The Rape of Lucretia
The Rape of Lucretia (Deutscher Titel: „Der Raub der Lukretia“) ist eine Oper in zwei Akten von Benjamin Britten. Uraufführung 1946 in Glyndebourne. Libretto von Ronald Duncan nach einem Schauspiel von Andre Obey
Die wichtigsten Personen
- Erzähler (Tenor)
- Erzählerin (Sopran)
- Collatinus, römischer General (Baß)
- Lukretia, seine Gattin (Alt)
- Tarquinius, etruskischer Prinz (Bariton)
- Junius, römischer General (Bariton)
Handlung
1. Akt
Die römischen Generäle, die sich auf einem Feldzug gegen die Griechen befinden, haben sich in ihrem Feldlager versammelt und diskutieren über die Ehre der Frauen. Hierbei rühmt man Lukretia, die Gemahlin des Collatinus, als wohl einzige Frau in ganz Rom, die ihrem Mann treu ist. Der Frauenverächter Tarquinius glaubt nicht an ihre Standhaftigkeit und will sie auf die Probe stellen. Unter einem Vorwand verschafft er sich Zugang zu Lukretias Haus
2. Akt
Tarquinius bietet all seine Verführungskünste auf, um Lukretia zu beeindrucken, erzielt aber keine Fortschritte. Daraufhin vergewaltigt er sie. Am folgenden Tag erzählt Lukretia ihrem heimkehrenden Gemahl von den Geschehnissen. Collatinus versucht auf sie einzugehen, aber er kann in seiner Frau das Gefühl der Schande nicht austilgen. Lukretia begeht Selbstmord.
Anmerkungen
Benjamin Britten legte mit dem Werk „The Rape of Lucretia“ seine erste Kammeroper vor, bei deren Instrumentierung er sich auf dreizehn Musiker beschränkte. Aus dem Ensemble der Uraufführung bildete sich die „English Opera Group“, mit der den Komponisten auf Jahre hinaus eine enge Zusammenarbeit verband und für die er weiterer Bühnenwerke schrieb. Musikalisch verweist die Oper durch ihre deutliche Trennung von Arioso-Partien und Rezitativen auf die Zeit des Frühbarock, die Handlungsabfolge ist von Grundelementen des epischen Theaters geprägt. Die große Passacaglia des Schlußbildes schuf Britten als Reverenz an Henry Purcell.