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„Heinrich Stölzel“ – Versionsunterschied

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'''Heinrich Stölzel''' (*[[7. September]] [[1777]] in [[Schneeberg (Erzgebirge)]]; † [[16. Februar]] [[1844]] in [[Berlin]]) war ein deutscher Musiker.
'''Johann David Heinrich Stölzel''' (* [[7. September]] [[1777]] in [[Schneeberg (Erzgebirge)|Schneeberg]]; † [[18. Dezember]] [[1844]] in [[Berlin]]) war ein deutscher Musiker.


== Familie ==
Stölzel wurde als Sohn eines Stadtmusikers geboren. Er erlernte zahlreiche Instrumente zu spielen, so unter anderem [[Harfe]], [[Violine]], [[Trompete]] und [[Horn (Instrument)|Horn]]. Im Jahre [[1800]] stellte ihn Wilhelm I. Fürst von Pleß als [[Hautboist]] ein. Unter dieser Bezeichnung spielten damals die Militärmusiker. Bei dieser Anstellung spielte er Horn.
Heinrich Stölzel entstammte der weit verzweigten Familie Stölzel mit dem Ahnherrn Kaspar Stölzel, die ursprünglich aus [[Pöhla (Schwarzenberg)|Pöhla]] im [[Erzgebirge]] stammt. Sein [[Urgroßvater]] war der [[Schullehrer|Kirchschullehrer]] und [[Organist]] Heinrich Stölzel (1657–1718), [[Stammvater]] des Gothaer Stamms der Familie, sein Großvater der Hof- und Kammermusikus Gottlieb Stölzel (* 1701), der auch [[Ratsherr]] in [[Schleiz]] war. Zur Familie gehören auch dessen Bruder, der [[Kapellmeister]] [[Gottfried Heinrich Stölzel]] (1690–1749), der [[Chemiker]] [[Carl Stölzel]] (1826–1896) und der Rechts- und Geschichtswissenschaftler [[Adolf Stölzel]] (1831–1919), alle aus dem [[Gotha]]er Stamm sowie der [[Dresden|Dresdner]] [[Kupferstecher]] [[Christian Friedrich Stölzel]] (1751–1816) aus dem [[Oberscheibe]]r Stamm.


Stölzel war der Sohn des Schneeberger Stadtmusikers Christian Heinrich Stölzel und dessen zweiter Ehefrau Johanne Christine geborene Ixenschmidt aus [[Auerbach (Erzgebirge)|Auerbach]]. Aus der ersten Ehe seines Vaters hatte er noch drei Geschwister, u. a. seine Schwester Christian Friederike, die in zweiter Ehe mit dem [[Pszczyna|Pleßer]] Kammermusikus Leinigen verheiratet war.
In dieser Zeit widmete er sich auch der Weiterentwicklung des Horns, das damals noch als Inventionshorn gespielt wurde. Um den Tonumfang dieses Instruments, das nur aus Naturtönen sowie aus den Tönen, die durch das "Stopfen" erzielt werden konnten, zu erweitern, experimentierte er mit Ventilen, mit deren Hilfe er die Luft in dazwischengeschaltete Röhren umleiten, diese damit verlängern und einen tieferen Ton erzielen konnte. Bereits [[1814]] konnte auf einem seiner Ventilinstrumente gespielt werden.


Heinrich Stölzel war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Anna Josefa geborene Greupner aus [[Lendzin]], in zweiter Ehe mit Friederike geborene Bullinger, verwitwete Bayer (* 1792) aus Pleß. Aus seiner ersten Ehe hatte er eine Tochter und den Sohn:
Nachdem er von [[Friedrich Blühmel]], der unabhängig von ihm ein chromatisches Instrument mit Hilfe von Ventilen entwickelt hatte, dessen Patentrechte erworben hatte, wurde sein Instrument am [[12. April]] [[1818]] für 10 Jahre zum Patent angemeldet.
* Friedrich Moritz Heinrich Carl Stölzel (* 1809 in Pleß in [[Oberschlesien]]), wirkte als Schauspieler in [[Düren]], [[Ritzebüttel]], [[Zörbig]], [[Halberstadt]], [[Schwedt/Oder|Schwedt]] und zuletzt in [[Berlin]], wo er letztmalig 1865 im Adressbuch verzeichnet ist.<ref>{{Berliner Adressbuch|1865|571|Stölzel|Seite=567}}</ref>
Aus seiner zweiten Ehe hatte Stölzel zwei Söhne und vier Töchter.


== Leben ==
Noch im selben Jahr, am [[16. Oktober]] [[1818]] wurde das erste Werk für Ventilhorn uraufgeführt: Das ''Concertino für drei Waldhörner und ein chromatisches Ventilhorn'' geschaffen vom Komponisten und Hornisten [[Georg Abraham Schneider]].
Stölzel erlernte zahlreiche Instrumente zu spielen, so unter anderem [[Harfe]], [[Violine]], [[Trompete]] und [[Horn (Instrument)|Horn]]. Im Jahre 1800 stellte ihn Wilhelm&nbsp;I. Fürst von Pleß als [[Hautboist]] ein. Unter dieser Bezeichnung spielten damals die Militärmusiker. Bei dieser Anstellung spielte er Horn.


In dieser Zeit widmete sich Stölzel auch der Weiterentwicklung des Horns, das damals noch als [[Inventionshorn]] gespielt wurde. Um den Tonumfang dieses Instruments, der nur aus den Naturtönen sowie aus denen die durch das „Stopfen“ erzielt werden konnten bestand, zu erweitern, experimentierte er mit Ventilen, mit deren Hilfe er die Luft in dazwischengeschaltete Röhren umleiten, diese damit verlängern und einen tieferen Ton erzielen konnte. Bereits 1814 konnte auf einem seiner Ventilinstrumente gespielt werden.
Ausgehend von Stölzels Ventilhorn, das zunächst nur mit zwei Ventilen ausgestattet war, erfolgte eine Weiterentwicklung zu drei Ventilen, die auch bei anderen Blechblasinstrumenten eingebaut wurden und der ganzen Instrumentenfamilie völlig neue Einsatzmöglichkeiten in den Orchestern brachte. Bis um [[1860]] setzte sich das chromatische Horn in allen Orchestern durch.


Nachdem Stölzel von [[Friedrich Blühmel]], der unabhängig von ihm ein chromatisches Instrument mit Hilfe von Ventilen entwickelt hatte, dessen Patentrechte erworben hatte, wurde sein Instrument am 12. April 1818 für 10 Jahre zum Patent angemeldet. Noch im selben Jahr, am 16. Oktober 1818 wurde das erste Werk für Ventilhorn uraufgeführt: Das ''Concertino für drei Waldhörner und ein chromatisches Ventilhorn'' geschaffen vom Komponisten und Hornisten [[Georg Abraham Schneider]].
[[Kategorie:Mann|Stolzel, Heinrich]]
[[Kategorie:Deutscher|Stolzel, Heinrich]]
[[Kategorie:Hornist|Stolzel, Heinrich]]


Ausgehend von Stölzels Ventilhorn, das zunächst nur mit zwei Ventilen ausgestattet war, erfolgte eine Weiterentwicklung zu drei Ventilen, die auch bei anderen Blechblasinstrumenten eingebaut wurden und der ganzen Instrumentenfamilie völlig neue Einsatzmöglichkeiten in den Orchestern brachte. Bis um 1860 setzte sich das chromatische Horn in allen Orchestern durch.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.french-horn.net/index.php/texte/124-1814-heinrich-stoelzels-ventilerfindung.html |titel=1814 Heinrich Stölzels Ventilerfindung |autor=Robert Ostermeyer |werk=french-horn.net |abruf=2016-06-30}}</ref>
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== Literatur ==
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* ''Stölzel''. In: [[Bernhard Koerner]] (Hrsg.): ''Deutsches Geschlechterbuch (Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien)''. 20. Band. Görlitz 1912, S. 417 ff.; {{archive.org |deutschesgeschle20koer |Blatt=}}.
* Günther Dullat: ''Metallinstrumentenbau – Entwicklungsstufen und Technologie''. Verlag Erwin Bochinsky, 1989, ISBN 3-923639-79-1, S. 147–157.

== Weblinks ==
* [https://www.french-horn.net/index.php/texte/124-1814-heinrich-stoelzels-ventilerfindung.html Stölzels Ventilerfindung.] french-horn.net; abgerufen am 11. April 2015.

== Einzelnachweise ==
<references />

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Aktuelle Version vom 22. Februar 2025, 00:08 Uhr

Johann David Heinrich Stölzel (* 7. September 1777 in Schneeberg; † 18. Dezember 1844 in Berlin) war ein deutscher Musiker.

Heinrich Stölzel entstammte der weit verzweigten Familie Stölzel mit dem Ahnherrn Kaspar Stölzel, die ursprünglich aus Pöhla im Erzgebirge stammt. Sein Urgroßvater war der Kirchschullehrer und Organist Heinrich Stölzel (1657–1718), Stammvater des Gothaer Stamms der Familie, sein Großvater der Hof- und Kammermusikus Gottlieb Stölzel (* 1701), der auch Ratsherr in Schleiz war. Zur Familie gehören auch dessen Bruder, der Kapellmeister Gottfried Heinrich Stölzel (1690–1749), der Chemiker Carl Stölzel (1826–1896) und der Rechts- und Geschichtswissenschaftler Adolf Stölzel (1831–1919), alle aus dem Gothaer Stamm sowie der Dresdner Kupferstecher Christian Friedrich Stölzel (1751–1816) aus dem Oberscheiber Stamm.

Stölzel war der Sohn des Schneeberger Stadtmusikers Christian Heinrich Stölzel und dessen zweiter Ehefrau Johanne Christine geborene Ixenschmidt aus Auerbach. Aus der ersten Ehe seines Vaters hatte er noch drei Geschwister, u. a. seine Schwester Christian Friederike, die in zweiter Ehe mit dem Pleßer Kammermusikus Leinigen verheiratet war.

Heinrich Stölzel war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Anna Josefa geborene Greupner aus Lendzin, in zweiter Ehe mit Friederike geborene Bullinger, verwitwete Bayer (* 1792) aus Pleß. Aus seiner ersten Ehe hatte er eine Tochter und den Sohn:

Aus seiner zweiten Ehe hatte Stölzel zwei Söhne und vier Töchter.

Stölzel erlernte zahlreiche Instrumente zu spielen, so unter anderem Harfe, Violine, Trompete und Horn. Im Jahre 1800 stellte ihn Wilhelm I. Fürst von Pleß als Hautboist ein. Unter dieser Bezeichnung spielten damals die Militärmusiker. Bei dieser Anstellung spielte er Horn.

In dieser Zeit widmete sich Stölzel auch der Weiterentwicklung des Horns, das damals noch als Inventionshorn gespielt wurde. Um den Tonumfang dieses Instruments, der nur aus den Naturtönen sowie aus denen die durch das „Stopfen“ erzielt werden konnten bestand, zu erweitern, experimentierte er mit Ventilen, mit deren Hilfe er die Luft in dazwischengeschaltete Röhren umleiten, diese damit verlängern und einen tieferen Ton erzielen konnte. Bereits 1814 konnte auf einem seiner Ventilinstrumente gespielt werden.

Nachdem Stölzel von Friedrich Blühmel, der unabhängig von ihm ein chromatisches Instrument mit Hilfe von Ventilen entwickelt hatte, dessen Patentrechte erworben hatte, wurde sein Instrument am 12. April 1818 für 10 Jahre zum Patent angemeldet. Noch im selben Jahr, am 16. Oktober 1818 wurde das erste Werk für Ventilhorn uraufgeführt: Das Concertino für drei Waldhörner und ein chromatisches Ventilhorn geschaffen vom Komponisten und Hornisten Georg Abraham Schneider.

Ausgehend von Stölzels Ventilhorn, das zunächst nur mit zwei Ventilen ausgestattet war, erfolgte eine Weiterentwicklung zu drei Ventilen, die auch bei anderen Blechblasinstrumenten eingebaut wurden und der ganzen Instrumentenfamilie völlig neue Einsatzmöglichkeiten in den Orchestern brachte. Bis um 1860 setzte sich das chromatische Horn in allen Orchestern durch.[2]

  • Stölzel. In: Bernhard Koerner (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch (Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien). 20. Band. Görlitz 1912, S. 417 ff.; archive.org.
  • Günther Dullat: Metallinstrumentenbau – Entwicklungsstufen und Technologie. Verlag Erwin Bochinsky, 1989, ISBN 3-923639-79-1, S. 147–157.

Einzelnachweise

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  1. Stölzel. In: Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, 1865, S. 567.
  2. Robert Ostermeyer: 1814 Heinrich Stölzels Ventilerfindung. In: french-horn.net. Abgerufen am 30. Juni 2016.