussion]]) 00:32, 13. Jun. 2017 (CEST)


Bis zum 17. März weitete sich auch der Schaden an der Kondensationskammer aus; der [[Überdruck]] in der Kammer fiel ebenfalls auf Null.<ref name="nisa-praesentation" />
:Hallo Oliver, bei den Pferden wird nicht zwischen "Produktion" und "Züchter" unterschieden. Alle kommerziellen Züchter sind auf Zuchtfortschritt bedacht, weil die Zucht so teuer ist. F1-Hybride sind bei Pferden selten erfolgreich. Die [[:Kategorie:Pferdezüchter]] ist für alle Züchter. Zuchtgeschichtlich bedeutende Züchter sind zusätzlich in der [[:Kategorie:Geschichte der Pferdehaltung]], zB [[Octavian Joseph Graf Kinsky|Graf Kinsky]] der mit dem [[Kinsky-Pferd]] eine neue Rasse geschaffen hat. Bei den Pferden werde ich vermutlich irgendwann eine [[:Kategorie:Hengsthalter]] machen, vielleicht auch eine [[:Kategorie:Zuchtgeschichte]].
:Die [[:Kategorie:Rinderzüchter]] habe ich erstellt, weil mir beim kategorisieren von Pferdezüchtern auffiel, dass es für jene die auch Rinder gezüchtet haben keine Kat gab. Du kannst die alte Kat neu definieren zu einer ''[[:Kategorie:spezialisierten Züchter]]'' und für die normalen Landwirte zb [[:Kategorie:Rinderhalter]] erstellen. Als Klammer kannst du die [[:Kategorie:Rinderzucht]] verwenden.
:Fischhändler handeln doch meist mit toten Fischen - das käme zumindest bei Pferden nicht so gut an. Ja bitte, erstelle die [[:Kategorie:Tierhandel]], mir fiele da noch spontan [[Paul Schockemöhle]] ein. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:17, 13. Jun. 2017 (CEST)


Drei Wochen später wurden Informationen der [[Nuclear Regulatory Commission|US-Atomaufsichtsbehörde]] bekannt, nach denen Teile des geschmolzenen Kerns von Reaktor&nbsp;2 aus dem Druckbehälter geflossen waren und sich am Boden des Sicherheitsbehälters angesammelt hatten.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/04/07/world/asia/07japan.html?_r=1&ref=japan | webciteID=5y7BaZWqn | text=''Core of Stricken Reactor Probably Leaked, U.S. Says''}} (englisch). New York Times, 6.&nbsp;April 2011.</ref> Strahlungsdaten aus den Kondensationskammern von Block&nbsp;1 bis 3 (im unteren Bereich der Sicherheitsbehälter) bestätigten dies: Der [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Strahlung in den Reaktoren|Messwert für Block&nbsp;2]] war mit 121&nbsp;Sievert pro Stunde extrem hoch.
::OK, Danke, hatte danach noch die [[:Kategorie:Viehhandel]] entdeckt, die aber nur einen Teil des Tierhandels abdeckt. Da ich dafür ja teilweise mitverantwortlich bin, was Vieh betrifft, wirds schon was werden. Ist ja scheinbar ne Lücke, die niemand bislang großer Bedeutung beimisst. Egal wie, es kommt was Quellenbasiertes.[[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] ([[Benutzer Diskussion:Oliver S.Y.|Diskussion]]) 00:06, 14. Jun. 2017 (CEST)
:::Ob sich Schockemöhle und Hagenbeck als Viehhändler bezeichnen würden? Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 00:19, 14. Jun. 2017 (CEST)


==== Stromanschluss und Kühlmaßnahmen ====
::::Nein, sicher nicht. Problem ist ja, auch wenn ich mit NACE 2 sehr viel Hilfe habe. Nur mal für Dich, damit Du einen Eindruck bekommst. Das läuft nicht unter Landwirtschaft, sondern Handel ist ein eigener Bereich. WZ 46.23 "Großhandel mit lebenden Tieren" [http://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=LST_NOM_DTL&StrNom=NACE_REV2&StrLanguageCode=DE&IntPcKey=18509564&StrLayoutCode=HIERARCHIC], WZ 47.76 "Einzelhandel mit lebenden Tieren" [http://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=DSP_NOM_DTL_VIEW&StrNom=NACE_REV2&StrLanguageCode=DE&IntPcKey=18511844&IntKey=18512024&StrLayoutCode=HIERARCHIC&IntCurrentPage=1]. Das lässt sich zumindest für aktuelle Firmen durch firmenwissen.de in Deutschland leicht nachvollziehen, da diese Angaben bei jedem Unternehmen Pflicht sind. Viehhandel ist dann also nen Ast neben dem Wildtierhandel, wobei man da heute sicher Gatterwild von Zootieren aber auch Zirkustieren und Exoten für den Heimtierbereich unterscheiden muss. Konzept hab ich im Hinterkopf, aber wir teilweise nichtmal Artikel dafür :) [[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] ([[Benutzer Diskussion:Oliver S.Y.|Diskussion]]) 00:29, 14. Jun. 2017 (CEST)
Mittlerweile war eine neue Hochspannungsleitung in Arbeit, die als erstes an Block 2 angeschlossen werden sollte.<ref name="nisa_28">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110318-1.pdf | webciteID=5xrvgzWzv | text=''Seismic Damage Information (the 28th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 18.&nbsp;März 2011.</ref> Man hoffte, die regulären Kühlsysteme wieder in Betrieb nehmen zu können.<ref name="spiegel-2011-04-26" />


Währenddessen begann am 19. März das Einspeisen von Meerwasser ins Abklingbecken. Anders als bei Block&nbsp;1 musste bei Block&nbsp;2 auch das Abklingbecken laufend gekühlt werden, weil sich darin doppelt so viele und „frischere“ Brennelemente befanden. Jeweils im Abstand von mehreren Tagen wurde das Becken über eine vorhandene Leitung wieder mit kaltem Wasser aufgefüllt.<ref name="nisa_57" /> So gelang es, die Wassertemperatur bei etwa 50&nbsp;°C zu stabilisieren.<ref>[http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima240311.html ''Fukushima Nuclear Accident Update Log''] (englisch). IAEO, 24.&nbsp;März 2011, abgerufen am 7.&nbsp;Mai 2011.</ref> Der Wasserstand sank zu keinem Zeitpunkt in einen kritischen Bereich.<ref name="kantei-bericht2" />
:::::Das ist das Problem. Ich diskutiere gerade mit jemandem, der findet ich muss die [[:Kategorie:Zugpferd]] (die bisher 3 Artikel, 2 Traber und ein Arbeitspferd enthält) aufsplitten, weil das Arbeitspferd kein Sportpferd sei. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 00:44, 14. Jun. 2017 (CEST)


Ebenfalls am 19. März wurde die neue Stromleitung an einem [[Transformator|Behelfstransformator]] an Block&nbsp;2 angeschlossen, und am nächsten Tag an einen provisorischen, neuen Stromverteiler.<ref name="nisa_36">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110320-4-1.pdf | webciteID=5xtGz6feu | text=''Seismic Damage Information (the 36th Release) (As of 16:30 March 20th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 20.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031905-e.html | webciteID=5ygaPtROH | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 0:00 PM Mar 19th)''}} (englisch). Tepco, 19.&nbsp;März 2011.</ref> Ab dem 26. März gab es wieder eine richtige Beleuchtung im Leitstand. Ein am gleichen Tag veröffentlichtes Foto zeigt drei Männer in Schutzanzügen, die auf einzelne Instrumente schauen – in einem Raum voller toter [[Bildschirm]]e und Warnlampen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110326_1f_chusou_2.jpg | webciteID=5yJekmuik | text=''Control room for Unit 2 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (pictured on March 26, 2011)''.}} Tepco, 26.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="tepco-fotos">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/index-e.html | webciteID=5yJe2rx6Y | text=''Photos For Press''}} (englisch). Tepco.</ref> Die Stromversorgung war wiederhergestellt, aber wie in Block&nbsp;1 blieben die meisten Systeme ohne Funktion.<ref name="jaif-1301110327P" />
::::::Das beruhigt mich, daß es solche Probleme auch woanders gibt^^. Aber mal ehrlich, wir haben nichtmal eine [[:Kategorie:Zugtier]], darum halte ich Zugpferd als Kategorieinhalt sowieso für eine überflüssige Atomisierung. Das nochmal zu splitten konterkarriert das System nur noch mehr. Also nicht Lösung B oder C, sondern zurück auf Anfang zu A^^.[[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] ([[Benutzer Diskussion:Oliver S.Y.|Diskussion]]) 00:55, 14. Jun. 2017 (CEST)


Ab dem 26. März wurde auch in Reaktor 2 Süßwasser statt Meerwasser eingespritzt.<ref name="nisa_54" /> Im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Block&nbsp;2 maß Tepco eine sehr hohe Strahlung von mehr als 1000&nbsp;mSv/h an der Oberfläche von Wasser, das sich dort angesammelt hatte<ref name="jaif_32">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/aij/member/2011/earthquakereport32.pdf | webciteID=5xtH8ZTNQ | text=''Earthquake Report No.&nbsp;32 (JAIF)''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27.&nbsp;März 2011 (PDF; 32&nbsp;kB).</ref> (1000&nbsp;mSv/h war das obere Limit der vorhandenen Messgeräte).<ref>{{Webarchiv | url=http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704471904576229854179642220.html | webciteID=5ybMJoGWy | text=''At Plant, a Choice Between Bad, Worse''}} (englisch). Wall Street Journal, 30.&nbsp;März 2011: „authorities say 1,000 millisieverts is the upper limit of their measuring devices“.</ref> Am folgenden Tag wurden ähnliche Strahlungswerte auch im Wasser in einem angeschlossenen Wartungstunnel entdeckt.<ref name="nisa_60">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110329-7-1.pdf | webciteID=5xtHAhtHt | text=''Seismic Damage Information (the 60th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 29.&nbsp;März 2011.</ref> Daraufhin teilte die japanische Regierung am 28.&nbsp;März mit, dass sie von einer vorübergehenden Teil-Kernschmelze in Reaktor&nbsp;2 ausgehe.<ref name="kyodo-2011-03-81431">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81431.html | webciteID=5xtHCxv55 | text=''Radioactive water at No.&nbsp;2 reactor due to partial meltdown: Edano''}} (englisch). Kyodo News, 28.&nbsp;März 2011, abgerufen am 28.&nbsp;März 2011.</ref>
Hallo! Unter [[:Kategorie:Tierproduktion]] findest Du den Einstieg. Habs erstmal für die drei größten Gruppe Rinder, Schweine und eben Pferde gemacht. Wobei bei Pferden ja eher die Fohlenproduktion von Bedeutung ist, da heute im Gegensatz zu früher die Nutzung als Zug- und Reittier im DACH kaum noch eine Rolle spielt. Aber die Kategorie ist sowohl historisch wie international allgemein vorgesehen. Und ich war auf Island bei einem Gestüt, was ausschließlich Pferde zur Fleischproduktion hielt. Also nichtmal "veraltet", auch wenn es viele erschaudert, Pferde genauso wie Schweine produziert zu sehen. Nur halte ich das teilweise eben auch für Zwangsschwangerschaften, was da vielen Stuten zugemutet wird.[[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] ([[Benutzer Diskussion:Oliver S.Y.|Diskussion]]) 16:55, 15. Jun. 2017 (CEST)
::Wenn du es für klug hältst eine Kat namens "Tierproduktion" zu machen, das wird hier nicht goutiert werden ... Klar ist, dass Reihenfolge vertauscht werden muss. Tierprod ist ein Teilbereich der Tierzucht, nicht anders herum. Ob sich ein [[Frank Rockefeller]] selber als Rinderproduzent bezeichnet hätte? Naja, das ist dein Gebiet. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 19:16, 17. Jun. 2017 (CEST)


Am 29. März wurde auch die Kühlung des Abklingbeckens von Meer- auf Süßwasser umgestellt.<ref name="nisa_73" />
== Bindestrich bei Zusammensetzungen ==


==== Abwasseraustritt ins Meer ====
Moin Minoo,<br/>
[[Datei:Fukushima I nuclear powerplant nuclear (leak case of high-level radiation water, trenches and tunnels).PNG|mini|hochkant=1.5|Möglicher Weg des Wassers aus dem Reaktorgebäude (1) durch das Turbinenhaus (2) bis in den Kabelschacht (3)]]
[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gruppe_I-Rennen&type=revision&diff=165738245&oldid=165738078 das] war vorher richtig und nach deiner Verschiebung falsch, siehe [http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/bindestrich hier] unter D 26. Grüße —&nbsp;[[Benutzer:Máel Milscothach|Máel Milscothach]]&nbsp;<sup><small>[[Benutzer Diskussion:Máel Milscothach|D]]</small></sup> 20:09, 17. Okt. 2017 (CEST)
[[Datei:Fukushima I Unit 2 inlet water contamination.svg|mini|Nuklidkonzentrationen am Wassereinlass von Block&nbsp;2, 2.&nbsp;April bis 15.&nbsp;Juni 2011]]


;April 2011
== Artikelwünsche ==
Seit dem 21. März maß man [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasser|stark erhöhte Iod- und Caesium-Konzentrationen im Meerwasser]] am Kraftwerk und suchte nach der Ursache.


Am 2. April entdeckte Tepco dann in einem betonierten Kabelschacht nahe dem Wassereinlass von Block&nbsp;2<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110404-1-2.pdf | webciteID=5xhCyZacx | text=''Horizontaler Lageplan des Kabelschachts (orange) bei Block&nbsp;2''}} (englisch, pdf). Tepco/NISA.</ref><ref name="nisa-en20110404-2-5">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110404-2-5.pdf | webciteID=5xhDBRQhY | text=''Vertikaler Lageplan des Kabelschachts (orange) bei Block&nbsp;2''}} (englisch, pdf). Tepco/NISA.</ref> einen 20 Zentimeter langen Riss, aus dem [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasserkanäle|hoch radioaktiv kontaminiertes Wasser]] in den Pazifik floss. Ein Versuch, das Leck mit Beton zu verschließen,<ref name="tepco-11040203">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040203-e.html | webciteID=5xtHMTBQF | text=''Out flow of fluid containing radioactive materials to the ocean from areas near intake channel of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2''}} (englisch). Tepco, 2.&nbsp;April 2011.</ref> schlug ebenso fehl<ref>{{Webarchiv | url=http://edition.cnn.com/2011/WORLD/asiapcf/04/02/japan.nuclear.reactors/index.html | webciteID=5xtHP44tM | text=''Workers struggle to plug leak at Japan nuclear plant''}} (englisch). CNN, 2.&nbsp;April 2011.</ref> wie das Einbringen eines Gemischs aus [[Superabsorber]], Sägemehl und zerkleinertem Zeitungspapier in Verbindungsrohre zum Turbinengebäude.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/82882.html | webciteID=5xtHS6OB5 | text=''Absorbent yet to soak up radioactive water at Fukushima plant''}} (englisch). Kyodo News, 3.&nbsp;April 2011, abgerufen am 4.&nbsp;April 2011.</ref> Am 6. April konnte Tepco das Leck dann mit einem Abdichtmittel auf [[Wasserglas]]-Basis verschließen.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/83451.html | webciteID=5xtHX47gV | text=''Highly radioactive water leaking into sea stops: TEPCO''.}} Kyodo News, 6.&nbsp;April 2011, abgerufen am 6.&nbsp;April 2011.</ref>
Hallo Minoo, bitte keine Artikel anlegen, die nur einen Wunsch desselben beinhalten (siehe auch [[WP:SLA]]). Dafür haben wir [[Wikipedia:Artikelwünsche]]. Gruß -- [[Benutzerin:Ra'ike|Ra'ike]] <small><sup>[[Benutzerin Diskussion:Ra'ike|Disk.]]</sup> <sub>[[WP:LKU|LKU]]</sub> <sup>[[P:MIN]]</sup></small> 22:46, 15. Jul. 2018 (CEST)
:Sorry, das war ein Tippfehler. Danke fürs Löschen. Gruss [[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:52, 15. Jul. 2018 (CEST)


Nach Angaben der NISA war der Großteil des kontaminierten Wassers in den zwei Tagen nach Beschädigung der Kondensationskammer am 15.&nbsp;März freigesetzt worden, aber geringere Mengen von Wasser flössen auch weiterhin noch aus dem Reaktor,<ref name="jaif_50">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1302606879P.pdf | webciteID=5xtiMajVd | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;50''.}} JAIF / NHK, 12.&nbsp;April 2011 (PDF; 146&nbsp;kB).</ref> von wo sie über verschiedene Kanäle und Schächte ins Meer gelangten (siehe Grafik).<ref name="nisa-en20110404-2-5" /> Erst später wurde klar, dass womöglich auch der Druckbehälter beschädigt war und von dort laufend größere Mengen an Abwasser austraten.<ref name="wsj-SB10001424052748703509104576325110776621604" />
== [[:Kategorie:Züchter (Rennpferd)]] und [[:Kategorie:Besitzer (Pferd)]] ==
Hallo Minoo, Deine Reverts machen leider keinen Sinn - in beiden Kategorien sind neben Personen auch Gestüte einsortiert, daher dürfen diese Kategorien nicht in Personenkategorien eingehängt werden. Grüße --[[Benutzer:Didionline|Didionline]] ([[Benutzer Diskussion:Didionline|Diskussion]]) 23:28, 9. Dez. 2018 (CET)


Am 9. April begann Tepco den Bau einer Stahlwand und dem Aufschütten eines Schlammwalls ''(silt fence)'' vor dem Wassereinlass von Block&nbsp;2, um das Meer vor weiterer Kontamination zu schützen.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84191.html | webciteID=5xtauwpBr | text=''TEPCO begins building steel wall, fence to prevent sea contamination''}} (englisch). Kyodo News, 9.&nbsp;April 2011, abgerufen am 9.&nbsp;April 2011.</ref>
Hallo Didionline, [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] aus dem Personen-Katbaum entfernt, nur noch [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] im Personenkatbaum. In der Pferdehaltung gibt häufig juristische Personen, welche als Besitzer (z.B. Rennstall) oder Züchter (Gestüt) fungieren. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:56, 26. Dez. 2018 (CET)
:Aus Kategoriensicht passt es inzwischen soweit, allerdings finde ich es weiterhin etwas unglücklich, da Kategorien mit ''Person'' im Lemma bei WP üblicherweise natürlichen Personen vorbehalten sind. Zudem ist jetzt die [[:Kategorie:Reitmeister]], die ausschließlich natürliche Personen enthält, nicht der [[:Kategorie:Person]] zugeordnet, auch das sollte noch gelöst werden. Angestrebt werden sollte aus meiner Sicht eine klare Aufteilung in [[:Kategorie:Person (Pferdesport)]] für natürliche Personen und [[:Kategorie:Organisation (Pferdesport)]] für Organisationen, zwischen diesen beiden Kategorien sollte es keine Verschneidungen geben. Grüße --[[Benutzer:Didionline|Didionline]] ([[Benutzer Diskussion:Didionline|Diskussion]]) 08:31, 27. Dez. 2018 (CET)
::Beschreibung Kat angepasst. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 08:55, 27. Dez. 2018 (CET)
:::Okay. Bleibt dasselbe Problem bei der [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] - auch bei der [[:Kategorie:Pferdehaltung]] sollte eine klare Aufteilung in Personen und Organisationen ohne Verschneidungen zwischen diesen beiden Unterkategorien angestrebt werden. Grüße --[[Benutzer:Didionline|Didionline]] ([[Benutzer Diskussion:Didionline|Diskussion]]) 09:05, 27. Dez. 2018 (CET)
::::Wie kommst du zu dieser Ansicht? Ich sehe das anders. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 09:55, 27. Dez. 2018 (CET)
:::::Na wie oben schon beschrieben beziehen sich Kategorien mit ''Person'' im Lemma bei WP eigentlich auf natürliche Personen - mir würde jetzt kein anderer Fall einfallen, bei dem in einer solch benannten Kategorie auch juristische Personen enthalten sind. Grüße --[[Benutzer:Didionline|Didionline]] ([[Benutzer Diskussion:Didionline|Diskussion]]) 10:03, 27. Dez. 2018 (CET)
::::::Mag sein, aber die Begriffe "Züchter" und der Begriff "Besitzer" ist im Pferdesport klar definiert. Das ist jeweils die Person, welche in den Papieren des Pferdes und der Pferdedatenbank als solche eingetragen ist. Wenn dort als Züchter ein Gestüt steht, dann ist der Züchter ein Gestüt. Wenn als Beitzer ein Rennstall in den Papieren steht, dann ist der Besitzer eine juristische Person. Daran kann Wikipedia nichts ändern. Wikipedia muss die Wirklichkeit abbilden. Deshalb habe ich die [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] aus dem Personenkatbaum ausgehängt und nur die [[:Kategorie:Person (Pferdesport)]] drin gelassen. Reiter, Trainer, Fahrer etc. sind in der Regel natürliche Personen. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 10:08, 27. Dez. 2018 (CET)
:::::::Ich verstehe Deinen Ansatz durchaus, aber wäre es dann nicht sinnvoller, die Kategorien zu Züchtern und Besitzern aus der [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] herauszunehmen und diese als ausdrückliche Personenkategorie wieder in den Personenstrang einzuhängen? Sonst kommt es weiterhin zu solchen Mißverständnissen wie gestern, als [[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] die [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] der [[:Kategorie:Person (Pferdeproduktion)]] (einer Kategorie für natürliche Personen) hinzugefügt hat. Grüße --[[Benutzer:Didionline|Didionline]] ([[Benutzer Diskussion:Didionline|Diskussion]]) 15:36, 28. Dez. 2018 (CET)
::::::::Was beinhaltet die [[:Kategorie:Person (Pferdehaltung)]] wenn nicht Züchter und Besitzer? Der Begriff "Pferdeproduktion" ist im Fachbereich Pferdesport unbekannt. Die [[:Kategorie:Person (Pferdeproduktion)]] ist aus Pferdesportsicht nicht notwendig. Siehe unten.--[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 09:34, 7. Jan. 2019 (CET)


Eine Woche später lagen erste Messwerte zum Wasser im Abklingbecken vor. Sie zeigten eine hohe radioaktive Kontamination<ref name="tepco-110418e4">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110418e4.pdf | webciteID=5y2WlpvLt | text=''Result of Water Analysis in the Skimmer Surge Tank of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2''}} (englisch, pdf). Tepco, 17.&nbsp;April 2011 (PDF; 8&nbsp;kB).</ref> (vgl. [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Abklingbecken|Tabelle der Wassermesswerte der Abklingbecken]]), die höchstwahrscheinlich durch den Eintrag von Emissionen des Reaktors entstanden war.<ref name="kantei-bericht2" />
Hallo! Also entweder es bleibt beim Status Quo, oder wir reden nochmal wie vernünftige Leute auf Augenhöhe über die Vor- und Nachteile der Belange der verschiedenen Fachbereiche. Derzeit ist das dort ein heilloses Durcheinander, was wohl auch das vermeintliche Chaos im Alltag wiederspiegelt. Was man "meint" und was "ist", häufig verschiedene Angelegenheiten. Denn das "Halten" von Tieren ist nunmal ein Wirtschaftszweig, auch wenn man es vermeintlich als Hobby ausübt. Einfach mal Leute mit vermeintlichem Hobby fragen, ob sie in der Berufsgenossenschaft sind. Soweit ich weiß ist dies bei Haltern von Pferden in Deutschland die Regel. Und das ist ein internationaler Standard. Wenn man sich dagegen wehrt, es als Tierproduktion zu betrachten, wenn man der Stute die Spermaspitze einführt, kann jeder selbst eine Meinung haben, es bleibt aber ein klar definiertes System, was in der NACE 2 der Wirtschaftszweige als Tierproduktion verstanden wird. Ich verweise auf [https://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=DSP_NOM_DTL_VIEW&StrNom=NACE_REV2&StrLanguageCode=DE&IntPcKey=18494384&IntKey=18494474&StrLayoutCode=HIERARCHIC&IntCurrentPage=1]. Mir scheint hier das Problem eher darin zu liegen, daß man nicht die fachliche Unterscheidung der Renn- und Reitställe davon trennt. Wir haben nichtmal eine [[:Kategorie:Reitstall]] oder [[:Kategorie:Reitstallbesitzer]], [[:Kategorie:Rennstall]]/[[:Kategorie:Rennstallbesitzer]]. Wenn man das von der Haltung und Züchtung klar trennt, hat man auch eine saubere Trennung bei den Wirtschafts- wie nachgeordneten Personenkategorien.[[Benutzer:Oliver S.Y.|Oliver S.Y.]] ([[Benutzer Diskussion:Oliver S.Y.|Diskussion]]) 18:10, 28. Dez. 2018 (CET)
:Bitte lösche die [[:Kategorie:Person (Pferdeproduktion)]], diese Bezeichnung taucht nirgendwo in den Papieren von Pferden auf. Das Wort "Pferdeproduzent" (in Hochkommas) ergibt 4 Google-Treffer. Das Wort "Pferdezüchter" ergibt 239 000 Treffer.
:Bitte belegen, dass im Bereich der Viehwirtschaft Personen welche Rinder züchten üblicherweise als "Rinderproduzenten" bezeichnet werden. Google gibt für "Rinderzüchter" 84’000 Treffer. Für "Rinderproduzent" nur 237 Treffer. Es nützt also nichts wenn du mir 200 Belege für die Verwendung von Rinderproduzent lieferst (incl. NACE 2). Ich kann 80’000 dagegen liefern. Du musst erklären warum, entgegen dem Sprachgebrauch, der Begriff "Rinderproduzent" in Wikipedia eine Daseinsberechtigung haben soll.
:In Wikipedia die bürokratischen Wortschöpfungen "Pferdeproduzent" und "Rinderproduzent" einzuführen ist Bergriffsfindung und somit schlicht gegen die Regeln. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 15:51, 7. Jan. 2019 (CET)
::LA zu [[:Kategorie:Person (Pferdeproduktion)]] gestellt. Weitere Diskussionen bitte bei der Löschdiskussion. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:06, 12. Jan. 2019 (CET)


[[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Turbinengebäude|Extrem hoch kontaminiertes Wasser]] hatte sich auch im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Block&nbsp;2 angesammelt, insgesamt 25.000 Kubikmeter.<ref name="jaif_57">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303218806P.pdf | webciteID=5y8KtbtuZ | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;57: 20:00, April 19''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 19.&nbsp;April 2011 (PDF; 162&nbsp;kB).</ref> Tepco begann damit, 10 Kubikmeter pro Stunde ins Abfalllager abzupumpen,<ref name="jaif_57" /><ref name="jaif_59">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303384544P.pdf | webciteID=5y6xn4Iy7 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;59: 20:00, April 21''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21.&nbsp;April 2011 (PDF; 79&nbsp;kB).</ref> während durch die laufenden Kühlmaßnahmen des Reaktors und des Abklingbeckens stetig neues Abwasser erzeugt wurde. Der Wasserstand im Turbinengebäude blieb nahezu unverändert.<ref name="wasserstand">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110505-2-5.pdf | webciteID=5yUXN2xo3 | text=''Water levels of stagnant water''}} (englisch, pdf). NISA, 5.&nbsp;Mai 2011.</ref> Der weitere Austritt des extrem kontaminierten Wassers aus Block&nbsp;2 ins Meer konnte dagegen durch die Abdichtungs- und Eindämmmaßnahmen [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasser|weitgehend gestoppt werden]].
== Kategorie:Individuelles Säugetier ==


;Mai 2011
Hallo Minoo,<br>ich würde gerne mal wissen, warum du die [[:Kategorie:Individuelles Säugetier]] geleert und anschließend löschen lassen hast. Gruß, --[[Benutzer:Vogelfreund|Vogelfreund]] ([[Benutzer Diskussion:Vogelfreund|Diskussion]]) 13:27, 26. Dez. 2018 (CET)
Nachdem die Strahlung in der Kondensationskammer unterhalb des Reaktors bis Anfang Mai abgenommen hatte, stieg sie ab dem 3. Mai vorübergehend [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Strahlung in den Reaktoren|auf das Vierfache an]]. Der geschmolzene Reaktorkern war immer noch in Bewegung.


==== Absicherung vom Block 2 ====
Hallo Vogelfreund, siehe https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kategorie_Diskussion:Individuelles_Tier&diff=next&oldid=144171864 Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 18:53, 26. Dez. 2018 (CET)
Weitere Arbeiten im Reaktorgebäude waren wegen zu hoher Strahlenbelastung kaum möglich, und eine [[Luftfeuchtigkeit]] von fast 100&nbsp;Prozent verhinderte den Einsatz von Dekontaminationsgeräten. Daher erhielt das Abklingbecken einen neuen, geschlossenen Kühlkreislauf, der die Wassertemperatur von 70 auf 40&nbsp;°C senkte und half, die Luftfeuchte zu verringern.<ref name="jaif_99">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306919449P.pdf | webciteID=5z7cmS5PS | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;99''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 1.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 124&nbsp;kB).</ref><ref name="jaif_101">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1307094397P.pdf | webciteID=5zAOkpWvv | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;101''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 68&nbsp;kB).</ref> Anschließend wurde das Gebäude gelüftet<ref name="jaif_119">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1308648632P.pdf | webciteID=5zdWgYGvm | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;119''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 101&nbsp;kB).</ref> und die Luft weiter dekontaminiert. Messgeräte am Reaktor wurden [[Kalibrierung|kalibriert]]. Eine Erkundung ergab, dass das hoch radioaktive Abwasser sechs Meter hoch im Untergeschoss stand.<ref name="jaif_121">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1308818926P.pdf | webciteID=5zgn8LgrO | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;121''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 99&nbsp;kB).</ref>


;ab Juni 2011
:Da es eine [[:Kategorie:Individueller Vogel]], [[:Kategorie:Individueller Fisch]] usw. innerhalb der Oberkat [[:Kategorie:Individuelles Tier]] gibt, möchte ich die 'Kategorie:Individuelles Säugetier' wieder herstellen. Das Ganze macht hierarchisch derzeit so keinen Sinn. Die vielen Säugetierkats verstellen den Blick auf andere Tiergruppen und machen die Kat. total unübersichtlich. Dass das taxonomisch nicht ganz exakt ist, interessiert dabei weniger. Es geht hier nicht um wissenschaftliche Systematik, sondern um Trivialnamen, Individuelle Tiere und Übersichtlichkeit. Grüße, --[[Benutzer:Vogelfreund|Vogelfreund]] ([[Benutzer Diskussion:Vogelfreund|Diskussion]]) 20:43, 26. Dez. 2018 (CET)
Ende Juni begann auch in Block&nbsp;2 die Einleitung von Stickstoff in den Sicherheitsbehälter, um möglichen Knallgasexplosionen vorzubeugen.<ref name="nisa_184e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/06/en20110630-1-1.pdf | webciteID=5zpTPndw5 | text=''Seismic Damage Information (the 184th Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 29.&nbsp;Juni 2011</ref>
::Bitte lies die Disk auf die ich dich verwiesen habe. Dort war der Outcome, dass wir diese Oberkat nicht brauchen. 23 Einträge sind nicht viel - 10 Einträge sollten es nach Möglichkeit mindestens sein. Die Pseudo-Fachsprache einer "Individuelles Säugetier"-Kategorie wurde bemängelt, vor allem, wenn dann aus Zoologischer Sicht unsinnige Kategorien wie "Fisch" und "Vogel" daneben stehen. Bitte lesen. Falls du die ganze Disk noch einmal aufrollen möchtet, dann bitte am angegebene Ort und nicht auf meiner Benutzerdiskussionsseite. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 20:46, 26. Dez. 2018 (CET)
:::Ich sehe das - wie gesagt - anders, habe aber deine Antwort zur Kenntnis genommen und werde hier nicht weiterdiskutieren. Gruß, --[[Benutzer:Vogelfreund|Vogelfreund]] ([[Benutzer Diskussion:Vogelfreund|Diskussion]]) 20:58, 26. Dez. 2018 (CET)
::::Danke & Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 21:01, 26. Dez. 2018 (CET)


Um die Reaktorkühlung zu verbessern, wurde das Kühlwasser ab Mitte September auch über das ''Core Spray System'' (Kernsprühsystem) eingeleitet.<ref name="nisa_257e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/09/en20110916-1-1.pdf | wayback=20111102200226 | text=''Seismic Damage Information (the 257th Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 15.&nbsp;September 2011.</ref><ref name="jaif_205">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1316055932P.pdf | webciteID=63r7LPyvJ | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;205''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 15.&nbsp;September 2011 (PDF; 67&nbsp;kB).</ref> Dabei wird das Wasser von oben in den Druckbehälter und über den [[Reaktorkern]] gesprüht, anstatt es – wie bei allen anderen Kühlsystemen – seitlich einzupumpen.
== [[Deutsches Jockey-Championat]] ==


Im Abklingbecken-Kühlkreislauf begann Anfang November die Filterung von Caesium, um die extrem hohe Wasserkontamination zu verringern.<ref name="jaif_258">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1320641503P.pdf | webciteID=63vahCBNl | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;258''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7.&nbsp;November 2011 (PDF; 67&nbsp;kB).</ref>
Hallo, kannst du mal danach schauen.


Am 27. März 2012 wurde bei endoskopischen Untersuchungen des Sicherheitsbehälters festgestellt, dass der Wasserstand aufgrund von Lecks statt bei erwarteten drei Metern bei nur 60&nbsp;cm liegt. Die Wassertemperatur liege jedoch bei 48,5–50&nbsp;°C.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1332836185P.pdf | wayback=20130616204734 | text=''Jaif Report 385 vom 27. März 2012''}} (PDF; 136&nbsp;kB). Abgerufen am 27. März 2012.</ref><ref>[http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kraftwerk-fukushima-nur-60-zentimeter-wasser-in-reaktor-zwei-11699286.html ''Nur 60 Zentimeter Wasser in Reaktor zwei.''] In: ''[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]],'' 27. März 2012. Abgerufen am 27. März 2012.</ref> Die Strahlung im teilweise zerstörten Containment beträgt zwischen 30 und 73 Sv pro Stunde.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/wissen/atomkatastrophe-in-japan-wenig-wasser-in-fukushima-reaktor-1.1320579 ''Wenig Wasser in Fukushima-1-Reaktor.''] In: ''[[Süddeutsche Zeitung]],'' 28. März 2012. Abgerufen am 28. März 2012.</ref>
irgendwie will bei meinen Browsern die 3 spaltige Tabelle nicht aufhören und das Folgende steht rechts.--[[Benutzer:Gelli63|Gelli63]] ([[Benutzer Diskussion:Gelli63|Diskussion]]) 17:41, 10. Jan. 2019 (CET)
:Ich weiss, falls du es fixen kannst, würde ich mich freuen. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 17:48, 10. Jan. 2019 (CET)


Im Februar 2017 konnte erstmals eine Kamera direkt unter den Druckbehälter gebracht werden. Hier wurde bestätigt, dass der Reaktor komplett geschmolzen ist und sich evtl. durch das Containment gefressen hat. Ferner wurden mit 530 Sv/h extreme Strahlendosen gemessen.<ref>{{Internetquelle|url=https://www.heise.de/tp/features/Fukushima-Rekordradioaktivitaet-in-Reaktor-2-mit-530-Sievert-pro-Stunde-gemessen-3616869.html|titel=Rekordradioaktivität in Reaktor 2|autor=|hrsg=|werk=|datum=|sprache=|zugriff=2017-02-03}}</ref>
== Pferd und Hauspferd ==


=== Reaktorblock 3 ===
Hallo Minoo. Eben sehe ich deine Kategorieänderungen. Die Trennung der [[:Kategorie:Pferd]] und [[:Kategorie:Hauspferd]] erscheint mir nicht einleuchtend. Sonst werden überall in der WP die Sammelbegriffe und die Einzelindividuen in denselben Objektkategorien zusammengefasst. Sowohl bei einem individuellen Pferd als auch bei einem Sammelbegriff wie Hengst oder Schimmel kann man sagen "ist ein Pferd". Das ist das Kriterium für eine Objektkategorie. Also gehört das logisch gesehen in dieselbe Kategorie Pferd. Gruß --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 00:19, 11. Jan. 2019 (CET)
[[Datei:Fukushima I Unit 3 RCICS graph.png|mini|hochkant=0.6|Schwankender Wasserstand in Reaktor&nbsp;3 durch RCIC-Notkühlung]]
:Hallo Summ, wir kreuzen uns - ich hab gerade etwas auf deiner Benutzerseite geschrieben. Ich verstehe nicht auf Anhieb was du sagen möchtest. Ich schau es mir mal an. Aber nicht mehr heute. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 00:35, 11. Jan. 2019 (CET)
Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Reaktorblock 3 im Gegensatz zu Block 1 und 2 auch mit 32 [[MOX-Brennelement|Mischoxid-Brennelementen]] (von insgesamt 548 Brennelementen) bestückt, die eine Mischung aus [[Urandioxid]] und [[Plutoniumdioxid]] enthalten. Plutonium ist giftig und durch seine Strahlenwirkung schon in geringen Mengen stark krebserregend. Im Abklingbecken befanden sich nur konventionelle Uran-Brennelemente.
::Ich meinte: Die beiden Kategorietypen funktionieren nach dem naiven, aber überall anwendbaren Prinzip "ist ein" für Objektkategorien und "gehört zu" für Themenkategorien. Jeder Artikel, von dessen Titel man sagen kann "ist ein Pferd" müsste also in die Kategorie Pferd hinein, auch die Hauspferde, und weitere Artikel, zu denen man sagen kann "gehört zum Thema Pferd" in die neue Oberkategorie "Pferd als Thema". Gruß --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 17:57, 11. Jan. 2019 (CET)
:::Das ist schon so, man kann zahlreiche Sorten von Objektkategorien erzeugen, und jene Objekte aus den allgemeinen Themenkats herausnehmen. Auf diese Weise kann man beliebig unübersichtliche und verschachtelte Kategoriebäume erzeugen.
::: * Die [[:Kategorie:Hauspferd]] haben wir, um die biologische Fachsprache und Systematik abzubilden.
::: * Die [[:Kategorie:Pferd]] haben wir, um den allgemeinen Sprachgebrauch abzubilden.
:::Das sind Äpfel und Birnen. Entweder Fachsprache oder Allgemeiner Sprachgebrauch. Bitte nicht mischen.
:::Sowohl die Biologie, als auch die individuellen Tiere haben konstituierenden Charakter für die Mutter-[[:Kategorie:Pferd als Thema]].
:::Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 13:35, 12. Jan. 2019 (CET)A
::::Ich denke, das geht nicht so, aus logischen Gründen. Wir haben hier wie in anderen WP-Bereichen sowohl Sammelbegriffe als auch Namen von Einzelstücken bzw. Individuen. Alles gehört entweder in eine gemeinsame Objektkategorie oder läuft in zwei oarallelen, durch Themenkategorien verbundenen Strängen. Parallele Kategorien mit dem Argument, es gebe sie zuliebe eines oder des anderen Fachbereichs, gibt es dagegen nirgendwo. – Manche Kategorien hier mischen Individuen und Sammelbegriffe wie die [[:Kategorie:Kriegspferd]]. Da gibt es den Artikel [[Ritterpferd]] als Sammelbegriff und etwa den Artikel [[Kidron (Pferd)]] als Artikel über ein Individuum. Daher müsste es entweder eine [[:Kategorie:Individuelles Kriegspferd]] für die Individuen oder umgekehrt eine Kategorie:Kriegspferdetyp oder ähnlich für düe die Sammelbegriffe geben. --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 15:37, 12. Jan. 2019 (CET)


==== Strom- und Kühlungsausfall in Block 3 ====
Hallo Seumm, es geht um die gute Auffindbarkeit. Und es geht um klare Trennung von Fachsystematik und Umgangssprache. Die [[:Kategorie:Pferd nach Einsatzgebiet]] enthält nicht nur individuelle Pferde und das soll auch so bleiben. Deshalb habe ich sie aus der Bio-Systematik herausgenommen. <br />Die individuellen Kriegspferde sind allesamt schon als individuelle Pferde erfasst. Das genügt. Erst muss das Ordnungsbedürfnis vorhanden sein, anschliessend braucht es den Container. Es ist keine Hilfe aus "logischen" Gründen unzählige Container zu erstellen (und viel Arbeit das hinterher wieer aufzuräumen). Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 16:19, 12. Jan. 2019 (CET)
Auch Block 3 wurde am 11. März um 14:46 wegen des Erdbebens schnellabgeschaltet, und das RCIC-Notkühlsystem ''(Reactor Core Isolation Cooling System)'' übernahm planmäßig die Wassereinspritzung in den Reaktor. Nach Eintreffen des Tsunami fielen um 15:38 und 15:39 Uhr die beiden Notstromgeneratoren und die elektrischen Kühlwasserpumpen für Abklingbecken und Reaktor-Kondensationskammer aus.<ref name="chart3" /><ref name="katogensho3">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_6_Katogensho3.pdf | webciteID=5yr8QoAnF | text=''過渡現象記録装置データ 3号機'' (Kurzzeitdatenaufzeichnung Block&nbsp;3)}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011. RCIC auf S.&nbsp;6, Dieselgeneratoren auf S.&nbsp;11&nbsp;f.</ref> Das dampfbetriebene RCIC-System lief davon unabhängig weiter, im Gegensatz zu Block&nbsp;2 allerdings nur mit halber Leistung.<ref name="tepco-110516e12">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110516e12.pdf | webciteID=5yrCrRAc2 | text=''Plant Data of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 17.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="chart3" /><ref name="katogensho3" /><ref name="katogensho2" /> Die Notstrombatterien blieben intakt.<ref name="kantei-bericht2" />
:::Ich versuche zu verstehen, was aus meiner Sicht ein Durcheinander ist. – Vielleicht fangen wir einmal bei der Kategorie:Pferd an. Sie ist die Objektkategorie zur Themenkategorie Pferd als Thema und hat deswegen eine Sonderstellung. Eine Auslagerung von Pferdebegriffen aus dieser zentralen Objektkategorie wie mit der Kategorie:Hauspferd ist nicht sinnvoll. Da gibt es keine fachlichen oder logischen Argumente dafür. Die Themenkategorie Pferd als Thema hat analog dazu auch keine parallelen fachlich unterschiedenen Themenkategorien neben sich. Eine fachliche Unterteilung der zentralen Kategorie Pferd geschieht erst eine Ebene weiter unten, ähnlich wie bei den thematischen Unterkategorien von Pferd als Thema. --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 22:08, 12. Jan. 2019 (CET)

::::Es gibt nicht für jede Themenkategorie 1:1 eine Objektkategorie. Das ist falsch. Zu den Themenkategorien können mehrere Objektkategorien entstehen, oder auch keine je nach Bedarf. Bitte suche dir ein anderes Betätigungsfeld wie die Pferdekategorien, es ist offensichtlich dass dir ein direkter Bezug zu Pferden fehlt. Es gibt zahlreiche Fachbereiche bei denen es Kategoriemässig sehr schlecht aussieht, bei denen nur Teilaspekte des Fachgebiets im Katsystem erfasst sind. Bitte mach dich dort nützlich, wo du produktiv arbeiten kannst. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 22:49, 12. Jan. 2019 (CET)
Gegen Mitternacht funktionierte die Notkühlung nicht mehr richtig; der Wasserstand fiel unter den vorgesehenen Bereich.<ref name="chart3">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/nu/fukushima-np/plant-data/f1_2_Chart3.pdf | webciteID=5yr9E5iac | text=''チャート 3号機'' (analoge Datenaufzeichnung von Block&nbsp;3)}} (japanisch). Tepco, 16.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Mai 2011. Wasserstands- und Druckverlauf auf Seite 11ff, weitere Druckmessung auf Seite 17ff; automatische Druckentlastungen vom Druck- in den Sicherheitsbehälter zu erkennen als Zacken in der grünen Linie. Reaktortemperaturen auf S.&nbsp;53&nbsp;f.</ref> Am 12. März gegen 11:30 Uhr fiel das RCIC-System aus, und eine Stunde später schaltete sich automatisch das HPCI-System (''High Pressure Coolant Injection,'' engl. für Hochdruck-Kühlmitteleinspritzung) ein.<ref name="chart3" /><ref name="nisa-untersuchung" /> Dies ist ein wesentlich leistungsfähigeres,<ref name="caltech-vorlesung" /> ebenfalls dampfbetriebenes Notkühlsystem, das zum Einsatz kommt, wenn das RCIC-System nicht ausreicht oder versagt. Es kam zu einem starken Druckabfall im Druckbehälter,<ref name="chart3" /> was auf Erdbebenschäden an den HPCI-Rohrleitungen hindeutete.<ref name="jaif_93">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306400935P.pdf | webciteID=5yyT96dsB | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;93''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 26.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 130&nbsp;kB).</ref>
:::::Ojeh, jetzt ist es aber nicht mehr freundlich. Nein, du machst hier etwas, was auf keinen Fall geht, und das wird ausdiskutiert, bis eine tragbare Lösung gefunden ist. Wir können das gern auf breiterer Basis machen. – Es braucht entweder getrennte Kategoriestränge für Sammelbegriffe und Individuen oder einen gemeinsamen. Das hat einmal Priorität, weil die Kategorien hier zu ihren Oberkategorien passen und analoge parallele Kategorien in anderen Tier-Themenkategorien erlauben sollten. --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 09:46, 13. Jan. 2019 (CET

:::::In der [[:Kategorie:Kriegspferd]] befinden sich nach meiner Rechnung 9 Sammelbegriffe, in der [[:Kategorie:Zugpferd]] 7 Sammelbegriffe, in der [[:Kategorie:Mythologisches Pferd]] 10 Sammelbegriffe. Also ist die Kategoriebeschreibung in [[:Kategorie:Pferd]], nämlich dass es sich um Artikel über individuelle Pferde handle, nicht zutreffend. In der [[:Kategorie:Hauspferd]] stehen Artikel über einzelne Sammelbegriffe und individuelle Pferde ohne Konzept. Die Mehrzahl der Pferde in der Kategorie:PFerd sind auch Hauspferde. Wie lösen wir das? --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 15:31, 13. Jan. 2019 (CET)
Die Aufsichtsbehörde (NISA) informierte gegen 18&nbsp;Uhr in einer Pressekonferenz, dass der Wasserstand im Reaktor gefallen sei und dringend etwas dagegen getan werden müsse.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.reuters.com/article/2011/03/12/us-japan-quake-nuclear-cooling-idUSTRE72B3GI20110312 | webciteID=5xtMAvfHj | text=''Japan’s Fukushima nuclear plant faces new reactor problem''}} (englisch). Reuters, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Gegen 21&nbsp;Uhr begannen Vorbereitungen, um Dampf aus dem Sicherheitsbehälter abzulassen.<ref name="kantei-bericht2" /> (Erste NISA-Berichte sprachen irrtümlich von einer Druckentlastung um 20:41&nbsp;Uhr.<ref name="nisa_54" />)
::::::Es gibt viele verschiedene Sorten Objekt-Kategorien. Im Pferde-Katbaum gibt es Ojektkategorien mit Verhaltensweisen, individuellen Tieren, Sachbuchautoren, Reitsport Wettbewerben, Pferdefuhrwerken, Wagnern, Anspannungen ... was ist dein Problem? Bisher hast du auch noch nie auf irgendein Argument von mir geantwortet, sondern immer nur dein Credo wiederholt, dass es zu jeder Themenkat eine Objekt-Kat geben müsse und dass die individuelles Tier-Objektkat ganz besonders wichtig seien. <br />

Im Mythologischen Pferd sind je nach Auslegung entweder noch viel mehr Sammelbezeichnungen (Pegasus, Tikbalang, Buraq, Hippogryph), Artikel über je 2 individuelle fiktive Tiere (Skinfaxi und Hrimfaxi, Alsvidr und Arvakr, Xanthos und Balios), ob es nur genau ein Exemplar von Ceffyl dŵr / Ch’ŏllima gibt, oder mehrere, müsste man auch erst noch klären. In der [[:Kategorie:Kentaur]] ist der Mutterartikel drin. ''Oder'' das Mythologische Pferd ist so wie sie dasteht Sortenrein. Ich wünsche dir viel Spass bei der Aufsplittung der Doppel-Artikel, der Recherche zum Walisischen Wasserpferd und der Diskussion mit den Altertumsforschern bezüglich des Mutterartikels der Kentauren. <br />
Am 13. März um 2:44 Uhr fiel die HPCI-Notkühlung wegen erschöpfter Batterien oder eines zu niedrigen Reaktordrucks aus.<ref name="chart3" /><ref name="kantei-bericht2" /><ref name="nisa-untersuchung" /> Tepco versuchte ohne Erfolg, das RCIC-System wieder in Betrieb zu nehmen. Um 5:10&nbsp;Uhr meldete man den vollständigen Ausfall der Kühlung an die Aufsichtsbehörde.<ref name="tepco-11031303e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031303-e.html | webciteID=5y9xro49s | text=''Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness''}} (englisch). Tepco, 13.&nbsp;April 2011.</ref> Zu diesem Zeitpunkt war der Druck in beiden Behältern schon wieder stark angestiegen. Ein Versuch, Wasser mit der stationären Diesel-Feuerlöschpumpe des Reaktors einzuspritzen, schlug daher fehl.<ref name="kantei-bericht2" />
Die Kategorie:Pferd nach Einsatzgebiet habe ich gelöscht wegen Doppelspurigkeit zur Individuellen-Pferd-Systematik.<br />

Die anstössigen Artikel habe ich aus dem Kriegspferd rausgeworfen und das Kriegspferd in die individuelle Tier-Systematik eingehängt. <br />
[[Datei:Fukushima-1.JPG|mini|Durch den mittleren/vorderen dieser vier Schlote (der mittlere/hintere ist etwas verdeckt) gelangte der abgelassene Dampf ins Freie.<ref name="atn-4261422055">Dave Lochbaum: {{Webarchiv | url=http://allthingsnuclear.org/post/4261422055/annotated-photos-of-fukushima | webciteID=5yJVMOuLQ | text=''Annotated Photos of Fukushima''.}} In: ''All Things Nuclear''. Union of Concerned Scientists, 1.&nbsp;April 2011.</ref> (Foto von 2007)]]
Religion ist keine Kulturtechnik im Sinne von "Feuermachen". Deshalb gehört sie nicht nach "Pferd als Thema" sondern nach "Pferd in der Kultur". Wenn jetzt wieder alles durcheinander geworfen wird, weil im Fachbereich xy das so gehandhabt wird, sind wir so soweit wie zuvor. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 20:39, 13. Jan. 2019 (CET)

:Ja, aus meiner Sicht wird die Systematik immer konfuser. Versuchen wir das doch, langsam zu entwirren. Ob die mythologischen Pferde zur Kultur oder zur Religion gehören, können wir in diesem Rahmen nicht bestimmen. Weil die [[:Kategorie:Mythologie]] eine Unterkategorie der [[:Kategorie Religion]] ist und nicht der Kultur, gehören auch die mythologischen Pferde zur Religion statt zur Kultur. Eine andere Einordnung der Mythologie wäre im Kategorieprojekt zu besprechen. – Die [[:Kategorie:Hauspferd]] war von den Biologen nicht gewünscht, sondern umgekehrt unerwünscht wegen ihres pseudobiologischen Namens. @[[Benutzer:Meloe]] kann vielleicht sagen, ob ich das richtig verstanden habe. Sie sollte m.E. aufgelöst und ihre Unterkategorien und ARtikel in die Kategorie:Pferd integriert werden. Von Meloe stammte auch die ursprüngliche Kategoriebeschreibung der Kategorie:Pferd, die ich nicht für unverständlich hielt. – Dass Artikel wie [[Schlachtross]] in keiner Objektkategorie mehr stehen, halte ich nach WP-Gepflogenheiten nicht für möglich. --[[Benutzer:Summ|Summ]] ([[Benutzer Diskussion:Summ|Diskussion]]) 12:19, 14. Jan. 2019 (CET)
Nachdem alle im Kraftwerk verfügbaren Autobatterien bereits für die Rettung von Block&nbsp;1 und 2 im Einsatz waren, entnahm Tepco nun Batterien aus Fahrzeugen der Einsatzzentrale der Regierung und betätigte damit vom Leitstand aus die Sicherheitsventile des Druckbehälters von Reaktor&nbsp;3. Zuvor hatten Mitarbeiter bereits die Venting-Ventile der Sicherheitsbehälters – ähnlich wie bei Block&nbsp;1 – manuell geöffnet.<ref name="kantei-bericht2" /> Gegen 8:50 Uhr fiel der Druck im Druckbehälter von ungefähr 7350 auf 500 Kilopascal (kPa) ab, während er im Sicherheitsbehälter zunächst von 470 auf 640 kPa anstieg und anschließend wieder abfiel.<ref name="chart3" /><ref name="tepco-daten" />
::Zur zoologischen Taxonomie vs. allgemeinsprachlichen Zuordnung: Wir haben hier einen Fall, wo die allgemeine Zuordnung als "Pferd" vollkommen verständlich und eindeutig ist, während die taxonomischen Konzepte alptraumartig komplex, unverständlich und noch dazu im Fluss sind. Für taxonomische Einheiten gibt es [[:Kategorie:Pferde]]. Diese umfasst die Familie der Equidae mit einer einzigen [[rezent]]en Gattung, ''Equus''. Der Artikel dazu heisst [[Pferde]], und nicht etwa "Pferd", was die Schwierigkeiten dahinter schon andeutet. "Hauspferd" impliziert ein "[[Wildpferd]]", wie auch in diesem Artikel nachzulesen, ein unklarer und missverständlicher Terminus. Wenn irgendjemand, der nicht Fachtaxonom ist, von "Pferd" spricht, ist es völlig eindeutig, was gemeint ist. Bei allen anderen hier eingeworfenen Begriffen ist das nicht der Fall. Alle thematischen (nicht-zoologischen) Artikel sollten daher eigentlich auch unter Pferd stehen. Den Sinn hinter der Doppelung der Objektkategorien [[:Kategorie:Pferd]] und [[:Kategorie:Hauspferd]] vermag ich nicht nachzuvollziehen. Warum nicht alle Inhalte aus Kat.Hauspferd einfach in Kat.Pferd überführen, löschen und fertig?--[[Benutzer:Meloe|Meloe]] ([[Benutzer Diskussion:Meloe|Diskussion]]) 13:12, 14. Jan. 2019 (CET)

:::Die [:Kategorie:Hauspferd] stört mich schon länger, ich dachte die Biologen wollen die. Ich löse sie auf und ersetze sie durch die Allgemeinsprachliche [:Kategorie:Pferd]. Gruss --[[Benutzer:Minoo|Minoo]] ([[Benutzer Diskussion:Minoo|Diskussion]]) 12:17, 19. Jan. 2019 (CET)
Die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam zeigte um 10:00 Uhr einen Dampfaustritt aus dem Schornstein von Block&nbsp;3/4.<ref name="webcam-2011-03-13">[http://inethub.olvi.net.ua/fukuschima.php?day=20110313 ''{{lang|ru|Хронология вебкамеры на японскую АЭС „Фукусима-1“}} (Webcam)''] (russisch). libres, 13.&nbsp;März 2011, abgerufen am 16.&nbsp;Mai 2011. Archiviert als {{Webarchiv | url=http://s235554881.online.de/webcam/03-13.html | webciteID=5ykuIPD7s | text=Kopie}} am 17.&nbsp;Mai 2011.</ref>

==== Behelfskühlung des Reaktors ====
Um 9:08 Uhr begann auch bei Reaktor 3 die Behelfskühlung durch Einspritzen von Wasser über die Feuerlöschleitung. Dabei kam das normalerweise an Block&nbsp;5/6 stationierte Feuerwehrfahrzeug zum Einsatz. Zunächst speiste man Süßwasser aus der Zisterne des Feuerlöschsystems ein und stellte dann auf mit Borsäure versetztes Meerwasser um.<ref name="kantei-110313_1100_00" /><ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="nisa-untersuchung-1109b" /> Die Messgeräte zeigten trotzdem einen weiter fallenden Wasserstand an. Die NISA vermutete, dass die Messanzeige fehlerhaft war, da andere Messwerte für eine funktionierende Wassereinspeisung sprachen,<ref name="wnn-1303111">{{Webarchiv | url=http://www.world-nuclear-news.org/RS_Venting_at_Fukushima_Daiichi_3_1303111.html | webciteID=5yg7rsJus | text=''Efforts to manage Fukushima Daiichi 3''}} (englisch). World Nuclear News, 14.&nbsp;März 2011.</ref> während Regierungssprecher Edano technische Probleme beim Einpumpen erwähnte.<ref name="kantei-110313_1530">Yukio Edano: {{Webarchiv | url=http://www.kantei.go.jp/foreign/incident/110313_1530.html | webciteID=5yzSisz7Z | text=''Press Conference by the Chief Cabinet Secretary''}} (englisch). Kantei, 13.&nbsp;März 2011: „… the water injection situation grew unstable, and the water level dropped.“</ref> Die 3,70 Meter langen Brennstäbe<ref name="grs-technische-daten" /> lagen jetzt vermutlich auf gut 3&nbsp;Metern Länge trocken<ref name="nisa-praesentation" /> und erhitzten sich stark. Edano gab bekannt, dass man von einer Kernschmelze in Block&nbsp;3 ausgehe und auch hier eine Wasserstoffexplosion für möglich halte.<ref name="washingtonpost-edano-kernschmelze" /> Spätere Untersuchungen bestätigten, dass um diese Zeit eine Kernschmelze begann.<ref name="tepco-110524e14" /><ref name="nisa-untersuchung" />

Nachdem sich das pneumatische Druckentlastungsventil von alleine geschlossen hatte, wurde es gegen Mittag erneut manuell mit einem Kompressor geöffnet.<ref name="nisa-untersuchung-1109c">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/09/en20110930-3-4.pdf | webciteID=63rCIgp1N | text=''The Status of Units 1 Through 3 Venting''}} (englisch, pdf). NISA, 16.&nbsp;September 2011, abgerufen am 12.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Um 13 und 14 Uhr zeigte die Webcam einen Dampfaustritt aus dem Druckentlastungs-Schornstein von Block&nbsp;3/4.<ref name="webcam-2011-03-13" /> Diese Venting-Operation wurde später noch mehrmals wiederholt.<ref name="kantei-bericht2" />

In der Nacht zum 14. März musste die Wassereinspritzung in den Reaktor mangels Meerwasser in der Sammelgrube unterbrochen werden. Laut NISA fand die Unterbrechung von 1:10 bis 3:20 Uhr statt.<ref name="nisa_30">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110318-3.pdf | webciteID=5yNme5t7U | text=''NISA Seismic Damage Information (the 30th Release) (As of 15:00 March 18th, 2011)''}} (englisch, pdf). Nuclear and Industrial Safety Agency (NISA), 18.&nbsp;März 2011.</ref> Der für den Druckbehälter angezeigte Wasserstand begann jedoch erst kurz nach 3&nbsp;Uhr zu fallen, während gleichzeitig der Druck im Druck- und Sicherheitsbehälter anstieg. Die Brennelemente lagen gegen 6&nbsp;Uhr vermutlich wieder auf drei Metern Länge trocken,<ref name="nisa-praesentation" /> sodass die Kernschmelze fortschreiten konnte.

Um 5:20 Uhr wurde laut späterer NISA-Berichte erneut Dampf abgelassen;<ref name="nisa_30" /> [[:Datei:Fukushima I Radiation March 26.png|Strahlungsmesswerte]] vom Gelände deuten eher auf ein Venting zwischen 2 und 5 Uhr hin. Der Druck im Sicherheitsbehälter nahm jedoch stetig zu und erreichte gegen 7 Uhr rund 500 Kilopascal (kPa). Ab diesem Zeitpunkt wurde wieder ein steigender Wasserspiegel im Druckbehälter angezeigt.<ref name="nisa-praesentation" /> Die Wasserstandsanzeige stabilisierte sich dann so weit, dass die Brennelemente vermutlich zu 40&nbsp;Prozent bedeckt waren. Der Druck blieb in den nächsten Stunden bei etwa 500 kPa.

Tanklastwagen der Streitkräfte lieferten am Morgen 35 Tonnen Süßwasser an und begannen, es in die Wasser-Sammelgrube für die Reaktorkühlung zu füllen.<ref name="kantei-bericht2" />

==== Explosion ====
Um 11:01 Uhr ereignete sich eine heftige Explosion im Reaktorgebäude. Videoaufnahmen zeigen einen Feuerball im oberen Bereich und einen dunklen, schnell und senkrecht nach oben aufsteigenden Rauchpilz.<ref>{{Webarchiv | url=https://www.youtube.com/watch?v=FkLf6VWxd4k | wayback=20130224160829 | text=''Japan Fukushima Explosion von Reaktor&nbsp;3 (Video)''.}} YouTube, 14.&nbsp;März 2011, abgerufen am 19.&nbsp;März 2011.<!-- nicht archivierbare Quelle --></ref> Nach Angaben von Tepco wurden bei der Explosion sieben Menschen verletzt.<ref name="TEPCO11031405-e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031405-e.html | webciteID=5xtMVapq8 | text=''White smoke around the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 3 (3rd release)''}} (englisch). Tepco, 14.&nbsp;März 2011.</ref> Der [[The Daily Telegraph|Daily Telegraph]] berichtete von sechs getöteten Mitarbeitern der ''„Japanese Central Nuclear Biological Chemical Weapon Defence Unit“,''<ref name="the_telegraph-2011-03-27-07-00">Andrew Gilligan und Robert Mendick: {{Webarchiv | url=http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/asia/japan/8408863/Japan-tsunami-Fukushima-Fifty-the-first-interview.html | webciteID=5xnALbst2 | text=''Japan tsunami: Fukushima Fifty, the first interview''}} (englisch). The Telegraph, 27.&nbsp;März 2011: „The six of them are now dead, buried under flying concrete.“</ref> aber diese Meldung blieb unbestätigt, auch nach dem späteren Abräumen der Explosionstrümmer.

Anders als bei Block 1 zerstörte die Explosion hier nicht nur den Dachbereich, sondern auch Teile des darunter liegenden Stockwerks.<ref name="ruine">{{Webarchiv | url=http://cryptome.org/eyeball/daiichi-npp/pict8.jpg | webciteID=5yVywxxSj | text=''Luftbild von Block&nbsp;1 bis 4''.}} Air Photo Service Co. Ltd., Japan, 20.&nbsp;März 2011. Block&nbsp;3 in der Bildmitte, Block&nbsp;1 am linken Bildrand.</ref> Radioaktive Trümmer wurden auf das Gelände geschleudert, in Entfernungen von bis zu eineinhalb Kilometern.<ref name="nyt-2011-04-05a" /> Um Block&nbsp;3 entstanden [[Hot Spot (Radioaktivität)|Hot Spots]] mit Ortsdosisleistungen von bis zu 1000 Millisievert pro Stunde.<ref name="jaif_89">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306055490P.pdf | webciteID=5ytuQLs1O | text=''Earthquake Report – No.&nbsp;89''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 22.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 203&nbsp;kB).</ref> Im benachbarten Block&nbsp;2 wurde vermutlich [[#Block 2 – 14. März 2011|das Kühlsystem oder dessen Stromversorgung beschädigt]], was dort zu einer Kernschmelze mit weitreichenden Folgen bis hin zur Kontamination des Meeres führte. In Block&nbsp;3 kam es zu einem Ölbrand, der weitere schwere Schäden am Reaktorgebäude verursachte.<ref name="nisa-untersuchung" />

Der amerikanische Nuklear-Ingenieur [[Arnold Gundersen]] wies auf die viel größere Kraft und die stärkere senkrechte Richtung der Block-3-Explosion im Vergleich mit der Wasserstoffexplosion in Block&nbsp;1 hin. Gundersen vermutete, dass die Explosion in Block&nbsp;3 auf einem [[Kritikalitätsstörfall]], also einer nuklearen Explosion im Abklingbecken beruhte, die durch eine kleinere Wasserstoffexplosion im Reaktorgebäude ausgelöst wurde.<ref name="gundersen">{{Internetquelle |url=http://www.fairewinds.org/nuclear-energy-education/gundersen-postulates-unit-3-explosion-may-have-been-prompt-criticality-in-fuel-pool?rq=prompt+criticality |zugriff=2012-11-18 |titel=Gundersen Postulates Unit 3 Explosion May Have Been Prompt Criticality in Fuel Pool |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110430084052/http://www.fairewinds.com/content/gundersen-postulates-unit-3-explosion-may-have-been-prompt-criticality-fuel-pool? |archiv-datum=2011-04-30}} (englisch, Video). Fairewinds Associates, 26.&nbsp;April 2011, abgerufen am 11.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Die Behelfskühlung von Reaktor&nbsp;3 musste bis zum Abend unterbrochen werden, weil die Explosion die Feuerwehrausrüstung beschädigt hatte.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" /> Auch die Wassergrube mit dem frisch angelieferten Süßwasser war wegen hereingefallenem Schutt unbrauchbar.<ref name="kantei-bericht2" />

Am 15. März um 10:22 Uhr wurde an Block&nbsp;3 eine Strahlung von 400 Millisievert pro Stunde (mSv/h) gemessen.<ref name="jaif-2011-03-20-22-00">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300624909P.pdf | webciteID=5xtMbRjS3 | text=''Status of nuclear power plants in Fukushima as of 22:00 March 20''}} (englisch). JAIF, 20.&nbsp;März 2011 (PDF; 279&nbsp;kB.</ref>
Auf Grundlage von Strahlungsmesswerten im Reaktor schätze Tepco, dass die Brennstäbe in Reaktor&nbsp;3 zu einem Viertel beschädigt seien. Diese Zahl wurde später auf 30&nbsp;Prozent nach oben korrigiert.<ref name="tepco-110427e18" />

{{Anker|Block 3 – 16. März 2011}}
[[Datei:Fukushima I reactor units 3 and 4 by Digital Globe.jpg|mini|Dampf und Rauch über Block&nbsp;3 am 16.&nbsp;März (verzerrtes Satellitenbild)]]

Seit dem Morgen des 16. März und auch noch an den nachfolgenden Tagen wurden große Mengen Dampf beobachtet, die aus dem Gebäude aufstiegen.<ref name="jaif-2011-03-018c" /><ref name="jaif-2011-03-20-22-00" /> Am Reaktorblock&nbsp;3 wurde immer noch eine Ortsdosisleistung von 400&nbsp;mSv/h gemessen. Nach 10&nbsp;Uhr stieg dann der Strahlungswert an der ''Geländegrenze'' auf bis zu 10&nbsp;mSv/h an<ref name="berkeley-chronologie" /> (gleichzeitig traten auch aus Block&nbsp;1 große Dampfmengen aus<ref name="webcam-2011-03-15" />). Man befürchtete einen Schaden am Sicherheitsbehälter und ließ den gemeinsamen Leitstand von Block&nbsp;3 und 4 zwischen 10:45 und 11:30 räumen. Die Wassereinspritzung in den Druckbehälter wurde solange unterbrochen.<ref name="nisa_30" />

Vom 15. bis zum 20. März fanden weitere manuelle Druckentlastungen statt.<ref name="nisa-untersuchung" />

==== Behelfskühlung des Abklingbeckens ====
Neben dem Reaktorkern mussten auch die Brennelemente im Abklingbecken im oberen Bereich des Reaktorgebäudes gekühlt werden. Es bestand die Gefahr, dass die Explosion Lecks verursacht hatte und dass die Brennelemente mangels Kühlwasser überhitzten und Feuer fingen. Die vorhandenen Pumpen konnte man aber nicht nutzen, mangels Stromversorgung oder wegen Explosionsschäden. Stattdessen griff man zu verzweifelt anmutenden Mitteln: [[Boeing-Vertol CH-47|Chinook-Hubschrauber]] der [[Selbstverteidigungsstreitkräfte|Streitkräfte]] sollten Wasser aus der Luft abwerfen. Der erste Versuch am Abend des 16.&nbsp;März wurde jedoch wegen zu hoher Strahlungsgefahr für die Piloten abgebrochen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/japan__laufende_entwicklung_am_mittwoch_16032011_1.9911390.html | webciteID=5yD18UvDl | text=''US-Drohne soll Atomanlage Fukushima untersuchen''.}} NZZ, 16.&nbsp;März 2011.</ref>

Am nächsten Morgen unternahm man einen zweiten Anlauf. Die Hubschrauber waren diesmal mit [[Blei#Strahlenschutz|Bleiplatten]] nach unten abgeschirmt und warfen im Vorbeiflug vier Wasserladungen von je 7,5 Tonnen aus [[Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber|Löschwasserbehältern]] auf das Reaktorgebäude ab.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-03/fukushima-kuehlung-helikopter | webciteID=5xtMljJ3q | text=''Fukushima: Hubschrauber und Wasserwerfer sollen Reaktoren kühlen''.}} In: ''Zeit Online''. 17.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="nisa_30" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/panorama/atomkatastrophe-in-japan-militaer-wasserwerfer-beenden-einsatz-in-fukushima-1664698.html | webciteID=5yCvQI2sa | text=''Militär-Wasserwerfer beenden Einsatz in Fukushim''.}} In: ''stern.de''. 17.&nbsp;März 2011.</ref> Videoaufnahmen zeigen, dass der Abwurf wenig treffsicher war und ein Großteil des Wassers neben dem Reaktorblock niederging oder bereits in der Luft verdunstete. Statt des geplanten Abwurfs von mehreren dutzend Wasserladungen wurde der Versuch abgebrochen.<ref name="nzz-9923830">{{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/fukushima_japan_akw_1.9923830.html | webciteID=5yNfW4LIb | text=''Helikopter beenden Einsatz<!-- sic! --> über dem Atomkraftwerk Fukushima''.}} Neue Zürcher Zeitung, 17.&nbsp;März 2011.</ref>

Die New York Times war der Ansicht, bei den Hubschrauberabwürfen habe es sich vor allem um eine Demonstration von Handlungsfähigkeit für die japanische Bevölkerung und die USA gehandelt. Premierminister Naoto Kan habe danach persönlich mit US-Präsident [[Barack Obama]] telefoniert und ihm vom angeblichen Erfolg der Aktion berichtet.<ref name="nyt-misstrauen" />

[[Datei:Kyunan-syoubou.jpg|mini|Sonderlöschfahrzeug der japanischen Streitkräfte]]

Nach dem Fehlschlag aus der Luft erfolgte der nächste Versuch vom Boden ausgehend: Ein Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei und fünf [[Sonderlöschfahrzeug]]e der japanischen Streitkräfte spritzten insgesamt etwa 30 Tonnen Wasser auf bzw. in das Reaktorgebäude.<ref name="nisa_36" /> Tepco wertete den Versuch als Erfolg: Es sei Dampf aufgestiegen, also habe man das Abklingbecken getroffen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-03/fukushima-reaktor-wasserwerfer | webciteID=5yNfeUW1e | text=''Tepco nennt Lösch-Operation erfolgreich''.}} Zeit Online, 17.&nbsp;März 2011.</ref> Daher wurde die Kühlung mit Löschfahrzeugen der Streitkräfte in den nachfolgenden Tagen fortgesetzt.<ref name="nisa_30" />

Ab dem 20. März beteiligten sich auch vierzehn hinzugezogene Löschfahrzeuge der Sondereinheit ''Hyper Rescue Unit'' der [[Feuerwehr Tokio|Tokioter Feuerwehr]] an dem Einsatz.<ref name="nisa_36" /> Die Menge an aufgesprühtem Wasser erhöhte sich in den folgenden Tagen auf mehrere hundert Tonnen täglich.<ref name="nisa_45">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110323-3-1.pdf | webciteID=5xtMvBzyC | text=''Seismic Damage Information (the 45th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 23.&nbsp;März 2011.</ref>

==== Gefahrensituationen und Kühlmaßnahmen ====
Am 20. März stieg der Druck in Reaktor 3 nochmals an. Vorübergehend wurden im Sicherheitsbehälter knapp 500&nbsp;[[Pascal (Einheit)|Kilopascal]] erreicht<ref name="nisa-praesentation" /> – angeblich so „wenig“, dass auf ein erneutes Ablassen von kontaminiertem Dampf verzichtet werden konnte.<ref name="nisa_38">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110321-3.pdf | webciteID=5xtMxucLZ | text=''Seismic Damage Information (the 38th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 21.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="jaif-2011-03-21-16-00">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300691852P.pdf | webciteID=5xtN1PRHR | text=''Status of nuclear power plants in Fukushima as of 16:00 March 21''}} (englisch, pdf). JAIF, 21.&nbsp;März 2011 (PDF; 229&nbsp;kB).</ref> In späteren Berichten ist aber von einem (letztmaligen) Öffnen des pneumatischen Druckentlastungsventils gegen 11:25 Uhr die Rede.<ref name="nisa-untersuchung" />

Ab dem folgenden Tag um 16 Uhr wurde grauer Rauch beobachtet, der aus den Überresten des Reaktorgebäudes aufstieg. Tepco zog seine Mitarbeiter vorübergehend vom Kraftwerksgelände ab. Der Kühleinsatz mit Löschfahrzeugen und die Arbeiten an der Stromversorgung an Block&nbsp;3 wurden unterbrochen.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/79920.html | webciteID=5xtN8CVyB | text=''Grayish smoke seen billowing from Fukushima No.&nbsp;3 reactor building''}} (englisch). Kyodo News, 21.&nbsp;März 2011, abgerufen am 21.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="kyodo-2011-03-21-rauch">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/79977.html | webciteID=5xtNCbuf1 | text=''White smoke at Fukushima No.&nbsp;2 reactor, smoke at No.&nbsp;3 reactor stops''}} (englisch). Kyodo News, 21.&nbsp;März 2011, abgerufen am 21.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="nisa_40">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110322-1-1.pdf | webciteID=5xtNGxHVN | text=''Seismic Damage Information (the 40th Release(corrected)) (As of 21:00 March 21st, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 21.&nbsp;März 2011.</ref> Die Strahlung an der westlichen Geländegrenze stieg um das Zehnfache auf 2 Millisievert pro Stunde.<ref name="grs-strahlung">{{Webarchiv | url=http://fukushima.grs.de/sites/default/files/Radiation-Data__20110323-1830_Daiichi.pdf | webciteID=5ya9pwKMu | text=''Gemessene Dosisleistungen an ausgewählten Messpunkten Fukushima Daiichi''}} (pdf). GRS, 23.&nbsp;März 2011 (PDF; 211&nbsp;kB).</ref> Ab 18 Uhr ließ die Intensität des Rauchs wieder nach, aber ein wenig davon war auch in den folgenden Tagen weiter zu sehen.<ref name="ruine" /><ref name="nisa_46" />

Am 22. März war Block 3 der erste, dessen Stromversorgung wiederhergestellt wurde; im Leitstand gab es nun wieder eine ordentliche Beleuchtung. Zwei Tage später veröffentlichte Tepco ein Foto, das eine funktionierende Deckenbeleuchtung, aber dunkle Monitore und tote Warnleuchten zeigt. Dazwischen klebt ein Zettel mit der Aufschrift „SBO 3/11 15°39'“, was für „''station blackout'' (Stromausfall) am 11. März um 15:39 Uhr“ stehen könnte.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110323_1f_chusou_1.jpg | webciteID=5yJduVKKZ | text=''Control room for Unit 3 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (pictured on March 22, 2011)''.}} Tepco, 24.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="tepco-fotos" />

Am 23. und 24. März wurde Meerwasser über das reguläre Kühlsystem ins Abklingbecken eingeleitet.<ref name="nisa_46">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110323-4-1.pdf | webciteID=5xtNJwUOK | text=''Seismic Damage Information (the 46th Release) (As of 19:00 March 23rd, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 23.&nbsp;März 2011.</ref>

Am 24. März kam es bei zwei Arbeitern, die Stromleitungen im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Block&nbsp;3 verlegt hatten, zu hohen Strahlenbelastungen an den Füßen, mit Verdacht auf Strahlenverbrennungen.<ref name="jaif_27" /> Nachforschungen ergaben, dass sich in dem Gebäude hoch radioaktiv kontaminiertes Wasser angesammelt hatte.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110325-6.pdf | webciteID=5xSCPF1rT | text=''Messwerte des kontaminierten Wassers im Untergeschoss von Block&nbsp;3''}} (englisch, pdf). NISA, 26.&nbsp;März 2011, abgerufen am 25.&nbsp;März 2011.</ref> Nach Auskunft der NISA handelte es sich dabei offenbar um Wasser aus dem Reaktorkern. NISA-Sprecher Hidehiko Nishiyama sagte, vermutlich sei der Sicherheitsbehälter beschädigt,<ref>{{Webarchiv | url=http://articles.cnn.com/2011-03-25/world/japan.nuclear.reactors_1_reactor-japan-nuclear-radioactive-water?_s=PM:WORLD | webciteID=5ygbwRwfi | text=''Japan reactor core may be leaking radioactive material, official says''}} (englisch). CNN, 25.&nbsp;März 2011.</ref> zog diese Aussage jedoch am gleichen Tag wieder zurück. Die Ursache des Wasseraustritts sei unklar.<ref name="kyodo-2011-03-81048">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81048.html | webciteID=5xtNNZn1T | text=''High-level radiation suspected to be leaking from No.&nbsp;3 reactor’s core''}} (englisch). Kyodo Nows, 25.&nbsp;März 2011, abgerufen am 26.&nbsp;März 2011.</ref> Teile des Wassers wurden anschließend in einen weiter oben gelegenen Tank umgepumpt.<ref name="nisa_65">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110402-1-1.pdf | webciteID=5xtNSJaYq | text=''Seismic Damage Information (the 65th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 31.&nbsp;März 2011.</ref>

Ab dem 25. März wurde die Kühlung des Reaktordruckbehälters auf Süßwasser umgestellt.<ref name="nisa_54" /> Die Wasserbesprühung des Abklingbeckens übernahm an diesem Tag die Feuerwehr von [[Kawasaki (Kanagawa)|Kawasaki]], mit Unterstützung der Kollegen aus Tokio.<ref name="nisa_54" /> Zwei Tage später hatten die Wasserwerfer dann ausgedient; stattdessen kam eine [[Autobetonpumpe]] zum Einsatz, die die Tepco-Mitarbeiter angesichts ihres langen Metallrüssels „Elefant“ tauften,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/nu/fukushima-np/f1/images/f1-sv-20110423-e.pdf | webciteID=5yLEPHo8T | text=''Survey map of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station as of 17:20 on April 23, 2011''}} (englisch, pdf). 23.&nbsp;März 2011 (PDF; 620&nbsp;kB): „concrete pumping vehicle called „Elephant““.</ref> später dann „Giraffe“.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110517e2.pdf | webciteID=5ysGoRaZa | text=''Progress Status of “Roadmap towards Restoration from the Accident at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station”''}} (englisch). Tepco, 17.&nbsp;Mai 2011, (PDF; 109&nbsp;kB), abgerufen am 22.&nbsp;Mai 2011.</ref> Ab dem 29. März wurde Süß- statt Meerwasser versprüht.<ref name="nisa_73" />

Ende März ging die Aufsichtsbehörde davon aus, dass der Druckbehälter des Reaktors undicht sei. Vermutlich würden Gase durch ermüdete Ventile, Rohrverbindungen oder Dichtungen aus dem Behälter entweichen.<ref name="nhk-30_25">{{Webarchiv | url=http://www3.nhk.or.jp/daily/english/30_25.html | webciteID=5ygcLDwOw | text=''Air may be leaking from reactors No.&nbsp;2 and 3''}} (englisch). NHK, 30.&nbsp;März 2011, abgerufen am 15.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Am 12. April wurde der Sprüharm der Betonpumpe mit einer Kamera versehen. Nach Beobachtung des Wasserstands schloss Tepco nennenswerte Lecks am Becken aus. Aus weiteren Berechnungen folgte, dass der Wasserstand zu keinem Zeitpunkt in einen kritischen Bereich zu fallen drohte. Die riskanten Hubschrauber- und Wasserwerfereinsätze wären demnach nicht nötig gewesen,<ref name="kantei-bericht2" /> und die Theorie einer Nuklearexplosion im Abklingbecken nicht mehr haltbar.

Am 26. April stellte Tepco die Wassereinspeisung in das Abklingbecken ein weiteres Mal um. Nun kam wieder eine reguläre Einspritzleitung zum Einsatz (das ''fuel pool coolant clean-up system'').<ref name="nisa_115e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110427-2-1.pdf | webciteID=5yG6po8b2 | text=''Seismic Damage Information (the 115th Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 26.&nbsp;April 2011.</ref>

==== Instabiler Reaktor und kontaminiertes Wasser ====
[[Datei:Fukushima I Unit 3 RPV Temperature March-May 2011.svg|mini|hochkant=1.2|Temperaturen des Druckbehälters vom 19.&nbsp;März bis zum 28.&nbsp;Mai 2011]]
[[Datei:Fukushima I reactor cooling water.svg|mini|hochkant=1.2|Kühlwassermengen vom 13.&nbsp;März bis zum 28.&nbsp;Mai]]

Die Aktivität von Reaktor 3 hatte seit Mitte März stetig abgenommen. Ende April [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Mengen an eingespeistem Kühlwasser|verringerte Tepco die Menge des in den Reaktor eingespeisten Wassers]] ein wenig. Daraufhin begann die Temperatur am Druckbehälter stark anzusteigen (siehe Grafik). Tepco reagierte mit einer um 30&nbsp;Prozent höheren Kühlwassermenge, was den Temperaturanstieg an einigen Stellen des Druckbehälters beendete, während andere Stellen sich weiter erhitzten.<ref name="nisa-en2011051125">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110511-2-5.pdf | webciteID=5ybNzH6dH | text=''Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station – Unit&nbsp;3 Parameters Related to Temperature''}} (englisch, pdf). NISA, 11.&nbsp;Mai 2011</ref> Der Kraftwerksbetreiber vermutete, dass Teile des Kühlwassers gar nicht im Reaktor ankamen, sondern durch eine abzweigende Leitung entschwanden, und [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Mengen an eingespeistem Kühlwasser|verdoppelte die Wassermenge]] unter Zuhilfenahme einer weiteren Zugangsleitung.<ref name="jaif_77">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305023353P.pdf | webciteID=5ya7b9p0l | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;77''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 10.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 134&nbsp;kB).</ref> Damit bekam man die Situation in den Griff; die Reaktortemperatur fiel wieder zurück in unkritische Bereiche.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.meti.go.jp/press/2011/05/20110522001/20110522001-4.pdf | webciteID=5ytzf89UQ | text=''福島第一原子力発電所 温度に関するパラメータ'' (Temperaturdaten des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi)}} (japanisch). [[METI]], 22.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Auch bei Block 3 wurden nun sehr hohe [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Abklingbecken|Radionuklidkonzentrationen im Wasser des Abklingbeckens]] festgestellt. Die <sup>131</sup>Iod-Konzentration war zu hoch für gelagerte Brennelemente. Tepco erklärte dies damit, dass bei der Explosion am 14.&nbsp;März aus dem Reaktor ausgetretene Stoffe in das Abklingbecken geschleudert worden seien.<ref name="jaif_78" /> Da das Becken vollständig mit Schutt bedeckt ist, lässt sich der Zustand der Brennelemente bislang nicht überprüfen<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110510_1.zip | wayback=20110602043432 | text=''Status of the Spent Fuel Pool of Unit 3 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (30MByte)''}} (ZIP / M1V-Video). Tepco, 8.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 17.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="kantei-bericht2" /> (Stand: Ende 2011).

Am 11. Mai stellte Tepco fest, dass auch an Block 3 – so wie zuvor schon an Block 2 – hoch kontaminiertes Wasser aus einem Kabelschacht ins Meer floss, offenbar erst seit wenigen Tagen. Das Leck wurde mit Textilmaterial und Beton verschlossen,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11051112-e.html | webciteID=5ybjTY2sJ | text=''Possibility of leakage of radioactive water off the site near the water intake canal of Unit 3 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (continued report)''}} (englisch). Tepco, 11.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="jaif_79" /> aber Messwerte deuteten auf einen weiteren Abwasseraustritt ins Meer hin.<ref name="jaif_82" /> Man versuchte, den Lecks mit dem Abpumpen von Wasser aus dem Turbinengebäude den Zufluss zu entziehen,<ref name="jaif_84">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305623138P.pdf | webciteID=5ykpp0mEC | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;84''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 17.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 113&nbsp;kB).</ref> aber nach einer Woche war nicht mehr genügend Platz im Abfalllager vorhanden.<ref name="jaif_92" /> Bis zur Inbetriebnahme der Abwasser-Dekontaminationsanlage in der zweiten Junihälfte behalf man sich mit weiteren Provisorien wie dem Abpumpen in einen Kondenswassertank im Turbinenhaus.<ref name="nisa_165">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/06/en20110611-1-1.pdf | webciteID=5zwyhzmCN | text=''Seismic Damage Information (the 165th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 10.&nbsp;Juni 2011.</ref>

In der Nacht vom 13. zum 14. Juni zeigte die Tepco-[[Webcam]] einen heftigen Dampfausbruch aus Block&nbsp;3.<ref>[https://www.youtube.com/watch?v=k-EDceWFovc ''2011.06.14 00:00-01:00 / 福島原発ライブカメラ (Live Fukushima Nuclear Plant Cam)''] (Video). In: ''Youtube''. Tepco, 14.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 1.&nbsp;Juli 2011.</ref>

==== Absicherung von Block 3 ====
Ab Ende Mai leitete Tepco zusammen mit dem Kühlwasser auch [[Hydrazin]] als [[Korrosionsschutzmittel]] in das Abklingbecken ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11052806-e.html | webciteID=5z1Cyycbc | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 28.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="nisa_164e" /> Im Juni wurde ein neues, geschlossenes Kühlsystem installiert<ref name="jaif_114" /> und mit [[Borsäure]] versetztes Wasser eingeleitet. Der [[pH-Wert]] des Wassers im Abklingbecken war auf 11,2 gestiegen, vermutlich durch Auflösung von Betonschutt, und das [[Basen (Chemie)|basische]] Wasser drohte, die aus [[Aluminium]] bestehenden Brennelement-Lagergestelle zu zerstören.<ref name="jaif_124">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1309080978P.pdf | webciteID=5zx1WMIDg | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;124''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 26.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 193&nbsp;kB).</ref>

Anfang Juli wurde das Reaktorgebäude dekontaminiert, um anschließend (ab Mitte Juli 2011)<ref name="jaif_143">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1310712950P.pdf | webciteID=60CGukL0d | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;143''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 15.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 130&nbsp;kB).</ref> Stickstoff in den Sicherheitsbehälter einzuleiten. Das Abräumen von radioaktivem Schutt übernahm ein Roboter.<ref name="jaif_132">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1309749703P.pdf | webciteID=5zwwgK8xs | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;132''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 89&nbsp;kB).</ref>

Um die Reaktorkühlung weiter zu verbessern, begann Tepco Anfang September 2011 mit der Wassereinleitung über das ''Core Spray System'' (Kernsprühsystem).<ref name="nisa_244e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/09/en20110901-3-1.pdf | webciteID=63r5E9zXO | text=''Seismic Damage Information (the 244th Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 31.&nbsp;August 2011.</ref>

==== Schäden an Block 3 ====
Im Juli 2017 gelang es erstmals einem schwimmenden Aufklärungsroboter in den Reaktor vorzudringen und verwertbare Aufnahmen zu liefern. In sechs Metern Wassertiefe befindet sich demnach eine bis zu einem Meter dicke, erkaltete Schlackeschicht, bei der es sich nach Experteneinschätzung vermutlich um [[Corium (Reaktortechnik)|Corium]] handelt, also einer Mischung, die aus geschmolzenen Metallteilen, zerfallenen Hüllen von Brennstäben und dem nuklearen Treibstoff selbst besteht.<ref>[http://www.independent.co.uk/news/world/asia/fukushima-underwater-robot-melted-nuclear-fuel-reactor-japan-a7855356.html Mari Yamaguchi: "Fukushima: Underwater robot discovers suspected melted nuclear fuel at reactor"] Independent.co.uk vom 23. Juli 2017</ref>

=== Reaktorblock 4 ===
Reaktorblock 4 war seit dem 29. November 2010 wegen Instandsetzungsarbeiten an der Hülle des Reaktordruckbehälters außer Betrieb. Daher befanden sich zum Zeitpunkt des Bebens im Inneren des Reaktors keine [[Brennelement]]e. Diese lagerten stattdessen im Abklingbecken im Inneren des Reaktorgebäudes, dessen Kapazität dabei zu 97&nbsp;Prozent ausgenutzt wurde.<ref name="nisa-untersuchung" /> Da die Brennelemente erst relativ kurz zuvor in Verwendung waren, produzierten sie besonders viel [[Nachzerfallswärme]].

Wegen Wartungsarbeiten waren auch einer der beiden Notstromgeneratoren und Teile der Reaktordatenaufzeichnung außer Betrieb.<ref name="nisa-untersuchung" />

==== Kühlungsausfall, Explosion und Brände ====
Der eine verbliebene Notstromgenerator fiel durch Überschwemmung aus und damit auch die Kühlung des Abklingbeckens;<ref name="nisa-untersuchung" /> die Wassertemperatur stieg an. Bis zum 14. März erreichte sie 84&nbsp;°C; anschließend fiel das System zur Temperaturmessung aus.<ref name="JAIF_2011-03-19T22:00">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300544332P.pdf | webciteID=5xtPVKlMm | text=''JAIF Reactor Status and Major Events Update 16 – NPPs in Fukushima as of 22:00 March 19''}} (englisch, pdf). Japan Atomic Industrial Forum, 19.&nbsp;März 2011 (PDF; 253&nbsp;kB)</ref> Mit weiterer Erhitzung des Beckens begann das Kühlwasser vermutlich zu kochen und zu verdampfen;<ref name="kyodonews_2011-03_78267">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/78267.html | webciteID=5xbGuRggH | text=''Spent nuke fuel pool may be boiling, further radiation leak feared''}} (englisch). Kyodo News, 15.&nbsp;März 2011, abgerufen am 31.&nbsp;März 2011.</ref> außerdem befürchtete man einen Wasserverlust durch Gebäudeschäden und Lecks nach der Explosion von Block&nbsp;3. Es bestand die Gefahr, dass die Brennelemente teilweise freilagen und sich so weit erhitzten, dass Wasserstoff freigesetzt werden konnte.<ref name="jaif-status">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1301210659P.pdf | webciteID=5y91l5T5E | text=''Status of nuclear power plants in Fukushima as of 16:00 March 27 (Estimated by JAIF)''}} (englisch, pdf). 27.&nbsp;März 2011 (PDF; 276&nbsp;kB). ''S.&nbsp;4''</ref>

Am 15. März gegen 6 Uhr ereignete sich im Reaktorgebäude von Block&nbsp;4 eine Explosion, die den Großteil der oberen zwei Geschosse und weitere Außenwände zerstörte.<ref name="nisa-untersuchung" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031504-e.html | webciteID=5xbGEfrcW | text=''Damage to the Unit 4 Nuclear Reactor Building at Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 15.&nbsp;März 2011, abgerufen am 31.&nbsp;März 2011.</ref> Beobachter wie die IAEO erklärten dies damit, dass im Abklingbecken Wasserstoff entstanden und als Knallgas explodiert sei.<ref name="jaif-2011-03-018c" /><ref name="IAEA_2011-03-15T18:00" /> Später kamen Tepco und die NISA zu dem Ergebnis, dass wahrscheinlich Wasserstoff aus Block&nbsp;3 durch verbundene Lüftungsrohre nach Block&nbsp;4 gelangt und dort explodiert war.<ref name="nisa-untersuchung" /> Hierfür sprachen Videoaufnahmen, die intakte Brennelemente im Abklingbecken zeigten,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/news/110311/images/110508_2.zip | wayback=20110602043532 | text=''Status of the Spent Fuel Pool of Unit 4 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}}(ZIP / M1V-Video). Tepco, 8.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 17.&nbsp;Mai 2011.</ref> Wasseranalysen<ref name="tepco-110414e20" /> und besonders große Schäden im Bereich der Lüftungsrohre.<ref name="jaif_262">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1320979544P.pdf | webciteID=643iW8689 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;262''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 16.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 57&nbsp;kB).</ref>

Nach der Explosion trieben mehrere Stunden lang schwarze Rauchschwaden aus Block&nbsp;4 gen Westen.<ref name="webcam-2011-03-15" /> Um 9:38 Uhr wurde ein Feuer im dritten Obergeschoss des Reaktorgebäudes gemeldet.<ref name="nisa-status">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110508-2-2.pdf | webciteID=5yWnC5G6y | text=''Conditions of Fukushima Dai‐ichi Nuclear Power Station (As of 6:00 May 8, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 8.&nbsp;Mai 2011.</ref> Laut IAEO brannte es im Abklingbecken;<ref name="IAEA_2011-03-15T18:00" /> wahrscheinlicher ist jedoch ein Ölbrand.<ref name="jaif_83">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305536094P.pdf | webciteID=5ykpp0mDc | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;83''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 16.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 98&nbsp;kB).</ref> Die Strahlung auf dem Gelände stieg vorübergehend stark an und erreichte an der Geländegrenze einen Rekordwert von 12&nbsp;mSv/h,<ref name="berkeley-chronologie" /> was auch im Zusammenhang mit der in etwa gleichzeitigen [[#Schäden am Sicherheitsbehälte|mutmaßlichen Explosion in Block&nbsp;2]] stehen kann.

Als ein Team der [[United States Army]] zusammen mit der [[Werkfeuerwehr]] gegen 11 Uhr anrückte, war der Brand bereits von alleine verloschen.<ref name="nisa-untersuchung" />

Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde [[Nuclear Regulatory Commission|NRC]] bezeichnete die Situation von Block&nbsp;4 als die kritischste von allen Blöcken.<ref name="arte">ARTE-Dokumentation: [https://www.youtube.com/watch?v=DNEZxkRw7As Fukushima – Die Wahrheit hinter dem Super-GAU] Die Aussagen der NRC werden zumeist von Arnold Gundersen wiedergegeben, kommentiert und auf Deutsch synchronisiert.<!-- Die URL war: http://videos.arte.tv/de/videos/fukushima_die_wahrheit_hinter_dem_super_gau-6439122.html --></ref>{{rp|ab 17:55}} In den Medien wurde über einen möglichen [[Kritikalitätsstörfall]] im Abklingbecken spekuliert,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/news-032011/19/iptc-bdt-20110319-46-29343994xml?page=all&print=true | webciteID=5xbHKsP6a | text=''Erdbeben: Japan bangt weiter: Reaktor-Ruine strahlt, Erde bebt''.}} In: ''zeit.de''. Zeit Online, 19.&nbsp;März 2011, abgerufen am 31.&nbsp;März 2011.</ref><ref>Michael Winter: {{Webarchiv | url=http://content.usatoday.com/communities/ondeadline/post/2011/03/new-fire-reported-at-fukushima-reactor-no-4/1 | webciteID=5xbHYjlzL | text=''New Fukushima fear: Spent fuel at No.&nbsp;4 might restart chain reaction''}} (englisch). In: ''content.usatoday.com''. USA TODAY, 15.&nbsp;März 2011, abgerufen am 31.&nbsp;März 2011.</ref> in dem sich über 200 Tonnen Brennelemente befanden. Bei einem solchen Verlauf kann es durch Wiedereinsetzen der nuklearen [[Kettenreaktion]] zu einer umfangreichen Freisetzung von radioaktivem Material kommen. Die NRC schätzte, dass im schlimmsten Fall 200.000 Menschen durch Strahlung getötet hätten werden können.<ref name="arte" />{{rp|ab 17:55}} Der Nuklear-Energie-Experte Arnold Gundersen sagte, Japan wäre in zwei Hälften geteilt worden.<ref name="arte" />{{rp|ab 20:05}} Es hätte einen 50 Kilometer breiten Streifen quer durch Japan gegeben, sodass Menschen nicht mehr von Norden nach Süden gekommen wären.<ref name="arte" />{{rp|welche Minute?}} Tepco bestreitet größere Beschädigungen des Abklingbecken und verweist auf die funktionierende Kühlung.<ref name="arte" />{{rp|ab 17:55}}

Am Abend des 15. März wies der Wirtschaftsminister den Kraftwerksbetreiber an, Wasser in das Abklingbecken einzuleiten.<ref name="nisa_36" /> Dieser teilte mit, eine Wassereinleitung in das Abklingbecken sei noch nicht möglich.<ref>{{Webarchiv | url=http://derstandard.at/1297820399687/Nachlese-Live-Ticker-Dienstag--1532011-Feuer-in-Reaktor-4-offenbar-geloescht---Zwei-Arbeiter-vermisst | webciteID=5xdCYGaX7 | text=''Feuer in Reaktor&nbsp;4 offenbar gelöscht – Zwei Arbeiter vermisst''.}} derStandard.at, 16.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="JAIF_2011-03-19T22:00" /> Laut Presseberichten waren die Zufahrtswege zu Block&nbsp;4 versperrt, und eine neue Zufahrt war noch in Arbeit.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/panorama/liveticker-zur-katastrophe-in-japan-freitag-droht-die-grosse-verseuchung--1664059.html | webciteID=5yNgdRqTL | text=''Liveticker zur Katastrophe in Japan''.}} stern.de: „Neue Zufahrt zum Reaktor wird gebaut“.</ref>

[[Datei:Fukushima I reactor unit 4 by Digital Globe.jpg|mini|hochkant=0.8|Reaktorgebäude 4 am 16.&nbsp;März]]

Am späten Abend stieg die Strahlung auf dem Gelände erneut stark an. Am nachfolgenden Tag wurde um 5:45 Uhr wieder ein Feuer in Block&nbsp;4 beobachtet, welches jedoch um 6:15 Uhr nicht mehr nachweisbar war.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031606-e.html | webciteID=5xtPhdwrf | text=''Press Release (Mar 16,2011) Fire occurrence at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 4 (2nd Release)''}} (englisch). Tepco, 16.&nbsp;März 2011.</ref> Auf einem kurz danach aufgenommenen Satellitenfoto fehlen große Teile der Hülle des Reaktorgebäudes. Später veröffentlichte, [[Auflösung (Fotografie)|hochauflösende]] Fotos zeigen verschieden starke Schäden je nach Gebäudeseite und Stockwerk.<ref name="aps-fotos" />

==== Behelfs- und Zufallskühlung des Abklingbeckens ====
Da das Abklingbecken nicht vom Boden aus gekühlt werden konnte und der Wasserabwurf per Hubschrauber erfolglos war,<ref name="nzz-9923830" /> konzentrierten sich die weiteren Versuche mit Wasserwerfern auf den rauchenden Block&nbsp;3.<ref name="kyodonews-2011-03-17">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/78986.html | webciteID=5xtPsIteZ | text=''SDF trucks join choppers in dousing crisis-hit Fukushima reactor''}} (englisch). Kyodo News, 17.&nbsp;März 2011, abgerufen am 17.&nbsp;März 2011.</ref> Deswegen kam es zu einem Streit zwischen dem Vorsitzenden der US-amerikanischen Atomaufsicht [[Nuclear Regulatory Commission|NRC]], [[Gregory Jaczko]], und Tepco. Jaczko sagte, dass im Abklingbecken von Block&nbsp;4 kein Wasser mehr vorhanden sei, während Tepco behauptete, dass beim Hubschrauber-Vorbeiflug Wasser ausgemacht worden sei.<ref name="spiegel-2011-03-17">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751455,00.html | webciteID=5yNj14Edg | text=''USA zweifeln an Japans Rettungsstrategie''.}} Spiegel Online, 17.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://news.blogs.cnn.com/2011/03/16/japan-quake-live-blog-death-toll-expected-to-rise-as-crews-reach-more-areas/?hpt=T1 | webciteID=5ykpp0m9U | text=''Japan quake live blog''}} (englisch). CNN, 16.&nbsp;März 2011.</ref> US-Experten diskutierten über mögliche Lecks.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.latimes.com/news/nationworld/world/la-fg-japan-quake-wrapup-20110318,0,2262753.story?page=2 | webciteID=5ygeB6QKR | text=''JU.S. nuclear officials suspect Japanese plant has a dire breach''}} (englisch). Los Angeles Times, 18.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/03/19/world/asia/19japan.html?_r=1&pagewanted=2 | webciteID=5ygeMRaP1 | text=''Japan Races to Restart Reactors’ Cooling System''}} (englisch). New York Times, 18.&nbsp;März 2011.</ref> Drei Monate später gestand die NRC ein, dass Jaczko sich geirrt hatte.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/06/97363.html | webciteID=5zU7W5kcL | text=''Spent fuel pool never dried up at Fukushima plant: U.S. regulator''}} (englisch). Kyodo News, 15.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 16.&nbsp;Juni 2011.</ref> Im März 2013 jedoch gab der Ingenieur Atsufumi Yoshizawa von Tepco, der ein Mitglied der Einsatzkräfte vor Ort gewesen war, in einem Zeitungsinterview an, dass das Abklingbecken mit den Brennstäben zum damaligen Zeitpunkt ausgetrocknet war und die Gefahr einer möglichen Kernspaltungsreaktion bestanden hätte.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.independent.co.uk/news/world/asia/i-am-one-of-the-fukushima-fifty-one-of-the-men-who-risked-their-lives-to-prevent-a-catastrophe-shares-his-story-8517394.html |titel='I am one of the Fukushima fifty': One of the men who risked their lives to prevent a catastrophe shares his story |autor=David McNeill |werk=[[The Independent]] |datum=2013-03-02 |zugriff=2013-03-07 |sprache=en}}</ref> Eine im Mai 2016 veröffentlichte Untersuchung der [[National Academy of Sciences]] bestätigte, dass nur ein ungewolltes Leck zum angrenzenden Flutraum für einen erneuten Zufluss von Wasser gesorgt und einen katastrophalen Brand der Brennstäbe verhindert habe.<ref>[http://www.nap.edu/read/21874/chapter/5#45 National Academy of Sciences Bericht: Fukushima Daiichi nuclear accident – Lessons learned for spent fuel storage Kapitel 5, Seite 45]</ref><ref name="SZ-Zufall">Christoph Behrens: [http://www.sueddeutsche.de/wissen/atomunglueck-zufall-verhinderte-in-fukushima-explosion-von-brennstaeben-1.3003800 ''Zufall verhinderte in Fukushima Explosion von Brennstäben''], [[Süddeutsche Zeitung]] vom 24. Mai 2016, abgerufen am 24. Mai 2016.</ref>

Am 20. März um 8:21 Uhr begann auch bei Block&nbsp;4 das Wassereinspritzen ins Abklingbecken mit Hilfe von Löschfahrzeugen der Streitkräfte.<ref name="nisa_36" /> Ab dem 22. März wurde statt der Löschfahrzeuge eine in Deutschland gebaute [[Autobetonpumpe]] eingesetzt, um täglich etwa 150 Tonnen Wasser auf das Becken zu sprühen.<ref name="nisa_73" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1826909/AKW-Fukushima-Kontrollraum-im-Reaktor-3-hat-wieder-Licht.html | webciteID=5xtQ3STuL | text=''AKW Fukushima: Kontrollraum im Reaktor&nbsp;3 hat wieder Licht''.}} Hamburger Abendblatt, 22.&nbsp;März 2011.</ref>

Ab dem 27. März wurde das Abklingbecken nicht mehr täglich, sondern im Abstand von mehreren Tagen mit Wasser aus der Betonpumpe gekühlt. Am 30.&nbsp;März wurde von Meer- auf Süßwasser umgestellt.<ref name="nisa_73" />

;April 2011
Am 13. April veröffentlichte, erste Wasseranalysen aus dem Abklingbecken zeigten ungewöhnliche Konzentrationen von <sup>131</sup>I, <sup>134</sup>Cs und <sup>137</sup>Cs (siehe [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Abklingbecken|Tabelle der Wassermesswerte der Abklingbecken]]), die durch leichte Schäden an den gelagerten Brennelementen erklärbar sind.<ref name="kyodo-85295">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85295.html | webciteID=5xvB8Ki39 | text=''TEPCO confirms damage to part of No.&nbsp;4 unit’s spent nuke fuel''.}} Kyodo News, 13.&nbsp;April 2011, abgerufen am 13.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="tepco-110414e20">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110414e20.pdf | webciteID=5xwg5TGhD | text=''The result of the analysis of the water in the spent fuel pool of Unit 4 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch, pdf). Tepco, 14.&nbsp;April 2011 (PDF; 9&nbsp;kB).</ref> Wahrscheinlicher ist jedoch der Eintrag radioaktiver Emissionen aus Block&nbsp;1 bis 3.<ref name="kantei-bericht2" /> Neben der Probenentnahme wurde auch die Wassertemperatur gemessen. Sie belief sich auf 90&nbsp;°C, weit über dem normalen Höchstwert von 40&nbsp;°C. Bis zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 1.800 Tonnen Wasser auf Reaktorblock&nbsp;4 gesprüht worden.<ref name="jaif_52">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1302781546P.pdf | webciteID=5xwkOFMIj | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;52: 20:00, April 14''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14.&nbsp;April 2011 (PDF; 119&nbsp;kB).</ref>

[[Datei:Fukushima I spent fuel pool 4 cooling water March-May 2011.svg|mini|Kumulierte, eingesprühte Kühlwassermenge, vom 20.&nbsp;März bis zum 28.&nbsp;Mai]]

Um die Temperatur zu senken, wurde mehr Wasser eingeleitet und damit der Wasserstand (oberhalb der Brennelemente) erhöht. Daraufhin machte Tepco sich Sorgen um die Stabilität des Beckens, weil die Betonstruktur des Reaktorgebäudes durch eine der Explosionen im März geschwächt worden war, und reduzierte den Wasserstand wieder.<ref name="jaif_61" /> Dies reichte wiederum nicht zur Kühlung aus; daher wurde sie auf eine automatische, temperaturabhängige Regelung umgestellt.<ref name="jaif_63">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303728679P.pdf | webciteID=5yDCSMb6L | text=''Earthquake Report − JAIF, No.&nbsp;63: 20:00, April 25''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 25.&nbsp;April 2011 (PDF; 81&nbsp;kB).</ref>

Beobachtungen des Wasserstands und weitere Untersuchungen ergaben, dass vermutlich kein nennenswertes Leck vorhanden ist, und dass die Brennelemente zu jedem Zeitpunkt vollständig mit Wasser bedeckt waren.<ref name="kantei-bericht2" />

;ab Mai 2011
Ab Mitte Mai injizierte Tepco zusammen mit dem Kühlwasser auch [[Hydrazin]] als Korrosionsschutzmittel in das Abklingbecken.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11051801-e.html | webciteID=5ymRxDcAa | text=''Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 10:00 am, May 18)''}} (englisch). Tepco, 17.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110517-1-1.pdf | webciteID=5ymSDnfJ3 | text=''Seismic Damage Information (the 140th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 16.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref name="nisa_164e" /> Unter dem Becken wurden betonummantelte [[Sprieß]]e zur Stabilisierung eingezogen.<ref name="kantei-bericht2" />

Ende Juli begann die Inbetriebnahme eines neuen Kühlkreislaufs für das Abklingbecken.<ref name="jaif_160">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1312173500P.pdf | webciteID=60ceI2phw | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;160''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 31.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 88&nbsp;kB).</ref>

=== Reaktorblöcke 5 und 6 ===
[[Datei:Fukushima I Nuclear Powerplant site close-up (wotext).PNG|hochkant=0.9|mini|Block&nbsp;5 und 6 liegen ungefähr 500 Meter abseits von Block&nbsp;1 bis 4]]

Die Blöcke 5 und 6 befanden sich während des Erdbebens wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, waren jedoch schon wieder mit Kernbrennstäben bestückt. In Block&nbsp;5 fanden gerade Drucktests am [[Reaktordruckbehälter]] statt.<ref name="nisa-untersuchung" />

Sowohl für die Reaktorkerne als auch für die Abklingbecken in den Reaktorgebäuden wurde und wird eine andauernde Kühlung benötigt. Block&nbsp;6 basiert auf einem neueren, anders aufgebauten Reaktormodell als die übrigen Fukushima-I-Blöcke (siehe auch: [[Fukushima I#Daten der Reaktorblöcke|Daten der Reaktorblöcke]]).

Von insgesamt fünf Notstromgeneratoren in den Blöcken 5 und 6 überstand einer in Block&nbsp;6 den Tsunami. Trotzdem fiel in beiden Blöcken die Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken aus, weil der Tsunami – wie auch bei Block&nbsp;1 bis 4 – die Meerwasserpumpen zerstört hatte.<ref name="nisa-untersuchung" /> In beiden Reaktoren wurden Druckentlastungen der Druckbehälter vorgenommen; in Block&nbsp;5 mussten die Ventile dazu mangels Stromversorgung von Hand geöffnet werden. Die Stickstoffeinspeisung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor&nbsp;5 fiel aus und wurde von Hand wiederhergestellt.<ref name="kantei-bericht2" />

Über diese Probleme wurde zunächst nichts öffentlich bekannt. Erst am 15.&nbsp;März informierte Regierungssprecher Edano darüber, dass auch in Block&nbsp;5 und 6 die Kühlung nicht richtig funktioniere.<ref name="stern-2011-03-15">{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/panorama/-jahrhundertkatastrophe-in-japan-liveticker-akw-betreiber-wollen-neue-explosionen-verhindern-1663622.html | webciteID=5yXEbryfT | text=''Liveticker: AKW-Betreiber wollen neue Explosionen verhindern''.}} In: ''stern.de''. 15.&nbsp;März 2011</ref> Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits damit begonnen, Notkühlsysteme beider Reaktoren mit dem Generator von Block&nbsp;6 zu betreiben. Die Reaktorkühlung war damit sichergestellt.<ref name="nisa-untersuchung" /> Die Wasserstände lagen in einem sicheren Bereich, zwei bis zweieinhalb Meter oberhalb des Reaktorkerns.<ref name="20110316010_1400">{{Webarchiv | url=http://www.meti.go.jp/press/20110316010/20110316010-4.pdf | webciteID=5xzI5ZZPC | text=''プラント関連パラメータ (2011-03-16:14:00)''}} (japanisch, pdf). Ministry of Economy, Trade and Industry, 16.&nbsp;März 2011, abgerufen am 16.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="METI20110318_1400">{{Webarchiv | url=http://www.meti.go.jp/press/20110318008/20110318008-4.pdf | webciteID=5xzIIN2Yc | text=''プラント関連パラメータ (2011-03-18:14:00)''}} (japanisch, pdf). Ministry of Economy, Trade and Industry, 18.&nbsp;März 2011, abgerufen am 25.&nbsp;März 2011.</ref>

Die Abklingbecken blieben dagegen zunächst weiter ungekühlt. Bis zum 15.&nbsp;März waren die Wassertemperaturen dort bereits aus dem Normalbereich von unter 40&nbsp;°C auf rund 60&nbsp;°C angestiegen.<ref name="IAEA_2011-03-16T22:00">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima160311.html | webciteID=5xtRxlbfG | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log''}} (englisch). IAEO, 16.&nbsp;März 2011.</ref> Am 19.&nbsp;März erreichten sie Höchstwerte von rund 67&nbsp;°C<ref name="nisa_33">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110319-5.pdf | webciteID=5xtRzrLkc | text=''Seismic Damage Information (the 33rd Release) (As of 13:30 March 19th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 19.&nbsp;März 2011.</ref> (siehe auch: [[Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Reaktorblöcke 5 und 6|Tabelle der Temperaturen in den Abklingbecken von Block&nbsp;5 und 6]]).

Am 18. März stiegen Arbeiter auf die Dächer der beiden Reaktorgebäude und bohrten vorsorglich jeweils drei ca. 3,5 bis 7 Zentimeter große Entlüftungslöcher in die Betondecken, um das Risiko von Knallgasexplosionen zu verringern.<ref name="kantei-bericht2" />

Am 19. März gingen an beiden Blöcken provisorische Ersatz-Meerwasserpumpen in Betrieb, die ebenfalls von dem verbliebenen Dieselgenerator von Block&nbsp;6 mit Strom versorgt wurden. Damit konnte die reguläre Kühlung für die Reaktoren und Abklingbecken wiederhergestellt werden.<ref name="nisa-untersuchung" /> In beiden Abklingbecken fiel die Wassertemperatur bereits am nächsten Tag wieder unter 40 °C<ref name="nisa_37">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110321-2.pdf | webciteID=5xtS5ISeF | text=''Seismic Damage Information (the 37th Release) (As of 22:30 March 20th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 20.&nbsp;März 2011.</ref> und pendelte sich anschließend zwischen 20 und 40&nbsp;°C ein.<ref name="nisa_63">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110331-2-5.pdf | webciteID=5xtSDlRqL | text=''Seismic Damage Information (the 63rd Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 30.&nbsp;März 2011.</ref> Beide Blöcke erreichten am 20. März erstmals seit Beginn der Störfälle wieder den stabilen, abgeschalteten Betriebszustand „kalt, unterkritisch“ ''(cold shutdown),''<ref name="jaif-2011-03-20-10-00">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300780501P.pdf | webciteID=5xtSHlad1 | text=''Status of nuclear power plants in Fukushima as of 16:00 March 22''}} (englisch, pdf). JAIF, 22.&nbsp;März 2011 (PDF; 131&nbsp;kB).</ref> nachdem auch in den Reaktoren die Wassertemperaturen wieder in den Normalbereich gefallen waren.<ref name="20110322010_1700">{{Webarchiv | url=http://www.meti.go.jp/press/20110322010/20110322010-3.pdf | webciteID=5xzILP6UW | text=''プラント関連パラメータ (2011-03-22:17:00)''}} (japanisch, pdf). Ministry of Economy, Trade and Industry, 22.&nbsp;März 2011, abgerufen am 16.&nbsp;April 2011.</ref>

Am 21. März wurde die Stromversorgung von Block 5 von Not- auf Netzstrom umgestellt, am 22. März folgte Block&nbsp;6.<ref name="nisa_63" />

Ab dem 4. April pumpte Tepco radioaktiv kontaminiertes [[Sickerwasser]] ins Meer, das sich in [[Drainage (Bau)|Drainageschächten]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110404e3.pdf | webciteID=5xhFwlnMo | text=''Plan der von Block&nbsp;5 und 6''}} (englisch, pdf). Tepco (PDF; 33&nbsp;kB).</ref> von Block&nbsp;5 und 6 angesammelt hatte. Durch die überfüllte Drainage war bereits Wasser in die Gebäude gelaufen.<ref name="tepco-11040404" /> Nach Protesten von Nachbarstaaten wurde das Ableiten von kontaminierten Wasser ins Meer am 10.&nbsp;April eingestellt, ab Mai wurde stattdessen regelmäßig Wasser aus dem Untergeschoss des Turbinenhauses von Block&nbsp;6 in provisorische Tanks abgepumpt.<ref name="nisa-en20110508-11">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110508-1-1.pdf | webciteID=5ybtf7xam | text=''Seismic Damage Information (the 128th Release), Extract''}} (englisch). NISA, 7.&nbsp;Mai 2011.</ref> Von dort bewegte man das Wasser im Juli weiter [[Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima#30. Juni 2011|in einen schwimmenden 10.000-Kubikmeter-Tank]] auf dem Meer. Später wurden Teile davon dekontaminiert, entsalzt und ab Oktober 2011 auf dem Kraftwerksgelände versprüht.<ref name="jaif_228">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1318046579P.pdf | webciteID=63vJmGpmR | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;228''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8.&nbsp;Oktober 2011 (PDF; 165&nbsp;kB).</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11100703-e.html | webciteID=63vPp80AF | text=''Usage of the accumulated water in Unit 5 and 6 after the treatment''}} (englisch). Tepco, 7.&nbsp;Oktober 2011.</ref>

=== Zentrales Abklingbecken ===
Das zentrale Abklingbecken befindet sich in einem separaten Gebäude neben dem Reaktorgebäude 4 und benötigt ebenfalls eine Stromversorgung zur Kühlung. Auch hier gab es Probleme nach dem völligen Stromausfall: Trotz zeitweisen Versuchen durch Tepco, das Becken mit Wasserwerfern zu kühlen<ref name="nisa_41">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110322-2-1.pdf | webciteID=5xtSZkwkP | text=''Seismic Damage Information (the 41th Release(corrected))''}}<!-- sic! --> (englisch, pdf). NISA, 22.&nbsp;März 2011.</ref>, stieg die Temperatur von ungefähr 30&nbsp;°C am 11.&nbsp;März<ref name="nisa-untersuchung" /> über 55&nbsp;°C am 18.&nbsp;März 2011<ref name="nisa_34">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110320-1.pdf | webciteID=5xtSVVbEz | text=''Seismic Damage Information (the 34th Release) (As of 20:30 March 19th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 19.&nbsp;März 2011.</ref> bis auf 73&nbsp;°C am 24.&nbsp;März.<ref name="nisa_53">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110326-1-1.pdf | webciteID=5xtSXImZ3 | text=''Seismic Damage Information (the 53rd Release) (As of 08:00 March 26th, 2011)''}} (englisch, pdf). NISA, 26.&nbsp;März 2011.</ref> Nachdem am 24. März die Stromversorgung wiederhergestellt werden konnte,<ref name="nisa_49">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110325-1-1.pdf | webciteID=5xtSckcUd | text=''Seismic Damage Information (the 49th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 24.&nbsp;März 2011.</ref> sank die Temperatur bis zum 27. März unter 40&nbsp;°C,<ref name="nisa_57">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110327-2-1.pdf | webciteID=5xtSeeHEq | text=''Seismic Damage Information (the 57th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 27.&nbsp;März 2011.</ref> fiel in den nachfolgenden Tagen weiter und pendelte sich wieder um 30&nbsp;°C ein.<ref name="nisa_76">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110409-2-1.pdf | webciteID=5xzV0WEf3 | text=''Seismic Damage Information (the 76th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 6.&nbsp;April 2011.</ref><ref name="nisa_84">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110414-2-1.pdf | webciteID=5xzV5BN55 | text=''Seismic Damage Information (the 84th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 10.&nbsp;April 2011.</ref>

Eine Analyse des Wassers im Becken ergab am 14. Mai 2011 [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Abklingbecken|erhöhte Caesium-Konzentrationen]].

{{Siehe auch|Systemzustand während der Nuklearkatastrophe von Fukushima#Zentrales Abklingbecken|titel1=Tabelle der Temperaturen im zentralen Abklingbecken}}

== Einschätzung der Gesundheitsrisiken ==
Eine 2015 veröffentlichte [[Übersichtsarbeit]] trug Schätzungen bezüglich der Morbidität und Mortalität aus sechs Publikationen zusammen. Die Schätzungen basieren alle auf dem [[LNT-Modell]].<!--ref name="Aliyu" /--> Forscher der [[Universität Stanford]] (Ten Hoeve & Jacobson, 2012) schätzten die weltweiten Gesundheitsfolgen auf 130 (15-1100 als unterer und oberer Unsicherheits-Wert) krebsbedingte Todesfälle und 180 (24-1800) krebsbedingte Erkrankungen, 90 % davon in Japan. Darüber hinaus seien bis zu 600 Todesfälle infolge der Evakuierung aufgetreten.<ref>{{Literatur |Autor=John E. Ten Hoeve, Mark Z. Jacobson |Titel=[http://web.stanford.edu/group/efmh/jacobson/TenHoeveEES12.pdf Worldwide health effects of the Fukushima Daiichi nuclear accident] |Sammelwerk=Energy & Environmental Science |Band=5 |Nummer= |Datum=2012 |Seiten=8743–8757 |DOI=10.1039/C2EE22019A}}</ref> Evangeliou et al. (2014) schätzten die Zahl der Krebserkrankungen auf 230-850 und die Zahl der krebsbedingten Todesfälle auf 120-650. Zusammen mit 610 durch Belastungen von Arbeitern und Zwangsevakuierungen verursachten Fällen ergäben sich so insgesamt 730-1260 Tote.<ref>{{Literatur |Autor=Nikolaos Evangeliou, Yves Balkanski, Anne Cozic, Anders Pape Møller |Titel=[http://zardoz.nilu.no/~nikolaos/3.List.of.pubs/Evangeliou_STOTEN_2014.pdf How “lucky” we are that the Fukushima disaster occurred in early spring: Predictions on the contamination levels from various fission products released from the accident and updates on the risk assessment for solid and thyroid cancers] |Sammelwerk=Science of The Total Environment |Band=500-501 |Nummer= |Datum=2014 |Seiten=155–172 |DOI=10.1016/j.scitotenv.2014.08.102}}</ref> Aliyu et al. (2015) fassen vorliegenden Studien zusammen, ohne auf ein definiertes Ergebnis zu kommen.<!--ref name="Aliyu" /-->

Laut dem UNSCEAR-Bericht von 2013 wurden bis zu diesem Zeitpunkt keine strahlungsbedingten Todesfälle oder akuten Erkrankungen beobachtet. Die von der Bevölkerung erhaltenen Strahlendosen waren generell gering bis sehr gering, und ein Anstieg von strahlenbedingten Erkrankungen sei nicht erwartbar. Für zwölf Arbeiter, die sehr hoher Strahlung (Schilddrüsendosen von 2 bis 12 Gy) ausgesetzt waren, sei ein erhöhtes Risiko von Schilddrüsenkrebs und -störungen erwartbar. Für 160 weitere Arbeiter, die Dosen über 100 mSv erhielten, sei ein erhöhtes Krebsrisiko erwartbar, wenngleich eine Feststellung aufgrund statistischer Fluktuationen sehr schwierig sei. 2011 begann eine großangelegte Untersuchung der lokalen Bevölkerung (Fukushima Health Management Survey), die über 30 Jahre die über 2 Mio. Menschen, die zum Zeitpunkt des Unfalls in der Fukushima Präfektur lebten, abdeckt. Dazu zählen Schilddrüsenuntersuchungen von 360.000 Kindern (bis 18 Jahre). Die erste Runde der Untersuchungen fand eine erhöhte Rate von Knötchen, Zysten und Krebsfällen, was jedoch aufgrund der verwendeten Messmethode erwartet wurde. Die Anwendung der Messmethode in anderen Gebieten, die nicht von dem Unfall betroffen waren, resultierte ebenfalls einer größeren Zahl von Befunden, was darauf hinweist, dass ein möglicher Anstieg in der Fukushima Präfektur nicht mit radioaktiver Strahlung in Zusammenhang steht.<ref name="UNSCEAR13" /> UNSCEAR veröffentlichte 2015 ein White Paper, in dem sie die in der Zeit seit dem Bericht von 2013 erschienenen 80 Studien auswerteten. Demnach ändere keine dieser Studien die zentralen Schlussfolgerungen des Berichts von 2013.<ref name="UNSCEAR15">UNSCEAR: [http://www.unscear.org/unscear/en/publications/Fukushima_WP2015.html Developments since the 2013 UNSCEAR Report on the levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident following the great east-Japan earthquake and tsunami]. White Paper, 2015.</ref>

Die [[Weltgesundheitsorganisation]] (WHO) veröffentlichte 2013 eine Studie zur Einschätzung der Gesundheitsrisiken durch den Unfall. Der Studie zufolge seien außerhalb der am stärksten betroffenen Gebiete keine erhöhten Krebsraten zu erwarten. [[Deterministische Strahlenschäden]] seien nicht zu erwarten, da die Strahlendosen in der Präfektur Fukushima weit unterhalb kritischer Werte lagen. Auch seien die Strahlendosen zu gering, um Schwangerschaften negativ zu beeinflussen. In den zwei am stärksten betroffenen Orten in der Präfektur wurden Dosen von 12 bis 25 mSv geschätzt. In dem am stärksten betroffenen Ort ergeben pessimistische Schätzungen einen Anstieg des [[Relatives Risiko|relativen Risikos]], an Krebs zu erkranken, wie folgt:<ref name="WHO_2013">WHO: [http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/78218/1/9789241505130_eng.pdf Health Risk Assessment from the nuclear accident after the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami based on a preliminary dose estimation]</ref>
* +{{0}}7 % Leukämie: im ersten Lebensjahr belastete Männer
* +{{0}}6 % Brustkrebs: im ersten Lebensjahr belastete Frauen
* +{{0}}4 % Solide Tumore: im ersten Lebensjahr belastete Frauen
* +70 % Schilddrüsenkrebs: im ersten Lebensjahr belastete Frauen (da das Basisrisiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, bei 0,75 % liegt, ergibt sich für diese Population ein absoluter Risikoanstieg von einem halben Prozentpunkt)
In dem am zweitstärksten betroffenen Ort halbieren sich diese Risiken. Für im Kindes- oder Erwachsenenalter belastete Menschen ergeben sich außerdem niedrigere Risiken. In schwächer betroffenen Orten in der Präfektur sinken die Risiken auf ein Viertel oder ein Drittel der Risiken am stärksten betroffenen Ort. Abgesehen von Krebserkrankungen könnten sich auch andere Schilddrüsenstörungen für Rettungsarbeiter ergeben, die eine größere Menge radioaktiven Jods eingeatmet haben.<ref name="WHO_2013" />

Zudem erhöhte sich bei den Evakuierten die Zahl der [[Psychische Störung|psychischen Störungen]] erheblich. Untersuchungen ergaben, dass unter Evakuierten die Zahl der psychischen Erkrankungen auf 15 % anstieg, zudem berichteten 70 % der Evakuierten über Schlafstörungen. Diese Werte waren damit gegenüber dem japanischen Durchschnitt (3 % psychische Erkrankungen, 15 % Schlafstörungen) um ca. Faktor 5 erhöht. Zudem nahmen unter den Evakuierten auch [[Übergewicht]] und [[Diabetes mellitus|Diabetes]]-Raten deutlich zu. Unter evakuierten Senioren stiegen die Todesraten in den ersten drei Monaten nach der Evakuierung auf das Dreifache gegenüber dem Wert vor der Katastrophe an; später fielen sie auf das 1,5-fache.<ref name="Hasegawa" />

=== Mitarbeiter im Kraftwerk ===
Insgesamt wurden zur Bewältigung der Katastrophe bis zum Oktober 2013 rund 25.000 Arbeiter eingesetzt. Die Strahlenbelastung dieser Arbeiter wurde im Oktober 2013 in einem UN-Bericht um etwa 20 % nach oben korrigiert. Ursächlich hierfür war, dass viele der rund 25.000 Arbeiter erst mit einer Zeitverzögerung untersucht worden seien, sodass insbesondere die Strahlenbelastung der nur kurzlebigen [[Jod#Isotope|Jod-Isotope]] nicht mehr erfasst werden konnten. Dies hatten die von Tepco und japanischen Behörden herausgegebenen Berichte nicht berücksichtigt.<ref>[http://www.focus.de/panorama/welt/nachwirkungen-von-atomkatastrophe-fukushima-arbeiter-deutlich-schlimmer-verstrahlt_aid_1127611.html ''Nachwirkungen von Atomkatastrophe – Fukushima-Arbeiter deutlich schlimmer verstrahlt.''] In: ''[[Focus]],'' 12. Oktober 2013. Abgerufen am 13. Oktober 2013.</ref>

==== {{Anker|Strahlungsbelastung Mitarbeiter}} Strahlungsbelastungen ====
Nach Informationen der [[Tagesschau (ARD)|Tagesschau]] wurden bis zum 16. März mindestens 20 Arbeiter „verstrahlt“.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de/ausland/fukushimaverletzte100.html | webciteID=5xdEDCSgi | text=''Mindestens 20 Tepco-Mitarbeiter verstrahlt; Verletzte im AKW Fukushima I''.}} In: ''tagesschau.de''. ARD, 16.&nbsp;März 2011, abgerufen am 2.&nbsp;April 2011.</ref> Wie später bekannt wurde, erhielt außerdem eine Frau eine [[Strahlendosis]] von rund 18 Millisievert (mSv), bei einem Grenzwert für Frauen von 5 mSv pro Dreimonatszeitraum.<ref name="jaif_65" /> Der Grenzwert für männliche Kraftwerksarbeiter in Notfallsituationen war am 15. März von 100 auf 250 mSv pro Jahr heraufgesetzt worden.<ref name="mdn-20110501p2g00m0dm011000c" />

{{Anker|Anker verstrahlte Füße}}
Am 24. März ignorierten drei Arbeiter, die Stromleitungen im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktorblock&nbsp;3 verlegten, den Alarm ihrer [[Dosimeter]], und erhielten Strahlenbelastungen von 170 bis 180 Millisievert. Obwohl Tepco bekannt war, dass es an ähnlicher Stelle in Block&nbsp;1 hoch radioaktives Wasser gab, waren die Arbeiter nicht gewarnt worden.<ref name="yomiuri-T110326003217">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110326003217.htm | webciteID=5ygO55rDp | text=''TEPCO workers not warned of radiation risk''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 27.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="jaif_27">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1300968438P.pdf | webciteID=5xryS01pv | text=''Earthquake Report No.&nbsp;27 (JAIF)''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 24.&nbsp;März 2011 (PDF; 31&nbsp;kB).</ref> Zwei von ihnen trugen keine Schutzstiefel – die Arbeitsvorschriften des zuständigen Fremdunternehmens sahen dies nicht vor<ref name="kyodo-81122">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81122.html | webciteID=5ykpp0m9m | text=''2 of 3 radiation-exposed workers suffer internal exposure''}} (englisch). Kyodo News, 25.&nbsp;März 2011, abgerufen am 15.&nbsp;Mai 2011.</ref> – und erhielten lokale Strahlendosen an ihren Füßen von 2 bis 3 Sievert.<ref name="nisa_127" /> Eine Untersuchung ergab, dass keine medizinische Behandlung notwendig war; eine Nachuntersuchung am 11.&nbsp;April durch das japanische [[National Institute of Radiological Sciences|Nationale Institut für Radiologische Wissenschaften]] war ohne Befund.<ref name="nisa_127" />

Vom 11. bis zum 31. März waren nach Tepco-Angaben 80 eigene und 19 Mitarbeiter von Fremdfirmen Strahlungen und Kontaminationen mit einer Entsprechung von über 100 mSv ausgesetzt, davon 14 zwischen 150 und 200 mSv, 4 zwischen 200 und 250 mSv und 6 über 250 mSv.<ref name="tepco-110930e9">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110930e9.pdf | webciteID=63rEXipt9 | text=''Enhancing controls of internal exposures at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 30.&nbsp;September 2011, abgerufen am 11.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Diese Zahlen sind unvollständig, weil in den ersten drei Tagen nach dem Stromausfall die Dosimeterablesung nicht funktionierte<ref name="iaeo-untersuchung" /> und weil es zeitweise an Dosimetern mangelte.<ref name="nhk-31-31" /> Die durchschnittliche äußere Belastung von mehreren tausend getesteten Arbeitern gab Tepco mit 13,7 mSv an; für die innere Belastung errechnet sich ein Durchschnitt von 8,9 mSv. Diese innere Belastung versteht sich als langfristige Strahlendosis aus den vom Körper aufgenommen Radionukliden.<ref name="tepco-110930e9" /> Ein erheblicher Teil davon fiel wegen der [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Luftkontamination Kraftwerk|hohen <sup>131</sup>I-Belastung im März]] kurzfristig an.

Bei zwei der hoch belasteten Arbeiter wurden <sup>131</sup>I-Aktivitäten in der [[Schilddrüse]] von 7690 beziehungsweise 9760 Becquerel festgestellt.<ref>{{Webarchiv | url=http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110530x1.html | webciteID=5z4I8ErEw | text=''Exposure of Tepco pair exceeds limit''}} (englisch). The Japan Times, 30.&nbsp;Mai 2011.</ref> Die daraus entstandenen internen Strahlungsbelastungen lagen bei 540 beziehungsweise 590 mSv, die Gesamtdosen bei 643 bzw. 678 mSv.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11061012-e.html | webciteID=5zLaE1mTM | text=''Status of Evaluation work of TEPCO employees’ Exposure Dose at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Continued Releases)''}} (englisch). Tepco, 10.&nbsp;Juni 2011.</ref> Beide waren während der ersten drei Unfalltage im gemeinsamen Leitstand von Block&nbsp;3 und 4 tätig gewesen und hatten keine [[Kaliumiodid|Jodtabletten]] genommen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110618002859.htm | webciteID=5zZeUQLXH | text=''N-worker’s mask left no room for glasses''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 19.&nbsp;Juni 2011.</ref>

Seit April traten laut Tepco keine Belastungen über 100 mSv mehr auf und seit August keine Belastungen über 50 mSv (Stand: Oktober 2011).<ref name="tepco-111130e20">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/111130e20.pdf | webciteID=63wmFw1De | text=''Enhancing controls of internal exposures at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 30.&nbsp;November 2011, abgerufen am 15.&nbsp;Dezember 2011.</ref>

==== Nicht-nukleare Unfälle ====
Durch das Erdbeben wurden laut NISA fünf Mitarbeiter leicht verletzt. Ein weiterer brach sich beide Beine und einer erlitt einen Herzinfarkt. Zwei Personen wurden nach dem Beben vermisst und drei Wochen später im Keller eines Turbinenhauses tot aufgefunden.<ref name="nisa_127">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110507-1-1.pdf | webciteID=5yfu564Ik | text=''Seismic Damage Information (the 127th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 6.&nbsp;Mai 2011. ''verletzte Mitarbeiter'' auf S.&nbsp;52–55</ref>

Die Explosion des Reaktorgebäudes 1 am 12. März und der dabei entstandene Rauch verletzten laut NISA vier Personen leicht. Ein weiterer Mitarbeiter erlitt an diesem Tag einen Schlaganfall.<ref name="nisa_127" />

Durch die Explosion in Reaktorblock&nbsp;3 am übernächsten Tag wurden nach NISA-Angaben elf Personen leicht verletzt, darunter vier Mitglieder der Streitkräfte.<ref name="nisa_127" /> Ein Bericht des [[The Daily Telegraph|Daily Telegraphs]], bei der Explosion seien sechs Mitarbeiter der ''Japanese Central Nuclear Biological Chemical Weapon Defence Unit'' unter den Trümmern begraben worden,<ref name="the_telegraph-2011-03-27-07-00" /> blieb unbestätigt.

In der nachfolgenden Zeit meldete die NISA verschiedene, überwiegend kleinere Verletzungen und Erkrankungen, die mit Arzt- oder Krankenhausbesuchen verbunden waren: Mehreren Arbeitern wurde unter den Atemschutzmasken unwohl, einer stolperte daher und verletzte sich am Knie, einer erlitt eine Augenverletzung durch austretendes Kühlwasser an einer Betonpumpe und ein anderer verletzte sich beim Fall von einer Leiter.<ref name="nisa_127" />

Am 14. Mai wurde ein 60-jähriger Arbeiter beim Tragen von Material im Abfallentsorgungsgebäude bewusstlos und verstarb. Eine radioaktive Kontamination lag nicht vor;<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11051504-e.html | webciteID=5ykpp0mCM | text=''Bad Health of a Worker of a Sub-Contractor in Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Continued report)''}} (englisch, pdf). Tepco, 15.&nbsp;Mai 2011.</ref> die Ärzte vermuteten einen Herzinfarkt.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110516-1-7.pdf | webciteID=5ykpp0mDl | text=''Heart attack likely killed N-worker''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 16.&nbsp;Mai 2011.</ref>

=== Personen außerhalb des Kraftwerks ===
Nach einem Bericht der [[Mainichi Daily News]] wurden während der Evakuierung am 12.&nbsp;März 90 bettlägerige, komatöse oder anderweitig unselbstständige Patienten im ''Futaba-Krankenhaus'' in [[Ōkuma (Fukushima)|Ōkuma]] zurückgelassen. Die Hälfte davon – überwiegend ältere Menschen – verstarb vor, während oder nach der verspäteten Evakuierung ab dem 15.&nbsp;März.<ref>{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/features/archive/news/2011/04/20110426p2a00m0na006000c.html | webciteID=643kCkbFc | text=''Families want answers after 45 people die following evacuation from Fukushima hospital''}} (englisch). The Mainichi Daily News, 26.&nbsp;April 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Laut einer Dokumentation der japanischen Rundfunkgesellschaft NHK starben insgesamt 50 bettlägerige Patienten des Krankenhauses.<ref>{{Webarchiv | url=https://www.youtube.com/watch?v=cfsevdMsfHg | wayback=20140410015624 | text=TV-Dokumentation „Lives Slipped Away“}}, NHK.</ref>

Die Medien berichteten über Suizide, die in Zusammenhang mit der Evakuierung oder den wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe stehen sollen.<ref>西堀岳路: {{Webarchiv | url=http://www.asahi.com/national/update/0328/TKY201103280468.html | webciteID=5y3kCarta | text=''福島の野菜農家が自殺 摂取制限指示に「もうだめだ」''}} (Japanisch). asahi.com, 29.&nbsp;März 2011, abgerufen am 19.&nbsp;April 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.straitstimes.com/BreakingNews/Asia/Story/STIStory_656714.html | webciteID=643lFY4Yn | text=''Man, 102, ‘kills self over nuclear evacuation plan’ ''}} (englisch). The Straits Times, 14.&nbsp;April 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Dezember 2011.</ref>

;Spätfolgen durch Strahlung
Bei Aufnahme zusätzlicher Strahlungsdosen erhöht sich das statistische Risiko einer [[Krebs (Medizin)|Krebserkrankung]]. Wissenschaftler gingen in ersten Schätzungen langfristig von ca. 100 bis 1000 zusätzlichen Krebsfällen infolge der Nuklearunfälle aus. Dies entspricht einem um 0,01 bis 0,1&nbsp;Prozent erhöhten Krebsrisiko in den kontaminierten Gebieten.<ref>Peter Caracappa: {{Webarchiv | url=http://www.ans.org/misc/FukushimaSpecialSession-Caracappa.pdf | webciteID=643mNer0I | text=''Fukushima Accident: Radioactive Releases and Potential Dose Consequences''}} (englisch, pdf). 28.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Dezember 2011.</ref><ref>Frank von Hippel: {{Webarchiv | url=http://bos.sagepub.com/content/67/5/27.full | webciteID=643mZ4JGx | text=''The radiological and psychological consequences of the Fukushima Daiichi accident''}} (englisch). In: ''Bulletin of the Atomic Scientists''. Oktober 2011, abgerufen am 20.&nbsp;Dezember 2011.</ref> Diese Zahlen könnten zu gering sein, um sie statistisch nachzuweisen.<ref>Dennis Normille: {{Webarchiv | url=http://www.sciencemag.org/content/332/6032/908.full | webciteID=643myVJuh | text=''Fukushima Revives The Low-Dose Debate''}} (englisch). In: ''Science''. 20.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Auf der ''[[USS Ronald Reagan]],'' die zu einem Hilfeeinsatz in der Region abkommandiert und infolge von Strahlenbelastung später auch dekontaminiert worden war, wurden bei Besatzungsmitgliedern bis Ende 2013 71 schwere Erkrankungen diagnostiziert, davon 51 Krebsfälle. Da die Nuklearkatastrophe von Fukushima als Ursache für die Erkrankungen gilt, wurde von den Besatzungsmitgliedern Klage gegen Tepco eingereicht.<ref>[http://www.focus.de/panorama/welt/tsunami-in-japan/sie-wollten-den-ueberlebenden-helfen-drei-jahre-nach-fukushima-erkranken-51-us-soldaten-an-krebs_id_3520465.html ''51 US-Soldaten erkranken nach Fukushima-Einsatz an Krebs.''] In: ''[[Focus]],'' 7. Januar 2014. Abgerufen am 7. Januar 2014.</ref><ref>[https://www.welt.de/vermischtes/article123641488/US-Soldaten-nach-Fukushima-Einsatz-schwer-erkrankt.html ''US-Soldaten nach Fukushima-Einsatz schwer erkrankt.''] In: ''[[Die Welt]],'' 7. Januar 2014. Abgerufen am 7. Januar 2014.</ref><ref>[http://nypost.com/2013/12/22/70-navy-sailors-left-sickened-by-radiation-after-japan-rescue/ ''Navy sailors have radiation sickness after Japan rescue.''] In: ''[[New York Post]],'' 22. Dezember 2013. Abgerufen am 7. Januar 2014.</ref>

In der [[Präfektur Fukushima]] wurden seit dem Unfall bis März 2015 total 103 Fälle von [[Schilddrüsenkrebs]]en bei Kindern registriert.<ref>{{Webarchiv|url=http://ajw.asahi.com/article/0311disaster/fukushima/AJ201505190041 |wayback=20160227182915 |text=Asahi Shimbun: Fukushima finds new thyroid cancers |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }}</ref> Diese Krebsart gilt als spezifisch für Kernkraft-Unfälle, weil das in der Akutphase freigesetzte radioaktive Iod-131 sich vor allem in der bei Kindern noch kleinen Schilddrüse akkumuliert und sie so schädigt.<ref>Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): ''Radioaktivität und Strahlenschutz'', 1999</ref> Jedoch konnte ein Zusammenhang zwischen individueller Strahlenbelastung und einem erhöhten Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, nicht festgestellt werden. Der Anstieg der festgestellten Fälle wird daher auf verbesserte Untersuchungsmethoden (Screening-Effekt) zurückgeführt.<ref>S. Yamashita, S. Suzuki, S. Suzuki, H. Shimura, V. Saenko: ''Lessons from Fukushima: Latest Findings of Thyroid Cancer After the Fukushima Nuclear Power Plant Accident.'' In: ''Thyroid : official journal of the American Thyroid Association.'' Band 28, Nummer 1, 01 2018, S.&nbsp;11–22, {{DOI|10.1089/thy.2017.0283}}, PMID 28954584, {{PMC|5770131}}.</ref>

== Kontaminationen ==
{{Hauptartikel|Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima}}

[[Datei:Fukushima I radiation, Fukushima Prefecture 2, March 2011.png|mini|Strahlungsmesswerte aus der Präfektur Fukushima, März 2011]]

Durch die Druckentlastungen und Behelfskühlung der Reaktoren und die Überhitzung der Abklingbecken kam es in den ersten Tagen der Unfallserie zu einem massiven Austritt von radioaktivem Material in die Atmosphäre (→ siehe auch: [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Freisetzung in die Atmosphäre|Gesamtabschätzungen der Freisetzung in die Atmosphäre]]). Die Belastung durch radioaktive Partikel und Gase hatte Auswirkungen auf die weitere Umgebung und auf die Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben. Gebiete mit besonders hoher radioaktiver Belastung [[#Einheimische Bevölkerung|wurden evakuiert]].

Der [[Radioaktiver Niederschlag|radioaktive Niederschlag]] kontaminierte landwirtschaftliche Erzeugnisse in den Präfekturen [[Präfektur Fukushima|Fukushima]] und [[Präfektur Ibaraki|Ibaraki]] bis zu einem Vielfachen der gesetzlichen Grenzwerte, weshalb das japanische Gesundheitsministerium Verkaufs- und Verzehrverbote für eine Reihe von Nahrungsmitteln erließ.<ref name="IAEA_2011-03-19T12:00">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima190311.html | webciteID=5xtTcQjDt | text=''Fukushima Nuclear Accident Update (19 March 2011 12:00 UTC) – Corrected''}} (englisch). IAEO, 19.&nbsp;März 2011.</ref>

Auch vor dem Trinken von hoch kontaminiertem Leitungswasser wurde gewarnt.<ref name="Spiegel Trinkwasser">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,752096,00.html | webciteID=5xtTepuIl | text=''Japans Regierung warnt vor verstrahltem Trinkwasser''.}} Spiegel Online, 20.&nbsp;März 2011.</ref> Im 250&nbsp;Kilometer entfernten Tokyo überschritt die Belastung des Leitungswassers vorübergehend die <sup>131</sup>I-Grenzwerte für Kleinkinder.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima250311.html | webciteID=5xtTqB9Jp | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log; Updates of 25 March 2011''}} (englisch). IAEO, 25.&nbsp;März 2011.</ref>

Während die Strahlungsbelastung in der japanischen Präfektur Fukushima in der zweiten Märzhälfte wieder nachließ, rief die [[Europäische Union]] einen „radiologischen Notstand“ aus.<ref>{{Webarchiv | url=http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:080:0005:0008:DE:PDF | webciteID=5xtTt49Q6 | text=''Durchführungsverordnung (EU) Nr.&nbsp;297/2011 der Kommission''}} (pdf). 25.&nbsp;März 2011, abgerufen am 5.&nbsp;April 2011.</ref> Dadurch wurden die normalen Grenzwerte für radioaktiv kontaminierte Lebensmittel durch höhere Werte ersetzt, die nach der [[Tschernobyl-Katastrophe]] für solche Situationen festgelegt worden waren.<ref>{{EU-Verordnung|1989|944|format=PDF}} der Kommission vom 12. April 1989 zur Festlegung von Höchstwerten an Radioaktivität in Nahrungsmitteln von geringerer Bedeutung im Falle eines nuklearen Unfalls oder einer anderen radiologischen Notstandssituation.</ref><ref>{{EU-Verordnung|1989|2218|format=PDF}} des Rates vom 18. Juli 1989 zur Änderung der Verordnung (Euratom) Nr.&nbsp;3954/87 zur Festlegung von Höchstwerten an Radioaktivität in Nahrungsmitteln und Futtermitteln im Falle eines nuklearen Unfalls oder einer anderen radiologischen Notstandssituation.</ref> Zwei Wochen später setzt die EU die Grenzwerte für Japan-Importe wieder herunter.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:live-ticker-zur-katastrophe-in-japan-eu-beschliesst-strengere-grenzwerte-fuer-japanisches-essen/60036459.html | webciteID=5xnKSY9nT | text=''EU beschließt strengere Grenzwerte für japanisches Essen''.}} Financial Times Deutschland, 8.&nbsp;April 2011, abgerufen am 7.&nbsp;Mai 2011.</ref>

[[Datei:Fukushima I Seawater Contamination Caesium-137.svg|mini|Meerwasser-Kontamination entlang der Küste mit <sup>137</sup>Cs, vom 21.&nbsp;März bis zum 5.&nbsp;Mai (Quelle: [[Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit|GRS]])]]

Im April wurde das Meer in erheblichem Maße durch radioaktive Stoffe belastet, teils durch Partikel aus der Luft, vor allem aber durch radioaktive Abwässer, die durch die laufende Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken entstanden und durch [[Drainage (Bau)|Drainagen]]<ref name="tepco-11040404" /> und Schächte<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11033110-e.html | webciteID=5xtUTtPoy | text=''A correction of „The status of water analysis in the trench of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station“''}} (englisch). Tepco, 31.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="tepco-2011-04-02-03-e" /> ins Meer abflossen (→ siehe auch: [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Freisetzung ins Meer|Gesamtabschätzungen der Schadstofffreisetzung ins Meer]]).

Nahe dem Kraftwerk wurden die gesetzlichen Grenzwerte für radioaktives Iod und Caesium im Meerwasser vorübergehend [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Meerwasser|um das 50.000- bis 200.000-fache überschritten]]. Leichte Grenzwertüberschreitungen für <sup>131</sup>I wurden in Entfernungen bis zu 30 Kilometer vom Kraftwerk nachgewiesen,<ref name="jaif_51" /> bei radioaktivem Caesium in bis zu 15 Kilometern.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110407e14.pdf | webciteID=5xtUaeRdC | text=''The resulte of the nuclide analysis of seawater around 15&nbsp;km off shore of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch, pdf). Tepco, 7.&nbsp;April 2011 (PDF; 12&nbsp;kB).</ref> Der Fischfang musste teilweise eingestellt werden.<ref name="jaif_44">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1302087780P.pdf | webciteID=5xp0VmJFg | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;44: 20:00, April 6''.}} JAIF / NHK, 6.&nbsp;April 2011 (PDF; 140&nbsp;kB): „Ibaraki fishermen suspend fishing activities“.</ref> Mit [[#Erste Sicherungsmaßnahmen|verschiedenen Maßnahmen]] konnte der Schadstoffaustritt dann in der zweiten Aprilhälfte auf einen Bruchteil eingedämmt werden. Die <sup>131</sup>I-Konzentration des Wassers in Kraftwerksnähe lag ab Ende April unter dem gesetzlichen Grenzwert, die <sup>134</sup>Cs- und <sup>137</sup>Cs-Konzentration ab Anfang Juni. Die bereits ausgetretenen Schadstoffe sammelten sich jedoch in bedenklichem Ausmaß in [[Meeresalgen|Algen]] und am [[Ozeanboden|Meeresboden]] an.

Die hauptsächlich während der ersten Unfallwochen freigesetzten radioaktiven Stoffe verursachten weitere Kontaminationen in der Präfektur Fukushima und im Umland. In der Zeit von Mai bis Juli 2011 wurden Grenzwertüberschreitungen bei [[Tee (Pflanze)|Teeblättern]]<ref name="jaif_80" /> und [[Bambussprosse]]n festgestellt,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110509-2-1.pdf | webciteID=5z2v0Xqqc | text=''Seismic Damage Information (the 131st Release)''}} (englisch). NISA, 9.&nbsp;Mai 2011.</ref> bei Viehfutter und bei Rindfleisch.<ref name="jaif_148">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1311134388P.pdf | webciteID=60xqzs6Io | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;148: 20:00, July 20''.}} JAIF / NHK, 20.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 88&nbsp;kB).</ref> Teile davon waren bereits in den Handel gelangt und verkauft worden.<ref name="jaif_93" /><ref name="jaif_150">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1311309389P.pdf | webciteID=60ZCBKixZ | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;150''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 22.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 90&nbsp;kB).</ref> Experten gehen davon aus, dass in den besonders stark betroffenen Gebieten im Osten und Nordosten Landwirtschaft auf Jahrzehnte unmöglich sein wird.<ref name="arte" /> Erhöhte Radioaktivität wurde auch bei mehreren zehntausend Tonnen [[Klärschlamm]] und mehreren hundert Tonnen Asche aus [[Müllverbrennungsanlage]]n gemessen; die Entsorgung stellte Japan vor logistische Probleme.<ref name="jaif_157">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1311913644P.pdf | webciteID=60YwBEpb3 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;157''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 141&nbsp;kB).</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110811006513.htm | webciteID=60vrlqkbR | text=''Local gov’ts worried by N-ash''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 12.&nbsp;August 2011.</ref>

Die Emissionen insbesondere von <sup>134</sup>Cs und <sup>137</sup>Cs dauern an, in mehrmillionenfach geringerem Ausmaß als während der ersten Unfallwoche (Stand: August 2011; siehe [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Gesamtfreisetzung|Gesamtfreisetzung durch die Nuklearunfälle von Fukushima]]). Im Umkreis von 45 Kilometer wurde auch Plutonium gefunden. Die Strahlenbelastung innerhalb der 100&nbsp;km Zone entspricht ungefähr der 1000-fachen Menge, wie sie bei den [[Atombombentest]]s 1963 gemessen wurden.<ref name="arte" /> Im Meer vor dem Kraftwerk kann Tepco seit August 2011 keine nennenswerte Radioaktivität mehr nachweisen.

Am 19. Juni 2013 räumte Tepco ein, dass das Grundwasser nahe dem Turbinengebäude von Reaktor 2 hohe Werte der radioaktiven Stoffe [[Strontium]] 90 und [[Tritium]] aufweise. Die Werte für Strontium 90 lägen bei mehr als dem Dreißigfachem des zulässigen Höchstwertes; Tritium sei in achtfach höherer Konzentration als zulässig gefunden worden.<ref>[http://www.faz.net/aktuell/politik/japan-grundwasser-in-fukushima-radioaktiv-verseucht-12236485.html Grundwasser in Fukushima radioaktiv verseucht] faz.net, 19. Juni 2013</ref>

Laut Tepco-Mitteilung vom 9. Juli 2013 stieg die Cäsium-134-Belastung auf 9000 Becquerel pro Liter. Der zulässige Grenzwert liegt bei 60 Becquerel.<ref>spiegel.de 9. Juli 2013: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/atomkraftwerk-fukushima-neues-leck-verseucht-grundwasser-a-910153.html Radioaktive Belastung des Grundwassers steigt dramatisch]</ref>

Im August 2013 wurde bekannt, dass bereits seit zwei Jahren radioaktiv verseuchtes Wasser in das Meer fließt, zum genannten Zeitpunkt etwa 300 Tonnen täglich. Tepco hatte dies erstmals im Juli 2013 eingeräumt, nachdem zuvor die Nuklearaufsicht die Vermutung geäußert hatte, dass stark radioaktiv kontaminiertes Wasser in Boden und Meer fließe. Ursache hierfür sind Lecks in der Anlage, durch die täglich ca. 400 Tonnen Grundwasser in die Anlage einsickern, dazu kommt bewusst eingeleitetes Kühlwasser. Um das Ausfließen des verseuchten Wassers zukünftig zu verhindern, soll eine Sperre errichtet werden, die im Oktober 2015{{Zukunft|2015|10}} fertig gestellt sein soll. Die Kosten hierfür werden vom japanischen Staat getragen.<ref>[http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fukushima-tepcos-luegen-bringen-abe-in-bedraengnis-12426706.html ''Fukushima. Tepcos Lügen bringen Abe in Bedrängnis.''] In: ''[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]],'' 7. August 2013. Abgerufen am 7. August 2013.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima836.html | wayback=20130809100328 | text=''Sorge um verstrahltes Wasser.''}} In: ''[[Tagesschau.de]],'' 7. August 2013. Abgerufen am 7. August 2013.</ref>

Ebenfalls im August 2013 wurde das Austreten von mindestens 300 Tonnen hochbelastetem Reaktorkühlwasser aus einem undichten Auffangbehälter gemeldet.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/panorama/akw-ruine-fukushima-tonnen-radioaktiv-verseuchtes-wasser-ausgetreten-1.1750113 ''300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten.''] In: ''[[Süddeutsche Zeitung]],'' 20. August 2013. Abgerufen am 20. August 2013.</ref> Dabei sei es zum „Austritt einer großen Menge radioaktiver Materie innerhalb der Anlage“ gekommen. Dieses Leck wurde unabhängig von der Bewertung der Zerstörung der Anlage („katastrophaler Unfall“ (Stufe 7)) als Stufe 3 („ernsthafter Zwischenfall“) auf der siebenstufigen [[Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse|INES-Skala]] bewertet.<ref>[http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fukushima-japan-erklaert-radioaktives-leck-zu-ernstem-stoerfall-12540667.html ''Japan erklärt radioaktives Leck zu „ernstem Störfall“.''] In: ''[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]],'' 21. August 2013. Abgerufen am 21. August 2013.</ref><ref>[http://www.sueddeutsche.de/panorama/akw-ruine-japan-erhoeht-warnstufe-in-fukushima-1.1750984 ''Japan erhöht Warnstufe in Fukushima.''] In: ''[[Süddeutsche Zeitung]],'' 21. August 2013. Abgerufen am 21. August 2013.</ref> Während die [[Strahlenbelastung]] ursprünglich mit 100 Millisievert pro Stunde angegeben wurde, teilte Tepco am 31. August 2013 mit, dass die Werte am Tank etwa 1,8 [[Sievert (Einheit)|Sievert]] pro Stunde erreichen, eine Dosis, die nach 4 Stunden tödlich wirkt. Grund für die späte Entdeckung der hohen Belastung war, dass zuvor Strahlenmessgeräte verwendet wurden, deren Skala nur bis 100 Millisievert reichte. Daher sei die hohe Strahlung erst aufgefallen, als neue Messgeräte verwendet wurden, die Werte bis 10.000 Millisievert erfassen können. Zudem wurde auch an weiteren Tanks deutlich erhöhte Strahlenwerte sowie ein weiteres Leck festgestellt, aus dem belastetes Wasser tropft.<ref>[http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/radioaktivitaet-massiver-strahlungsanstieg-an-fukushima-wassertanks-a-919722.html ''Radioaktivität: Extreme Strahlung an Fukushima-Wassertank gemessen.''] In: ''[[Spiegel Online]],'' 1. September 2013. Abgerufen am 1. September 2013.</ref>

Im Mai 2017 wurde bekannt, dass die Strahlenbelastung innerhalb der zerstörten Kraftwerksblöcke teilweise so hoch ist, dass es auch Probleme mit strahlungsgehärteten Robotern gibt. Diese fallen sehr schnell aus, da sie für eine Strahlenbelastung von ca. 70 Sievert gebaut sind, aber im Reaktorgebäude 530 Sievert pro Stunde gemessen wurden.<ref>[http://www.independent.co.uk/news/world/robots-fukushima-nuclear-disaster-dying-probe-clean-up-tepco-toshiba-reactor-nuclear-radiation-a7612396.html ''Experts baffled as robots sent to clean up Fukushima nuclear site keep dying'']</ref>

== Einstufungen auf der INES-Skala ==
Die siebenstufige [[Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse]] (INES) dient dazu, die Öffentlichkeit über die sicherheitstechnische Bedeutung kerntechnischer Ereignisse zu informieren.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/Publications/Factsheets/English/ines.pdf | webciteID=5xtV8g27S | text=''INES: The international nuclear and radiological event scale''}} (englisch, pdf). Internationale Atomenergie-Organisation, 23.&nbsp;März 2011 (PDF; 193&nbsp;kB).</ref>

Die [[japanische Atomaufsichtsbehörde]] (NISA) ordnete die Vorfälle in Reaktorblock&nbsp;1 am 12.&nbsp;März zunächst auf Stufe&nbsp;4 („Unfall“) ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/japan_erdbeben_unfall_fukushima_explosion_unfall_eingestuft_1.9868304.html | webciteID=5xtVDOARU | text=''Explosion in Fukushima 1 als „Unfall“ eingestuft''.}} NZZ Online, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Am 18.&nbsp;März erhöhte sie die Einstufung für Block&nbsp;1 auf Stufe&nbsp;5 („ernster Unfall“), wählte für Block&nbsp;2 und 3 ebenfalls Stufe&nbsp;5 und ordnete die Vorfälle in Block&nbsp;4 vorläufig als Stufe&nbsp;3 („ernster Störfall“) ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://fukushima.grs.de/kommunikation-medien/japan-statusmeldungen-19-03-1100 | webciteID=5xtVUWP2I | text=''Japan: Statusmeldung vom 19. März 2011, 11:00 Uhr (MEZ)''.}} [[Gesellschaft für Reaktorsicherheit]], 19.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110319-6.pdf | webciteID=5xtVYqBru | text=''INES Ratings on the Events in Fukushima Dai-ichi NPS and Fukushima Dai-ni NPS by the Tohoku Regional Pacific Ocean Offshore Earthquake''}} (englisch, pdf). NISA, 19.&nbsp;März 2011.</ref>

Das US-amerikanische [[Institute for Science and International Security]] (ISIS) ordnete die Unfallabläufe bereits am 15.&nbsp;März auf Stufe&nbsp;6 („schwerer Unfall“) ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://isis-online.org/isis-reports/detail/isis-statement-on-events-at-fukushima-daiichi-nuclear-site-in-japan/ | webciteID=5xtVjAGx4 | text=''ISIS Statement on Events at Fukushima Daiichi Nuclear Site in Japan''}} (englisch). Institute for Science and International Security, 15.&nbsp;März 2011, abgerufen am 15.&nbsp;März 2011.</ref> Der von der Umweltschutzorganisation [[Greenpeace]] beauftragte Physiker [[Helmut Hirsch (Physiker)|Helmut Hirsch]] kam eine Woche später aufgrund erster, grober Abschätzungen der radioaktiven Emissionen durch das [[Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire]] (IRSN)<ref>{{Webarchiv | url=http://www.irsn.fr/EN/news/Documents/IRSN_fukushima-radioactivity-released-assessment-EN.pdf | webciteID=5xdFLbV2B | text=''IRSN publishes assessment of radioactivity released by the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant (Fukushima I) through 22 March 2011''}} (englisch, pdf). Institut de Radioprotection et de sûreté nucléaire, 22.&nbsp;März 2011 (PDF; 33&nbsp;kB).</ref> und die [[Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik]] (ZAMG)<ref>{{Webarchiv | url=http://www.zamg.ac.at/aktuell/index.php?seite=4&artikel=ZAMG_2011-03-23GMT10:57 | webciteID=5xtX4ZtUG | text=''Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima (Update: 23. März 2011 11:00)''.}} Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), 23.&nbsp;März 2011.</ref> zu einer Einordnung in die Höchststufe&nbsp;7 („katastrophaler Unfall“),<ref name="hirsch">{{Webarchiv | url=https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/HH_INES_Rating_Fukushima_23_03_2011.pdf | webciteID=5xdFgQiFt | text=''Fukushima – Einstufung auf INES‐Skala''}} (pdf). Greenpeace, 23.&nbsp;März 2011 (PDF; 116&nbsp;kB).</ref> so hoch wie die [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl]].

Am 12. April 2011 veröffentlichte die NISA eine eigene Abschätzung der Gesamtmenge an freigesetztem radioaktivem Material, die ungefähr bei einem Zehntel der Freisetzung von Tschernobyl lag. Anhand dieser Schätzung stufte sie die Unfälle in den Reaktorblöcken 1 bis 3 nun vorläufig („temporarily“) als Stufe&nbsp;7 ein.<ref name="NISA-INES" /><ref name="iaea-2011-04-12" /> Später korrigierte sie ihre Schätzung der Emissionen mehrmals, ohne Auswirkungen auf die INES-Einstufung (→ [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Gesamtfreisetzung|Übersicht Emissionsschätzungen]]).

Die NISA bewertete die Vorgänge in den einzelnen Reaktorblöcken nach den Kriterien des INES-Benutzerhandbuchs von 2008<ref name="INES Users Manual">{{Webarchiv | url=http://www-pub.iaea.org/MTCD/publications/PDF/INES-2009_web.pdf | webciteID=5xtVytiJG | text=''INES – The International Nuclear and Radiological Event Scale: User’s Manual 2008 Edition''}} (englisch - PDF; 2,5&nbsp;MB). IAEO, Mai 2009, abgerufen am 23.&nbsp;März 2011.</ref> wie folgt:<ref name="NISA-INES">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110412-4.pdf | webciteID=5xsyUr2Wx | text=''INES (the International Nuclear and Radiological Event Scale) Rating on the Events in Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station by the Tohoku District – off the Pacific Ocean Earthquake''}} (englisch, pdf). NISA/METI, 12.&nbsp;April 2011.</ref>

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|-
! style="width:39%"| Kriterium
! style="width:10%"| Maximal<br />mögliche<br />Stufe
! style="width:17%"| Einstufung<br />Block&nbsp;1,&nbsp;2&nbsp;und&nbsp;3
! style="width:17%"| Einstufung<br />Block&nbsp;4
! style="width:17%"| Einstufung<br />Block&nbsp;5&nbsp;und&nbsp;6
|-
|1. Menschen und Umwelt
| style="text-align:center;"|7
| style="text-align:center;"|Stufe 7
| style="text-align:center;"|''noch nicht festgelegt''
| style="text-align:center;"|–
|-
|2. Strahlungsbarrieren und Anlagenkontrolle
| style="text-align:center;"|5
| style="text-align:center;"|Stufe 5
| style="text-align:center;"|''noch nicht festgelegt''
| style="text-align:center;"|–
|-
|3. Gestaffelte Sicherheitsebenen
| style="text-align:center;"|3
| style="text-align:center;"|Stufe 3
| style="text-align:center;"|Stufe 3
| style="text-align:center;"|–
|-
| colspan="5" |
|-
|'''Gesamtwertung (vorläufig)'''
| style="text-align:center;"|7
| style="text-align:center;"|'''Stufe 7'''
| style="text-align:center;"|'''Stufe 3'''
| style="text-align:center;"|–
|}

Für Block 4 legte sie das zweite Kriterium noch nicht fest (Stand: 12. April 2011), da der Vorfall noch nicht abgeschlossen sei.<ref name="iaea-2011-04-12">{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima120411.html | webciteID=5xxahjDaK | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log''}} (englisch). IAEO, 12.&nbsp;April 2011.</ref> Für die Blöcke&nbsp;5 und 6 vergab sie keine INES-Einstufung.<ref name="NISA-INES" /> Die Gesamtbewertung ergibt sich aus der jeweils höchsten Einzelbewertung.<ref name="INES Users Manual" />

Bei den Unfällen in Fukushima handelte es sich um [[Auslegungsstörfall#Auslegungsüberschreitende Störfälle|auslegungsüberschreitende Störfälle]], das heißt um „Super-GAUs“.

== Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung ==
=== Alarmierung ===
Die [[japanische Atomaufsichtsbehörde]] (''Nuclear and Industrial Safety Agency,'' NISA) wurde sofort nach Ausbruch des Erdbebens am 11.&nbsp;März 2011 um 14:46 Uhr (Ortszeit) vom Betreiber über die Lage informiert. Nach Eintreffen des Tsunami und Ausfall der Notstromaggregate meldete Tepco um 15:42 Uhr erstmals einen nuklearen Notfall ''(Nuclear Emergency)'' im Kernkraftwerk Fukushima&nbsp;I. Nachdem weitere Berichte über Notfallsituationen aus anderen Kernkraftwerken eintrafen, rief die japanische Regierung am 11. März um 19:03 Uhr den nuklearen Notfallzustand ''(State of Nuclear Emergency)'' aus.<ref name="nisa_24">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110316-2.pdf | webciteID=5xtGmQSyo | text=''Seismic Damage Information (24th Release) as of 11:00 March 15th, 2011''}} (englisch, pdf). NISA, 15.&nbsp;März 2011.</ref>

Am 12. März um 17:00 Uhr – eineinhalb Stunden nach der ersten Explosion – meldete Tepco eine ungewöhnliche Erhöhung der Strahlung an der Geländegrenze.<ref name="nisa_54" /> In den nächsten Tagen folgten zahlreiche weitere Meldungen zu meldepflichtigen Vorfällen.

=== Evakuierung ===
==== Einheimische Bevölkerung ====
[[Datei:Iitate vs Fukushima evacuation zones zoomed.png|mini|Die 20- und 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk; höchste Kontamination in Iitate]]

;März 2011
Am 11. März um 20:50 Uhr verfügte die Notfalleinsatzzentrale der Präfektur Fukushima die Evakuierung der Bevölkerung in einem Radius von zwei Kilometern um den Reaktorblock&nbsp;1, nachdem dort die Kühlung ausgefallen war. Später ließ der Premierminister diesen Radius schrittweise auf drei (11. März um 21:23), zehn (12. März um 5:44) und 20 (12. März um 18:25 Uhr) Kilometer erweitern.<ref name="nisa_26">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110317-1.pdf | webciteID=5xs2XnNkb | text=''Seismic Damage Information (the 26th Release)''}} (englisch, pdf). NISA, 16.&nbsp;März 2011.</ref> Bis zum 13. März wurden etwa 62.000 von 78.000 betroffenen Menschen evakuiert.<ref>{{Webarchiv | url=http://www3.nhk.or.jp/daily/english/13_25.html | webciteID=5xp97ri11 | text=''Evacuation advised for 80,000 near nuclear plants''}} (englisch). In: ''NHK World News''. NHK, 13.&nbsp;März 2011</ref><ref name="nyt-2011-05-01">{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/05/02/world/asia/02japan.html | webciteID=5yOGcDiqP | text=''Life in Limbo for Japanese Near Nuclear Plant''}} (englisch). New York Times, 1.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Weitere 62.000 Bewohner in 20 bis 30 Kilometer vom Kraftwerk entfernten Gebieten sollten nach Anweisung des Premierministers vom 15. März um 11:00 Uhr zunächst in ihren Häusern bleiben.<ref name="nisa_26" /><ref name="nyt-2011-05-01" /> Am 25. März riet die Regierung ihnen dazu, das Gebiet freiwillig zu verlassen; als Begründung gab sie Versorgungsengpässe an.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/80957.html | webciteID=5xs2byLpL | text=Original}} (englisch). Kyodo News, 25.&nbsp;März 2011 am 11.&nbsp;April 2011.</ref>

In den Notunterkünften, die auch zur Unterbringung von Tsunami-Betroffenen dienten, wurden die Menschen aus der Kontaminationszone teils aus Angst vor Strahlung abgewiesen. Ärzte mussten Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen.<ref name="standard-1297821530155" />

Ab dem 19. März wurde die Stadtverwaltung und gesamte Bevölkerung von [[Futaba (Fukushima)|Futaba]], auf dessen Stadtgebiet sich die Reaktorblöcke&nbsp;5 und 6 befinden, nach [[Saitama]] umgesiedelt,<ref>{{Webarchiv | url=http://www3.nhk.or.jp/daily/english/26_21.html | webciteID=5xs2gKPZl | text=Original}} (englisch). In: ''NHK World''. NHK, 26.&nbsp;März 2011 am 11.&nbsp;April 2011.</ref> wo sie in der [[Saitama Super Arena]] untergebracht wurden, und am 30./31. März schließlich etwa 1300 einschließlich der Stadtverwaltung nach [[Kazo]].<ref>{{Internetquelle |url=http://www.news24.jp/articles/2011/03/31/07179844.html |titel={{lang|ja|福島・双葉町、避難先を埼玉・加須市に移動}} |werk={{lang|ja|日テレ}}NEWS24 |hrsg=[[Nippon Terebi Hōsōmō]] |datum=2011-03-31 |sprache=ja |zugriff=2011-08-02 |archiv-url=http://www.webcitation.org/60doDStB5 |archiv-datum=2011-08-02}}</ref> [[Hirono (Fukushima)|Hirono]] zog bis Anfang April nach [[Ono (Fukushima)|Ono]] um. Die Umsiedlung weiterer Orte wurde angeordnet: [[Katsurao (Fukushima)|Katsurao]] nach [[Aizubange (Fukushima)|Aizubange]], [[Kawauchi (Fukushima)|Kawauchi]] und [[Tomioka (Fukushima)|Tomioka]] nach [[Kōriyama]] und [[Namie (Fukushima)|Namie]] nach [[Nihonmatsu]], [[Naraha (Fukushima)|Naraha]] nach [[Aizumisato (Fukushima)|Aizumisato]], sowie [[Ōkuma (Fukushima)|Ōkuma]], zu dem die Kraftwerksblöcke&nbsp;1 bis 4 gehören, nach [[Aizu-Wakamatsu]].<ref name="sinsai_zusetsu">{{Webarchiv | url=http://mainichi.jp/select/jiken/graph/sinsai_zusetsu/ | webciteID=5yMhQc3Fv | text=Original}} (japanisch). In: ''mainichi.jp''. [[Mainichi Shimbun]]-sha, 10.&nbsp;April 2011 am 1.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 2.&nbsp;Mai 2011. Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte.</ref> Mit Ausnahme von Saitama liegen alle Zielorte im Westen oder Norden der Präfektur Fukushima.

Am 28. März bestätigte Regierungssprecher Edano, dass die 20-Kilometer-Evakuierungszone aufrechterhalten werden solle. Lokale Behörden wurden angewiesen, den Zutritt zu diesem Gebiet zu untersagen.<ref name="nisa_61">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110330-1-1.pdf | webciteID=5xs2iKmoX | text=''Seismic Damage Information (the 61st Release)''}} (englisch, pdf). In: ''nisa.meti.go.jp''. NISA, 29.&nbsp;März 2011.</ref>

[[Datei:VOA Herman - 2011-03-16 Fukushima Evacuees 03.jpg|mini|Notunterkunft in einer Schul&shy;sport&shy;halle in [[Kōriyama]], Präfektur Fukushima (16.&nbsp;März 2011)]]

Verschiedene Seiten hielten den Evakuierungsradius für unzureichend. [[Gregory Jaczko]] der Vorsitzende der [[Nuclear Regulatory Commission|US-Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission]], empfahl eine Ausweitung auf 80&nbsp;Kilometer; davon wären 1,9&nbsp;Millionen Menschen betroffen.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/politik/japan-gau-im-atomkraftwerk-fukushima-experten-halten-sperrzone-fuer-zu-klein-1.1073621 ''Atom-Experten halten Sperrzone für zu klein''.] sueddeutsche.de, 17. März 2011, abgerufen am 12.&nbsp;April 2011.</ref> Greenpeace forderte Japans Regierung am 27. März auf, vor allem Kinder und schwangere Frauen sofort auch aus einem weiteren Umkreis bis 60&nbsp;Kilometer zu evakuieren.<ref name="greenpeace-2011-03-29">{{Webarchiv | url=http://www.greenpeace.org/international/en/press/releases/Greenpeace-radiation-experts-present-findings-announce-further-Fukushima-contamination-work-/ | webciteID=5xs37ELsm | text=''Greenpeace radiation experts present findings, announce further Fukushima contamination work''}} (englisch). Greenpeace, 29.&nbsp;März 2011.</ref> In dem 7000-Einwohner-Dorf [[Iitate (Fukushima)|Iitate]], rund 40 Kilometer nordwestlich des Kraftwerks, maßen die Beobachter von IAEO und Greenpeace besonders hohe Kontaminationen beziehungsweise Strahlenbelastungen. Greenpeace forderte daraufhin die japanischen Behörden auf, die Evakuierung auf Iitate auszuweiten, während die IAEO zu einer Prüfung der Situation riet. Die Behörden deuteten an, dass sie bereits über eine Evakuierung von Iitate nachdachten.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/greenpeace-fordert-evakuierung-von-iitate/4003738.html | webciteID=5xs3Icmlw | text=''Greenpeace fordert Evakuierung von Iitate''.}} Der Tagesspiegel, 30.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.iaea.org/newscenter/news/2011/fukushima300311.html | webciteID=5z21IB6e5 | text=''Fukushima Nuclear Accident Update Log''}} (englisch). IAEO, 30.&nbsp;März 2011.</ref>

Beim Festlegen der Evakuierungszone am 12. März hatte die japanische Regierung eine maximale Strahlungsbelastung von 50 Millisievert pro Jahr (mSv/a) zugrunde gelegt; dies entspricht durchschnittlichen 0,0057 Millisievert pro Stunde (mSv/h). Bei erwarteten Werten zwischen 10 und 50 mSv/a sollen die Anwohner ihre Häuser nicht verlassen.<ref name="kyodo-83604" />

;April 2011
Anfang April riet die NISA der Regierung, bereits ab einer möglichen Belastung von 20 mSv/a zu evakuieren.<ref name="kyodo-83604">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/83604.html | webciteID=5xs3OZJ1g | text=''Gov’t reviewing radiation exposure level for evacuation''}} (de). Kyodo News, 6.&nbsp;April 2011, abgerufen am 6.&nbsp;April 2011.</ref> Zum Vergleich: Die natürlichen Strahlungswerte liegen im Weltdurchschnitt bei 2,4 mSv/a.<ref name="radExposure">{{Webarchiv | url=http://eq.wide.ad.jp/110315houshasen_en.html | webciteID=5xkFGVcEI | text=''Radiation Exposure in Daily Life (Japan)''}} (englisch). MEXT, 15.&nbsp;März 2011.</ref>

[[Datei:VOA Herman - April 12 2011 Namie-04.jpg|mini|Namie ist schon am 12.&nbsp;April 2011 eine [[Geisterstadt]]]]

Am 12. April beschloss die Regierung die Evakuierung der außerhalb der 20-Kilometer-Zone gelegenen Orte Katsurao, Namie und Iitate sowie von Teilen von [[Kawamata (Fukushima)|Kawamata]] und [[Minamisōma]], weil die Jahresdosis dort auf 20 mSv oder mehr geschätzt wurde. Für Namie ergab sich eine Schätzung von 300 mSv.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84678.html | webciteID=5xt4n7hVN | text=''Japan expands evacuation areas around crippled nuclear plant''}} (englisch). Kyodo News, 11.&nbsp;April 2011, abgerufen am 12.&nbsp;April 2011.</ref> Bis Ende Mai mussten die Einwohner die Orte verlassen.<ref name="jaif_60">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1303469228P.pdf | webciteID=5y8Kz8VxL | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;60: 20:00, April 22''}} (englisch). JAIF / NHK, 22.&nbsp;April 2011 (PDF; 81&nbsp;kB).</ref>

Mitte April wurde Premierminister Naoto Kan mit der Aussage zitiert, die Evakuierungszone um das Kraftwerk könne für zehn bis zwanzig Jahre unbewohnbar bleiben. Kan dementierte dies.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tagesspiegel.de/politik/planlos-in-der-krise/4071278.html | webciteID=5y1DrQgOQ | text=''Planlos in der Krise''.}} Der Tagesspiegel, 17.&nbsp;April 2011.</ref> Tepco veröffentlichte kurz darauf einen Plan, der vorsah, im Laufe des zweiten Halbjahres 2011 mit Dekontaminationsarbeiten in der Evakuierungszone zu beginnen, um Einwohnern die Rückkehr zu ermöglichen.<ref name="tepco-roadmap">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu11_e/images/110417e12.pdf | webciteID=5y1Cj9irC | text=''Roadmap towards Restoration from the Accident at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch, pdf). Tepco, 17.&nbsp;April 2011 (PDF; 115&nbsp;kB).</ref> Die Regierung gab später bekannt, dass sie erst 2012 über eine mögliche Rückkehr von Anwohnern entscheiden wolle.<ref name="jaif_72">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1304588121P.pdf | webciteID=5ySgLHGqy | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;72''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 255&nbsp;kB).</ref>

Nachdem immer wieder Einwohner trotz der Strahlungsgefahren in die 20-Kilometer-Zone zurückkehrten, erklärte die Regierung diese ab dem 22.&nbsp;April zum [[Sperrgebiet]]. Einer Person pro Haushalt wurde es gestattet, nochmals kurz dorthin zurückzukehren, sofern ihre Wohnung mehr als 3 Kilometer vom Kraftwerk entfernt liegt; darüber hinaus wurde das Betreten des Gebiets untersagt. 27.000 Haushalte in neun Kommunen sind von dieser Regelung betroffen.<ref name="jaif_59" /> Für Zuwiderhandlungen wurden [[Bußgeld]]er von bis zu 100.000 Yen (damals ungefähr 840&nbsp;Euro) oder kurze Haftstrafen angedroht.<ref>{{Webarchiv | url=http://world.globaltimes.cn/asia-pacific/2011-04/647487.html | webciteID=5y8LtKKVR | text=''Japan slaps entry ban around plant''}} (englisch, pdf). Global Times, China, 22.&nbsp;April 2011.</ref> Entlang der Zufahrtsstraßen wurden 75 Kontrollpunkte eingerichtet.<ref name="jaif_60" />

Für die Zone in 20 bis 30 Kilometern Entfernung von Kraftwerk wurde am 22.&nbsp;April eine flexible Regelung eingeführt, bei der je nach Lage vor Ort entschieden wird, ob die Einwohner in ihren Wohnungen bleiben oder evakuiert werden sollen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110423-2-1.pdf | webciteID=5y9kweasb | text=''Seismic Damage Information (the 108th Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 22.&nbsp;April 2011.</ref>

;Juni–August 2011
Weitere Beobachtungen und Messungen ergaben [[Hot Spot (Radioaktivität)|Hot Spots]] mit Strahlenbelastungen über 20&nbsp;mSv/a in verschiedenen noch nicht evakuierten Orten und Ortsteilen der Präfektur Fukushima.<ref>{{Webarchiv | url=http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20110616x1.html | webciteID=5zU8Y6TWv | text=''Evacuation urged for radioactive hot spots''}} (englisch). Japan Times, 16.&nbsp;Juni 2011.</ref> Die Stadtverwaltung von [[Date (Fukushima)|Date]] empfahl 113 Haushalten einen Umzug an weniger belastete Orte;<ref name="jaif_129">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1309509349P.pdf | webciteID=5zu6mCj2J | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;129''}} (englisch). JAIF / NHK, 1.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 122&nbsp;kB).</ref> in Minamisōma waren 72 Haushalte betroffen<ref name="nisa_219e">{{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/press/2011/08/en20110804-2-1.pdf | webciteID=60vl8lVfG | text=''Seismic Damage Information (the 219th Release), Extract''}} (englisch, pdf). NISA, 3.&nbsp;August 2011.</ref> und in Kawauchi 60. Haushalte mit Evakuierungsempfehlung werden vom Staat finanziell unterstützt; die Empfehlungen richten sich nach Strahlungsmessungen im Garten und am Eingang der Häuser. Dadurch haben Bewohner, die sich um die Dekontamination ihrer Anwesen bemühten, weniger Chancen auf finanzielle Hilfe.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110816005740.htm | webciteID=610oykm6E | text=''Residents frustrated by ‘hot spot’ designation''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 17.&nbsp;August 2011, abgerufen am 17.&nbsp;August 2011.</ref>

;September 2011
[[Datei:Minamisoma Radiation 2011-11.jpg|mini|hochkant=0.9|0,5 µSv/h in [[Minamisōma]] gelten als unbedenklich. (4.&nbsp;November 2011)]]

Nachdem die Reaktoren 1 bis 3 einen relativ stabilen Zustand mit Temperaturen unter 100&nbsp;°C erreicht hatten, hob die japanische Regierung Ende September die bedingte Evakuierungszone in 20 bis 30 Kilometer Entfernung vom Kraftwerk auf.<ref name="jaif_220">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1317352481P.pdf | webciteID=63r9ytV51 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;220''}} (englisch). JAIF / NHK, 30.&nbsp;September 2011 (PDF; 56&nbsp;kB).</ref> Gleichzeitig zog die Präfektur Fukushima die Evakuierungsanordnung für Minamisōma, Tamura, Kawauchi, Hirono und Teile von Naraha zurück.<ref name="jaif_217">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1317112036P.pdf | webciteID=63r8MJSfq | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;203''}} (englisch). JAIF / NHK, 27.&nbsp;September 2011 (PDF; 78&nbsp;kB).</ref>

Die Polizei meldete einen starken Anstieg der Einbruchsdelikte in der Sperrzone. Seit Beginn der Unfallserie wurden 720 Fälle bekannt; im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es nur 27.<ref name="jaif_203">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1315904987P.pdf | webciteID=63r6IXyqn | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;203''}} (englisch). JAIF / NHK, 13.&nbsp;September 2011 (PDF; 67&nbsp;kB).</ref>

; seit 2012
Premierminister [[Shinzō Abe]] kündigte an bis März 2017{{Zukunft|2017|3}} Evakuierungsverfügungen wieder aufzuheben. Nach zwei kleineren Gebieten folgte zum 4. September 2015 schließlich die Naraha als erste Gemeinde in der Präfektur Fukushima.<ref>{{Internetquelle |autor= |titel=Bewohner einer Stadt nahe Fukushima dürfen zurück |url=http://dw.com/p/1GRjW |zugriff=2015-09-08 |werk=Deutsche Welle |datum=2015-09-05}}</ref>

==== Angehörige anderer Staaten ====
;März 2011
Das deutsche [[Auswärtiges Amt|Auswärtige Amt]] und das österreichische [[Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten]] gaben am 12. März [[Reisewarnung|Teilreisewarnungen]] für den Nordosten Japans heraus, Deutschland zusätzlich auch für den Großraum [[Tokio]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de/ausland/livetickerjapan102.html | webciteID=5yJaXD22I | text=''2011-03-12''.}} In: ''tagesschau.de''</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=5387&Alias=Dossiers&cob=549564&Page18315=10 | webciteID=5xtgM6wDV | text=''Partielle Reisewarnung für Nordosten Japans''.}} Wiener Zeitung, 12.&nbsp;März 2011.</ref> Die österreichische Botschaft verlegte am 16. März ihren operativen Bereich nach Osaka,<ref>{{Webarchiv | url=http://www.bmeia.gv.at/fileadmin/user_upload/oracle/oe_vertretungen_de.pdf | webciteID=5xtgk5e4N | text=''Verzeichnis der Österreichischen Vertretungsbehörden''}} (pdf). Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (PDF; 523&nbsp;kB): „Die Botschaft verlegt ihre operative Tätigkeit ab 16. März 2011 vorübergehend an das Honorargeneralkonsulat Osaka. (S.&nbsp;81)“.</ref> die deutsche am 17. März.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.reiseinfoweb.de/magazin/reisewarnungen/2403_deutsche-botschaft-nach-osaka-verlagert.html | webciteID=5yKnPmHRX | text=''Deutsche Botschaft nach Osaka verlagert''.}} In: ''reiseinfoweb.de''. 17.&nbsp;März 2011.</ref>

Mitte März stellten verschiedene Staaten wie Russland, Belgien, Philippinen und die USA Flugzeuge bereit, um Staatsbedienstete und weitere Bürger zu evakuieren.<ref name="stern-2011-03-17-18-03">{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/reise/fernreisen/reisen-nach-japan-us-buerger-sollen-japan-verlassen-1664812.html | webciteID=5xs3dD4mG | text=''US-Bürger sollen Japan verlassen''.}} In: ''stern.de''. 17.&nbsp;März 2011.</ref>

Die USA, Australien und Südkorea empfahlen ihren Bürgern, einen Abstand von mindestens 80&nbsp;km zum havarierten Kraftwerk einzuhalten.<ref name="spiegel-2011-03-17" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.smartraveller.gov.au/zw-cgi/view/Advice/japan | webciteID=5ykrVi04V | text=''Travel Advice, Japan''}} (englisch). Australische Regierung, Department of Foreign Affairs and Trade, 15.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/78889.html | webciteID=5ykpp0m9d | text=''S. Koreans in Japan urged to stay 80&nbsp;km outside crippled reactors''}} (englisch). Kyodo News, 17.&nbsp;März 2011 am 17.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 15.&nbsp;Mai 2011.</ref> Die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] und [[Thailand]] empfahlen ihren Bürgern ferner eine Ausreise.<ref name="stern-2011-03-17-18-03" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.focus.de/politik/schlagzeilen/nid_66994.html | webciteID=5xs3hChml | text=''Keine Atom-Panik in Asien- und Pazifikregion''.}} In: ''focus.de''. 16.&nbsp;März 2011.</ref>

Am 17. März forderte [[Frankreich]] seine Bürger in Tokio auf, Japan zu verlassen oder sich in den Süden des Landes zu begeben.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,751396,00.html | webciteID=5xs47t9Rt | text=''Neue Stromleitung nach Fukushima fast fertig''.}} Spiegel Online, 16.&nbsp;März 2011.</ref>

;April 2011
Der US-Mediziner [[Robert Peter Gale]], der 1986 in Tschernobyl die ärztliche Hilfe im Auftrag der sowjetischen Regierung koordiniert hatte, kritisierte einzelne Evakuierungsempfehlungen und – so wörtlich – „Panikreaktionen“ einzelner Staaten. Schädlicher als die Strahlung selbst sei die Angst vor ihr.<ref name="gale" /> Gale zufolge wäre die Folge des Exodus von Ausländern aus Japan verheerend. Deshalb solle die deutsche Reaktion auf Fukushima nicht nur von Emotionen und einer Panikreaktion bestimmt sein, sondern möglichst rücksichtsvoll und bedacht ausfallen.<ref name="gale">[http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,754931,00.html Debatte Die wahre Gefahr], von Robert Peter Gale, 4. April 2011, Der Spiegel ({{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,754931,00.html | webciteID=5xs4amXnm | text=Archiv}})</ref>

Am 12. April ordnete die philippinische Regierung die Rückführung aller ihrer Staatsbürger aus dem Umkreis von 50 Kilometern um Fukushima I an. Nur mit Japanern verheiratete Philippiner durften auf Wunsch in Japan bleiben.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:live-ticker-zur-katastrophe-in-japan-iaea-haelt-fukushima-fuer-nicht-vergleichbar-mit-tschernobyl/60038094.html?page=2 | webciteID=5xtdjVOLb | text=''Live-Ticker zur Katastrophe in Japan''.}} Financial Times Deutschland, 12.&nbsp;April 2011, abgerufen am 12.&nbsp;April 2011.</ref>

Die USA bestätigten am 15. April nochmals ihre 80-Kilometer-Bannzone um das Kraftwerk, zogen aber ihre allgemeine Ausreiseempfehlung zurück.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85635.html | webciteID=5xy5Fkyx1 | text=''U.S. lets embassy staff families to return to Japan after evacuation''}} (englisch). Kyodo News, 15.&nbsp;April 2011, abgerufen am 15.&nbsp;April 2011.</ref> Russland zog seine Reisewarnung am 19.&nbsp;April zurück.<ref name="jaif_57" />

Ende April kehrte die deutsche Botschaft nach Tokio zurück.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/news2/aktuell/deutsche-botschaft-in-japan-arbeitet-wieder-von-tokio-aus-1679572.html | webciteID=5yKncfoXc | text=''Deutsche Botschaft in Japan arbeitet wieder von Tokio aus''.}} Stern, 29.&nbsp;April 2011.</ref>

=== Luftverkehr ===
Am 12. März 2011 verhängte die japanische Regierung ein [[Luftsperrgebiet]] für einen Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk,<ref>Robert Sham: {{Webarchiv | url=http://fr.forum.ivao.aero/index.php?PHPSESSID=67bc29676481fec9606f780e7efef72b&topic=173398.msg1473262 | webciteID=5xxpl6SMM | text=''Re: RJSS/SDJ (Sendai Airport – Japan – 11/Mar/2011)''}} (englisch). IVAO Community Forum – France, 12.&nbsp;März 2011: „B1048/11 … All ACFT Are Requested to Avoid Flying the FLW Airspace Within a Radius of 20&nbsp;km FM 372529N1410158E The Tokyo Electric Power Co.,Inc. Fukushima Nr 1“.</ref> das am 13.&nbsp;März auf 30&nbsp;Kilometer erweitert wurde.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nbaa.org/news/2011/japan/ | webciteID=5xqgk5lc3 | text=''Japan Crisis inklusive NOTAM (Update)''}} (englisch). National Business Aviation Association, 25.&nbsp;März 2011.</ref>

Die deutsche [[Lufthansa]] ließ ab dem 14. März alle aus Japan heimkehrenden Flugzeuge auf Radioaktivität testen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/news2/aktuell/lufthansa-ueberprueft-maschinen-bei-rueckkehr-aus-japan-auf-strahlung-1663480.html | webciteID=5xqgrUCGw | text=''Lufthansa überprüft Maschinen bei Rückkehr aus Japan auf Strahlung''.}} stern.de, 14.&nbsp;März 2011.</ref> Vom 15. bis zum 23. März 2011 leitete sie ihre Flüge mit Ziel [[Flughafen Tokio-Narita|Tokio-Narita]] nach [[Nagoya]] und [[Osaka]] um.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,751085,00.html | webciteID=5xqgvMIet | text=''Lufthansa fliegt Tokio nicht mehr an''.}} [[Spiegel Online]], 15.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/nonav/local?nodeid=1874371&l=en&solo=norm&blt_p=JP&blt_l=en&blt_t=Homepage&blt_e=Homepage%20-%20Hero&blt_n=Current%20travel%20information&blt_z=Current%20travel%20information | webciteID=5xSlSJo77 | text=''Current travel information''}} (englisch). [[Lufthansa]], 23.&nbsp;März 2011, abgerufen am 26.&nbsp;März 2011.</ref>

Die österreichische Lufthansa-Tochter [[Austrian Airlines]] flog Tokio unter Begleitung militärischer Strahlenschutzexperten weiter an. Im Gegensatz zum normalen Linienverkehr wurden allerdings die Aufenthalte nur kurz gehalten und die Crewwechsel in [[Seoul]] durchgeführt.<ref>{{Webarchiv | url=http://wien.orf.at/stories/504889/ | webciteID=5xfXyKgvW | text=''AUA fliegt vorerst weiter nach Tokio''.}} [[Österreichischer Rundfunk]] Wien, 17.&nbsp;März 2011.</ref> Die [[Swiss]] verlegte ihre Crewwechsel nach [[Hongkong]].<ref>Martin Metzenbauer: {{Webarchiv | url=http://austrianaviation.net/news-international/news-detail-mainnews/datum/2011/03/16/euro-airlines-fliegen-weiter-nach-tokio.html | webciteID=5xqh3hX7q | text=''Euro-Airlines fliegen weiter nach Tokio''.}} Austrian Aviation Net, 16.&nbsp;März 2011.</ref>

=== Lebensmittelverbote und -warnungen in Japan ===
{{Siehe auch|Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Nahrungsmittel|titel1=Kontamination von Nahrungsmitteln|Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Leitungswasser|titel2=Kontamination von Leitungswasser im Artikel Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima}}

=== Import- und Exportverbote für Lebensmittel ===
Am 24. März 2011 ordnete die [[Europäische Union]] vorsorglich Zwangskontrollen für nach dem 11. März hergestellte Lebensmittel aus zwölf Präfekturen Japans an. Sie dürfen seit dem 27. März nur in die EU-Staaten eingeführt werden, wenn sie in Japan auf Radioaktivität getestet und die Testergebnisse schriftlich bescheinigt wurden. Die japanischen Angaben sollen stichprobenartig überprüft werden.<ref>[http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,8226741,00.html ''EU ordnet Zwangskontrollen für Lebensmittel aus Japan an.''] Heute.de, 24. März 2011. {{Webarchiv | url=http://www.heute.de/ZDFheute/druckansicht/5/0,6903,8226741,00.html | webciteID=5xtbPIh15 | text=Archivierte Druckfassung.}}</ref>

Russland, China, Taiwan, Australien und die USA verhängten Importverbote für bestimmte Nahrungsmittel aus vier oder fünf von überhöhten Strahlenwerten betroffenen japanischen Präfekturen und testen Importe auf Radioaktivität.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12951573/10-000-fach-erhoehte-Strahlung-in-weiterem-Reaktor.html | webciteID=5xs5FUedV | text=''10.000-fach erhöhte Strahlung in weiterem Reaktor''.}} Die Welt, 25.&nbsp;März 2011.</ref> Auch Südkorea beschloss zunächst ein solches Verbot, hob es aber am 24. März wieder auf, nachdem die japanische Regierung ihrerseits den Export bestimmter Lebensmittel aus der [[Präfektur Fukushima]] verboten hatte.<ref>{{Webarchiv | url=http://rki.kbs.co.kr/german/news/news_Ec_detail.htm?No=34232 | webciteID=5xs5TlAwH | text=''Südkorea hält Importstopp von Produkten aus Fukushima für nicht notwendig''.}} KBS World, 24.&nbsp;März 2011.</ref> Am 14.&nbsp;April verhängte Südkorea dann ein erneutes Importverbot für sämtliche Lebensmittel aus 13 der [[Präfektur Japans|47 japanischen Präfekturen]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:chronik-der-katastrophe-vom-14-04-2011-strahlung-im-grundwasser-am-akw-fukushima-nimmt-enorm-zu/60039158.html?page=2 | webciteID=5xwlCIsqm | text=''Chronik der Katastrophe''.}} Financial Times Deutschland, 14.&nbsp;April 2011, abgerufen am 14.&nbsp;April 2011.</ref>

Am 6. April verbot Russland den Import von japanischem Fisch.<ref name="ftdticker-2011-04-06" />

=== Dekontamination ===
''Zur [[Dekontamination]] des Kraftwerksgeländes siehe [[#Erste Sicherungsmaßnahmen|erste Sicherungsmaßnahmen]].''

Die 340.000-Einwohner-Stadt [[Kōriyama]], 60 Kilometer westlich des Kraftwerks, begann Ende April damit, in Schulen und Kindergärten die kontaminierte Oberfläche des Bodens abzutragen,<ref name="jaif_65" /> und die [[Fukushima (Fukushima)|Stadt Fukushima]] Ende Mai.<ref name="jaif_95">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306574680P.pdf | webciteID=5z1EBZ0Sc | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;95''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 28.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 276&nbsp;kB).</ref> Die Regierung wies die Städte darauf hin, dass ein einfaches Umgraben der Böden ausreichen könne.<ref name="jaif_78" />

In Minamisōma begann die Dekontamination im August.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110808005179.htm | webciteID=60voTIMsG | text=''City starts decontamination work''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 12.&nbsp;August 2011.</ref>

Im Dezember dekontaminierten Einsatzgruppen der japanischen Streitkräfte mit [[Hochdruckreiniger]]n Verwaltungsgebäude und deren nähere Umgebung in den evakuierten Orten Naraha, Tomioka, Namia und Iitate.<ref name="jaif_281">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1322968548P.pdf | webciteID=63vgoiGPg | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;281''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4.&nbsp;Dezember 2011 (PDF; 211&nbsp;kB).</ref>

=== Langfristige Perspektiven ===
Im November 2013 erklärten Vertreter der japanischen Regierung, dass eine vollständige Wiederansiedlung der aus der Region Fukushima evakuierten Bevölkerung (ca. 150.000 Menschen) wohl nicht möglich sein würde. Die Regierung würde Gebiete benennen müssen, in denen eine menschliche Ansiedlung aufgrund der hohen Strahlenbelastung auf Dauer unmöglich sein werde. Die evakuierten betroffenen Personen müssten entschädigt werden.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima910.html |hrsg=tagesschau.de |titel=Vertreter der Regierungspartei: Rückkehr nach Fukushima unmöglich |zugriff=2013-11-03 |datum=2013-11-03 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131104054601/http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima910.html |archiv-datum=2013-11-04}}</ref>

== Kritik am Krisenmanagement ==
''Siehe auch: Kritik an risikobehafteter Technik und mangelnder Wartung des Kraftwerks im Artikel [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi]]''

Presseberichte zur Anfangsphase der Nuklearkrise zeichnen ein Bild von Mitarbeitern,<ref name="mainichi-chaos" /> Entscheidungsträgern<ref name="yomiuri-T110411004567" /><ref name="Zeit31311" /> und wissenschaftlichen Beratern,<ref name="kyodo-wasserunterbrechung" /> die mit der Situation überfordert waren. Mehrere „Super-GAUs“ liefen gleichzeitig ab und mussten gehandhabt werden. Die dazu getroffenen oder nicht getroffenen Entscheidungen und die Informationspolitik der verantwortlichen Stellen wurden vielfach kritisiert. Verschiedene Seiten hielten das [[Japanische Managementkultur|japanische Krisenmanagement]] für zu unentschlossen.<ref name="yomiuri-T110411004893" /><ref name="Zeit31311" /> Die [[Internationale Atomenergie-Organisation|IAEO]] kritisierte die Struktur der zuständigen Regierungsstellen als zu kompliziert und reaktionsträge.<ref name="jaif_116">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1308388162P.pdf | webciteID=5zX4yJsDE | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;116''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 18.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 334&nbsp;kB): „IAEA report on Fukushima nuclear accident“</ref>

Alle Maßnahmen, die die Bevölkerung betreffen könnten, mussten entsprechend den gesetzlichen Vorschriften von der Regierung genehmigt werden.<ref name="iaeo-untersuchung" />

Ein Anfang Juli 2012 von einer parlamentarischen Untersuchungskommission vorgelegter Bericht<ref>{{Webarchiv | url=http://naiic.go.jp/en/ | wayback=20120706192829 | text=Executive summary}}</ref> spricht von Kungelei und Schlamperei der Betreiberfirma, der Regierung und der Atomaufsichtsbehörde. Das „Desaster von Menschenhand“ sei vorhersehbar und vermeidbar gewesen.<ref>Angela Köhler: ''Katastrophe von Fukushima hätte verhindert werden können:'' [http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/katastrophe-von-fukushima-haette-verhindert-werden-koennen--61338077.html badische-zeitung.de, Nachrichten, Ausland, 6. Juli 2012] (13. Juli 2012)</ref> Katsutaka Idogawa, der Bürgermeister von [[Futaba (Fukushima)|Futaba]], beklagte im April 2014 in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender [[RT (Fernsehsender)|RT]], dass er mit der Situation allein gelassen worden sei.<ref>[http://rt.com/shows/sophieco/fukushima-disaster-radiation-children-740 ''Fukushima disaster: Tokyo hides truth as children die, become ill from radiation – ex-mayor''] Russia Today-Video vom 21. April 2014</ref>

=== Konflikte ===
Die Presse berichtete auch von Konflikten zwischen den Verantwortlichen. Laut Berichten der [[Yomiuri Shimbun]] waren Premierminister Naoto Kan, Regierungssprecher Yukio Edano, Verteidigungsminister [[Toshimi Kitazawa]] und andere Regierungsmitglieder frustriert und zunehmend misstrauisch wegen fehlender oder ständig wechselnder Erklärungen Tepcos über die Vorgänge im Kraftwerk.<ref name="yomiuri-T110413004031">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110413004031.htm | webciteID=5ysV7zeNg | text=''One crisis after another harried TEPCO’s response''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 14.&nbsp;April 2011: „They were becoming frustrated by what they saw as constant changes to explanations about what was happening at the power station.“</ref><ref name="yomiuri-T110401005516">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110401005516.htm | webciteID=5ysWQwgD4 | text=''Distrust grows among N-crisis players''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 2.&nbsp;April 2011.</ref> Insbesondere Kan soll ein großes Misstrauen sowohl gegenüber Tepco als auch gegenüber der [[Japanische Atomaufsichtsbehörde|Atomaufsichtsbehörde]] (NISA) und dem ihr übergeordneten [[METI|Wirtschaftsministerium]] (METI) entwickelt haben. Laut Presseberichten misstraute der [[Bürgerrechtler]] Kan grundsätzlich der mit der Industrie verflochtenen japanischen [[Bürokratie]] und schnitt sich dadurch selbst von wichtigen Informationsquellen ab.<ref name="nyt-misstrauen">Norimitsu Onishi und Martin Fackler: {{Webarchiv | url=http://crisisjones.wordpress.com/2011/06/13/in-nuclear-crisis-crippling-mistrust-research-by-lassiter/ | webciteID=5zgsYrFu2 | text=''In Nuclear Crisis, Crippling Mistrust''}} (englisch). New York Times, 12.&nbsp;Juni 2011 des [http://www.nytimes.com/2011/06/13/world/asia/13japan.html?pagewanted=print Originals], abgerufen am 18.&nbsp;Juni 2011.</ref><ref name="yomiuri-T110401005516" /><ref name="yomiuri-T110615005652"><!-- Quelle für Verflechtung Behörden / Atomindustrie -->{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110615005652.htm | webciteID=5zX6BuQsz | text=''Nuclear Crisis: How It Happened / ‘Nuclear power village’ a cozy, closed community''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 16.&nbsp;Juni 2011.</ref> Stattdessen setzte er auf persönliche Berater, die ebenfalls schlecht informiert waren.<ref name="nyt-misstrauen" />

[[Datei:Naoto Kan cropped 2 Naoto Kan 2 20110129.jpg|mini|hochkant=0.75|Naoto Kan (2011)]]

Am 15. März erschien Kan wütend in der Tepco-Firmenzentrale und maßregelte die anwesenden Tepco-Manager wegen ihrer Informationspolitik<ref name="yomiuri-T110401005516" /><ref name="spiegel-2011-03-15-verstimmungen">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750961,00.html | webciteID=5xofcXhSe | text=''Inkompetenz und Irreführung''.}} Spiegel Online, 15.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="Zeit31311" /> sowie den Planungen Tepcos, „das gesamte Personal aus der Atomanlage Fukushima Daiichi abzuziehen und die Rettungsarbeiten einzustellen.“<ref>Welt online, 9. März 2012: [https://www.welt.de/politik/ausland/article13913122/Ein-Wutanfall-verhinderte-atomares-Horrorszenario.html Ein Wutanfall verhinderte atomares Horrorszenario], eingefügt 27. März 2012</ref> Er ließ dort einen gemeinsamen Krisenstab von Regierung und Kraftwerksbetreiber einrichten, um mehr Einfluss auf das Krisenmanagement nehmen zu können.<ref name="spiegel-2011-03-15-verstimmungen" /><ref name="standard-2011-03-16">{{Webarchiv | url=http://derstandard.at/1297820453277/AKW-Betreiber-in-Fukushima-Tepco-oder-zwei-Jahrzehnte-voller-Pannen | webciteID=5xofXdN6N | text=''Tepco oder zwei Jahrzehnte voller Pannen''.}} Der Standard, 16.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="yomiuri-T110401005516" /> Ein Experte der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde besuchte drei Tage später die Tepco-Zentrale und war irritiert über das Kompetenzchaos.<ref name="yomiuri-T110411004893" /> Die Leitung des Krisenstabs und allmählich auch des gesamten Nuklearkrisenmanagements übernahm Kans enger Vertrauter [[Gōshi Hosono]].<ref name="nyt-misstrauen" />

[[Datei:Tetsunari iida2.jpg|mini|hochkant=0.75|Tetsunari Iida (2011)]]

Umgekehrt zeigten sich Tepco-Vertreter frustriert über den Premierminister, weil er mehr auf seine persönlichen Berater höre als auf die zuständigen Behörden. Ein Mitarbeiter des Tepco-Krisenstabs in Fukushima wurde mit der Aussage zitiert, er fühle sich mehr durch den Premierminister als durch seine eigenen Vorgesetzten unter Druck gesetzt.<ref name="yomiuri-T110401005516" /> Nach Ansicht von [[Tetsunari Iida]], Vorsitzender eines Instituts für [[Erneuerbare Energie|nachhaltige Energien]] und energiepolitischer Berater der japanischen Regierung, überschätzte der Diplom-Physiker Kan seine eigene Kompetenz in Sachen [[Nukleartechnik]]. Er wolle bei zu vielen technischen Details mitreden und habe mit seiner Anwesenheit die Tepco-Manager eingeschüchtert.<ref name="Zeit31311" /> Gleichzeitig kritisierte Iida die Entscheidungsstrukturen des Unternehmens. Für jede Entscheidung müssten sich die Experten vor Ort eine Erlaubnis aus der Firmenzentrale einholen, bei der sowohl die Regierung (über den Krisenstab) mitrede als auch Manager, die das Treffen eigenständiger Entscheidungen nicht gewohnt seien. Die „[[Die Zeit|Zeit]]“ führte letzteres auf eine für Japan typische Konsensorientierung zurück, die schnelle Entscheidungen verhindere.<ref name="Zeit31311" />

Eine Reihe von Widersprüchen zwischen den von Tepco und der NISA veröffentlichten Informationen zum Unfallhergang verdeutlicht, dass es auch zwischen dem Kraftwerksbetreiber und der Aufsichtsbehörde Kommunikationsprobleme gab (siehe Dokumentation der Abläufe und Veröffentlichungen im Artikel [[Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima]]). Die IAEO wies auf verbesserungswürdige technische Kompetenz bei der NISA hin.<ref name="iaeo-untersuchung">{{Webarchiv | url=http://www-pub.iaea.org/MTCD/meetings/PDFplus/2011/cn200/documentation/cn200_Final-Fukushima-Mission_Report.pdf | webciteID=5ziWX3oax | text=''Mission Report: The Great East Japan Earthquake Expert Mission''}} (englisch, pdf). IAEO, 16.&nbsp;Juni 2011, abgerufen am 25.&nbsp;Juni 2011: „Interactions between NISA and TEPCO could benefit from the development of technical depth rather than formal regulatory relations. This may need an enhancement of NISA‘s technical capability.“</ref>

=== Bewältigung der technischen Probleme ===
Verschiedene Seiten waren der Ansicht, dass Tepco zu lange mit der Druckentlastung der Reaktoren und dem Einleiten von Meerwasser gezögert habe. Durch ein Vorziehen dieser Maßnahmen hätte man die Unfälle verhindern oder zumindest ihre Auswirkungen verringern können.<ref name="yomiuri-T110412006319.htm">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110412006319.htm | webciteID=5ysZXloun | text=''Absent TEPCO execs slowed crucial action''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 13.&nbsp;April 2011.</ref>

Die Yomiuri Shimbun brachte die Verzögerung bei diesen wichtigen Entscheidungen in Zusammenhang mit der Abwesenheit von Tepco-Präsident [[Tsunehisa Katsumata]] und dem Vorsitzenden [[Masataka Shimizu]]. Die beiden Firmenleiter trafen erst am 12.&nbsp;März gegen 16 beziehungsweise 10 Uhr im Unternehmen ein und waren bis dahin nur per [[Mobiltelefon]] eingebunden. Auch technische Probleme des firmeninternen [[Kommunikationssystem]]s wurden erwähnt.<ref name="yomiuri-T110412006319.htm" /> Tepco wies später auf häufige Ausfälle von Telefonleitungen und [[Local Area Network|Firmennetzwerk]] in den Tagen nach dem Erdbeben hin; Informationen mussten teilweise persönlich überbracht werden.<ref name="tepco-11052811e">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11052811-e.html | webciteID=5z2phO5tP | text=''Additional monitoring data at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station''}} (englisch). Tepco, 28.&nbsp;Mai 2011.</ref>

;Druckentlastung
Der japanische Nuklearingenieur [[Kenzo Miya]], [[Emeritierung|emeritierter]] Professor an der [[Universität Tokio]], sah einen Hubschrauber-Besuch von Naoto Kan am frühen Morgen des 12.&nbsp;März im Kraftwerk als einen Grund für die Verzögerung der Druckentlastung.<ref name="yomiuri-T110401005615" /> Es habe das Risiko bestanden, den Hubschrauber des Premierministers radioaktiven Stoffen auszusetzen.<ref name="yomiuri-T110412006319.htm" /><ref name="Zeit31311" /> Regierungsvertreter ließen dagegen laut einem Bericht der New York Times durchblicken, Tepco habe grundsätzlich vor den radioaktiven Emissionen bei einer Druckentlastung zurückgescheut. Die Zeitung berichtete auch von einer hitzigen Diskussion zu diesem Thema, in der sich Tepcos Kernenergie-Chef Sakae Muto und Fukushima-I-Kraftwerksleiter [[Masao Yoshida (Ingenieur)|Masao Yoshida]] gegenseitig angeschrien hatten.<ref name="nyt-2011-03-17">{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/05/18/world/asia/18japan.html | webciteID=5ysaysG4B | text=''In Japan Reactor Failings, Danger Signs for the U.S.''}}, {{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/05/18/world/asia/18japan.html?_r=2&pagewanted=2&hp | webciteID=5yrDqwj98 | text=S.&nbsp;2}} (englisch). New York Times, 17.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Später veröffentlichte Aufzeichnungen der Mitarbeiter im Kraftwerk deuten vor allem auf technische Schwierigkeiten hin. Während der Premierminister und die Aufsichtsbehörde versuchten, Tepco mit politischem Druck und offiziellen Anweisungen zum Öffnen der Ventile an Block&nbsp;1 zu zwingen,<ref name="yomiuri-T110411004567" /> kämpften die Mitarbeiter mit Systemen, die nach Überschwemmung und Stromausfall nicht mehr funktionierten. Man habe eine Zeitlang gebraucht, bis man (teils im Dunkeln) herausgefunden habe, wie die Ventile von Hand zu öffnen sind.<ref name="nyt-2011-03-17" /><ref name="yomiuri-T110411004567" /> Außerdem spielte die Evakuierung der unmittelbar angrenzenden Orte eine Rolle.<ref name="kantei-bericht2" /> Die New York Times erklärte die Probleme auch damit, dass die in den USA entwickelten Reaktoren nach den Vorgaben der [[Nuclear Regulatory Commission|amerikanischen Atomaufsichtsbehörde]] ausgelegt waren, die große Sicherheitshürden vor einer möglichen Betätigung der Druckentlastung durchgesetzt hatte.<ref name="nyt-2011-03-17" />

;Meerwasserkühlung
Das [[Wall Street Journal]] zitierte am 21. März 2011 den ehemaligen Tepco-Manager Akira Omoto, Mitglied der [[Japan Atomic Energy Commission]], mit der Aussage, Tepco habe mit der Meerwassereinleitung gezögert, um die wertvollen Reaktoren nicht durch das Salzwasser zu beschädigen;<ref name="wsj-2011-03-21">{{Webarchiv | url=http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704608504576207912642629904.html | webciteID=5yses3kIa | text=''Bid to ‘Protect Assets’ Slowed Reactor Fight''}} (englisch). Wall Street Journal, 21.&nbsp;März 2011.</ref> die Reaktoren können dabei zerstört werden.<ref name="yomiuri-T110401005615" /> Diese Kritik fand sich anschließend in verschiedenen Presseartikeln wieder.<ref name="Zeit31311">{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/2011/14/Japan-Energiekonzern-Tepco?page=all | webciteID=5xnuOXD8q | text=''Fukushima-Betreiber: Eine Riege von Versagern''.}} In: ''Die Zeit Nr.&nbsp;14/2011''. Zeitverlag Gerd Bucerius, 31.&nbsp;März 2011.</ref><ref name="yomiuri-T110401005615">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110401005615.htm | webciteID=5ykpp0mBD | text=''TEPCO failures multiply / Compounding of missteps exacerbated nuclear crisis''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 2.&nbsp;April 2011.</ref> Nach eigenen Angaben und Aufzeichnungen leitete Tepco allerdings in die Reaktoren&nbsp;1 und 2 zunächst Süßwasser ein,<ref name="nisa_30" /><ref name="tepco-110515e10" /> und stellte – nachdem die Vorräte erschöpft waren – jeweils auf Meerwasser um. Die Verzögerung bis zur Meerwassereinleitung belief sich demnach jeweils auf höchstens vier Stunden und nicht – wie vom Wallstreet Journal vermutet – auf etwa 12 beziehungsweise 30 Stunden (siehe Zeitabläufe im Artikel [[Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima]]).

Ende Mai 2011 kam es zu einer öffentlichen Diskussion und einer Auseinandersetzung zwischen Premierminister Kan und der parlamentarischen Opposition um eine mögliche Verantwortung Kans für die verzögerte Meerwasserkühlung.<ref name="kyodo-wasserunterbrechung" /><ref name="jt-2011-05-23a">{{Webarchiv | url=http://www.japantoday.com/category/politics/view/kan-denies-having-instructed-tepco-to-stop-seawater-injection | webciteID=5yu43Iapx | text=''Kan denies ordering TEPCO to stop seawater injection at reactor''}} (englisch). Japan Today, 23.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 23.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110523004667.htm | webciteID=5yxOxHbso | text=''No order to halt seawater, Kan says''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 24.&nbsp;Mai 2011.</ref> Tepco-Aufzeichnungen deuteten auf Kommunikationsprobleme innerhalb des Unternehmens sowie zwischen Kraftwerksbetreiber, Behörden und Premierminister hin, möglicherweise auch auf eine zögerliche Freigabe der Salzwassereinleitung durch Kan.<ref name="tepco-wasser1" /><ref name="yomiuri-T110525006496">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110525006496.htm | webciteID=5yxP7Btla | text=''TEPCO fax about seawater not passed to Kan for hours''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 26.&nbsp;Mai 2011.</ref>

;Kühlung der Abklingbecken
Auch eine zu späte Kühlung der Abklingbecken wurde kritisiert. Sowohl Tepco als auch die Regierung hätten sich in den ersten zwei Tagen nur auf die Reaktoren konzentriert und die Abklingbecken außer Acht gelassen.<ref name="yomiuri-T110401005615" /><ref name="Zeit31311" /> Das Wall Street Journal zitierte Tetsuya Kono, Sprecher der japanischen Streitkräfte, mit der Aussage, man habe sich nicht früher an dem Wasserwerfereinsatz beteiligt, weil Tepco ihn nicht angefordert habe. Das Militär habe nicht von sich aus aktiv werden können.<ref name="wsj-2011-03-21" /> US-amerikanische Experten kritisierten eine zu späte Kühlung des Abklingbeckens von Block&nbsp;4 (siehe Abschnitt „[[#Reaktorblock 4|Reaktorblock&nbsp;4]]“).

Tepco verteidigte sich damit, man sei nach der Explosion in Block&nbsp;1 voll mit der Stabilisierung von Block&nbsp;2 beschäftigt gewesen, habe also keine weiteren Ressourcen zur Verfügung gehabt.<ref name="yomiuri-T110413004031" />

=== Unterstützung durch Dritte ===
Neben den Streitkräften waren auch andere Organisationen der Ansicht, dass Tepco ihre Unterstützung zu spät in Anspruch genommen hatte.

Laut einem nicht namentlich genannten Mitarbeiter der US-amerikanischen Regierung schien für die Japaner anfangs ein Rückgriff auf amerikanische Hilfe undenkbar. Die japanische Regierung habe verschiedene Gesuche und Angebote der USA, ihre Experten am Krisenmanagement zu beteiligen, abgelehnt.<ref name="yomiuri-T110411004893">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110411004893.htm | webciteID=5yslRr6S3 | text=''U.S. ‘frustrated’ over Japan’s lack of N-info''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 12.&nbsp;April 2011.</ref> In den Vereinigten Staaten stehen zahlreiche Kernkraftwerke vom gleichen Modell wie in Fukushima; daher haben die USA sowohl Erfahrung damit als auch ein eigenes Interesse an der Aufklärung der Unfallserie.<ref name="nyt-2011-03-17" /> Die US-Regierung war schließlich so verärgert über die japanische Haltung, dass sie nach Angaben der New York Times mit dem Abzug von wichtigem Militärpersonal,<ref name="nyt-misstrauen" /> laut Yomiuri Shimbun sogar mit einer Zwangsevakuierung aller US-Bürger aus Japan drohte.<ref name="yomiuri-T110411004893" />

Verschiedene Hilfsangebote, etwa seitens der deutschen Bundesregierung, Ausrüstung und Experten des [[Kerntechnischer Hilfsdienst|Kerntechnischen Hilfsdiensts]] einzusetzen, wurden nicht oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung angenommen.<!-- Beleg fehlt! --> Aus Frankreich wurden erst ab dem 17.&nbsp;März Experten und Ausrüstung des französischen Atomenergie-Konzerns [[Areva]] einbezogen;<ref name="Areva">{{Webarchiv | url=http://www.areva.com/EN/news-8775/earthquake-and-tsunami-in-japan.htmlg | webciteID=5xq8YkDqV | text=''Earthquake and tsunami in Japan,'' Areva-Hilfsleistungen laut Firmenwebsite}} (englisch)</ref> ein Hilfsangebot der Regierung Sarkozy war bereits am Tag nach der Katastrophe eingegangen.<!-- Beleg fehlt! --> Zur Zeit des Unglücks waren über 100 Areva-Mitarbeiter aus Deutschland, den USA und Frankreich im Lande, von denen 18 bei Wartungsarbeiten im unmittelbaren Umfeld des Reaktors&nbsp;4 tätig waren.<ref name="Areva" /> Erst zwei Wochen nach dem Unglück traf die Areva-Vorsitzende [[Anne Lauvergeon]] mit Experten der [[Nuklearanlage Marcoule]] vor Ort ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.lepoint.fr/fil-info-reuters/anne-lauvergeon-et-des-experts-d-areva-se-rendent-au-japon-29-03-2011-1312945_240.php | webciteID=5xq8mtA3e | text=''Reuters Anne Lauvergeon et des experts d’Areva se rendent au Japon''}} (französisch). Reuters, 29. März 2011.</ref>

Die [[Nuclear Safety Commission of Japan|Nuklearsicherheitskommission der japanischen Regierung]], die über vierzig Experten für Nuklearunfälle verfügt, wurde dafür kritisiert, dass sie nicht einen davon nach Fukushima I entsandte.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/85930.html | webciteID=5xzbHFLFl | text=''Japan nuclear commission fails to send experts to Fukushima''}} (englisch). Kyodo News, 16.&nbsp;April 2011, abgerufen am 16.&nbsp;April 2011.</ref>

=== Informationspolitik ===
Die Informationspolitik sowohl des Kraftwerksbetreibers als auch der Behörden wurde vielfach kritisiert.

Regierungssprecher Edano deutete am 12.&nbsp;März in einer Pressekonferenz an, dass Tepco die Regierung nur unzureichend informierte.<ref name="yomiuri-T110412006319.htm" /> Premierminister Kan war zwei Tage später sehr verärgert darüber, von der Explosion des Reaktorblocks&nbsp;3 zuerst aus den Medien erfahren zu haben.<ref name="yomiuri-T110401005516" /> In den nachfolgenden Wochen musste Tepco mehrfach falsch (zu hoch) ausgewiesene Strahlungsmesswerte korrigieren und handelte sich damit öffentliche Rügen von Seiten der Regierung und der NISA ein.<ref name="kyodo-2011-03-28-informationspolitik">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81540.html | webciteID=5xofhAccF | text=''Tokyo Electric comes under fire for releasing wrong nuclear data''}} (englisch). Kyodo News, 28.&nbsp;März 2011, abgerufen am 28.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81266.html | webciteID=5xohOS0I3 | text=''Fears of radioactive seawater grow near nuke plant despite efforts''}} (englisch, pdf). Kyodo News, 27.&nbsp;März 2011, abgerufen am 26.&nbsp;März 2011: „chief Cabinet secretary also urged TEPCO to disclose information in a more appropriate and timely manner“.</ref><!-- Zugriff vor Veröffentlichung wg. unterschiedlicher Zeitzonen --><ref name="tepco-11040408">{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11040408-e.html | webciteID=5y73AsopC | text=''Improvement plan for the exact nuclide analysis at the site of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station under instruction of NISA''}} (englisch). Tepco, 4.&nbsp;April 2011.</ref> Eine Tepco-Sprecherin erklärte, man stünde im Konflikt zwischen dem Druck, die Daten (schnell) zu veröffentlichen, und der Forderung nach Exaktheit.<ref name="nyt-2011-04-05b">{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/04/06/world/asia/06tepco.html?_r=2&ref=japan | webciteID=5yspZ5Z7R | text=''Radiation Errors Erode Confidence in Power Company''}} (englisch). New York Times, 5.&nbsp;April 2011.</ref> Die konkreten Fehler erklärte Tepco mit einer [[Konfiguration (Computer)|Fehlkonfiguration]] der verwendeten [[Software]].<ref name="tepco-11040408" />

Es kam vor, dass Tepco Schäden am Kraftwerk – zum Beispiel Erdbeben- und Kernschmelzeschäden – zunächst bestritt beziehungsweise ignorierte, und sie erst dann eingestand, wenn sie nicht mehr zu übersehen waren.<ref name="tepco-110524e13" /><ref name="jaif_93" /><ref name="jaif_79" /><ref name="jaif_80" />

China beklagte sich mehrfach über unzureichende Informationen durch die japanischen Behörden.<ref name="spiegel-2011-04-13" /><ref name="jaif_51" /> Auch die USA,<ref name="yomiuri-T110411004893" /> weitere Mitgliedsstaaten der [[Internationale Atomenergie-Organisation|IAEO]],<ref name="jaif_121" /> der Vorsitzende des [[Umweltprogramm der Vereinten Nationen|Umweltprogramms der Vereinten Nationen]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/news2/aktuell/uno-kritisiert-atomchaos-der-japanischen-regierung-1669525.html | webciteID=5ysqbNZwC | text=''UNO kritisiert Atomchaos der japanischen Regierung.''}} stern.de, 31.&nbsp;März 2011.</ref> und die [[World Meteorological Organization]]<ref name="jaif_121" /> (ebenfalls Vereinte Nationen) fühlten sich unzureichend informiert.

In einer repräsentativen Umfrage des Fernsehsenders [[Tokyo Broadcasting System|JNN]] hielten drei Wochen nach Beginn der Nuklearunfälle 83&nbsp;Prozent der befragten Japaner die von der Regierung bereitgestellten Informationen für unzureichend.<ref name="nyt-2011-04-05b" /> Auch Bürgermeister betroffener Gemeinden beklagten sich über mangelnde Informationen.<ref name="standard-1297821530155">{{Webarchiv | url=http://derstandard.at/1297821530155/Kritik-an-Behoerden-Japaner-beklagen-Informationsmangel | webciteID=5ysqyHAQF | text=''Japaner beklagen Informationsmangel.''}} Der Standard, 26.&nbsp;März 2011.</ref>

=== Arbeitsbedingungen im Kraftwerk ===
[[Datei:VOA Herman - April 13 2011 Fukushima Nuclear Power Plant-04.jpg|mini|Mitarbeiter am Kraftwerks&shy;eingang (13.&nbsp;April 2011)]]

Auch der Umgang mit den Hilfskräften, die teilweise aus Zeitarbeitsfirmen stammen und dort bereits vor der Krise sehr harten Arbeitsbedingungen unterworfen waren, wurde kritisiert.<ref name="Zeit31311" />

Durch die Explosionen und Brände im Kraftwerk stieg die Strahlenbelastung auf dem Gelände zeitweilig stark an. Das [[MHLW|japanische Gesundheitsministerium]] setzte daraufhin die zulässige Gesamt-Äquivalentdosis für männliche<ref name="jaif_65" /> Arbeiter in Kernkraftwerken in Notfallsituationen von 100 auf 250 Millisievert pro Jahr herauf.<ref name="mdn-20110501p2g00m0dm011000c">{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110501p2g00m0dm011000c.html | webciteID=5yLxVQJ6w | text=''Radiation exposure levels near limit for 2 Fukushima nuke workers''}} (englisch). The Mainichi Daily News, 1.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 1.&nbsp;Mai 2011.</ref> Kritiker verwiesen darauf, dass Werte oberhalb der von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) festgesetzten Grenze von 100 Millisievert pro Einsatz oder pro Jahr erfahrungsgemäß Körperzellen direkt schädigen und das Krebsrisiko schon für weit geringere Belastungen prozentual steigt.<ref>Werner Eckert: {{Webarchiv | url=http://blog.tagesschau.de/2011/03/24/wer-setzt-die-grenzwerte-fur-die-strahlung-fest/ | webciteID=5xd3nriTh | text=''Wer setzt die Grenzwerte für die Strahlung fest?''.}} In: ''blog.tagesschau.de''. ARD, 24.&nbsp;März 2011, abgerufen am 1.&nbsp;April 2011.</ref> Drittunternehmen, die im Auftrag von Tepco im Kraftwerk tätig sind, lehnten den höheren Grenzwert ab.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84251.html | webciteID=5xs6Z0Pkp | text=''TEPCO contractors reject higher radiation dose limit for workers''}} (englisch). Kyodo News, 9.&nbsp;April 2011, abgerufen am 9.&nbsp;April 2011.</ref> Bis zum 15. April 2011 erhielten 28 Mitarbeiter Strahlungsdosen über 100, jedoch keiner eine Dosis über 250 Millisievert.<ref name="iaea-2011-04-15" />

Auch die Ausrüstung der Arbeiter war unzulänglich; es mangelte zeitweise an [[Dosimeter]]n<ref name="nhk-31-31">{{Webarchiv | url=http://www3.nhk.or.jp/daily/english/31_31.html | webciteID=5xs6eELpa | text=''Radiation monitors not given to each worker''}} (englisch). In: ''nhk.or.jp''. NKH World, 31.&nbsp;März 2011, abgerufen am 7.&nbsp;Mai 2011.</ref> und an geeigneten und zugelassenen [[Sicherheitsschuh|Sicherheitsstiefeln]]. Ein Mitarbeiter berichtete, dass sich die Arbeiter stattdessen Plastiktüten mit Klebeband um die Schuhe banden.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:chronik-der-katastrophe-in-japan-riss-im-boden-von-reaktor-2-die-ereignisse-vom-samstag/60033982.html | webciteID=5xs6hrVt9 | text=''Riss im Boden von Reaktor&nbsp;2 – Die Ereignisse vom Samstag''.}} Financial Times Deutschland, 2.&nbsp;April 2011, abgerufen am 2.&nbsp;April 2011.</ref> Als in einer Turbinenhalle erhebliche radioaktive Wassermengen auftraten und einige Mitarbeiter dennoch mit halbhohen Arbeitsschuhen ins Wasser traten, zogen sie sich erhebliche Verletzungen und Verstrahlungen zu.

Nach der Explosion in Block 3 wurde die Anlage vorübergehend geräumt. Danach verblieben zeitweise nur noch rund 180 Arbeiter vor Ort – darunter 50 Mitarbeiter von Tepco –, was unter dem Namen „Fukushima 50“ (mit Anklängen an die [[47 Rōnin]]) in den Medien thematisiert wurde.

Ab Anfang Mai versorgte Tepco die Arbeiter zweimal täglich mit Mahlzeiten, die im benachbarten [[Kernkraftwerk Fukushima Daini]] zubereitet wurden. Bis dahin hatten sie sich hauptsächlich von Konserven ernährt.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11050409-e.html | webciteID=5ySGOaQPs | text=''Improvement of the living environment of the workers at Fukushima Daiichi and Daini Nuclear Power Stations''}} (englisch). Tepco, 4.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Außerhalb der Arbeitszeiten sind die Mitarbeiter und Helfer in dem Sportzentrum [[J-Village]] untergebracht, 20&nbsp;Kilometer südlich des Kraftwerks; dabei herrschten anfangs teilweise spartanische Bedingungen.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.japanprobe.com/2011/04/17/j-village-base-camp-for-the-fukushima-daiichi-clean-up/ |wayback=20110515193534 |text=''J-Village: Base Camp For The Fukushima Daiichi Clean-up'' |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }} (englisch). Japan Probe, 17.&nbsp;April 2011, abgerufen am 2.&nbsp;Mai 2011.</ref>

=== Bewältigung der Unfallfolgen ===
Ende März 2011 berichtete die Yomiuri Shimbun über Kritik lokaler Behörden an den Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit. Jede Präfektur und Gemeinden könne selbst festlegen, nach welchen Kriterien sie landwirtschaftliche Produkte auf Strahlung testet. Dabei seien die Ehrlichen die Dummen, weil ihre Region strengere Auflagen erhalte. Zudem seien die pauschalen Grenzwerte für alle Arten von Produkten unangebracht.<ref name="yomiuri-T110328004308">{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110328004308.htm | webciteID=5ysrRbjC7 | text=''Food safety inspections flawed / Critics say system inconsistent, inequitably applied, lacks oversight''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 29.&nbsp;März 2011.</ref>

Andererseits wurde kritisiert, dass manche hoch kontaminierten Nahrungsmittel nicht verboten wurden, weil sie nur eine kleine Region betrafen. Zu diesem Zeitpunkt legten die Behörden nur Beschränkungen für ganze [[Präfekturen Japans|Präfekturen]] fest und verzichteten teils darauf, um nicht die ganze Präfektur wegen einer „Problemregion“ wirtschaftlich zu belasten.<ref name="yomiuri-T110328004308" /> Kurz darauf begann man, die Lebensmittelverbote auch für kleinere Regionen und einzelne Städte festzulegen.<ref name="kyodo-2011-04-83075">{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/83075.html | webciteID=5y5oS4SSy | text=''Japan changes scope of restrictions on farm products''}} (englisch). Kyodo News, 4.&nbsp;April 2011, abgerufen am 4.&nbsp;April 2011.</ref>

Am 29. April 2011 trat [[Toshiso Kosako]], Professor in der Abteilung für Nukleartechnik der [[Universität Tokio]],<ref>{{Webarchiv | url=http://www.n.t.u-tokyo.ac.jp/gcoe/eng/organization/members.html | webciteID=5yJKedtTH | text=''Nuclear Education and Research Initiative, Program Members''.}} The University of Tokyo.</ref> mit schweren Vorwürfen von seinem Amt als wissenschaftlicher Berater der japanischen Regierung in Nuklearfragen zurück, zu dem ihn Ministerpräsident Naoto Kan am 16.&nbsp;März ernannt hatte.<ref name="zeit-kosako">{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-04/japan-atomberater-fukushima | webciteID=5yMZESDDY | text=''Japans Atomberater tritt unter Tränen zurück''.}} Zeit Online, 30.&nbsp;April 2011.</ref> Laut Kosako rette sich die Regierung in der Nuklearkrise nur mit Notlösungen und Provisorien über die Zeit. Wegen unklarer Entscheidungsprozesse seien viele Maßnahmen zudem [[Rechtsbeugung|nicht gesetzeskonform]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1872571/In-Fukushima-bald-weitere-Roboter-im-Einsatz.html | webciteID=5yPK5MpBl | text=''In Fukushima bald weitere Roboter im Einsatz / Atomberater von Japans Regierungschef tritt zurück''.}} Hamburger Abendblatt, 29.&nbsp;April 2011.</ref> Bei der Strahlungsmessung rund um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi mangele es an Transparenz. Die Regierung habe auch die sogenannte SPEEDI-Analyse lange nicht veröffentlicht.<ref name="mainichi-20110430p2a00m0na005000c">{{Webarchiv | url=http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110430p2a00m0na005000c.html | webciteID=5yPJ9jIBC | text=''Cabinet nuclear advisor resigns in protest over government response to plant crisis''.}} The Mainichi Daily News, 30.&nbsp;April 2011, abgerufen am 2.&nbsp;Mai 2011.</ref> Das ''System for Prediction of Environmental Emergency Dose Information'' ist ein Computerprogramm zur Abschätzung und Prognose der radioaktiven Kontamination und hatte für einige Gebiete außerhalb der 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk [[Ortsdosisleistung]]en von über 100 Millisievert pro Jahr vorhergesagt.<ref name="jaif_42" /> Die Regierung hatte die ersten Ergebnisse dieser Analyse vom 16. bis zum 23. März zurückgehalten, um Panik zu vermeiden. Die vollständigen Daten veröffentlichte die zuständige [[Nuclear Safety Commission of Japan]] erst nach Kosakos Rücktritt.<ref name="jaif_42">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1301916142P.pdf | webciteID=5yANiSYQt | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;42: 20:00, April 4''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4.&nbsp;April 2011 (PDF; 145&nbsp;kB).</ref><ref name="jaif_70">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1304418566P.pdf | webciteID=5yPQToL6r | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;70''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 193&nbsp;kB).</ref>

Besonders empört und betroffen zeigte Kosako sich über die vorläufige Erklärung des [[MEXT|japanischen Kultus- und Technologieministeriums]] vom 19. April, dass für Kindergärten und Grundschulen in der Präfektur Fukushima kein niedrigerer Strahlungsgrenzwert festgelegt werden solle als die für das gesamte Katastrophengebiet gültigen 20 Millisievert pro Jahr.<ref name="science-2011-0-29">{{Webarchiv | url=http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5idrzlqRXWxgdQ9hbjlUdv2fu9NWQ?docId=CNG.509d6c5331565c95f4f58509409311cc.c1 | webciteID=5yMYBfZWb | text=''Government Adviser Quits Post to Protest Japan’s Policy on Radiation Exposure for Fukushima Schools''.}} Science, 29.&nbsp;April 2011.</ref> Das Ministerium berief sich dabei auf Empfehlungen der [[International Commission on Radiological Protection]], die bei einem Nuklearunfall eine jährliche [[Äquivalentdosis|Strahlungsdosis]] von bis zu 20 Millisievert sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder zulasse.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.mext.go.jp/b_menu/houdou/23/04/1305174.htm | webciteID=5yPKAZDrM | text=''{{lang|ja|福島県内の学校等の校舎・校庭等の利用判断における暫定的考え方について}} (etwa: Erste Überlegungen zu Bestimmungen für die Verwendung von Schulgeländen in der Präfektur Fukushima)''}} (japanisch). [[MEXT]], 19.&nbsp;April 2011.</ref>

Kosako begründete seinen Rücktritt damit, dass die Regierung seinen Rat ignoriere.<ref name="zeit-kosako" /> Premierminister Kan führte ihn dagegen auf Meinungsverschiedenheiten zwischen Kosako und anderen Wissenschaftlern zurück.<ref name="zeit-kosako" /> Laut einem Bericht der New York Times vom 1.&nbsp;Mai fiel es den japanischen Experten schwer, sich auf Strahlungsgrenzwerte zu einigen. Man befinde sich in einer neuen Situation, für die es keine Richtlinien gebe, und die zu treffenden Entscheidungen könnten weitreichende Folgen haben.<ref name="nyt-lifeinnlimbo" />

Vertreter des [[Internationales Forum zur Globailsierung|Internationalen Forums zur Globalisierung]] übergaben am 2. Mai eine von rund 50 Japanern sowie rund 4.000 US-amerikanischen, europäischen und weiteren Bürgern und Gruppen „unterschriebene“ Internet-[[Petition]] an die japanische Regierung, die die „Rücknahme der unmenschlichen Entscheidung der japanischen Regierung, Kindern eine [[Strahlenexposition]] von 20 Millisievert pro Jahr aufzuzwingen“ fordert.<ref name="petition">{{Webarchiv | url=http://fukushima.greenaction-japan.com/ | webciteID=5yPJJvHES | text=''Petition''.}} Internationales Forum zur Globalisierung.</ref><ref name="science-2011-0-29" /> Als Begründung verwiesen sie dabei auf die Aussagen deutscher Experten in einem [[Der Spiegel|Spiegel]]-Artikel vom 21.&nbsp;April.<ref name="petition" /><ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,758410,00.html | webciteID=5yPJdmyjt | text=''Japan legt hohe Strahlengrenzwerte für Kinder fest''.}} Spiegel Online, 21.&nbsp;April 2011.</ref> Anders als in den Richtlinien des japanischen Kultusministeriums<ref name="nyt-lifeinnlimbo">{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/05/02/world/asia/02japan.html | webciteID=5yPJip1Uo | text=''Life in Limbo for Japanese Near Nuclear Plant''}} (english). New York Times, 1.&nbsp;Mai 2011: „The Education Ministry’s guidelines take into account the child’s exposure to radiation during the entire day, both at home and school“.</ref> wurde in der Petition nicht berücksichtigt, dass die Umgebung der Schulen und Kindergärten, in denen sich die Kinder in der übrigen Zeit aufhalten, wahrscheinlich ähnlich hohe Strahlungswerte aufweist wie die Schulgelände.<ref name="nyt-kosako">{{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/05/01/world/asia/01japan.html?ref=japan | webciteID=5yPJnETrU | text=''Japan’s Prime Minister Defends Handling of Crisis''}} (englisch). New York Times, 1.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Die Folgekosten der Tsunami- und Nuklearkatastrophe sind eine große Belastung für die ohnehin hoch verschuldete [[Wirtschaft Japans|japanische Volkswirtschaft]]. Sie wurden im April 2011 auf langfristig bis zu 200<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,758696,00.html | webciteID=5yPJph5bp | text=''Regierung gibt 33 Milliarden Euro für Wiederaufbau''.}} Spiegel Online, 22.&nbsp;April 2011.</ref> oder 300<ref name="spiegel-0151875916500">{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,759165,00.html | webciteID=5yPJsFqlR | text=''Rating-Agentur zweifelt an Japans Kreditwürdigkeit''.}} Spiegel Online, 27.&nbsp;April 2011.</ref> Milliarden Euro geschätzt und belasteten die Kreditwürdigkeit des Landes.<ref name="spiegel-0151875916500" /> Niedrigere Strahlungsgrenzwerte konnten erhebliche Zusatzkosten für die Dekontamination von Böden nach sich ziehen.<ref name="nyt-kosako" /> Die Regierung spielte auf Zeit und verwies darauf, dass die radioaktive Belastung bis Juli erheblich zurückgehen werde, da die Hälfte der Emissionen aus kurzlebigem radioaktivem <sup>131</sup>I (acht Tage Halbwertszeit) bestehe.<ref name="nyt-lifeinnlimbo" /> Der Großteil der Strahlungsbelastung an den Bodenoberflächen in der Präfektur Fukushima stammte zu diesem Zeitpunkt noch aus dem Zerfall von <sup>131</sup>I.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.mext.go.jp/component/english/__icsFiles/afieldfile/2011/05/02/1305673_050110.pdf | wayback=20110523062141 | text=''Readings of dust sampling(1 / 2)''}} (englisch, pdf). MEXT, 1.&nbsp;Mai 2011] am 3.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 3.&nbsp;Mai 2011.</ref>

In einer Umfrage der Zeitung [[Yomiuri Shimbun]] vom 13. bis zum 15. Mai 2011 zeigten sich 73&nbsp;Prozent der befragten Japaner unzufrieden mit dem Nuklearkrisen-Management ihrer Regierung.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110516004766.htm | webciteID=5ypONjyQj | text=''56 % want gov’t to hike crisis funds / 59 % unhappy with efforts since quake''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 17.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Ende Mai 2011 reichten 15.000 japanische Eltern eine weitere Petition beim Kultusministerium ein, in der sie einen Grenzwert von 1&nbsp;Millisievert pro Jahr für Kinder forderten.<ref name="jaif_91">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306229916P.pdf | webciteID=5yza6wlc7 | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;91''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 24.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 101&nbsp;kB).</ref> Das Ministerium sagte zu, in Schulen mit einer höheren Belastung als 0,001 Millisievert pro Stunde, entsprechend 9 Millisievert pro Jahr, die Bodenoberfläche abtragen zu lassen.<ref name="jaif_94">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1306490109P.pdf | webciteID=5yzaFyuIM | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;93''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 165&nbsp;kB).</ref>

Im März 2015, 4 Jahre nach dem Tsunami, lebten noch immer rund 230.000 Menschen in [[Notunterkunft|Notunterkünften]] wie [[Containergebäude|Containersiedlungen]] und provisorisch belegten Apartments, da große Teile der 2011 evakuierten Sicherheitszone nach wie vor nicht dekontaminiert sind. Nach Abschluss der [[Dekontamination]] weniger schwer belasteter Gebiete, deren Gesamtkosten auf mindestens 20,5 Mrd. US-Dollar geschätzt werden, sollen ca. 55.000 Menschen in ihre ursprünglichen Siedlungen zurückkehren dürfen. Allerdings wollen nach Studien der japanischen Wiederaufbauagentur nur ca. 10-20 % der Bevölkerung zurückkehren, wobei insbesondere Familien sich häufig gegen eine Rückkehr aussprechen.<ref>[http://www.zeit.de/wissen/2015-03/fukushima-atomunfall-tsunami ''Vergessen am Rande des verseuchten Niemandslands'']. In: ''[[Die Zeit]]'', 11. März 2015. Abgerufen am 13. März 2015.</ref>

Im August 2015 wurde die Kühlung der Unglücksreaktoren in Fukushima mit Seewasser weiterhin fortgesetzt. Mehr als 100.000 Menschen sind nach wie vor evakuiert. Ab 2017{{Zukunft|2017}} sollen die Evakuierten aus Gebieten, die nicht mehr als „stark kontaminiert“ gelten, keine Unterstützung der staatlichen Stellen mehr erhalten und so zur Rückkehr in die Sperrgebiete bewegt werden. Die Bergungsarbeiten für das radioaktive Material der Kernschmelzen werden nicht vor dem Jahr 2022{{Zukunft|2022}} beginnen.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.post-gazette.com/powersource/latest-nuclear-power-generation/2015/08/11/Fukushima-update-Challenges-remain-at-destroyed-nuke-plant/stories/201508110124 |titel=Fukushima Update |autor=The Associated Press |hrsg=The New York Times |werk= |datum=2015-08-12 |sprache=en |zugriff=2015-08-22}}</ref>

== Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft ==
Die Auswirkungen der Nuklearkatastrophe – insbesondere politische Auswirkungen in Deutschland wie bei der [[Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011]] – wurden in der öffentlichen Diskussion auch als „Fukushima-Effekt“ bezeichnet.<ref>[http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/der_fukushima-effekt_1.10040121.html Der Fukushima-Effekt], NZZ online, 27. März 2011</ref><ref>[http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/FukushimaEffekt-auch-bei-der-Swiss/story/15629274 Fukushima-Effekt auch bei der Swiss], Basler Zeitung vom 14.&nbsp;April 2011, abgerufen am 29.&nbsp;Mai 2011.</ref>

=== Japanische Wirtschaft ===
Die Evakuierungen betrafen die Produktion mehrerer Unternehmen und Zulieferfirmen in der Nähe des Kraftwerks, darunter [[Toto (Unternehmen)|Toto]], [[Alpine Electronics]], [[Daio (Unternehmen)|Daio]], [[Fujitsu]], [[IHI]], [[Fuji Xerox]] und [[Canon]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.asahi.com/english/TKY201103190164.html | webciteID=5xtPsTWCg | text=''Nuclear crisis forces firms to shift production from quake-hit region – English''}} (englisch). In: ''asahi.com''. [[Asahi Shimbun]], 20.&nbsp;März 2011.</ref>

Am 17. März schloss die Fondsgesellschaft [[Union Investment]] Real Estate ihren offenen Immobilienfonds Uni-Immo Global, da die in Japan stehenden Immobilien des Fonds nicht mehr bewertet wurden und folglich keine Anteilspreise ermittelt werden konnten.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/immobilienfonds-macht-wegen-japan-krise-dicht/3961732.html | webciteID=5xtY5smkq | text=''Immobilienfonds macht wegen Japan-Krise dicht''.}} Handelsblatt, 17.&nbsp;März 2011.</ref>

Die Region um Fukushima spielt eine bedeutende Rolle in der japanischen Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelversorgung. Die Nachbarpräfektur [[Präfektur Ibaraki|Ibaraki]] stellt insbesondere Premiumreissorten her und ist das Stammland der japanischen Schweinezucht. Durch die radioaktiven Belastungen [[Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima#Japan|kam es zu Verkaufsverboten]] verschiedener Nahrungsmittel. Die Regierung stellte Entschädigungen für betroffene Landwirte in Aussicht.<ref name="jaif_48">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/aij/earthquakereport48.pdf | webciteID=5xq6uOEnv | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;48: 18:00, April 10''}} (englisch). JAIF / NHK, 10.&nbsp;April 2011 (PDF; 80&nbsp;kB).</ref> Später stellten Landwirtschafts- und Fischereiverbände hohe Schadenersatzforderungen an den Kraftwerksbetreiber.<ref name="jaif_85">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1305711249P.pdf | webciteID=5ypQFdsJg | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;85''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 18.&nbsp;Mai 2011 (PDF; 90&nbsp;kB).</ref>

Ab dem 26. März liefen mehrere Großreedereien die Häfen von Tokio und Yokohama aus Sorge vor radioaktiver Kontamination der Schiffe nicht mehr an. Dies führte zu einer Belastung des Welthandels, da Waren auf dem Landweg vom Süden Japans in den Norden gebracht werden mussten.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753346,00.html | webciteID=5xtYBP4Gt | text=''Strahlenangst bremst Schiffsverkehr''.}} Spiegel, 26.&nbsp;März 2011.</ref>

In der japanischen Luftfahrt kam es zu einem massiven Nachfrageeinbruch.<ref name="ftdticker-2011-04-07">{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:chronik-zur-katastrophe-in-japan-zweites-akw-hat-probleme-mit-notstrom-die-ereignisse-vom-donnerstag/60035944.html?page=2 | webciteID=5xtYLXU3p | text=''Ticker zur Katastrophe in Japan''.}} Financial Times Deutschland, 7.&nbsp;April 2011, abgerufen am 7.&nbsp;April 2011: „Wegen eines massiven Nachfrageeinbruchs forderte die Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) ihre Mitarbeiter auf, im Mai und Juni unbezahlten Urlaub zu nehmen.“</ref> Die Zahl der ausländischen Besucher ging in der zweiten Märzhälfte 2011 um 75 % gegenüber dem Vorjahr zurück.<ref name="ftdticker-2011-04-06">{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:chronik-zur-katastrophe-in-japan-stickstoff-soll-wasserstoff-explosionen-verhindern/60035470.html?mode=print | webciteID=5xtUj054G | text=''Chronik zur Katastrophe in Japan''.}} Financial Times Deutschland, 6.&nbsp;April 2011, abgerufen am 7.&nbsp;April 2011.</ref>

Da durch die Katastrophe die anderen Kernkraftwerke Japans auf ihre Sicherheit überprüft und dabei fast alle abgeschaltet wurden, musste der nationale Strombedarf mit fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Durch den Import der dafür benötigten Rohstoffe, sowie einem Rückgang der Exporte verzeichnete Japan im Kalenderjahr 2011 das erste Handelsbilanzdefizit seit 1980.<ref name="Guardian, Handelsdefizit">{{Internetquelle |url=https://www.theguardian.com/world/2012/jan/25/japan-first-trade-deficit-12-years-tsunami |sprache=en |titel=Japan reports first trade deficit in 32 years after tsunami. Trade figures reveal collapse in sales to Europe, as cost of oil gas and yen rise. |werk=[[The Guardian]] |datum=2012-01-25 |zugriff=2012-03-12}}</ref>

=== Stromknappheit ===
[[Datei:Energy saving after the 2011 Tōhoku earthquake 1.JPG|mini|Zum Stromsparen abge&shy;schal&shy;tete Rolltreppe in Tokio]]

Nach dem Ausfall mehrerer Kern- und thermischer Kraftwerke<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11041405-e.html | webciteID=5yAjQidCi | text=''Status of TEPCO’s Facilities and its services after the Tohoku-Chihou-Taiheiyou-Oki Earthquake (as of 4:00PM)''}} (englisch). Tepco, 14.&nbsp;April 2011.</ref> kam es zu Engpässen im Versorgungsnetz von Tepco. Die Bürger wurden mehrfach aufgefordert, Strom zu sparen. Zusätzlich führte Tepco – mit Erlaubnis des Premierministers<ref>Naoto Kan: {{Webarchiv | url=http://www.kantei.go.jp/foreign/incident/110313_1950.html | webciteID=5yzTVb5Mf | text=''Message from the Prime Minister''}} (englisch). Kantei, 13.&nbsp;März 2011.</ref> – vom 14. März 2011 bis in den April hinein sogenannte „rolling blackouts“ durch, das heißt wechselnde [[Lastabwurf (Stromnetz)|Stromabschaltungen]] in verschiedenen Teilen des Versorgungsbereichs von Tepco.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11031313-e.html | webciteID=5ya6xUVIq | text=''Implementation of rolling blackout and request for further energy saving''}} (englisch). Tepco, 13.&nbsp;März 2011.</ref> Zusätzlich wurde die Stromknappheit dadurch verschärft, dass Japan [[Stromerzeugung in Japan#Verteilsystem|zwei inkompatible Stromnetze von 50&nbsp;Hz und 60&nbsp;Hz]] hat.

Unter dem Slogan ''Setsuden'' (Stromsparen) bemühte sich Japan im weiteren Jahresverlauf, erneute Stromabschaltungen durch Sparmaßnahmen aller Verbraucher zu vermeiden.<ref>zeit.de: [http://www.zeit.de/wissen/2011-08/fs-japan-energiesparen Ein Volk spart Strom]</ref> Die japanische Regierung strebt mit diesem Programm an, den Stromverbrauch um bis zu einem Fünftel zu reduzieren.<ref>huffingtonpost.com [http://www.huffingtonpost.com/jeffrey-rubin/setsuden-japan-nuclear-free_b_916123.html Setsuden Poised to Replace Nuclear Power in Japan]</ref> 51 von 54 japanischen Kernreaktoren waren Januar 2012 abgeschaltet<ref name="Guardian, Handelsdefizit" /> – teils wegen der Katastrophenfolgen, teils wegen Routinewartungen und teils als Sicherheitsmaßnahme wegen unzureichenden Tsunamischutzes.

Am 30. August hob die Regierung Anordnungen zur Einschränkung des Elektrizitätsverbrauchs auf, die seit dem 1.&nbsp;Juli in Kraft waren.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11090901-e.html | webciteID=63rDTQGTc | text=(Comment) Lift of Electricity Consumption Restriction per Article 27 of Electricity Business Act}}, Tepco, 9.&nbsp;September 2011.</ref>

Anfang Mai 2012 wurde mit dem Reaktor&nbsp;3 des [[Kernkraftwerk Tomari|Kernkraftwerks Tomari]] das letzte aktive japanische Atomkraftwerk vorübergehend abgeschaltet. Damit musste Japan zum ersten Mal seit 42&nbsp;Jahren vollständig ohne Atomenergie auskommen.<ref>[https://www.welt.de/newsticker/news1/article106262405/Japan-Letzter-noch-betriebener-Atomreaktor-abgeschaltet.html welt.de: ''Japan: Letzter noch betriebener Atomreaktor abgeschaltet''] (Zugriff am 5. Mai 2012).</ref> Das Land bezog daraufhin seinen Strom unter anderem durch [[Geothermie|Thermalkraftwerke]].<ref name="focus">[http://www.focus.de/politik/ausland/atom-japan-faehrt-atommeiler-wieder-hoch_aid_768039.html ''Atom: Japan fährt Atommeiler wieder hoch''] bei focus.de, 16. Juni 2012 (abgerufen am 16. Juni 2012).</ref>

Angesichts von Warnungen seitens der Atomindustrie und der Zentralregierung vor Stromausfällen im Sommer erteilte die Regierung Mitte Juni 2012 Anweisung, die Reaktoren&nbsp;3 und 4 des [[Kernkraftwerk Ōi|Kernkraftwerks Ōi]] hochzufahren.<ref name="focus" /> Das Kraftwerk gehört zum Unternehmen [[Kansai Denryoku|KEPCO]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tagesschau.de/ausland/japanakw102.html | wayback=20120619043822 | text=''Nach Abschalten aller AKW wegen Fukushima: Japan nimmt zwei Atomreaktoren wieder in Betrieb''}} bei tagesschau.de, 16. Juni 2012 (abgerufen am 16. Juni 2012).</ref> Anfang Juli 2012 ging trotz Protesten seitens der Bevölkerung der Reaktor&nbsp;3 in Betrieb. Es war die erste Inbetriebnahme nach der Nuklearkatastrophe und nach dem Zeitraum von nur in etwa zwei Monaten ohne Betrieb eines Atomreaktors in Japan.<ref>[http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-07/atomreaktoren-japan ''Energiepolitik: Japan fährt erstmals seit Fukushima Atomreaktor hoch''] bei zeit.de, 1. Juli 2012 (abgerufen am 2. Juli 2012).</ref>

=== Japanische Gesellschaft ===
In der Evakuierungszone um das Kraftwerk verzögerte sich wegen der hohen Strahlungsbelastung die Bergung von Tsunami-Opfern. Wegen der möglichen Kontamination würde eine Übergabe an die Angehörigen oder eine Einäscherung auch weitere Gefahren beinhalten.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,754404,00.html | webciteID=5xtVhsD0X | text=''Atomkatastrophe in Japan: AKW-Betreiber schlampt erneut bei Strahlenmessung''.}} In: ''spiegel.de''. [[Spiegel Online]], 1.&nbsp;April 2011.</ref>

In Japan machte der Ausdruck Flyjin (aus ''[[Gaijin]],'' „Ausländer“ und ''Fly,'' engl. „Flug“ oder „Flucht“) die Runde. Damit wurden in der [[Expatriate]]gemeinde Ausländer bezeichnet, die sich nach den ersten Reisewarnungen ohne Abschied auf den Weg in die jeweilige Heimat machten. Der Exodus der Ausländer hat in der Krise auch das Selbstbild der Japaner bedroht und verschlimmerte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich. Es kommen erhebliche Vertrauensverluste gegenüber zeitweise Abgereisten hinzu.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~E027F9574F0774060B29464368E4AE7D9~ATpl~Ecommon~Sspezial.html | webciteID=5xtVpPoWD | text=''Japan: Die Ausreißer''.}} In: ''faz.net''. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], 2.&nbsp;April 2011: „„Flyjin“ werden die geflohenen Ausländer, nicht zuletzt die Deutschen, jetzt gerne genannt, in Anlehnung an das japanische Wort für Ausländer, gaijin. Es sind nicht die japanischen Medien, die sich über die „flyjin“ lustig machen oder sich empören. Es sind die in Tokio verbliebenen Ausländer, die den Begriff geprägt haben.“</ref>

Menschen aus der Präfektur Fukushima wurden teils aus Angst vor „Verstrahlung“ [[Diskriminierung|diskriminiert]]. [[Kōichirō Gemba]], Minister für Sozialpolitik, berichtete von Abweisungen durch Hotels und von schikanierten Kindern.<ref name="jaif_57" />

Am 2. September 2011 löste [[Yoshihiko Noda]] (bis dahin Finanzminister) den für sein Krisenmanagement in die Kritik geratenen Naoto Kan ab und wurde neuer Premierminister. Kan hatte Juni 2011 seinen Rücktritt unter Bedingungen angekündigt.

=== Atomenergiepolitik ===
{{Hauptartikel|Kernenergie nach Ländern}}

Die ''[[Gallup International Association]],'' ein weltweiter Verbund von Meinungsforschungsinstituten, führte zwischen dem 21.&nbsp;März und dem 10.&nbsp;April 2011 Umfragen in 47 Ländern zur Nutzung von [[Kernenergie]] durch. Demnach fiel der Anteil der Kernkraft-Befürworter gegenüber der letzten Umfrageserie vor der Fukushima-Katastrophe von 57 auf 49&nbsp;Prozent, während der Anteil der Kernkraftgegner von 32 auf 43&nbsp;Prozent anstieg. 81&nbsp;Prozent der Befragten hätten von den Nuklearunfällen in Fukushima gewusst. In den zehn Jahren zuvor sei der weltweite Anteil der Kernkraftbefürworter stetig angestiegen. Die Studie wurde am 19.&nbsp;April 2011 von WIN-Gallup International in [[Islamabad]] veröffentlicht.<ref name="gallup-studie">{{Webarchiv | url=http://www.gallup.com.pk/JapanSurvey2011/PressReleaseJapan.pdf | webciteID=5y691sqVO | text=''Global Snap Poll on Earthquake in Japan and Its Impact on Views About Nuclear Energy''}} (englisch, pdf). WIN-Gallup International, 19.&nbsp;April 2011 (PDF; 509&nbsp;kB).</ref>

Ende April wies UN-Generalsekretär [[Ban Ki-moon]] darauf hin, dass die Sicherheit der Kernkraftwerke dringend weltweit überprüft werden müsse.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/87907.html | webciteID=5yG7x6yOw | text=''U.N. chief stresses urgency of reviewing global nuclear safety regime''}} (englisch). Kyodo News, 26.&nbsp;April 2011, abgerufen am 27.&nbsp;April 2011.</ref>

==== Japan ====
[[Datei:Japan monthly electric generation 2009 to 2014.svg|mini|lang=de|Veränderungen in der japanischen Stromerzeugung nach Fukushima]]
[[Datei:Monksantinuclear.JPG|mini|Buddhistische Mönche des [[Nipponzan-Myōhōji]] protestieren am 5.&nbsp;April 2011 hinter dem [[Kokkai|japanischen Parlament]] gegen Atomkraft.]]
[[Datei:VOA Herman - 2011-04-16 anti-nuclear protests in Tokyo.jpg|mini|Anti-Atomkraft-Demonstration am 16.&nbsp;April 2011 in Tokio]]

Premierminister Naoto Kan veranlasste eine Überprüfung der laufenden Planungen für den Bau von 14 weiteren Kernkraftwerken.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/82231.html | webciteID=5xqjQbuo5 | text=''Kan to review plan to build more nuclear plants from scratch''}} (englisch). Kyodo News, 31.&nbsp;März 2011</ref> Verschiedene Kraftwerksbetreiber froren daher ihre Pläne für den Bau neuer Reaktoren ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/82803.html | webciteID=5xqjV85dZ | text=''Nuke crisis in Fukushima forces utilities to delay restart of reactors''}} (englisch). Kyodo News, 3.&nbsp;April 2011, abgerufen am 13.&nbsp;April 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84854.html | webciteID=5xt464goX | text=''Kyushu Electric shelves plan to build 3rd nuke reactor in Kagoshima''}} (englisch). Kyodo News, 12.&nbsp;April 2011, abgerufen am 12.&nbsp;April 2011.</ref> Außerdem plädierte Kan für eine Ausgliederung der [[Japanische Atomaufsichtsbehörde|japanischen Atomaufsichtsbehörde]] NISA aus dem Wirtschaftsministerium, das die Nutzung der Kernenergie in Japan aktiv gefördert hatte.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/82099.html | webciteID=5xqjZuIf4 | text=''Kan looks at separating nuclear safety agency from industry ministry''}} (englisch). Kyodo News, 30.&nbsp;März 2011, abgerufen am 7.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Die Nuklearkatastrophe bewirkte einen grundlegenden Wandel in der Einstellung der japanischen Bevölkerung zur Atomenergie. Vom 27. bis zum 31. März kam es erstmals zu nennenswerten Demonstrationen; etwa 100 bis 1000 Atomkraftgegner versammelten sich vor dem Tepco-Hauptquartier in Tokio.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,754135,00.html | webciteID=5xnlDi8wX | text=''Als Einzelkämpfer gegen die Kernkraft''.}} Spiegel Online, 31.&nbsp;März 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://derstandard.at/1297822007443/Reportage-Heikle-Entscheidung-zwischen-Strahlen-und-Schule | webciteID=5xqjiKzeK | text=''Heikle Entscheidung zwischen Strahlen und Schule''.}} Der Standard, 1.&nbsp;April 2011.</ref> Am 10. April demonstrierten in Tokio 17.500 Menschen gegen Atomkraftwerke;<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/84371.html | webciteID=5xqj97S2X | text=''17,500 gather for Tokyo rallies against nuclear plants''}} (englisch). Kyodo News, 10.&nbsp;April 2011, abgerufen am 10.&nbsp;April 2011.</ref> es folgten weitere Kundgebungen. Die Zustimmung zur zivilen Nutzung der Kernenergie ging nach einer Umfrage der Gallup International Organisation in den ersten Unfallwochen von 62 auf 39&nbsp;Prozent der Japaner zurück, während der Anteil der Kernkraftgegner von 28 auf 47&nbsp;Prozent zunahm. Dieser Meinungsumschwung war größer als in allen anderen von Gallup untersuchten Ländern.<ref name="gallup-studie" />

Im Mai ließ die Regierung das [[Kernkraftwerk Hamaoka]] abschalten, weil es nicht hinreichend gegen Erdbebenfolgen geschützt sei,<ref name="jaif_77" /> und brachte eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien statt des bisher geplanten, weiteren Ausbaus der Kernenergie ins Gespräch.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-05/japan-atomkraft-ausbaustopp | webciteID=5ykpp0m95 | text=''Japan verzichtet auf Ausbau der Atomenergie''.}} Zeit.de, 10.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Die Wiederinbetriebnahme der nach dem Erdbeben abgeschalteten Kraftwerke verzögerte sich wegen Vorbehalten der Bevölkerung, vertreten durch die örtlichen Behörden. Zwar lag die Entscheidung hierüber letztendlich beim Wirtschaftsministerium, aber traditionell wird den Präfekturen und Gemeinden ein Mitspracherecht eingeräumt. Ein Versuch von 400 Tepco-[[Aktionär]]en, die drei Kraftwerke des Unternehmens (Fukushima Daiichi, [[Kernkraftwerk Fukushima Daini|Fukushima Daini]] und [[Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa|Kashiwazaki-Kariwa]]) per [[Hauptversammlung]]sbeschluss stillzulegen,<ref name="jaif_70" /> scheiterte.

Im Juni/Juli ereignete sich ein Skandal um das [[Kernkraftwerk Genkai]], das als erstes wieder in Betrieb gehen sollte. Öffentliche Debatten zu diesem Thema wurden von der Betreibergesellschaft [[Kyūshū Denryoku]] in großem Stil manipuliert.<ref name="jaif_135">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1310012385P.pdf | webciteID=6003r4l1v | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;135''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7.&nbsp;Juli 2011 (PDF; 132&nbsp;kB).</ref><ref name="jaif_143" /> Dieses und weitere Kraftwerke blieben daraufhin abgeschaltet. Auch die Kernkraftwerksbetreiber [[Chūbu Denryoku]] und [[Shikoku Denryoku]] gerieten in Manipulationsverdacht,<ref name="jaif_165">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1312601955P.pdf | webciteID=60kMUmn9s | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;165''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 6.&nbsp;August 2011 (PDF; 208&nbsp;kB).</ref> ebenso die Atomaufsichtsbehörde NISA, deren Direktor kurzfristig entlassen wurde.<ref name="jaif_164">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1312514317P.pdf | webciteID=60kMDnDfn | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;164''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5.&nbsp;August 2011 (PDF; 118&nbsp;kB).</ref>

Die Regierung entschied, die NISA im April 2012 aus dem Wirtschaftsministerium auszugliedern und zusammen mit den Mitarbeitern der [[Nuclear Safety Commission of Japan]] dem [[Umweltministerium (Japan)|Umweltministerium]] anzugliedern.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110813002926.htm | webciteID=63uVbGCj3 | text=''New N-agency to be free from industry ministry''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 14.&nbsp;August 2011.</ref> Kritiker bezweifelten die Kompetenz des Umweltministeriums bei Kernenergiefragen und wiesen darauf hin, dass die von der IAEO seit Jahren geforderte Unabhängigkeit der Atomaufsicht von der Regierung damit nach wie vor nicht gewährleistet sei.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110817007326.htm | webciteID=63uW2MqTa | text=''New N-safety agency faces difficulties''}} (englisch). Yomiuri Shimbun, 18.&nbsp;August 2011.</ref><ref name="iaeo-untersuchung" /> Zum 19. September 2012 wurden dieses Vorhaben umgesetzt und beide Organisationen durch die [[Nuclear Regulation Authority]] ersetzt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.asahi.com/special/energy/TKY201209180554.html |titel={{lang|ja|原子力規制委、人事は横滑り 保安院と安全委19日廃止}} |werk=[[Asahi Shimbun]] |datum=2012-09-18 |sprache=ja |zugriff=2012-09-22}}</ref>

Am 14. September 2012 beschloss die japanische Regierung auf einem Ministertreffen in Tokio einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis in die 2030er Jahre, spätestens aber bis 2040. Die Regierung teilte mit, man wolle „alle möglichen Maßnahmen“ ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen.<ref name="focus atomausstieg">[http://www.focus.de/politik/ausland/wegen-reaktorunglueck-in-fukushima-japan-verkuendet-atomausstieg-bis-2040_aid_819567.html ''Wegen Reaktorunglück in Fukushima: Japan verkündet Atomausstieg bis 2040''] bei focus.de, 14. September 2012 (abgerufen am 14. September 2012).</ref> Wenige Tage später schränkte die Regierung den geplanten Atomausstieg wieder ein, nachdem die Industrie gedrängt hatte, die Pläne zu überdenken. Angeführte Argumente waren, dass ein Atomausstieg die Wirtschaft belasten und es aufgrund des Imports von Öl, Kohle und Gas zu hohen Mehrkosten kommen würde. Daraufhin billigte die Regierung die Energiewende, ließ aber den Zeitpunkt für die Stilllegung der Kernkraftwerke offen.<ref name="zeit ausstiegrücknahme">[http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-09/japan-atomausstieg-einschraenkung ''Energiewende: Japan schränkt Atomausstieg wieder ein''] bei zeit.de, 19. September 2012 (abgerufen am 20. September 2012).</ref>

Im Dezember 2012 kam es nach der [[Shūgiin-Wahl 2012]] zu einem Regierungswechsel: Der ehemalige Premierminister [[Shinzō Abe]] wurde erneut Premierminister. Er gilt als Atomkraft-Befürworter.<ref>spiegel.de 27. Dezember 2012: [http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/japan-will-akw-wieder-ans-netz-lassen-a-874753.html Japan kündigt Bau neuer Atommeiler an]</ref>

2015 gingen erstmals wieder zwei Reaktoren ans Netz, sie befinden sich im Südwesten Japans. Bis Mitte Juni 2017 waren landesweit wieder insgesamt fünf Reaktoren am Netz, der letzte davon wurde erst Anfang des Monats im [[Kernkraftwerk Takahama]] wieder hochgefahren. Zusätzlich hat ein Gericht Mitte Juni 2017 die Wiederinbetriebnahme von zwei Reaktoren im [[Kernkraftwerk Genkai]] genehmigt, entgegen dem Widerstand der Anrainer und deren Vorwurf an den Kraftwerksbetreiber von unzureichendem Schutz der Anlage vor Naturkatastrophen.<ref>{{Internetquelle |url=http://orf.at/stories/2395243/ |titel=Zwei Atomreaktoren dürfen in Japan wieder ans Netz |hrsg=[[Österreichischer Rundfunk|ORF]] |werk=news.ORF.at |datum=2017-06-13 |zugriff=2017-07-17 |zitat=<small> Im Zusammenhang relevante Zitate aus diesem ORF-News-Artikel:<br />* {{"|2015 wurden im Südwesten Japans die ersten zwei Reaktoren wieder ans Netz genommen. Mittlerweile sind landesweit wieder fünf in Betrieb. Erst vor einer Woche war ein Reaktor im Atomkraftwerk Takahama wieder hochgefahren worden.}}<br />* {{"|[...] hat ein japanisches Gericht heute die Wiederinbetriebnahme zweier Atomreaktoren genehmigt. Die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Genkai im Südwesten Japans dürften nach dem Gerichtsurteil wieder ans Netz gehen [...]}} </small>}}</ref>

==== Europäische Union ====
{{Hauptartikel|Sicherheit von Kernkraftwerken#Anforderungen der Europäischen Arbeitsgruppe für nukleare Sicherheit|titel1=Stresstest – Anforderungen der Europäischen Arbeitsgruppe für nukleare Sicherheit}}

Am 25. März 2011 beschloss die [[Europäische Union]], allen Atomkraftwerksbetreibern ihrer 27 Mitgliedsstaaten freiwillige Tests nach einheitlichen, noch zu vereinbarenden Kriterien vorzuschlagen. Unabhängige Experten sollten bis Ende 2011 Risiken wie Naturkatastrophen, von Menschen verursachte Unfälle wie Flugzeugabstürze und Terrorangriffe prüfen. Nach wochenlangem Streit einigten sich die Atomaufsichtsbehörden der Mitgliedsstaaten auf Kriterien für eine verbindliche, „Stresstest“ genannte Überprüfung, die am 1.&nbsp;Juni 2011 begann und Ende April 2012 abgeschlossen sein sollte. Risiken aus Terrorangriffen waren darin nicht enthalten.<ref>{{Webarchiv | url=http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE74O0B420110525 | webciteID=5zUAXKRWO | text=''Atomkraftwerke kommen in der EU auf den Prüfstand''}}. Reuters, 25.&nbsp;Mai 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://ec.europa.eu/dgs/energy/newsletter/dg/2011/0526newsletter.html | webciteID=5zUBAFWsI | text=''Energy in Europe Newsletter''}}, Europäische Kommission, Generaldirektorat für Energie, 26.&nbsp;Mai 2011.</ref>

Wegen des Wirbels hinter den Kulissen und zusätzlicher Prüfungen verzögerte sich der Abschlussbericht.
Am 4. Oktober 2012 veröffentlichte die EU ein 20-seitiges Papier.<ref>{{Webarchiv | url=http://ec.europa.eu/energy/nuclear/safety/doc/com_2012_0571_en.pdf | wayback=20121021075436 | text=Communication on the comprehensive risk and safety assessments („stress tests“) of nuclear power plants in the European Union and related activities}} (PDF; 116&nbsp;kB) [COM/2012/571]</ref>
EU-Energiekommissar Günther Oettinger will ihn Mitte Oktober den Staats- und Regierungschefs präsentieren.<ref>[https://www.tagesschau.de/inland/akwstresstest108.html tagesschau.de]</ref>

Der Abschlussbericht zeigt Sicherheitsmängel und Defekte in beinahe allen europäischen Atomkraftwerken auf, die Reparaturkosten der 134 untersuchten Kraftwerke wurden auf bis zu 25 Milliarden Euro geschätzt. Nach einem Bericht des [[Le Figaro]], zitiert in der Zeitung ''Die Presse'' erfüllt keines der 58 Kernkraftwerke Frankreichs die Sicherheitsstandards der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).<ref>[http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/1296742/Stresstest_Fast-alle-Atomkraftwerke-haben-Maengel Anna Gabriel: ''Stresstest: Fast alle Atomkraftwerke haben Mängel,''] 4. Oktober 2012 bei diepresse.com.</ref>

==== Deutschland ====
[[Datei:Anti-Atomkraft-Demonstration Berlin 2011-03-26 (2).jpg|mini|Anti-Atomkraft-Demonstration am 26.&nbsp;März 2011 in Berlin]]
{{Hauptartikel|Atom-Moratorium}}

In [[Deutschland]] verstärkten die Unfälle die laufende Debatte über die Nutzung von Kernenergie und die erst wenige Monate zuvor beschlossene [[Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke]].<ref>{{Webarchiv | url=http://www.stern.de/politik/deutschland/nach-atomunfall-in-japan-deutschland-streitet-ueber-kernenergie-1662946.html | webciteID=5xtPCNZAU | text=''Nach Atomunfall in Japan: Deutschland streitet über Kernenergie''.}} [[stern.de]], 12.&nbsp;März 2011.</ref> Am 14. März 2011 gab Bundeskanzlerin [[Angela Merkel]] bekannt, dass alle 17 deutschen Kernkraftwerke für drei Monate einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden sollen ([[Atom-Moratorium]]).<ref>{{Webarchiv | url=http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2011/03/2011-03-14-bkin-lage-japan-atomkraftwerke.html | webciteID=5xR1zVk1y | text=''Pressestatements von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Guido Westerwelle zu den Folgen der Naturkatastrophen in Japan sowie den Auswirkungen auf die deutschen Kernkraftwerke''.}} Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 14.&nbsp;März 2011, abgerufen am 25.&nbsp;März 2011.</ref> Kurz darauf fiel die Entscheidung, die sieben ältesten Kernkraftwerke Deutschlands und das AKW Krümmel vorerst abzuschalten bzw. abgeschaltet zu lassen. Die Umsetzung wurde den Bundesländern überlassen, in denen diese Kraftwerke stehen.

Wie bereits seit Monaten durch Prognosen absehbar erreichten die Grünen bei der [[Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011]] am 27. März 2011 deutlich über 20 % und stellten mit [[Winfried Kretschmann]] erstmals einen Ministerpräsidenten. Nach einer Umfrage von Gallup International am 29. März 2011 ging der Anteil der Kernkraftbefürworter in Deutschland von 34 auf 26&nbsp;Prozent zurück, während der Anteil der Kernkraftgegner von 64 auf 72&nbsp;Prozent anstieg.<ref name="gallup-studie" />

Am 30. Juni 2011 beschlossen [[Deutscher Bundestag|Bundestag]] und [[Bundesrat (Deutschland)|Bundesrat]] mit deutlicher Mehrheit, dass die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke und das [[Kernkraftwerk Krümmel]] sofort stillzulegen sind, und dass alle übrigen deutschen Kernkraftwerke bis 2022 stillgelegt werden (→ siehe [[Atomausstieg]]).

==== Weitere Staaten ====
Einige Staaten wie [[Kernenergie nach Ländern#Indien|Indien]],<ref>{{Webarchiv | url=http://articles.timesofindia.indiatimes.com/2011-03-15/india/28691262_1_nuclear-plants-jaitapur-nuclear-power-project-review-safety | webciteID=5xtIyXVsd | text=''Gov’t to review safety at nuclear plants: Ramesh''}} (englisch). [[The Times of India]], 15.&nbsp;März 2011.</ref> [[Pakistan]],<ref>{{Webarchiv | url=http://www.pakistantoday.com.pk/pakistan-news/National/16-Mar-2011/Karachi-Chashma-Nplants-safe-PAEC | webciteID=5xtIdD05Y | text=''Karachi, Chashma N-plants safe: PAEC''}} (englisch). Pakistan Today, 16.&nbsp;März 2011</ref> [[Kernenergie nach Ländern#Russland|Russland]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.reuters.com/article/2011/03/15/japan-quake-russia-putin-idUSWEA860820110315 | webciteID=5xtJxLm6T | text=''Putin orders review of Russian nuclear plans''}} (englisch). [[Reuters]], 15.&nbsp;März 2011.</ref> und [[Spanien]]<ref name="cnn_goodman">{{Webarchiv | url=http://edition.cnn.com/2011/WORLD/europe/03/16/spain.nuclear.power/index.html | webciteID=5xtIFwHD5 | text=''Spain orders review of nuclear power plants – CNN.com''}} (englisch). [[CNN]], 16.&nbsp;März 2011.</ref> kündigten eine Prüfung ihrer laufenden Kernkraftwerke an. [[Venezuela]]s Präsident [[Hugo Chávez]]<ref name="cnn_goodman" /> und [[Israel]]s Ministerpräsident [[Benjamin Netanjahu]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.reuters.com/article/2011/03/17/us-japan-nuclear-israel-idUSTRE72G9H220110317 | webciteID=5xtI2ZNNt | text=''Israel’s Netanyahu says rethinking nuclear power''}} (englisch). [[Reuters]], 17.&nbsp;März 2011.</ref> erklärten, sie wollten Pläne für das jeweils erste Kernkraftwerk in ihren Ländern stoppen. Die [[Volksrepublik China]] fror die Genehmigungen für alle neuen Kernkraftwerke ein.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,751372,00.html | webciteID=5xtGfxGbw | text=''Baustopp: China legt ehrgeizige Atompläne auf Eis''.}} Spiegel Online, 16.&nbsp;März 2011.</ref>

Die [[Kernenergie in der Schweiz|Schweiz]] veranlasste eine sofortige Überprüfung aller Kernkraftwerke<ref>{{Webarchiv | url=http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/schweizer_akw_muessen_ihre_anlagen_sofort_ueberpruefen_1.9952004.html | webciteID=5xtIRaPEd | text=''Schweizer AKW müssen ihre Anlagen sofort überprüfen''.}} In: ''[[NZZ Online]]''. Neue Zürcher Zeitung, 19.&nbsp;März 2011.</ref> und plante anschließend eine Laufzeitbeschränkung auf 50 Jahre und damit einen vollständigen Ausstieg bis 2034.<ref>[http://www.focus.de/politik/ausland/schweiz-atomausstieg-bis-2034_aid_631104.html ''Schweiz: Atomausstieg bis 2034.''] Focus Online, 25.&nbsp;Mai 2011, abgerufen am 23.&nbsp;Juni 2011.</ref>

[[Kernenergie nach Ländern#Frankreich|Frankreich]] ([[Nicolas Sarkozy|Präsident Sarkozy]] [[Kabinett Fillon III]]),<ref>{{Webarchiv | url=http://www.reuters.com/assets/print?aid=USTRE72F5RE20110316 | webciteID=5xtDr2hp6 | text=''France sees lessons from Japan nuclear crisis''}} (englisch). In: ''reuters.com''. [[Reuters]], 16.&nbsp;März 2011.</ref> [[Indonesien]],<ref>Aubrey Belford: {{Webarchiv | url=http://www.nytimes.com/2011/03/18/business/global/18atomic.html?_r=1 | webciteID=5xtDWxdkq | text=''Indonesia Still Intent on Building Nuclear Power Plants – NYTimes.com''}} (englisch). In: ''Printausgabe vom 18. März 2011''. [[The New York Times]], 17.&nbsp;März 2011.</ref> die [[Kernenergie nach Ländern#Niederlande|Niederlande]] ([[Kabinett Rutte I]]),<ref>{{Webarchiv | url=http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2011/maerz/0315atomkraft.html | webciteID=5xtDIRS8Y | text=''Japan: Niederlande reagieren gelassen''.}} In: ''NiederlandeNet''. [[Westfälische Wilhelms-Universität Münster]], 15.&nbsp;März 2011.</ref>
die [[Kernenergie nach Ländern#Türkei|Türkei]] ([[Kabinett Erdoğan II]]),<ref>{{Webarchiv | url=http://www.rferl.org/content/erdogan_turkey_tatarstan/2340790.html | webciteID=5xtAzVdTq | text=''Turkey’s Erdogan Pays Visit To Tatarstan''}} (englisch). Radio Free Europe / Radio Liberty, 17.&nbsp;März 2011.</ref>
[[Vietnam]]<ref>{{Webarchiv | url=http://www.globalpost.com/dispatch/news/regions/asia-pacific/vietnam/110319/vietnam-nuclear-economy | webciteID=5xt5aJ003 | text=''Vietnam to go ahead with nuclear plans''}} (englisch). [[GlobalPost]], 20.&nbsp;März 2011.</ref> und [[Weißrussland]]<ref>[[Marieluise Beck]]: {{Webarchiv | url=http://www.marieluisebeck.de/home/artikel/article/1/der-wahnsinn.html | webciteID=5y47xwDW2 | text=''Der Wahnsinn geht weiter: Weißrussland und Russland unterzeichnen Atomdeal''.}} 4.&nbsp;April 2011.</ref> erklärten, an ihren Plänen für neue Kernkraftwerke festzuhalten.

US-Präsident [[Barack Obama]] veranlasste eine Sicherheitsprüfung aller [[Kernenergie nach Ländern#USA|US-Atomkraftwerke]].<ref>{{Webarchiv | url=http://projects.washingtonpost.com/obama-speeches/speech/595/ | webciteID=5xtGpJlYU | text=''Obama delivers a statement on Japan: Speech Transcript''}} (englisch). In: ''projects.washingtonpost.com''. [[The Washington Post]], 17.&nbsp;März 2011.</ref> Die Überprüfung ergab, dass die Sicherheitsvorkehrungen gegen schwere Unfälle bei manchen Kraftwerken nicht ausreichend sind.<ref name="jaif_114">{{Webarchiv | url=http://www.jaif.or.jp/english/news_images/pdf/ENGNEWS01_1308215436P.pdf | webciteID=5zU6b4KIZ | text=''Earthquake Report – JAIF, No.&nbsp;114''}} (englisch, pdf). JAIF / NHK, 16.&nbsp;Juni 2011 (PDF; 90&nbsp;kB).</ref>

[[Kernenergie nach Ländern#Italien|Italiens]] Regierung ([[Kabinett Berlusconi IV]], Mai 2008 bis November 2011) setzte einen geplanten Wiedereinstieg in die Kernenergie zunächst für ein Jahr aus.<ref>[http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704050204576218572948270778.html ''Italy Approves Nuclear Pause''] (englisch). In: ''online.wsj.com''. [[The Wall Street Journal]], 23.&nbsp;März 2011, abgerufen am 7.&nbsp;Mai 2011.</ref><!-- vorstehende Quelle lässt sich nur teilweise archivieren: archiveurl={{Webarchiv | url=http://www.webcitation.org/5xtNsGc0a | webciteID=5xtNsGc0a | text=}} | archivedate=2011-04-12 --> Eine [[Volksabstimmung (Italien)|Volksabstimmung im Juni 2011]] bestätigte mit großer Mehrheit den Ausstieg.

Die politischen Diskussionen setzten sich weiter fort. In Frankreich nahm die Zustimmung zur Kernenergie langsam ab und wandelte sich bis Juni 2011 in einen langfristigen Ausstiegswunsch bei einer Mehrheit der Bevölkerung.<ref name="gallup-studie" /><ref>[http://www.faz.net/artikel/C32436/frankreich-wenn-die-ausstiegslust-waechst-30433401.html ''Wenn die Ausstiegslust wächst.''] In: ''[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]],'' 6. Juni 2010. Abgerufen am 7. Juni 2011.</ref><!-- Der Regierungswechsel 2012 ([[Francois Hollande]] (SP) wurde Nachfolger von Sarkozy; auch die Regierung ([[Kabinett Ayrault II]]) wird von der [[Parti socialiste (Frankreich)|Parti socialiste]] gestellt. -->

== Tepcos Analyse, Haftung und Finanzierung ==
=== Tepcos Analyse ===
Tepcos interne Untersuchungskommission unter Leitung des Firmenpräsidenten Naomi Hirose gestand in einem am 12. Oktober 2012 veröffentlichten Bericht<ref>[http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/betu12_e/images/121012e0101.pdf ''Fundamental Policy for the Reform of TEPCO Nuclear Power Organization''] (PDF), 12.&nbsp;Oktober 2012, abgerufen am 9.&nbsp;April 2014.</ref> ein, dass die Firma es unterlassen habe entschiedenere Maßnahmen zur Vermeidung von Katastrophen wie der von Fukushima zu ergreifen, da befürchtet wurde, dass dies indirekt zu (1) Protesten bzw. gerichtlichen Klagen führen, (2) Anti-Atomkraft-Einstellungen in der Bevölkerung Vorschub leisten und (3) negativen Einfluss auf den Kraftwerksbetrieb haben könnte.<ref name="NYT20121012">{{cite news|last=Fackler|first=Martin|title=Japan Power Company Admits Failings on Plant Precautions|url=http://www.nytimes.com/2012/10/13/world/asia/tepco-admits-failure-in-acknowledging-risks-at-nuclear-plant.html?_r=0|accessdate=2012-10-13|newspaper=The New York Times|date=2012-10-12}}</ref><ref>{{cite news|last=Sheldrick|first=Aaron|title=Fukushima operator must learn from mistakes, new adviser says|url=http://in.reuters.com/article/2012/10/13/japan-nuclear-adviser-fukushima-idINDEE89C03220121013?feedType=RSS&feedName=worldNews|publisher=Reuters|accessdate=2012-10-13|date=2012-10-12}}</ref><ref name="Yamaguchi20121012">{{cite news|last=Yamaguchi|first=Mari|title=Japan utility agrees nuclear crisis was avoidable|url=http://www.boston.com/news/world/asia/2012/10/12/japan-utility-admits-nuke-crisis-avoidable-says-feared-consequences-new-safety-measures/NK3yENYHgVPQZ76POvbBLL/story.html|work=Associated Press|publisher=Boston.com|accessdate=2012-10-13|date=2012-10-12|archiveurl=https://web.archive.org/web/20131005004918/http://www.boston.com/news/world/asia/2012/10/12/japan-utility-admits-nuke-crisis-avoidable-says-feared-consequences-new-safety-measures/NK3yENYHgVPQZ76POvbBLL/story.html|archivedate=2013-10-05}}</ref>
In dem Kommissionreport bestätigt Tepco, dass man die Folgen des Unglücks hätte mindern können, wenn die Energieversorgungs- und Kühlsysteme der Anlage den internationalen Standards entsprechend redundanter ausgelegt worden wären.

Darüber hinaus gesteht der Bericht zu, dass Tepco es nicht hätte zulassen dürfen, dass die Notfallübungen lediglich als obligatorische Formalität absolviert wurden statt als praktische Übungen zum Krisenmanagement.<ref name="Yamaguchi20121012" />

Tepco schreibt weiter: „Es gab Befürchtungen dass – wären weitere Maßnahmen gegen ernste Unfälle ergriffen worden – sich in den Gastgeber-Gemeinden (der Reaktoren) Sorgen über Sicherheitsprobleme der gegenwärtigen Kraftwerke breit machen würden.“
Es wird berichtet dass bereits 2002 Maßnahmen gegen schwere Unglücke ergriffen wurden, die den Druckablass im Notfall sowie die Verknüpfung der Energieversorgungssysteme untereinander betrafen, dass aber weitergehende Maßnahmen nie umgesetzt wurden, da diese zur „Verunsicherung der Öffentlichkeit führen und die Anti-Atomkraft-Bewegung stärken könnten“.<ref name="CNN20121012">{{cite news|title=Japanese nuclear plant operator admits playing down risk|url=http://edition.cnn.com/2012/10/12/world/asia/japan-tepco-report/index.html?hpt=ias_c2|work=CNN Wire Staff|publisher=CNN|accessdate=2012-10-13|date=2012-10-12}}</ref>

=== Kosten und Haftung ===
Die Kosten der Reaktorkatastrophe werden je nach Quelle auf über 150<ref name="FAZ Kosten">[http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiekommissar-oettinger-eine-milliarde-euro-haftung-fuer-atomunfaelle-12643237.html ''Energiekommissar Oettinger. Eine Milliarde Euro Haftung für Atomunfälle.''] In: ''[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]],'' 31. Oktober 2013. Abgerufen am 1. November 2013.</ref> bis ca. 187 Mrd. Euro geschätzt (Stand Oktober 2013).<ref name="Focus Kosten" /><ref name="n-tv Kosten" /> Nach dem japanischen Atomhaftungsgesetz<ref>147/1961: [http://law.e-gov.go.jp/htmldata/S36/S36HO147.html 原子力損害の賠償に関する法律], englisch: {{Webarchiv|text=Act on Compensation for Nuclear Damage|url=http://www.oecd-nea.org/law/legislation/japan-docs/Japan-Nuclear-Damage-Compensation-Act.pdf |wayback=20110409065312}}; PDF; 76&nbsp;kB, Section 3 </ref> trifft die Betreiber von Atomkraftwerken verschuldensunabhängig eine [[Gefährdungshaftung]] für nukleare Schäden, sofern diese nicht durch eine außergewöhnlich schwerwiegende Naturkatastrophe oder einen Aufstand verursacht wurden. Regierungssprecher Edano sagte, die Anwendung der Naturkatastrophen-Ausnahme sei unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen unmöglich.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/81077.html | webciteID=5xtYjF6TZ | text=''Natural disaster exemption not to apply to Tokyo Electric: Edano''}} (englisch). Kyodo News, 25.&nbsp;März 2011, abgerufen am 25.&nbsp;März 2011.</ref>

Der Reaktorbetrieb ist nur erlaubt, wenn der Betreiber sowohl einen privaten Haftpflichtversicherungsvertrag als auch eine Freistellungsvereinbarung mit dem Staat für durch die Versicherung nicht abgedeckte Schäden abschließt. Hierbei ist eine Deckungssumme von 120 Milliarden Yen (damals umgerechnet rund eine Milliarde Euro) je Installation vorgeschrieben.<ref>Gesetz 147/1961, Section 7</ref> Die private Versicherung des japanischen [[Atompool]]s (Japan Atomic Energy Insurance Pool) deckt keine durch Erdbeben verursachten Schäden ab.<ref name="bloomberg">Natalie Obiko Pearson und Carolyn Bandel: {{Webarchiv | url=http://www.bloomberg.com/news/2011-03-23/nuclear-cleanup-cost-goes-to-japan-s-taxpayers-may-spur-liability-shift.html | webciteID=5xsyNH4dW | text=''Atomic Cleanup Cost Goes to Japan’s Taxpayers, May Spur Liability Shift''}} (englisch). In: ''bloomberg.com''. 23.&nbsp;März 2011.</ref> Überschreitet ein Schaden die Deckungssumme, kann der Staat den Betreiber auf Beschluss des [[Kokkai|japanischen Parlaments]] bei der Erfüllung der Schadensersatzforderungen unterstützen.<ref>Gesetz 147/1961, Section 16</ref>

Für die Geschädigten sind Schäden aus radioaktiven Kontaminationen nicht durch Versicherungen abgedeckt. Die großen Rückversicherer [[Swiss Re]] und [[Munich Re]] erwarteten keine nennenswerte Belastung der Versicherungswirtschaft aus den Nuklearunfällen (Stand Mai 2011).<ref>{{Webarchiv | url=http://media.swissre.com/documents/pr_20110321_japan_en.pdf | webciteID=5ygfD8fZ9 | text=''Swiss Re provides estimate of its claims costs from Japan earthquake and tsunami''}} (englisch, pdf). Swiss Re, 21.&nbsp;März 2011 (PDF; 115&nbsp;kB).</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.munichre.com/en/media_relations/press_releases/2011/2011_03_22_press_release.aspx | webciteID=5ygfJyBZB | text=''Munich Re estimates claim burden from earthquake in Japan at around €1.5bn''}} (englisch). Munich Re, 22.&nbsp;März 2011.</ref>

Mitte April 2011 wurde Tepco vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, sowohl die aus der Umgebung des Kraftwerks evakuierten Menschen als auch jene, die ihre Häuser nicht verlassen sollten, vorläufig finanziell zu entschädigen. Für jeden Mehrpersonenhaushalt zahlte Tepco eine Million Yen – dies entsprach zum damaligen Zeitpunkt ungefähr 8.300&nbsp;€ – und für jeden Singlehaushalt 750.000 Yen, entsprechend 6.250&nbsp;€.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11041501-e.html | webciteID=5xxZsGWfm | text=''Payment of Temporary Compensation for damages caused by evacuation''}} (englisch). Tepco, 15.&nbsp;April 2011.</ref> 50.000 Haushalte erhielten insgesamt rund 50 Milliarden Yen (415 Mio. €).<ref name="ftd-ticker-2011-04-15">{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:live-ticker-zur-atomkatastrophe-in-japan-tepco-zahlt-vorlaeufig-415-mio-entschaedigung/60039773.html | webciteID=5xxc9SzGd | text=''Live-Ticker zur Atomkatastrophe in Japan''.}} Financial Times Deutschland, 15.&nbsp;April 2011, abgerufen am 15.&nbsp;April 2011.</ref>

Wenig später bestätigte eine Regierungskommission, dass Tepco die wirtschaftlichen Verluste aus Verboten und freiwilligen Einschränkungen des Verkaufs von landwirtschaftlichen und Fischereiprodukten zu tragen habe.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/88389.html | webciteID=5yJDmpq5c | text=''TEPCO urged to compensate farm and fishery producers, evacuees''}} (englisch). Kyodo News, 28.&nbsp;April 2011, abgerufen am 29.&nbsp;April 2011.</ref> Tepco könne sich nicht auf die Haftungsausschlussklausel bei Naturkatastrophen berufen, weil dem Unternehmen der unzureichende Schutz der Anlage gegen Tsunamis bekannt gewesen sei.<ref name="jaif_68" /> Die Gesamtentschädigungen für die Landwirtschaft wurden im Dezember 2011 mit umgerechnet rund 1 Mrd. Euro beziffert. Der Großteil davon war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezahlt.<ref name="jaif_281" />

=== Finanzierung ===
[[Datei:TEPCO head office.jpg|mini|hochkant=0.7|Die Tepco-Firmenzentrale in [[Chiyoda]], Tokio]]

Durch die Unfallfolgekosten und den Ausfall weiterer Kraftwerke nach dem Erdbeben<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11032001-e.html | webciteID=5yG8VgMKl | text=''Status of TEPCO’s Facilities and its services after Tohoku-Taiheiyou-Oki Earthquake (as of 9:00AM)''.}} Tepco, 25.&nbsp;März 2011.</ref> geriet Tepco in finanzielle Schwierigkeiten<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/82069.html | webciteID=5xntVg5Pk | text=''Tokyo Electric to scrap 4 reactors at crippled nuclear plant''}} (englisch). Kyodo News</ref> und ersuchte um den 23.&nbsp;März sieben japanische Großbanken um Kredite in Höhe von 17 Milliarden Euro, mit denen die Schäden aus der Reaktorkatastrophe bezahlt werden sollen. Zuvor hatten die Ratingagenturen [[Moody’s]] sowie [[Standard & Poor’s]] die Kreditwürdigkeit von Tepco herabgestuft.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E8A36604547834F3581BB21E028C7B438~ATpl~Ecommon~Scontent.html | webciteID=5xtY09TSR | text=''Tepco braucht Geld für Reparaturen''.}} FAZ, 23.&nbsp;März 2011.</ref> Die Banken stellten die gewünschten Kredite innerhalb von drei Wochen zur Verfügung.<ref name="jaif_50" />

Die japanische Regierung erwog eine Aufspaltung des Unternehmens. Das Kraftwerk Fukushima I würde demnach aus dem Konzern herausgetrennt und verstaatlicht. Damit käme der japanische Staat auch für die Entschädigungszahlungen infolge der Katastrophe auf.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.ftd.de/politik/international/:chronik-zur-katastrophe-in-japan-atomkrise-erreicht-toyota-in-europa/60038094.html | webciteID=5xtk0Mv1H | text=''Live-Ticker zur Katastrophe in Japan''.}} Financial Times Deutschland, 12.&nbsp;April 2011, abgerufen am 12.&nbsp;April 2011.</ref> Unabhängig davon sagte die Regierung zu, das Unternehmen zu unterstützen, falls es die Kosten der Nuklearkatastrophe nicht alleine tragen könne.<ref>{{Webarchiv | url=http://english.kyodonews.jp/news/2011/04/87314.html | webciteID=5yASmtsMn | text=''Gov’t to help TEPCO pay for nuke crisis damages if survival at risk''}} (englisch). Kyodo News, 23.&nbsp;April 2011, abgerufen am 23.&nbsp;April 2011.</ref> Am 10. Mai kam Tepco auf dieses Angebot zurück und bat den Staat offiziell um finanzielle Unterstützung.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.istockanalyst.com/business/news/5133543/update4-tepco-chief-asks-gov-t-to-help-in-paying-nuclear-disaster-damages |wayback=20131106090751 |text=''TEPCO chief asks gov’t to help in paying damages'' |archiv-bot=2018-08-28 21:58:03 InternetArchiveBot }} Wiedergabe der Meldung der Kyodo News vom 10. Mai 2011 auf www.istockanalyst.com, abgerufen am 1. Oktober 2012.</ref>

Die Regierung richtete im September mit einem eigenen Gesetz, einer „[[Lex]] Tepco“, einen Unterstützungs[[Stiftung|fonds]] mit der Bezeichnung ''Nuclear Damage Compensation Facilitation Corporation'' (Fördergesellschaft für die Kompensation von Nuklearschäden) ein, der sich hauptsächlich über vom Staat garantierte [[Anleihe]]n finanziert, zunächst mit einem Volumen von umgerechnet bis zu 18&nbsp;Milliarden Euro. Weitere Beiträge leisten neun der zehn regionalen japanischen Stromversorger und andere Unternehmen der Nuklearindustrie. Der Fonds stellt dem Kraftwerksbetreiber bei Bedarf Geld für die Finanzierung von Entschädigungszahlungen zur Verfügung, das in Raten wieder zurückgezahlt werden muss.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.meti.go.jp/english/earthquake/nuclear/roadmap/pdf/20111012_nuclear_damages_2.pdf | webciteID=645FZ1Ma7 | text=''Outline of the Act to Establish the Nuclear Damage Compensation Facilitation Corporation''}} (englisch, pdf). [[METI]], August 2011, abgerufen am 21.&nbsp;Dezember 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-08/fukushima-entschaedigungsfonds | webciteID=644pzXbIj | text=''Japan beschließt Entschädigungsfonds für Fukushima''}}. Zeit Online, 3.&nbsp;August 2011.</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://ajw.asahi.com/article/0311disaster/fukushima/AJ201109089651 | webciteID=645Gox5mq | text=''Nuclear operators to pay 7 billion yen to compensation body''}} (englisch). Asahi Shimbun, 8.&nbsp;September 2011.</ref>

Im [[Jahresabschluss]] des [[Geschäftsjahr]]es 2010/11 (zum 31.&nbsp;März 2011) verbuchte Tepco [[Aufwand#In der Betriebswirtschaftslehre|Aufwand]] und [[Rückstellung]]en von 884 Milliarden Yen (umgerechnet 7,5 Milliarden Euro) für bis dahin angefallene und weitere erwartete Kosten der Nuklearunfälle. Davon entfielen 426&nbsp;Mrd. Yen auf die Stabilisierungs- und Sicherungsmaßnahmen im Kraftwerk, 207&nbsp;Mrd. Yen auf den geplanten Abbruch der Reaktorblöcke&nbsp;1 bis 4, 212&nbsp;Mrd. Yen auf die laufenden Betriebskosten der abgeschalteten Blöcke&nbsp;5 und 6 und 39&nbsp;Mrd. Yen auf die Aufgabe der [[Kernkraftwerk Fukushima Daiichi#Daten der Reaktorblöcke|geplanten Blöcke&nbsp;7 und 8]]. Die Reparaturkosten für andere, vom Erdbeben und Tsunami beschädigte Anlagen bezifferte Tepco auf 133&nbsp;Mrd. Yen.<ref>Shimizu Masataka: {{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/corpinfo/ir/tool/presen/pdf/110520-e.pdf | webciteID=5yqcXewyO | text=''FY2010 Year-end Earnings Results, Presentation Material''}} (englisch, pdf). Tepco, 20.&nbsp;Mai 2011. S.&nbsp;9.</ref> Nach Vermeldung der Zahlen gaben Präsident [[Shimizu Masataka]] und drei weitere Direktoren ihren Rücktritt zur Hauptversammlung am 28.&nbsp;Juni 2011 bekannt.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/11052010-e.html | webciteID=5ywzStaP3 | text=''Announcement of Changes of Directors''}} (englisch). Tepco, 20.&nbsp;Mai 2011.</ref> Weitere 1076 Mrd. Yen (rund 10 Mrd. €) kamen im ersten Geschäftshalbjahr 2011/12 hinzu, davon der Großteil für Entschädigungsaufwand.<ref>Toshio Nishizawa: {{Webarchiv | url=http://www.tepco.co.jp/en/corpinfo/ir/tool/presen/pdf/111104-e.pdf | webciteID=645F5QW6H | text=''FY2011 2nd Quarter Earnings Results (April 1 – September 30, 2011) Presentation Material''}} (englisch, pdf). Tepco, 4.&nbsp;November 2011, abgerufen am 21.&nbsp;Dezember 2011.</ref>

== Prozesse ==
Die Staatsanwaltschaft entschied zweimal gegen eine Anklage von Tepco-Managern.
Bürger und Protestgruppen drängten vehement darauf, gegen Tepco-Manager einen Prozess zu führen. Erst nachdem in einem sehr selten angewandten Verfahren zwei Bürger-Jurys für die Anklage votierten, wurden 2016 drei Tepco-Manager angeklagt: Tsunehisa Katsumata (77), der frühere Tepco-Vorstandsvorsitzende, sowie die beiden ehemaligen Vizepräsidenten Sakae Muto (66) und Ichiro Takekuro (71 Jahre).

Im Juni 2017 begann dieser Prozess. Es ist das erste strafrechtliche Verfahren in Japan zur Aufarbeitung der Atomkatastrophe. Den Angeklagten wird vorgeworfen, ihre dienstlichen Pflichten vernachlässigt zu haben. Die Anklage lastet ihnen unter anderem den Tod von 44 Menschen an, darunter Patienten, die aus der Nähe des Kernkraftwerks evakuiert wurden und dabei starben.<ref name="faz-prozess">FAZ.net 30. Juni 2017 / Patrick Welter: [http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/tepco-manager-erklaeren-sich-fuer-unschuldig-an-fukushima-desaster-15084349.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 ''Tepco-Manager erklären sich für unschuldig'']</ref>

Im März 2018 stellte ein Gericht in Kyoto eine Mitschuld der japanischen Regierung und des Betreiberkonzerns Tepco an der Katastrophe von Fukushima fest. Staat und Unternehmen wurden zu Entschädigungszahlungen in Höhe von umgerechnet 835.000 Euro verurteilt. Die Regierung sei bis zu einem gewissen Grad in der Lage gewesen, das Risiko eines Tsunamis vorherzusehen. Der Staat habe es aber versäumt, Tepco zu Schutzmaßnahmen aufzufordern.<ref>[http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-03/japan-fukushima-staat-tepco-gericht-schuld-verurteilung ''Gericht verurteilt Regierung wegen Fukushima-Unglück'']</ref>

== Rezeption ==
Einer der Arbeiter auf dem Gelände des zerstörten Atomkraftwerks war der japanische [[Mangaka]] [[Kazuto Tatsuta]]. Er schildert zum Selbstschutz vor seinem Arbeitgeber unter diesem Pseudonym seine Erlebnisse in dem dreibändigen [[Manga]] ''[[Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima]]''. Dabei wurden auch bis zur Veröffentlichung weitgehend unbekannte Informationen aus dem Inneren des zum großen Teil unzugänglichen Geländes sowie der zerstörten Gebäude dargestellt. Die deutschen Ausgaben des Mangas erschienen beim [[Carlsen Verlag]].<ref>{{Internetquelle |url=http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/manga-aus-dem-sperrgebiet--101467714.html |titel=Manga aus dem Sperrgebiet |autor=Felix Lill |hrsg=[[Badische Zeitung]] |datum=2015-03-07 |zugriff=2017-03-04}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.carlsen.de/blog/interview-mit-reaktor-1f-autor-kazuto-tatsuta |titel=Fünfter Jahrestag der Katastrophe in Fukushima: Interview mit „Reaktor 1F“-Autor Kazuto Tatsuta |hrsg=[[Carlsen Verlag]] |datum=2016-03-09 |zugriff=2017-03-04}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=lAxlfClbUek |titel=Fukushima – Leben mit der Katastrophe |hrsg=[[Bayerischer Rundfunk]] bei [[YouTube]] |datum=2016-03-12 |zugriff=2018-01-10}}</ref>

Im 2015 erschienenen Album ''[[Werwolf-Attacke – Monsterball ist überall]]'' der Musikgruppe [[Erste Allgemeine Verunsicherung|EAV]] wird das 1987 in Reaktion auf die [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl]] erschienene Lied ''[[Burli (Lied)|Burli]]'' mit dem Stück ''Mrs. Fuckushima'' fortgeschrieben.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.focus.de/kultur/musik/klaus-eberhartinger-die-welt-heute-ist-ein-monsterball_id_4443016.html |titel=Klaus Eberhartinger: Die Welt heute ist ein Monsterball |hrsg=[[Focus online]] |datum=2015-01-30 |zugriff=2017-02-05}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.verunsicherung.de/diskografie/songs/mrs_fuckushima.html |titel=Mrs. Fuckushima |hrsg=www.verunsicherung.de |datum=2015-01-30 |zugriff=2017-02-05}}</ref>

[[Quarks & Co]], das Wissenschafts-Fernsehmagazin des [[Westdeutscher Rundfunk Köln|WDR]], berichtete mehrmals und von Beginn an über die Dreifachkatastrophe, insbesondere über die Vorgänge in Fukushima.<ref>u.&nbsp;a. [https://www.youtube.com/watch?v=kXVsN0Y-jbo ''Mensch gegen Strahlung''], [[Quarks & Co]] vom 22. März 2011 bei [[YouTube]], abgerufen am 14. Februar 2017.</ref> Ein Jahr danach, am 6. März 2012 wurde unter dem Titel ''Die Katastrophe von Fukushima'' über den Störfall und seine Folgen berichtet.<ref>[https://www.youtube.com/watch?v=rqrggbe-zYE ''Die Katastrophe von Fukushima''], [[Quarks & Co]] vom 6. März 2012 bei [[YouTube]], abgerufen am 14. Februar 2017.</ref> Über den Stand der Aufräumarbeiten am Reaktor und in der Region wurde in der Sendung mit dem Titel ''Fukushima – Ende nicht in Sicht'' vier Jahre danach informiert.<ref>[https://www.youtube.com/watch?v=xme8IVDlKqA ''Fukushima – Ende nicht in Sicht''], [[Quarks & Co]] vom 10. März 2015 bei [[YouTube]], abgerufen am 14. Februar 2017.</ref><ref>Reinhart Brüning: [http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/fukushima-chronik100.html ''Was bei der Reaktorkatastrophe und in den vier darauffolgenden Jahren geschah''], [[Quarks & Co]], [[Westdeutscher Rundfunk Köln|WDR]], 3. März 2015.</ref>

== Siehe auch ==
* [[Chronologie der Katastrophe in Japan von 2011]], [[Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima]]
* [[Kernenergie in Japan]]
* [[Reaktorsicherheit]]
* [[Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen]]

== Literatur ==
* Bundesamt für Strahlenschutz [Hrsg.]: ''Die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Seebeben vom 11. März 2011 : Beschreibung und Bewertung von Ablauf und Ursachen'', auch online [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-201203027611 Downloadseite] (PDF; 23&nbsp;MB), abgerufen am 15. März 2015.
* Helen Caldicott [Hrsg.]: ''Crisis Without End: The Medical and Ecological Consequences of the Fukushima Nuclear Catastrophe.'' [Die Beiträge eines Symposiums an der New York Academy of Medicine, veranstaltet vom 11. bis 12. März 2013]. The New Press, New York 2014. ISBN 978-1-59558-970-5 (eBook)
* Tomohiko Suzuki: ''Inside Fukushima. Eine Reportage aus dem Innern der Katastrophe'', Assoziation A, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86241-458-1.

== Weblinks ==
{{Commonscat|Fukushima I accidents|Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima I}}
{{Wikinews|Kategorie:Kernkraftwerk Fukushima I|Kernkraftwerk Fukushima I}}
* [http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/japans-nuclear-meltdown/ ''Inside Japan’s Nuclear Meltdown''] – PBS-Frontline-Dokumentation (Video, 55 Min., englisch)
* [http://www.tepco.co.jp/en/press/corp-com/release/index-e.html Pressemeldungen] (englisch) des Kraftwerksbetreibers [[Tepco]]
* [http://www.tepco.co.jp/en/nu/f1-np/camera/index-e.html Webcam Kernkraftwerk Fukushima I,] {{Webarchiv | url=http://inethub.olvi.net.ua/fukuschima.php | wayback=20110319153644 | text=Aufzeichnung seit dem 11.&nbsp;März}}
* [http://www.nsr.go.jp/english/e_news/ Berichte der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA] (englisch)
* {{Webarchiv | url=http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110406-1-1.pdf | webciteID=5xuhLD1j7 | text=The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Pacific Earthquake and the seismic damage to the NPPs}} (englisch), Zusammenstellung des Unfallhergangs durch die NISA (Archiv)
* [http://www.vgb.org/vgbmultimedia/News/Fukushimav15VGB.pdf The Tohoku-Taiheiyou-Oki Earthquake and Subsequent Tsunami on March 11, 2011 and Consequences for Nuclear Power Plants in Northeast Honshu] (englisch; PDF; 5,2&nbsp;MB), Materialsammlung zum Unfallhergang, Ludger Mohrbach und Thomas Linnemann, [[VGB PowerTech]] ({{Webarchiv | url=http://www.vgb.org/vgbmultimedia/News/Fukushimav15VGB.pdf | webciteID=5xuWO5inQ | text=Archiv vom 13.&nbsp;April 2011}})
* [http://www.kantei.go.jp/foreign/noda/topics/201109/201109_attachment_all.pdf Dokumentensammlung der japanischen Behörden zu Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung] (PDF, englisch)
* [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1117166 ''Fukushima auch in Deutschland?''] Hintergrundartikel im ''Spektrum der Wissenschaft'' vom 25. Juli 2011
* {{Webarchiv | url=http://ramap.jaea.go.jp/map/map.html | wayback=20111020115217 | text=Interaktive Karte der Strahlungsverteilung}} des Bildungs- und Wissenschaftsministeriums in Japan (japanisch; links unten auf den Button klicken)
* [http://cryptome.org/2012-info/daiichi-022012/daiichi-022012.htm ''Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Photos 20, 28 February 2012''] bei [[Cryptome]]
* [http://www.grs.de/publications/grs-S-51-fukushima-daiichi-11-maerz-2011-unfallablauf-radiologische-folgen 365 Tage Fukushima – Infobroschüre der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit GRS (mbH)] vom 7. März 2012
* [http://jciv.iidj.net/map/ Übersichtskarte der Strahlenbelastung in Japan, ständige Aktualisierung]
* {{Internetquelle
|autor=Melanie Arndt
|url=http://www.zeitgeschichte-online.de/kommentar/fukushima-ist-nicht-tschernobyl
|titel=Fukushima ist nicht Tschernobyl?
|werk=Zeitgeschichte Online
|hrsg=Zentrum für Zeithistorische Forschung
|datum=2011-03
|zugriff=2015-01-17
|format=}}
* Susanne Pötzsch: [http://www.zeitgeschichte-online.de/film/bilder-der-zerstoerung Bilder der Zerstörung. Fukushima im Film], auf [http://www.zeitgeschichte-online.de/ Zeitgeschichte-online], März 2012
* [[Deutschlandfunk.de]], ''Dossier'', 4. März 2016, [[Judith Brandner]]: [http://www.deutschlandfunk.de/japanische-akw-tageloehner-am-reaktor.1170.de.html?dram:article_id=342970 ''Japanische AKW. Tagelöhner am Reaktor.'']
* {{Internetquelle
|url=http://www.grs.de/5-jahre-fukushima
|titel=Fukushima – Fünf Jahre nach dem Reaktorunfall
|hrsg=Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)
|datum=2016-03-07
|zugriff=2016-03-27}}<!-- Sicherung: {{Webarchiv | url=http://www.grs.de/5-jahre-fukushima | wayback=20160327093745 | text=}}. --> ''Radiologische Situation und aktuelle Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima: ein Überblick'' – eine Zusammenfassung der Änderungen in der Neuauflage vom Fukushima-Bericht der GRS, konkret [http://www.grs.de/sites/default/files/pdf/grs-s-56.pdf ''&nbsp;Fukushima Daiichi&nbsp; 11. März 2011&nbsp;'' (5. überarbeitete Auflage, März 2016, PDF)].
* [http://www.aljazeera.com/programmes/101east/2016/08/fukushima-time-bomb-160824122108827.html ''Inside Fukushima's Time Bomb'']. Al Jazeera English, August 2016 (Video, englisch, 25 Min.)

== Einzelnachweise ==
<references responsive>
<ref name="UNSCEAR13">UNSCEAR: [http://www.unscear.org/docs/reports/2013/13-85418_Report_2013_Annex_A.pdf UNSCEAR 2013 Report. Volume I REPORT TO THE GENERAL ASSEMBLY SCIENTIFIC ANNEX A: Levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident after the 2011 great east-Japan earthquake and tsunami]</ref>
</references>

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Version vom 5. Februar 2019, 22:24 Uhr

Satellitenfoto der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach links) am 16. März 2011 nach mehreren Explosionen und Bränden
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Vergleichende Satellitenfotos des Katastrophengebiets vor und nach dem Tsunami infolge des „Tōhoku-Erdbebens“: Ein Küstenausschnitt nahe Iwanuma südlich Sendai in der Präfektur Miyagi (nördlich angrenzend an die Präfektur Fukushima).[1]

Als Nuklearkatastrophe von Fukushima wird eine Reihe katastrophaler Unfälle und schwerer Störfälle ab dem 11. März 2011 im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I) in Ōkuma bezeichnet. Die Katastrophe erreichte auf der siebenstufigen INES-Skala (Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse) die höchste Stufe 7.

Einschätzung der Emission radioaktiver Stoffe

Die Unfallserie begann am 11. März 2011 um 14:47 Uhr (Ortszeit) mit dem Tōhoku-Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami, die beide als Auslöser der Katastrophe gelten. Sie nahm gleichzeitig in vier von sechs Reaktorblöcken ihren verhängnisvollen Verlauf. In Block 1, 2 und 3 kam es zur Kernschmelze. Es gab Explosionen in drei Reaktorblöcken, sowie einen Brand in einem Abklingbecken. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt. Bei der Freisetzung des Caesium-Isotops Cs-137 geben manche Quellen 36 PBq Cs-137 an,[2] das wären ca. 42 % der Cs-137 Emission von Tschernobyl.[3] Andere Quellen schätzen 50 bis 80 PBq, das wäre in etwa so viel wie bei Tschernobyl.[4] Diese Schätzungen betreffen hauptsächlich die Kontamination der Luft und des Bodens. Zur Abgabe in den Pazifischen Ozean gibt es bisher keine zuverlässigen Studien. Wahrscheinlich liegen die totalen Werte weitaus höher.[5]

Evakuierungsmaßnahmen

Ungefähr 170.000 Einwohner wurden aus den betroffenen Gebieten evakuiert, darunter etwa 20.000 auf freiwilliger Basis. Untersuchungen ergaben, dass unter den Umgesiedelten die psychischen Störungen um etwa den Faktor 5 höher lagen als im japanischen Durchschnitt. Unter evakuierten Senioren stieg die Mortalitätsrate in den ersten drei Monaten nach dem Unfall um den Faktor 3 an und stagnierte schließlich beim 1,5-fachen des Wertes vor der Katastrophe.[6] Hunderttausende in landwirtschaftlichen Betrieben zurückgelassene Tiere verendeten.[7]

Todesopfer und Krebserkrankungen

Der erste offiziell vom japanischen Staat anerkannte Leukämie-Fall bei einem Arbeiter, der direkt auf die Verstrahlung zurückzuführen ist, erfolgte im Jahr 2015.[8] Anfang September 2018 wurde vom japanischen Gesundheitsministerium ein erster Todesfall als Folge des Reaktorunglücks anerkannt und finanziell kompensiert. Es handelte sich um einen über 50-jährigen ehemaligen Angestellten, bei dem 2016 Lungenkrebs diagnostiziert wurde und welcher 2018 starb. Dieser war mindestens zweimal mit Strahlenmessungen am Unglücksort kurz nach der Kernschmelze beschäftigt, wobei er Atemschutz und Schutzkleidung trug. Zuvor hatte das Ministerium bereits bei vier anderen Arbeitern strahlungsbedingte (aber bisher nichttödliche) Erkrankungen attestiert. Außerdem hatte das Reaktorunglück die Evakuierung von Patienten eines nahe gelegenen Krankenhauses erzwungen, von denen 40 später möglicherweise umzugsbedingt starben.[9][10]

Die Zahl der „direkten“ oder „indirekten“ Todesopfer wird sehr unterschiedlich - je nach Interessengruppe - bewertet. Laut dem Schweizer Nuklearforum sind bis 2017 keine „strahlenbedingten Erkrankungen oder gar Todesfälle aufgetreten“.[11] Eine japanische Tageszeitung kommt 2015 auf 1.232 Tote, von denen zwar keiner unmittelbar auf den Reaktorunfall zurückzuführen ist, aber bei denen es sich um Suizide und um Folgen der gesundheitlichen Auswirkungen des harten Lebens in den provisorischen Behelfsunterkünften handele.[12]

Seit 2011 werden bei Kindern in Japan zunehmend Erkrankungen an der Schilddrüse oder Schilddrüsenkrebs festgestellt.[13] Ein im März 2018 veröffentlichter Bericht der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges kommt auf bisher 194 bestätigte Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern. In ganz Fukushima gab es 2017 mit statistisch 13,4 Fällen Schilddrüsenkrebs pro 100.000 Kinder pro Jahr eine deutliche Zunahme im Vergleich zur Zeit vor der Katastrophe. „Zur Erinnerung: die übliche Inzidenz von kindlichem Schilddrüsenkrebs lag in Japan vor Fukushima bei 0,35 Fällen pro 100.000 Kindern pro Jahr.“ (Zitat IPPNW-Report März 2018)[14] Dies bedeutet, dass Schilddrüsenkrebsdiagnosen bei Kindern in Fukushima um mehr als das 38fache zugenommen haben. Allerdings kommt der deutsche Radioökologe Georg Steinhauser zu einem ganz anderen Ergebnis. Es sei medizinisch nicht zu erklären, warum bereits wenige Jahre nach der Freisetzung der Radioaktivität erhöhte Schilddrüsenkrebsfälle gemessen wurden, da nach den Erfahrungen von Tschernobyl ein vielfaches an Zeit dafür notwendig wäre. Er erklärt dies als Artefakt des Screenings, bei dem anders als in der bisherigen Statistik auch solche Fälle aufgeführt werden, die ohne das Screening nicht aufgefallen wären, da sie ein Leben lang beschwerdelos bleiben.[15] Eine sichere Prognose bezüglich der Zunahme bösartiger Schilddrüsenkarzinome bei Kindern und Jugendlichen ist generell derzeit noch kaum möglich.[16] Ein IPPNW-Report aus dem Jahr 2016 schätzt bis zu 66.000 zusätzliche Krebsfälle bei der Gesamtbevölkerung in Japan infolge der Katastrophe.[17] Der Arzt Alex Rosen berichtet 2017 von dokumentierten Fällen, in denen die Fukushima Medical University betroffene Kinder in andere Krankenhäuser überweist und dadurch von der offiziellen Statistik ausschließt.[18]

Stilllegung des Kraftwerks und Entsorgung der radioaktiven Stoffe

Vier von sechs Reaktorblöcken des Kraftwerks wurden durch die Unfälle zerstört.[19] Die beiden verbliebenen Blöcke 5 und 6 werden auf Anordnung von Ministerpräsident Abe endgültig stillgelegt.[20] Die Entsorgungsarbeiten werden voraussichtlich 30 bis 40 Jahre dauern,[21] die Kosten der Katastrophe werden auf über 150 Mrd. Euro (Frankfurter Allgemeine Zeitung)[22] bzw. ca. 187 Mrd. Euro (Focus/n-tv)[23][24] geschätzt. Nach der Katastrophe stieg die Skepsis gegenüber der zivilen Nutzung der Kernenergie.[25] Mehrere Länder gaben ihre Kernenergieprogramme auf. Die japanische Regierung selbst beschloss Mitte September 2012 den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2040,[26] schränkte diesen aber nach Protesten seitens der Wirtschaft wieder ein.[27] Letztlich war Japan durch diese Nuklearkatastrophe nur etwa zwei Monate ohne Atomreaktorbetrieb, weil es nach der letzten diesbezüglichen Abschaltung eines Reaktors Anfang Mai 2012 schon Anfang Juli desselben Jahres wieder einen Reaktor in Betrieb nahm.

Informationsquellen

Der Großteil der verfügbaren Informationen über die Vorgänge auf dem Kraftwerksgelände stammt direkt oder indirekt von der Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Company (Tepco). Veröffentlicht wurden sie teils direkt von Tepco im Internet und auf Pressekonferenzen, teils über regelmäßige Berichte beziehungsweise Pressekonferenzen der japanischen Atomaufsichtsbehörde (NISA), des übergeordneten Wirtschaftsministeriums (METI) und des Regierungssprechers. Die japanische Regierung war am Krisenstab in der Tepco-Firmenzentrale beteiligt. Die NISA war mit eigenen Experten vor Ort, die jedoch keine Messungen vornahmen, sondern nur die Angaben des Betreibers auf Plausibilität prüften.[28]

Das Japanische Atomindustrie-Forum (JAIF) veröffentlichte auf seiner Website mehrfach täglich Statusberichte zur Lage im Kraftwerk und zu weiteren Vorgängen im Zusammenhang mit den Unfällen.

Zu den wenigen von Tepco unabhängigen, öffentlich verfügbaren Informationen vom Kraftwerksgelände gehören Aufnahmen und Messungen, die von außerhalb gemacht wurden, zum Beispiel Luftaufnahmen[29] und Satellitenbilder, sonstige Foto- und Videoaufnahmen und Strahlungsmessdaten unbemannter US-amerikanischer Aufklärungsflugzeuge. Hinzu kommen Berichte von Mitarbeitern am Kraftwerk.

Aus der weiteren Umgebung in Japan sind Messwerte von verschiedenen Quellen verfügbar, zum Beispiel von staatlichen Stellen wie dem japanischen Kultus- und Technologieministerium (MEXT), dem Gesundheitsministerium (MHLW) und dem nach Ausrufung des nuklearen Notstands eingerichteten Katastrophenschutzkommando,[30] von regionalen Behörden und Organisationen, von Privatpersonen und von internationalen Beobachtern.

Die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sammelt und bewertet im Auftrag des Bundesumweltministeriums Informationen zu den Unfällen und stützt sich dabei auf die oben genannten Quellen. Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) und viele weitere Fachorganisationen und -publikationen werten die Daten aus Japan aus und berichten regelmäßig darüber.

Weltweit veröffentlichten Organisationen wie die IAEO, die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) und die Environmental Protection Agency Daten ihrer empfindlichen Messstellen zur Verbreitung der radioaktiven Partikel aus Fukushima.

Tepco, die japanische Regierung, die IAEO und eine von der Regierung Kan eingesetzte Expertenkommission[31] veröffentlichten erste, ausführliche Untersuchungsberichte.

Aufbau des Kraftwerks

Aufbau eines Reaktorgebäudes mit Mark-I-Sicherheits­behälter

Das Kernkraftwerk Fukushima I besteht aus sechs Reaktorblöcken mit je einem Siedewasserreaktor. In jedem Reaktorgebäude befindet sich neben dem Kernreaktor unter anderem ein Abklingbecken zur Zwischenlagerung verbrauchter Brennelemente.[32] Außerdem gibt es auf dem Kraftwerksgelände ein größeres, zentrales Abklingbecken und ein Brennelement-Trockenlager mit Spezialbehältern. An jedes Reaktorgebäude schließt sich ein weiteres Gebäude an, in dem sich die Turbinen und Generatoren zur Stromerzeugung sowie die Zu- und Abläufe für Kühlwasser aus dem Meer befinden.

Reaktoren und Abklingbecken müssen laufend gekühlt werden, auch in abgeschaltetem Zustand. In gebrauchten oder „abgebrannten“ Elementen zerfallen weiterhin Atome mit kurzer Halbwertszeit, die bei der Kernspaltung entstanden sind (Spaltprodukte). Dabei wird Wärme frei (Nachzerfallswärme), die die Brennelemente ohne ausreichende Kühlung zerstören würde. In jedem Reaktorblock gibt es daher mehrere Kühlkreisläufe, die zusätzlich redundant ausgelegt sind.

Ablauf der Unfallserie im Kraftwerk

Ausgangslage

Vor den Unfällen gab es Hinweise auf Risiken der verwendeten Reaktortypen und Konstruktionsmängel der Anlage in Fukushima Daiichi, Warnungen vor möglichen Schäden durch Erdbeben und Tsunamis sowie Kritik an unzureichender Wartung. Tepco und die japanischen Atomaufsichtsbehörden ignorierten die meisten dieser Hinweise.

Zum Zeitpunkt des Bebens waren die Reaktorblöcke 1, 2 und 3 in Betrieb.[33] Reaktorblock 4 war seit dem 30. November 2010 wegen einer großen Revision außer Betrieb; die Brennelemente dieses Blocks lagerten daher zum Unfallzeitpunkt vollständig im zugehörigen Abklingbecken. Die Blöcke 5 und 6 waren am 3. Januar 2011 bzw. am 14. August 2010 heruntergefahren und im Rahmen der Wartung schon wieder mit Brennelementen bestückt worden.[34] Im Gegensatz zu Block 1 und 2 befanden sich in Reaktor 3 seit August 2010 auch Mischoxid-Brennelemente, die eine Mischung aus Urandioxid und Plutoniumdioxid enthalten.[35] Jedes der Brennelemente bestand aus 72 (Reaktor 3 abweichend 74) Brennstäben und enthielt 170 bis 173 Kilogramm Kernbrennstoff.[36]

In den Reaktorkernen, Abklingbecken und Lagerbecken befand sich folgende Anzahl an Brennelementen und Masse an Kernbrennstoff:

Lagerort Brennelemente Abklingbecken
im Reaktorkern[37][38] im Abklingbecken[32] davon unbenutzt[32] Geschätzte
Wärmeleistung
(kW)[32][39][40][Anm. 1]
Volumen
(m³)[41]
Anzahl Masse
(t)
Anzahl Masse
(t)
Anzahl Masse
(t)
Block 1 400 68 392 67 100 17 180 1.020
Block 2 548 94 615 105 28 5 620 1.425
Block 3 [Anm. 2][42] 548 94 566 97 52 9 540 1.425
Block 4 0 0 1.535 263 204 35 2.260 1.425
Block 5 548 94 994 171 48 8 1.000 1.425
Block 6 764 132 940 162 64 11 870 1.497
Zentrales Abklingbecken 6.375 [Anm. 3] 1.093 1.130 [43] 3.828
Summe 2.808 480 11.417 1.958 496 85 6.600 12.045
  1. Die Tabelle gibt Schätzungen zum 9. November 2012 aus einem Bericht der japanischen Behörden an die IAEO wieder. Es gibt verschiedene abweichende, teils niedrigere und teils höhere Schätzungen. Die Wärmeleistung in den Abklingbecken von Block 1 bis 6 reduzierte sich innerhalb von drei Monaten um 10–30 Prozent.
  2. davon 32 Mischoxid-Brennelemente
  3. geschätzt auf Grundlage einer durchschnittlichen Brennstoffmasse von 0,1715 t je Brennelement

Die Gesamtmenge des in den Brennstäben enthaltenen radioaktiven 131I schätzte Tepco auf 81 · 1018 Becquerel bzw. 81 Millionen Terabecquerel.[44]

Außerdem befanden sich im Abfalllager des Kraftwerks mindestens 10.000 Tonnen kontaminiertes Wasser.[45]

Unfallserie vom 11. bis zum 16. März

Luftbild des Kraftwerks von 1975; Reaktorblock 6 noch im Bau; basierend auf National Land Image Information (Color Aerial Photographs), MLIT

Am 11. März 2011 um 14:46:23 Uhr (Ortszeit) begann unter dem Meeresboden vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshū das Tōhoku-Erdbeben.[46] Sein Epizentrum lag 163 Kilometer nordöstlich des Kraftwerks Fukushima I,[47] sodass die Primärwellen (P-Wellen) des Bebens das Kraftwerksgelände nach 23 Sekunden erreicht hatten.[48] Sie regten dort Seismometer an, die eine Schnellabschaltung der Reaktoren 1 bis 3 auslösten.[49][48] Gleichzeitig fiel die externe Stromversorgung des Kraftwerks durch Erdbebenschäden an dessen Schaltanlagen aus,[50][51] und zwölf von dreizehn Notstromdieselgeneratoren starteten[52][53] (einer an Block 4 war gerade in Wartung[32]).

Das Beben dauerte ungefähr zwei Minuten und erreichte eine Stärke von 9,0 Mw. Es erschütterte die Reaktorblöcke 2, 3 und 5 mit Horizontalbeschleunigungen von 0,52 bis 0,56 g, 15 bis 26 Prozent mehr als bei der Auslegung der Blöcke angenommen.[54] Die vorgesehenen Belastungsgrenzen der übrigen Reaktoren wurde nicht erreicht; trotzdem gibt es Hinweise auf Erdbebenschäden in Block 1. In Block 3 wurde vermutlich ein Reserve-Notkühlsystem beschädigt.[55]

Alle sechs Blöcke schalteten problemlos auf Notkühlung um.[56]

Ab 15:35 Uhr[56] trafen am Kraftwerk Tsunamiwellen mit einer Höhe von ungefähr 13 bis 15 Metern ein.[57][58] Laut IAEO war Fukushima I nicht an das vorhandene Tsunami-Warnsystem angeschlossen, sodass das Bedienpersonal keine frühzeitige Warnung erhielt,[59] während die NISA von einer Alarmierung unmittelbar nach dem Erdbeben spricht.[56] Für den meerseitigen Teil des Geländes existierte nur eine 5,70 Meter hohe Schutzmauer; vorgeschrieben waren lediglich 3,12 Meter.[59] Die 10 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Reaktorblöcke 1 bis 4 wurden bis zu 5 Meter tief überschwemmt; die drei Meter höher erbauten Blöcke 5 und 6 nur bis zu einem Meter.[57] Die an der Küste positionierten Meerwasserpumpen wurden zerstört; Wärme konnte nicht mehr an das Meerwasser abgegeben werden. Das Wasser lief in verschiedene Gebäude und überschwemmte dort fünf der zwölf laufenden Notstromaggregate und die meisten Stromverteilerschränke.[56][51] Der Kraftwerksbetreiber Tepco berichtete, dass die Generatoren um 15:41 Uhr ausfielen.[52] Ein Generator in Block 6 überstand den Tsunami, weil er in einem eigenen, höher gelegenen Gebäude untergebracht war.[32][53]

400 Tepco-Mitarbeiter wurden für den Notfalleinsatz mobilisiert – laut IAEO viel zu wenige für eine Katastrophe dieses Ausmaßes. Fremdfirmen wie die Kraftwerkshersteller Toshiba und Hitachi zogen ihre Mitarbeiter ab. Gleichzeitige Unfälle in mehreren Blöcken waren im Notfallplan nicht vorgesehen.[60][59] Angeschwemmte Trümmer, Wasserlachen, Straßenschäden und funktionsunfähige Tür- und Toröffner behinderten die weiteren Arbeiten. Die meisten Kommunikationseinrichtungen waren ausgefallen. Es bestand die ständige Gefahr von Nachbeben und weiteren Tsunamis.[56]

Durch den Ausfall der Stromversorgung (Schwarzfall oder station blackout) war keine ausreichende Kühlung mehr gewährleistet, um die Nachzerfallswärme aus den Reaktorkernen und Abklingbecken abzuführen.[61] Mit den vorhandenen Notstrombatterien war nur ein kurzzeitiger Betrieb der Notkühlsysteme möglich. Zusätzlich herangeschaffte Generatorfahrzeuge kamen wegen Verkehrsstaus, versperrter Zufahrtswege, überschwemmter Anschlusspunkte und zu kurzer Kabel zu spät, um die Unfallserie zu stoppen.[62][63][64] Nur in den Blöcken 5 und 6 konnte die Stromversorgung durch den noch funktionsfähigen Generator rechtzeitig wiederhergestellt werden. In den Blöcken 1 bis 3 versuchten die Arbeiter mit wechselndem Erfolg, Autobatterien und tragbare Stromgeneratoren an einzelne Systeme anzuschließen.[59]

Mangels Kühlung, teils bedingt durch weitere technische und organisatorische Probleme, kam es zur Überhitzung von Reaktoren und Abklingbecken, zur Freisetzung von Wasserstoff in die Reaktorgebäude und zu Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3 (siehe Abschnitte Probleme in den Reaktoren 1 bis 3 und Probleme in den Abklingbecken). Durch gezielte Druckentlastungen der Reaktoren gelangten radioaktive Stoffe in die Umwelt und wurden von wechselnden Winden in verschiedene Himmelsrichtungen weiter verteilt.[65]

Vom 12. bis zum 15. März ereigneten sich Explosionen – wahrscheinlich Wasserstoffexplosionen – in den Blöcken 1, 3 und 4, die die Reaktorgebäude teils schwer beschädigten und die Rettungsarbeiten zurückwarfen. Hochradioaktiver Schutt wurde auf das Kraftwerksgelände geschleudert.[66][67] In Block 2 wurde der Sicherheitsbehälter des Reaktors beschädigt, sodass extrem hoch kontaminiertes Wasser austrat;[68] in Block 4 kam es zu mehreren Bränden. Vom 13. bis zum 15. März wurde auf dem Kraftwerksgelände mehrfach Neutronenstrahlung gemessen, was auf ein unkontrolliertes Wiedereinsetzen der Kernspaltung (Kritikalität) in einem der Reaktoren oder Abklingbecken hindeutete.[69]

Die Werkfeuerwehr[59] pumpte Wasser in die Reaktoren 1 bis 3, um diese notdürftig zu kühlen,[70] zunächst aus vorhandenen Süßwasserreserven und dann aus Gruben, in denen sich Meerwasser angesammelt hatte.[56] Die Erlaubnis zum Einleiten von Meerwasser – hierdurch werden die Reaktoren beschädigt – gab Premierminister Naoto Kan am 12. März 2011 um 19:55 Uhr.[71]

Gemessene Strahlung am Rand des Kraftwerksgeländes vom 12. bis zum 17. März

Während der Druckentlastungen, Explosionen und Brände stieg die Strahlenbelastung auf dem Gelände stark an (siehe Grafik). Am 14. März erwog Tepco, das Kraftwerk aufzugeben und alle Mitarbeiter wegen der zu großen Strahlungsrisiken abzuziehen, erhielt aber keine Erlaubnis des Premierministers.[72] Daraufhin wurden am 15. März alle bis auf rund 50 – in den Medien auch als „Fukushima 50“ bezeichnete – Tepco-Mitarbeiter sowie 130 weitere Arbeiter und Helfer von Fremdfirmen, Feuerwehr und Streitkräften vorübergehend evakuiert.[73][74][75] Einige Tage später stießen 140 Helfer der Tokioter Feuerwehr hinzu,[76] die nach Aussage von Gouverneur Shintarō Ishihara von Wirtschaftsminister Banri Kaieda zu diesem Einsatz gezwungen wurden.[77] Arbeiten in den Leitständen des Kraftwerks waren seit den Explosionen nur noch eingeschränkt möglich, weil die Mitarbeiter laufend einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt waren[78] und seit dem Stromausfall nur noch eine unzureichende Notbeleuchtung existierte.[79]

Stabilisierungsmaßnahmen

Die Abklingbecken der Reaktorblöcke 3 und 4 sowie das zentrale Abklingbecken wurden ab dem 17., 20. bzw. 21. März provisorisch mit Wasserwerfern der japanischen Streitkräfte und der Feuerwehr gekühlt; später dienten dann Autobetonpumpen[80] zur Kühlung in den Blöcken 1, 3 und 4. Auch die Feuerwehrpumpen für die Reaktorkühlung wurden durch leistungsfähigere Geräte ersetzt. Ausgehend von einer benachbarten Hochspannungsleitung wurden neue Stromleitungen zum Kraftwerk verlegt, um die elektrischen Systeme – soweit noch funktionsfähig – wieder ans Stromnetz anschließen zu können.[81] Vor allem hoffte man darauf, auch die Kühlsysteme wieder in Betrieb nehmen zu können.[82] Die Reaktorblöcke 5 und 6 erreichten am 20. März wieder einen stabilen Betriebszustand, nachdem ihre Notstromversorgung wiederhergestellt war. Am gleichen Tag wurden Block 1 und 2 wieder ans Stromnetz angeschlossen, bis zum 22. März auch alle übrigen Blöcke. Anschließend wurde die Beleuchtung in den Leitständen wiederhergestellt,[83] aber die meisten anderen Systeme erwiesen sich als nicht mehr funktionsfähig oder standen unter Wasser.[84][85]

Der Zustand der Reaktoren 1 und 3 war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor instabil. In Block 3 kam es zu einem Druckanstieg und unerwarteter Rauchentwicklung; das Gelände wurde noch einmal kurzzeitig evakuiert. Bei Reaktor 1 machte die Kühlung Probleme, die auch im April weiter andauerten; mehrmals stieg die Aktivität des Reaktorkerns an. Aus den Blöcken 2 bis 4 stieg immer wieder Dampf oder Rauch auf, ab dem 25. März aus allen dreien[86] (Stand: 15. April).[87] Überdruck, Kernschmelzen und Meerwasser hatten die Druck- und Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 bis 3 beschädigt, sodass laufend kontaminierter Dampf und Kühlwasser entwichen.[88][89][90]

Amerikanischer Schleppkahn unterwegs von Yokosuka nach Fukushima I

Ab dem 25. März wurde die Kühlung aller Reaktoren und Abklingbecken schrittweise von Meer- auf Süßwasser umgestellt, vor allem um weitere Schäden durch Salzablagerungen zu vermeiden. In Reaktor 1 befanden sich inzwischen schätzungsweise 26 Tonnen Meersalz, in den größeren Reaktoren 2 und 3 jeweils 45 Tonnen.[91] Das Süßwasser wurde zunächst von Schleppkähnen der United States Navy angeliefert, die von Schiffen der japanischen Streitkräfte gezogen oder geschoben wurden;[92][93] später entnahm man es über eine Rohrleitung aus einem zehn Kilometer entfernten Stausee.[59]

Ende März belief sich laut Schätzungen des Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire die Wärmeleistung der Brennelemente in Reaktor 1 auf 2,5 Megawatt und in den Reaktoren 2 und 3 auf 4,2 Megawatt. Diese Leistung würde ausreichen, um 95 bzw. 160 Tonnen Wasser pro Tag verdampfen zu lassen,[94] und benötigte eine andauernde Kühlung mit rund 150 bis 200 Tonnen Wasser pro Reaktor und Tag. Wegen der stark beschädigten Brennelemente in den Reaktorkernen wurde und wird dieses Wasser hoch radioaktiv kontaminiert.[95] Teile davon verdampfen und sind je nach Wetterlage als weiße Dampfschwaden über den Reaktorblöcken zu sehen. Der Rest verbleibt zunächst auf dem Kraftwerksgelände.

Bis zum 4. April 2011 sammelten sich auf diese Weise etwa 60.000 Tonnen[96] radioaktives Wasser im Untergeschoss der Turbinengebäude,[97] in daran anschließenden und in Richtung Meer verlaufenden Schächten und Wartungstunneln[98][99][100] und auf weiteren Flächen an. Der Boden des Geländes wurde so sehr mit radioaktivem Wasser durchtränkt, dass es bis in die Gebäude der einen Kilometer entfernten Reaktorblöcke 5 und 6 drang.[45] Diese Massen an radioaktivem Abwasser wurden zunehmend zum Problem. Sie verhinderten Arbeiten an elektrischen Systemen, die unter Wasser standen,[101] gefährdeten die Arbeiter[102] und gelangten auf verschiedenen Wegen ins Meer (→ siehe Kontamination von Meerwasser durch die Nuklearunfälle von Fukushima).

Erste Sicherungsmaßnahmen

Schon früh wurden verschiedene Maßnahmen diskutiert, um die radioaktiven Emissionen einzudämmen und Abfälle zu entsorgen. Dazu gehörten der Bau eines „Sarkophags“ wie in Tschernobyl,[103] das Abdecken der Reaktorblöcke mit einem Spezialgewebe, das Besprühen des Geländes mit Kunstharz[104] und die Aufbereitung von radioaktivem Abwasser mit dem Spezialschiff Suzuran.[105]

Die erste tatsächlich umgesetzte Maßnahme war das Binden radioaktiver Stäube mit Kunstharz. Es begann am 6. April auf kleinen Probeflächen[106][107][108] und wurde später auf eine Fläche von einem halben Quadratkilometer ausgeweitet,[108] einem Siebtel des Kraftwerksgeländes. Auch die Gebäude wurden eingesprüht.[109]

Um Platz für die Lagerung des kontaminierten Abwassers zu schaffen, pumpte Tepco vom 4. bis zum 10. April rund 10.000 Tonnen kontaminiertes Wasser aus dem Abfalllager (ca. 30.000 Tonnen Gesamtkapazität)[110] mit einer Radioaktivität von 150 Milliarden Becquerel (0,15 TBq) ins Meer.[45][111] Es gab Proteste japanischer Fischer[112] und der Anrainerstaaten Südkorea, Russland und China.[113] Anschließend wurde damit begonnen, Wasser aus den Kellern und Tunneln der Turbinengebäude ins Abfalllager und später auch in separate Tanks[114][110][115] zu pumpen, wobei man nur langsam vorankam.[116] Tepco beauftragte den französischen Nukleartechnikkonzern Areva mit dem Bau einer Anlage, die 1.200 Tonnen Abwasser pro Tag direkt vor Ort dekontaminieren kann.[117]

Die Firma Toshiba, die mehrere der Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi gebaut hatte und auch an den Entsorgungsarbeiten nach dem Unfall von Three Mile Island beteiligt war, unterbreitete Tepco ein Angebot für Sicherungsarbeiten am Kraftwerk. Innerhalb von 10 Jahren wolle Toshiba alle Brennstäbe vom Kraftwerksgelände entfernen, verschiedene Anlagen abbrechen und die Kontamination des Bodens verringern.[118]

Die radioaktiven Abfälle, die durch die Explosionen von Block 1 und 3 auf dem Kraftwerksgelände verteilt worden waren, räumte Tepco ab dem 10. April mit unbemannten Spezialfahrzeugen ab – mehrere dutzend Kubikmeter Schutt pro Tag.[67][119] Diese Arbeiten sollten bis Sommer 2012 andauern.[120]

Im November 2011 wurde der HAL (Roboteranzug) ausgewählt, um Aufräumarbeiten auf dem Terrain der Nuklearkatastrophe von Fukushima vorzunehmen.[121] Während der „Japan Robot Week exhibition“ (Deutsch: „Messe Japanische Roboterwoche“) in Tokyo im Oktober 2012 wurde eine überarbeitete Version von HAL vorgestellt, die speziell für die Aufräumarbeiten in Fukushima entwickelt worden war.[122]

Weitere Maßnahmen dienten zur Eindämmung des Abwasseraustritts ins Meer. Neben dem Abdichten von Schächten und Rohren mit Wasserglas ließ Tepco eine Stahlwand am Wassereinlass von Reaktorblock 2 bauen und an verschiedenen Stellen Schlammwälle („silt curtains“) aufschütten.[123][124] Zusätzlich wurden schwimmende Barrieren eingesetzt, um radioaktive Schwebstoffe zurückzuhalten,[125] und Sandsäcke am Südpier des Kraftwerks aufgeschichtet.[126] An den Austrittsstellen deponierte Säcke mit Zeolithen sollten Radionuklide im Wasser binden.[127][128][129] Die Maßnahmen waren erfolgreich: Die Emissionen ins Meer gingen bis Ende April auf einen Bruchteil zurück. Die Messwerte am nördlichen und südlichen Rand des Kraftwerksgeländes zeigten jetzt nur noch leichte Grenzwertüberschreitungen.

Zum provisorischen Schutz des Kraftwerks vor möglichen weiteren Tsunamis wurde ein zwölf Meter hoher Damm aus Gabionen errichtet.[100]

Situationsbestimmung

PackBot, hier bei der Entschärfung eines Sprengsatzes im Irak

Der Mai brachte Klärungen zum Ablauf der Unfallserie und zum Zustand des Kraftwerks. Zunächst wurde das Innere der Reaktorgebäude erkundet. Wegen der hohen Strahlung in den Gebäuden übernahmen diese Aufgabe PackBot-Roboter, die das Idaho National Laboratory für diesen Zweck umgerüstet hatte.[130][131] Die etwa ein Meter hohen Geräte waren wegen im Weg liegender Explosionstrümmer nur begrenzt einsetzbar,[117] lieferten aber wertvolle Informationen über die Strahlenbelastungen in verschiedenen Gebäudeteilen. Die Messwerte in Block 1 reichten von etwa 10 bis 1000 Millisievert pro Stunde.[132][133] Später kamen verschiedene weitere Robotermodelle und ferngesteuerte Spezialgeräte zum Einsatz, auch auf dem weiteren Kraftwerksgelände.[134]

Als Nächstes wurde die Luft in den Gebäuden dekontaminiert, sodass auch Arbeiter mit entsprechender Schutzausrüstung dort (in Teilbereichen) tätig werden konnten. Die neu gewonnenen Informationen lieferten zusammen mit Datenaufzeichnungen aus den Leitständen und zusätzlichen computergestützten Analysen ein Bild vom Zustand der Reaktoren 1 bis 3. In allen dreien waren die Kernbrennstäbe größtenteils geschmolzen („melt-down“), und die Schmelze hatte den Druckbehälter beschädigt.[135][136] Auch die Sicherheitsbehälter waren undicht, was die NISA – die bereits am 18. April eine Kernschmelze in allen drei Reaktoren bestätigt hatte[137] – mit einem Austreten von Teilen der Schmelze in die Sicherheitsbehälter („melt-through“) erklärte.[32] Durch die undichten Behälter leckte das Kühlwasser aus den Reaktoren.[138] Anfang 2017 wurde ein Loch von einem Quadratmeter Größe im Wartungsgitter unter dem Druckbehälter von Reaktor 2 festgestellt, vermutlich von heißem Material der Brennelemente durchgeschmolzen. Ob der Sicherheitscontainer auch beschädigt ist, konnte noch nicht geklärt werden.[139]

Das gesamte Datenmaterial mit Aufzeichnungen der Reaktorparameter und Tätigkeitsprotokollen der Mitarbeiter wurde auf Betreiben der NISA am 16. Mai im Internet veröffentlicht.[140] Später veröffentlichte die NISA auch sämtliche Meldungen des Kraftwerksbetreibers an die Behörde.[141]

Ursprüngliche Planungen, mit geschlossenen Wasserkreisläufen schnell die Kühlung der Reaktoren zu stabilisieren und die Freisetzung radioaktiver Stoffe in den Griff zu bekommen,[68][142] waren durch die Reaktorschäden hinfällig.[143][144] Dadurch verschärfte sich auch die Abwasserproblematik.[138][145] Mit Provisorien wie dem Zubetonieren von Schächten und Tunneln[146][100][147] und dem Zwischenlagern von kontaminiertem Wasser in diversen Gebäuden, die eigentlich nicht dazu gedacht waren und teilweise leckten,[55] rettete Tepco sich – mit Genehmigung der NISA[148] – über die Zeit.

Währenddessen gab es immer wieder technische Probleme und Störfälle, zum Beispiel einen kritischen Temperaturanstieg in Reaktor 3, einen Ausfall der Kühlung in Block 5[149] und einen Stromausfall in Block 1 und 2.[148]

Die Zahl der Personen auf dem Kraftwerksgelände erhöhte sich stetig. Nachdem sie Anfang Mai die 1000 überschritten hatte,[100] waren es Mitte Juni bereits 2500.[150]

Mittelfristige Stabilisierung

Reaktor-Kühlwassermengen, im Juni so weit wie möglich reduziert

Als dauerhaftere Lösung des Abwasserproblems ging im Juni die neue Dekontaminationsanlage in Betrieb, mit vier Aufbereitungsstufen:[151]

Die Anlage senkt die Radioaktivität des Wassers auf ein 100.000stel[152] und produziert dabei hoch radioaktiven Schlamm, der bis zur Entscheidung über eine Endlagerung auf dem Kraftwerksgelände verbleibt. Das dekontaminierte Wasser wird teils in neu errichteten Tanks gelagert und teils als Kühlwasser für die Reaktoren wiederverwendet.[151]

Dekontaminiertes Wasser[153]
Woche ab Tonnen Anlagen-
auslastung
29. Juni 6380 76 %
06. Juli 6130 73 %
13. Juli 4510 54 %
20. Juli 4870 58 %
27. Juli 6190 74 %
03. August 6720 80 %
10. August 7420 88 %

Die Gesamtmenge des bereits angesammelten Abwassers schätzte Tepco Anfang Juni auf etwa 100.000 Tonnen, mit einer Radioaktivität von 720.000 Terabecquerel[154] – ungefähr so viel, wie während der „heißen Phase“ der Unfälle in die Luft freigesetzt wurde.[155] Der Zufluss an neuem Abwasser lag zu diesem Zeitpunkt bei mehreren hundert Tonnen pro Tag. Die Dekontaminierungskosten wurden mit umgerechnet 1800 Euro pro Tonne veranschlagt.[156]

Statt geplanter 50 Tonnen Durchfluss pro Stunde erreichte die Anlage zunächst nur etwa 25 bis 35 Tonnen. Regelmäßig kam es zu Pannen und Betriebsunterbrechungen.[157][158]

Eine zweite, zuverlässigere Zeolith-Filteranlage übernahm die Dekontamination des Wassers, das sich in dem abgeschotteten Bereich vor dem Kraftwerk angesammelt hatte.[159]

Die Sicherheitsbehälter der Reaktoren 1 bis 3 wurden mit Stickstoff gefüllt, um möglichen Knallgasexplosionen vorzubeugen. Die Abklingbecken erhielten neue, geschlossene Kühlkreisläufe. Dadurch konnten die Wassertemperaturen gesenkt und korrosive Meersalzreste ausgefiltert werden. Die Betonpumpen gingen außer Betrieb.

Der Abwasserstand in den verschiedenen Gebäuden blieb über Monate hinweg nahezu unverändert: Zufluss durch Kühlwasser und Regen und Abfluss durch Aufbereitung und Lagerung in neuen Tanks hielten sich die Waage. Ein Überlaufen konnte verhindert werden.[160][161]

Um die Verarbeitungskapazität zu erhöhen, wurde die (erste) Dekontaminierungsanlage im August um ein zusätzliches, von Toshiba gebautes Zeolith-Filtersystem erweitert.[162] Damit gelang es in den nachfolgenden Monaten, die Wasserstände allmählich zu senken.[163] Bis Mitte Oktober wurden insgesamt rund 130.000 Tonnen Wasser verarbeitet.[164] Während des Betriebs traten weitere Pannen, Leckagen und Stillstandszeiten auf, bis hin zu einem Austritt von „mindestens 45“ Tonnen mit hoch radioaktivem Strontium kontaminierten Wasser (175 Mio. Becquerel pro Liter) im Dezember. Bis zu 150 Liter davon liefen ins Meer.[165]

Seit Oktober 2011 liegt die Temperatur aller Reaktoren unter 100 °C.[166] Dieser Zustand ist stabil, solange die Kühlwasserversorgung nicht für mehr als 18 Stunden unterbrochen wird.[167] Japans neuer Premierminister Yoshihiko Noda erklärte am 16. Dezember 2011, das Kraftwerk sei – wie geplant – stabil heruntergefahren (cold shutdown, Kaltabschaltung). Die NISA hatte zuvor bestätigt, dass die Kühlung durch redundante Systeme sichergestellt sei,[168] obwohl Tepco bei den provisorischen Kühlsystemen ein zehnfach höheres Ausfallrisiko als im Normalzustand sieht.[167] Kritiker bezweifeln, dass man bei unklarem Zustand des Reaktorkerns von einer Kaltabschaltung sprechen kann.[169]

Langfristige Absicherung

Bis Mitte 2013 hatte Tepco eine zusätzliche Stahlwand unmittelbar vor dem Kraftwerk eingezogen.[170][171] Sie wurde bis tief in den Meeresboden getrieben, um den Austritt von kontaminiertem „Untergrundwasser“ für die nächsten 30 Jahre einzudämmen.[172] Doch inwiefern die Stahlwand eine Kontamination des Grundwassers verhindern kann, ist zweifelhaft.[171]

Nach Angaben der japanischen Regierung ist geplant, ab 2013 die Brennelemente aus den Abklingbecken der Reaktorblöcke 1 bis 4 zu entfernen und in den übrigen Abklingbecken zu lagern. Bis 2021[veraltet] sollen die Sicherheitsbehälter der Reaktoren 1 bis 3 repariert, mit Wasser gefüllt und bis 2025 die Überreste der Reaktorkerne entfernt werden. Anschließend sollen die vier Blöcke komplett abgerissen werden. Innerhalb von 30 bis 40 Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.[173][174]

Ablauf in den einzelnen Systemen

Probleme in den Reaktoren 1 bis 3

Schema eines Siedewasserreaktors

Reaktorgebäude, darin Sicherheitsbehälter Mark I (orange), bestehend aus Druckkammer (11) und Kondensationskammer (24) zum Druckabbau, sowie Abklingbecken (5). Reaktordruckbehälter (8, gelb) mit Reaktorkern (1, Brennelemente rot)

Nach der Schnellabschaltung der Reaktoren wurden auch die Dampf- und Wasserkreisläufe zu den Turbinen unterbrochen[49][48] (siehe Leitungen Nr. 6 und 7 in der Grafik rechts); damit ging planmäßig die Hauptwärmesenke der Reaktoren verloren. Die vom verdampfenden Wasser in den Reaktoren aufgenommene Nachzerfallswärme wurde nun jeweils in wassergefüllte Kondensationskammern abgeführt, die als Ersatzwärmesenke dienten. In Block 2 und 3 war dies jeweils die große Kondensationskammer unter dem Reaktor (Nr. 24 in der zweiten Grafik), die indirekt mit Meerwasser gekühlt wurde (RHR-System). Im anders aufgebauten Block 1 kamen verschiedene Notkühlsysteme zum Einsatz.

Knapp eine Stunde später fielen die Notstromgeneratoren aus, und damit auch die elektrisch betriebenen Pumpen der Kühlsysteme von Reaktorblock 2 und 3. Eine Wärmeabfuhr aus den Reaktor-Kondensationskammern und den Abklingbecken ins Meer war nicht mehr möglich. Die direkte Kühlung der Reaktorkerne erfolgte nun mit dampfgetriebenen Pumpen (RCIC), deren Einsatz nur für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen ist. Eine Stromversorgung wird hierbei nur für die Regelung der Pumpen und für die Ansteuerung von Ventilen benötigt. Dies war in Block 2 und 3 kurzzeitig mit Notstrombatterien möglich, bis diese ausfielen oder das Kühlsystem aus anderen Gründen versagte. In Block 1 fiel die Notkühlung vermutlich bereits durch die Tsunami-Überschwemmung aus.[32][175] Die als letzte Notmaßnahme verwendbaren, dieselbetriebenen Pumpen des Feuerlöschsystems waren aus verschiedenen Gründen nicht einsetzbar oder wurden falsch bedient.[56] Es wurde kein frisches Kühlwasser mehr in die Reaktoren eingespritzt und das noch vorhandene Wasser verdampfte. Dadurch sank der Wasserstand ab und die Reaktorbrennstäbe waren zunächst teilweise, später gar nicht mehr von Wasser umgeben, wodurch sie sich aufgrund der Nachzerfallswärme weiter erhitzten.

Die Hüllen der Brennstäbe bestehen aus einer Zirkalloy genannten Zirkoniumlegierung. Bei Temperaturen ab etwa 800 °C reagiert das Zirkonium mit dem umgebenden Wasserdampf unter Bildung von Zirkoniumoxid und Wasserstoff.[176] Die mit dem Oxidationsvorgang verbundene erhebliche Wärmeentwicklung treibt diesen weiter voran (exotherme Reaktion). Ab ca. 1200 °C nimmt die Oxidation des Zirkoniums dramatisch zu.[177][178]

Bei Temperaturen ab etwa 900 °C beginnen die Hüllrohre der Brennstäbe durch den inneren Gasdruck zu bersten. Dadurch werden radioaktive Gase und Partikel des Brennmaterials freigesetzt, darunter die Isotope 131I und 129I, die weiteren Spaltprodukte 137Cs, 134Cs und 90Sr sowie das Brutprodukt 239Pu. Oberhalb von etwa 1750 °C schmilzt das Zirkalloy,[177] fließt zusammen mit gelöstem Uranoxid der Brennstäbe auf den Boden des Druckbehälters und lagert sich dort als sogenanntes Corium ab[179] – eine Kernschmelze hat begonnen. Ab 2850 °C schmilzt auch das Uranoxid der Brennstäbe[177] und bildet zusammen mit geschmolzenen Steuerstäben weiteres „Corium“. In allen drei betroffenen Reaktoren waren die Brennstäbe so lange ohne Kühlung, dass diese Vorgänge abliefen und der Großteil des Reaktorkerns schmolz.[135][136][32]

Da die Reaktordruckbehälter nach dem Notstromausfall verschlossen waren, stieg der Druck durch Wasserverdampfung und Wasserstoffproduktion bis auf die vorgesehenen Höchstwerte an. Automatisch öffneten sich Sicherheitsventile und ließen Teile des Dampf-Wasserstoff-Radionuklid-Gemischs in die Sicherheitsbehälter ab.[180] Später wurden auch manuelle Entlastungen der Druckbehälter vorgenommen, um Wasser einpumpen zu können.[181]

Sicherheitsbehälter-Drücke und Venting-Zeitpunkte
Entlüftungsrohr, hier an Block 5 (1999)

In den Sicherheitsbehältern gab es ebenfalls keine Kühlmöglichkeit mehr, und der Druck stieg auch dort an. Er stabilisierte sich jedoch jeweils bei etwa 750 (Reaktor 1 und 2) beziehungsweise 500 (Reaktor 3) Kilopascal (siehe Grafik). Vermutlich versagten bei diesem Druck Dichtungen der Sicherheitsbehälter, sodass sich kein höherer Druck mehr aufbauen konnte, sondern das Dampf-Wasserstoff-Gemisch in die Reaktorgebäude entwich.[182][32] Um den Druck zu senken und damit ein Bersten der Sicherheitsbehälter zu verhindern, wurden Teile der in den Sicherheitsbehältern verbliebenen, mit Radionukliden kontaminierten Gase schließlich in die Umgebung abgelassen (Venting). Später wurden Vermutungen geäußert, dass das Venting wegen unterdimensionierter[183] oder durch das Erdbeben gebrochener[184] Rohre oder wegen fehlender Stromversorgung[185][186] nicht richtig funktioniert habe und auf diese Weise das Gas in die Gebäudehülle gelangt sei. Nach den meisten Druckentlastungen wurden allerdings erhebliche radioaktive Emissionen außerhalb der Reaktorgebäude gemessen.

Nachdem sich eine hinreichende Menge an Wasserstoff angesammelt hatte, kam es jeweils zu einer Wasserstoffexplosion, welche Teile des Gebäudes und Teile der darin enthaltenen Technik zerstörte. Währenddessen setzten sich die Kernschmelzen fort. Teile der geschmolzenen Reaktorkerne liefen laut einer Analyse der NISA aus den Druckbehältern, sammelten sich auf dem Boden der Sicherheitsbehälter an und beschädigten diese.[32]

Bor-Anlieferung durch die US Air Force am 19. März

Um die Reaktorkerne zu kühlen und gleichzeitig eine unkontrollierte Kettenreaktion zu unterbinden, wurde mit Borsäure versetztes Meerwasser in die Druckbehälter eingeleitet.[187] Das in natürlichem Bor zu 20 % vorhandene Isotop 10B kann aus einer Kernspaltung entstehende Neutronen sehr effizient absorbieren (Neutronenabsorber), wobei es zu Lithium und Helium zerfällt. Da Japans Borvorräte nicht ausreichten, lieferte Südkorea 52 Tonnen seiner Borreserven nach Japan.[188] Frankreich lieferte weitere 95 Tonnen.[189]

Die Wassereinspeisung erfolgte über vorhandene Leitungen, zunächst mit Feuerwehrausrüstung[175][70] und später mit stärkeren, elektrischen Pumpen. Es wurde etwas mehr Wasser eingeleitet, als zur vollständigen Abfuhr der Nachzerfallswärme durch Verdampfen nötig gewesen wäre,[190] aber wegen der Schäden an den Behältern ging mehr als die Hälfte davon verloren,[191][32] während der Rest verdampfte und in die Umgebung entwich. Das Leckwasser sammelte sich teilweise in den Sicherheitsbehältern; der Rest trat von dort in die Reaktorgebäude aus. Dieses Notkühlverfahren – unter günstigeren Umständen würde es ohne Austritt von flüssigem Wasser ablaufen – wird als „feed and bleed“ bezeichnet. Es hat den gravierenden Nachteil, dass zusammen mit dem Dampf auch radioaktive Stoffe aus dem Reaktorkern in die Umgebung gelangen.[192]

Wegen des Wasserverlustes durch die Lecks konnten die Überreste der Reaktorkerne laut NISA nur teilweise mit Wasser bedeckt werden; sie würden teils mit Wasser und teils mit Dampf gekühlt.[32]

Probleme in den Abklingbecken

Eine zusätzliche Gefahr ergab sich daraus, dass die gebrauchten Brennelemente zunächst im Reaktorgebäude und später in einem zentralen Abklingbecken über viele Jahre gelagert wurden und nach wie vor werden. Die gelagerten Brennelemente geben aufgrund der Nachzerfallswärme weiterhin Energie an das Wasser des Beckens ab, welches auf einen Kühlkreislauf angewiesen ist. Durch den vollständigen Stromausfall fiel dieser Kühlkreislauf bei allen Abklingbecken aus, sodass sich das Wasser dort allmählich erhitzte und teilweise verdunstete.

Werden die Elemente nicht mehr vollständig von Wasser bedeckt, drohen deren Überhitzung und chemische Reaktionen ähnlich wie im Reaktor, bis hin zum Bersten der Brennstäbe. Ohne Kühlwasser und ohne Gebäudedach, das bei drei der Reaktoren nach den Explosionen fehlte, würden die im Vergleich zu den Reaktoren sogar in höheren Konzentrationen enthaltenen Radionuklide in die Umwelt freigesetzt.[178]

Wassermesswerte aus den Abklingbecken deuteten zunächst darauf hin, dass solche Vorgänge in Block 2 und 3 abliefen, und in geringerem Maße auch in Block 4. Später kamen Tepco sowie offizielle Untersuchungsberichte zu dem Schluss, dass sowohl die Becken selbst als auch die darin gelagerten Brennelemente höchstwahrscheinlich intakt blieben. Der Wasserstand in den Becken ist im Normalbetrieb fast dreimal so hoch wie die Höhe der gelagerten Brennelemente. Dadurch bestehe genügend Reserve, um auch mehrwöchige Kühlausfälle zu überbrücken.[56] Eine 2016 veröffentlichte Untersuchung der National Academy of Sciences kommt jedoch zu dem Schluss, dass nur ein zufälliges Leck das Abklingbecken in Block 4 wieder geflutet und eine Selbstentzündung der dort trockengefallenen Brennstäbe verhindert habe.[193]

Reaktorblock 1

Nordwestansicht der Reaktorgebäude 1 und 2 (1999)

Block 1 von Fukushima I wurde 1967 bis 1970 errichtet und war das erste Kernkraftwerk Japans. Er basiert auf einem älteren und kleineren Reaktormodell als die übrigen Blöcke der Anlage (→ siehe technische Daten der Reaktorblöcke) und verfügte über schwächere Notfallsysteme. Die Laufzeit dieses Reaktors sollte eigentlich Anfang 2011 enden, wurde aber von der NISA im Februar 2011 um zehn Jahre verlängert.[194]

Im Abklingbecken von Block 1 lagerten nur relativ wenige, alte Brennelemente, die im Gegensatz zum Reaktor nur wenig Kühlung benötigten.

Strom- und Kühlungsausfall

Datenprotokoll von Block 1: Auslösung der vier Seismometer ab 14:46:46.40, Einfahren der Steuerstäbe um 14:47

Das Erdbeben löste am 11. März ab 14:46:46 Uhr (Ortszeit) eine Vielzahl von Aktionen in Block 1 aus. Der Reaktor wurde planmäßig automatisch heruntergefahren und gleichzeitig wegen Ausfall der externen Stromversorgung auf Notstrombetrieb umgeschaltet.[50] Arbeiter berichteten später von gebrochenen Rohren im Reaktorgebäude, aus denen Wasser herausschoss.[195] Eines der Notkühlsysteme (Isolation Condenser) schaltete sich kurz ein und ging wieder außer Betrieb. Ein anderes (Containment Cooling System) kühlte danach vorerst den Sicherheitsbehälter, der den Reaktordruckbehälter umschließt.[196][50] Tepco bestritt später, dass das Erdbeben nennenswerte Schäden oder Sicherheitsprobleme verursacht hätte,[197] musste aber bereits kurz darauf ein ähnliches Dementi für Block 3 zurückziehen.[55][196]

Nach dem Eintreffen des Tsunami fielen um 15:37 Uhr die Notstromgeneratoren wegen Überschwemmung aus.[196][52] Alle laufenden Kühlsysteme gingen außer Betrieb. Auch die Reaktordaten-Aufzeichnung funktionierte nicht mehr,[198][199] sodass zum weiteren Verlauf nur Notizen und Gedächtnisprotokolle der Kraftwerksmitarbeiter sowie theoretische Überlegungen existieren. Die Notstrombatterien waren wegen überschwemmter Elektrik – wenn überhaupt – nur noch eingeschränkt verfügbar, und die Notkühlung funktionierte trotz mehrerer, redundanter Systeme nicht mehr oder nur noch zeitweise.[175][59][196] Tepco meldete um 16:36 Uhr und dann nochmals um 17:07 Uhr einen Kühlausfall an die Aufsichtsbehörde.[200]

Der Kraftwerksbetreiber beorderte Notstromgeneratoren aus anderen Kraftwerken nach Fukushima I, die jedoch im Verkehr stecken blieben. Daraufhin bat Tepco den Energieversorger Tōhoku Denryoku um Hilfe und ließ von dessen Kraftwerken Generatoren kommen;[62] ebenso von den Streitkräften.[60] Außerdem wurden Ersatzbatterien per Hubschrauber aus einem vom Erdbeben zerstörten Tepco-Kraftwerk im nahe gelegenen Hirono angefordert.[201][202] Stellenweise behalf man sich mit Autobatterien und mobilen Generatoren, um zumindest einzelne Messwerte ablesen zu können.[56]

Seit dem Kühlausfall gegen 17 Uhr suchte man auch nach alternativen Methoden zum Einleiten von Kühlwasser. Mitarbeiter begaben sich in das dunkle Reaktorgebäude, öffneten von Hand Ventile und nahmen die dieselbetriebene Pumpe des Feuerlöschsystems (fire pump) in Betrieb. Inwieweit damit tatsächlich Wasser in den Reaktor eingespritzt wurde, ist unklar. Im Leitstand versuchten die Mitarbeiter mit Handbüchern und Herstellerinformationen herauszufinden, ob und wie eine Druckentlastung des Reaktors bei Stromausfall möglich ist.[56]

Aufgrund der Vorgänge in Block 1 und weiterer Probleme im benachbarten Kernkraftwerk Fukushima II rief die japanische Regierung um 19:03 Uhr einen „nuklearen Notstand“ aus, und die örtlichen Behörden begannen mit der Evakuierung der näheren Umgebung.[203] Zwei Stunden später trafen die ersten mobilen Stromgeneratoren am Kraftwerk ein, konnten jedoch wegen versperrter Zufahrtswege und zu kurzer Kabel zunächst nicht angeschlossen werden.[63]

Druckanstieg, Kernschmelze und Kühlversuch

Das Wasser im Reaktor verdampfte weiter und der Wasserstand fiel, aber wegen der fehlenden Datenaufzeichnung ist unklar, wann und auf welchem Weg der Dampf aus dem Druck- in den Sicherheitsbehälter entwich. Einzelne Messdaten aus der folgenden Nacht[204] deuten darauf hin, dass dies früher oder später durch ein Leck im Druckbehälter oder den daran anschließenden Rohrleitungen geschah.[204][205]

Die teilweise trockenliegenden Brennelemente überhitzten, und die oben beschriebenen Zersetzungsvorgänge setzten ein. Laut späterer Untersuchungen begann bereits gegen 19 bis 20 Uhr eine Kernschmelze.[135][32] Das Wasserstands-Messgerät wurde durch Überhitzung dekalibriert.[138][152] Bei einer Kontrolle um 21:19 Uhr zeigte es an, dass der Reaktorkern noch voll mit Wasser bedeckt sei.[56][175] Die Kühlung per Feuerlöschpumpe schien zu funktionieren.

Ab 21 Uhr ließen die Behörden mit einer Computersimulation abschätzen, welche radioaktiven Freisetzungen bei einer Druckentlastung (Venting) des Sicherheitsbehälters, das heißt beim Ablassen von Dampf in die Umgebung, entstehen würden. Als Zeitpunkt des Ventings wurde 3:30 Uhr am 12. März angenommen.[206] Das System sagte voraus, dass die landseitige Kontamination sich auf das Kraftwerksgelände beschränken und der Nordwestwind die „radioaktive Wolke“ aufs Meer hinaustragen würde.[207]

Gegen 1 Uhr am 12. März überschritt der Druck im Sicherheitsbehälter mit 600 Kilopascal (kPa)[204] den zulässigen Höchstdruck von 528 kPa (jeweils absolut; die Relativdrücke zur äußeren Atmosphäre sind rund 100 kPa niedriger).[56] Wenige Stunden später erreichte er 840 Kilopascal (kPa), fiel dann aber von alleine wieder auf 750 kPa ab.[204] Vermutlich entwich der Dampf nun an überlasteten Dichtungen des Sicherheitsbehälters vorbei in das Reaktorgebäude, zusammen mit im überhitzten Reaktorkern entstandenem Wasserstoff.[182][32] An einer Messstation am westlichen Geländerand wurde erstmals ein leichter Anstieg der Strahlung (Ortsdosisleistung) festgestellt.[208] Auch im Turbinengebäude von Block 1 stieg die Strahlung an.[209] Keinem der Verantwortlichen war bewusst, dass sich Wasserstoff außerhalb des Sicherheitsbehälters ansammelte.[210]

Der Feuerlöschpumpe war inzwischen der Treibstoff ausgegangen. Es gelang nicht, sie wieder in Betrieb zu nehmen; bei hohem Reaktordruck war sie ohnehin wirkungslos.[56]

Im Büro des Premierministers fand eine Krisensitzung statt. Laut Regierungskreisen drängte man Tepco zu einer Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1,[63] während der Kraftwerksbetreiber nach eigenen Angaben selbst um Erlaubnis zur Druckentlastung bat.[211] So oder so war das Venting nicht ohne weiteres möglich, weil die elektrisch und pneumatisch betätigten Ventile außer Betrieb waren.[63]

Die Strahlung an der Geländegrenze stieg schnell weiter an und lag um 4:35 Uhr mit 0,00038 bis 0,00059 Millisievert pro Stunde (mSv/h)[208] beim 10- bis 15-fachen des Normalwertes.[212] Unterdessen begannen 40 Tepco-Arbeiter, von Hand ein 200 Meter langes und eine Tonne schweres Stromkabel von den Generatorwagen zu einem Anschlusspunkt an Block 1/2 zu verlegen.[56]

Vorratstanks mit Reinwasser, Foto von 1999

Ab 5:46 Uhr wurde mit Pumpen des an Block 1/2 stationierten Feuerwehrfahrzeugs[60] Süßwasser aus vorhandenen Löschwasser-Zisternen in den Druckbehälter eingespritzt, um den Reaktor notdürftig zu kühlen;[196][135] Hydranten und die wesentlich größeren Reinwassertanks waren wegen Tsunamischäden unbrauchbar.[60] Der hohe Reaktordruck begrenzte den Wasserdurchfluss.[211] Eine Stunde später wies das Wirtschaftsministerium Tepco an, von Hand die Druckentlastungsventile zu öffnen.[213][203] Die an der Geländegrenze gemessene Strahlung hatte sich inzwischen nochmals verzehnfacht.[208]

Gegen 7 Uhr traf Premierminister Naoto Kan mit dem Hubschrauber am Kraftwerk ein – nach offiziellen Aussagen, um eine Unterstützung der Bevölkerung in der Region zu signalisieren,[214] nach Zeitungsinformationen jedoch, um Einfluss auf das Krisenmanagement zu nehmen. Kan habe Tepco dazu aufgefordert, ein „Selbstmordkommando“ von Arbeitern zu bilden, die die manuelle Druckentlastung vornehmen sollten.[215] In dem Gebäude herrschte eine Strahlung von ungefähr 300 mSv/h,[205] ein für Menschen auch bei kurzem Aufenthalt gesundheitsgefährlicher Wert.

Kritiker vermuteten später, die Druckentlastung von Reaktor 1 habe sich durch Kans Anwesenheit verzögert.[216][215] Der Kraftwerksleiter gab gegen 8 Uhr – unmittelbar vor Kans Abflug – die Anweisung, das manuelle Venting für 9 Uhr vorzubereiten.[56][211]

Druckentlastung und Explosion

Messwerte und Ereignisse von Reaktor 1; 11. bis 14. März

Um 9:03 Uhr meldeten die Behörden, die Evakuierung der Stadt Ōkuma, auf deren Gebiet sich die Reaktorblöcke 1 bis 4 befinden, sei abgeschlossen. Unmittelbar danach begaben sich mit Schutzanzügen, Sauerstoffflaschen und Taschenlampen ausgerüstete Arbeiter in das Reaktorgebäude. Mithilfe eines tragbaren Stromgenerators gelang es ihnen, das erste (elektromotorische) Druckentlastungsventil zu einem Viertel zu öffnen.[56][32] Den Versuch, auch das zweite, pneumatische Ventil am Sicherheitsbehälter zu öffnen, gaben sie wegen zu hoher Strahlung auf.[56]

Ab 10:17 Uhr versuchte man mehrmals, das pneumatische Ventil vom Leitstand aus zu betätigen.[32] Die Messfühler im Sicherheitsbehälter zeigten keinen nennenswerten Druckabfall (siehe Grafik), aber die Strahlung an der Geländegrenze stieg vorübergehend von 0,007 auf 0,39 mSv/h an.[217] Gleichzeitig versuchte Tepco, einen tragbaren Kompressor aufzutreiben, um damit an anderer Stelle ein leichter zugängliches, größeres pneumatisches Ventil zu öffnen.[56]

Gegen Mittag zeigten die defekten Wasserstandsmesser an, dass die Brennstäbe im Reaktorkern zur Hälfte trocken liegen, und die NISA warnte, dass möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe.[202]

Gegen 14 Uhr gelang es den Arbeitern dann, das zweite pneumatische Ventil per Kompressor zu öffnen.[56] Tepco meldete um 14:30 Uhr, dass die Druckentlastung erfolgreich gewesen sei.[33] Um 14:49 Uhr wurde in der Umgebung von Block 1 radioaktives Caesium nachgewiesen.[218] Um 15:01 Uhr zeigte die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam erstmals einen Dampfaustritt aus dem Schornstein an Block 1/2,[219] und um 15:29 Uhr überschritt die Strahlung an der Geländegrenze mit 1,0 mSv/h[202] den zulässigen Grenzwert von 0,5 mSv/h.[220][221]

Gegen 14:50 Uhr waren die Süßwasservorräte erschöpft.[135][32] Nach eigenen Angaben hatte Tepco Vorbereitungen getroffen, um schnell von Süß- auf Meerwassereinleitung umzustellen; um 15:18 Uhr hätte man damit beginnen können. Dies verzögerte sich jedoch durch Kommunikationsprobleme zwischen Kraftwerksbetreiber, Aufsichtsbehörde, Regierungsstellen und Premierminister und/oder wegen technischer Bedenken des Premierministers um mehrere Stunden.[222][223][224] (Später heißt es in einem NISA-Bericht, es habe „kein Zögern“ beim Einsatz von Meerwasser gegeben.[60]) Dafür gelang nun der Anschluss des schweren Stromkabels an den Verteiler von Block 1/2.[225]

Vorher-Nachher-Darstellung des Reaktorgebäudes von Block 1 (Computergrafik)

Gegen 15:30 Uhr[226] versuchten Arbeiter, eine Pumpe zum Einspeisen von boriertem Wasser in den Reaktor (SLC-Pumpe) mit Strom zu versorgen.[56] In diesem Moment ereignete sich zwischen Sicherheitsbehälter und Außenhülle des Reaktorgebäudes eine Knallgasexplosion (Wasserstoffexplosion), bei der der obere Teil der Außenverkleidung des Reaktorblocks weggesprengt wurde.[227] Videoaufnahmen zeigen einen schnellen, kaum sichtbaren Explosionsstoß nach oben und dann eine sich mehr horizontal als vertikal ausbreitende Rauchwolke um das Reaktorgebäude.[228] Die Explosion verletzte vier Arbeiter vor Ort,[229] kappte die erst vor einer halben Stunde fertiggestellte Stromleitung und beschädigte vorbereitete Schläuche zum Einleiten von Meerwasser.[56] Die Sicherungsarbeiten wurden für zwei Stunden unterbrochen.[225]

Zum Explosionszeitpunkt herrschte am Kraftwerk Südostwind. Eine mobile Strahlungsmessstation an der nordwestlichen, landseitigen Geländegrenze zeigte um 15:29 Uhr einen plötzlichen, kurzen Anstieg von 140 auf 1015 Millisievert pro Stunde.[217]

Die Regierung gab bekannt, der Sicherheitsbehälter des Reaktors sei nicht beschädigt worden.[230] Später zeigte sie sich überrascht: Niemand hätte sie vorher darüber informiert, dass das Venting in einer Explosion des Reaktorgebäudes enden könnte. Tepco wies darauf hin, dass der Wasserstoff normalerweise im Sicherheitsbehälter abgebaut werde;[231] mit einer Explosion habe niemand gerechnet.[232]

Die japanischen Behörden vermuteten ab zirka 17 Uhr aufgrund der erhöhten Caesiumwerte eine Kernschmelze.[233] Die Behörden bereiteten die Verteilung von Jodtabletten vor[234][235] und weiteten den Evakuierungsradius um das Kraftwerk auf 20 Kilometer aus.[236]

Inzwischen waren in Block 1 alle Messinstrumente für den Reaktorzustand (Druck, Temperatur, Wasserstand) ausgefallen.[175] Offenbar waren die Notstrombatterien nun vollends erschöpft.

Kühlversuche und Stromanschluss

Um 19:04 Uhr begann Tepco mit dem Einleiten von Meerwasser in den Reaktor und informierte die NISA. Da man jedoch keine Bestätigung vom Premierminister erhielt, entschied Tepco gegen 19:30 Uhr, das Wassereinpumpen zu unterbrechen. Der Leiter des Kraftwerks ignorierte die Anweisung und setzte die notdürftige Reaktorkühlung fort.[222] Eine offizielle Freigabe durch den Premierminister und die NISA erfolgte erst gegen 20 Uhr.[203] Später hieß es, das Wirtschaftsministerium habe die Erlaubnis bereits gegen 18 Uhr erteilt.[32]

Ab 20:45 Uhr wurde dem Kühlwasser Borsäure hinzugefügt, um das Risiko einer Kritikalität zu verringern. Um 22:15 Uhr musste die Meerwasserkühlung für einige Stunden wegen eines Nachbebens unterbrochen werden.[79][202] Die eingespeiste Wassermenge schwankte in den folgenden Tagen zwischen 2 und 20 Kubikmeter pro Stunde.[32]

Am 13. März gelang es endlich, eine Notstromversorgung durch die mobilen Generatoren herzustellen.[237] Die Messgeräte lieferten wieder Informationen zum Reaktorstatus,[175] aber die Kühlsysteme blieben außer Betrieb.

Die defekten Wasserstandsmessgeräte zeigten in den nächsten Tagen und Wochen weiterhin an, dass die Brennelemente (oder deren Überreste) zur Hälfte mit Wasser bedeckt seien.[175] Scheinbar war es gelungen, den Wasserstand via Feuerlöschleitung zu stabilisieren. Hin und wieder musste die Wassereinspeisung nochmals für einige Stunden unterbrochen werden, weil das Gelände wegen kritischer Situationen an Reaktorblock 3 evakuiert wurde, wegen weiterer Erdbeben oder um kleinere Defekte am Pumpsystem zu beheben.[119]

Man war sich nun weitgehend einig darüber, dass in Block 1 eine Kernschmelze stattfand; auch Regierungssprecher Yukio Edano bestätigte dies offiziell.[238] Aufgrund von Strahlungsmesswerten im Reaktor vom 15. März schätzte Tepco, dass bereits 70 Prozent der Brennstäbe beschädigt seien.[239] Sechs Wochen später wurde diese Zahl dann – immer noch auf Grundlage der Messungen vom 15. März – auf 55 Prozent nach unten korrigiert, weil man sich anfangs verrechnet hatte,[240] und weitere zweieinhalb Wochen später auf 100 Prozent nach oben.[135]

Mit der Behelfskühlung gelang es nicht, den Reaktorkern zu stabilisieren. Am Morgen des 16. März traten große Mengen an Dampf aus dem Reaktorgebäude aus,[241] während die Strahlung auf dem Gelände stark anstieg. In den folgenden Tagen stieg die Aktivität in Reaktor 1 wieder an.[175] Die Temperatur am Druckbehälter erreichte am 22. März vorübergehend einen Höchstwert von 383 °C, oberhalb der maximal vorgesehenen Betriebstemperatur von 300 °C.[175]

Am 20. März wurde Block 1 über einen neuen Stromverteiler (der alte stand im Keller des Turbinenhauses unter Wasser) wieder an die externe Stromversorgung angeschlossen,[242] und am 24. März die Beleuchtung im Leitstand wiederhergestellt.[71] Der Großteil der elektrischen Systeme blieb aber ohne Funktion.[84]

Soldaten der japanischen Streitkräfte und der US Air Force proben in Yokota Air Base das Anschließen eines Wasserschlauchs.

Erst am 23. März stellte Tepco die Wassereinspeisung in den Druckbehälter auf eine andere Zugangsleitung (Speisewasser- statt Feuerlösch-/Kernsprühleitung) und stärkere Pumpen um, so dass man die Wassermenge von 50 auf 170 Kubikmeter pro Tag erhöhen konnte.[243][175] Auch dies genügte anscheinend nicht, um den Reaktor in den Griff zu bekommen: Die Strahlungsmesswerte des Druckbehälters stiegen bis zum 1. April wieder auf einen neuen Höchstwert an. Möglicherweise schränkten Salzablagerungen den Fluss des Kühlwassers ein.[66]

Am 31. März wurde erstmals seit dem Stromausfall auch das Abklingbecken von Block 1 gekühlt: Eine Autobetonpumpe sprühte 90 Tonnen Wasser darauf.[119] Es ist unklar, wie viel von dem Wasser im Becken ankam, aber laut späterer Untersuchungen sank der Wasserstand zu keinem Zeitpunkt in einen kritischen Bereich.[56]

Weiter instabiler Reaktor

April 2011
Gemessene Drücke im Druckbehälter, 11. März bis 23. Mai 2011

Im April schien Reaktor 1 als einziger weiter instabil zu sein: Die Messgeräte zeigten den ganzen April über einen stetigen und unkontrollierten Druckanstieg im Druckbehälter an (siehe Grafik; erst zwei Monate später stellte man fest, dass auch die Drucksensoren defekt waren und zu viel anzeigten).[244] Der Reaktorkern produzierte vermutlich weiterhin Wasserstoff. Nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsministerium füllte Tepco den Sicherheitsbehälter mit Stickstoff auf, um einer möglichen Knallgasexplosion vorzubeugen.[245][246]

Am 8. April zeigte der Strahlungssensor im Druckbehälter von Block 1 einen extremen Anstieg; am nachfolgenden Tag fiel er aus. Zwei Wochen später stieg das Verhältnis aus 131I- und 137Cs-Konzentration im Meerwasserkanal des benachbarten und baulich verbundenen Blocks 2 stark an.

Am 21. April meldete die Nachrichtenagentur Kyodo News, dass nach Aussage eines Tepco-Offiziellen in Reaktor 1 (erneut oder immer noch) eine Kernschmelze in Gang sein könnte.[247]

Der Kraftwerksbetreiber hatte Bedenken, dass die Situation bei einer ungeplanten Unterbrechung der Behelfskühlung weiter außer Kontrolle geraten könnte,[190] und wollte die eingespeiste Wassermenge erhöhen, um mit dem überschüssigen Wasser den Sicherheits- und den Druckbehälter aufzufüllen und den Reaktor dadurch zuverlässiger zu kühlen.[7][190] Zusätzlich sollte ein neuer, stabilerer und geschlossener Kühlkreislauf installiert werden.[248]

Mai 2011

Zur Vorbereitung der geplanten Arbeiten – Tepco veröffentlichte dafür eine Roadmap[249] – wurde die Luft im Gebäude mit speziellen Luftfiltergeräten dekontaminiert.[249] Anschließend kalibrierte man die Wasserstandsmessgeräte für den Druckbehälter neu und stellte fest, dass der Bereich des Reaktorkerns, in dem sich die Brennelemente vor der Schmelze befunden hatten, nicht etwa halb, sondern gar nicht unter Wasser stand. Offenbar waren sowohl der Druck- als auch der Sicherheitsbehälter beschädigt, und erhebliche Mengen an Kühlwasser liefen aus dem Reaktor. Die geplanten neuen Kühlmaßnahmen wurden durch den undichten Sicherheitsbehälter hinfällig.[138][250][135] Das Untergeschoss des Reaktorgebäudes, in dem sich die Kondensationskammer befindet, war mit schätzungsweise 5.000 Tonnen an radioaktivem Abwasser zur Hälfte aufgefüllt.[191][251][252]

Die Kernschmelzenmeldung vom 21. April wurde nicht bestätigt. Man ging jetzt davon aus, dass sich die Überreste des Reaktorkerns teils im Druck- und teils im Sicherheitsbehälter befanden und dort gekühlt wurden.[32]

Absicherung von Block 1

ab Juni 2011

Die Kühlung des Abklingbeckens wurde Ende Mai von Betonpumpe auf eine direkte Leitung umgestellt[253] und im August auf einen geschlossenen Kreislauf.[254] Zur Reaktorkühlung diente ab Ende Juni wiedergewonnenes Abwasser,[255] sodass ein indirekter Kühlkreislauf als Ersatz für das nicht mehr realisierbare geschlossene Kühlsystem entstand.

Als Absicherung gegen radioaktive Emissionen und eintretendes Regenwasser wurde eine Schutzhülle um das Reaktorgebäude errichtet, bestehend aus einem Stahlgerüst, PVC-beschichteten Polyestergewebe-Planen und einem aufwändigen Lüftungssystem (Fertigstellung im Oktober 2011). Das Dach der Hülle kann bei Bedarf geöffnet werden.[256][257]

Am 19. August 2011 fiel die Reaktortemperatur in Block 1 erstmals an allen Messfühlern unter 100 °C.[258]

In Rohren am Reaktor wurden hohe Wasserstoffkonzentrationen von 61 bis 63 Prozent entdeckt. Vermutlich handelte es sich um Reste aus der Anfangsphase der Unfälle.[259] Der Wasserstoff wurde durch Einpumpen von Stickstoff ausgetrieben.[260]

Neue Tepco-Simulationsrechnungen im November ergaben, dass der Großteil des geschmolzenen Brennstoffs in Reaktor 1 den Druckbehälter verlassen und sich auf dem Boden des Sicherheitsbehälters (Nr. 13 in der Abbildung oben) angesammelt hatte. Der Betonboden könne bis zu 65 Zentimeter tief erodiert sein. Zwischen Brennstoff und der Stahlummantelung des Sicherheitsbehälters (Nr. 19) bliebe demnach noch eine Betonschicht von mindestens 37 Zentimetern. Darunter befindet sich eine weitere, mehrere Meter dicke Betonschicht (Nr. 20). Man geht davon aus, dass durch die durchgeführten Kühlmaßnahmen eine weitere Korrosion des Betons gestoppt sei.[261]

Reaktorblock 2

Stromausfall und Kühlungsprobleme

Einer der Kraftwerksleitstände (1999)
Ausfall der beiden Dieselgeneratoren von Block 2

Auch Block 2 wurde am 11. März um 14:46 Uhr (Ortszeit) automatisch heruntergefahren und zunächst mit Notstrom aus seinen beiden Dieselgeneratoren versorgt. Um im Reaktor verdampfendes Wasser weiterhin nachzufüllen, schalteten die Arbeiter im Leitstand eines von zwei dampfbetriebenen Notkühlsystemen ein (das RCIC-System, Reactor Core Isolation Cooling; etwa: „Kühlung des Reaktors im isolierten Betrieb“).[56]

Um 15:37 und 15:41 Uhr[262] fielen die Generatoren durch Überschwemmung aus,[51] und dadurch auch die elektrischen Kühlwasserpumpen für das Abklingbecken und die Reaktor-Kondensationskammer. Auch Teile der Batterie-Notstromversorgung versagten wegen Tsunamischäden.[56]

Um 16:36 Uhr meldete Tepco an die Aufsichtsbehörde, dass die Wassereinspritzung in den Reaktor – also die Notkühlung – nicht mehr sichergestellt sei.[200] Das dampfbetriebene Kühlsystem war zwar unabhängig von den Generatoren, aber wegen des Stromausfalls hatten die RCIC-Zustandsanzeige und das Messgerät für den Kühlwasserstand versagt. Am 12. März wurden sie mit einer provisorischen Stromversorgung wieder in Betrieb genommen.[225][263] Der Wasserstand war etwas verringert, aber stabil.[264] Die Drücke im Reaktor lagen im Normalbereich.[204] Trotzdem wurden gegen Mittag mehrere Druckentlastungen des Sicherheitsbehälters versucht, die mangels Überdruck ohne Ergebnis waren.[56] Währenddessen explodierte das Dach des nördlich benachbarten Reaktorgebäudes 1.

Es folgten weiter wechselnde Meldungen auf der Tepco-Website zum Zustand der Kühlung. Um 20 Uhr funktionierte sie angeblich nicht mehr;[265][175] am Morgen des 13. März um 9 Uhr hieß es dann, das RCIC-System sei in Betrieb.[266] Auch die später veröffentlichten Aufzeichnungen der Mitarbeiter sind widersprüchlich. Es gab wohl nach wie vor Probleme mit der Messung des Wasserstandes.[32] Sicherheitshalber bereitete Tepco die Einspeisung von Meerwasser vor.[225]

Um 11 Uhr wurde erneut eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters eingeleitet.[203][267] Zwischen 14 und 17 Uhr ging der Druck im Sicherheitsbehälter etwas zurück.[204] Gegen 14 Uhr gelang auch der Anschluss mobiler Stromgeneratoren, sodass laut NISA der weitere Betrieb des Notkühlsystems gesichert war.[268]

Am 14. März um 11 Uhr explodierte auch das südlich benachbarte Reaktorgebäude 3 und beschädigte bereitstehende Geräte zum Einpumpen von Meerwasser in Reaktor 2.[56] Unmittelbar nach der Explosion öffnete man sicherheitshalber die Ausblasklappe (blow out panel) von Reaktorgebäude 2,[203] um eine Wasserstoffansammlung wie in den Blöcken 1 und 3 zu verhindern. Ungefähr zu dieser Zeit fiel auch in Block 2 tatsächlich die Kühlung aus.[175] Möglicherweise hatte die außerordentlich heftige Explosion von Block 3 weitere Schäden in Block 2 verursacht.[269][79] Um 13:18 Uhr – der Wasserspiegel im Reaktordruckbehälter war bereits um etwa einen Meter gefallen, lag aber noch oberhalb der Brennelemente – meldete Tepco den Kühlausfall an die Aufsichtsbehörde.[270] Das zweite dampfbetriebene Notkühlsystem, das in solchen Fällen normalerweise aktiv wird, blieb abgeschaltet.

Die Einleitung von Meerwasser wurde erneut vorbereitet, musste aber wegen eines Nachbebens von 15 bis 16 Uhr unterbrochen werden. Gegen 16:30 Uhr war die Feuerwehrpumpe einsatzbereit, aber zunächst musste der Druck im Druckbehälter gesenkt werden.[225] Die Arbeiter brachten Autobatterien aus ihren Fahrzeugen in den Leitstand und versuchten, damit die Überdruckventile zu betätigen.[56] Sie ließen sich jedoch nicht öffnen,[79][271] weil man versehentlich ein Luftstrommessgerät abgeschaltet hatte.[272] Mehrere Stunden lang versuchte Tepco erfolglos, Dampf aus dem Druckbehälter abzulassen, um dann anschließend auch den Sicherheitsbehälter zu entlüften.[273]

Messwerte und Ereignisse von Reaktor 2; 13. bis 15. März

Der Wasserstand fiel weiter. Gegen 17 Uhr lagen die Brennelemente teilweise frei und ab 18 Uhr vollständig.[175] Zu diesem Zeitpunkt gelang es endlich, die Druckentlastungsventile zu öffnen. Es dauerte eine Stunde, den Druck hinreichend zu senken. Zwischenzeitlich ging der Feuerwehrpumpe, die wegen der hohen Strahlung auf dem Gelände nicht ständig überwacht wurde, der Treibstoff aus.[56] So verging noch fast eine weitere Stunde, bis die Wassereinspritzung beginnen konnte[274][175] – zu spät: Die Kernschmelze war zu diesem Zeitpunkt bereits in Gang.[136] Trotz weiterer Druckentlastungsversuche – das pneumatische Venting-Ventil schloss sich immer wieder von alleine – stieg der Druck im Sicherheitsbehälter stark an und erreichte gegen Mitternacht etwa 750 Kilopascal.[56][175]

Das Wasserstands-Messgerät zeigte jetzt und auch in den kommenden Tagen und Wochen an, dass die Brennelemente zur Hälfte mit Wasser bedeckt seien.[175] Erst zwei Monate später – nach dem Kalibrieren des Messgeräts in Block 1 – wurde klar, dass auch das Gerät in Block 2 (und 3) die ganze Zeit über zu viel angezeigt haben könnte.[89] Ähnlich wie am 12. März in Block 1 versagten vermutlich Dichtungen des Sicherheitsbehälters, und es gelangte Wasserstoff in das Reaktorgebäude.[32]

Schäden am Sicherheitsbehälter

Laut später veröffentlichter Berichte von NISA[275] und JAIF[276] wurde gegen Mitternacht (zum 15. März) Dampf aus dem Sicherheitsbehälter in die Umgebung abgelassen. Der Messfühler zeigte aber keinen Druckabfall. Es blieb weiter bei 750 kPa,[175] bis gegen 6:10 Uhr ein lauter Knall aus Richtung der Kondensationskammer unter dem Reaktor zu vernehmen war („an abnormal noise began emanating from nearby Pressure Suppression Chamber“ laut Tepco).[277] Die NISA sprach von einem „Explosionsgeräusch“[203] und einer Wasserstoffexplosion im Raum unter dem Reaktor, in dem sich die Kondensationskammer befindet;[32] später auch von einem „großen, impulsiven Geräusch“ und einem „großen Einschlaggeräusch“ (big impact sound).[56] Der Druck in der Kammer fiel plötzlich ab;[204] offenbar wurde sie beschädigt.[40] Auch im Dachbereich des Reaktorgebäudes[56] und im angeschlossenen Abfallverarbeitungsgebäude wurden Schäden festgestellt.[32] Tepco bestreitet bislang, dass eine Explosion stattfand und vermutet, dass es sich um eine Verwechslung mit der in etwa gleichzeitigen Explosion in Block 4 handelt (Stand: November 2011).[278]

Die Strahlenbelastung auf dem Gelände stieg stark an, was auch mit der Explosion in Block 4 zusammenhängen kann. An der Geländegrenze wurden vorübergehend Dosisleistungen von bis zu 12 Millisievert pro Stunde (mSv/h) gemessen.[202] Am Reaktorgebäude 4 lagen die Messwerte bei 100 mSv/h und am benachbarten Block 3 bei 400 mSv/h.[277] Wegen der Strahlungsrisiken reduzierte Tepco die Zahl der Mitarbeiter auf dem Gelände von rund 800 auf 50.

Um 10:30 Uhr wies Wirtschaftsminister Banri Kaieda Tepco an, bei Reaktor 2 sofort Wasser in den Druckbehälter einzuspritzen und Druck aus dem Sicherheitsbehälter abzulassen.[203] Nachdem der Sicherheitsbehälter 2 sich inzwischen von alleine entlüftete und die Wassereinspeisung seit 14 Stunden stattfand, kam diese Anweisung spät.

Am Abend fiel der Überdruck im Druckbehälter auf Null,[204] was auf einen größeren Schaden hindeutet.

Satellitenfotos vom 16. März zeigen, wie aus der Ausblasklappe auf der Ostseite des Reaktorgebäudes Dampf austrat. Dieser war auch in den folgenden Tagen weiter zu beobachten.[279]

Anhand der Strahlungsmesswerte im Sicherheitsbehälter schätzte Tepco, dass die Brennstäbe von Block 2 zu einem Drittel beschädigt seien.[280] Diese Schätzung erwies sich später als viel zu niedrig.[136]

Bis zum 17. März weitete sich auch der Schaden an der Kondensationskammer aus; der Überdruck in der Kammer fiel ebenfalls auf Null.[175]

Drei Wochen später wurden Informationen der US-Atomaufsichtsbehörde bekannt, nach denen Teile des geschmolzenen Kerns von Reaktor 2 aus dem Druckbehälter geflossen waren und sich am Boden des Sicherheitsbehälters angesammelt hatten.[281] Strahlungsdaten aus den Kondensationskammern von Block 1 bis 3 (im unteren Bereich der Sicherheitsbehälter) bestätigten dies: Der Messwert für Block 2 war mit 121 Sievert pro Stunde extrem hoch.

Stromanschluss und Kühlmaßnahmen

Mittlerweile war eine neue Hochspannungsleitung in Arbeit, die als erstes an Block 2 angeschlossen werden sollte.[282] Man hoffte, die regulären Kühlsysteme wieder in Betrieb nehmen zu können.[82]

Währenddessen begann am 19. März das Einspeisen von Meerwasser ins Abklingbecken. Anders als bei Block 1 musste bei Block 2 auch das Abklingbecken laufend gekühlt werden, weil sich darin doppelt so viele und „frischere“ Brennelemente befanden. Jeweils im Abstand von mehreren Tagen wurde das Becken über eine vorhandene Leitung wieder mit kaltem Wasser aufgefüllt.[203] So gelang es, die Wassertemperatur bei etwa 50 °C zu stabilisieren.[283] Der Wasserstand sank zu keinem Zeitpunkt in einen kritischen Bereich.[56]

Ebenfalls am 19. März wurde die neue Stromleitung an einem Behelfstransformator an Block 2 angeschlossen, und am nächsten Tag an einen provisorischen, neuen Stromverteiler.[284][285] Ab dem 26. März gab es wieder eine richtige Beleuchtung im Leitstand. Ein am gleichen Tag veröffentlichtes Foto zeigt drei Männer in Schutzanzügen, die auf einzelne Instrumente schauen – in einem Raum voller toter Bildschirme und Warnlampen.[286][287] Die Stromversorgung war wiederhergestellt, aber wie in Block 1 blieben die meisten Systeme ohne Funktion.[84]

Ab dem 26. März wurde auch in Reaktor 2 Süßwasser statt Meerwasser eingespritzt.[71] Im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Block 2 maß Tepco eine sehr hohe Strahlung von mehr als 1000 mSv/h an der Oberfläche von Wasser, das sich dort angesammelt hatte[288] (1000 mSv/h war das obere Limit der vorhandenen Messgeräte).[289] Am folgenden Tag wurden ähnliche Strahlungswerte auch im Wasser in einem angeschlossenen Wartungstunnel entdeckt.[98] Daraufhin teilte die japanische Regierung am 28. März mit, dass sie von einer vorübergehenden Teil-Kernschmelze in Reaktor 2 ausgehe.[290]

Am 29. März wurde auch die Kühlung des Abklingbeckens von Meer- auf Süßwasser umgestellt.[243]

Abwasseraustritt ins Meer

Möglicher Weg des Wassers aus dem Reaktorgebäude (1) durch das Turbinenhaus (2) bis in den Kabelschacht (3)
Nuklidkonzentrationen am Wassereinlass von Block 2, 2. April bis 15. Juni 2011
April 2011

Seit dem 21. März maß man stark erhöhte Iod- und Caesium-Konzentrationen im Meerwasser am Kraftwerk und suchte nach der Ursache.

Am 2. April entdeckte Tepco dann in einem betonierten Kabelschacht nahe dem Wassereinlass von Block 2[291][292] einen 20 Zentimeter langen Riss, aus dem hoch radioaktiv kontaminiertes Wasser in den Pazifik floss. Ein Versuch, das Leck mit Beton zu verschließen,[293] schlug ebenso fehl[294] wie das Einbringen eines Gemischs aus Superabsorber, Sägemehl und zerkleinertem Zeitungspapier in Verbindungsrohre zum Turbinengebäude.[295] Am 6. April konnte Tepco das Leck dann mit einem Abdichtmittel auf Wasserglas-Basis verschließen.[296]

Nach Angaben der NISA war der Großteil des kontaminierten Wassers in den zwei Tagen nach Beschädigung der Kondensationskammer am 15. März freigesetzt worden, aber geringere Mengen von Wasser flössen auch weiterhin noch aus dem Reaktor,[68] von wo sie über verschiedene Kanäle und Schächte ins Meer gelangten (siehe Grafik).[292] Erst später wurde klar, dass womöglich auch der Druckbehälter beschädigt war und von dort laufend größere Mengen an Abwasser austraten.[89]

Am 9. April begann Tepco den Bau einer Stahlwand und dem Aufschütten eines Schlammwalls (silt fence) vor dem Wassereinlass von Block 2, um das Meer vor weiterer Kontamination zu schützen.[297]

Eine Woche später lagen erste Messwerte zum Wasser im Abklingbecken vor. Sie zeigten eine hohe radioaktive Kontamination[298] (vgl. Tabelle der Wassermesswerte der Abklingbecken), die höchstwahrscheinlich durch den Eintrag von Emissionen des Reaktors entstanden war.[56]

Extrem hoch kontaminiertes Wasser hatte sich auch im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Block 2 angesammelt, insgesamt 25.000 Kubikmeter.[299] Tepco begann damit, 10 Kubikmeter pro Stunde ins Abfalllager abzupumpen,[299][300] während durch die laufenden Kühlmaßnahmen des Reaktors und des Abklingbeckens stetig neues Abwasser erzeugt wurde. Der Wasserstand im Turbinengebäude blieb nahezu unverändert.[301] Der weitere Austritt des extrem kontaminierten Wassers aus Block 2 ins Meer konnte dagegen durch die Abdichtungs- und Eindämmmaßnahmen weitgehend gestoppt werden.

Mai 2011

Nachdem die Strahlung in der Kondensationskammer unterhalb des Reaktors bis Anfang Mai abgenommen hatte, stieg sie ab dem 3. Mai vorübergehend auf das Vierfache an. Der geschmolzene Reaktorkern war immer noch in Bewegung.

Absicherung vom Block 2

Weitere Arbeiten im Reaktorgebäude waren wegen zu hoher Strahlenbelastung kaum möglich, und eine Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent verhinderte den Einsatz von Dekontaminationsgeräten. Daher erhielt das Abklingbecken einen neuen, geschlossenen Kühlkreislauf, der die Wassertemperatur von 70 auf 40 °C senkte und half, die Luftfeuchte zu verringern.[147][154] Anschließend wurde das Gebäude gelüftet[302] und die Luft weiter dekontaminiert. Messgeräte am Reaktor wurden kalibriert. Eine Erkundung ergab, dass das hoch radioaktive Abwasser sechs Meter hoch im Untergeschoss stand.[303]

ab Juni 2011

Ende Juni begann auch in Block 2 die Einleitung von Stickstoff in den Sicherheitsbehälter, um möglichen Knallgasexplosionen vorzubeugen.[304]

Um die Reaktorkühlung zu verbessern, wurde das Kühlwasser ab Mitte September auch über das Core Spray System (Kernsprühsystem) eingeleitet.[305][306] Dabei wird das Wasser von oben in den Druckbehälter und über den Reaktorkern gesprüht, anstatt es – wie bei allen anderen Kühlsystemen – seitlich einzupumpen.

Im Abklingbecken-Kühlkreislauf begann Anfang November die Filterung von Caesium, um die extrem hohe Wasserkontamination zu verringern.[307]

Am 27. März 2012 wurde bei endoskopischen Untersuchungen des Sicherheitsbehälters festgestellt, dass der Wasserstand aufgrund von Lecks statt bei erwarteten drei Metern bei nur 60 cm liegt. Die Wassertemperatur liege jedoch bei 48,5–50 °C.[308][309] Die Strahlung im teilweise zerstörten Containment beträgt zwischen 30 und 73 Sv pro Stunde.[310]

Im Februar 2017 konnte erstmals eine Kamera direkt unter den Druckbehälter gebracht werden. Hier wurde bestätigt, dass der Reaktor komplett geschmolzen ist und sich evtl. durch das Containment gefressen hat. Ferner wurden mit 530 Sv/h extreme Strahlendosen gemessen.[311]

Reaktorblock 3

Schwankender Wasserstand in Reaktor 3 durch RCIC-Notkühlung

Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Reaktorblock 3 im Gegensatz zu Block 1 und 2 auch mit 32 Mischoxid-Brennelementen (von insgesamt 548 Brennelementen) bestückt, die eine Mischung aus Urandioxid und Plutoniumdioxid enthalten. Plutonium ist giftig und durch seine Strahlenwirkung schon in geringen Mengen stark krebserregend. Im Abklingbecken befanden sich nur konventionelle Uran-Brennelemente.

Strom- und Kühlungsausfall in Block 3

Auch Block 3 wurde am 11. März um 14:46 wegen des Erdbebens schnellabgeschaltet, und das RCIC-Notkühlsystem (Reactor Core Isolation Cooling System) übernahm planmäßig die Wassereinspritzung in den Reaktor. Nach Eintreffen des Tsunami fielen um 15:38 und 15:39 Uhr die beiden Notstromgeneratoren und die elektrischen Kühlwasserpumpen für Abklingbecken und Reaktor-Kondensationskammer aus.[180][312] Das dampfbetriebene RCIC-System lief davon unabhängig weiter, im Gegensatz zu Block 2 allerdings nur mit halber Leistung.[198][180][312][262] Die Notstrombatterien blieben intakt.[56]

Gegen Mitternacht funktionierte die Notkühlung nicht mehr richtig; der Wasserstand fiel unter den vorgesehenen Bereich.[180] Am 12. März gegen 11:30 Uhr fiel das RCIC-System aus, und eine Stunde später schaltete sich automatisch das HPCI-System (High Pressure Coolant Injection, engl. für Hochdruck-Kühlmitteleinspritzung) ein.[180][32] Dies ist ein wesentlich leistungsfähigeres,[79] ebenfalls dampfbetriebenes Notkühlsystem, das zum Einsatz kommt, wenn das RCIC-System nicht ausreicht oder versagt. Es kam zu einem starken Druckabfall im Druckbehälter,[180] was auf Erdbebenschäden an den HPCI-Rohrleitungen hindeutete.[55]

Die Aufsichtsbehörde (NISA) informierte gegen 18 Uhr in einer Pressekonferenz, dass der Wasserstand im Reaktor gefallen sei und dringend etwas dagegen getan werden müsse.[313] Gegen 21 Uhr begannen Vorbereitungen, um Dampf aus dem Sicherheitsbehälter abzulassen.[56] (Erste NISA-Berichte sprachen irrtümlich von einer Druckentlastung um 20:41 Uhr.[71])

Am 13. März um 2:44 Uhr fiel die HPCI-Notkühlung wegen erschöpfter Batterien oder eines zu niedrigen Reaktordrucks aus.[180][56][32] Tepco versuchte ohne Erfolg, das RCIC-System wieder in Betrieb zu nehmen. Um 5:10 Uhr meldete man den vollständigen Ausfall der Kühlung an die Aufsichtsbehörde.[314] Zu diesem Zeitpunkt war der Druck in beiden Behältern schon wieder stark angestiegen. Ein Versuch, Wasser mit der stationären Diesel-Feuerlöschpumpe des Reaktors einzuspritzen, schlug daher fehl.[56]

Durch den mittleren/vorderen dieser vier Schlote (der mittlere/hintere ist etwas verdeckt) gelangte der abgelassene Dampf ins Freie.[315] (Foto von 2007)

Nachdem alle im Kraftwerk verfügbaren Autobatterien bereits für die Rettung von Block 1 und 2 im Einsatz waren, entnahm Tepco nun Batterien aus Fahrzeugen der Einsatzzentrale der Regierung und betätigte damit vom Leitstand aus die Sicherheitsventile des Druckbehälters von Reaktor 3. Zuvor hatten Mitarbeiter bereits die Venting-Ventile der Sicherheitsbehälters – ähnlich wie bei Block 1 – manuell geöffnet.[56] Gegen 8:50 Uhr fiel der Druck im Druckbehälter von ungefähr 7350 auf 500 Kilopascal (kPa) ab, während er im Sicherheitsbehälter zunächst von 470 auf 640 kPa anstieg und anschließend wieder abfiel.[180][204]

Die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam zeigte um 10:00 Uhr einen Dampfaustritt aus dem Schornstein von Block 3/4.[65]

Behelfskühlung des Reaktors

Um 9:08 Uhr begann auch bei Reaktor 3 die Behelfskühlung durch Einspritzen von Wasser über die Feuerlöschleitung. Dabei kam das normalerweise an Block 5/6 stationierte Feuerwehrfahrzeug zum Einsatz. Zunächst speiste man Süßwasser aus der Zisterne des Feuerlöschsystems ein und stellte dann auf mit Borsäure versetztes Meerwasser um.[181][32][225] Die Messgeräte zeigten trotzdem einen weiter fallenden Wasserstand an. Die NISA vermutete, dass die Messanzeige fehlerhaft war, da andere Messwerte für eine funktionierende Wassereinspeisung sprachen,[316] während Regierungssprecher Edano technische Probleme beim Einpumpen erwähnte.[317] Die 3,70 Meter langen Brennstäbe[38] lagen jetzt vermutlich auf gut 3 Metern Länge trocken[175] und erhitzten sich stark. Edano gab bekannt, dass man von einer Kernschmelze in Block 3 ausgehe und auch hier eine Wasserstoffexplosion für möglich halte.[238] Spätere Untersuchungen bestätigten, dass um diese Zeit eine Kernschmelze begann.[136][32]

Nachdem sich das pneumatische Druckentlastungsventil von alleine geschlossen hatte, wurde es gegen Mittag erneut manuell mit einem Kompressor geöffnet.[318] Um 13 und 14 Uhr zeigte die Webcam einen Dampfaustritt aus dem Druckentlastungs-Schornstein von Block 3/4.[65] Diese Venting-Operation wurde später noch mehrmals wiederholt.[56]

In der Nacht zum 14. März musste die Wassereinspritzung in den Reaktor mangels Meerwasser in der Sammelgrube unterbrochen werden. Laut NISA fand die Unterbrechung von 1:10 bis 3:20 Uhr statt.[319] Der für den Druckbehälter angezeigte Wasserstand begann jedoch erst kurz nach 3 Uhr zu fallen, während gleichzeitig der Druck im Druck- und Sicherheitsbehälter anstieg. Die Brennelemente lagen gegen 6 Uhr vermutlich wieder auf drei Metern Länge trocken,[175] sodass die Kernschmelze fortschreiten konnte.

Um 5:20 Uhr wurde laut späterer NISA-Berichte erneut Dampf abgelassen;[319] Strahlungsmesswerte vom Gelände deuten eher auf ein Venting zwischen 2 und 5 Uhr hin. Der Druck im Sicherheitsbehälter nahm jedoch stetig zu und erreichte gegen 7 Uhr rund 500 Kilopascal (kPa). Ab diesem Zeitpunkt wurde wieder ein steigender Wasserspiegel im Druckbehälter angezeigt.[175] Die Wasserstandsanzeige stabilisierte sich dann so weit, dass die Brennelemente vermutlich zu 40 Prozent bedeckt waren. Der Druck blieb in den nächsten Stunden bei etwa 500 kPa.

Tanklastwagen der Streitkräfte lieferten am Morgen 35 Tonnen Süßwasser an und begannen, es in die Wasser-Sammelgrube für die Reaktorkühlung zu füllen.[56]

Explosion

Um 11:01 Uhr ereignete sich eine heftige Explosion im Reaktorgebäude. Videoaufnahmen zeigen einen Feuerball im oberen Bereich und einen dunklen, schnell und senkrecht nach oben aufsteigenden Rauchpilz.[320] Nach Angaben von Tepco wurden bei der Explosion sieben Menschen verletzt.[321] Der Daily Telegraph berichtete von sechs getöteten Mitarbeitern der „Japanese Central Nuclear Biological Chemical Weapon Defence Unit“,[322] aber diese Meldung blieb unbestätigt, auch nach dem späteren Abräumen der Explosionstrümmer.

Anders als bei Block 1 zerstörte die Explosion hier nicht nur den Dachbereich, sondern auch Teile des darunter liegenden Stockwerks.[323] Radioaktive Trümmer wurden auf das Gelände geschleudert, in Entfernungen von bis zu eineinhalb Kilometern.[66] Um Block 3 entstanden Hot Spots mit Ortsdosisleistungen von bis zu 1000 Millisievert pro Stunde.[324] Im benachbarten Block 2 wurde vermutlich das Kühlsystem oder dessen Stromversorgung beschädigt, was dort zu einer Kernschmelze mit weitreichenden Folgen bis hin zur Kontamination des Meeres führte. In Block 3 kam es zu einem Ölbrand, der weitere schwere Schäden am Reaktorgebäude verursachte.[32]

Der amerikanische Nuklear-Ingenieur Arnold Gundersen wies auf die viel größere Kraft und die stärkere senkrechte Richtung der Block-3-Explosion im Vergleich mit der Wasserstoffexplosion in Block 1 hin. Gundersen vermutete, dass die Explosion in Block 3 auf einem Kritikalitätsstörfall, also einer nuklearen Explosion im Abklingbecken beruhte, die durch eine kleinere Wasserstoffexplosion im Reaktorgebäude ausgelöst wurde.[325]

Die Behelfskühlung von Reaktor 3 musste bis zum Abend unterbrochen werden, weil die Explosion die Feuerwehrausrüstung beschädigt hatte.[225] Auch die Wassergrube mit dem frisch angelieferten Süßwasser war wegen hereingefallenem Schutt unbrauchbar.[56]

Am 15. März um 10:22 Uhr wurde an Block 3 eine Strahlung von 400 Millisievert pro Stunde (mSv/h) gemessen.[326] Auf Grundlage von Strahlungsmesswerten im Reaktor schätze Tepco, dass die Brennstäbe in Reaktor 3 zu einem Viertel beschädigt seien. Diese Zahl wurde später auf 30 Prozent nach oben korrigiert.[240]

Dampf und Rauch über Block 3 am 16. März (verzerrtes Satellitenbild)

Seit dem Morgen des 16. März und auch noch an den nachfolgenden Tagen wurden große Mengen Dampf beobachtet, die aus dem Gebäude aufstiegen.[218][326] Am Reaktorblock 3 wurde immer noch eine Ortsdosisleistung von 400 mSv/h gemessen. Nach 10 Uhr stieg dann der Strahlungswert an der Geländegrenze auf bis zu 10 mSv/h an[202] (gleichzeitig traten auch aus Block 1 große Dampfmengen aus[241]). Man befürchtete einen Schaden am Sicherheitsbehälter und ließ den gemeinsamen Leitstand von Block 3 und 4 zwischen 10:45 und 11:30 räumen. Die Wassereinspritzung in den Druckbehälter wurde solange unterbrochen.[319]

Vom 15. bis zum 20. März fanden weitere manuelle Druckentlastungen statt.[32]

Behelfskühlung des Abklingbeckens

Neben dem Reaktorkern mussten auch die Brennelemente im Abklingbecken im oberen Bereich des Reaktorgebäudes gekühlt werden. Es bestand die Gefahr, dass die Explosion Lecks verursacht hatte und dass die Brennelemente mangels Kühlwasser überhitzten und Feuer fingen. Die vorhandenen Pumpen konnte man aber nicht nutzen, mangels Stromversorgung oder wegen Explosionsschäden. Stattdessen griff man zu verzweifelt anmutenden Mitteln: Chinook-Hubschrauber der Streitkräfte sollten Wasser aus der Luft abwerfen. Der erste Versuch am Abend des 16. März wurde jedoch wegen zu hoher Strahlungsgefahr für die Piloten abgebrochen.[327]

Am nächsten Morgen unternahm man einen zweiten Anlauf. Die Hubschrauber waren diesmal mit Bleiplatten nach unten abgeschirmt und warfen im Vorbeiflug vier Wasserladungen von je 7,5 Tonnen aus Löschwasserbehältern auf das Reaktorgebäude ab.[328][319][329] Videoaufnahmen zeigen, dass der Abwurf wenig treffsicher war und ein Großteil des Wassers neben dem Reaktorblock niederging oder bereits in der Luft verdunstete. Statt des geplanten Abwurfs von mehreren dutzend Wasserladungen wurde der Versuch abgebrochen.[330]

Die New York Times war der Ansicht, bei den Hubschrauberabwürfen habe es sich vor allem um eine Demonstration von Handlungsfähigkeit für die japanische Bevölkerung und die USA gehandelt. Premierminister Naoto Kan habe danach persönlich mit US-Präsident Barack Obama telefoniert und ihm vom angeblichen Erfolg der Aktion berichtet.[72]

Sonderlöschfahrzeug der japanischen Streitkräfte

Nach dem Fehlschlag aus der Luft erfolgte der nächste Versuch vom Boden ausgehend: Ein Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei und fünf Sonderlöschfahrzeuge der japanischen Streitkräfte spritzten insgesamt etwa 30 Tonnen Wasser auf bzw. in das Reaktorgebäude.[284] Tepco wertete den Versuch als Erfolg: Es sei Dampf aufgestiegen, also habe man das Abklingbecken getroffen.[331] Daher wurde die Kühlung mit Löschfahrzeugen der Streitkräfte in den nachfolgenden Tagen fortgesetzt.[319]

Ab dem 20. März beteiligten sich auch vierzehn hinzugezogene Löschfahrzeuge der Sondereinheit Hyper Rescue Unit der Tokioter Feuerwehr an dem Einsatz.[284] Die Menge an aufgesprühtem Wasser erhöhte sich in den folgenden Tagen auf mehrere hundert Tonnen täglich.[332]

Gefahrensituationen und Kühlmaßnahmen

Am 20. März stieg der Druck in Reaktor 3 nochmals an. Vorübergehend wurden im Sicherheitsbehälter knapp 500 Kilopascal erreicht[175] – angeblich so „wenig“, dass auf ein erneutes Ablassen von kontaminiertem Dampf verzichtet werden konnte.[333][334] In späteren Berichten ist aber von einem (letztmaligen) Öffnen des pneumatischen Druckentlastungsventils gegen 11:25 Uhr die Rede.[32]

Ab dem folgenden Tag um 16 Uhr wurde grauer Rauch beobachtet, der aus den Überresten des Reaktorgebäudes aufstieg. Tepco zog seine Mitarbeiter vorübergehend vom Kraftwerksgelände ab. Der Kühleinsatz mit Löschfahrzeugen und die Arbeiten an der Stromversorgung an Block 3 wurden unterbrochen.[335][336][337] Die Strahlung an der westlichen Geländegrenze stieg um das Zehnfache auf 2 Millisievert pro Stunde.[338] Ab 18 Uhr ließ die Intensität des Rauchs wieder nach, aber ein wenig davon war auch in den folgenden Tagen weiter zu sehen.[323][339]

Am 22. März war Block 3 der erste, dessen Stromversorgung wiederhergestellt wurde; im Leitstand gab es nun wieder eine ordentliche Beleuchtung. Zwei Tage später veröffentlichte Tepco ein Foto, das eine funktionierende Deckenbeleuchtung, aber dunkle Monitore und tote Warnleuchten zeigt. Dazwischen klebt ein Zettel mit der Aufschrift „SBO 3/11 15°39'“, was für „station blackout (Stromausfall) am 11. März um 15:39 Uhr“ stehen könnte.[340][287]

Am 23. und 24. März wurde Meerwasser über das reguläre Kühlsystem ins Abklingbecken eingeleitet.[339]

Am 24. März kam es bei zwei Arbeitern, die Stromleitungen im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Block 3 verlegt hatten, zu hohen Strahlenbelastungen an den Füßen, mit Verdacht auf Strahlenverbrennungen.[341] Nachforschungen ergaben, dass sich in dem Gebäude hoch radioaktiv kontaminiertes Wasser angesammelt hatte.[342] Nach Auskunft der NISA handelte es sich dabei offenbar um Wasser aus dem Reaktorkern. NISA-Sprecher Hidehiko Nishiyama sagte, vermutlich sei der Sicherheitsbehälter beschädigt,[343] zog diese Aussage jedoch am gleichen Tag wieder zurück. Die Ursache des Wasseraustritts sei unklar.[344] Teile des Wassers wurden anschließend in einen weiter oben gelegenen Tank umgepumpt.[345]

Ab dem 25. März wurde die Kühlung des Reaktordruckbehälters auf Süßwasser umgestellt.[71] Die Wasserbesprühung des Abklingbeckens übernahm an diesem Tag die Feuerwehr von Kawasaki, mit Unterstützung der Kollegen aus Tokio.[71] Zwei Tage später hatten die Wasserwerfer dann ausgedient; stattdessen kam eine Autobetonpumpe zum Einsatz, die die Tepco-Mitarbeiter angesichts ihres langen Metallrüssels „Elefant“ tauften,[346] später dann „Giraffe“.[347] Ab dem 29. März wurde Süß- statt Meerwasser versprüht.[243]

Ende März ging die Aufsichtsbehörde davon aus, dass der Druckbehälter des Reaktors undicht sei. Vermutlich würden Gase durch ermüdete Ventile, Rohrverbindungen oder Dichtungen aus dem Behälter entweichen.[88]

Am 12. April wurde der Sprüharm der Betonpumpe mit einer Kamera versehen. Nach Beobachtung des Wasserstands schloss Tepco nennenswerte Lecks am Becken aus. Aus weiteren Berechnungen folgte, dass der Wasserstand zu keinem Zeitpunkt in einen kritischen Bereich zu fallen drohte. Die riskanten Hubschrauber- und Wasserwerfereinsätze wären demnach nicht nötig gewesen,[56] und die Theorie einer Nuklearexplosion im Abklingbecken nicht mehr haltbar.

Am 26. April stellte Tepco die Wassereinspeisung in das Abklingbecken ein weiteres Mal um. Nun kam wieder eine reguläre Einspritzleitung zum Einsatz (das fuel pool coolant clean-up system).[348]

Instabiler Reaktor und kontaminiertes Wasser

Temperaturen des Druckbehälters vom 19. März bis zum 28. Mai 2011
Kühlwassermengen vom 13. März bis zum 28. Mai

Die Aktivität von Reaktor 3 hatte seit Mitte März stetig abgenommen. Ende April verringerte Tepco die Menge des in den Reaktor eingespeisten Wassers ein wenig. Daraufhin begann die Temperatur am Druckbehälter stark anzusteigen (siehe Grafik). Tepco reagierte mit einer um 30 Prozent höheren Kühlwassermenge, was den Temperaturanstieg an einigen Stellen des Druckbehälters beendete, während andere Stellen sich weiter erhitzten.[349] Der Kraftwerksbetreiber vermutete, dass Teile des Kühlwassers gar nicht im Reaktor ankamen, sondern durch eine abzweigende Leitung entschwanden, und verdoppelte die Wassermenge unter Zuhilfenahme einer weiteren Zugangsleitung.[350] Damit bekam man die Situation in den Griff; die Reaktortemperatur fiel wieder zurück in unkritische Bereiche.[351]

Auch bei Block 3 wurden nun sehr hohe Radionuklidkonzentrationen im Wasser des Abklingbeckens festgestellt. Die 131Iod-Konzentration war zu hoch für gelagerte Brennelemente. Tepco erklärte dies damit, dass bei der Explosion am 14. März aus dem Reaktor ausgetretene Stoffe in das Abklingbecken geschleudert worden seien.[143] Da das Becken vollständig mit Schutt bedeckt ist, lässt sich der Zustand der Brennelemente bislang nicht überprüfen[352][56] (Stand: Ende 2011).

Am 11. Mai stellte Tepco fest, dass auch an Block 3 – so wie zuvor schon an Block 2 – hoch kontaminiertes Wasser aus einem Kabelschacht ins Meer floss, offenbar erst seit wenigen Tagen. Das Leck wurde mit Textilmaterial und Beton verschlossen,[353][138] aber Messwerte deuteten auf einen weiteren Abwasseraustritt ins Meer hin.[145] Man versuchte, den Lecks mit dem Abpumpen von Wasser aus dem Turbinengebäude den Zufluss zu entziehen,[64] aber nach einer Woche war nicht mehr genügend Platz im Abfalllager vorhanden.[90] Bis zur Inbetriebnahme der Abwasser-Dekontaminationsanlage in der zweiten Junihälfte behalf man sich mit weiteren Provisorien wie dem Abpumpen in einen Kondenswassertank im Turbinenhaus.[354]

In der Nacht vom 13. zum 14. Juni zeigte die Tepco-Webcam einen heftigen Dampfausbruch aus Block 3.[355]

Absicherung von Block 3

Ab Ende Mai leitete Tepco zusammen mit dem Kühlwasser auch Hydrazin als Korrosionsschutzmittel in das Abklingbecken ein.[356][148] Im Juni wurde ein neues, geschlossenes Kühlsystem installiert[357] und mit Borsäure versetztes Wasser eingeleitet. Der pH-Wert des Wassers im Abklingbecken war auf 11,2 gestiegen, vermutlich durch Auflösung von Betonschutt, und das basische Wasser drohte, die aus Aluminium bestehenden Brennelement-Lagergestelle zu zerstören.[358]

Anfang Juli wurde das Reaktorgebäude dekontaminiert, um anschließend (ab Mitte Juli 2011)[359] Stickstoff in den Sicherheitsbehälter einzuleiten. Das Abräumen von radioaktivem Schutt übernahm ein Roboter.[360]

Um die Reaktorkühlung weiter zu verbessern, begann Tepco Anfang September 2011 mit der Wassereinleitung über das Core Spray System (Kernsprühsystem).[361]

Schäden an Block 3

Im Juli 2017 gelang es erstmals einem schwimmenden Aufklärungsroboter in den Reaktor vorzudringen und verwertbare Aufnahmen zu liefern. In sechs Metern Wassertiefe befindet sich demnach eine bis zu einem Meter dicke, erkaltete Schlackeschicht, bei der es sich nach Experteneinschätzung vermutlich um Corium handelt, also einer Mischung, die aus geschmolzenen Metallteilen, zerfallenen Hüllen von Brennstäben und dem nuklearen Treibstoff selbst besteht.[362]

Reaktorblock 4

Reaktorblock 4 war seit dem 29. November 2010 wegen Instandsetzungsarbeiten an der Hülle des Reaktordruckbehälters außer Betrieb. Daher befanden sich zum Zeitpunkt des Bebens im Inneren des Reaktors keine Brennelemente. Diese lagerten stattdessen im Abklingbecken im Inneren des Reaktorgebäudes, dessen Kapazität dabei zu 97 Prozent ausgenutzt wurde.[32] Da die Brennelemente erst relativ kurz zuvor in Verwendung waren, produzierten sie besonders viel Nachzerfallswärme.

Wegen Wartungsarbeiten waren auch einer der beiden Notstromgeneratoren und Teile der Reaktordatenaufzeichnung außer Betrieb.[32]

Kühlungsausfall, Explosion und Brände

Der eine verbliebene Notstromgenerator fiel durch Überschwemmung aus und damit auch die Kühlung des Abklingbeckens;[32] die Wassertemperatur stieg an. Bis zum 14. März erreichte sie 84 °C; anschließend fiel das System zur Temperaturmessung aus.[363] Mit weiterer Erhitzung des Beckens begann das Kühlwasser vermutlich zu kochen und zu verdampfen;[364] außerdem befürchtete man einen Wasserverlust durch Gebäudeschäden und Lecks nach der Explosion von Block 3. Es bestand die Gefahr, dass die Brennelemente teilweise freilagen und sich so weit erhitzten, dass Wasserstoff freigesetzt werden konnte.[365]

Am 15. März gegen 6 Uhr ereignete sich im Reaktorgebäude von Block 4 eine Explosion, die den Großteil der oberen zwei Geschosse und weitere Außenwände zerstörte.[32][366] Beobachter wie die IAEO erklärten dies damit, dass im Abklingbecken Wasserstoff entstanden und als Knallgas explodiert sei.[218][34] Später kamen Tepco und die NISA zu dem Ergebnis, dass wahrscheinlich Wasserstoff aus Block 3 durch verbundene Lüftungsrohre nach Block 4 gelangt und dort explodiert war.[32] Hierfür sprachen Videoaufnahmen, die intakte Brennelemente im Abklingbecken zeigten,[367] Wasseranalysen[368] und besonders große Schäden im Bereich der Lüftungsrohre.[369]

Nach der Explosion trieben mehrere Stunden lang schwarze Rauchschwaden aus Block 4 gen Westen.[241] Um 9:38 Uhr wurde ein Feuer im dritten Obergeschoss des Reaktorgebäudes gemeldet.[370] Laut IAEO brannte es im Abklingbecken;[34] wahrscheinlicher ist jedoch ein Ölbrand.[371] Die Strahlung auf dem Gelände stieg vorübergehend stark an und erreichte an der Geländegrenze einen Rekordwert von 12 mSv/h,[202] was auch im Zusammenhang mit der in etwa gleichzeitigen mutmaßlichen Explosion in Block 2 stehen kann.

Als ein Team der United States Army zusammen mit der Werkfeuerwehr gegen 11 Uhr anrückte, war der Brand bereits von alleine verloschen.[32]

Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde NRC bezeichnete die Situation von Block 4 als die kritischste von allen Blöcken.[372]:ab 17:55 In den Medien wurde über einen möglichen Kritikalitätsstörfall im Abklingbecken spekuliert,[373][374] in dem sich über 200 Tonnen Brennelemente befanden. Bei einem solchen Verlauf kann es durch Wiedereinsetzen der nuklearen Kettenreaktion zu einer umfangreichen Freisetzung von radioaktivem Material kommen. Die NRC schätzte, dass im schlimmsten Fall 200.000 Menschen durch Strahlung getötet hätten werden können.[372]:ab 17:55 Der Nuklear-Energie-Experte Arnold Gundersen sagte, Japan wäre in zwei Hälften geteilt worden.[372]:ab 20:05 Es hätte einen 50 Kilometer breiten Streifen quer durch Japan gegeben, sodass Menschen nicht mehr von Norden nach Süden gekommen wären.[372]:welche Minute? Tepco bestreitet größere Beschädigungen des Abklingbecken und verweist auf die funktionierende Kühlung.[372]:ab 17:55

Am Abend des 15. März wies der Wirtschaftsminister den Kraftwerksbetreiber an, Wasser in das Abklingbecken einzuleiten.[284] Dieser teilte mit, eine Wassereinleitung in das Abklingbecken sei noch nicht möglich.[375][363] Laut Presseberichten waren die Zufahrtswege zu Block 4 versperrt, und eine neue Zufahrt war noch in Arbeit.[376]

Reaktorgebäude 4 am 16. März

Am späten Abend stieg die Strahlung auf dem Gelände erneut stark an. Am nachfolgenden Tag wurde um 5:45 Uhr wieder ein Feuer in Block 4 beobachtet, welches jedoch um 6:15 Uhr nicht mehr nachweisbar war.[377] Auf einem kurz danach aufgenommenen Satellitenfoto fehlen große Teile der Hülle des Reaktorgebäudes. Später veröffentlichte, hochauflösende Fotos zeigen verschieden starke Schäden je nach Gebäudeseite und Stockwerk.[29]

Behelfs- und Zufallskühlung des Abklingbeckens

Da das Abklingbecken nicht vom Boden aus gekühlt werden konnte und der Wasserabwurf per Hubschrauber erfolglos war,[330] konzentrierten sich die weiteren Versuche mit Wasserwerfern auf den rauchenden Block 3.[378] Deswegen kam es zu einem Streit zwischen dem Vorsitzenden der US-amerikanischen Atomaufsicht NRC, Gregory Jaczko, und Tepco. Jaczko sagte, dass im Abklingbecken von Block 4 kein Wasser mehr vorhanden sei, während Tepco behauptete, dass beim Hubschrauber-Vorbeiflug Wasser ausgemacht worden sei.[379][380] US-Experten diskutierten über mögliche Lecks.[381][382] Drei Monate später gestand die NRC ein, dass Jaczko sich geirrt hatte.[383] Im März 2013 jedoch gab der Ingenieur Atsufumi Yoshizawa von Tepco, der ein Mitglied der Einsatzkräfte vor Ort gewesen war, in einem Zeitungsinterview an, dass das Abklingbecken mit den Brennstäben zum damaligen Zeitpunkt ausgetrocknet war und die Gefahr einer möglichen Kernspaltungsreaktion bestanden hätte.[384] Eine im Mai 2016 veröffentlichte Untersuchung der National Academy of Sciences bestätigte, dass nur ein ungewolltes Leck zum angrenzenden Flutraum für einen erneuten Zufluss von Wasser gesorgt und einen katastrophalen Brand der Brennstäbe verhindert habe.[385][193]

Am 20. März um 8:21 Uhr begann auch bei Block 4 das Wassereinspritzen ins Abklingbecken mit Hilfe von Löschfahrzeugen der Streitkräfte.[284] Ab dem 22. März wurde statt der Löschfahrzeuge eine in Deutschland gebaute Autobetonpumpe eingesetzt, um täglich etwa 150 Tonnen Wasser auf das Becken zu sprühen.[243][386]

Ab dem 27. März wurde das Abklingbecken nicht mehr täglich, sondern im Abstand von mehreren Tagen mit Wasser aus der Betonpumpe gekühlt. Am 30. März wurde von Meer- auf Süßwasser umgestellt.[243]

April 2011

Am 13. April veröffentlichte, erste Wasseranalysen aus dem Abklingbecken zeigten ungewöhnliche Konzentrationen von 131I, 134Cs und 137Cs (siehe Tabelle der Wassermesswerte der Abklingbecken), die durch leichte Schäden an den gelagerten Brennelementen erklärbar sind.[387][368] Wahrscheinlicher ist jedoch der Eintrag radioaktiver Emissionen aus Block 1 bis 3.[56] Neben der Probenentnahme wurde auch die Wassertemperatur gemessen. Sie belief sich auf 90 °C, weit über dem normalen Höchstwert von 40 °C. Bis zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 1.800 Tonnen Wasser auf Reaktorblock 4 gesprüht worden.[388]

Kumulierte, eingesprühte Kühlwassermenge, vom 20. März bis zum 28. Mai

Um die Temperatur zu senken, wurde mehr Wasser eingeleitet und damit der Wasserstand (oberhalb der Brennelemente) erhöht. Daraufhin machte Tepco sich Sorgen um die Stabilität des Beckens, weil die Betonstruktur des Reaktorgebäudes durch eine der Explosionen im März geschwächt worden war, und reduzierte den Wasserstand wieder.[7] Dies reichte wiederum nicht zur Kühlung aus; daher wurde sie auf eine automatische, temperaturabhängige Regelung umgestellt.[389]

Beobachtungen des Wasserstands und weitere Untersuchungen ergaben, dass vermutlich kein nennenswertes Leck vorhanden ist, und dass die Brennelemente zu jedem Zeitpunkt vollständig mit Wasser bedeckt waren.[56]

ab Mai 2011

Ab Mitte Mai injizierte Tepco zusammen mit dem Kühlwasser auch Hydrazin als Korrosionsschutzmittel in das Abklingbecken.[390][391][148] Unter dem Becken wurden betonummantelte Sprieße zur Stabilisierung eingezogen.[56]

Ende Juli begann die Inbetriebnahme eines neuen Kühlkreislaufs für das Abklingbecken.[392]

Reaktorblöcke 5 und 6

Block 5 und 6 liegen ungefähr 500 Meter abseits von Block 1 bis 4

Die Blöcke 5 und 6 befanden sich während des Erdbebens wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb, waren jedoch schon wieder mit Kernbrennstäben bestückt. In Block 5 fanden gerade Drucktests am Reaktordruckbehälter statt.[32]

Sowohl für die Reaktorkerne als auch für die Abklingbecken in den Reaktorgebäuden wurde und wird eine andauernde Kühlung benötigt. Block 6 basiert auf einem neueren, anders aufgebauten Reaktormodell als die übrigen Fukushima-I-Blöcke (siehe auch: Daten der Reaktorblöcke).

Von insgesamt fünf Notstromgeneratoren in den Blöcken 5 und 6 überstand einer in Block 6 den Tsunami. Trotzdem fiel in beiden Blöcken die Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken aus, weil der Tsunami – wie auch bei Block 1 bis 4 – die Meerwasserpumpen zerstört hatte.[32] In beiden Reaktoren wurden Druckentlastungen der Druckbehälter vorgenommen; in Block 5 mussten die Ventile dazu mangels Stromversorgung von Hand geöffnet werden. Die Stickstoffeinspeisung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 5 fiel aus und wurde von Hand wiederhergestellt.[56]

Über diese Probleme wurde zunächst nichts öffentlich bekannt. Erst am 15. März informierte Regierungssprecher Edano darüber, dass auch in Block 5 und 6 die Kühlung nicht richtig funktioniere.[393] Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits damit begonnen, Notkühlsysteme beider Reaktoren mit dem Generator von Block 6 zu betreiben. Die Reaktorkühlung war damit sichergestellt.[32] Die Wasserstände lagen in einem sicheren Bereich, zwei bis zweieinhalb Meter oberhalb des Reaktorkerns.[394][395]

Die Abklingbecken blieben dagegen zunächst weiter ungekühlt. Bis zum 15. März waren die Wassertemperaturen dort bereits aus dem Normalbereich von unter 40 °C auf rund 60 °C angestiegen.[396] Am 19. März erreichten sie Höchstwerte von rund 67 °C[397] (siehe auch: Tabelle der Temperaturen in den Abklingbecken von Block 5 und 6).

Am 18. März stiegen Arbeiter auf die Dächer der beiden Reaktorgebäude und bohrten vorsorglich jeweils drei ca. 3,5 bis 7 Zentimeter große Entlüftungslöcher in die Betondecken, um das Risiko von Knallgasexplosionen zu verringern.[56]

Am 19. März gingen an beiden Blöcken provisorische Ersatz-Meerwasserpumpen in Betrieb, die ebenfalls von dem verbliebenen Dieselgenerator von Block 6 mit Strom versorgt wurden. Damit konnte die reguläre Kühlung für die Reaktoren und Abklingbecken wiederhergestellt werden.[32] In beiden Abklingbecken fiel die Wassertemperatur bereits am nächsten Tag wieder unter 40 °C[398] und pendelte sich anschließend zwischen 20 und 40 °C ein.[399] Beide Blöcke erreichten am 20. März erstmals seit Beginn der Störfälle wieder den stabilen, abgeschalteten Betriebszustand „kalt, unterkritisch“ (cold shutdown),[400] nachdem auch in den Reaktoren die Wassertemperaturen wieder in den Normalbereich gefallen waren.[401]

Am 21. März wurde die Stromversorgung von Block 5 von Not- auf Netzstrom umgestellt, am 22. März folgte Block 6.[399]

Ab dem 4. April pumpte Tepco radioaktiv kontaminiertes Sickerwasser ins Meer, das sich in Drainageschächten[402] von Block 5 und 6 angesammelt hatte. Durch die überfüllte Drainage war bereits Wasser in die Gebäude gelaufen.[45] Nach Protesten von Nachbarstaaten wurde das Ableiten von kontaminierten Wasser ins Meer am 10. April eingestellt, ab Mai wurde stattdessen regelmäßig Wasser aus dem Untergeschoss des Turbinenhauses von Block 6 in provisorische Tanks abgepumpt.[115] Von dort bewegte man das Wasser im Juli weiter in einen schwimmenden 10.000-Kubikmeter-Tank auf dem Meer. Später wurden Teile davon dekontaminiert, entsalzt und ab Oktober 2011 auf dem Kraftwerksgelände versprüht.[403][404]

Zentrales Abklingbecken

Das zentrale Abklingbecken befindet sich in einem separaten Gebäude neben dem Reaktorgebäude 4 und benötigt ebenfalls eine Stromversorgung zur Kühlung. Auch hier gab es Probleme nach dem völligen Stromausfall: Trotz zeitweisen Versuchen durch Tepco, das Becken mit Wasserwerfern zu kühlen[405], stieg die Temperatur von ungefähr 30 °C am 11. März[32] über 55 °C am 18. März 2011[406] bis auf 73 °C am 24. März.[407] Nachdem am 24. März die Stromversorgung wiederhergestellt werden konnte,[408] sank die Temperatur bis zum 27. März unter 40 °C,[203] fiel in den nachfolgenden Tagen weiter und pendelte sich wieder um 30 °C ein.[409][410]

Eine Analyse des Wassers im Becken ergab am 14. Mai 2011 erhöhte Caesium-Konzentrationen.

Einschätzung der Gesundheitsrisiken

Eine 2015 veröffentlichte Übersichtsarbeit trug Schätzungen bezüglich der Morbidität und Mortalität aus sechs Publikationen zusammen. Die Schätzungen basieren alle auf dem LNT-Modell. Forscher der Universität Stanford (Ten Hoeve & Jacobson, 2012) schätzten die weltweiten Gesundheitsfolgen auf 130 (15-1100 als unterer und oberer Unsicherheits-Wert) krebsbedingte Todesfälle und 180 (24-1800) krebsbedingte Erkrankungen, 90 % davon in Japan. Darüber hinaus seien bis zu 600 Todesfälle infolge der Evakuierung aufgetreten.[411] Evangeliou et al. (2014) schätzten die Zahl der Krebserkrankungen auf 230-850 und die Zahl der krebsbedingten Todesfälle auf 120-650. Zusammen mit 610 durch Belastungen von Arbeitern und Zwangsevakuierungen verursachten Fällen ergäben sich so insgesamt 730-1260 Tote.[412] Aliyu et al. (2015) fassen vorliegenden Studien zusammen, ohne auf ein definiertes Ergebnis zu kommen.

Laut dem UNSCEAR-Bericht von 2013 wurden bis zu diesem Zeitpunkt keine strahlungsbedingten Todesfälle oder akuten Erkrankungen beobachtet. Die von der Bevölkerung erhaltenen Strahlendosen waren generell gering bis sehr gering, und ein Anstieg von strahlenbedingten Erkrankungen sei nicht erwartbar. Für zwölf Arbeiter, die sehr hoher Strahlung (Schilddrüsendosen von 2 bis 12 Gy) ausgesetzt waren, sei ein erhöhtes Risiko von Schilddrüsenkrebs und -störungen erwartbar. Für 160 weitere Arbeiter, die Dosen über 100 mSv erhielten, sei ein erhöhtes Krebsrisiko erwartbar, wenngleich eine Feststellung aufgrund statistischer Fluktuationen sehr schwierig sei. 2011 begann eine großangelegte Untersuchung der lokalen Bevölkerung (Fukushima Health Management Survey), die über 30 Jahre die über 2 Mio. Menschen, die zum Zeitpunkt des Unfalls in der Fukushima Präfektur lebten, abdeckt. Dazu zählen Schilddrüsenuntersuchungen von 360.000 Kindern (bis 18 Jahre). Die erste Runde der Untersuchungen fand eine erhöhte Rate von Knötchen, Zysten und Krebsfällen, was jedoch aufgrund der verwendeten Messmethode erwartet wurde. Die Anwendung der Messmethode in anderen Gebieten, die nicht von dem Unfall betroffen waren, resultierte ebenfalls einer größeren Zahl von Befunden, was darauf hinweist, dass ein möglicher Anstieg in der Fukushima Präfektur nicht mit radioaktiver Strahlung in Zusammenhang steht.[413] UNSCEAR veröffentlichte 2015 ein White Paper, in dem sie die in der Zeit seit dem Bericht von 2013 erschienenen 80 Studien auswerteten. Demnach ändere keine dieser Studien die zentralen Schlussfolgerungen des Berichts von 2013.[414]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte 2013 eine Studie zur Einschätzung der Gesundheitsrisiken durch den Unfall. Der Studie zufolge seien außerhalb der am stärksten betroffenen Gebiete keine erhöhten Krebsraten zu erwarten. Deterministische Strahlenschäden seien nicht zu erwarten, da die Strahlendosen in der Präfektur Fukushima weit unterhalb kritischer Werte lagen. Auch seien die Strahlendosen zu gering, um Schwangerschaften negativ zu beeinflussen. In den zwei am stärksten betroffenen Orten in der Präfektur wurden Dosen von 12 bis 25 mSv geschätzt. In dem am stärksten betroffenen Ort ergeben pessimistische Schätzungen einen Anstieg des relativen Risikos, an Krebs zu erkranken, wie folgt:[415]

  • +07 % Leukämie: im ersten Lebensjahr belastete Männer
  • +06 % Brustkrebs: im ersten Lebensjahr belastete Frauen
  • +04 % Solide Tumore: im ersten Lebensjahr belastete Frauen
  • +70 % Schilddrüsenkrebs: im ersten Lebensjahr belastete Frauen (da das Basisrisiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, bei 0,75 % liegt, ergibt sich für diese Population ein absoluter Risikoanstieg von einem halben Prozentpunkt)

In dem am zweitstärksten betroffenen Ort halbieren sich diese Risiken. Für im Kindes- oder Erwachsenenalter belastete Menschen ergeben sich außerdem niedrigere Risiken. In schwächer betroffenen Orten in der Präfektur sinken die Risiken auf ein Viertel oder ein Drittel der Risiken am stärksten betroffenen Ort. Abgesehen von Krebserkrankungen könnten sich auch andere Schilddrüsenstörungen für Rettungsarbeiter ergeben, die eine größere Menge radioaktiven Jods eingeatmet haben.[415]

Zudem erhöhte sich bei den Evakuierten die Zahl der psychischen Störungen erheblich. Untersuchungen ergaben, dass unter Evakuierten die Zahl der psychischen Erkrankungen auf 15 % anstieg, zudem berichteten 70 % der Evakuierten über Schlafstörungen. Diese Werte waren damit gegenüber dem japanischen Durchschnitt (3 % psychische Erkrankungen, 15 % Schlafstörungen) um ca. Faktor 5 erhöht. Zudem nahmen unter den Evakuierten auch Übergewicht und Diabetes-Raten deutlich zu. Unter evakuierten Senioren stiegen die Todesraten in den ersten drei Monaten nach der Evakuierung auf das Dreifache gegenüber dem Wert vor der Katastrophe an; später fielen sie auf das 1,5-fache.[6]

Mitarbeiter im Kraftwerk

Insgesamt wurden zur Bewältigung der Katastrophe bis zum Oktober 2013 rund 25.000 Arbeiter eingesetzt. Die Strahlenbelastung dieser Arbeiter wurde im Oktober 2013 in einem UN-Bericht um etwa 20 % nach oben korrigiert. Ursächlich hierfür war, dass viele der rund 25.000 Arbeiter erst mit einer Zeitverzögerung untersucht worden seien, sodass insbesondere die Strahlenbelastung der nur kurzlebigen Jod-Isotope nicht mehr erfasst werden konnten. Dies hatten die von Tepco und japanischen Behörden herausgegebenen Berichte nicht berücksichtigt.[416]

Strahlungsbelastungen

Nach Informationen der Tagesschau wurden bis zum 16. März mindestens 20 Arbeiter „verstrahlt“.[417] Wie später bekannt wurde, erhielt außerdem eine Frau eine Strahlendosis von rund 18 Millisievert (mSv), bei einem Grenzwert für Frauen von 5 mSv pro Dreimonatszeitraum.[108] Der Grenzwert für männliche Kraftwerksarbeiter in Notfallsituationen war am 15. März von 100 auf 250 mSv pro Jahr heraufgesetzt worden.[418]

Am 24. März ignorierten drei Arbeiter, die Stromleitungen im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktorblock 3 verlegten, den Alarm ihrer Dosimeter, und erhielten Strahlenbelastungen von 170 bis 180 Millisievert. Obwohl Tepco bekannt war, dass es an ähnlicher Stelle in Block 1 hoch radioaktives Wasser gab, waren die Arbeiter nicht gewarnt worden.[419][341] Zwei von ihnen trugen keine Schutzstiefel – die Arbeitsvorschriften des zuständigen Fremdunternehmens sahen dies nicht vor[420] – und erhielten lokale Strahlendosen an ihren Füßen von 2 bis 3 Sievert.[421] Eine Untersuchung ergab, dass keine medizinische Behandlung notwendig war; eine Nachuntersuchung am 11. April durch das japanische Nationale Institut für Radiologische Wissenschaften war ohne Befund.[421]

Vom 11. bis zum 31. März waren nach Tepco-Angaben 80 eigene und 19 Mitarbeiter von Fremdfirmen Strahlungen und Kontaminationen mit einer Entsprechung von über 100 mSv ausgesetzt, davon 14 zwischen 150 und 200 mSv, 4 zwischen 200 und 250 mSv und 6 über 250 mSv.[422] Diese Zahlen sind unvollständig, weil in den ersten drei Tagen nach dem Stromausfall die Dosimeterablesung nicht funktionierte[59] und weil es zeitweise an Dosimetern mangelte.[423] Die durchschnittliche äußere Belastung von mehreren tausend getesteten Arbeitern gab Tepco mit 13,7 mSv an; für die innere Belastung errechnet sich ein Durchschnitt von 8,9 mSv. Diese innere Belastung versteht sich als langfristige Strahlendosis aus den vom Körper aufgenommen Radionukliden.[422] Ein erheblicher Teil davon fiel wegen der hohen 131I-Belastung im März kurzfristig an.

Bei zwei der hoch belasteten Arbeiter wurden 131I-Aktivitäten in der Schilddrüse von 7690 beziehungsweise 9760 Becquerel festgestellt.[424] Die daraus entstandenen internen Strahlungsbelastungen lagen bei 540 beziehungsweise 590 mSv, die Gesamtdosen bei 643 bzw. 678 mSv.[425] Beide waren während der ersten drei Unfalltage im gemeinsamen Leitstand von Block 3 und 4 tätig gewesen und hatten keine Jodtabletten genommen.[426]

Seit April traten laut Tepco keine Belastungen über 100 mSv mehr auf und seit August keine Belastungen über 50 mSv (Stand: Oktober 2011).[427]

Nicht-nukleare Unfälle

Durch das Erdbeben wurden laut NISA fünf Mitarbeiter leicht verletzt. Ein weiterer brach sich beide Beine und einer erlitt einen Herzinfarkt. Zwei Personen wurden nach dem Beben vermisst und drei Wochen später im Keller eines Turbinenhauses tot aufgefunden.[421]

Die Explosion des Reaktorgebäudes 1 am 12. März und der dabei entstandene Rauch verletzten laut NISA vier Personen leicht. Ein weiterer Mitarbeiter erlitt an diesem Tag einen Schlaganfall.[421]

Durch die Explosion in Reaktorblock 3 am übernächsten Tag wurden nach NISA-Angaben elf Personen leicht verletzt, darunter vier Mitglieder der Streitkräfte.[421] Ein Bericht des Daily Telegraphs, bei der Explosion seien sechs Mitarbeiter der Japanese Central Nuclear Biological Chemical Weapon Defence Unit unter den Trümmern begraben worden,[322] blieb unbestätigt.

In der nachfolgenden Zeit meldete die NISA verschiedene, überwiegend kleinere Verletzungen und Erkrankungen, die mit Arzt- oder Krankenhausbesuchen verbunden waren: Mehreren Arbeitern wurde unter den Atemschutzmasken unwohl, einer stolperte daher und verletzte sich am Knie, einer erlitt eine Augenverletzung durch austretendes Kühlwasser an einer Betonpumpe und ein anderer verletzte sich beim Fall von einer Leiter.[421]

Am 14. Mai wurde ein 60-jähriger Arbeiter beim Tragen von Material im Abfallentsorgungsgebäude bewusstlos und verstarb. Eine radioaktive Kontamination lag nicht vor;[428] die Ärzte vermuteten einen Herzinfarkt.[429]

Personen außerhalb des Kraftwerks

Nach einem Bericht der Mainichi Daily News wurden während der Evakuierung am 12. März 90 bettlägerige, komatöse oder anderweitig unselbstständige Patienten im Futaba-Krankenhaus in Ōkuma zurückgelassen. Die Hälfte davon – überwiegend ältere Menschen – verstarb vor, während oder nach der verspäteten Evakuierung ab dem 15. März.[430] Laut einer Dokumentation der japanischen Rundfunkgesellschaft NHK starben insgesamt 50 bettlägerige Patienten des Krankenhauses.[431]

Die Medien berichteten über Suizide, die in Zusammenhang mit der Evakuierung oder den wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe stehen sollen.[432][433]

Spätfolgen durch Strahlung

Bei Aufnahme zusätzlicher Strahlungsdosen erhöht sich das statistische Risiko einer Krebserkrankung. Wissenschaftler gingen in ersten Schätzungen langfristig von ca. 100 bis 1000 zusätzlichen Krebsfällen infolge der Nuklearunfälle aus. Dies entspricht einem um 0,01 bis 0,1 Prozent erhöhten Krebsrisiko in den kontaminierten Gebieten.[434][435] Diese Zahlen könnten zu gering sein, um sie statistisch nachzuweisen.[436]

Auf der USS Ronald Reagan, die zu einem Hilfeeinsatz in der Region abkommandiert und infolge von Strahlenbelastung später auch dekontaminiert worden war, wurden bei Besatzungsmitgliedern bis Ende 2013 71 schwere Erkrankungen diagnostiziert, davon 51 Krebsfälle. Da die Nuklearkatastrophe von Fukushima als Ursache für die Erkrankungen gilt, wurde von den Besatzungsmitgliedern Klage gegen Tepco eingereicht.[437][438][439]

In der Präfektur Fukushima wurden seit dem Unfall bis März 2015 total 103 Fälle von Schilddrüsenkrebsen bei Kindern registriert.[440] Diese Krebsart gilt als spezifisch für Kernkraft-Unfälle, weil das in der Akutphase freigesetzte radioaktive Iod-131 sich vor allem in der bei Kindern noch kleinen Schilddrüse akkumuliert und sie so schädigt.[441] Jedoch konnte ein Zusammenhang zwischen individueller Strahlenbelastung und einem erhöhten Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, nicht festgestellt werden. Der Anstieg der festgestellten Fälle wird daher auf verbesserte Untersuchungsmethoden (Screening-Effekt) zurückgeführt.[442]

Kontaminationen

Strahlungsmesswerte aus der Präfektur Fukushima, März 2011

Durch die Druckentlastungen und Behelfskühlung der Reaktoren und die Überhitzung der Abklingbecken kam es in den ersten Tagen der Unfallserie zu einem massiven Austritt von radioaktivem Material in die Atmosphäre (→ siehe auch: Gesamtabschätzungen der Freisetzung in die Atmosphäre). Die Belastung durch radioaktive Partikel und Gase hatte Auswirkungen auf die weitere Umgebung und auf die Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben. Gebiete mit besonders hoher radioaktiver Belastung wurden evakuiert.

Der radioaktive Niederschlag kontaminierte landwirtschaftliche Erzeugnisse in den Präfekturen Fukushima und Ibaraki bis zu einem Vielfachen der gesetzlichen Grenzwerte, weshalb das japanische Gesundheitsministerium Verkaufs- und Verzehrverbote für eine Reihe von Nahrungsmitteln erließ.[443]

Auch vor dem Trinken von hoch kontaminiertem Leitungswasser wurde gewarnt.[444] Im 250 Kilometer entfernten Tokyo überschritt die Belastung des Leitungswassers vorübergehend die 131I-Grenzwerte für Kleinkinder.[445]

Während die Strahlungsbelastung in der japanischen Präfektur Fukushima in der zweiten Märzhälfte wieder nachließ, rief die Europäische Union einen „radiologischen Notstand“ aus.[446] Dadurch wurden die normalen Grenzwerte für radioaktiv kontaminierte Lebensmittel durch höhere Werte ersetzt, die nach der Tschernobyl-Katastrophe für solche Situationen festgelegt worden waren.[447][448] Zwei Wochen später setzt die EU die Grenzwerte für Japan-Importe wieder herunter.[449]

Meerwasser-Kontamination entlang der Küste mit 137Cs, vom 21. März bis zum 5. Mai (Quelle: GRS)

Im April wurde das Meer in erheblichem Maße durch radioaktive Stoffe belastet, teils durch Partikel aus der Luft, vor allem aber durch radioaktive Abwässer, die durch die laufende Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken entstanden und durch Drainagen[45] und Schächte[450][99] ins Meer abflossen (→ siehe auch: Gesamtabschätzungen der Schadstofffreisetzung ins Meer).

Nahe dem Kraftwerk wurden die gesetzlichen Grenzwerte für radioaktives Iod und Caesium im Meerwasser vorübergehend um das 50.000- bis 200.000-fache überschritten. Leichte Grenzwertüberschreitungen für 131I wurden in Entfernungen bis zu 30 Kilometer vom Kraftwerk nachgewiesen,[44] bei radioaktivem Caesium in bis zu 15 Kilometern.[451] Der Fischfang musste teilweise eingestellt werden.[452] Mit verschiedenen Maßnahmen konnte der Schadstoffaustritt dann in der zweiten Aprilhälfte auf einen Bruchteil eingedämmt werden. Die 131I-Konzentration des Wassers in Kraftwerksnähe lag ab Ende April unter dem gesetzlichen Grenzwert, die 134Cs- und 137Cs-Konzentration ab Anfang Juni. Die bereits ausgetretenen Schadstoffe sammelten sich jedoch in bedenklichem Ausmaß in Algen und am Meeresboden an.

Die hauptsächlich während der ersten Unfallwochen freigesetzten radioaktiven Stoffe verursachten weitere Kontaminationen in der Präfektur Fukushima und im Umland. In der Zeit von Mai bis Juli 2011 wurden Grenzwertüberschreitungen bei Teeblättern[250] und Bambussprossen festgestellt,[453] bei Viehfutter und bei Rindfleisch.[454] Teile davon waren bereits in den Handel gelangt und verkauft worden.[55][455] Experten gehen davon aus, dass in den besonders stark betroffenen Gebieten im Osten und Nordosten Landwirtschaft auf Jahrzehnte unmöglich sein wird.[372] Erhöhte Radioaktivität wurde auch bei mehreren zehntausend Tonnen Klärschlamm und mehreren hundert Tonnen Asche aus Müllverbrennungsanlagen gemessen; die Entsorgung stellte Japan vor logistische Probleme.[456][457]

Die Emissionen insbesondere von 134Cs und 137Cs dauern an, in mehrmillionenfach geringerem Ausmaß als während der ersten Unfallwoche (Stand: August 2011; siehe Gesamtfreisetzung durch die Nuklearunfälle von Fukushima). Im Umkreis von 45 Kilometer wurde auch Plutonium gefunden. Die Strahlenbelastung innerhalb der 100 km Zone entspricht ungefähr der 1000-fachen Menge, wie sie bei den Atombombentests 1963 gemessen wurden.[372] Im Meer vor dem Kraftwerk kann Tepco seit August 2011 keine nennenswerte Radioaktivität mehr nachweisen.

Am 19. Juni 2013 räumte Tepco ein, dass das Grundwasser nahe dem Turbinengebäude von Reaktor 2 hohe Werte der radioaktiven Stoffe Strontium 90 und Tritium aufweise. Die Werte für Strontium 90 lägen bei mehr als dem Dreißigfachem des zulässigen Höchstwertes; Tritium sei in achtfach höherer Konzentration als zulässig gefunden worden.[458]

Laut Tepco-Mitteilung vom 9. Juli 2013 stieg die Cäsium-134-Belastung auf 9000 Becquerel pro Liter. Der zulässige Grenzwert liegt bei 60 Becquerel.[459]

Im August 2013 wurde bekannt, dass bereits seit zwei Jahren radioaktiv verseuchtes Wasser in das Meer fließt, zum genannten Zeitpunkt etwa 300 Tonnen täglich. Tepco hatte dies erstmals im Juli 2013 eingeräumt, nachdem zuvor die Nuklearaufsicht die Vermutung geäußert hatte, dass stark radioaktiv kontaminiertes Wasser in Boden und Meer fließe. Ursache hierfür sind Lecks in der Anlage, durch die täglich ca. 400 Tonnen Grundwasser in die Anlage einsickern, dazu kommt bewusst eingeleitetes Kühlwasser. Um das Ausfließen des verseuchten Wassers zukünftig zu verhindern, soll eine Sperre errichtet werden, die im Oktober 2015[veraltet] fertig gestellt sein soll. Die Kosten hierfür werden vom japanischen Staat getragen.[460][461]

Ebenfalls im August 2013 wurde das Austreten von mindestens 300 Tonnen hochbelastetem Reaktorkühlwasser aus einem undichten Auffangbehälter gemeldet.[462] Dabei sei es zum „Austritt einer großen Menge radioaktiver Materie innerhalb der Anlage“ gekommen. Dieses Leck wurde unabhängig von der Bewertung der Zerstörung der Anlage („katastrophaler Unfall“ (Stufe 7)) als Stufe 3 („ernsthafter Zwischenfall“) auf der siebenstufigen INES-Skala bewertet.[463][464] Während die Strahlenbelastung ursprünglich mit 100 Millisievert pro Stunde angegeben wurde, teilte Tepco am 31. August 2013 mit, dass die Werte am Tank etwa 1,8 Sievert pro Stunde erreichen, eine Dosis, die nach 4 Stunden tödlich wirkt. Grund für die späte Entdeckung der hohen Belastung war, dass zuvor Strahlenmessgeräte verwendet wurden, deren Skala nur bis 100 Millisievert reichte. Daher sei die hohe Strahlung erst aufgefallen, als neue Messgeräte verwendet wurden, die Werte bis 10.000 Millisievert erfassen können. Zudem wurde auch an weiteren Tanks deutlich erhöhte Strahlenwerte sowie ein weiteres Leck festgestellt, aus dem belastetes Wasser tropft.[465]

Im Mai 2017 wurde bekannt, dass die Strahlenbelastung innerhalb der zerstörten Kraftwerksblöcke teilweise so hoch ist, dass es auch Probleme mit strahlungsgehärteten Robotern gibt. Diese fallen sehr schnell aus, da sie für eine Strahlenbelastung von ca. 70 Sievert gebaut sind, aber im Reaktorgebäude 530 Sievert pro Stunde gemessen wurden.[466]

Einstufungen auf der INES-Skala

Die siebenstufige Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) dient dazu, die Öffentlichkeit über die sicherheitstechnische Bedeutung kerntechnischer Ereignisse zu informieren.[467]

Die japanische Atomaufsichtsbehörde (NISA) ordnete die Vorfälle in Reaktorblock 1 am 12. März zunächst auf Stufe 4 („Unfall“) ein.[468] Am 18. März erhöhte sie die Einstufung für Block 1 auf Stufe 5 („ernster Unfall“), wählte für Block 2 und 3 ebenfalls Stufe 5 und ordnete die Vorfälle in Block 4 vorläufig als Stufe 3 („ernster Störfall“) ein.[469][470]

Das US-amerikanische Institute for Science and International Security (ISIS) ordnete die Unfallabläufe bereits am 15. März auf Stufe 6 („schwerer Unfall“) ein.[471] Der von der Umweltschutzorganisation Greenpeace beauftragte Physiker Helmut Hirsch kam eine Woche später aufgrund erster, grober Abschätzungen der radioaktiven Emissionen durch das Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN)[472] und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)[473] zu einer Einordnung in die Höchststufe 7 („katastrophaler Unfall“),[474] so hoch wie die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.

Am 12. April 2011 veröffentlichte die NISA eine eigene Abschätzung der Gesamtmenge an freigesetztem radioaktivem Material, die ungefähr bei einem Zehntel der Freisetzung von Tschernobyl lag. Anhand dieser Schätzung stufte sie die Unfälle in den Reaktorblöcken 1 bis 3 nun vorläufig („temporarily“) als Stufe 7 ein.[475][476] Später korrigierte sie ihre Schätzung der Emissionen mehrmals, ohne Auswirkungen auf die INES-Einstufung (→ Übersicht Emissionsschätzungen).

Die NISA bewertete die Vorgänge in den einzelnen Reaktorblöcken nach den Kriterien des INES-Benutzerhandbuchs von 2008[477] wie folgt:[475]

Kriterium Maximal
mögliche
Stufe
Einstufung
Block 1, 2 und 3
Einstufung
Block 4
Einstufung
Block 5 und 6
1. Menschen und Umwelt 7 Stufe 7 noch nicht festgelegt
2. Strahlungsbarrieren und Anlagenkontrolle 5 Stufe 5 noch nicht festgelegt
3. Gestaffelte Sicherheitsebenen 3 Stufe 3 Stufe 3
Gesamtwertung (vorläufig) 7 Stufe 7 Stufe 3

Für Block 4 legte sie das zweite Kriterium noch nicht fest (Stand: 12. April 2011), da der Vorfall noch nicht abgeschlossen sei.[476] Für die Blöcke 5 und 6 vergab sie keine INES-Einstufung.[475] Die Gesamtbewertung ergibt sich aus der jeweils höchsten Einzelbewertung.[477]

Bei den Unfällen in Fukushima handelte es sich um auslegungsüberschreitende Störfälle, das heißt um „Super-GAUs“.

Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung

Alarmierung

Die japanische Atomaufsichtsbehörde (Nuclear and Industrial Safety Agency, NISA) wurde sofort nach Ausbruch des Erdbebens am 11. März 2011 um 14:46 Uhr (Ortszeit) vom Betreiber über die Lage informiert. Nach Eintreffen des Tsunami und Ausfall der Notstromaggregate meldete Tepco um 15:42 Uhr erstmals einen nuklearen Notfall (Nuclear Emergency) im Kernkraftwerk Fukushima I. Nachdem weitere Berichte über Notfallsituationen aus anderen Kernkraftwerken eintrafen, rief die japanische Regierung am 11. März um 19:03 Uhr den nuklearen Notfallzustand (State of Nuclear Emergency) aus.[478]

Am 12. März um 17:00 Uhr – eineinhalb Stunden nach der ersten Explosion – meldete Tepco eine ungewöhnliche Erhöhung der Strahlung an der Geländegrenze.[71] In den nächsten Tagen folgten zahlreiche weitere Meldungen zu meldepflichtigen Vorfällen.

Evakuierung

Einheimische Bevölkerung

Die 20- und 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk; höchste Kontamination in Iitate
März 2011

Am 11. März um 20:50 Uhr verfügte die Notfalleinsatzzentrale der Präfektur Fukushima die Evakuierung der Bevölkerung in einem Radius von zwei Kilometern um den Reaktorblock 1, nachdem dort die Kühlung ausgefallen war. Später ließ der Premierminister diesen Radius schrittweise auf drei (11. März um 21:23), zehn (12. März um 5:44) und 20 (12. März um 18:25 Uhr) Kilometer erweitern.[236] Bis zum 13. März wurden etwa 62.000 von 78.000 betroffenen Menschen evakuiert.[479][480]

Weitere 62.000 Bewohner in 20 bis 30 Kilometer vom Kraftwerk entfernten Gebieten sollten nach Anweisung des Premierministers vom 15. März um 11:00 Uhr zunächst in ihren Häusern bleiben.[236][480] Am 25. März riet die Regierung ihnen dazu, das Gebiet freiwillig zu verlassen; als Begründung gab sie Versorgungsengpässe an.[481]

In den Notunterkünften, die auch zur Unterbringung von Tsunami-Betroffenen dienten, wurden die Menschen aus der Kontaminationszone teils aus Angst vor Strahlung abgewiesen. Ärzte mussten Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen.[482]

Ab dem 19. März wurde die Stadtverwaltung und gesamte Bevölkerung von Futaba, auf dessen Stadtgebiet sich die Reaktorblöcke 5 und 6 befinden, nach Saitama umgesiedelt,[483] wo sie in der Saitama Super Arena untergebracht wurden, und am 30./31. März schließlich etwa 1300 einschließlich der Stadtverwaltung nach Kazo.[484] Hirono zog bis Anfang April nach Ono um. Die Umsiedlung weiterer Orte wurde angeordnet: Katsurao nach Aizubange, Kawauchi und Tomioka nach Kōriyama und Namie nach Nihonmatsu, Naraha nach Aizumisato, sowie Ōkuma, zu dem die Kraftwerksblöcke 1 bis 4 gehören, nach Aizu-Wakamatsu.[485] Mit Ausnahme von Saitama liegen alle Zielorte im Westen oder Norden der Präfektur Fukushima.

Am 28. März bestätigte Regierungssprecher Edano, dass die 20-Kilometer-Evakuierungszone aufrechterhalten werden solle. Lokale Behörden wurden angewiesen, den Zutritt zu diesem Gebiet zu untersagen.[486]

Notunterkunft in einer Schul­sport­halle in Kōriyama, Präfektur Fukushima (16. März 2011)

Verschiedene Seiten hielten den Evakuierungsradius für unzureichend. Gregory Jaczko der Vorsitzende der US-Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission, empfahl eine Ausweitung auf 80 Kilometer; davon wären 1,9 Millionen Menschen betroffen.[487] Greenpeace forderte Japans Regierung am 27. März auf, vor allem Kinder und schwangere Frauen sofort auch aus einem weiteren Umkreis bis 60 Kilometer zu evakuieren.[488] In dem 7000-Einwohner-Dorf Iitate, rund 40 Kilometer nordwestlich des Kraftwerks, maßen die Beobachter von IAEO und Greenpeace besonders hohe Kontaminationen beziehungsweise Strahlenbelastungen. Greenpeace forderte daraufhin die japanischen Behörden auf, die Evakuierung auf Iitate auszuweiten, während die IAEO zu einer Prüfung der Situation riet. Die Behörden deuteten an, dass sie bereits über eine Evakuierung von Iitate nachdachten.[489][490]

Beim Festlegen der Evakuierungszone am 12. März hatte die japanische Regierung eine maximale Strahlungsbelastung von 50 Millisievert pro Jahr (mSv/a) zugrunde gelegt; dies entspricht durchschnittlichen 0,0057 Millisievert pro Stunde (mSv/h). Bei erwarteten Werten zwischen 10 und 50 mSv/a sollen die Anwohner ihre Häuser nicht verlassen.[491]

April 2011

Anfang April riet die NISA der Regierung, bereits ab einer möglichen Belastung von 20 mSv/a zu evakuieren.[491] Zum Vergleich: Die natürlichen Strahlungswerte liegen im Weltdurchschnitt bei 2,4 mSv/a.[492]

Namie ist schon am 12. April 2011 eine Geisterstadt

Am 12. April beschloss die Regierung die Evakuierung der außerhalb der 20-Kilometer-Zone gelegenen Orte Katsurao, Namie und Iitate sowie von Teilen von Kawamata und Minamisōma, weil die Jahresdosis dort auf 20 mSv oder mehr geschätzt wurde. Für Namie ergab sich eine Schätzung von 300 mSv.[493] Bis Ende Mai mussten die Einwohner die Orte verlassen.[494]

Mitte April wurde Premierminister Naoto Kan mit der Aussage zitiert, die Evakuierungszone um das Kraftwerk könne für zehn bis zwanzig Jahre unbewohnbar bleiben. Kan dementierte dies.[495] Tepco veröffentlichte kurz darauf einen Plan, der vorsah, im Laufe des zweiten Halbjahres 2011 mit Dekontaminationsarbeiten in der Evakuierungszone zu beginnen, um Einwohnern die Rückkehr zu ermöglichen.[142] Die Regierung gab später bekannt, dass sie erst 2012 über eine mögliche Rückkehr von Anwohnern entscheiden wolle.[496]

Nachdem immer wieder Einwohner trotz der Strahlungsgefahren in die 20-Kilometer-Zone zurückkehrten, erklärte die Regierung diese ab dem 22. April zum Sperrgebiet. Einer Person pro Haushalt wurde es gestattet, nochmals kurz dorthin zurückzukehren, sofern ihre Wohnung mehr als 3 Kilometer vom Kraftwerk entfernt liegt; darüber hinaus wurde das Betreten des Gebiets untersagt. 27.000 Haushalte in neun Kommunen sind von dieser Regelung betroffen.[300] Für Zuwiderhandlungen wurden Bußgelder von bis zu 100.000 Yen (damals ungefähr 840 Euro) oder kurze Haftstrafen angedroht.[497] Entlang der Zufahrtsstraßen wurden 75 Kontrollpunkte eingerichtet.[494]

Für die Zone in 20 bis 30 Kilometern Entfernung von Kraftwerk wurde am 22. April eine flexible Regelung eingeführt, bei der je nach Lage vor Ort entschieden wird, ob die Einwohner in ihren Wohnungen bleiben oder evakuiert werden sollen.[498]

Juni–August 2011

Weitere Beobachtungen und Messungen ergaben Hot Spots mit Strahlenbelastungen über 20 mSv/a in verschiedenen noch nicht evakuierten Orten und Ortsteilen der Präfektur Fukushima.[499] Die Stadtverwaltung von Date empfahl 113 Haushalten einen Umzug an weniger belastete Orte;[500] in Minamisōma waren 72 Haushalte betroffen[501] und in Kawauchi 60. Haushalte mit Evakuierungsempfehlung werden vom Staat finanziell unterstützt; die Empfehlungen richten sich nach Strahlungsmessungen im Garten und am Eingang der Häuser. Dadurch haben Bewohner, die sich um die Dekontamination ihrer Anwesen bemühten, weniger Chancen auf finanzielle Hilfe.[502]

September 2011
0,5 µSv/h in Minamisōma gelten als unbedenklich. (4. November 2011)

Nachdem die Reaktoren 1 bis 3 einen relativ stabilen Zustand mit Temperaturen unter 100 °C erreicht hatten, hob die japanische Regierung Ende September die bedingte Evakuierungszone in 20 bis 30 Kilometer Entfernung vom Kraftwerk auf.[503] Gleichzeitig zog die Präfektur Fukushima die Evakuierungsanordnung für Minamisōma, Tamura, Kawauchi, Hirono und Teile von Naraha zurück.[504]

Die Polizei meldete einen starken Anstieg der Einbruchsdelikte in der Sperrzone. Seit Beginn der Unfallserie wurden 720 Fälle bekannt; im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es nur 27.[505]

seit 2012

Premierminister Shinzō Abe kündigte an bis März 2017[veraltet] Evakuierungsverfügungen wieder aufzuheben. Nach zwei kleineren Gebieten folgte zum 4. September 2015 schließlich die Naraha als erste Gemeinde in der Präfektur Fukushima.[506]

Angehörige anderer Staaten

März 2011

Das deutsche Auswärtige Amt und das österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten gaben am 12. März Teilreisewarnungen für den Nordosten Japans heraus, Deutschland zusätzlich auch für den Großraum Tokio.[507][508] Die österreichische Botschaft verlegte am 16. März ihren operativen Bereich nach Osaka,[509] die deutsche am 17. März.[510]

Mitte März stellten verschiedene Staaten wie Russland, Belgien, Philippinen und die USA Flugzeuge bereit, um Staatsbedienstete und weitere Bürger zu evakuieren.[511]

Die USA, Australien und Südkorea empfahlen ihren Bürgern, einen Abstand von mindestens 80 km zum havarierten Kraftwerk einzuhalten.[379][512][513] Die Vereinigten Staaten und Thailand empfahlen ihren Bürgern ferner eine Ausreise.[511][514]

Am 17. März forderte Frankreich seine Bürger in Tokio auf, Japan zu verlassen oder sich in den Süden des Landes zu begeben.[515]

April 2011

Der US-Mediziner Robert Peter Gale, der 1986 in Tschernobyl die ärztliche Hilfe im Auftrag der sowjetischen Regierung koordiniert hatte, kritisierte einzelne Evakuierungsempfehlungen und – so wörtlich – „Panikreaktionen“ einzelner Staaten. Schädlicher als die Strahlung selbst sei die Angst vor ihr.[516] Gale zufolge wäre die Folge des Exodus von Ausländern aus Japan verheerend. Deshalb solle die deutsche Reaktion auf Fukushima nicht nur von Emotionen und einer Panikreaktion bestimmt sein, sondern möglichst rücksichtsvoll und bedacht ausfallen.[516]

Am 12. April ordnete die philippinische Regierung die Rückführung aller ihrer Staatsbürger aus dem Umkreis von 50 Kilometern um Fukushima I an. Nur mit Japanern verheiratete Philippiner durften auf Wunsch in Japan bleiben.[517]

Die USA bestätigten am 15. April nochmals ihre 80-Kilometer-Bannzone um das Kraftwerk, zogen aber ihre allgemeine Ausreiseempfehlung zurück.[518] Russland zog seine Reisewarnung am 19. April zurück.[299]

Ende April kehrte die deutsche Botschaft nach Tokio zurück.[519]

Luftverkehr

Am 12. März 2011 verhängte die japanische Regierung ein Luftsperrgebiet für einen Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk,[520] das am 13. März auf 30 Kilometer erweitert wurde.[521]

Die deutsche Lufthansa ließ ab dem 14. März alle aus Japan heimkehrenden Flugzeuge auf Radioaktivität testen.[522] Vom 15. bis zum 23. März 2011 leitete sie ihre Flüge mit Ziel Tokio-Narita nach Nagoya und Osaka um.[523][524]

Die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines flog Tokio unter Begleitung militärischer Strahlenschutzexperten weiter an. Im Gegensatz zum normalen Linienverkehr wurden allerdings die Aufenthalte nur kurz gehalten und die Crewwechsel in Seoul durchgeführt.[525] Die Swiss verlegte ihre Crewwechsel nach Hongkong.[526]

Lebensmittelverbote und -warnungen in Japan

Import- und Exportverbote für Lebensmittel

Am 24. März 2011 ordnete die Europäische Union vorsorglich Zwangskontrollen für nach dem 11. März hergestellte Lebensmittel aus zwölf Präfekturen Japans an. Sie dürfen seit dem 27. März nur in die EU-Staaten eingeführt werden, wenn sie in Japan auf Radioaktivität getestet und die Testergebnisse schriftlich bescheinigt wurden. Die japanischen Angaben sollen stichprobenartig überprüft werden.[527]

Russland, China, Taiwan, Australien und die USA verhängten Importverbote für bestimmte Nahrungsmittel aus vier oder fünf von überhöhten Strahlenwerten betroffenen japanischen Präfekturen und testen Importe auf Radioaktivität.[528] Auch Südkorea beschloss zunächst ein solches Verbot, hob es aber am 24. März wieder auf, nachdem die japanische Regierung ihrerseits den Export bestimmter Lebensmittel aus der Präfektur Fukushima verboten hatte.[529] Am 14. April verhängte Südkorea dann ein erneutes Importverbot für sämtliche Lebensmittel aus 13 der 47 japanischen Präfekturen.[530]

Am 6. April verbot Russland den Import von japanischem Fisch.[531]

Dekontamination

Zur Dekontamination des Kraftwerksgeländes siehe erste Sicherungsmaßnahmen.

Die 340.000-Einwohner-Stadt Kōriyama, 60 Kilometer westlich des Kraftwerks, begann Ende April damit, in Schulen und Kindergärten die kontaminierte Oberfläche des Bodens abzutragen,[108] und die Stadt Fukushima Ende Mai.[252] Die Regierung wies die Städte darauf hin, dass ein einfaches Umgraben der Böden ausreichen könne.[143]

In Minamisōma begann die Dekontamination im August.[532]

Im Dezember dekontaminierten Einsatzgruppen der japanischen Streitkräfte mit Hochdruckreinigern Verwaltungsgebäude und deren nähere Umgebung in den evakuierten Orten Naraha, Tomioka, Namia und Iitate.[533]

Langfristige Perspektiven

Im November 2013 erklärten Vertreter der japanischen Regierung, dass eine vollständige Wiederansiedlung der aus der Region Fukushima evakuierten Bevölkerung (ca. 150.000 Menschen) wohl nicht möglich sein würde. Die Regierung würde Gebiete benennen müssen, in denen eine menschliche Ansiedlung aufgrund der hohen Strahlenbelastung auf Dauer unmöglich sein werde. Die evakuierten betroffenen Personen müssten entschädigt werden.[534]

Kritik am Krisenmanagement

Siehe auch: Kritik an risikobehafteter Technik und mangelnder Wartung des Kraftwerks im Artikel Kernkraftwerk Fukushima Daiichi

Presseberichte zur Anfangsphase der Nuklearkrise zeichnen ein Bild von Mitarbeitern,[62] Entscheidungsträgern[63][535] und wissenschaftlichen Beratern,[223] die mit der Situation überfordert waren. Mehrere „Super-GAUs“ liefen gleichzeitig ab und mussten gehandhabt werden. Die dazu getroffenen oder nicht getroffenen Entscheidungen und die Informationspolitik der verantwortlichen Stellen wurden vielfach kritisiert. Verschiedene Seiten hielten das japanische Krisenmanagement für zu unentschlossen.[536][535] Die IAEO kritisierte die Struktur der zuständigen Regierungsstellen als zu kompliziert und reaktionsträge.[537]

Alle Maßnahmen, die die Bevölkerung betreffen könnten, mussten entsprechend den gesetzlichen Vorschriften von der Regierung genehmigt werden.[59]

Ein Anfang Juli 2012 von einer parlamentarischen Untersuchungskommission vorgelegter Bericht[538] spricht von Kungelei und Schlamperei der Betreiberfirma, der Regierung und der Atomaufsichtsbehörde. Das „Desaster von Menschenhand“ sei vorhersehbar und vermeidbar gewesen.[539] Katsutaka Idogawa, der Bürgermeister von Futaba, beklagte im April 2014 in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender RT, dass er mit der Situation allein gelassen worden sei.[540]

Konflikte

Die Presse berichtete auch von Konflikten zwischen den Verantwortlichen. Laut Berichten der Yomiuri Shimbun waren Premierminister Naoto Kan, Regierungssprecher Yukio Edano, Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa und andere Regierungsmitglieder frustriert und zunehmend misstrauisch wegen fehlender oder ständig wechselnder Erklärungen Tepcos über die Vorgänge im Kraftwerk.[541][542] Insbesondere Kan soll ein großes Misstrauen sowohl gegenüber Tepco als auch gegenüber der Atomaufsichtsbehörde (NISA) und dem ihr übergeordneten Wirtschaftsministerium (METI) entwickelt haben. Laut Presseberichten misstraute der Bürgerrechtler Kan grundsätzlich der mit der Industrie verflochtenen japanischen Bürokratie und schnitt sich dadurch selbst von wichtigen Informationsquellen ab.[72][542][543] Stattdessen setzte er auf persönliche Berater, die ebenfalls schlecht informiert waren.[72]

Naoto Kan (2011)

Am 15. März erschien Kan wütend in der Tepco-Firmenzentrale und maßregelte die anwesenden Tepco-Manager wegen ihrer Informationspolitik[542][544][535] sowie den Planungen Tepcos, „das gesamte Personal aus der Atomanlage Fukushima Daiichi abzuziehen und die Rettungsarbeiten einzustellen.“[545] Er ließ dort einen gemeinsamen Krisenstab von Regierung und Kraftwerksbetreiber einrichten, um mehr Einfluss auf das Krisenmanagement nehmen zu können.[544][546][542] Ein Experte der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde besuchte drei Tage später die Tepco-Zentrale und war irritiert über das Kompetenzchaos.[536] Die Leitung des Krisenstabs und allmählich auch des gesamten Nuklearkrisenmanagements übernahm Kans enger Vertrauter Gōshi Hosono.[72]

Tetsunari Iida (2011)

Umgekehrt zeigten sich Tepco-Vertreter frustriert über den Premierminister, weil er mehr auf seine persönlichen Berater höre als auf die zuständigen Behörden. Ein Mitarbeiter des Tepco-Krisenstabs in Fukushima wurde mit der Aussage zitiert, er fühle sich mehr durch den Premierminister als durch seine eigenen Vorgesetzten unter Druck gesetzt.[542] Nach Ansicht von Tetsunari Iida, Vorsitzender eines Instituts für nachhaltige Energien und energiepolitischer Berater der japanischen Regierung, überschätzte der Diplom-Physiker Kan seine eigene Kompetenz in Sachen Nukleartechnik. Er wolle bei zu vielen technischen Details mitreden und habe mit seiner Anwesenheit die Tepco-Manager eingeschüchtert.[535] Gleichzeitig kritisierte Iida die Entscheidungsstrukturen des Unternehmens. Für jede Entscheidung müssten sich die Experten vor Ort eine Erlaubnis aus der Firmenzentrale einholen, bei der sowohl die Regierung (über den Krisenstab) mitrede als auch Manager, die das Treffen eigenständiger Entscheidungen nicht gewohnt seien. Die „Zeit“ führte letzteres auf eine für Japan typische Konsensorientierung zurück, die schnelle Entscheidungen verhindere.[535]

Eine Reihe von Widersprüchen zwischen den von Tepco und der NISA veröffentlichten Informationen zum Unfallhergang verdeutlicht, dass es auch zwischen dem Kraftwerksbetreiber und der Aufsichtsbehörde Kommunikationsprobleme gab (siehe Dokumentation der Abläufe und Veröffentlichungen im Artikel Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima). Die IAEO wies auf verbesserungswürdige technische Kompetenz bei der NISA hin.[59]

Bewältigung der technischen Probleme

Verschiedene Seiten waren der Ansicht, dass Tepco zu lange mit der Druckentlastung der Reaktoren und dem Einleiten von Meerwasser gezögert habe. Durch ein Vorziehen dieser Maßnahmen hätte man die Unfälle verhindern oder zumindest ihre Auswirkungen verringern können.[547]

Die Yomiuri Shimbun brachte die Verzögerung bei diesen wichtigen Entscheidungen in Zusammenhang mit der Abwesenheit von Tepco-Präsident Tsunehisa Katsumata und dem Vorsitzenden Masataka Shimizu. Die beiden Firmenleiter trafen erst am 12. März gegen 16 beziehungsweise 10 Uhr im Unternehmen ein und waren bis dahin nur per Mobiltelefon eingebunden. Auch technische Probleme des firmeninternen Kommunikationssystems wurden erwähnt.[547] Tepco wies später auf häufige Ausfälle von Telefonleitungen und Firmennetzwerk in den Tagen nach dem Erdbeben hin; Informationen mussten teilweise persönlich überbracht werden.[548]

Druckentlastung

Der japanische Nuklearingenieur Kenzo Miya, emeritierter Professor an der Universität Tokio, sah einen Hubschrauber-Besuch von Naoto Kan am frühen Morgen des 12. März im Kraftwerk als einen Grund für die Verzögerung der Druckentlastung.[216] Es habe das Risiko bestanden, den Hubschrauber des Premierministers radioaktiven Stoffen auszusetzen.[547][535] Regierungsvertreter ließen dagegen laut einem Bericht der New York Times durchblicken, Tepco habe grundsätzlich vor den radioaktiven Emissionen bei einer Druckentlastung zurückgescheut. Die Zeitung berichtete auch von einer hitzigen Diskussion zu diesem Thema, in der sich Tepcos Kernenergie-Chef Sakae Muto und Fukushima-I-Kraftwerksleiter Masao Yoshida gegenseitig angeschrien hatten.[549]

Später veröffentlichte Aufzeichnungen der Mitarbeiter im Kraftwerk deuten vor allem auf technische Schwierigkeiten hin. Während der Premierminister und die Aufsichtsbehörde versuchten, Tepco mit politischem Druck und offiziellen Anweisungen zum Öffnen der Ventile an Block 1 zu zwingen,[63] kämpften die Mitarbeiter mit Systemen, die nach Überschwemmung und Stromausfall nicht mehr funktionierten. Man habe eine Zeitlang gebraucht, bis man (teils im Dunkeln) herausgefunden habe, wie die Ventile von Hand zu öffnen sind.[549][63] Außerdem spielte die Evakuierung der unmittelbar angrenzenden Orte eine Rolle.[56] Die New York Times erklärte die Probleme auch damit, dass die in den USA entwickelten Reaktoren nach den Vorgaben der amerikanischen Atomaufsichtsbehörde ausgelegt waren, die große Sicherheitshürden vor einer möglichen Betätigung der Druckentlastung durchgesetzt hatte.[549]

Meerwasserkühlung

Das Wall Street Journal zitierte am 21. März 2011 den ehemaligen Tepco-Manager Akira Omoto, Mitglied der Japan Atomic Energy Commission, mit der Aussage, Tepco habe mit der Meerwassereinleitung gezögert, um die wertvollen Reaktoren nicht durch das Salzwasser zu beschädigen;[550] die Reaktoren können dabei zerstört werden.[216] Diese Kritik fand sich anschließend in verschiedenen Presseartikeln wieder.[535][216] Nach eigenen Angaben und Aufzeichnungen leitete Tepco allerdings in die Reaktoren 1 und 2 zunächst Süßwasser ein,[319][135] und stellte – nachdem die Vorräte erschöpft waren – jeweils auf Meerwasser um. Die Verzögerung bis zur Meerwassereinleitung belief sich demnach jeweils auf höchstens vier Stunden und nicht – wie vom Wallstreet Journal vermutet – auf etwa 12 beziehungsweise 30 Stunden (siehe Zeitabläufe im Artikel Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima).

Ende Mai 2011 kam es zu einer öffentlichen Diskussion und einer Auseinandersetzung zwischen Premierminister Kan und der parlamentarischen Opposition um eine mögliche Verantwortung Kans für die verzögerte Meerwasserkühlung.[223][551][552] Tepco-Aufzeichnungen deuteten auf Kommunikationsprobleme innerhalb des Unternehmens sowie zwischen Kraftwerksbetreiber, Behörden und Premierminister hin, möglicherweise auch auf eine zögerliche Freigabe der Salzwassereinleitung durch Kan.[222][224]

Kühlung der Abklingbecken

Auch eine zu späte Kühlung der Abklingbecken wurde kritisiert. Sowohl Tepco als auch die Regierung hätten sich in den ersten zwei Tagen nur auf die Reaktoren konzentriert und die Abklingbecken außer Acht gelassen.[216][535] Das Wall Street Journal zitierte Tetsuya Kono, Sprecher der japanischen Streitkräfte, mit der Aussage, man habe sich nicht früher an dem Wasserwerfereinsatz beteiligt, weil Tepco ihn nicht angefordert habe. Das Militär habe nicht von sich aus aktiv werden können.[550] US-amerikanische Experten kritisierten eine zu späte Kühlung des Abklingbeckens von Block 4 (siehe Abschnitt „Reaktorblock 4“).

Tepco verteidigte sich damit, man sei nach der Explosion in Block 1 voll mit der Stabilisierung von Block 2 beschäftigt gewesen, habe also keine weiteren Ressourcen zur Verfügung gehabt.[541]

Unterstützung durch Dritte

Neben den Streitkräften waren auch andere Organisationen der Ansicht, dass Tepco ihre Unterstützung zu spät in Anspruch genommen hatte.

Laut einem nicht namentlich genannten Mitarbeiter der US-amerikanischen Regierung schien für die Japaner anfangs ein Rückgriff auf amerikanische Hilfe undenkbar. Die japanische Regierung habe verschiedene Gesuche und Angebote der USA, ihre Experten am Krisenmanagement zu beteiligen, abgelehnt.[536] In den Vereinigten Staaten stehen zahlreiche Kernkraftwerke vom gleichen Modell wie in Fukushima; daher haben die USA sowohl Erfahrung damit als auch ein eigenes Interesse an der Aufklärung der Unfallserie.[549] Die US-Regierung war schließlich so verärgert über die japanische Haltung, dass sie nach Angaben der New York Times mit dem Abzug von wichtigem Militärpersonal,[72] laut Yomiuri Shimbun sogar mit einer Zwangsevakuierung aller US-Bürger aus Japan drohte.[536]

Verschiedene Hilfsangebote, etwa seitens der deutschen Bundesregierung, Ausrüstung und Experten des Kerntechnischen Hilfsdiensts einzusetzen, wurden nicht oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung angenommen. Aus Frankreich wurden erst ab dem 17. März Experten und Ausrüstung des französischen Atomenergie-Konzerns Areva einbezogen;[553] ein Hilfsangebot der Regierung Sarkozy war bereits am Tag nach der Katastrophe eingegangen. Zur Zeit des Unglücks waren über 100 Areva-Mitarbeiter aus Deutschland, den USA und Frankreich im Lande, von denen 18 bei Wartungsarbeiten im unmittelbaren Umfeld des Reaktors 4 tätig waren.[553] Erst zwei Wochen nach dem Unglück traf die Areva-Vorsitzende Anne Lauvergeon mit Experten der Nuklearanlage Marcoule vor Ort ein.[554]

Die Nuklearsicherheitskommission der japanischen Regierung, die über vierzig Experten für Nuklearunfälle verfügt, wurde dafür kritisiert, dass sie nicht einen davon nach Fukushima I entsandte.[555]

Informationspolitik

Die Informationspolitik sowohl des Kraftwerksbetreibers als auch der Behörden wurde vielfach kritisiert.

Regierungssprecher Edano deutete am 12. März in einer Pressekonferenz an, dass Tepco die Regierung nur unzureichend informierte.[547] Premierminister Kan war zwei Tage später sehr verärgert darüber, von der Explosion des Reaktorblocks 3 zuerst aus den Medien erfahren zu haben.[542] In den nachfolgenden Wochen musste Tepco mehrfach falsch (zu hoch) ausgewiesene Strahlungsmesswerte korrigieren und handelte sich damit öffentliche Rügen von Seiten der Regierung und der NISA ein.[556][557][558] Eine Tepco-Sprecherin erklärte, man stünde im Konflikt zwischen dem Druck, die Daten (schnell) zu veröffentlichen, und der Forderung nach Exaktheit.[559] Die konkreten Fehler erklärte Tepco mit einer Fehlkonfiguration der verwendeten Software.[558]

Es kam vor, dass Tepco Schäden am Kraftwerk – zum Beispiel Erdbeben- und Kernschmelzeschäden – zunächst bestritt beziehungsweise ignorierte, und sie erst dann eingestand, wenn sie nicht mehr zu übersehen waren.[196][55][138][250]

China beklagte sich mehrfach über unzureichende Informationen durch die japanischen Behörden.[113][44] Auch die USA,[536] weitere Mitgliedsstaaten der IAEO,[303] der Vorsitzende des Umweltprogramms der Vereinten Nationen[560] und die World Meteorological Organization[303] (ebenfalls Vereinte Nationen) fühlten sich unzureichend informiert.

In einer repräsentativen Umfrage des Fernsehsenders JNN hielten drei Wochen nach Beginn der Nuklearunfälle 83 Prozent der befragten Japaner die von der Regierung bereitgestellten Informationen für unzureichend.[559] Auch Bürgermeister betroffener Gemeinden beklagten sich über mangelnde Informationen.[482]

Arbeitsbedingungen im Kraftwerk

Mitarbeiter am Kraftwerks­eingang (13. April 2011)

Auch der Umgang mit den Hilfskräften, die teilweise aus Zeitarbeitsfirmen stammen und dort bereits vor der Krise sehr harten Arbeitsbedingungen unterworfen waren, wurde kritisiert.[535]

Durch die Explosionen und Brände im Kraftwerk stieg die Strahlenbelastung auf dem Gelände zeitweilig stark an. Das japanische Gesundheitsministerium setzte daraufhin die zulässige Gesamt-Äquivalentdosis für männliche[108] Arbeiter in Kernkraftwerken in Notfallsituationen von 100 auf 250 Millisievert pro Jahr herauf.[418] Kritiker verwiesen darauf, dass Werte oberhalb der von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) festgesetzten Grenze von 100 Millisievert pro Einsatz oder pro Jahr erfahrungsgemäß Körperzellen direkt schädigen und das Krebsrisiko schon für weit geringere Belastungen prozentual steigt.[561] Drittunternehmen, die im Auftrag von Tepco im Kraftwerk tätig sind, lehnten den höheren Grenzwert ab.[562] Bis zum 15. April 2011 erhielten 28 Mitarbeiter Strahlungsdosen über 100, jedoch keiner eine Dosis über 250 Millisievert.[87]

Auch die Ausrüstung der Arbeiter war unzulänglich; es mangelte zeitweise an Dosimetern[423] und an geeigneten und zugelassenen Sicherheitsstiefeln. Ein Mitarbeiter berichtete, dass sich die Arbeiter stattdessen Plastiktüten mit Klebeband um die Schuhe banden.[563] Als in einer Turbinenhalle erhebliche radioaktive Wassermengen auftraten und einige Mitarbeiter dennoch mit halbhohen Arbeitsschuhen ins Wasser traten, zogen sie sich erhebliche Verletzungen und Verstrahlungen zu.

Nach der Explosion in Block 3 wurde die Anlage vorübergehend geräumt. Danach verblieben zeitweise nur noch rund 180 Arbeiter vor Ort – darunter 50 Mitarbeiter von Tepco –, was unter dem Namen „Fukushima 50“ (mit Anklängen an die 47 Rōnin) in den Medien thematisiert wurde.

Ab Anfang Mai versorgte Tepco die Arbeiter zweimal täglich mit Mahlzeiten, die im benachbarten Kernkraftwerk Fukushima Daini zubereitet wurden. Bis dahin hatten sie sich hauptsächlich von Konserven ernährt.[564]

Außerhalb der Arbeitszeiten sind die Mitarbeiter und Helfer in dem Sportzentrum J-Village untergebracht, 20 Kilometer südlich des Kraftwerks; dabei herrschten anfangs teilweise spartanische Bedingungen.[565]

Bewältigung der Unfallfolgen

Ende März 2011 berichtete die Yomiuri Shimbun über Kritik lokaler Behörden an den Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit. Jede Präfektur und Gemeinden könne selbst festlegen, nach welchen Kriterien sie landwirtschaftliche Produkte auf Strahlung testet. Dabei seien die Ehrlichen die Dummen, weil ihre Region strengere Auflagen erhalte. Zudem seien die pauschalen Grenzwerte für alle Arten von Produkten unangebracht.[566]

Andererseits wurde kritisiert, dass manche hoch kontaminierten Nahrungsmittel nicht verboten wurden, weil sie nur eine kleine Region betrafen. Zu diesem Zeitpunkt legten die Behörden nur Beschränkungen für ganze Präfekturen fest und verzichteten teils darauf, um nicht die ganze Präfektur wegen einer „Problemregion“ wirtschaftlich zu belasten.[566] Kurz darauf begann man, die Lebensmittelverbote auch für kleinere Regionen und einzelne Städte festzulegen.[567]

Am 29. April 2011 trat Toshiso Kosako, Professor in der Abteilung für Nukleartechnik der Universität Tokio,[568] mit schweren Vorwürfen von seinem Amt als wissenschaftlicher Berater der japanischen Regierung in Nuklearfragen zurück, zu dem ihn Ministerpräsident Naoto Kan am 16. März ernannt hatte.[569] Laut Kosako rette sich die Regierung in der Nuklearkrise nur mit Notlösungen und Provisorien über die Zeit. Wegen unklarer Entscheidungsprozesse seien viele Maßnahmen zudem nicht gesetzeskonform.[570] Bei der Strahlungsmessung rund um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi mangele es an Transparenz. Die Regierung habe auch die sogenannte SPEEDI-Analyse lange nicht veröffentlicht.[571] Das System for Prediction of Environmental Emergency Dose Information ist ein Computerprogramm zur Abschätzung und Prognose der radioaktiven Kontamination und hatte für einige Gebiete außerhalb der 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk Ortsdosisleistungen von über 100 Millisievert pro Jahr vorhergesagt.[572] Die Regierung hatte die ersten Ergebnisse dieser Analyse vom 16. bis zum 23. März zurückgehalten, um Panik zu vermeiden. Die vollständigen Daten veröffentlichte die zuständige Nuclear Safety Commission of Japan erst nach Kosakos Rücktritt.[572][573]

Besonders empört und betroffen zeigte Kosako sich über die vorläufige Erklärung des japanischen Kultus- und Technologieministeriums vom 19. April, dass für Kindergärten und Grundschulen in der Präfektur Fukushima kein niedrigerer Strahlungsgrenzwert festgelegt werden solle als die für das gesamte Katastrophengebiet gültigen 20 Millisievert pro Jahr.[574] Das Ministerium berief sich dabei auf Empfehlungen der International Commission on Radiological Protection, die bei einem Nuklearunfall eine jährliche Strahlungsdosis von bis zu 20 Millisievert sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder zulasse.[575]

Kosako begründete seinen Rücktritt damit, dass die Regierung seinen Rat ignoriere.[569] Premierminister Kan führte ihn dagegen auf Meinungsverschiedenheiten zwischen Kosako und anderen Wissenschaftlern zurück.[569] Laut einem Bericht der New York Times vom 1. Mai fiel es den japanischen Experten schwer, sich auf Strahlungsgrenzwerte zu einigen. Man befinde sich in einer neuen Situation, für die es keine Richtlinien gebe, und die zu treffenden Entscheidungen könnten weitreichende Folgen haben.[576]

Vertreter des Internationalen Forums zur Globalisierung übergaben am 2. Mai eine von rund 50 Japanern sowie rund 4.000 US-amerikanischen, europäischen und weiteren Bürgern und Gruppen „unterschriebene“ Internet-Petition an die japanische Regierung, die die „Rücknahme der unmenschlichen Entscheidung der japanischen Regierung, Kindern eine Strahlenexposition von 20 Millisievert pro Jahr aufzuzwingen“ fordert.[577][574] Als Begründung verwiesen sie dabei auf die Aussagen deutscher Experten in einem Spiegel-Artikel vom 21. April.[577][578] Anders als in den Richtlinien des japanischen Kultusministeriums[576] wurde in der Petition nicht berücksichtigt, dass die Umgebung der Schulen und Kindergärten, in denen sich die Kinder in der übrigen Zeit aufhalten, wahrscheinlich ähnlich hohe Strahlungswerte aufweist wie die Schulgelände.[579]

Die Folgekosten der Tsunami- und Nuklearkatastrophe sind eine große Belastung für die ohnehin hoch verschuldete japanische Volkswirtschaft. Sie wurden im April 2011 auf langfristig bis zu 200[580] oder 300[581] Milliarden Euro geschätzt und belasteten die Kreditwürdigkeit des Landes.[581] Niedrigere Strahlungsgrenzwerte konnten erhebliche Zusatzkosten für die Dekontamination von Böden nach sich ziehen.[579] Die Regierung spielte auf Zeit und verwies darauf, dass die radioaktive Belastung bis Juli erheblich zurückgehen werde, da die Hälfte der Emissionen aus kurzlebigem radioaktivem 131I (acht Tage Halbwertszeit) bestehe.[576] Der Großteil der Strahlungsbelastung an den Bodenoberflächen in der Präfektur Fukushima stammte zu diesem Zeitpunkt noch aus dem Zerfall von 131I.[582]

In einer Umfrage der Zeitung Yomiuri Shimbun vom 13. bis zum 15. Mai 2011 zeigten sich 73 Prozent der befragten Japaner unzufrieden mit dem Nuklearkrisen-Management ihrer Regierung.[583]

Ende Mai 2011 reichten 15.000 japanische Eltern eine weitere Petition beim Kultusministerium ein, in der sie einen Grenzwert von 1 Millisievert pro Jahr für Kinder forderten.[584] Das Ministerium sagte zu, in Schulen mit einer höheren Belastung als 0,001 Millisievert pro Stunde, entsprechend 9 Millisievert pro Jahr, die Bodenoberfläche abtragen zu lassen.[585]

Im März 2015, 4 Jahre nach dem Tsunami, lebten noch immer rund 230.000 Menschen in Notunterkünften wie Containersiedlungen und provisorisch belegten Apartments, da große Teile der 2011 evakuierten Sicherheitszone nach wie vor nicht dekontaminiert sind. Nach Abschluss der Dekontamination weniger schwer belasteter Gebiete, deren Gesamtkosten auf mindestens 20,5 Mrd. US-Dollar geschätzt werden, sollen ca. 55.000 Menschen in ihre ursprünglichen Siedlungen zurückkehren dürfen. Allerdings wollen nach Studien der japanischen Wiederaufbauagentur nur ca. 10-20 % der Bevölkerung zurückkehren, wobei insbesondere Familien sich häufig gegen eine Rückkehr aussprechen.[586]

Im August 2015 wurde die Kühlung der Unglücksreaktoren in Fukushima mit Seewasser weiterhin fortgesetzt. Mehr als 100.000 Menschen sind nach wie vor evakuiert. Ab 2017[veraltet] sollen die Evakuierten aus Gebieten, die nicht mehr als „stark kontaminiert“ gelten, keine Unterstützung der staatlichen Stellen mehr erhalten und so zur Rückkehr in die Sperrgebiete bewegt werden. Die Bergungsarbeiten für das radioaktive Material der Kernschmelzen werden nicht vor dem Jahr 2022[veraltet] beginnen.[587]

Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft

Die Auswirkungen der Nuklearkatastrophe – insbesondere politische Auswirkungen in Deutschland wie bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011 – wurden in der öffentlichen Diskussion auch als „Fukushima-Effekt“ bezeichnet.[588][589]

Japanische Wirtschaft

Die Evakuierungen betrafen die Produktion mehrerer Unternehmen und Zulieferfirmen in der Nähe des Kraftwerks, darunter Toto, Alpine Electronics, Daio, Fujitsu, IHI, Fuji Xerox und Canon.[590]

Am 17. März schloss die Fondsgesellschaft Union Investment Real Estate ihren offenen Immobilienfonds Uni-Immo Global, da die in Japan stehenden Immobilien des Fonds nicht mehr bewertet wurden und folglich keine Anteilspreise ermittelt werden konnten.[591]

Die Region um Fukushima spielt eine bedeutende Rolle in der japanischen Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelversorgung. Die Nachbarpräfektur Ibaraki stellt insbesondere Premiumreissorten her und ist das Stammland der japanischen Schweinezucht. Durch die radioaktiven Belastungen kam es zu Verkaufsverboten verschiedener Nahrungsmittel. Die Regierung stellte Entschädigungen für betroffene Landwirte in Aussicht.[592] Später stellten Landwirtschafts- und Fischereiverbände hohe Schadenersatzforderungen an den Kraftwerksbetreiber.[593]

Ab dem 26. März liefen mehrere Großreedereien die Häfen von Tokio und Yokohama aus Sorge vor radioaktiver Kontamination der Schiffe nicht mehr an. Dies führte zu einer Belastung des Welthandels, da Waren auf dem Landweg vom Süden Japans in den Norden gebracht werden mussten.[594]

In der japanischen Luftfahrt kam es zu einem massiven Nachfrageeinbruch.[595] Die Zahl der ausländischen Besucher ging in der zweiten Märzhälfte 2011 um 75 % gegenüber dem Vorjahr zurück.[531]

Da durch die Katastrophe die anderen Kernkraftwerke Japans auf ihre Sicherheit überprüft und dabei fast alle abgeschaltet wurden, musste der nationale Strombedarf mit fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Durch den Import der dafür benötigten Rohstoffe, sowie einem Rückgang der Exporte verzeichnete Japan im Kalenderjahr 2011 das erste Handelsbilanzdefizit seit 1980.[596]

Stromknappheit

Zum Stromsparen abge­schal­tete Rolltreppe in Tokio

Nach dem Ausfall mehrerer Kern- und thermischer Kraftwerke[597] kam es zu Engpässen im Versorgungsnetz von Tepco. Die Bürger wurden mehrfach aufgefordert, Strom zu sparen. Zusätzlich führte Tepco – mit Erlaubnis des Premierministers[598] – vom 14. März 2011 bis in den April hinein sogenannte „rolling blackouts“ durch, das heißt wechselnde Stromabschaltungen in verschiedenen Teilen des Versorgungsbereichs von Tepco.[599] Zusätzlich wurde die Stromknappheit dadurch verschärft, dass Japan zwei inkompatible Stromnetze von 50 Hz und 60 Hz hat.

Unter dem Slogan Setsuden (Stromsparen) bemühte sich Japan im weiteren Jahresverlauf, erneute Stromabschaltungen durch Sparmaßnahmen aller Verbraucher zu vermeiden.[600] Die japanische Regierung strebt mit diesem Programm an, den Stromverbrauch um bis zu einem Fünftel zu reduzieren.[601] 51 von 54 japanischen Kernreaktoren waren Januar 2012 abgeschaltet[596] – teils wegen der Katastrophenfolgen, teils wegen Routinewartungen und teils als Sicherheitsmaßnahme wegen unzureichenden Tsunamischutzes.

Am 30. August hob die Regierung Anordnungen zur Einschränkung des Elektrizitätsverbrauchs auf, die seit dem 1. Juli in Kraft waren.[602]

Anfang Mai 2012 wurde mit dem Reaktor 3 des Kernkraftwerks Tomari das letzte aktive japanische Atomkraftwerk vorübergehend abgeschaltet. Damit musste Japan zum ersten Mal seit 42 Jahren vollständig ohne Atomenergie auskommen.[603] Das Land bezog daraufhin seinen Strom unter anderem durch Thermalkraftwerke.[604]

Angesichts von Warnungen seitens der Atomindustrie und der Zentralregierung vor Stromausfällen im Sommer erteilte die Regierung Mitte Juni 2012 Anweisung, die Reaktoren 3 und 4 des Kernkraftwerks Ōi hochzufahren.[604] Das Kraftwerk gehört zum Unternehmen KEPCO.[605] Anfang Juli 2012 ging trotz Protesten seitens der Bevölkerung der Reaktor 3 in Betrieb. Es war die erste Inbetriebnahme nach der Nuklearkatastrophe und nach dem Zeitraum von nur in etwa zwei Monaten ohne Betrieb eines Atomreaktors in Japan.[606]

Japanische Gesellschaft

In der Evakuierungszone um das Kraftwerk verzögerte sich wegen der hohen Strahlungsbelastung die Bergung von Tsunami-Opfern. Wegen der möglichen Kontamination würde eine Übergabe an die Angehörigen oder eine Einäscherung auch weitere Gefahren beinhalten.[607]

In Japan machte der Ausdruck Flyjin (aus Gaijin, „Ausländer“ und Fly, engl. „Flug“ oder „Flucht“) die Runde. Damit wurden in der Expatriategemeinde Ausländer bezeichnet, die sich nach den ersten Reisewarnungen ohne Abschied auf den Weg in die jeweilige Heimat machten. Der Exodus der Ausländer hat in der Krise auch das Selbstbild der Japaner bedroht und verschlimmerte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich. Es kommen erhebliche Vertrauensverluste gegenüber zeitweise Abgereisten hinzu.[608]

Menschen aus der Präfektur Fukushima wurden teils aus Angst vor „Verstrahlung“ diskriminiert. Kōichirō Gemba, Minister für Sozialpolitik, berichtete von Abweisungen durch Hotels und von schikanierten Kindern.[299]

Am 2. September 2011 löste Yoshihiko Noda (bis dahin Finanzminister) den für sein Krisenmanagement in die Kritik geratenen Naoto Kan ab und wurde neuer Premierminister. Kan hatte Juni 2011 seinen Rücktritt unter Bedingungen angekündigt.

Atomenergiepolitik

Die Gallup International Association, ein weltweiter Verbund von Meinungsforschungsinstituten, führte zwischen dem 21. März und dem 10. April 2011 Umfragen in 47 Ländern zur Nutzung von Kernenergie durch. Demnach fiel der Anteil der Kernkraft-Befürworter gegenüber der letzten Umfrageserie vor der Fukushima-Katastrophe von 57 auf 49 Prozent, während der Anteil der Kernkraftgegner von 32 auf 43 Prozent anstieg. 81 Prozent der Befragten hätten von den Nuklearunfällen in Fukushima gewusst. In den zehn Jahren zuvor sei der weltweite Anteil der Kernkraftbefürworter stetig angestiegen. Die Studie wurde am 19. April 2011 von WIN-Gallup International in Islamabad veröffentlicht.[25]

Ende April wies UN-Generalsekretär Ban Ki-moon darauf hin, dass die Sicherheit der Kernkraftwerke dringend weltweit überprüft werden müsse.[609]

Japan

Veränderungen in der japanischen Stromerzeugung nach Fukushima
Buddhistische Mönche des Nipponzan-Myōhōji protestieren am 5. April 2011 hinter dem japanischen Parlament gegen Atomkraft.
Anti-Atomkraft-Demonstration am 16. April 2011 in Tokio

Premierminister Naoto Kan veranlasste eine Überprüfung der laufenden Planungen für den Bau von 14 weiteren Kernkraftwerken.[610] Verschiedene Kraftwerksbetreiber froren daher ihre Pläne für den Bau neuer Reaktoren ein.[611][612] Außerdem plädierte Kan für eine Ausgliederung der japanischen Atomaufsichtsbehörde NISA aus dem Wirtschaftsministerium, das die Nutzung der Kernenergie in Japan aktiv gefördert hatte.[613]

Die Nuklearkatastrophe bewirkte einen grundlegenden Wandel in der Einstellung der japanischen Bevölkerung zur Atomenergie. Vom 27. bis zum 31. März kam es erstmals zu nennenswerten Demonstrationen; etwa 100 bis 1000 Atomkraftgegner versammelten sich vor dem Tepco-Hauptquartier in Tokio.[614][615] Am 10. April demonstrierten in Tokio 17.500 Menschen gegen Atomkraftwerke;[616] es folgten weitere Kundgebungen. Die Zustimmung zur zivilen Nutzung der Kernenergie ging nach einer Umfrage der Gallup International Organisation in den ersten Unfallwochen von 62 auf 39 Prozent der Japaner zurück, während der Anteil der Kernkraftgegner von 28 auf 47 Prozent zunahm. Dieser Meinungsumschwung war größer als in allen anderen von Gallup untersuchten Ländern.[25]

Im Mai ließ die Regierung das Kernkraftwerk Hamaoka abschalten, weil es nicht hinreichend gegen Erdbebenfolgen geschützt sei,[350] und brachte eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien statt des bisher geplanten, weiteren Ausbaus der Kernenergie ins Gespräch.[617]

Die Wiederinbetriebnahme der nach dem Erdbeben abgeschalteten Kraftwerke verzögerte sich wegen Vorbehalten der Bevölkerung, vertreten durch die örtlichen Behörden. Zwar lag die Entscheidung hierüber letztendlich beim Wirtschaftsministerium, aber traditionell wird den Präfekturen und Gemeinden ein Mitspracherecht eingeräumt. Ein Versuch von 400 Tepco-Aktionären, die drei Kraftwerke des Unternehmens (Fukushima Daiichi, Fukushima Daini und Kashiwazaki-Kariwa) per Hauptversammlungsbeschluss stillzulegen,[573] scheiterte.

Im Juni/Juli ereignete sich ein Skandal um das Kernkraftwerk Genkai, das als erstes wieder in Betrieb gehen sollte. Öffentliche Debatten zu diesem Thema wurden von der Betreibergesellschaft Kyūshū Denryoku in großem Stil manipuliert.[618][359] Dieses und weitere Kraftwerke blieben daraufhin abgeschaltet. Auch die Kernkraftwerksbetreiber Chūbu Denryoku und Shikoku Denryoku gerieten in Manipulationsverdacht,[619] ebenso die Atomaufsichtsbehörde NISA, deren Direktor kurzfristig entlassen wurde.[620]

Die Regierung entschied, die NISA im April 2012 aus dem Wirtschaftsministerium auszugliedern und zusammen mit den Mitarbeitern der Nuclear Safety Commission of Japan dem Umweltministerium anzugliedern.[621] Kritiker bezweifelten die Kompetenz des Umweltministeriums bei Kernenergiefragen und wiesen darauf hin, dass die von der IAEO seit Jahren geforderte Unabhängigkeit der Atomaufsicht von der Regierung damit nach wie vor nicht gewährleistet sei.[622][59] Zum 19. September 2012 wurden dieses Vorhaben umgesetzt und beide Organisationen durch die Nuclear Regulation Authority ersetzt.[623]

Am 14. September 2012 beschloss die japanische Regierung auf einem Ministertreffen in Tokio einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis in die 2030er Jahre, spätestens aber bis 2040. Die Regierung teilte mit, man wolle „alle möglichen Maßnahmen“ ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen.[26] Wenige Tage später schränkte die Regierung den geplanten Atomausstieg wieder ein, nachdem die Industrie gedrängt hatte, die Pläne zu überdenken. Angeführte Argumente waren, dass ein Atomausstieg die Wirtschaft belasten und es aufgrund des Imports von Öl, Kohle und Gas zu hohen Mehrkosten kommen würde. Daraufhin billigte die Regierung die Energiewende, ließ aber den Zeitpunkt für die Stilllegung der Kernkraftwerke offen.[27]

Im Dezember 2012 kam es nach der Shūgiin-Wahl 2012 zu einem Regierungswechsel: Der ehemalige Premierminister Shinzō Abe wurde erneut Premierminister. Er gilt als Atomkraft-Befürworter.[624]

2015 gingen erstmals wieder zwei Reaktoren ans Netz, sie befinden sich im Südwesten Japans. Bis Mitte Juni 2017 waren landesweit wieder insgesamt fünf Reaktoren am Netz, der letzte davon wurde erst Anfang des Monats im Kernkraftwerk Takahama wieder hochgefahren. Zusätzlich hat ein Gericht Mitte Juni 2017 die Wiederinbetriebnahme von zwei Reaktoren im Kernkraftwerk Genkai genehmigt, entgegen dem Widerstand der Anrainer und deren Vorwurf an den Kraftwerksbetreiber von unzureichendem Schutz der Anlage vor Naturkatastrophen.[625]

Europäische Union

Am 25. März 2011 beschloss die Europäische Union, allen Atomkraftwerksbetreibern ihrer 27 Mitgliedsstaaten freiwillige Tests nach einheitlichen, noch zu vereinbarenden Kriterien vorzuschlagen. Unabhängige Experten sollten bis Ende 2011 Risiken wie Naturkatastrophen, von Menschen verursachte Unfälle wie Flugzeugabstürze und Terrorangriffe prüfen. Nach wochenlangem Streit einigten sich die Atomaufsichtsbehörden der Mitgliedsstaaten auf Kriterien für eine verbindliche, „Stresstest“ genannte Überprüfung, die am 1. Juni 2011 begann und Ende April 2012 abgeschlossen sein sollte. Risiken aus Terrorangriffen waren darin nicht enthalten.[626][627]

Wegen des Wirbels hinter den Kulissen und zusätzlicher Prüfungen verzögerte sich der Abschlussbericht. Am 4. Oktober 2012 veröffentlichte die EU ein 20-seitiges Papier.[628] EU-Energiekommissar Günther Oettinger will ihn Mitte Oktober den Staats- und Regierungschefs präsentieren.[629]

Der Abschlussbericht zeigt Sicherheitsmängel und Defekte in beinahe allen europäischen Atomkraftwerken auf, die Reparaturkosten der 134 untersuchten Kraftwerke wurden auf bis zu 25 Milliarden Euro geschätzt. Nach einem Bericht des Le Figaro, zitiert in der Zeitung Die Presse erfüllt keines der 58 Kernkraftwerke Frankreichs die Sicherheitsstandards der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).[630]

Deutschland

Anti-Atomkraft-Demonstration am 26. März 2011 in Berlin

In Deutschland verstärkten die Unfälle die laufende Debatte über die Nutzung von Kernenergie und die erst wenige Monate zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke.[631] Am 14. März 2011 gab Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt, dass alle 17 deutschen Kernkraftwerke für drei Monate einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden sollen (Atom-Moratorium).[632] Kurz darauf fiel die Entscheidung, die sieben ältesten Kernkraftwerke Deutschlands und das AKW Krümmel vorerst abzuschalten bzw. abgeschaltet zu lassen. Die Umsetzung wurde den Bundesländern überlassen, in denen diese Kraftwerke stehen.

Wie bereits seit Monaten durch Prognosen absehbar erreichten die Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011 am 27. März 2011 deutlich über 20 % und stellten mit Winfried Kretschmann erstmals einen Ministerpräsidenten. Nach einer Umfrage von Gallup International am 29. März 2011 ging der Anteil der Kernkraftbefürworter in Deutschland von 34 auf 26 Prozent zurück, während der Anteil der Kernkraftgegner von 64 auf 72 Prozent anstieg.[25]

Am 30. Juni 2011 beschlossen Bundestag und Bundesrat mit deutlicher Mehrheit, dass die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke und das Kernkraftwerk Krümmel sofort stillzulegen sind, und dass alle übrigen deutschen Kernkraftwerke bis 2022 stillgelegt werden (→ siehe Atomausstieg).

Weitere Staaten

Einige Staaten wie Indien,[633] Pakistan,[634] Russland[635] und Spanien[636] kündigten eine Prüfung ihrer laufenden Kernkraftwerke an. Venezuelas Präsident Hugo Chávez[636] und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu[637] erklärten, sie wollten Pläne für das jeweils erste Kernkraftwerk in ihren Ländern stoppen. Die Volksrepublik China fror die Genehmigungen für alle neuen Kernkraftwerke ein.[638]

Die Schweiz veranlasste eine sofortige Überprüfung aller Kernkraftwerke[639] und plante anschließend eine Laufzeitbeschränkung auf 50 Jahre und damit einen vollständigen Ausstieg bis 2034.[640]

Frankreich (Präsident Sarkozy Kabinett Fillon III),[641] Indonesien,[642] die Niederlande (Kabinett Rutte I),[643] die Türkei (Kabinett Erdoğan II),[644] Vietnam[645] und Weißrussland[646] erklärten, an ihren Plänen für neue Kernkraftwerke festzuhalten.

US-Präsident Barack Obama veranlasste eine Sicherheitsprüfung aller US-Atomkraftwerke.[647] Die Überprüfung ergab, dass die Sicherheitsvorkehrungen gegen schwere Unfälle bei manchen Kraftwerken nicht ausreichend sind.[357]

Italiens Regierung (Kabinett Berlusconi IV, Mai 2008 bis November 2011) setzte einen geplanten Wiedereinstieg in die Kernenergie zunächst für ein Jahr aus.[648] Eine Volksabstimmung im Juni 2011 bestätigte mit großer Mehrheit den Ausstieg.

Die politischen Diskussionen setzten sich weiter fort. In Frankreich nahm die Zustimmung zur Kernenergie langsam ab und wandelte sich bis Juni 2011 in einen langfristigen Ausstiegswunsch bei einer Mehrheit der Bevölkerung.[25][649]

Tepcos Analyse, Haftung und Finanzierung

Tepcos Analyse

Tepcos interne Untersuchungskommission unter Leitung des Firmenpräsidenten Naomi Hirose gestand in einem am 12. Oktober 2012 veröffentlichten Bericht[650] ein, dass die Firma es unterlassen habe entschiedenere Maßnahmen zur Vermeidung von Katastrophen wie der von Fukushima zu ergreifen, da befürchtet wurde, dass dies indirekt zu (1) Protesten bzw. gerichtlichen Klagen führen, (2) Anti-Atomkraft-Einstellungen in der Bevölkerung Vorschub leisten und (3) negativen Einfluss auf den Kraftwerksbetrieb haben könnte.[651][652][653] In dem Kommissionreport bestätigt Tepco, dass man die Folgen des Unglücks hätte mindern können, wenn die Energieversorgungs- und Kühlsysteme der Anlage den internationalen Standards entsprechend redundanter ausgelegt worden wären.

Darüber hinaus gesteht der Bericht zu, dass Tepco es nicht hätte zulassen dürfen, dass die Notfallübungen lediglich als obligatorische Formalität absolviert wurden statt als praktische Übungen zum Krisenmanagement.[653]

Tepco schreibt weiter: „Es gab Befürchtungen dass – wären weitere Maßnahmen gegen ernste Unfälle ergriffen worden – sich in den Gastgeber-Gemeinden (der Reaktoren) Sorgen über Sicherheitsprobleme der gegenwärtigen Kraftwerke breit machen würden.“ Es wird berichtet dass bereits 2002 Maßnahmen gegen schwere Unglücke ergriffen wurden, die den Druckablass im Notfall sowie die Verknüpfung der Energieversorgungssysteme untereinander betrafen, dass aber weitergehende Maßnahmen nie umgesetzt wurden, da diese zur „Verunsicherung der Öffentlichkeit führen und die Anti-Atomkraft-Bewegung stärken könnten“.[654]

Kosten und Haftung

Die Kosten der Reaktorkatastrophe werden je nach Quelle auf über 150[22] bis ca. 187 Mrd. Euro geschätzt (Stand Oktober 2013).[23][24] Nach dem japanischen Atomhaftungsgesetz[655] trifft die Betreiber von Atomkraftwerken verschuldensunabhängig eine Gefährdungshaftung für nukleare Schäden, sofern diese nicht durch eine außergewöhnlich schwerwiegende Naturkatastrophe oder einen Aufstand verursacht wurden. Regierungssprecher Edano sagte, die Anwendung der Naturkatastrophen-Ausnahme sei unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen unmöglich.[656]

Der Reaktorbetrieb ist nur erlaubt, wenn der Betreiber sowohl einen privaten Haftpflichtversicherungsvertrag als auch eine Freistellungsvereinbarung mit dem Staat für durch die Versicherung nicht abgedeckte Schäden abschließt. Hierbei ist eine Deckungssumme von 120 Milliarden Yen (damals umgerechnet rund eine Milliarde Euro) je Installation vorgeschrieben.[657] Die private Versicherung des japanischen Atompools (Japan Atomic Energy Insurance Pool) deckt keine durch Erdbeben verursachten Schäden ab.[658] Überschreitet ein Schaden die Deckungssumme, kann der Staat den Betreiber auf Beschluss des japanischen Parlaments bei der Erfüllung der Schadensersatzforderungen unterstützen.[659]

Für die Geschädigten sind Schäden aus radioaktiven Kontaminationen nicht durch Versicherungen abgedeckt. Die großen Rückversicherer Swiss Re und Munich Re erwarteten keine nennenswerte Belastung der Versicherungswirtschaft aus den Nuklearunfällen (Stand Mai 2011).[660][661]

Mitte April 2011 wurde Tepco vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, sowohl die aus der Umgebung des Kraftwerks evakuierten Menschen als auch jene, die ihre Häuser nicht verlassen sollten, vorläufig finanziell zu entschädigen. Für jeden Mehrpersonenhaushalt zahlte Tepco eine Million Yen – dies entsprach zum damaligen Zeitpunkt ungefähr 8.300 € – und für jeden Singlehaushalt 750.000 Yen, entsprechend 6.250 €.[662] 50.000 Haushalte erhielten insgesamt rund 50 Milliarden Yen (415 Mio. €).[663]

Wenig später bestätigte eine Regierungskommission, dass Tepco die wirtschaftlichen Verluste aus Verboten und freiwilligen Einschränkungen des Verkaufs von landwirtschaftlichen und Fischereiprodukten zu tragen habe.[664] Tepco könne sich nicht auf die Haftungsausschlussklausel bei Naturkatastrophen berufen, weil dem Unternehmen der unzureichende Schutz der Anlage gegen Tsunamis bekannt gewesen sei.[100] Die Gesamtentschädigungen für die Landwirtschaft wurden im Dezember 2011 mit umgerechnet rund 1 Mrd. Euro beziffert. Der Großteil davon war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezahlt.[533]

Finanzierung

Die Tepco-Firmenzentrale in Chiyoda, Tokio

Durch die Unfallfolgekosten und den Ausfall weiterer Kraftwerke nach dem Erdbeben[665] geriet Tepco in finanzielle Schwierigkeiten[666] und ersuchte um den 23. März sieben japanische Großbanken um Kredite in Höhe von 17 Milliarden Euro, mit denen die Schäden aus der Reaktorkatastrophe bezahlt werden sollen. Zuvor hatten die Ratingagenturen Moody’s sowie Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit von Tepco herabgestuft.[667] Die Banken stellten die gewünschten Kredite innerhalb von drei Wochen zur Verfügung.[68]

Die japanische Regierung erwog eine Aufspaltung des Unternehmens. Das Kraftwerk Fukushima I würde demnach aus dem Konzern herausgetrennt und verstaatlicht. Damit käme der japanische Staat auch für die Entschädigungszahlungen infolge der Katastrophe auf.[668] Unabhängig davon sagte die Regierung zu, das Unternehmen zu unterstützen, falls es die Kosten der Nuklearkatastrophe nicht alleine tragen könne.[669] Am 10. Mai kam Tepco auf dieses Angebot zurück und bat den Staat offiziell um finanzielle Unterstützung.[670]

Die Regierung richtete im September mit einem eigenen Gesetz, einer „Lex Tepco“, einen Unterstützungsfonds mit der Bezeichnung Nuclear Damage Compensation Facilitation Corporation (Fördergesellschaft für die Kompensation von Nuklearschäden) ein, der sich hauptsächlich über vom Staat garantierte Anleihen finanziert, zunächst mit einem Volumen von umgerechnet bis zu 18 Milliarden Euro. Weitere Beiträge leisten neun der zehn regionalen japanischen Stromversorger und andere Unternehmen der Nuklearindustrie. Der Fonds stellt dem Kraftwerksbetreiber bei Bedarf Geld für die Finanzierung von Entschädigungszahlungen zur Verfügung, das in Raten wieder zurückgezahlt werden muss.[671][672][673]

Im Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2010/11 (zum 31. März 2011) verbuchte Tepco Aufwand und Rückstellungen von 884 Milliarden Yen (umgerechnet 7,5 Milliarden Euro) für bis dahin angefallene und weitere erwartete Kosten der Nuklearunfälle. Davon entfielen 426 Mrd. Yen auf die Stabilisierungs- und Sicherungsmaßnahmen im Kraftwerk, 207 Mrd. Yen auf den geplanten Abbruch der Reaktorblöcke 1 bis 4, 212 Mrd. Yen auf die laufenden Betriebskosten der abgeschalteten Blöcke 5 und 6 und 39 Mrd. Yen auf die Aufgabe der geplanten Blöcke 7 und 8. Die Reparaturkosten für andere, vom Erdbeben und Tsunami beschädigte Anlagen bezifferte Tepco auf 133 Mrd. Yen.[674] Nach Vermeldung der Zahlen gaben Präsident Shimizu Masataka und drei weitere Direktoren ihren Rücktritt zur Hauptversammlung am 28. Juni 2011 bekannt.[675] Weitere 1076 Mrd. Yen (rund 10 Mrd. €) kamen im ersten Geschäftshalbjahr 2011/12 hinzu, davon der Großteil für Entschädigungsaufwand.[676]

Prozesse

Die Staatsanwaltschaft entschied zweimal gegen eine Anklage von Tepco-Managern. Bürger und Protestgruppen drängten vehement darauf, gegen Tepco-Manager einen Prozess zu führen. Erst nachdem in einem sehr selten angewandten Verfahren zwei Bürger-Jurys für die Anklage votierten, wurden 2016 drei Tepco-Manager angeklagt: Tsunehisa Katsumata (77), der frühere Tepco-Vorstandsvorsitzende, sowie die beiden ehemaligen Vizepräsidenten Sakae Muto (66) und Ichiro Takekuro (71 Jahre).

Im Juni 2017 begann dieser Prozess. Es ist das erste strafrechtliche Verfahren in Japan zur Aufarbeitung der Atomkatastrophe. Den Angeklagten wird vorgeworfen, ihre dienstlichen Pflichten vernachlässigt zu haben. Die Anklage lastet ihnen unter anderem den Tod von 44 Menschen an, darunter Patienten, die aus der Nähe des Kernkraftwerks evakuiert wurden und dabei starben.[677]

Im März 2018 stellte ein Gericht in Kyoto eine Mitschuld der japanischen Regierung und des Betreiberkonzerns Tepco an der Katastrophe von Fukushima fest. Staat und Unternehmen wurden zu Entschädigungszahlungen in Höhe von umgerechnet 835.000 Euro verurteilt. Die Regierung sei bis zu einem gewissen Grad in der Lage gewesen, das Risiko eines Tsunamis vorherzusehen. Der Staat habe es aber versäumt, Tepco zu Schutzmaßnahmen aufzufordern.[678]

Rezeption

Einer der Arbeiter auf dem Gelände des zerstörten Atomkraftwerks war der japanische Mangaka Kazuto Tatsuta. Er schildert zum Selbstschutz vor seinem Arbeitgeber unter diesem Pseudonym seine Erlebnisse in dem dreibändigen Manga Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima. Dabei wurden auch bis zur Veröffentlichung weitgehend unbekannte Informationen aus dem Inneren des zum großen Teil unzugänglichen Geländes sowie der zerstörten Gebäude dargestellt. Die deutschen Ausgaben des Mangas erschienen beim Carlsen Verlag.[679][680][681]

Im 2015 erschienenen Album Werwolf-Attacke – Monsterball ist überall der Musikgruppe EAV wird das 1987 in Reaktion auf die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erschienene Lied Burli mit dem Stück Mrs. Fuckushima fortgeschrieben.[682][683]

Quarks & Co, das Wissenschafts-Fernsehmagazin des WDR, berichtete mehrmals und von Beginn an über die Dreifachkatastrophe, insbesondere über die Vorgänge in Fukushima.[684] Ein Jahr danach, am 6. März 2012 wurde unter dem Titel Die Katastrophe von Fukushima über den Störfall und seine Folgen berichtet.[685] Über den Stand der Aufräumarbeiten am Reaktor und in der Region wurde in der Sendung mit dem Titel Fukushima – Ende nicht in Sicht vier Jahre danach informiert.[686][687]

Siehe auch

Literatur

  • Bundesamt für Strahlenschutz [Hrsg.]: Die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Seebeben vom 11. März 2011 : Beschreibung und Bewertung von Ablauf und Ursachen, auch online Downloadseite (PDF; 23 MB), abgerufen am 15. März 2015.
  • Helen Caldicott [Hrsg.]: Crisis Without End: The Medical and Ecological Consequences of the Fukushima Nuclear Catastrophe. [Die Beiträge eines Symposiums an der New York Academy of Medicine, veranstaltet vom 11. bis 12. März 2013]. The New Press, New York 2014. ISBN 978-1-59558-970-5 (eBook)
  • Tomohiko Suzuki: Inside Fukushima. Eine Reportage aus dem Innern der Katastrophe, Assoziation A, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86241-458-1.
Commons: Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kernkraftwerk Fukushima I – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. dlr.de, : DLR veröffentlicht Satellitenbilder des japanischen Katastrophengebiets (23. Dezember 2016)
  2. Xenon-133 and caesium-137 releases into the atmosphere from the Fukushima Dai-ichi nuclear power plant: determination of the source term, atmospheric dispersion, and deposition (PDF; 2,5 MB) Stohl &al., Atmos.Chem.Phys. 12, 2313–2343, 2012
  3. NEA:The release, dispersion and deposition of radionuclides 2002 Update of Chernobyl: Ten Years On
  4. Fukushima: USA behindern Messung von radioaktivem Niederschlag. Deutschen Wirtschafts Nachrichten, 29. Januar 2014, abgerufen am 20. März 2017.
  5. Katsuya Hirano und Hirotaka Kasai: Interview with Koide Hiroaki, The Fukushima Nuclear Disaster is a Serious Crime, The Asia-Pacific Journal, March 8, 2016, Volume 14, Issue 6, abgerufen am 20. März 2017 auf: http://apjjf.org//2016/06/Hirano.html
  6. a b Hasegawa et al.: From Hiroshima and Nagasaki to Fukushima 2. Health effects of radiation and other health problems in the aftermath of nuclear accidents, with an emphasis on Fukushima. In: The Lancet. Band 386, Nr. 9992, 2015, S. 479–488, doi:10.1016/S0140-6736(15)61106-0.
  7. a b c Earthquake Report – No. 61: 18:00, April 23 (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23. April 2011 (PDF; 69 kB)
  8. Der Spiegel: Erster Krebsfall durch Fukushima-Unfall offiziell bestätigt, 21.10.2015, abgerufen am 3. Mai 2017 auf: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/fukushima-krebserkrankung-durch-atomunfall-bestaetigt-a-1058641.html
  9. Fukushima nuclear disaster: Japan confirms first worker death from radiation. In: www.bbc.co.uk. 2018, abgerufen am 7. September 2018 (englisch).
  10. Fukushima: Der erste Mensch ist gestorben In: kurier.at, 6. September 2018, abgerufen am 6. September 2018.
  11. Nuklearforum: Fukushima sechs Jahre nach dem Unfall, abgerufen am 3. Mai 2017 auf: http://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/medien/medienmitteilungen/fukushima-sechs-jahre-nach-dem-unfall
  12. Bericht in der Tageszeitung Tokyo Shimbun, hier zitiert nach der Neuen Zürcher Zeitung: Todesfälle infolge der Atomkatastrophe in Japan, Bericht in der NZZ vom 10. Mai 2015, abgerufen am 3. Mai 2017 auf: https://www.nzz.ch/panorama/ungluecksfaelle-und-verbrechen/todesfaelle-infolge-der-katastrophe-in-japan-1.18499005
  13. TAZ: Sechs Jahre nach dem GAU in Fukushima - Zufällig Schilddrüsenkrebs, abgerufen am 3. Mai 2017 auf: http://www.taz.de/!5387577/
  14. IPPNW-Report: Schilddrüsenkrebs in Fukushima 7 Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe, abgerufen 22. März 2018 auf: http://www.ippnw.de/atomenergie/gesundheit/artikel/de/schilddruesenkrebs-in-fukushima-7-ja.html
  15. Sven Stockrahm: Fukushima: "Die Menschheit wird nach Fukushima zurückkehren". In: Die Zeit. 11. März 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. Januar 2019]).
  16. Sven Stockrahm und Dagny Lüdemann: Fukushima-Jahrestag: Der Super-GAU in den Köpfen. In: zeit.de. Zeit Online GmbH, 11. März 2016, abgerufen am 25. Dezember 2018.
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    * „2015 wurden im Südwesten Japans die ersten zwei Reaktoren wieder ans Netz genommen. Mittlerweile sind landesweit wieder fünf in Betrieb. Erst vor einer Woche war ein Reaktor im Atomkraftwerk Takahama wieder hochgefahren worden.“
    * „[...] hat ein japanisches Gericht heute die Wiederinbetriebnahme zweier Atomreaktoren genehmigt. Die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Genkai im Südwesten Japans dürften nach dem Gerichtsurteil wieder ans Netz gehen [...]“
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Koordinaten: 37° 25′ 17″ N, 141° 1′ 57″ O