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Krabat (2008) und Tillandsia usneoides: Unterschied zwischen den Seiten

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<!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Tabelle siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. -->
{{Infobox Film
{{Taxobox
| DT =
| Taxon_WissName = Tillandsia usneoides
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| PL = [[Deutschland]]
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| PRO = [[Jakob Claussen]],<br />[[Thomas Wöbke]],<br />[[Uli Putz]],<br />[[Bernd Wintersperger]]
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| SCHNITT = [[Hansjörg Weißbrich]]
| DS =
| Taxon6_Name = Süßgrasartige
| Taxon6_WissName = Poales
* [[David Kross]]: Krabat
| Taxon6_Rang = Ordnung
* [[Daniel Brühl]]: Tonda
| Bild = Tillandsia usneoides03.jpg
* [[Christian Redl (Schauspieler)|Christian Redl]]: Meister
| Bildbeschreibung = ''Tillandsia usneoides''
* [[Robert Stadlober]]: Lyschko
* [[Hanno Koffler]]: Juro
* [[Paula Kalenberg]]: Kantorka
* [[Anna Thalbach]]: Worschula
* [[Charly Hübner]]: Michal
* [[Moritz Grove]]: Merten
* [[Thomas Wlaschiha]]: Hanzo
* [[Sven Hönig]]: Andrusch
* [[Stefan Haschke]]: Staschko
* [[David Fischbach]]: Lobosch
* [[Daniel Steiner (Schauspieler)|Daniel Steiner]]: Petar
* [[Tom Lass]]: Kubo
* [[Daniel Fripan]]: Kito
* [[Otto Sander]]: Erzähler
* [[Mac Steinmeier]]: Gevatter
| SYN =
}}
}}


'''''Tillandsia usneoides''''' wird im Deutschen als '''Louisianamoos''' oder '''Spanisches Moos''' und im Englischen als „Spanish Moss“ bezeichnet (weitere Bezeichnung aus dem Spanischen ist „Cabello de hadas“, zu deutsch „Feenhaar“). Sie gehört zur artenreichen [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Tillandsien]] (''Tillandsia'') aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Bromeliengewächse]] (Bromeliaceae).
Der Film '''Krabat''' von Regisseur [[Marco Kreuzpaintner]] ist eine Realverfilmung des [[Krabat (Preußler)|Romans ''Krabat'']] von [[Otfried Preußler]]. Dieser basiert auf der bekannten [[Sorben|sorbischen]] Volkssage [[Krabat (Sage)|Krabat]].


Die Heimat liegt in [[Amerika]] und reicht von den [[Südstaaten]] der [[USA]] bis nach [[Argentinien]] und [[Chile]]. Mittlerweile wurde die Pflanze auch in anderen Ländern mit ähnlichem Klima eingebürgert.
== Handlung ==
In der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] (1618–1648) wird der 14-jährige Waisenjunge Krabat Lehrling in der Mühle im Koselbruch bei [[Schwarzkollm]] in der [[Lausitz]]. Er muss erkennen, dass er in eine „Schwarze Schule“ geraten ist, in der er und die anderen elf Lehrlinge in der Schwarzen Kunst unterrichtet werden. Jedes Jahr muss ein Bursche sein Leben geben, um das Leben des Meisters zu verlängern. Nur durch die Liebe eines Mädchens kann Krabat sich und die anderen Gesellen retten.


== Entstehung ==
== Beschreibung ==
Die Wuchsform von ''Tillandsia usneoides'' gleicht derjenigen der [[Bartflechten]] (''Usnea''); hiervon leitet sich auch der Artname ab.
Die Geschichte um den Zauberlehrling Krabat ist eine [[Krabat (Sage)|sorbische Sage]], die insbesondere durch die Bücher von [[Jurij Brězan]] (''[[Die schwarze Mühle]]'', 1968 bzw. ''[[Krabat oder Die Verwandlung der Welt]]'', 1976) und Preußler (''Krabat'', 1971) bekannt wurde.
Sie hängt als [[Epiphyt]] von Ästen, Kakteen, Felswänden, Überlandleitungen usw.


''Tillandsia usneoides'' ist sehr formenreich. Es gibt Varietäten und Typen mit sehr dünnen Trieben bis hin zu welchen mit dickeren Trieben. Nur als Sämling bildet diese Art eine kleine Keimwurzel aus. Danach lebt sie völlig ohne Wurzeln. In langen Trieben hängt sie von allen geeigneten Unterlagen wie Ästen, Stromleitungen oder Dächern und die Wasser- und Nährstoffversorgung erfolgt alleine durch Regen und Luft. Die Vermehrung erfolgt meistens vegetativ durch Teilstücke oder seltener durch Samen mit Flugfallschirmen. Pro Trieb wird nur eine stiellose, unscheinbare, grünliche [[Blüte]] ausgebildet. Alle Pflanzenteile außer der Blüte sind von Saugschuppen dicht bedeckt, deshalb sehen die Pflanzen, wenn es nicht regnet, grau aus. Wenn die Pflanzen feucht sind, wird aus den Saugschuppen die Luft von Wasser verdrängt und die Pflanzen wirken grünlicher.
Der Film ''Krabat'' ist die zweite Realverfilmung des Themas. 1975 wurde die Sage nach dem Buch von Jurij Brězan unter dem Titel ''Die schwarze Mühle'' von Regisseur [[Celino Bleiweiß]] für das [[Fernsehen der DDR]] verfilmt.<ref name="Die Schwarze Mühle">Die schwarze Mühle http://german.imdb.com/title/tt0073670/</ref> 1977 entstand der tschechisch-deutsche Zeichentrickfilm ''[[Krabat (1977)|Krabat]]'' des Regisseurs [[Karel Zeman]], der sich auf das Buch von Preußler bezieht.


== Verwendung ==
Die Produktion von ''Krabat'' kostete über acht Millionen Euro. Gedreht wurde unter anderem in der Nähe von [[Sibiu]] (Rumänien) unter zum Teil sehr widrigen Bedingungen (Marco Kreuzpaintner: „Es war hart an der Grenze zum Nervenzusammenbruch”<ref>Interview Tagesspiegel Ticket 41/2008</ref>) und in den Filmstudios in [[Bottrop]]. Nach der Weltpremiere am 7. September 2008 auf dem [[Toronto International Film Festival]]<ref>http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/169173</ref> fand die deutsche Uraufführung am 23. September 2008 in der [[Lichtburg Essen]] statt. Der Film kam am 9. Oktober 2008 in die deutschen Kinos.
Louisianamoos wurde früher als Verpackungsmaterial und Polstermaterial für Sofas und Matratzen verwendet, was sich oft als problematisch erwies, da sich in der Pflanze häufig [[Wanzen]] einnisten.


== Sonstiges ==
Den Titelsong ''Allein Allein'' schrieb die deutsche Band [[Polarkreis 18]].
Nach einer indianischen Legende ist Louisianamoos das Haar einer Prinzessin, die am Tage ihrer Hochzeit von Feinden getötet wurde. Der trauernde Bräutigam soll es abgeschnitten und in einen Baum gehängt haben. Der Wind trug das Haar fort und verteilte es so über das ganze Land.


== Unterschied zum Buch ==
== Bilder ==
<gallery>
Obwohl der Film zu Beginn die ersten Worte des Buches aufnimmt, sind im Folgenden die Unterschiede groß. So spielt der Film nicht während des [[Großer Nordischer Krieg|Nordischen Krieges]] (in dieser Zeit entstand auch die Sage), sondern ist 60 Jahre früher während des Dreißigjährigen Krieges angesiedelt. Das zweite und das dritte Jahr wurde zusammengemischt, dafür aber die Zeit mit Tonda stärker betont. Die Geschichte von Tonda mit seiner Worschula wird erzählt, während dies im Buch nur rückblickend erwähnt wird. So wird auch ein Überfall auf Schwarzkollm inszeniert, bei dem die Burschen die Einwohner retten, in dessen Verlauf aber sich Worschula verrät, sodass sie kurze Zeit später umgebracht wird. Am Ende ist es auch nicht Krabats Entscheidung, die Kantorka am Silvesterabend zu rufen, sondern Lyschko, ein im Buch negativer Charakter, ruft sie, denn die Burschen haben sich geschworen zusammenzuhalten.
Bild:Spanish-moss-tree.jpg|Herabhängend an einer [[Virginia-Eiche]] (''Quercus virginiana'').
Auch hat die Kantorka kein helles Haar, wie im Buch, sondern schwarzes Haar.
Bild:Spanish_moss_lg.jpg|
Bild:Tillandsia usneoides02.jpg
File:City Park NOLA 4 July 2010 oak with Spanish moss.JPG
</gallery>


<gallery>
== Filmische Mittel zur Stimmung ==
Bild:Tillandsia usneoides01.jpg|Illustration: [[Habitus (Biologie)|Habitus]] und Blüte.
{{Quelle}}
Bild:Sp_moss_CU_th.jpg|Nahaufnahme: zu erkennen ist der [[Habitus (Biologie)|Habitus]] und die Saugschuppen an allen Pflanzenteilen.
Es wurde weitgehend auf elektrisches Licht verzichtet, überwiegend wurde reales Licht eingesetzt, wie z.B: Sonne, Kerzen, Feuer usw. Auf bestimmte Farben wurde komplett verzichtet, wie z.B. Blau, dies war in der Zeit des 30 Jährigen Krieges eine kostbare Farbe.
Bild:Tillandsia-usneoides-Mascarin.jpg|Nahaufnahme: zu erkennen ist die gelbgrüne Blüte

</gallery>
== Kritik ==

Otfried Preußler schrieb an die Produzenten über den Film: „Froh bin ich,… dass ich in ihrem Film ‚meinen‘ Krabat wiedererkennen kann. Marco Kreuzpaintner hat tatsächlich das Kunststück fertig gebracht sowohl dem Medium Film als auch meinem Buch gerecht zu werden. Es ist ein höchst anspruchsvolles, in sich stimmiges Ganzes entstanden.“<ref name="Prüfstelle"> [http://www.fbw-filme.de//pdw/2008/Krabat/krabat.htm Krabat] bei der [[Filmbewertungsstelle Wiesbaden]]</ref>

Die [[Filmbewertungsstelle Wiesbaden]], die dem Film das [[Filmprädikat|Prädikat]] „besonders wertvoll“ verlieh, schrieb: „Hier wurde sehr behutsam und zurückhaltend ein Meisterwerk geschaffen, das bisweilen die düsteren Züge von Nosferatus Grauen in sich trägt. Für einen deutschen Film jüngeren Datums durchaus ungewöhnlich und geprägt von starkem ästhetischen Willen gelingt es dem Regisseur, schwarze Magie und archaische Rituale vor dem Hintergrund der Not in Zeiten des Krieges ein bedrückendes Abbild der gesellschaftlichen Verhältnisse zu zeigen, in der immer wieder Gefühle von Hoffnung, Menschlichkeit und Liebe aufflackern, die sich aber angesichts der Übermacht dunkler Mächte nur schwer behaupten können.“<ref name="Prüfstelle"/>

Das [[Lexikon des Internationalen Films]] schrieb: „Adaption von Otfried Preußlers Jugendbuch von 1971, in der ein Waisenjunge in der vom Dreißigjährigen Krieg verwüsteten Oberlausitz in einer unheimlichen Mühle in den Sog eines diabolischen Paktes gerät. Dem Fantasy-Film gelingt es zwar nicht recht, die Verführungskraft der Magie tricktechnisch umzusetzen, aber dank seines stimmigen Setdesigns, beachtlicher Darsteller und der Konzentration auf die Spannungen zwischen den in den fatalen Pakt verwickelten Figuren verdichtet er seine gruselige Geschichte zu einem atmosphärischen Abenteuer.“<ref>[http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=531954 Krabat im Filmlexikon]</ref>

Der Rezensent der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] konnte dem Film dagegen nicht viel Gutes abgewinnen.<ref>Tilman Spreckelsen: [http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E194366EF5E8F413FBEBF2F82A2A04A14~ATpl~Ecommon~Scontent.html Kein Zauber gegen die Liebe.] FAZ, 10. Oktober 2008.</ref> Krabat erreiche nie die Tiefe und Komplexität der Buchvorlage, sondern beschränke sich weitgehend auf die äußere Handlung. Der Film sei in jeder Hinsicht zu laut geraten und lasse keine Zwischentöne zu. Durch den Verzicht auf die heterogenen Erzählstränge des Buches und viele der dort eingestreuten Volkssagen werde unter anderem die Figur des Müllers unverständlicher als in der Vorlage. Als Resumee bezeichnete der Kritiker den Regisseur als am Thema gescheitert, was auch die hervorragenden Schauspieler nicht hätten retten können.

== Auszeichnungen ==
2009 wurde ''Krabat'' in den Kategorien Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik und Tongestaltung für den [[Deutscher Filmpreis 2009|Deutschen Filmpreis]] nominiert.<ref>vgl. [http://www.welt.de/kultur/article3369406/Die-Nominierungen-im-Ueberblick.html ''Deutscher Filmpreis: Die Nominierungen im Überblick''] bei welt.de, 13. März 2009</ref>
[[Datei:Krabat.jpg|thumb|Originalkulisse]]


== Literatur ==
== Literatur ==
* Jürgen Röth & Wilhelm Weber: ''Tillandsien, Blüten der Luft'', Neumann Verlag, Radebeul, 1991, ISBN 3-7402-0086-3
* [[Otfried Preußler]]: ''[[Krabat (Preußler)|Krabat]]''. Filmausgabe. Thienemann, Stuttgart und Wien 2008, 269 S., ISBN 978-3-522-18070-2
* Julian A. Steyermark, Paul E. Berry & Bruce K. Holst: ''Flora of the Venezuelan Guayana Vol.3. Araliaceae - Cactaceae'', Missouri Botanical Garden Scientific Publications, St. Louis MO, USA, 1997, ISBN 0-915279-46-0


== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{Commons|Tillandsia usneoides|{{PAGENAME}}}}
* [http://www.krabatderfilm.de/ Offizielle Seite]
* [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=222000404 Beschreibung der Art in der Flora of North America.] (engl.)
* {{IMDb Titel|tt0772181}}
* [http://www.ruhr-uni-bochum.de/boga/html/Tillandsia_usneoides_Foto.html Steckbrief.]

* [http://www.floridata.com/ref/T/till_usn.cfm Die Art bei floridata.] (engl.)
== Einzelnachweise ==
* [http://www.bguz.unizh.ch/pflanzenvonnah/haare/tillandsia.htm Informationen aus dem Botanischen Garten Zürich.] (deutsch)
<references />
* [http://www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/html/taxon.pl?310398 Eintrag bei GRIN.]


[[Kategorie:Krabat]]
[[Kategorie:Bromeliengewächse]]
[[Kategorie:Filmtitel 2008]]
[[Kategorie:Bromeliaceae]]
[[Kategorie:Deutscher Film]]
[[Kategorie:Literaturverfilmung]]
[[Kategorie:Fantasyfilm]]
[[Kategorie:Otfried Preußler]]
[[Kategorie:Märchenverfilmung]]


[[ar:الطحلب الإسباني]]
[[en:Krabat (film)]]
[[en:Spanish moss]]
[[es:Krabat y el molino del diablo (película)]]
[[es:Tillandsia usneoides]]
[[pt:Krabat]]
[[fi:Naavatillandsia]]
[[ru:Крабат. Ученик колдуна]]
[[fr:Tillandsia usneoides]]
[[uk:Крабат (фільм, 2008)]]
[[ht:Bab panyòl]]
[[hu:Spanyol moha]]
[[ka:ლუიზიანური ხავსი]]
[[lt:Kedeninė tilandsija]]
[[nah:Pachtli]]
[[nl:Spaans mos]]
[[no:Spansk mose]]
[[pl:Oplątwa brodaczkowa]]
[[qu:Sach'a millma]]
[[ro:Tillandsia usneoides]]
[[ru:Тилландсия уснеевидная]]
[[sv:Spansk mossa]]

Version vom 25. Januar 2013, 22:03 Uhr

Tillandsia usneoides

Tillandsia usneoides

Systematik
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Tillandsioideae
Gattung: Tillandsien (Tillandsia)
Untergattung: Diaphoranthema
Art: Tillandsia usneoides
Wissenschaftlicher Name
Tillandsia usneoides
L.

Tillandsia usneoides wird im Deutschen als Louisianamoos oder Spanisches Moos und im Englischen als „Spanish Moss“ bezeichnet (weitere Bezeichnung aus dem Spanischen ist „Cabello de hadas“, zu deutsch „Feenhaar“). Sie gehört zur artenreichen Gattung der Tillandsien (Tillandsia) aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).

Die Heimat liegt in Amerika und reicht von den Südstaaten der USA bis nach Argentinien und Chile. Mittlerweile wurde die Pflanze auch in anderen Ländern mit ähnlichem Klima eingebürgert.

Beschreibung

Die Wuchsform von Tillandsia usneoides gleicht derjenigen der Bartflechten (Usnea); hiervon leitet sich auch der Artname ab. Sie hängt als Epiphyt von Ästen, Kakteen, Felswänden, Überlandleitungen usw.

Tillandsia usneoides ist sehr formenreich. Es gibt Varietäten und Typen mit sehr dünnen Trieben bis hin zu welchen mit dickeren Trieben. Nur als Sämling bildet diese Art eine kleine Keimwurzel aus. Danach lebt sie völlig ohne Wurzeln. In langen Trieben hängt sie von allen geeigneten Unterlagen wie Ästen, Stromleitungen oder Dächern und die Wasser- und Nährstoffversorgung erfolgt alleine durch Regen und Luft. Die Vermehrung erfolgt meistens vegetativ durch Teilstücke oder seltener durch Samen mit Flugfallschirmen. Pro Trieb wird nur eine stiellose, unscheinbare, grünliche Blüte ausgebildet. Alle Pflanzenteile außer der Blüte sind von Saugschuppen dicht bedeckt, deshalb sehen die Pflanzen, wenn es nicht regnet, grau aus. Wenn die Pflanzen feucht sind, wird aus den Saugschuppen die Luft von Wasser verdrängt und die Pflanzen wirken grünlicher.

Verwendung

Louisianamoos wurde früher als Verpackungsmaterial und Polstermaterial für Sofas und Matratzen verwendet, was sich oft als problematisch erwies, da sich in der Pflanze häufig Wanzen einnisten.

Sonstiges

Nach einer indianischen Legende ist Louisianamoos das Haar einer Prinzessin, die am Tage ihrer Hochzeit von Feinden getötet wurde. Der trauernde Bräutigam soll es abgeschnitten und in einen Baum gehängt haben. Der Wind trug das Haar fort und verteilte es so über das ganze Land.

Bilder

Literatur

  • Jürgen Röth & Wilhelm Weber: Tillandsien, Blüten der Luft, Neumann Verlag, Radebeul, 1991, ISBN 3-7402-0086-3
  • Julian A. Steyermark, Paul E. Berry & Bruce K. Holst: Flora of the Venezuelan Guayana Vol.3. Araliaceae - Cactaceae, Missouri Botanical Garden Scientific Publications, St. Louis MO, USA, 1997, ISBN 0-915279-46-0
Commons: Tillandsia usneoides – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien