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Karl Bischoff (Ingenieur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Karl Bischoff (* 9. August 1897 in Neuhemsbach; † 2. Oktober 1950 in unbekannt war ein deutscher Ingenieur und als Leiter der Zentralbauleitung in Auschwitz an der Errichtung von Krematorien mit Gaskammern beteiligt.

Beruflicher Werdegang

Bischoff arbeitete zunächst auf Baustellen der Reichsbahn, war im Ersten Weltkrieg Kriegsteilnehmer und dort 1917 bei der Luftwaffe eingesetzt. Nach Kriegsende setzte er sein Studium als Hoch- und Tiefbauingenieur fort. Anschließend betätigte er sich als unabhängiger Sachverständiger.

Karl Bischoff war ab 1935 als Zivilist im „Hauptamt Verwaltung für Bauten der Luftwaffe“ tätig und nach Kriegsbeginn maßgeblich am Bau von Flugplätzen in Belgien und Nordfrankreich beteiligt. Als sein Vorgesetzter, SS-Oberführer Hans Kammler, Mitte 1941 Leiter des SS-Hauptamtes Haushalt und Bauten (SS-HHB) wurde, bot er Karl Bischoff eine „Blitzkarriere“ im Rang eines SS-Hauptsturmführers und übertrug ihm zum 1. Oktober 1941 die Leitungsfunktion der Sonderbauleitung (später Zentralbauleitung) für die Errichtung eines geplanten Kriegsgefangenenlagers in Auschwitz, das später als KZ Auschwitz-Birkenau die Funktion eines Vernichtungslagers bekam.

Noch im Oktober 1941 traf Bischoff erstmals mit Kurt Prüfer von der Firma Topf & Söhne zusammen und gab Pläne für ein großes neues Krematorium mit Leichenkeller in Auftrag. Als Bischoff am 29. Januar 1943 in einem Brief an Kammler die baldige Fertigstellung von „Krematorium II“ meldete, legte er Prüfers Bericht bei, in dem der „Leichenkeller 1“ ungetarnt als „Vergasungskeller“ bezeichnet wurde.[1]

1943 wurde Bischoff zum SS- Sturmbannführer befördert. Ab Oktober 1943 bis Januar 1945 war er Bauinspektor der Waffen-SS und Polizei mit Sitz in Kattowitz.

Bischoff starb 1950, ohne je von der Strafverfolgungsbehörde behelligt worden zu sein.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Jean Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. 2. Aufl. München 1955, ISBN 3-492-12193-4, S. 88
  2. Jean Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. S. 179