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Kay Francis und Rostislaw Kaischew: Unterschied zwischen den Seiten

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[[Datei:1964 Rostislav Kaishev professor.jpg|miniatur|hochkant|Kaischew (1964)]]
[[Bild:Kay Francis loc.png|miniatur|Kay Francis (links) bei einer Tournee für die [[United Service Organizations|USO]]]]
'''Rostislaw Kaischew''' ([[Bulgarische Sprache|bulg.]] Ростислав Каишев; * {{JULGREGDATUM|29|2|1908|Link="true"}} in [[Sankt Petersburg]]; † [[18. November]] [[2002]] in [[Sofia]]) war ein [[Bulgarien|bulgarischer]] [[Physikalische Chemie|physikalischer Chemiker]].
'''Kay Francis''' (* [[13. Januar]] [[1905]] in [[Oklahoma City]], [[Oklahoma]] als ''Katherine Edwina Gibbs''; † [[26. August]] [[1968]] in [[New York City]]) war eine [[Vereinigte Staaten|US-amerikanische]] [[Schauspieler]]in und einer der größten weiblichen Stars der 1930er Jahre in [[Hollywood]].


Kaischew gehört zu den Begründern der physikalisch-chemischen Theorie der [[Phase (Thermodynamik)|Phasenbildung]], der Nukleation ([[Keimbildung]]) und des [[Kristallwachstum]]s. Kaischew war Vizepräsident der [[Internationale Union für Reine und Angewandte Physik|Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik]] (IUPAP) und von 1962 bis 1968 Vizepräsident der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]].
== Karriere ==
Über das Geburtsdatum von Kay Francis gibt es unterschiedliche Quellen, im U.S. Census von 1910 wird sie mit einem Alter von fünf Jahren registriert. Sie selbst gab ebenfalls stets 1905 als Geburtsjahr an.


__TOC__
Kay Francis spielte nach einer Ausbildung zur Sekretärin erfolgreich am [[Broadway (Theater)|Broadway]]. Trotz eines Sprachfehlers (sie sprach das 'r' eher als 'w' aus, was ihr den Beinamen ''the wawishing Kay Fwancis'' eintrug) wurde sie 1929 für den Film entdeckt.
<div style="clear:both;"></div>


== Leben ==
Kay stand bei der [[Paramount Pictures|Paramount]] unter Vertrag und hatte 1929 ihren ersten Auftritt in ''Gentlemen of the Press'' an der Seite von [[Walter Huston]]. Sie wurde dabei zum ersten und letzten Mal als Katherine Francis angekündigt. Zunächst wusste niemand etwas mit der relativ großen Schauspielerin anzufangen und sie wurde in den unterschiedlichsten Rollen eingesetzt.
[[Datei:1939 Rostislav Kaishev assistant professor.jpg|miniatur|hochkant|Kaischew (1939)]]
Kaischew wurde als Sohn eines bulgarischen Generals an der Kaiserlichen Generalstabsakademie in Sankt Petersburg geboren. 1930 schloss Rostislaw Kaischew sein Studium der Chemie an der [[Universität Sofia]] ab. Bei dem [[Thermodynamik]]er [[Franz Eugen Simon]] [[Promotion (Doktor)|promovierte]] Kaischew an der [[Universität Breslau]] mit einer Arbeit über die thermodynamischen Eigenschaften des flüssigen und des festen [[Helium]]s. 1932 ging er als Assistent in der Abteilung für physikalische Chemie zurück an die Universität Sofia. 1934 war Kaischew erneut in Deutschland, diesmal mit einem Stipendium der [[Alexander von Humboldt-Stiftung]]. 1941 erhielt Kaischew an der Universität Sofia eine Stelle als Dozent, 1947 wurde er Professor für physikalische Chemie und 1958 Direktor des von ihm gegründeten Instituts für Physikalische Chemie der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]]. 1989 wurde er [[Emeritus|emeritiert]].


== Wirken ==
Das Publikum nahm erstmals von ihr Notiz, als sie 1930 neben [[William Powell]] in dem Drama ''[[Street of Chance]]'' auftrat. Der Film, in nur 15 Tagen abgedreht, wurde ein Überraschungserfolg und das Duo Powell/Francis drehte noch vier weitere gemeinsame Filme. Während heute die meisten Kritiker von William Powell / [[Myrna Loy]] und William Powell / [[Jean Harlow]] schwärmen, waren auch die gemeinsamen Auftritte mit Francis Beispiele für exaktes Timing, subtilen Andeutungen und nicht ganz jugendfreien Blicken. Das wird nirgendwo besser deutlich als in dem Projekt ''[[Jewel Robbery]]'' von 1932, einem Stoff über gestohlene Juwelen, Ehebruch und Moral. Die Geschichte wurde von [[Ernst Lubitsch]] inszeniert und ist selbst heute noch, über 70 Jahre später, vor allem bei Freunden von ''sophistication'' beliebt. Die beiden drehten unmittelbar im Anschluss die Romanze ''[[Reise ohne Wiederkehr|One Way Passage]]''
Kaischew veröffentlichte seine ersten Arbeiten gemeinsam mit [[Iwan Stranski]]. Kaischews Theorie der mittleren Trennungsarbeit vereinfachte Berechnungen zur [[Keimbildung]]. Er sorgte für eine Annäherung des [[Thermodynamik|thermodynamischen]] und des [[Molekularkinetik|molekularkinetischen]] Ansatzes zur Bestimmung des Gleichgewichtszustands kleiner [[Phase (Thermodynamik)|Phasen]]. Weitere grundlegende Arbeiten befassten sich mit der Theorie und experimentellen Untersuchung der [[Elektrokristallisation]].


== Auszeichnungen (Auswahl) ==
Nachdem Francis in den ersten Jahren ihrer Karriere durchschnittlich sieben Filme pro Jahr drehte, wuchs ihre Anhängerschaft unter der weiblichen Bevölkerung rapide. Meist als elegante Dame mit Liebeskummer zu sehen, durchlitt die Darstellerin in den unterschiedlichsten Genres und vor jeder nur denkbaren Studiokulisse mehr oder weniger dramatische Erlebnisse. Dabei kam es den Zuschauerinnen eigentlich gar nicht auf die Handlung an. Es galt vielmehr einen Blick auf die Garderobe der Schauspielerin zu erhaschen, die früh als einer der bestangezogenen Filmstars galt.
* 1947 Korrespondierendes Mitglied der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]], 1961 Ordentliches Mitglied
* 1957 Korrespondierendes Mitglied der [[Akademie der Wissenschaften der DDR]], 1969 Auswärtiges Mitglied<ref>{{Google Buch|BuchID=mQfyd5SVch0C|Seite=176|Linktext=Werner Hartkopf: ''Die Berliner Akademie der Wissenschaften.'' 1992}}</ref>
* 1968 Mitglied der [[Leopoldina]]<ref>[http://websrv.leopoldina.org/de/mitglieder/mitgliederverzeichnis/member/4060/ Rostislaw Kaischew] im Mitgliederverzeichnis der [[Leopoldina]] (leopoldina.org); abgerufen am 4. Oktober 2012</ref>
* 1987 [[Cothenius-Medaille]] der [[Leopoldina]]<ref>[http://www.leopoldina.org/de/ueber-uns/auszeichnungen/medaillen/cothenius-medaille/ Cothenius-Medaille] der [[Leopoldina]] (leopoldina.org); abgerufen am 4. Oktober 2012</ref>


Kaischew war Mitglied der [[Akademie der Wissenschaften der DDR]], der [[Tschechoslowakische Akademie der Wissenschaften|Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften]] und der [[Sächsische Akademie der Wissenschaften|Sächsischen Akademie der Wissenschaften]].
Es war also eher die Quantität als die Qualität der Filme, in den sie auftrat, die Kay Francis in der Gunst der Zuschauer steigen ließ. Symptomatisch für ihr Brot-und-Butter-Genre, das häufig ''woman's picture'' genannt wird und dessen Stars gleich dazu als ''clothes horse'' bezeichnet, ist ''[[Passion Flower]]'' aus dem Jahre 1930. [[MGM]] stand bei der Verfilmung der populären Geschichte von Kathleen Norris um Ehebruch in der besseren Gesellschaft vor dem Problem, dass die eigenen weiblichen Stars bereits an anderen Stoffen arbeiteten. Also lieh man von [[Paramount Pictures|Paramount]] kurzerhand Kay Francis aus, gab ihr für jede Szene ein neues Outfit, strich noch vorsichtshalber aus ihrem Dialog alle Wörter mit 'r' und fertig war ein relativ günstig produzierter Film, der ein Vielfaches seiner Kosten wieder einspielte.


Das Institut für physikalische Chemie der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]] trägt heute Kaischews Namen.<ref>[http://www.ipc.bas.bg/ Rostislaw Kaischew Institute of Physikal Chemistry] bei der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]] (bas.bg); abgerufen am 4. Oktober 2012</ref>
Die endlose Wiederholung solcher Auftritte sorgten dafür, dass Kay Francis populär genug war, um Mitte 1932 einen lukrativen Vertrag mit [[Warner Brothers]] abschließen zu können. Zwar änderte sich wenig an der Qualität der Rollen, doch 1936 verdiente sie $ 227,000 und damit mehr als [[Norma Shearer]] oder [[Joan Crawford]]. Der höchstbezahlte Star des Jahres war [[Claudette Colbert]], mit $ 304,000, dicht gefolgt, von [[Warner Baxter]].


== Literatur ==
Der Aufstieg von [[Bette Davis]] ab Mitte der 1930er führte dazu, dass Francis immer schlechtere Drehbücher bekam. Sicher geglaubte Rollen wie in ''The Sisters'', ''Juarez'' und angeblich sogar ''Jezebel'' gingen an die Davis. Die übernahm gegen Ende der Dekade dann auch die riesige Studiogardrobe mit vier Zimmern und einem Kamin von ihrer Kollegin. Zum Verlust der Popularität trug auch bei, dass das Publikum ihrer ewig gleichen Gesichtsakrobatik langsam müde wurde und sich lieber Filme mit [[Loretta Young]] ansah, die zur Mitte des Jahrzehnts Hollywoods führendes ''cloth horse'' wurde.
* G. Bliznakov: ''Laudatio Professor Rostislaw Kaischew.'' In: ''Kristall und Technik'' 1978. Band 13, Heft 6, S. 607–610 [[doi:10.1002/crat.19780130602]]
* Ivan S. Gutzow: ''Professor Dr. Rostislav Kaischew: A Tribute on the Occasion of his Eighty Fifth Anniversary.'' In: ''Crystal Research and Technology'' 1993. Band 28, Heft 8, S. 1043–1044 [[doi:10.1002/crat.2170280802]]
* B. Mutaftschiev: ''Rostislaw Kaischew 1908–2002.'' In: ''Journal of Crystal Growth.'' 2003. Heft 249, S. V–VI [[doi:10.1016/S0022-0248(02)02442-9]]
* Christo N. Nanev: ''In Memoriam: Professor Dr. Rostislav A. Kaischew (1908–2002), member of the Bulgarian Academy of Sciences.'' In: Crystal Research and Technology.'' Januar 2003. Band 38, Heft 1, S. 5–6 [[doi:10.1002/crat.200290018]]


== Einzelnachweise ==
1936 war in vieler Hinsicht Höhe- und Wendepunkt ihrer Karriere. Nachdem sie bislang meist in recht kostengünstig produzierter Dutzendware auf der Leinwand erschienen war, versuchte sie als dramatische Schauspielerin neue Fans zu erobern. Doch fand die sehr teure und ernsthafte Adaption des Wirkens von [[Florence Nightingale]] in ''[[The White Angel]]'' nicht den Weg in die Herzen der Zuschauer. Der Hauptgrund lag wohl im Drehbuch, das aus der Begründerin der modernen Krankenpflege eine gelangweilte Dame der oberen Gesellschaft machte. Und mochten die Darstellung der grauenhaften hygienischen Zustände im Lazarett von [[Scutari]] während des [[Krimkrieg]]es auch sehr gelungen sein, so wirkte Francis inmitten des Elends deplatziert. Denn während die Soldaten im eigenen Dreck starben, schien die Protagonistin hinter der Front beständig Zugriff auf ein eigenes Heer von Kostümdesigner und Maskenbildner zu haben. Die etwas später im Jahr herausgebrachte Saga ''[[Give Me Your Heart]]'' konsolidierte den Status von Francis jedoch wieder etwas.
<references />


{{Normdaten|TYP=p|GND=125784422|LCCN=|NDL=|VIAF=25575743}}
Das Studio ließ deshalb im Jahr 1937 nichts unversucht, das Erfolgsrezept von ''[[Give Me Your Heart]]'' zu wiederholen. Doch weder die kostspielige Verfilmung der Politikkomödie ''First Lady'' brachte den ersehnten Erfolg, noch die Romanze ''[[Stolen Holiday]]''. Selbst der Versuch, Francis neben dem aufgehenden Stern [[Errol Flynn]] in ''[[Another Dawn]]'' prominent herauszustellen, scheiterte. Als allerletztes Mittel versuchte man sich in einem Remake des [[Pola Negri]] Films ''Mazurka'' aus dem Vorjahr, der unter dem Titel ''[[Confession (Film)|Confession]]'' kein sonderlicher Erfolg wurde, der Schauspielerin aber gute Kritiken einbrachte.
Die Firma übertrug im selben Jahr entgegen mündlichen Absprachen die Hauptrolle in der Verfilmung des Broadwayhits ''Tovarich'' an [[Claudette Colbert]] und Kay Francis verklagte daraufhin das Studio. Der Fall wurde außergerichtlich beigelegt. Damit war die Karriere von Francis jedoch beendet und sie bekam bis zum offiziellen Ende ihres Vertrags zwar ihr volles Gehalt gezahlt, zu spielen gab es jedoch nur noch Rollen in [[B-Movie|B-Filmen]] wie ''Secrets of an Actress'' oder ''[[Comet Over Broadway]]''. Ganz unten landete sie schließlich, als ihr Name 1939 unterhalb des Titels von ''King of the Underworld'' genannt wurde.


{{SORTIERUNG:Kaischew, Rostislaw}}
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] trat sie wie viele Hollywoodstars bei der Truppenbetreuung auf. 1946 schließlich beendete sie ihre Filmkarriere, kehrte noch einmal für kurze Zeit auf die Theaterbühne zurück, um sich dann völlig zurückziehen. Sie starb 1968 und hinterließ ihr Vermögen verschiedenen Wohltätigkeitsgesellschaften.
[[Kategorie:Physikochemiker]]

[[Kategorie:Hochschullehrer (Sofia)]]
== Zitat ==
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina]]
:''Being born in Oklahoma City was the only un-glamorous thing Kay ever did.''
[[Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR]]

[[Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften]]
== Filmografie (Auswahl) ==
[[Kategorie:Geboren 1908]]
* 1930: [[Street of Chance]]
[[Kategorie:Gestorben 2002]]
* 1930: [[For the Defense]]
[[Kategorie:Bulgare]]
* 1930: [[Passion Flower]]
[[Kategorie:Mann]]
* 1931: [[Transgression (Film)|Transgression]]
* 1931: [[24 Hours (Film)|24 Hours]]
* 1931: [[Ladies' Man]]
* 1931: [[Guilty Hands]]
* 1931: [[Girls About Town]]
* 1932: [[Man Wanted]]
* 1932: [[Street of Women]]
* 1932: [[Ein Dieb mit Klasse]] (''Jewel Robbery'')
* 1932: [[Reise ohne Wiederkehr]] (''One Way Passage'')
* 1932: [[Ärger im Paradies]] (''Trouble in Paradise'')
* 1933: [[The Keyhole]]
* 1933: [[Storm at Daybreak]]
* 1933: [[Mary Stevens, M. D.]]
* 1933: [[The House on 56th Street]]
* 1933: [[I Loved A Woman]]
* 1934: [[Mandalay (Film)|Mandalay]]
* 1934: [[Dr. Monica]]
* 1934: [[Wonder Bar]]
* 1934: [[British Agent]]
* 1935: [[Living on Velvet]]
* 1935: [[Stranded (Film)|Stranded]]
* 1935: [[The Goose and the Gander]]
* 1935: [[I Found Stella Parrish]]
* 1936: [[The White Angel]]
* 1936: [[Give Me Your Heart]]
* 1937: [[Stolen Holiday]]
* 1937: [[Another Dawn]]
* 1937: [[Confession (Film)|Confession]]
* 1937: [[First Lady (Film)|First Lady]]
* 1938: [[Comet Over Broadway]]
* 1939: [[Nur dem Namen nach]] (''In Name Only'')

== Weblinks ==

* {{IMDb Name|ID=0290215|NAME=Kay Francis}}
* [http://film.virtual-history.com/person.php?personid=1275 Fotos von Kay Francis]

== Literatur über Kay Francis ==
* John Callahan - ''Kay Francis: Secrets of an Actress'' - Artikel in ''Bright Lights Film Journal'', Ausgabe Mai 2006
* Lynn Kear & John Rossman - ''Kay Francis: A Passionate Life and Career'' - McFarland & Company, 2006; ISBN 0-7864-2366-8.
* Scott O'Brien - ''Kay Francis: I Can't Wait to Be Forgotten. Her Life on Stage and Film'' - BearManor Media, 2006; ISBN 1-59393-036-4.


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{{Personendaten
{{Personendaten
|NAME=Francis, Kay
|NAME=Kaischew, Rostislaw
|ALTERNATIVNAMEN=Katherine Edwina Gibbs (vollständiger Name)
|ALTERNATIVNAMEN=Каишев, Ростислав; Kajsev, Rostislav
|KURZBESCHREIBUNG=US-amerikanische Schauspielerin
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[[ru:Кэй Фрэнсис]]

Version vom 5. Oktober 2012, 08:36 Uhr

Kaischew (1964)

Rostislaw Kaischew (bulg. Ростислав Каишев; * 16. Februarjul. / 29. Februar 1908greg. in Sankt Petersburg; † 18. November 2002 in Sofia) war ein bulgarischer physikalischer Chemiker.

Kaischew gehört zu den Begründern der physikalisch-chemischen Theorie der Phasenbildung, der Nukleation (Keimbildung) und des Kristallwachstums. Kaischew war Vizepräsident der Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik (IUPAP) und von 1962 bis 1968 Vizepräsident der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften.

Leben

Kaischew (1939)

Kaischew wurde als Sohn eines bulgarischen Generals an der Kaiserlichen Generalstabsakademie in Sankt Petersburg geboren. 1930 schloss Rostislaw Kaischew sein Studium der Chemie an der Universität Sofia ab. Bei dem Thermodynamiker Franz Eugen Simon promovierte Kaischew an der Universität Breslau mit einer Arbeit über die thermodynamischen Eigenschaften des flüssigen und des festen Heliums. 1932 ging er als Assistent in der Abteilung für physikalische Chemie zurück an die Universität Sofia. 1934 war Kaischew erneut in Deutschland, diesmal mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. 1941 erhielt Kaischew an der Universität Sofia eine Stelle als Dozent, 1947 wurde er Professor für physikalische Chemie und 1958 Direktor des von ihm gegründeten Instituts für Physikalische Chemie der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. 1989 wurde er emeritiert.

Wirken

Kaischew veröffentlichte seine ersten Arbeiten gemeinsam mit Iwan Stranski. Kaischews Theorie der mittleren Trennungsarbeit vereinfachte Berechnungen zur Keimbildung. Er sorgte für eine Annäherung des thermodynamischen und des molekularkinetischen Ansatzes zur Bestimmung des Gleichgewichtszustands kleiner Phasen. Weitere grundlegende Arbeiten befassten sich mit der Theorie und experimentellen Untersuchung der Elektrokristallisation.

Auszeichnungen (Auswahl)

Kaischew war Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR, der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Das Institut für physikalische Chemie der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften trägt heute Kaischews Namen.[4]

Literatur

  • G. Bliznakov: Laudatio Professor Rostislaw Kaischew. In: Kristall und Technik 1978. Band 13, Heft 6, S. 607–610 doi:10.1002/crat.19780130602
  • Ivan S. Gutzow: Professor Dr. Rostislav Kaischew: A Tribute on the Occasion of his Eighty Fifth Anniversary. In: Crystal Research and Technology 1993. Band 28, Heft 8, S. 1043–1044 doi:10.1002/crat.2170280802
  • B. Mutaftschiev: Rostislaw Kaischew 1908–2002. In: Journal of Crystal Growth. 2003. Heft 249, S. V–VI doi:10.1016/S0022-0248(02)02442-9
  • Christo N. Nanev: In Memoriam: Professor Dr. Rostislav A. Kaischew (1908–2002), member of the Bulgarian Academy of Sciences. In: Crystal Research and Technology. Januar 2003. Band 38, Heft 1, S. 5–6 doi:10.1002/crat.200290018

Einzelnachweise

  1. Werner Hartkopf: Die Berliner Akademie der Wissenschaften. 1992 in der Google-Buchsuche
  2. Rostislaw Kaischew im Mitgliederverzeichnis der Leopoldina (leopoldina.org); abgerufen am 4. Oktober 2012
  3. Cothenius-Medaille der Leopoldina (leopoldina.org); abgerufen am 4. Oktober 2012
  4. Rostislaw Kaischew Institute of Physikal Chemistry bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften (bas.bg); abgerufen am 4. Oktober 2012