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Wikipedia:Fototipps

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. Mai 2005 um 15:07 Uhr durch Steschke (Diskussion | Beiträge) (Portraits: typo). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

Die Fototipps sollen grundlegende Hinweise für brauchbare Bilder in der Wikipedia geben. Vorläufig werden sie hier erarbeitet, die Seite ist also noch Baustelle und Diskussionraum.

Das Ziel ist es, Gelegenheitsfotografen einige Hinweise zu geben, wie sie mit wenigen Tricks und Kniffen gute Bilder erzeugen. Der Blick soll geschärft werden, um die gröbsten handwerklichen Mängel hinzuweisen und zu zeigen, wie sie sich vermeiden lassen und zu verdeutlichen, worauf es bei Fotos für die Wikipedia ankommt. Das sollte praxisnah und konkret anhand von guten und schlechten Beispielen und mit "Gebrauchsanweisung" geschehen.

Oft lässt sich einiges verbessern, was aber nicht jeder weiß (und auch nicht wissen muss), der Fotos zur Verfügung stellen will. Manches unansehnliche Bild kann sich durch geschickte Bildbearbeitung noch zu einem Prunkstück entwickeln. Der eine oder andere hier ist sicher bereit, auch mal ein Bild nachzubearbeiten. Dazu sollte möglichst das Originalbild zur Verfügung gestellt werden. In der Wikipedia:Bildwerkstatt können Bilder zur Nachbearbeitung vorgeschlagen werden.

Hier findet ihr zunächst allgemeine Tipps, die sich so gut wie überall anwenden lassen. Wie ihr vielleicht wisst, werden von Zeit zu Zeit Bilder zu Exzellenten Bildern gewählt. Das ist ein Ziel vieler Wikipedianer. Um dies Ziel zu erreichen, muss das Bild jedoch einige Merkmale aufweisen, welche auch Fotos im allgemeinen ansprechender und interrsessanter machen.


Fotografieren

Motivgestaltung

  • Goldener Schnitt Anwendung (Beispiel und Sichtbarmachung)
  • Wesentliche Merkmale des abzubildenden Objekts oder Subjekts sollten erkennbar sein
  • Je weniger (störender) Hintergrund desto besser
  • Je Kontrastreicher, das Bild desto interessanter wirkt es
  • Bei sehr großen oder kleinen Objekten, kann ein Hinweis auf die Größe sinnvoll sein (...)
  • Möglichst vermeiden bei Gegenlicht zu fotografieren (Position wechseln wenn Möglich, siehe aber auch Artikel. wenn es nicht möglich ist: Blitz einschalten
  • Probiert einfach verschiedenes aus, welche Perspektive und Bildposition letztendlich gewählt wird kann man auch noch in Ruhe am heimischen PC Wählen.
  • Fotografiert lieber mehr als zu Wenig, der Bildausschnitt kann nachträglich verändert werden, v.A. bei höheren Auflösungen.
  • Extreme Lichtverhältnisse verlangen ein hohes fotografisches Können, manchmal auch teure Spezialtechnik. Strahlender Sonnenschein ist nur selten geeignet, gute Bilder zu machen, Nacht- und Gegenlichtaufnahmen verlangen meist manuelle Belichtung, gegebenenfalls Umrechnungen und Erhöhungen der Belichtungszeit bei sehr langen Zeiten.

Licht

Innenaufnahmen

...

Tageslicht

...

Nachtaufnahmen

Nachtaufnahme eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang
Datei:Vantaa-104.jpg
Nachtaufnahme mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten

Nachtaufnahmen benötigen aufgrund der vorherrschenden Dunkelheit eine lange Belichtungszeit, in der Regel im Bereich von 1/10 bis 10 Sekunden. Sie sind deshalb ohne Stativ oder stabile Unterlage nicht in ansprechender Qualität zu erstellen.

Das Hauptproblem bei Nachtaufnahmen ist neben der langen Belichtungszeit der extreme Kontrast zwischen sehr hellen Lichtquellen und dem tiefen Schwarz der Nacht. Insbesondere digitale Kameras stoßen hier schnell an ihre Grenzen und die Belichtungszeit und Blende muss sehr sorgfältig gewählt werden. Es empfiehlt sich, mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen zu erstellen, um später die beste auswählen oder gar mehrere zu einem Bild kombinieren zu können.

Die besten Nachtaufnahmen entstehen nicht bei absoluter Dunkelheit, sondern kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang während der so genannten blauen Stunde. Durch die dann schon oder noch vorhandene Beleuchtung wirkt die Szene wie eine Nachtaufnahme, aber durch das noch vorhandene restliche Licht der Dämmerung sind auch die sonst unbeleuchteten Motivteile sichtbar.

Bei Nachtaufnahmen ist der Schwarzschildeffekt zu beachten. Dies bedeutet vereinfacht, daß ab Belichtungen von ca. einer Sekunde die Belichtungsmessung von Kameras oder Belichtungsmessern nicht mehr richtig funktioniert. Die Belichtungszeit muß manuell verlängert werden. Da es hierfür bisher kein zuverlässiges mathematisches Modell gibt, empfiehlt sich eine Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Verlängerungsfaktoren. Als sehr grobe Faustregel kann man bei 10 sek. gemessener Zeit 15 sek. belichten, bei 60 sek. gemessener Zeit 120 sek. belichten. Der Grad der Verlängerung hängt stark vom verwendeten Filmmaterial ab.

Bei der Digitalfotografie tritt dieser Effekt nicht auf, da die verwendeten CCD-Chips bzw. CMOS-Bildsensoren nicht an Empfindlichkeit verlieren. Allerdings machen sich bei den Langzeitaufnahmen andere Effekte bemerkbar, z. B. das Dunkelrauschen oder Überstrahlungen ('Ausfressen').

Nachtaufnahmen erscheinen im fertigen Bild auf herkömmlichen Filmen wärmer als man es in der Natur sieht. Dies liegt an der Farbtemperatur künstlicher Lichtquellen, welche geringer als die der Sonne oder von Blitzlichtern ist. In gewissen Grenzen kann man dies in einer Bildbearbeitung ausgleichen.

Wenn die verwendete Kamera lange Belichtungszeiten zulässt, sind Nachtaufnahmen relativ problemlos möglich sofern man ein Stativ verwendet oder die Kamera auf irgendeinen Gegenstand stellen kann. Hierbei empfiehlt es sich, den Selbstauslöser zu benutzen, weil man dann mit beiden Händen die Kamera festhalten kann.


Blitzlichtaufnahmen

Die in Kameras eingebauten Blitzgeräte eignen sich nur sehr bedingt zum Anfertigen guter Bilder. Dabei ist der Kaufpreis der Kamera egal, selbst eingebaute Blitze in Spiegelreflexkameras jenseits der 1000 Euro reichen - je nach verwendetem Film - nur bis ca. 4 oder 6 Meter. Außerdem bringen diese schwachen Blitze recht harte Schlagschatten. Als Notlösung kann man ein Stück Transparentpapier vor den Reflektor kleben, dadurch verringert sich die Reichweite noch mehr. Abhilfe ist nicht einfach, es gibt kein Patentrezept wenn man nicht die Möglichkeit hat, viel Geld auszugeben (oder es nicht möchte). Ein möglicher Ausweg ist der Erwerb eines gebrauchten leistungsstarken Blitzes und etwas Bastelei wie hier beschrieben.

Gegenlicht

Blick von der Brücke zur Insel Seurasaari (Helsinki)

Automatikprogramme von Kameras funktionieren selten befriedigend bei Gegenlichtaufnahmen. Die automatisch belichteten Bilder werden meist zu dunkel, wenn die Lichtquelle(n) im Messbereich liegen. Falls die Kamera es zulässt, empfiehlt sich mehrfache Spotmessung auf bildwichtige Bereiche, die Berechnung eines Mittelwertes und manuelle Einstellung der Kamera. Beim rechten quadratischen Bild wurde mit einer EOS-5 der rechte und linke Bildbereich mit 8 - 1/350 gemessen, die Reflektionen im Wasser mit 11 - 1/500 und die Kamera dann auf 22 - 1/60 eingestellt weil Wasser bei einer Belichtungszeit von ca. 1/60 am realistischsten aussieht.


Die Film- oder Sensorempfindlichkeit

Der ISO-Wert (auch ASA-Wert) gibt die Empfindlichkeit des Filmmaterials oder des Sensors der Digitalkamera an. Dieser kann bei Analogkameras durch Auswahl des entsprechenden Filmes gewählt werden. Bei Digitalkameras ist dieser einstellbar - je nach Modell im Bereich zwischen ISO 50 und ISO 3200 - oder wird vollautomatisch gewählt.

Je höher der ISO Wert, desto größer die Körnigkeit beziehungsweise das Bildrauschen, aber desto kürzer kann bei gleicher Blende auch die Belichtungszeit ausfallen. Umgekehrt kann bei gleicher Belichtungszeit eine kleinere Blende gewählt und damit eine höhere Schärfentiefe erzeugt werden. Werte größer als ISO 200-400 sollten nur dann verwendet werden, wenn es die Situation unbedingt erforderlich macht.

Schärfe

Bilder sollten scharf sein, weil in einem scharfen Bild mehr Details als in einem unscharfen Bild enthalten sind. Man unterscheidet zwischen Bewegungsunschärfe und Verwacklung. Bei ersterem bewegt sich das Objekt während der Aufnahme, bei letzterem bewegt sich der Fotograf. Verwacklungen lassen sich durch eine kurze Belichtungszeit verhindern. Als Faustregel gilt, das bei Freihandaufnahmen diese Zeit nicht länger als das Reziproke der Brennweite sein sollte. Eine Aufnahme mit einer Brennweite von 100 mm sollte also Freihand nicht länger als 1/100 Sekunde belichtet werden. Eine Alternative zu den kurzen Belichtungszeiten ist die Benutzung eines Stativs.

Schärfentiefe

Geringe Tiefenschärfe und dadurch unscharfer Hintergrund

Die Schärfentiefe (umgangssprachlich oft Tiefenschärfe genannt) gibt den Bereich an, der vor und hinter dem anfokussierten Punkt noch scharf ist. Oft ist bei dokumentierender Fotografie eine hohe Tiefenschärfe sinnvoll, da so viele Teile des Objektes scharf abgebildet werden. Eine hohe Tiefenschärfe erreicht man durch eine kleine Blende (= hoher Blendenwert, also zum Beispiel f/32) und durch eine im Vergleich zur Tiefe eines Objektes große Entfernung von diesem.

Eine geringe Tiefenschärfe macht dann Sinn, wenn man möchte, dass sich das Objekt deutlich vom Hintergrund abhebt und dies nicht anderweitig erreichen kann. Eine geringe Tiefenschärfe ist deshalb zum Beispiel ein beliebtes Stilmittel bei der Portraitfotografie, bei der der Umriss eines Kopfes nicht fließend in den Hintergrund übergehen soll, sondern sich von diesem abhebt. Eine geringe Tiefenschäre erreicht man durch eine große Blende (= kleiner Blendenwert, also zum Beispiel f/1.4) und durch eine im Vergleich zur Tiefe eines Objektes geringe Entfernung von diesem.


Blende und Belichtungszeit

Geschlossene Blende (22 links), Blende 11 (mitte) und offene Blende (3,5 rechts) im Vergleich

Die Blende ist eine im Objektiv befindliche, aus mehrere Lamellen bestehende Konstruktion, welche ein in der Größe veränderliches Loch bildet. Eine große Blende sorgt dafür, dass viel Licht auf den Film oder Sensor gelangen kann, aber durch die Beugung der Lichtstrahlen im Objektiv sorgt sie auch für eine geringe Tiefenschärfe.

Zusammenhänge:



Nachbearbeiten

Mit der passenden Software lassen sich mehr oder weniger verunglückte digital aufgenommene oder eingescannte Bilder relativ leicht verbessern. auch wenn Wunder nicht zu erwarten sind. Eine Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop Elements gehört bei Digitalkameras normalerweise zum Lieferumfang. Weitere Helferlein gibt es als Shareware oder aus Fleisch und Blut bei Wikipedia:Bildwerkstatt.

Ausschnitt wählen

...

Helligkeitsverteilung optimieren

...

Kontrast optimieren

...

Farben optimieren

...

Retuschieren

...

Skalieren

...

Schärfen

...

Bildformat und Transparenz

Dateiformat

  • Fotos sollten im JPG-Format mit einer hohen Qualitätseinstellung gespeichert werden, da dies eine hohe Kompression bei nicht sichtbaren Qualitätsverlusten erlaubt.
  • Zeichnungen und Bildschirmfotos sollten im verlustfreien PNG-Format gespeichert werden, da durch die hier üblichen abrupten Farbwechsel auch bei hohen JPG-Qualitätseinstellungen Qualitätseinbußen entstehen würden. Das GIF-Format gilt hierbei als veraltet.
  • Animationen können im GIF-Format gespeichert werden. Das MNG-Format für Animationen wird bislang nur von wenigen Browsern unterstützt und ist daher momentan nicht zu empfehlen.


Auflösung

Die Auflösung sollte möglichst hoch sein, da Artikel der Wikipedia auch in gedruckter Form erscheinen. Die Auflösung sollte aber dem abgebildeten Objekt und der Qualität der Aufnahme angemessen sein. Es macht also zum Beispiel keinen Sinn Aufnahmen nachträglich zu interpolieren, nur um eine höhere Bildgröße zu erhalten: Die Bildqualität verbessert sich dadurch nicht. Software wie 'S-Spline' welche Bilder hochrechnen, sind daher mit Vorsicht zu genießen , deren Ergebnisse können (müssen aber nicht) ein nur scheinbar besseres Ergebnis liefern.

Transparenz

Objekte sollten, wenn dies ohne Qualitätseinbußen möglich ist, ohne Hintergrund (transparent) abgebildet werden, da sie sich so farblich leichter an den Hintergrund der Seite anpassen lassen.

weißer Hintergrundtransparenter Hintergrund

Beispiele

  • Beispiel 1: ein Foto aus dem Artikel Kaarst von Historiograf. Es wurde offensichtlich freihändig mit einer einfachen, automatischen Digitalkamera aufgenommen.

Spezielle Tipps zu bestimmten Motiven

Architektur

stürzende Linien durch Verwendung eines kurzbrennweitigen Objektivs (30mm bei Mittelformat)

Das bekannteste Problem sind stürzende Linien. Diese sind mit Shift-Objektiven oder in einer Bildbearbeitung korrigierbar. Allerdings sehen Gebäude ohne stürzende Linien unnatürlich aus, weil der Mensch die stürzenden Linien in der Natur ebenfalls sieht. Die Wirkung stürzender Linien ist sehr umstritten und subjektiv.

Stürzende Linien entstehen beim Kippen der Kamera oder bei Verwendung extrem kurzbrennweitiger Objektive.

Architekturaufnahmen bringen oft das Problem, dass man die gemachten Bilder mit 'Postkarten' oder Hochglanzbildbänden vergleichen will oder muss. Sehenswürdigkeiten, bekannte Gebäude usw. wurden meist schon oft professionell fotografiert so dass man es schwer hat, seine eigenen Bilde mit diesen Profifotos zu vergleichen. Professionelle Architekturfotos verlangen einen sehr hohen Material- und Zeitaufwand und teure Technik. Bilder für die Wikipedia können diesen Anspruch oft nicht erfüllen, wenn es nur um die Darstellung eines Bauwerks geht, kann man nicht immer die Meßlatte so hoch ansetzen wie bei bekannten Bildern.


Personen

Datei:Amundsen.jpg
Amundsen

Portraits

Personen sind Teilweise auch recht schwierig zu Fotographieren, meistens sind diese im Stress, oder haben einfach "kein Bock drauf". Schnelle Schnappschüsse sind teilweise besser als gestellte oder inszenierte Bilder. Es ist vorteilhaft, wenn man mit leichtem Tele arbeitet um der Person nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken. Wenn man dann auch noch eine Große Blendenöffnung wählt, wird der Hintergrund unscharf und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Gesicht der Person.

Personen in Szene

Klaus Doldinger

Hier gilt zum Großteil dasselbe wie bei der Porträtphotographie, jedoch kann man hier auch noch den Kontext in dem die Person steht erläutern. Beispiele:

  • Schriftsteller - schreibend
  • Komponist oder Pianist an Klavier
  • Saxophonist - Saxophonspielend (siehe Bild)
  • Polarforscher am Pol (siehe Bild)
  • etc.

Gruppenbilder

Akte


Gegenstände

Stillleben

Datei:Bernd das Brot cup.jpg
Tasse

Ruhende Gegenstände sind vergleichsweise einfach zu fotografieren. Wichtig ist neben einer passenden Beleuchtung auch der Hintergrund, welcher sich vom Hauptmotiv farblich oder in der Bildschärfe abheben sollte. Es empfiehlt sich, verschiedene Blickwinkel auszuprobieren oder zu überdenken und den Bildausschnitt sorgfältig zu wählen. Speziell bei recht kleinen Gegenständen, welche aus einer nicht zu großen Entfernung aufgenommen werden, sind einige der beim Punkt Makroaufahmen beschriebenen Probleme zu beachten – insbesondere die Schärfentiefe.

Die Beleuchtung erfolgt am besten seitlich, nie nur von hinten und selten nur frontal. Am wirkungsvollsten ist die Verwendung mehrere Lichtquellen oder von Reflektoren wie großen weißen Blättern, da dadurch neben dem Kernschatten mehrere Halbschatten entstehen, welche insgesamt weicher und natürlicher wirken. Den Einsatz des Blitzes sollte man aufgrund der oft auftretenden Reflexionen und harten Schatten möglichst vermeiden und statt dessen eine etwas längere Belichtungszeit und die Verwendung eines Stativs oder einer Unterlage in Betracht ziehen.

Bewegte Objekte

Datei:M schumacher2.jpg
schnelles Objekt

Bei bewegten Objekten wie Flugzeugen, Hasen, Marathonläufern möglichst den Bildausschnitt so wählen, dass in der Bewegungsrichtung mehr Platz bis zum Bildrand bleibt als auf der gegenüberliegenden Seite. Das unterstreicht die Dynamik.

Bei sehr schnellen Objekten, sollte die Kammera in Bewegungsrichtung nachgezogen werden. In diesem Fall wird dann nicht das Objekt sondern der Hintergrund unscharf (Bewegungsunschärfe).

Naturaufnahmen

Pflanzen

eine Orchidee

Pflanzen sind aufgrund ihrer Ortsgebundenheit ein geduldiges, vergleichsweise einfach zu fotografierendes Motiv. Es empfiehlt sich, verschiedene Kamerapositionen auszuprobieren oder zu überdenken, immer den Hintergrund mit zu beachten und den Bildausschnitt sorgfältig zu wählen. Beim dokumentarischen Fotografieren ist es oft sinnvoll, nicht nur die Blüte, sondern auch Blätter und Stängel mit zu fotografieren. Detaillaufnahmen von Blüten sind schwieriger, da diese oft weiter unten beschriebene Makroaufnahmen darstellen.


Tiere

eine Blaumeise

Bei Tieren gilt im Prinzip das im Abschnitt Pflanzen und Gegenstände gesagte mit der zusätzlichen Herausforderung, dass Tiere oft nicht stillhalten. Es ergeben sich ständig neue Situationen, in denen ein anderer Blickwinkel, eine andere Beleuchtung, Brennweite oder eine andere Kameraeinstellung optimal wäre. Meist müssen sehr viele Aufnahmen gemacht werden, um ein brauchbares Bild zu erhalten.

Für ein dokumentarisches Foto empfiehlt es sich, das Tier eine längere Zeit zu beobachten und typische Verhaltensweisen herauszufinden.

Wasser

Fließendes Wasser

Fließendes Wasser sollte - wenn Natürlichkeit gewünscht ist - mit einer Belichtungszeit von 1/60 sek. fotografiert werden. Kürzere Zeiten lassen das Wasser 'gefrieren'. Wesentlich längere Belichtungszeiten können interessante Effekte bringen, gerade Wasserfälle werden gern mit Zeiten von 1/10 oder länger fotografiert. Dazu ist aber ein Stativ unverzichtbar. Im Beispielbild wurde indirekt gegen die Decke geblitzt, das bringt wesentlich weichere Schatten (siehe unter der Hand) sowie natürlich wirkende Reflektionen des Wassers.

Makroaufnahmen

Makroaufnahme Roter Mauerbienen

Makroaufnahmen sind Aufnahmen, bei denen das Motiv sehr stark vergrößert wird und somit Details sichtbar werden, die beim normalen Betrachten der Szene verborgen bleiben. Sie entstehen dadurch, dass man die Kamera sehr nah an das Objekt heranführt, oft bis auf einen Abstand von wenigen Zentimetern. Die besten Makroaufnahmen entstehen mit speziellen Makroobjektiven, aber auch viele preiswerte Kameras haben einen Modus, bei dem sie auf sich sehr nah befindende Objekte fokussieren können.

Das Hauptproblem bei Makroaufnahmen ist, dass die Schärfentiefe durch die geringe Entfernung zum Objekt sehr eingeschränkt und deshalb in der Regel das Einstellen einer besonders kleine Blenden nötig ist. Diese kleine Blende sorgt jedoch wiederum dafür, dass nur wenig Licht auf den Film oder Sensor fällt, was längere Belichtungszeiten erforderlich macht. Insbesondere bei kleinen Tieren sind aber längere Belichtungszeiten nicht möglich, da sonst Bewegungsunschärfen sichtbare wären. Deshalb sind Makroaufnahmen oft ein Kompromiss und müssen sorgfältig belichtet werden. Hilfreich, einzige Lösung, aber nicht ohne Nachteile (siehe oben) ist oft das Verwenden eines - idealerweise externen - Blitzes.

Ein weiteres Problem ist, dass durch die geringe Tiefenschärfe auch bei kleiner Blende nicht alle Motivteile scharf abgebildet werden können und deshalb der Fokuspunkt besonders sorgfältig - am besten von Hand - gewählt werden muss.

Panoramaaufnahmen

Schloss Blankenhain als Panoramaaufnahme

Panoramaaufnahmen im hier betrachteten Sinne entstehen, wenn eine Szene nicht mit einem Bild festgehalten werden kann, sondern mehrere versetzte Aufnahmen davon nötig sind. Panoramabilder von Szenen, bei denen kein Objekt sehr nah an der Kamera ist, sind einfacher zu erstellen also solche mit nahen Objekten, bei welchen leicht Parallaxenfehler entstehen können. Am besten gelingt dies mit einem Stativ und einem speziellen Panoramakopf, aber die meisten Bilder sind auch ohne diese teure Technik möglich.

Bei den Aufnahmen sollte die Kamera gerade gehalten und idealerweise um den Nodalpunkt gedreht werden. Die Bilder sollten sich um mindestens 10 Prozent überlappen und die Belichtung sollte bei allen Bildern gleich sein. Vor Beginn der Aufnahme, sollte man darauf achten, dass der Horizont nicht zu hoch ist und sich bei der gewählten Horizonthöhe nicht zu abgeschnittenen Kirchspitzen oder Ähnlichem kommt. Am einfachsten ist es, wenn alle Bildausschnitte die etwa gleiche Helligkeit besitzen. Insbesondere bei starkem Sonnenschein sind die Helligkeitsunterschiede zwischen einzelnen Bildern schnell so groß, dass sie die meisten digitalen Kameras überfordern und eine besonders sorgfältige, manuelle Belichtung oder das Warten auf bessere Lichtverhältnisse erforderlich machen. Einige Kameras bieten hierfür eine spezielle Panorama-Belichtungsfunktion. Die besten Ergebnisse erhält man um 12.00 Uhr mittags. Da die Sonne dann an ihrem höchsten Punkt steht, sind die Schatten am kürzesten und man muss bei einem 360° Foto nicht gegen die Sonne fotografieren.

Bei belebten Plätzen sollte man darauf achten, dass sich möglicht wenige Personen im Überlappungsbereich befinden, da dies zu Schattenfiguren führen kann. Um zu vermeiden, dass bewegende Personen sich mehrfach auf dem Bild befinden, sollten die Bilder in rascher Folge geschossen werden. Bewegt sich die Mehrzahl der Personen in eine gemeinsame Richtung, hilft es die Bildfolge entgegen der Bewegungsrichtung der Personen aufzunehmen.