General Certificate of Education
Das General Certificate of Education (GCE) ist der englische Schulabschluss, der dem deutschen Abitur gleichzusetzen ist.
Struktur
Schüler in den englischen Schuljahrgängen 12 und 13 (Lower und Upper Sixth) bestreiten jeweils am Ende des Jahren ihre Examen in den Fächern, welche sie belegt haben (meist 3 oder 4). Nach dem ersten Jahr erhält der Schüler den alleinstehenden Abschluss des AS-level (Advanced Subsidiary) und belegt im folgenden Jahr Kurse, die zum A2 führen. Wenn ein Schüler beide Abschlüsse erhalten hat, bekommt er das A-Level (Abitur). AS und A2 sind beide gleichwertig in ihrer Bedeutung und Wertigkeit, wie sie auf den Abschluss hinführen. So kann man in jeder Prüfung maximal 300 Punkte erlangen und somit im leichteren AS-Jahr ein potenziell schlechteres Ergebnis des A2-Jahres ausgleichen.
| AS | 271/300 Punkte | Note: A |
| A2 | 209/300 Punkte | Note: C |
| A-Level | 480/600 Punkte (Endnote) A |
Examination Boards
Die GCE-Prüfungen werden von Examination Boards konzipiert und durch sie benotet. Diese Boards sind teilweise privatisiert, unterliegen jedoch hinsichtlich der Lehrinhalte staatlicher Kontrolle. Kernlehrpläne werden von der Regierung aufgestellt um zu gewährleisten, dass die Lehrpläne der einzelnen Boards vergleichbar bleiben. Im Detail weichen die Lehrpläne (Specifications) aber voneinander ab. Schulen sind nicht an ein bestimmtes Examination Board gebunden, sondern können frei bestimmen, welches die Prüfung in einem Fach an der Schule abhalten soll. So soll gewährleistet bleiben, dass sich die Lehrkonzepte und -Inhalte durchsetzen, welche die jeweilige Lehrkörper der Schule für am geeignetsten hält.
Die großen Examination Boards sind:
- AQA, das Englische Examination Board,
- OCR (Oxford, Cambridge and Royal Society of Arts Examinations),
- Edexcel, das bisher einzige privatwirtschaftliche organisierte Board,
- (NI)CCEA, das nordirische Boards und
- WJEC, das walisische Board.
Examen
Die meisten Prüfungen für das GCE sind schriftlich (Written papers zb GGA1 -Geography 1-), es gibt aber auch praktische Prüfungen (Pracical exams z.B. U3a der Edexcel Chemistry Specification) oder auch Courseworks, welche sehr ähnlich zu Facharbeiten sind. Die meisten Examen werden von den Examboards in den beiden Prüfungswochen in Januar und Juni angeboten. Ausnahme sind manche A2-units (z.B. Edexcel Deutsch) und alle AEA-Prüfungen (weiterführende Prüfungen für die Top 10% des Landes), welche zur Zeit (August 2007) nur im Juni angeboten werden.
Modul-System
Die Endnote eines Jahres setzt sich nicht aus einer einzigen dieser Prüfungen zusammen, sondern aus drei sog. Modules (Einheiten). Diese haben eine bestimmte Wertigkeit für die Endnote des Jahres. So kommt es vor, dass nicht alle Prüfungen 100 (UMS) Punkte wert sind (um 300 zu erreichen), sondern manche mehr oder weniger. Manche Einheiten setzten sich sogar aus zwei Units (Teilprüfungen) zusammen. Um so zum Beispiel in Chemie das Laborfähigkeiten-Modul zu erhalten, benötigt man eine praktische und schriftliche Prüfung, die beide jeweils die Hälfte der zu vergebenen Punktzahl wert sind. Die Module sind nach fachlichen Aspekten zusammengestellt, so dass es dem Schüler möglich sein soll, differenzierter seine Fähigkeiten zu entdecken und wenn nötig gezielter einen bestimmten Teil eines Fachs wiederholen. So muss ein Schüler, der besondere Schwächen in Statistik zeigt, nur die S1-Einheit und keine anderen Prüfungsmodule nachholen.
Ablauf der Prüfungen

Die schriftlichen Prüfungen werden zeitgleich für alle Schüler abgehalten und finden in einem von zwei Zeitfenstern statt, welche nach offiziellen Angaben um 9:00 GMT für die Morgenexams und 13:30 für die Nachmittagsexams beginnen. Ein schriftliche Prüfung findet in den Exam Hallen, wie zur Rechten, statt und dauern meist eine Stunde oder 90 Minuten. Sollte ein Kandidat mehrere schriftliche Units für ein Fach absolvieren müssen, so sind diese meist von dem Board so gelegt, dass die schriftliche Prüfung an einem Tag an die 3 Stunden dauert (Maximum pro Fach). Durch die Möglichkeit, die Exam Boards frei zu wählen, kann es zu Überschneidungen kommen, zb finden die edexcel-A2-German-Prüfung zeitgleich mit der OCR-Physikprüfung statt. Für diese clashes gibt es Sonderregelungen. Schülern, bei den dieses zutrifft, ist es erlaubt, sofern die Gesammtdauer der Examen nicht 3 Stunden überschreitet, die Prüfungen durchgängig nacheinander zu schreiben. Sollte es jedoch länger dauern 3-6 Stunden, ist es dem Kandidaten erlaubt, eine 90-minütige, beaufsichtigte Mittagspause einzulegen. Bei Prüfungen über 6 Stunden darf der Kandidat am nächsten morgen zu Beginn des Morgenzeitfensters nach einer beaufsichtigten Nachtruhe das Exam ablegen.
Courseworks werden während des Jahres von den Schülern geschrieben und gegen Ende des Jahres je nach Lehrplan von der Fachversammlung intern oder vom Board extern benotet. Für mündliche und praktische Prüfungen werden zu meist schulinterne Zeiten festgelegt. Während aller Prüfungen sind besondere Maßnahmen einzuhalten (z.B. kein Besitz von Handys). Diese werden am Eingang zum Prüfungssaal eingezogen und von da an dürfen die Kandidaten nicht mehr reden, bis sie offiziell entlassen (dismissed) sind. Bei Nichtbeachtung dieser Vorschriften oder Manipulationsversuchen wird man von der Prüfung oder gar vom gesamten GCE für diese Session ausgeschlossen.
Schummeln (cheating)
Wenn man in einem Examen schummelt wird man wie bei jedem offiziellen Examen vom Examen disqualifiziert. Außerdem kann je nachdem auf welche weise der Schüler geschummelt hat, eine Aberkennung alle geschriebenen Prüfungen folgen. Unter anderem könnte der gesamten Schule, abhängig von der Größe des Vergehens, die Examen Lizenz entzogen werden. Dies ist auch schon öfters vorgefallen.
Korrektur
Nach der Prüfung werden alle Prüfungsmaterialien an das entsprechende Board geschickt, diese werden dann entweder gescannt und dann per e-mail zu Examinern geschickt oder direkt zum Examiner geschickt wo dieser sie direkt auf dem Papier kontrolliert. Diese werten die scripts am Computer aus und senden die marked scripts zurück an das Board. Dort werden nach den ersten 5% der ausgewerteten Bögen abgeglichen, ob das Markingscheme (etwa: Modellantwort) nach dem alle Arbeiten benotet werden um weitere alternative Antwortmöglichkeiten erweitert werden sollte oder nicht. Anschließend werden die verbleibenden Arbeiten korrigiert. Stichprobenartig überprüft ein erfahrenerer Prüfer, ob die Examiner sich an die Modellantwort gehalten haben. Damit zwischen den Boards kein Unterschied in der Schwierigkeit besteht, wird ein Meeting abgehalten, in welchem die Prüfungen verglichen werden und die UMS Skala festgesetzt wird. Die Kontrollierten Examen können nach der Ergebnis Übergabe (per Post) von den Exam boards zurück gefordert werden. Allerdings wird dafür eine Gebühr von den Exam Boards erhoben
UMS-Marks
Diese UMS-Skala (Uniform Mark System) soll es ermöglichen, die erreichte Punktzahl in einer Prüfung mit denen anderer Examboards zu vergleichen. Die Prüfungen werden mit denen der Vorjahre verglichen und mit denen anderer boards. Außerdem wird ein Mittelwert der errichten Punkte (raw marks) errechnet. Sollten viele Schüler ein Exam leicht gefunden haben (viele Punkte bekommen) und die Experten sind auch der Meinung, dass das Exam einfacher war, als vorangegangene, so wird diese Unit downscaled. Das heißt, dass man für seine eigentlichen Punkte weniger UMS Punkte bekommt. Z. B.
- Rawmarks: 25/50 (50%) --> UMS-Marks 40/100 (40%), da es eine sehr einfache Prüfung war (100% bleibt 100%, da es eine prozentuale Abwertung gibt, aber keine um Prozentpunkte)
Gleicherweise kann ein schwieriges Modul auch upgraded werden (aufgewertet)
- Zum Beispiel bekommt ein Schüler statt mit 75% (B) 82% (A), da das Exam sehr schwer war.
Diese UMS-marks variieren von Jahr zu Jahr, jedoch kann man einen Trend erkennen, denn Mathematik wird eher etwas downscaled, wohingegen Physik sehr häufig upgraded wird. Dabei ist zu erwähnen, dass Beispiel 1 ein Extrem ist, was vorkommt (2006 GGA2), jedoch die Ausnahme ist, da solch große Unterschiede nur selten vorkommen.
Noten
Die Noten (Grades) werden von A(a), der besten Note, bis E(e), der schlechtesten Note, mit der man besteht (gleichzusetzen mit der Deutschen 4), vergeben. Schüler, welche nicht bestehen erhalten ein U(u) - Unclassified - (unklassifiziert). Diese Noten werden in Relation zu den UMS-Punkten vergeben:
| 100%-80% | A(a) |
| 79%-70% | B(b) |
| 69%-60% | C(c) |
| 59%-50% | D(d) |
| 49%-40% | E(e) |
| <40% | U(u) |
Noten werden zwar auch für einzelne Units vergeben, diese dienen aber lediglich zur Orientierung. Die entscheidenden Noten (Grades) werden in AS- und A-leveln vergeben. Diese Noten werden errechnet, indem die besten Ergebnisse der Units zusammenaddiert werden und durch 3 für AS bzw. 6 bei A-level geteilt werden. Dieses gibt dann die Prozentzahl, mit welcher man unter Zuhilfenahme dieser Tabelle die entsprechende Note bekommt.
Ergebnisse
Die Ergebnisse werden via Internet am 15. August (2007) den Schulen zur Verfügung gestellt. Einen Tag später können Schüler auch die provisorischen Ergebnisse in gedruckter Form von ihrer Schule erhalten. Diese vorläufigen Zertifikate werden von jedem Examboard einzeln ausgestellt, so dass ein Schüler bis zu fünf Zeugnisse bekommen kann. Auf diesen sind die Punktzahlen in den einzelnen Units sowie die Gesamtnote angegeben. Wenn ein Kandidat mit seinem Ergebnis nicht zufrieden ist, so gibt es für ihn die Möglichkeit, diese Ergebnisse anzufechten. Es besteht außerdem die Option, dass der Schüler innerhalb einer Frist eine Fotokopie bzw. das Orginalskript anfordert (in letzterem Fall wären die nächsten beiden Optionen nicht gegeben).
Erneute Überprüfung
Für eine erneute Überprüfung gibt es zwei Möglichkeiten, die dem Schüler offen stehen. Der re-check und das re-marking. Beim re-check wird lediglich kontrolliert, ob alle Punkte ordnungsgemäß zusammenaddiert wurden und keine Seite übersehen wurde. Beim Re-marking wird das Script an einen anderen Kontrolleur geschickt, welcher die Arbeit erneut benotet. Dieser Examiner ist erfahrener, und so kann die Note sowohl hoch als auch runter gehen. In jedem Fall wird die zweite Punktzahl als gegeben angenommen. Beide Optionen sind auch gegen ein zusätzliches Entgelt als Express-Service verfügbar.
Prüfung nachholen
Re-sits stehen allen Schülern unbegrenzt zur Verfügung. Es können beliebig viele Units erneut geschrieben werden. Andererseits ist zu bedenken, dass die Vorbereitung für viele Fächer die Ergebnisse einiger Prüfungen negativ beeinflusst, da man nicht so viel Zeit zur Wiederholung hat, wie man eigentlich braucht.
Noten ablehnen
Das Declining der Note ist unbedingt für solche Schüler zu bedenken, die am Ende des AS-Jahres ein Fach aufgeben wollen. Diese müssen, sofern sie den Cash-in-code übermittelt haben, zuerst die Note ablehnen, so dass sie dann die Einheit wiederholen können. Andererseits kann das Board die Einheit nicht mehr zu dieser Qualifikation zuzählen.
Universitäten
UCAS
UCAS (University and College Admission Service) ist im Vereinigten Königreich für die Zulassung zu einer Hochschule zuständig (entspricht etwa der ZVS für alle Studiengänge). Die Noten werden via Internet automatisch zweimal im Jahr an den UCAS gesendet (Ende September und April) und dann an die Universitäten, bei denen man sich beworben hat, weitergeleitet.
Anerkennung in Deutschland
Das GCE wird in Deutschland als fachgebundener Hochschulzugang anerkannt und muss bei der Zentralen Zeugnisanerkennungsstelle (für Nordrhein-Westfalen) anerkannt werden. Die Berechnung des Numerus clausus erfolgt nach der sog. Bayrischen Formel, die auf dem UCAS-Tariff basiert. Vereinfacht kann man ihn errechnen, indem man folgende Tabelle nutzt:
| 1,0 | A(a) |
| 1,75 | B(b) |
| 2,5 | C(c) |
| 3,25 | D(d) |
| 4,0 | E(e) |
| 6,0 | U(u) |
Damit das Zeugnis anerkannt wird, müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein: siehe Link zur ZZA