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Legio V Alaudae

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Die Legio V Alaudae war eine römische Legion. Sie wurde um das Jahr 52 v. Chr. von Gaius Iulius Caesar in der Provinz Gallia Narbonensis aufgestellt.[1] Ihr Beiname geht auf eine keltische, von den Römern übernommene Bezeichnung für die Haubenlerche (alauda) zurück.

Die Legion nahm unter Caesar am Bürgerkrieg teil und zeichnete sich in der Schlacht bei Thapsus 46 v. Chr. im Kampf gegen die Elefanten des Königs Juba aus. Der Elefant war fortan das Emblem der Legion. Nach dem Tod Caesars kämpfte die Legion auf der Seite des Marcus Antonius[2] bei Mutina, Philippi und vermutlich gegen die Parther. Nach der Niederlage des Antonius gegen Octavian, den späteren Augustus, wurde die Legio V Alaudae auf die iberische Halbinsel versetzt, wo sie am Krieg gegen die Cantabrer teilnahm.

Später wurde die Legion an die Rheingrenze verlegt. Nicht geklärt ist, ob sie oder eine andere 5. Legion, die Legio V Gallica (die aber von einigen Wissenschaftlern mit der V Alaudae gleichgesetzt wird), bei der Niederlage des Lollius 17 oder 16 v. Chr. ihren Adler verlor.[3] Die Legion dürfte an den folgenden Feldzügen gegen die Germanen unter Drusus und Tiberius teilgenommen haben. Im Jahr 9 n. Chr. war sie eine der fünf Legionen der germanischen Garnison unter Publius Quinctilius Varus. Zusammen mit der Legio I Germanica blieb sie zum Schutz der Rheingrenze zurück und entging so der Vernichtung in der Varusschlacht.

Ihre Garnison lag 14 n. Chr. in der rechten (vornehmeren) Hälfte des Doppellegionslagers von Vetera beim heutigen Xanten.[4] Sie nahm an der Meuterei der Legionen nach dem Tod des Augustus[5] und an den Feldzügen des Germanicus teil.[6] in den folgenden Jahrzehnten blieb die Legion in Vetera.

Grabmal des Lucius Poblicius

Im Jahr 68 nahm sie an der Niederschlagung des Vindex-Aufstands teil. Im folgenden Jahr unterstützte die Legion die Erhebung des Vitellius zum Kaiser; ein großer Teil mit dem Adler marschierte nach Italien und nahm an den Kämpfen gegen Otho[7] und später im Jahr gegen die Streitkräfte Vespasians teil. Legat der Legion zur Zeit der Niederlage in der zweiten Schlacht von Bedriacum war Fabius Fabullus.[8] Die in Niedergermanien zurückgebliebenen Reste der Legion wurden in den Bataveraufstand verwickelt, in Vetera belagert[9] und beim Abmarsch nach ihrer Kapitulation aufgerieben.[10] Die Legion wurde nach dem Bürgerkrieg des Vierkaiserjahres nicht neu aufgestellt.

Epigraphisch sind mehrere Militärtribunen und Soldaten der Legio V Alaudae belegt. Ein Veteran der Legion, Lucius Poblicius, errichtete sich in der Mitte des 1. Jahrhunderts ein prächtiges Grabmal bei Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln), das wiederaufgebaut im Römisch-Germanischen Museum Köln steht.

Literatur

Anmerkungen

  1. Sueton, Caesar 24; vgl. Plinius der Ältere, naturalis historia 11, 121.
  2. Vgl. Marcus Tullius Cicero, Ad Atticum 16, 8.
  3. Velleius Paterculus 2, 97,1: accepta in Germania clades sub M. Lollio ... amissaque legionis quintae aquila vocavit ab urbe in Gallias Caesarem „die in Gallien unter M. Lollius erlittene Niederlage ... und der Verlust des Adlers der 5. Legion rief Caesar (= Augustus) von Rom nach Gallien“.
  4. Tacitus, Annales 1, 45.
  5. Tacitus, Annales 1, 31 und 1, 45,
  6. Tacitus, Annales 1, 51 und 1, 64.
  7. Tacitus, Historien 1, 61; 2, 43; 2, 100.
  8. Tacitus, Historien 3, 14 und 22.
  9. Tacitus, Historien 4, 35.
  10. Tacitus, Historien 4, 60.