Société Nationale de Musique
Die Société Nationale de Musique wurde am 25. Februar 1871 gegründet um vor allem zeitgenössische Musik französischer Komponisten öffentlich aufzuführen. Verpflichtet fühlte sich die Société primär der "Ars gallica", der gallischen Kunst.
Sie wurde von Romain Bussine und Camille Saint-Saëns, welche sich die Präsidentschaft anfangs teilten, César Franck, Ernest Guiraud, Jules Massenet, Jules Garcin, Gabriel Fauré, Alexis de Castillon, Henri Duparc, Théodore Dubois und Paul Taffanel ins Leben gerufen.
Zum ersten Konzert am 17. November 1871 wurde folgende Auswahl von Werken der Gründer gespielt:
- B-Dur Trio (Franck),
- Zwei "Melodien" (Dubois),
- Fünf Stücke "im alten Stil" (Castillon),
- Bearbeitung seines Violinkonzertes (Garcin),
- Improvisation für Tenor (Massenet) und
- Caprice héroïque für zwei Klaviere (Saint-Saëns).
Die Konzerte fanden im Salon Pleyel (Kammerkonzerte), der Salle Érard (Orchesterwerke) und der Kirche von Saint-Gervais (Orgelwerke) statt. Trotz der begrenzten finanziellen Mittel leistete sich die Gesellschaft erstklassige Solisten wie Pablo de Sarasate, Eugène Ysaÿe und Wanda Landowska. Nichtfranzösische Komponisten konnten ihre Werke erst in den 1880er Jahren vorschlagen. 1886 zerstritten sich der konservative Saint-Saëns mit Franck, Vincent d'Indy und anderen. Franck, der gewählter Präsident war, setzte sich durch, dass Bussine und Saint-Saëns aus der Société austraten. Nach César Francks Tod 1890 wurde d'Indy neuer Präsident. In dieser Zeit wurde ebenfalls eine Reihe von Kompositionen einiger bis dahin unbekannter Talente vorgestellt. Unter ihnen waren auch Claude Debussy und Maurice Ravel. Nach weiteren Streitigkeiten verließ auch Ravel die Gesellschaft um die Société de Musique Indépendente zu gründen. Die konkurrierenden Gesellschaften warben sich gegenseitig die Komponisten weg, sodass schließlich seltener Konzerte veranstaltet werden mussten. Erst Olivier Messiaen konnte der Société Nationale de Musique um 1930 wieder neues Leben einverleiben.