Rankbachbahn
| Rankbachbahn Böblingen–Renningen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckennummer: | 4870 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 14,167 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Stromsystem: | 15 kV, 16,7 Hz ~ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Rankbachbahn ist eine 14,3 km lange eingleisige Eisenbahnstrecke von Renningen nach Böblingen im Südwesten der Region Stuttgart. Sie wurde am 1. Oktober 1915 eröffnet. 1970 wurde der Personenverkehr zwischen Renningen und Sindelfingen eingestellt, eine Reaktivierung als Teil des Stuttgarter S-Bahn-Netzes ist aber zurzeit in Bau. Die Strecke ist seit 10. April 1972 elektrifiziert.
Betrieb
Güterverkehr
Zurzeit dient die Strecke vor allem Güterzügen
- zur Umfahrung der Strecke Böblingen – Vaihingen – Westbahnhof – Pragtunnel – Zuffenhausen – Kornwestheim Rbf, wodurch dort für die Stuttgarter S-Bahn benötigte Kapazitäten bereitgestellt und verlorene Steigungen vermieden werden.
- zur Zulieferung von Teilen zum Sindelfinger DaimlerChrysler-Werk
- zum Versand von dort montierten Pkw nach Bremen, die für den Export nach Übersee bestimmt sind.
Zurzeit sind täglich etwa 40 Güterzüge[1] auf der Strecke unterwegs, die meisten davon mit Start oder Ziel Sindelfingen.
Personenverkehr
Bis zum 10. Dezember 2004 fuhren regelmäßig lediglich einzelne Personenzüge zwischen Sindelfingen und Horb über Böblingen, sogenannte „Daimlerzüge“, da sie auf die Schichtzeiten des am Sindelfinger Bahnhof gelegenen Werkes von DaimlerChrysler abgestimmt waren.
Ausbau zur S 60
Derzeit wird der Abschnitt Sindelfingen–Renningen zweigleisig ausgebaut und der Böblinger Bahnhof umgebaut. Diese Arbeiten sollen es ab 2010 ermöglichen, die gesamte Strecke für den Personenverkehr zu reaktivieren und als S 60 ins Netz der Stuttgarter S-Bahn zu integrieren. Dazu müssen außerdem alle Stationen und Bahnsteige neu gebaut werden und alle Bahnübergänge beseitigt werden. Nach Planungsstand Juni 2006 betragen die Investitionen für den Um- und Ausbau ca. 120 Mio. EUR. Zu Projektbeginn Ende der 90er Jahre waren Aufwendungen von 77 Mio. DM. im Gespräch, nach dem letzten Planungs- und Kostenstand aus dem Jahre 2002 waren 90 Mio. EUR veranschlagt.
Der erste Bauabschnitt „Böblingen“ wurde Ende März 2007 fertiggestellt. Das Eisenbahn-Bundesamt hat Anfang Mai 2007 für den zweiten Planungsabschnitt „Sindelfingen“ dem Verband Region Stuttgart den Planfeststellungsbeschluss erteilt. Die Hauptarbeiten für diesen Abschnitt finden im Jahr 2008 statt, die Strecke wird dafür von Ende März bis vstl. Oktober 2008 komplett gesperrt. Für den dritten Bauabschnitt "Magstadt-Renningen" wird der Planfeststellungsbeschluss im Spätsommer 2008 erwartet, 2009 sollen die Bauarbeiten beginnen und Ende 2010 die Linie eröffnet werden können [2].
Es ist folgendes Bedienkonzept geplant: Die Verstärkerzüge der S 6 Stuttgart–Weil der Stadt, welche in der Hauptverkehrszeit fahren, sollen in Renningen geflügelt werden: Ein Teil fährt nach Böblingen, der andere nach Weil der Stadt. Außerdem werden einige der in Leonberg endenden Züge der „kleinen S 6“ ebenfalls bis Renningen verlängert und fahren dann weiter nach Böblingen. Außerhalb der Hauptverkehrszeit fahren Pendelzüge zwischen Renningen und Böblingen, ohne direkten Anschluss in Renningen. In Böblingen bestehen hingegen in allen Fahrplanlagen gute Anschlüsse an die S 1 sowie an die Schönbuchbahn.
Literatur
Markus O. Robold: S-Bahn Stuttgart: Von der Rankbachbahn zur Linie S 60. In: Stadtverkehr. Nr. 6/2005. EK-Verlag, ISSN 0038-9013, S. 34–39. (Abstract)