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Johanniskreuz

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Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde

Johanniskreuz ist ein Weiler, zentral im Pfälzerwald gelegen. Er gehört zur Gemeinde Trippstadt.

Geografie

Johanniskreuz befindet sich auf 470 m ü. NN im nördlichen Bereich eines zentralen Massivs dieses Mittelgebirges (dem Pfälzerwald), das zugleich die pfälzische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Mosel bildet. Dieses Massiv erstreckt sich in etwa von Hochspeyer über Johanniskreuz bis zur B 10 bei Hauenstein. Dabei handelt es sich gerade im mittleren Bereich von Johanniskreuz südwärts bis zum Hermersbergerhof eher um ein Hochplateau von bis zu 611 m ü NN, das von tief eingeschnittenen Tälern begrenzt wird. Das Plateau, das auch die historische Landschaftsbezeichnung Frankenweide führt, zieht sich von Johanniskreuz in einer Höhenlage von über 400 m ü NN westwärts und wird von den Tälern der rund um Johanniskreuz entspringenden Bäche westlich, nördlich und östlich begrenzt. Unmittelbar westlich entspringt die Moosalb, ein Zufluss des Schwarzbachs, der selbst einen Kilometer südwestlich von Johanniskreuz entspringt. Die Wasser dieser Flüsse gelangen zunächst nach Westen über Blies und Saar zur Mosel und dann erst zum Rhein. Wenig östlich entspringt mit einem ebenfalls Schwarzbach heißenden Bach ein Quellfluss des Speyerbachs, der nach Osten direkt zum Rhein fließt.

Geschichte

Im Vordergrund der Ritterstein, im Hintergrund die Steinkreuze

Der Name des Fleckens soll vom Ritter Johannes von Wilenstein stammen, der 1269 auf einem damals bereits vorhandenen Wegekreuz sein Wappen als Grenzmarkierung einmeißeln ließ. Das älteste Kreuz ist nur noch in Resten vorhanden, zwei Kreuze jüngeren Datums wurden daneben platziert. Seit der Gebietsreform von 1972 gehört Johanniskreuz vollständig zu Trippstadt; zuvor lagen einige Häuser auf der Gemarkung von Wilgartswiesen, entsprechend den historischen Grenzen.

Der Name Pfälzerwald für den pfälzischen, nördlichen Abschluss der Vogesen wurde im August 1843 bei einer Tagung pfälzischer Forstbeamter in Johanniskreuz geboren. Johanniskreuz kann somit als Geburtsort des Pfälzerwaldes gelten, der noch bis Anfang des 20. Jh. in den meisten Reisebeschreibungen als Vogesen oder Wasgenwald bezeichnet wurde.

Verkehr

Charakteristisch in der Sommersaison: Die Gaststätten als Bikertreff

Johanniskreuz ist sowohl verkehrstechnisch, als auch geographisch schon immer ein zentraler Punkt des Pfälzerwaldes gewesen. Während die historisch bedeutendste Verbindung von Speyer nach Metz jedoch in West-Ost-Richtung verlief, ist heute die in Süd-Nord-Richtung laufende B 48 von Annweiler nach Hochspeyer die Hauptverkehrsachse. Vom Queichtal bis Hochspeyer ist Johanniskreuz der einzige Siedlungsplatz an dieser vor allem nach Norden hin sehr kurvenreichen Straße. Verkehrsbedeutend ist auch die Landstraße durch das Elmsteiner Tal in Richtung Neustadt an der Weinstraße, welche aufgrund der Unfallhäufigkeit am Wochenende für Motorradfahrer gesperrt ist. Weitere Straßenverbindungen in westlicher Richtung durch das Karlstal nach Trippstadt und nach Südwesten - Heltersberg, Waldfischbach-Burgalben - folgen teilweise bereits im Mittelalter genutzten Pfaden.

Freizeit und Tourismus

Schon seit den ersten Versuchen zu einer touristischen Entwicklung des Pfälzerwaldes im 19. Jh. ist Johanniskreuz als ein vorrangiges Besucherziel bekannt. Früh etablierten sich Kurhäuser, die heute noch als Hotels fortbestehen. Seit 2004 ist das Haus der Nachhaltigkeit mit Dauerausstellungen über nachhaltiges Wirtschaften und Energiekonzepte ein Anziehungspunkt. Jüngste touristische Einrichtung ist der Mountainbikepark Pfälzerwald. Es sind 5 Routen mit über 300 km Gesamtlänge ausgeschildert.
Als Knotenpunkt mehrerer touristisch interessanter Straßen ist Johanniskreuz seit den 1970er Jahren zu einem Treffpunkt der Motorradfreunde geworden.

Johanniskreuz ist ferner Schnittpunkt sämtlicher mit einem Kreuz gekennzeichneten Fernwanderwege des Pfälzerwald-Vereins:

Die Wanderwege-Markierungen bei Johanniskreuz

Rotes Kreuz:

östlich, über Eschkopf und Edenkoben nach Speyer, als Teil des Europäischen Fernwanderweges E 8 (Südroute), der jedoch nicht eigens markiert ist.
nordwestlich, über Karlstal und Landstuhl zur Burg Lichtenberg bei Kusel

Blaues Kreuz:

nordwestlich, über Kaiserslautern nach Niederhausen (Nahe) an der Nahe
südöstlich, über den Weißenberg und Bad Bergzabern zum St. Germanshof

Gelbes Kreuz:

südwestlich, entlang des Schwarzbachtals und Waldfischbach nach Homburg (Saar)
nordöstlich, über Elmstein, Lambrecht, Bad Dürkheim nach Oppenheim

Grünes Kreuz:

nordöstlich, über Weidenthal nach Freinsheim
südwestlich, über Münchweiler an der Rodalb und Pirmasens-Ruhbank zum Erlenkopf

Weißes Kreuz:

nördlich, über Waldleiningen nach Niederhausen an der Nahe, als Teil des E 8 (Südroute)
südwestlich, über Münchweiler an der Rodalb und Pirmasens-Erlenbach zum Altschlossfelsen

Grün-Gelbes Kreuz:

westlich, über Trippstadt und Schopp nach Oberbexbach
östlich, grün-gelbes Kreuz über Iggelbach und Neustadt an der Weinstraße nach Ludwigshafen-Rheingönheim

Literatur

  • Hubert Zintl: Johanniskreuz. Im Herzen des Pfälzerwaldes. Eine Forst- und Waldgeschichte. Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz/Landesforsten Rhein-land-Pfalz, Mainz 2006, 188 S., ISBN 3-00-019005-8