Zum Inhalt springen

Fidschi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. Juni 2005 um 02:16 Uhr durch 82.135.67.190 (Diskussion) (Probleme zwischen Indern und Melanesiern). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
---Sidenote START---
Republic of Fiji Islands
Na Matanitu ko Viti
Republik Fidschi-Inseln
Flagge der Fidschiinseln
Flagge der Fidschiinseln
Wappen der Fidschiinseln
Wappen der Fidschiinseln
(Details) (Details)
Amtssprache Englisch, Fidschi
Hauptstadt Suva
Staatsform Republik
Präsident Ratu Josefa Iloilo
Premierminister Laisenia Qarase
Fläche 18.270 km²
Einwohnerzahl 893.354 (Stand Juli 2005 geschätzt)
Bevölkerungsdichte 48,9 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit von Großbritannien am 10. Oktober 1970
Währung Fidschi-Dollar (FJD)
Zeitzone UTC+12
Nationalhymne God Bless Fiji
Kfz-Kennzeichen FJI
Internet-TLD .fj
Vorwahl +679
Karte Ozeaniens, Fidschi hervorgehoben
Landkarte der Fidschiinseln
Landkarte der Fidschiinseln

Fidschi (engl.: Fiji Islands) ist ein Inselstaat im Südpazifik nördlich von Neuseeland und östlich von Australien. Fidschi ist eine Republik seit 1970, die Hauptstadt Suva liegt auf der Insel Viti Levu.

Geographie

Die Fidschi-Inseln bestehen aus ca. 900 Inseln und Inselchen mit einer Gesamtfläche von 18.270 km² (entspricht etwa der Fläche von Sachsen) und 893.354 Einwohnern. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 1.129 km.

Zur Republik Fidschi gehören die Inseln

sowie die Inselgruppen

Die beiden erstgenannten Inseln bilden 90% der Landfläche von Fidschi.

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs oder durch Korallentätigkeit entstanden.

Der höchste Berg ist mit 1.324 m der Mount Victoria oder Tomanivi auf Viti Levu.

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich aus indigenen polynesischen Einwohnern, Indern (ca. 44%), Chinesen und Europäern zusammen. Die Fidschianer bilden 51% der Einwohner. Sie sind alle Christen, die Inder meist Hindus, zum Teil aber auch dem Islam zugewandt. Insgesamt gibt es 38% Hindus, 37% Methodisten, 9% Katholiken, 8% Muslime und 8% sonstige Religionen.

Geschichte

Der Archipel wurde für den europäischen Kulturkreis am 6. Februar 1643 von Abel Tasman entdeckt. 1874 wurden die Inseln britische Kronkolonie. Die innere Autonomie erhielt der Staat 1966. 1970 wurde die Inselgruppe schließlich unabhängig. Nach zwei Staatsstreichen durch Sitiveni Rabukas wurde Fidschi 1987 vom Commonwealth ausgeschlossen. 1990 wurde eine neue Verfassung eingeführt, die die Indo-Fidschianer stark benachteiligte. Im Jahr 1992 gewinnt Sitiveni Rabukas die Wahlen. 1997 wurde Fidschi wieder in das Commonwealth aufgenommen und es wurde eine neue Verfassung eigeführt. Die Fiji Labor Party (FLP) gewinnt 1999 die Wahlen und stellt den ersten indo-fidschianischen Premierminister. Im Jahr 2000 wurde von Zivilisten ein Staatsstreich herbeigeführt. Daraufhin kam es zu einer neuen Regierung mit einheimischen Fidschianer. 2001 wurden die Nationalisten (Fijian People's Party SDL) Wahlsieger. Die nächsten Wahlen stehen 2006 an.

Politik

Zusammensetzung des Repräsentantenhauses (71 Sitze):

  • Fijian People's Party (SDL) 45%
  • Fiji Labor Party (FLP) 38%
  • Matanitu Vanua (Konservative Allianz) (MV) 8%
  • New Labor Unity Party (NLUP) 3%
  • Sonstige 3%
  • Unabhängige 3%

Der Senat (32 Sitze) wird vom Präsidenten (Ratu Josefa Iloilo) ernannt.


Außenpolitik

Durch die Staatsstreiche und die Diskriminierung der Indo-Fidschianer hat das ansehen Fidschis international sehr gelitten.

Fidschi ist UN-Mitglied seit 1970.

Militär

Die meißten Soldaten sind Melanesier. Etwa 20% steht in UN-Diensten und wurde im Libanon und Ägypten eingesetzt. Fidschi gibt ca. 32 Millionen US-$ für das Militär im Jahr aus.

Die Mannstärke beträgt 3.500. Jährlich werden 34.000.000 US-$ für das Militär ausgegeben.

Wirtschaft

Das BSP pro Kopf einkommen leigt bei ca. 5.900 US-$. Die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 5%.

Fidschi hat eine gute diversifizierte Wirtschaft. Die solide Infrastruktur ist für den Tourismus sehr wichtig. Außerdem liegt Fidschi an pazifischen Flugrouten, wobei Suva der Sitz vieler regionaler und internationaler Organisationen ist.

Nach dem Putsch im Jahr 2000 sank der Wirtschaftsertrag um 12,5%. Viele indo-fidschianische Fachleute wandern wegen den gesellschaftlichen Problemen ab. Die Zuckerernte ist sehr anfällig für Dürre. Dazu kommt, das die Weltpreise für die Hauptexportwaren Zucker, Kopra und Gold stark schwanken.

Die Hauptindustrie besteht aus dem Tourismus, dem Anbau von Zucker, der Herstellung von Kleidung, Kopra und dem Abbau von Gold und Silber.

33% der Exporte gehen nach Australien, 15% in die USA. Die restlichen 52% gehen in die Länder wie z.B. Großbritannien, Japan und Neuseeland.

Die Importe kommen zu 42% aus Australien, 14% aus den USA und 44% aus Neuseeland, Japan, Singapur und anderen Ländern.

Im Jahr werden ca. 36.000 Tonnen Fisch in Fidschi gefischt. Es gibt ca. 345.000 Rinder, 235.000 Ziegen, 140.000 Schweine und 3,9 Millionen Hühner in Fidschi.

Fidschi erzeugt 750.000 kW. 95% dieses Stroms liefert ein Wasserkraftwerk bei Monasavu.

Medien

In Fidschi gibt es zwei Tageszeitungen, die Fiji Times und die Daily Post. Außerdem gibt es noch die Nai Lalakai und die Shanti Dut, sie erscheinen wöchentlich. Die tägliche Zeitungsauflage beträgt 51 auf 1000 Einwohner.

Es gibt nur einen staatlichen TV-Sender. Dazu kommen noch ein staatlicher und drei unabhängige Radiostationen.

Die derzeitige Regierung tritt sehr stark für die Pressefreiheit ein. Die örtlichen Medien berichten jedoch oft über Korruptionsfälle, deswegen hat die Polizei schon des Öfteren solche Sendungen unterbunden.

Es gibt ca. 102.000 Telefonanschlüsse, 109.000 Mobiltelefone, 541.500 Radios, 91.000 Fernseher und 55.000 Internetanschlüsse.

Kriminalität

Die meisten Verbrechen in Fidschi sind Diebstahl und alkoholbedingte Gewalt. Nach dem Staatsstreich 2000 übten viele Fidschianer Selbstjustiz aus.

Zur Zeit sind ca. 960 Häftlinge in Gefängnissen.

Es gibt keine Todesstrafe.

Bildung

Ursprünglich war das Schulsytem am britischen System orientiert. Jetzt erfolgt die Schulbildung meißt durch lokale Komitees. Zunehmend wird nach Rassen getrennt. Erst seit 2002 sind Schläge mit der Gerte verboten.

Es gibt ca. 8.600 Studenten in Fidschi. 6,3% der Fidschianer sind Analphabeten. Jährlich gibt die Regierung 105.955.200 US-$ für die Bildung aus.

Es gibt keine Schulpflicht.

Gesundheit

Gegen eine symbolische Gebühr werden alle medizinisch behandelt. Tropenkrankheiten kommen nicht vor, aber 0,07% der Erwachsenen haben Aids.

Es gibt 290 Ärtze in Fidschi. 59.090.400 US-$ gibt der Staat jährlich für die Gesundheit aus. Ein Fidschianer nimmt täglich ca. 2.890 cal auf.


Probleme zwischen Indern und Melanesiern

Von 1879 bis 1916 wurden indische Arbeiter von den Briten ins Land gebracht. Dies brachte dramatische Folgen mit sich. Zwischen 1946 und 1997 gab es mehr Inder als Melanesier in Fidschi. In den Jahren von 1987 bis 2000 führten mehrere von Melanesiern inszenierte Staatsstreiche zu einem Massenexodus der Inder. Besonders die Wirtschaft litt nach dem letzten Putsch.


Vorlage:Navigationsleiste Staaten in Ozeanien