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Kronenmeerkatze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Kronenmeerkatze
Systematik
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Meerkatzenartige (Cercopithecini)
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Kronenmeerkatze
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus pogonias
Bennett 1833

Die Kronenmeerkatze (Cercopithecus pogonias) ist eine Primatenart aus der Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus) innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae).

Merkmale

Kronenmeerkatzen sind agile Primaten, mit kräftigen Hinterbeinen. Männchen sind in der Regel schwerer und größer als Weibchen und erreichen Kopf-Rumpf-Längen zwischen 50 und 66 Zentimetern, während Weibchen etwa 40 Zentimeter lang werden. Der Schwanz wird zwischen 50 und 87 cm lang. Ihr Gewicht beträgt drei bis sechs Kilogramm. Für die Art typisch ist eine weiße Fellzeichnung am Kopf und ein schwarzer Überaugenstrich.

Sie haben äußerst variable Stimmen, diese reicht von tiefem Bellen bis zu melodischem Zwitschern. Das Fell ist braun mit schwarzen Gliedmaßen. Der untere Schwanzbereich ist schwarz, der Bauch und Rumpf gelb. Das Gesicht ist blaugrau mit einer rosa Schnauze. Vom Gesicht bis zu den Ohren befindet sich eine auffällige schwarze Linie. Von der Stirn geht eine grauschwarze Line aus, die eine Krause bildet. Zwischen den schwarzen Linien ist das Fell gelb.

Lebensweise

Kronenmeerkatzen sind gesellige und tagaktive, intelligenten Affen. Sie verständigen sich mit Rufen und mimischen Gesten, wie Kopfschütteln oder das Hochziehen der Augenbrauen.

Sie leben in Familiengruppen mit sechs bis zehn Mitgliedern, in denen ein geschlechtsreifes Männchen im Durchschnitt auf zwei fortpflanzungsfähige Weibchen mit deren Jungen kommt. Manche Männchen verlassen die Gruppen und ziehen sich in Männchentrupps zurück, um diese wieder zu verlassen, sobald sie geschlechtsreif sind und gründen daraufhin eigene Familiengruppen.

Nachts schlafen die Meerkatzen in den Baumwipfeln der Tropenbäume. Der genaue Platz ist nicht willkürlich ausgewählt, sondern ist mit allen Fressplätzen durch genaue Routen verbunden. Diese werden von starken Männchen bewacht, welche alle Eindringlinge mit lauten Rufen, Gebrüll und dem Werfen von Stöcken vertreiben. Tagsüber sind sie allerdings freundlicher und mischen sich manchmal auch mit anderen Affenarten, wie den Großen Weißnasenmeerkatzen oder den Blaumalmeerkatzen um sich gemeinsam der zeitintensiven Fellpflege zu widmen.

Verbreitung & Bedrohung

Das Verbreitungsgebiet der Kronenmeerkatze

Die Wipfelregionen des afrikanischer Regenwaldes im Südwesten Nigerias, im Süden Kameruns, Kongobecken und die Insel Bioko ist die Heimat der Kronenmeerkatzen.

Der schlimmste natürliche Feind ist der Kronenadler, welcher paarweise von vorne und hinten gleichzeitig angreift. Das Fleisch gilt in Afrika bei den Einheimischen als Delikatesse, weshalb der Art oft nachgestellt wird. Sie ist noch nicht unmittelbar gefährdet, allerdings gehen die Populationen wegen allmählicher Zerstörung der Regenwälder langsam zurück. Die Europäische Union hat ein Importverbot über diese Meerkatzenart verhängt.

Fortpflanzung

Weibliche Kronenmeerkatzen sind ganzjährig im 30 Tages-Rhythmus empfängnisbereit, trotzdem werden die Jungen immer zwischen November und April geboren, da in dieser Zeit am meisten Nahrung zur Verfügung steht. Nach der Paarung zwischen Mai und Oktober, die nachts stattfindet, wird nach fünfmonatiger Tragezeit ein Junges geboren. Es ist zu diesem Zeitpunkt 300 Gramm schwer, nicht blind und leicht behaart. Nach wenigen Wochen, kann es schon selbständig auf den Ästen des Regenwaldes herumturnen. Nach sechs Monaten ist es dann entwöhnt, selbstständig und hat bereits sein zweites Jugendfell bekommen. Geschlechtsreif werden Männchen erst nach sechs bis sieben Jahren, während Weibchen schon nach 3 Jahren paarungsbereit sein können.

Nahrung

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Blättern, zarten Trieben, Früchten der Regenwaldbäume, Samen und Baumsäften, allerdings verschmähen sie auch Insekten und kleine Wirbeltiere nicht. Sie müssen nicht regelmäßig trinken, da ihre Nahrung sie mit genug Flüssigkeit versorgt. Bei Nahrungsüberfluss tun sich manchmal viele Trupps zusammen und fallen gemeinsam über Felder und Plantagen her.

Commons: Kronenmeerkatze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien