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Das '''Mahnmal der Deutschen Einheit''', auch ''Mahnmal „Geteiltes Deutschland“''<ref>Das Mainz-Lexikon, S. 155</ref>, sowie nach der Einweihung und vor der Wiedervereinigung ''„Mahnmal des deutschen Ostens“''<ref name="Mainzer Anzeiger vom 19. Juni 1961, S. 4">Mainzer Anzeiger vom 19. Juni 1961, S. 4</ref> genannt, wurde am 16. Juni 1961 auf dem [[Mainz]]er [[Fischtor]]-Platz anlässlich des Jahrestages des [[Aufstand des 17. Juni|Volksaufstandes in der ehemaligen DDR vom 17. Juni 1953]] mit der Inschrift '''„Deutschland ist unteilbar“''' seiner Bestimmung übergeben. Es enthält die Namen ehemals deutscher Städte östlich von [[Oder]] und [[Lausitzer Neiße|Neiße]] und von Städten in der damaligen [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratische Republik]]. |
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|Beschreibung = Postkarte aus Rheine 1908 |
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=== Entstehung === |
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Die [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]-[[Fraktion (Politik)|Fraktion]] im Mainzer Stadtrat beantragte am 22. Januar 1959 die Schaffung eines „Erinnerungshinweises an den deutschen Osten“ und wollte damit auf die sowjetische Haltung reagieren, [[West-Berlin]] zu einer selbständigen [[Freie Stadt|freien Stadt]] zu erklären.<ref name="Anne Kaminsky">[http://books.google.de/books?id=Rnp-UlOvlQMC&pg=PA319&lpg=PA319&dq=mainz+%22deutschland+ist+unteilbar&source=bl&ots=f_UAKBMpb9&sig=4UImzLrmHyD7Zq9innyvQo8-Q9Q&hl=de&sa=X&ei=tMA6T8vAIYHbtAaVsbXmBg&redir_esc=y#v=onepage&q=mainz%20%22deutschland%20ist%20unteilbar&f=false Anne Kaminsky: ''Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR'': Mahnmal 17. Juni 1953, S. 319] auf Google Books</ref> |
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|Urheber = [[Benutzer:Zumthie|Zumthie]] |
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Daraufhin stellte im Juli 1960 Albert Karl Spelthahn, der als Architekt und Baurat im Mainzer Hochbauamt beschäftigt war, seinen Entwurf eines dreifach gespaltenen Steinblocks vor, der die Dreiteilung Deutschlands symbolisieren sollte. Der Bauausschuss befürwortete zwar das Mahnmal, es kam jedoch nicht zu einer Umsetzung. Erst als die Ortsgruppe des [[Kuratorium Unteilbares Deutschland|Kuratoriums Unteilbares Deutschland]] ein Jahr später den Plan wieder aufgriff und dafür sorgte, dass der Auftrag zur Herstellung des Denkmals erteilt wurde, konnte am Abend des 16. Juni 1961 anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR die feierliche Einweihung des Denkmals, mit einer Ansprache von Oberbürgermeister [[Franz Stein (Politiker)|Franz Stein]], stattfinden. Diese war begleitet von zahlreichen weiteren Aktionen wie Straßensammlungen zur Finanzierung des Mahnmals, einer Ausstellung mit künstlerischen Arbeiten von Schülern zur deutschen Teilung sowie einer Foto-Ausstellung zum Aufbau Berlins.<ref name="Anne Kaminsky"/> Nach der Feier zogen einige tausend Mainzer, Heimatvertriebene und Sowjetzonenflüchtlinge in einem Schweigemarsch zum [[Deutschhaus Mainz|Deutschhausplatz]] wo von tausend Fackeln genährt ein Mahnfeuer brannte. Eine Gruppe ostdeutscher Jugendlicher trug im Zug ein Modell des [[Brandenburger Tor]]es.<ref name="Mainzer Anzeiger vom 19. Juni 1961, S. 4"/> |
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In der Mainzer Zeitung hieß es hierzu: |
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{{Zitat|… setzte die Stadt Mainz mit dem Mahnmal des deutschen Ostens ein neues Zeichen. „Deutschland ist unteilbar“ lautet die Inschrift des Steins. „Einheit und Freiheit für das Volk und Vaterland!“ heißt die Mahnung, die von ihm ausgeht. – So lange, bis die deutsche Spaltung zu bestehen aufgehört haben wird. …|Mainzer Anzeiger vom 19. Juni 1961, S. 4}} |
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=== Aussehen === |
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Der 3,44 Meter hohe aus Beton gegossene rechteckige und dreifach gespaltene Quader mit der Inschrift „Deutschland ist unteilbar“, wurde von [[Paul Sauer (Bildhauer)|Paul Sauer]] nach dem Entwurf von [[Albert Karl Spelthahn]] angefertigt,<ref name="AZ Mainz 2010-08-19">[http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/stadtteile/altstadt/9280793.htm Linke verhüllen Einheitsdenkmal] in Allgemeine Zeitung Mainz vom 19. August 2010</ref> und sollte den Willen zur deutschen Einheit unterstreichen. |
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{{Zitat|Das durch Sachlichkeit und Schlichtheit charakterisierte Monument will die Tragik des durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges gespaltenen Deutschlands symbolisieren. Der Entwurf, der vom Baurat Albert Karl Spelthahn vom Hochbauamt der Stadt Mainz stammt, verzichtet bewusst auf eine figürliche Interpretation dieses Themas und bevorzugt moderne Stilelemente. Auf der neun mal sechs Meter großen Denkmalsanlage, die mit Schieferplatten ausgelegt ist, erhebt sich ein rechteckiger, aus Beton gegossener Block. Charakteristisch daran ist die Dreiteilung, welche die Abtretung der ostdeutschen Gebiete und die Spaltung von West- und Mitteldeutschland dokumentieren soll. Die Flächen des Mahnmals werden in etwa halber Höhe von einem Schriftband umschlungen, das die Worte „Deutschland ist unteilbar“ trägt. Auf einer Schmalseite sind die Namen von ost- und mitteldeutschen Städten eingemeißelt, die stellvertretend für die einzelnen Landschaften und Provinzen dort stehen.|E.R.|Ein neues Denkmal; in: Das Neue Mainz, Wirtschaft, Verkehr, Kultur: Heft 8, 1. bis 31. August 1961, ohne Seitenzahl}} |
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=== Genannte Städte === |
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Auf der Schmalseite sind deutsche Städte im Osten aufgelistet, darunter auch solche, die heute zu Polen oder Russland gehören (siehe: [[Ostgebiete des Deutschen Reiches]] und [[Deutsches Reich in den Grenzen vom 31. Dezember 1937]]). |
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[[Königsberg (Preußen)|Königsberg]], [[Allenstein]], [[Malbork|Marienburg]], [[Sowetsk (Kaliningrad)|Tilsit]], [[Danzig]], [[Kwidzyn|Marienwerder]], [[Elbing]], [[Giżycko|Lötzen]], [[Insterburg]], [[Jasnaja Poljana (Kaliningrad)|Trakehnen]], [[Wałbrzych|Waldenburg]], [[Schneidemühl]], [[Stettin]], [[Stolp]], [[Gorzów Wielkopolski|Landsberg/W]], [[Kołobrzeg|Kolberg]], [[Glatz]], [[Breslau]], [[Racibórz|Ratibor]], [[Küstrin]], [[Beuthen]], [[Glogau]], [[Gleiwitz]], [[Nysa|Neisse]], [[Oppeln]], [[Hirschberg]], [[Legnica|Liegnitz]], [[Żagań|Sagan]], [[Tannenberg]], [[Görlitz]], [[Köslin]], [[Rügenwalde]], |
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:Eichenlaub |
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[[Dresden]], [[Jena]], [[Leipzig]], [[Guben]], [[Chemnitz]], [[Dessau]], [[Stralsund]], [[Wittenberg]], [[Schwerin]], [[Halle (Saale)|Halle]], [[Potsdam]], [[Weimar]], [[Rostock]], [[Frankfurt (Oder)]], [[Eisenach]], [[Eisleben]], [[Erfurt]], [[Magdeburg]] |
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== Kritik am Denkmal nach der Wiedervereinigung == |
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Nach 45 Jahren der Trennung wurde am [[Tag der Deutschen Einheit|3. Oktober 1990]] die [[Deutsche Wiedervereinigung|Einheit Deutschlands]] vollzogen. Damit war die endgültige völkerrechtliche Anerkennung der [[Oder-Neiße-Grenze]] verbunden. Die Aussöhnung zwischen [[Polen]] und [[Deutschland]] schuf eine wichtige Voraussetzung für eine neue Friedensordnung in Europa. |
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Der gespaltene Steinquater soll auch nach der Wiedervereinigung an das vordem geteilte Vaterland erinnern, mit der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze kamen jedoch mit der Zeit, spätestens in den 2000er Jahren, Kritik am Denkmal auf, da die Inschrift „Deutschland ist unteilbar“, neben den Städenamen aus den fünf neuen Bundesländern auch Städtenamen aus Polen und Rußland auf dem Mahnmal eingemeiselt sind. Eine zusätzliche Informationsstele wurde Anfang der 2000er Jahre angebracht um darauf hinzuweisen, dass es ein ''Mahnmal der Deutschen Einheit'' ist und an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni erinnern soll. Da dies beim Betrachten des Mahnmals nicht erkennbar ist, sondern nur auf der Infostele vermerkt ist, kam das Mahnmal in Kritik. Während der Ortsverein der Grünen einen Abbau des Mahnmals fordert<ref>[http://gruene-mainz.de/themen/zusammenleben-attraktiv-gestalten/ ''Das Denkmal am Fischtorplatz passt nicht mehr in unsere Zeit. Es fordert die Unteilbarkeit Deutschlands und erhebt Anspruch auf heute polnische und russische Städte. Wir wollen durchsetzen, dass es abgebaut wird.''] Bündnis 90/Die Grünen in Mainz; online im Internet: 29. Februar 2012</ref>, sieht die Ortsgruppe der CDU die Infostele als ausreichend an.<ref>[http://www.christine-diehl.de/Presse/presse_09_08_18.html CDU Mainz-Altstadt: Stele am Fischtorplatz ist ausreichend], Christine Diehl, Stand: 18. August 2009</ref> |
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Am 18. August 2010 verhüllten Aktivisten einer [[Politische Linke|politisch links stehenden Vereinigung]] mit einem Transparent auf dem Stand »Großdeutsche Träumerei abwracken!« das Mahnmal.<ref>[http://solidwiesbaden.wordpress.com/2010/08/18/grosdeutsche-traumerei-abwracken-einheitsdenkmal-in-mainz-verhullt/ Kritik: »Großdeutsche Träumerei abwracken!« – Einheitsdenkmal in Mainz verhüllt] von linksjugend ['solid] wiesbaden, Stand: 18. August 2010</ref><ref name="AZ Mainz 2010-08-19"/> |
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== Stresemann-Gedenkstätte == |
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[[Datei:Gustav-Streseemann-Denkmal1.jpg|miniatur|Zeichnung des Stresemann-Denkmals]] |
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Am gleichen Platz war am 5. Juli 1931 die Stresemann-Gedenkstätte eingeweiht worden, benannt nach dem 1929 verstorbenen Reichsaußenminister und Friedensnobelpreisträger. 1935 rissen die Nationalsozialisten die Gedenkstätte ab. Sie diffamierten damit den Einsatz [[Gustav Stresemann]] für die Versöhnung der Völker als „[[Erfüllungspolitik]]“. |
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== Literatur == |
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* ''„Deutschland ist unteilbar! Feierliches Bekenntnis zu Einheit, Frieden, Freiheit / Die Gedenkstunde vor dem Mahnmal“'' in: Mainzer Anzeiger (Mainzer Stadtnachrichten): Nr. 138, 111. Jahrgang, Montag, 19. Juni 1961, S. 4 |
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*E.R.: Ein neues Denkmal; in: Das Neue Mainz, Wirtschaft, Verkehr, Kultur: Heft 8, 1. bis 31. August 1961 |
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*Andreas Scheidgen: ''Der 17. Juni 1953 in Mainz und das Mahnmal für das geteilte Deutschland am Fischtorplatz''; Manuskript, ohne Ort und Jahr. |
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*Anne Kaminsky: ''Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR''; Ch. Links Verlag; Auflage: 1. Auflage, 5. Juni 2007<ref name="Anne Kaminsky"/> |
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*Wilhelm Huber: ''Das Mainz-Lexikon, 3600 Stichworte zu Stadt, Geschichte, Kultur, Persönlichkeiten.'' Verlag Hermann Schmidt, Mainz; S. 155 |
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== Weblinks == |
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*[http://www.asta-uni-mainz.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2588%3Amainz-deine-denkmr-folge-2-qunteilbares-deutschlandq&Itemid=671&lang=de Mainz, Deine Denkmäler - Folge 2: "Unteilbares Deutschland"] [[Allgemeiner Studierendenausschuss|AStA]] der Uni Mainz |
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*[http://www.staff.uni-mainz.de/mblumers/lg/o-e/deu/Doks/Brunnen.htm Brunnen, Denkmäler und Plastiken in Mainz] auf den Seiten der Universität Mainz |
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*[http://www.flickr.com/photos/regipet/2090998801/ Bild aus den 1970er Jahren] auf flickr |
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*[http://www.panoramio.com/photo/38006271 Bild] auf panoramio |
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*[http://sketchup.google.com/3dwarehouse/details?mid=1a4f54c0556f0161339c726496f2583d 3-D-Bild] |
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== Einzelnachweise == |
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[[:Kategorie:Deutsche Wiedervereinigung| ]] |
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[[:Kategorie:Deutsche Geschichte (20. Jahrhundert)|Wiedervereinigung]] |
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[[:Kategorie:Denkmal in Mainz]] |
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49° 59' 59.69" N 8° 16' 42.72" E |
Version vom 3. März 2012, 12:00 Uhr

Das Mahnmal der Deutschen Einheit, auch Mahnmal „Geteiltes Deutschland“[1], sowie nach der Einweihung und vor der Wiedervereinigung „Mahnmal des deutschen Ostens“[2] genannt, wurde am 16. Juni 1961 auf dem Mainzer Fischtor-Platz anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes in der ehemaligen DDR vom 17. Juni 1953 mit der Inschrift „Deutschland ist unteilbar“ seiner Bestimmung übergeben. Es enthält die Namen ehemals deutscher Städte östlich von Oder und Neiße und von Städten in der damaligen Deutschen Demokratische Republik.
Denkmal
Entstehung
Die CDU-Fraktion im Mainzer Stadtrat beantragte am 22. Januar 1959 die Schaffung eines „Erinnerungshinweises an den deutschen Osten“ und wollte damit auf die sowjetische Haltung reagieren, West-Berlin zu einer selbständigen freien Stadt zu erklären.[3]
Daraufhin stellte im Juli 1960 Albert Karl Spelthahn, der als Architekt und Baurat im Mainzer Hochbauamt beschäftigt war, seinen Entwurf eines dreifach gespaltenen Steinblocks vor, der die Dreiteilung Deutschlands symbolisieren sollte. Der Bauausschuss befürwortete zwar das Mahnmal, es kam jedoch nicht zu einer Umsetzung. Erst als die Ortsgruppe des Kuratoriums Unteilbares Deutschland ein Jahr später den Plan wieder aufgriff und dafür sorgte, dass der Auftrag zur Herstellung des Denkmals erteilt wurde, konnte am Abend des 16. Juni 1961 anlässlich des Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR die feierliche Einweihung des Denkmals, mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Franz Stein, stattfinden. Diese war begleitet von zahlreichen weiteren Aktionen wie Straßensammlungen zur Finanzierung des Mahnmals, einer Ausstellung mit künstlerischen Arbeiten von Schülern zur deutschen Teilung sowie einer Foto-Ausstellung zum Aufbau Berlins.[3] Nach der Feier zogen einige tausend Mainzer, Heimatvertriebene und Sowjetzonenflüchtlinge in einem Schweigemarsch zum Deutschhausplatz wo von tausend Fackeln genährt ein Mahnfeuer brannte. Eine Gruppe ostdeutscher Jugendlicher trug im Zug ein Modell des Brandenburger Tores.[2]
In der Mainzer Zeitung hieß es hierzu:
„… setzte die Stadt Mainz mit dem Mahnmal des deutschen Ostens ein neues Zeichen. „Deutschland ist unteilbar“ lautet die Inschrift des Steins. „Einheit und Freiheit für das Volk und Vaterland!“ heißt die Mahnung, die von ihm ausgeht. – So lange, bis die deutsche Spaltung zu bestehen aufgehört haben wird. …“
Aussehen
Der 3,44 Meter hohe aus Beton gegossene rechteckige und dreifach gespaltene Quader mit der Inschrift „Deutschland ist unteilbar“, wurde von Paul Sauer nach dem Entwurf von Albert Karl Spelthahn angefertigt,[4] und sollte den Willen zur deutschen Einheit unterstreichen.
„Das durch Sachlichkeit und Schlichtheit charakterisierte Monument will die Tragik des durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges gespaltenen Deutschlands symbolisieren. Der Entwurf, der vom Baurat Albert Karl Spelthahn vom Hochbauamt der Stadt Mainz stammt, verzichtet bewusst auf eine figürliche Interpretation dieses Themas und bevorzugt moderne Stilelemente. Auf der neun mal sechs Meter großen Denkmalsanlage, die mit Schieferplatten ausgelegt ist, erhebt sich ein rechteckiger, aus Beton gegossener Block. Charakteristisch daran ist die Dreiteilung, welche die Abtretung der ostdeutschen Gebiete und die Spaltung von West- und Mitteldeutschland dokumentieren soll. Die Flächen des Mahnmals werden in etwa halber Höhe von einem Schriftband umschlungen, das die Worte „Deutschland ist unteilbar“ trägt. Auf einer Schmalseite sind die Namen von ost- und mitteldeutschen Städten eingemeißelt, die stellvertretend für die einzelnen Landschaften und Provinzen dort stehen.“
Genannte Städte
Auf der Schmalseite sind deutsche Städte im Osten aufgelistet, darunter auch solche, die heute zu Polen oder Russland gehören (siehe: Ostgebiete des Deutschen Reiches und Deutsches Reich in den Grenzen vom 31. Dezember 1937).
- DEUT / SCH / LAND // IST UN / TEIL / BAR
Königsberg, Allenstein, Marienburg, Tilsit, Danzig, Marienwerder, Elbing, Lötzen, Insterburg, Trakehnen, Waldenburg, Schneidemühl, Stettin, Stolp, Landsberg/W, Kolberg, Glatz, Breslau, Ratibor, Küstrin, Beuthen, Glogau, Gleiwitz, Neisse, Oppeln, Hirschberg, Liegnitz, Sagan, Tannenberg, Görlitz, Köslin, Rügenwalde,
- Eichenlaub
Dresden, Jena, Leipzig, Guben, Chemnitz, Dessau, Stralsund, Wittenberg, Schwerin, Halle, Potsdam, Weimar, Rostock, Frankfurt (Oder), Eisenach, Eisleben, Erfurt, Magdeburg
Kritik am Denkmal nach der Wiedervereinigung
Nach 45 Jahren der Trennung wurde am 3. Oktober 1990 die Einheit Deutschlands vollzogen. Damit war die endgültige völkerrechtliche Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze verbunden. Die Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland schuf eine wichtige Voraussetzung für eine neue Friedensordnung in Europa.
Der gespaltene Steinquater soll auch nach der Wiedervereinigung an das vordem geteilte Vaterland erinnern, mit der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze kamen jedoch mit der Zeit, spätestens in den 2000er Jahren, Kritik am Denkmal auf, da die Inschrift „Deutschland ist unteilbar“, neben den Städenamen aus den fünf neuen Bundesländern auch Städtenamen aus Polen und Rußland auf dem Mahnmal eingemeiselt sind. Eine zusätzliche Informationsstele wurde Anfang der 2000er Jahre angebracht um darauf hinzuweisen, dass es ein Mahnmal der Deutschen Einheit ist und an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni erinnern soll. Da dies beim Betrachten des Mahnmals nicht erkennbar ist, sondern nur auf der Infostele vermerkt ist, kam das Mahnmal in Kritik. Während der Ortsverein der Grünen einen Abbau des Mahnmals fordert[5], sieht die Ortsgruppe der CDU die Infostele als ausreichend an.[6]
Am 18. August 2010 verhüllten Aktivisten einer politisch links stehenden Vereinigung mit einem Transparent auf dem Stand »Großdeutsche Träumerei abwracken!« das Mahnmal.[7][4]
Stresemann-Gedenkstätte

Am gleichen Platz war am 5. Juli 1931 die Stresemann-Gedenkstätte eingeweiht worden, benannt nach dem 1929 verstorbenen Reichsaußenminister und Friedensnobelpreisträger. 1935 rissen die Nationalsozialisten die Gedenkstätte ab. Sie diffamierten damit den Einsatz Gustav Stresemann für die Versöhnung der Völker als „Erfüllungspolitik“.
Literatur
- „Deutschland ist unteilbar! Feierliches Bekenntnis zu Einheit, Frieden, Freiheit / Die Gedenkstunde vor dem Mahnmal“ in: Mainzer Anzeiger (Mainzer Stadtnachrichten): Nr. 138, 111. Jahrgang, Montag, 19. Juni 1961, S. 4
- E.R.: Ein neues Denkmal; in: Das Neue Mainz, Wirtschaft, Verkehr, Kultur: Heft 8, 1. bis 31. August 1961
- Andreas Scheidgen: Der 17. Juni 1953 in Mainz und das Mahnmal für das geteilte Deutschland am Fischtorplatz; Manuskript, ohne Ort und Jahr.
- Anne Kaminsky: Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR; Ch. Links Verlag; Auflage: 1. Auflage, 5. Juni 2007[3]
- Wilhelm Huber: Das Mainz-Lexikon, 3600 Stichworte zu Stadt, Geschichte, Kultur, Persönlichkeiten. Verlag Hermann Schmidt, Mainz; S. 155
Weblinks
- Mainz, Deine Denkmäler - Folge 2: "Unteilbares Deutschland" AStA der Uni Mainz
- Brunnen, Denkmäler und Plastiken in Mainz auf den Seiten der Universität Mainz
- Bild aus den 1970er Jahren auf flickr
- Bild auf panoramio
- 3-D-Bild
Einzelnachweise
- ↑ Das Mainz-Lexikon, S. 155
- ↑ a b Mainzer Anzeiger vom 19. Juni 1961, S. 4
- ↑ a b c Anne Kaminsky: Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR: Mahnmal 17. Juni 1953, S. 319 auf Google Books
- ↑ a b Linke verhüllen Einheitsdenkmal in Allgemeine Zeitung Mainz vom 19. August 2010
- ↑ Das Denkmal am Fischtorplatz passt nicht mehr in unsere Zeit. Es fordert die Unteilbarkeit Deutschlands und erhebt Anspruch auf heute polnische und russische Städte. Wir wollen durchsetzen, dass es abgebaut wird. Bündnis 90/Die Grünen in Mainz; online im Internet: 29. Februar 2012
- ↑ CDU Mainz-Altstadt: Stele am Fischtorplatz ist ausreichend, Christine Diehl, Stand: 18. August 2009
- ↑ Kritik: »Großdeutsche Träumerei abwracken!« – Einheitsdenkmal in Mainz verhüllt von linksjugend ['solid] wiesbaden, Stand: 18. August 2010
Kategorie:Deutsche Teilung Wiedervereinigung Kategorie:Denkmal in Mainz
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