Westbulgarisches Reich
Als Westbulgarisches Reich wird in der Geschichtsschreibung gelegentlich der 969 vom Bulgarenreich abgespaltene Staat um das mazedonische Ochrid bezeichnet. Die deshalb ebenfalls gelegentlich auftauchende Bezeichnung Mazedonisches bzw. Makedonisches Reich ist jedoch vor allem auf griechischer Seite politisch umstritten.
Das westbulgarische Reich war von dem Statthalter Nikola (Nikolaos) 963 zunächst in Opposition gegen den bulgarischen Zaren Peter I. gegründet worden, nach Peters Tod 969 wurde dessen Nachfolger Boris II. in Ochrid nicht anerkannt. Boris´ fortan als Ostbulgarisches Reich bezeichneter Reststaat wurde 969-971 vom russischen Großfürsten Swjatoslaw I. vernichtet, bis 972 dann vom byzantinischen Kaiser Johannes I. erobert. Das westlich des Flusses Iskar gelegene Reich bestand jedoch auch nach der gleichzeitigen Ermordung Nikolas´ unter den als Dynastie der Kometopulai (Komitopuli) bezeichneten Söhnen Nikolas´ bzw. der Regierung Zar Samuels (seit 976) als nunmehr einziger bulgarischer Staat weiter. Nach Samuels Tod 1014 wurde schließlich auch Ochrid 1018 von den Byzantinern erobert.
Liste der westbulgarischen Herrscher
- Nikola - 963/69-972
- die vier Komitopuli gemeinsam (David, Aaron, Moses, Samuel) - 972-976
- Samuel - 972/76-1014
- Gabriel Radomir - 1014-1015
- Johannes Vladislav - 1015-1018
- Peter Doljan und Alusian - Restaurationsversuch 1040-1041
Siehe auch
Literatur
- Franz Georg Maier (Hrsg.): Weltbild Weltgeschichte Band 13, Byzanz, S. 152 und S. 225. Augsburg 1998