Zum Inhalt springen

Lykurg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. Dezember 2004 um 20:47 Uhr durch Stern (Diskussion | Beiträge) (Thrakien). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.

Lykurg - oder Lykurgos - ist in der griechischen Geschichte bzw. griechischen Mythologie

  1. der legendäre Gesetzgeber von Sparta
  2. ein mythologischer thrakischer König und Gegner des Dionysos
  3. ein mythologischer arkadischer König, der Großvater der Atalante.

Geschichte

Lykurg - oder Lykurgos - ist der Name des legendären Gesetzgebers von Sparta. - Gegen Ende des 7. Jahrhunderts vor Christus erhielt Sparta seine endgültige soziale Ordnung. Unter dem Eindruck des Zweiten Messenischen Krieges wandelte sich die Stadt in einen harten Militärstaat, der alles kulturelle und individuelle Leben dem Kriegswesen unterordnete. Die juristischen, sozialen und politischen Einrichtungen, die mit dieser Reform verbunden waren, schrieb man dem Lykurg zu. Ob Lykurg tatsächlich gelebt hat, ist ungewiss. Plutarch sammelte die Legenden, die über ihn in Umlauf waren und formte daraus eine fiktive Biografie.

Mythologie

Thrakien

Lykurgos - der "Wolfsmann" - ist der König der Edoner in Thrakien und nach Honer der Sohn des Dryas (Ilias, 6. Gesang). Als sich Dionysos Thrakien unterwirft, stellt sich ihm Lykurgos entgegen und nimmt alle Begleiterinnen des Dionysos gefangen. Der Gott selbst entkommt, indem er sich ins Meer stürzt und von Thetis aufgenommen wird. Rhea schlägt nun Lykurgos mit Wahnsinn oder er hält im Weinrausch seinen Sohn Dryas für einen Rebstock und tötet ihn mit einer Axt, indem er ihm die Glieder abkackt. Thrakien wird unfruchtbar. Dionysos kehrt aus dem Meer zurück und verkündet nun den Bewohnern, dass das Land erst wieder fruchtbar werde, wenn Lykurgos getötet sei. Dieser wird nun von den Edonern gefangen genommen und auf dem Berg Pangaion von Pferden zerrissen oder gefressen; oder dies besorgen die Panther des Dionysos.

Nach Homer wird er von Zeus geblendet und findet ein rasches Ende. Nach anderen Versionen treibt ihn sein Wahnsinn in den Suizid.

Arkadien

Als Sohn des Aleos (Aleus) und der Nearia ist Lykurgos ein Bruder der Auge, des Kepheus und des Ephidamas und der König von Nemea in Arkadien. Er selbst ist der Vater des Iasos und damit Großvater der Atalante.

Als die Sieben gegen Theben landen, um ihre Truppen mit Wasser zu versorgen, führt sie die Dienstmagd des Königs, Hypsipyle, zur nächsten Quelle, legt dabei aber Opheltes, den kleinen Sohn des Lykurgos, auf den Boden, der daraufhin von einer Schlange gebissen wird. Die Schlange wird getötet, der Knabe begraben. Da dies aber als böses Omen gedeutet wird, führen die sieben Heroen zu Ehren des Kindes die Nemeischen Spiele ein. Ein anderer Sohn ist Ankaios, der dem Kalydonischen Eber zum Opfer fällt. Deshalb habe später Echemos, der Sohn des Kepheus und somit Neffe des Lykurgos, die Herrschaft über Arkadien Übernommen.

Nach einer anderen Erzählung tötet Lykurgos Areithoos, einen anderen König von Arkadien.

Quellen

  • Karl Kerényi: "Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten", dtv, ISBN 3-423-30030-2
  • Michael Grant und John Hazel: "Lexikon der antiken Mythen und Gestalten", dtv, ISBN 3-423-32508-9
  • Robert von Ranke-Graves: "Griechische Mythologie - Quellen und Deutung", rororo, ISBN 3-499-55404-6

Siehe auch