Wismut (Unternehmen)
Die SAG (Sowjetische Aktiengesellschaft bzw. ab 1954 SDAG (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut war ein Bergbauunternehmen, welches sich zwischen 1946 und 1990 zum weltweit drittgrößten Produzenten von Uran entwickelte. Das an Standorten in Thüringen und Sachsen geförderte und konzentrierte Uran war Grundlage zur Entwicklung der sowjetischen Atomindustrie. Im Zuge der politischen Veränderungen im damaligen Ostblock stellte die Sowjetunion 1990 schlagartig ihren Uranimport aus der DDR ein. Seitdem ist das Nachfolgeunternehmen Wismut GmbH in der Rekultivierung der ehemaligen Bergbaulandschaften tätig.
Geschichte im Überblick
Beginn von Erkundung und Abbau
Die Geschichte des Urans ist mit keiner anderen Region der Welt so eng verknüpft wie mit dem sächsisch-böhmischen Erzgebirge. Der Bergbau im Erzgebirge setzte ab dem 12. Jh. auf Silber und Zinn ein; es folgte die Gewinnung von Eisen, Kupfer, Blei, Kobalt, Wismut, Nickel, Zink, Wolfram, Fluorit und Baryt. Vor allem in den Silber-Kobalt-Bergwerken im Westerzgebirge war schon seit dem 16. Jh. ein schwarzes, schweres, nutzloses Mineral bekannt, welches verschiedentlich dem Eisen oder Zink zugeordnet wurde. Es entstand der Name „Pechblende“ für dieses Mineral. Als Typlokalität für die Pechblende (bzw. Uraninit) wird Jáchymov (früher Joachimsthal genannt) im böhmischen Teil des Erzgebirges angegeben. Der Berliner Chemiker Klapproth bearbeitete 1789 Material aus Johanngeorgenstadt im Westerzgebirge und entdeckte darin das Metall Uran. Im 19. Jh. wurde Uran in einigen erzgebirgischen Gruben als Nebenprodukt für die Farbenherstellung gewonnen. In Jáchymov erreichte dies industrielle Ausmaße; es handelt sich dort um den ersten Uranbergbau (Uran als Hauptprodukt) weltweit. Bis 1898 waren wissenschaftlich 21 Uranminerale bekannt, davon wurden 14 im Erzgebirge zum ersten Mal beschrieben.[1] Auch in Goethes Mineraliensammlung finden sich Uranminerale aus dem Erzgebirge. Das Erzgebirge war fast monopolartige Quelle für Uran in der wissenschaftlichen Forschung jener Zeit: Die Curies nutzten große Mengen von Aufbereitungsrückständen aus Jáchymov für Ihre Entdeckung des Poloniums und des Radiums.[2] Dies hatte große Auswirkungen: Zum einen begann man in Jáchymov mit der Gewinnung von Radium parallel zur Farbenproduktion, zum zweiten nutzte man stark radioaktive Wässer aus den Gruben zum Aufbau eines bis heute andauernden Kurbetriebes. Vor allem der letztere weckte Begehrlichkeiten in Sachsen, und der Freiberger Professor Schiffner startete Anfang des 20. Jh. ein intensives Erkundungsprogramm auf radioaktive Quellen und Mineralvorkommen im Erzgebirge. Die stärkste Quelle fand er in Oberschlema im Markus-Semmler-Stollen, welcher zum Aufbau des dortigen Kurzentrums führte. Die detailierten Untersuchungen von Schiffner waren hochwertiges Ausgangsmaterial für die sowjetischen Experten nach dem zweiten Weltkrieg. Einen direkten Uranbergbau gab es in Sachsen vor dem zweiten Weltkrieg nicht; die Produktion war auf eine geringe Beigewinnung von Uran aus den westerzgebirgischen Kobalt-Wismut-Nickel-Gruben beschränkt. Versuche, eine Urangrube z. B. in Niederschlag zu eröffnen, blieben in den 1920er und 1930er Jahren erfolglos.
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs kamen unverzüglich sowjetische Experten ins Land. Diese sollten zuerst den Stand der deutschen Atomforschung untersuchen. Das Auffinden von mehr als 100 t Uranoxid in Neustadt-Glewe war ein großer Sprung für das sowjetische Nuklearprogramm.[2] Gleichzeitig nahmen Untersuchungen im Erzgebirge ihren Anfang, um natürliche Uranvorkommen zu finden. Im mittlerweile wieder tschechischen Jáchymov lief die Produktion nun für die Sowjetunion ohne Unterbrechung fort. Anlaufstelle in Sachsen war zuerst Freiberg mit dem Bergarchiv und der Bergakademie. Obwohl viele Uranvorkommen in Sachsen bekannt waren, gab es keine entsprechenden wirtschaftlichen Betrachtungen zur Größe der Vorkommen. Professor Schumacher an der Bergakademie erstellte im Auftrag der Sowjetunion eine Analyse zu den Uranressourcen des Erzgebirges und kam zu einem ernüchternden Ergebnis von gerade einmal 80 bis 90 t Uran für Johanngeorgenstadt als Ort mit dem höchsten zu erwartenden Potential. Eigene Betrachtungen der vorhandenen Unterlagen durch die sowjetischen Besatzer kamen sogar zu einem noch schlechteren Ergebnis mit 22 t für Johanngeorgenstadt und 10 t für Schneeberg. Obwohl diese Ergebnisse keine weitere Erkundung rechtfertigten, begann man mit der Vorort-Untersuchung von Gruben in Johanngeorgenstadt, Schneeberg, Oberschlema, Annaberg und einigen anderen Berbaustandorten. Bergbauanlagen wurden dazu teilweise von der 1933 gegründeten Sachsenerz AG übernommen. Diese Untersuchungen gaben ein weit optimistischeres Bild, und so konnten am 1. 1. 1947 schon 252 t Uran als Ressource für Johanngeorgenstadt ausgewiesen werden, inklusive einer Produktion von 23 t Uran im Jahr 1946.[3]
SABM (SAG) Wismut (1947–53)
Ein Jahr später waren in Lauter, Schneeberg, Annaberg und Marienberg weitere, aus Geheimhaltungsgründen abgesperrte und mit Nummern getarnte Schächte geteuft. Die ersten Arbeiter wurden durch die ortsansässigen Arbeitsverwaltungen zwangsverpflichtet. Von 1947 bis 1953 unterstand der Bergbaubetrieb als SABM direkt sowjetischer Verwaltung. Sitz der Gesellschaft war Moskau.
SDAG Wismut (1954–90)
Nachdem 1953 alle SAG vornehmlich in Volkseigene Betriebe überführt wurden, wurde dieser Betrieb liquidiert und als Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) neu gegründet, welche bis 1991 existierte. Das Aktienkapital wurde zur Gründung auf 2 Mrd. Mark festegsetzt, wobei die DDR und die UdSSR einen Anteil von 1 Mrd. Mark besaßen. Die DDR musste ihren Aktienanteil allerdings von der UdSSR kaufen in Raten von jeweils 200 Mio. Mark pro Jahr [3]. Der Sitz der Gesellschaft war in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).
Wismut GmbH (ab 1990)
Die Wende brachte die schlagartige Einstellung des Betriebes. Überraschend erklärte die UdSSR im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, dass sie zukünftig kein Uran mehr abnehmen werde. Zehntausende Menschen wurden arbeitslos. Durch einen Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UdSSR vom 15. Mai 1991 ging auch der bis dahin sowjetische Anteil der Aktiengesellschaft auf Deutschland über. Die Bergbaugesellschaft SDAG Wismut wurde in das Sanierungsunternehmen Wismut GmbH umgewandelt, das mit Steuergeldern unterstützt wird und die Folgeschäden des Uranbergbaus nach und nach beseitigt. Bis 2010 sollen Sanierungsmaßnahmen für rund 6,2 Mrd. € aus Bundesmitteln umgesetzt werden.
Entwicklung der Betriebsstätten
Schneeberg/Schlema/Alberoda
Die hydrothermale Ganglagerstätte im Westerzgebirge setzt sich aus den drei Teillagerstätten Schneeberg, Oberschlema und Niederschlema-Alberoda zusammen. Die Lagerstätte mit ihren Bergbauanlagen erstreckt sich über Teile der Städte und Gemeinden Schneeberg, Zschorlau, Lindenau, Bad Schlema, Aue mit dem Ortsteil Alberoda, Lößnitz und Hartenstein.
Der Bergbau in Schlema und Schneeberg begann bereits im 15. Jahrhundert. Zuerst wurden Kupfer und Eisen gewonnen; mit der Entdeckung von reichen Silbervererzungen unter dem Schneeberg entwickelte sich das Gebiet zu einer bedeutenden Bergbauregion in Sachsen. Mit dem Nachlassen der Silberproduktion folgte Bergbau auf Kobalt, Bismut und Nickel. Als Besonderheit ist weiterhin die Produktion von Kaolin in Aue zu nennen, welches nach Johann Friedrich Böttgers Erfindung des Porzellans lange Zeit die einzige Quelle des Rohstoffes für das Meißener Porzellan war. In Hartenstein, unweit des späteren Standort des Hauptschachtes 371 der Wismut, fand auch der einzige Bergbau auf Quecksilber in Sachsen statt.
Das Antreffen starker radioaktiver Wässer auf dem Markus-Semmler-Stollen unter Oberschlema führte zur Gründung des gleichnamigen Radonbades. Nach dem zweiten Weltkrieg war dieser Stollen Ausgangspunkt für die Uranerkundung, welche zur Gründung der Bergbauobjekte 02 (Oberschlema) und 03 (Schneeberg) führte. Im Zuge der Urangewinnung in Oberschlema wurde 1949 die Teillagerstätte Niederschlema-Alberoda (Objekt 09, später Bergbaubetrieb Aue) entdeckt und aufgefahren. In Schneeberg endete der Uranbergbau 1957 mit einer Produktion von etwa 209 t Uran; die Gewinnungsarbeiten in Oberschlema wurden 1961 eingestellt, die Produktion lag hier bei 7098 t Uran. Der intensive oberflächennahe Abbau führte zur fast vollständigen Zerstörung von Oberschlema. Uranbergbau im Lagerstättenteil Niederschlema-Alberoda wurde bis zum Jahr 1990 betrieben, mit einer Produktion von etwa 73.105 t Uran. Die 1990 ausgewiesenen Restressourcen liegen bei etwa 2.000 t Uran mit weiteren 4.000 t vermuteter Uranressourcen in den Randbereichen (Bernsbach) der Lagerstätte[3]. Als Nebenprodukte wurden in geringem Umfang auch Blei, Nickel, Kupfer, Cobalt, Bismut, Selen und Silber gewonnen. Durch den Bergbaubetrieb Aue wurde auch die Komplexlagerstätte Pöhla erkundet und abgebaut.
Die SAG Wismut nutzte zuerst vorhandene Bergwerksanlagen in Schneeberg und Oberschlema wie die Gruben „Weißer Hirsch“, „Türkschacht“ (Bergbaudenkmal in Zschorlau, ältestes sächsisches Stahlfördergerüst) oder den „Markus-Semmler-Stollen“. Alle Teufenangaben der Lagerstätte beziehen sich auf den letzteren, er ist die 0m-Sohle. Durch die günstigen Uranfunde wurden in schneller Anzahl auch neue Schächte geteuft, welche die wismuttypischen Nummern bekamen. Die vielen Schächte aus der Anfangszeit hatten einen Holzförderurm und waren durch hohe Holzzäune umgeben. Ihre Kapazitäten waren relativ gering. Die Schachtröhren hatten einen kleinen rechteckigen Querschnitt und waren nur mit Holz ausgebaut. Nach der primitiven Anfangszeit ging man in der Mitte der 1950er Jahre zu modernerer Technologie über. Die vielen kleinen Schächte wurden durch wenige moderne, leistungsfähige Anlagen abgelöst. In dieser Übergangsphase kam es 1955 zu einem schweren Grubenunglück in Niederschlema, bei dem 35 Bergleute und Rettungskräfte starben. Nahe des Schachtes 208 brach ein Feuer aus, welches sich schnell ausbreitete. Das Unglück legte viele technische und organisatorische Defizite der SDAG Wismut in jener Zeit offen. Während der Modernisierung wurden alte Anlagen wie der Schacht 38 komplett überarbeitet (Erweiterung der Schachtröhre, neues Fördergerüst und Förderanlagen, Werkstätten, Sozialgebäude) oder neue Schächte geteuft. Der Schacht 366 in Aue-Alberoda wurde der erste Schacht mit runder, ausgemauerter Schachtröhre. Er war an die 540m-Hauptfördersohle angeschlossen. Zweite neue Hauptanlage wurde der Schacht 371, welcher sich auf der Flur von Hartenstein befindet. Er war an die 540- und die 990m-Sohle angeschlossen und ging 1959 in Betrieb. Mitte der 1960er Jahre verfügte der Bergbaubetrieb Aue über 3 moderne Hauptschächte (38, 366 und 371) sowie mehrere leistungsfähige Wetterschächte. Zu dieser Zeit produzierte man bis zu 4.000 t Uran pro Jahr. Ab den 1970er Jahren wurde die Förderung auf den Schacht 371 konzentriert und die anderen Schächte nur noch zur Materialförderung und Seilfahrt genutzt. Am Schacht 371 befand sich eine radiometrische Aufbereitungsfabrik, welche das Erz vorsortierte, bevor es nach Crossen geschickt wurde. Mehrere Blindschächte erschlossen die tieferen Teile der Lagerstätte. Als letzte und tiefste wurde 1988 die 1.800m-Sohle vorgerichtet. Insgesamt gab es 48 Gewinnungssohlen im Abstand von 30 bzw. 45 m. Der Bergbaubetrieb hatte einen sehr hohen Bedarf an Energie, da zum einen hohe Mengen Grubenwasser ständig gehoben und zum anderen die Frischwetter gekühlt werden mussten, um das Arbeiten auf den tiefen Sohlen zu ermöglichen.
Für den Abbau des Erzes wurde das altbewährte, aber arbeitsintensive Firstenstoss-Verfahren eingesetzt. Dabei werden im Streichen eines Erzganges Strecken aufgefahren und über Überhauen (kleinere vertikale Grubenbaue) zwischen zwei Sohlen verbunden. Dann wird der Gang zwischen zwei Überhauen mit Bohr- und Sprengtechnik von unten nach oben bis zur nächsten Sohle abgebaut. Der Hohlraum wird während des Abbaus mit taubem Gestein verfüllt, so dass die Bergleute beim Abbau auf dem Versatz stehen. Diese Abbautechnik lässt nur eine begrenzte Mechanisierung zu, so dass die Bergleute handgeführte Bohrhämmer verwenden mussten und keine Bohrwagen und ähnliches einsetzen konnten. Letztere kamen aber im Streckenvortrieb zum Einsatz. Die horizontale Förderung des Bergwerkes erfolgte gleisgebunden. Abgeworfene Strecken und Abbaue wurden abgedämmt, um den Eintrag von Radon zu minimieren. Die Gesamtlänge aller horizontaler Grubenbaue der Lagerstätte Niederschlema-Alberoda beläuft sich auf rund 4.200 km, wovon Ende 1990 noch 176,3 km zugänglich waren[3].
Nach Einstellung der Urangewinnung wurde aus dem Bergbaubetrieb der Sanierungsbetrieb Aue (heute Niderlassung Aue der Wismut GmbH). Zu den Aufgaben gehört die Verwahrung und Sicherung des untertägigen Grubengebäudes sowie der Tagesschächte, die kontrollierte Flutung des Grubengebäudes inlusive der Behandlung des Grubenwasser vor dessen Einleitung in die Zwickauer Mulde, die Sanierung und Beseitigung der übertägigen Betriebsanlagen und die Sanierung der umfangreichen Haldenflächen. Aus rechtlichen Gründen ist die Wismut GmbH nur für die Sanierung von Objekten zuständig, die nach 1962 noch im Besitz der SDAG Wismut lagen. Daher gehört der Lagerstättenteil Schneeberg nicht mit zu den Sanierungsaufgaben, ebenso die Halde 296 im Lagerstättenteil Niederschlema. Die Niederlassung Aue der Wismut GmbH hat aber in den letzten Jahren auch Aufträge zur Überwachung und Sanierung von Flächen, Halden und Anlagen in Zobes und Johanngeorgenstadt außerhalb ihres Kernauftrages erhalten. Grubengebäude anderer Standorte wie z. B. Schneeberg werden teilweise durch Firmen wie der Bergsicherg Schneeberg verwahrt. Die Halden werden ausgehend von der größten Gefährdung (nähe zur Wohnbebauung) abgeflacht und teilweise umgelagert und anschließend mit 80 cm tonigem Material und 20 cm Mutterboden abgedeckt. Das gesamte Haldenvolumen beträgt rund 43 Mio m³[3]. Der heutige Autobahnzubringer Aue-Hartenstein (BAB 72) führt über das Gelände der Halde 366/186. Der Schlammteich im Borbachtal, welcher anfangs für die Tailings der Uranaufbereitung und später als Absatzbecken für das Grubenwasser genutzt wurde, ist trockengelegt und ebenfalls abgedeckt worden. Für die Sanierung des Schlammteiches musste ein Ersatzbiotop angelegt werden. Oberflächennahe Grubenbaue besonders im Bereich Schlema werden sicher verwahrt und teilweise verfüllt. Dafür werden das Lichtloch 15IIb (Markus-Semmler-Stollen) sowie der Schacht 208 in Niederschlema genutzt. Bei der Sanierung der Grubenbaue muss darauf geachtet werden, das ein Austritt von radonhaltigen Wettern im Bereich der Bebauung in Schlema verhindert wird. Der frühere Frischwetterschacht 382 wurde zum Abwetterschacht umgebaut und soll die Abführung des Radons außerhalb der Ortslage Schlema gewährleisten. Die Flutung des Grubengebäudes wurde schrittweise bis zur 60m-Sohle durchgeführt (60 m unter dem Niveau des Markus-Semmler-Stollens der Zwickauer Mulde). Von dort wird das Grubenwasser abgepumpt und in der Wasserbehandlungsanlage Niederschlema aufbereitet (etwa 800 bis 1.000 m³/h). Entfernt werden Uran, Radium und Schwermetalle. Das immer noch über 20°C warme Grubenwasser wird danach in die Zwickauer Mulde eingeleitet. Eine Kolonie von Kormoranen nutzt wegen des warmen Wassers diesen Standort als Winterquartier. Bis zur Flutung der 540m-Sohle 1997 war der Schacht 371 für Besucher zugänglich. Die Aufbereitungsrückstände werden gesondert auf der Halde 371 eingebaut. Die nicht mehr genutzten Tagesschächte werden teilweise verfüllt und verplombt und die Tagesanlagen nach und nach abgebrochen bzw. einer anderen Nutzung zugeführt.
Der mittlere Urangehalt der Erze lag bei durchschnittlich 0.1 %. Für eine Tonne Uran mussten also 1.000 t Uranerz gefördert werden, weiterhin 2.000 t Nebengestein. In den 1980er Jahren wurden allerdings nur noch reichere Erzpartien abgebaut, so dass der mittlere Gehalt im Fördererz auf 0.4 % stieg. Die Produktion erreichte Mitte der 1960er Jahre nahezu 4.000 t Uran pro Jahr, im letzten kompletten Betriebsjahr 1989 lag sie nur noch bei rund 585 t Uran[3]. Das Uranerz wurde anfänglich im umfunktionierten Blaufarbenwerk Oberschlema aufbereitet. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde es in die große Aufbereitungsanlage Crossen bei Zwickau gebracht. Das in Crossen produzierte Urankonzentrat (Yellow Cake) hatte einen Urangehalt von etwa 70 %. Bis in die 1980er Jahre wurde besonders hochwertiges Erz (Stufenerz) auch direkt in die UdSSR verschickt.

Die Lagerstätte befindet sich auf der Gera-Jachymov-Störungszone. Das zentrale Element der Störungszone ist der Rote Kamm, eine mit Quarz und Hämatit mineralisierte Störung, welche die Grenze zwischen den Teillagerstätten Schneeberg und Oberschlema markiert. Der vertikale Versatz zwischen beiden Lagerstätten betrag 400 bis 500 m. Der Rote Kamm ist in Oberschlema in einem hervorragenden geologischem Aufschluß sichtbar, der zu den Geotopen Sachsens gehört. Das Uran wurde hauptsächlich aus drei verschiedenen Gangtypen gewonnen. Die etwa 270 Millionen Jahre alten Uran-Quarz-Calcit-Gänge waren die primäre Uranvererzung und bildeten sich in der Spätphase der variszischen Orogenese. Diese Gänge wurden später teilweise von der Magnesium-Uranformation mit Dolomit als Hauptgangart (Magnesium-Calciumkarbonat) überprägt. Als letzte Vererzungsetappe folgte im Tertiär die biconi-Ag-U-Formation. Dies sind Quarz-Karbonatgänge, welche Bismut, Cobalt, Nickel, Silber und teilweise Uran führen. Das Uran ist allerdings nur aus den älteren Vererzungen umgelagert. Haupturanmineral ist die Pechblende (kollomorpher Uraninit), gefolgt von Coffinit (Uransilikat). Die Lagerstätte Schneeberg ist für ihre Vielzahl von sekundären Uranmineralen bekannt, darunter viele Erstbeschreibungen. Berühmt geworden ist ein Erzanbruch auf dem Erzgang „Walpurgis Flacher“ der Grube „Weißer Hirsch“ im Jahr 1871, welcher 5 neue Uranminerale lieferte (Walpurgin, Trögerit, Zeunerit, Uranospinit, Uranosphärit)[1]. Es gibt eine Vielzahl von weiteren Erzgangtypen mit Altern zwischen 300 Mio und 5 Mio Jahren, die für die Urangewinnung jedoch keine wesentliche Rolle spielten. Nebengesteine der Erzgänge sind teilweise kohlenstoffreiche und kontaktmetamorphe Schiefer, Amphibolite, und Skarne. Diese meta-sedimentären und meta-vulkanischen Gesteine aus dem Silur und Ordovicium gehören der Lößnitz-Zwönitzer-Zwischenmulde an und werden von Phylliten eingerahmt. Die Erzgänge setzen sich in die Phyllite fort, sind dort aber kaum mineralisiert. Besonders die kohlenstoffreichen Schiefer begünstigten die Bildung der Lagerstätte, da sie einerseits eine mögliche Quelle des Urans und anderer Metalle darstellen, andererseits die Ausfällung von Uranmineralen aus der hydrothermalen Lösung begünstigten. Unterlagert wird die Lagerstätte durch variszische Granite, die für eine kontaktmetamorphe Überprägung der Gesteine verantwortlich waren, aber kaum Vererzungen enthalten. Weiterhin kommen magmatische Ganggesteine in Form von Kersantiten vor.
Mit einer Gesamtproduktion von über 80.000 t Uran ist die Lagerstätte Schneeberg-Schlema-Alberoda die größte ihrer Art weltweit. Der Uranbergbau in Niederschlema hält auch den Teufenrekord für Europa mit der tiefsten Sohle auf nahezu 2.000 m unter Tage. Die Gesteinstemperaturen auf dieser Sohle lagen bei fast 70 °C. Der tiefste Schacht der Lagerstätte hatte eine Teufe von etwa 1.400m (Schacht 382; als Abwetterschacht weiterhin offen).
Am Standort des Schachtes 371 in Hartenstein befindet sich die Lagerstättensammlung der Wismut, die alle Lagerstätten mit ihrer Geologie und Mineralogie vorstellt. Die Sammlung kann zu bestimmten Terminen und auf Anfrage besucht werden. Das Lichtlich 15IIb des Markus-Semmler-Stollens in Oberschlema ist als Besucherbergwerk zu besichtigen. Zu besonderen Anlässen und auf Anfrage ist auch die Grube „Weißer Hirsch“ in Schneeberg für Besucher geöffnet. Das ehemalige Kulturhaus „Aktivist“ in Schlema beherbergt des Uranerzbergbaumuseum. Schlema ist heute wieder Kurort (Bad Schlema) und beherbergt ein neues Radonbad mit Kurviertel im Bereich des ehemaligen Oberschlema. Das radonhaltige Wasser kommt allerdings nicht mehr direkt aus der Lagerstätte, sondern aus extra angelegten Bohrungen im Gleesberg-Granit.
Gera/Ronneburg
Das Vorkommen von radioaktiven Quellen bei Ronneburg in Ostthürigen war schon vor dem zweiten Weltkrieg bekannt, allerdings erreichten sie nie die Berühmtheit oder Stärke der Quellen von Oberschlema oder Jáchymov im Erzgebirge. Im Jahr 1949 begann die Wismut mit der Uranerkundung im Gebiet von Ronneburg. Die Suche führte zum Auffinden und Abbau der größten Uranressource Europas mit einem Inhalt von etwa 200.000 t Uran. Abgebaut wurden davon bis 1990 etwa 100.000 t (Ressourcenlöschung), was einer Uranproduktion von 90.000t entspricht. Die Wismut wies zum 01.01.1991 eine gesamte Restressource von 87.243,3 t für das Erzfeld Ronneburg aus[3].
Die Lagerstätte liegt auf der Gera-Jáchymov-Störungszone, an welche auch die Uranlagerstätten Přibram, Sokolov, Jáchymov (alle tschechische Republik), Pöhla-Tellerhäuser, Johanngeorgenstadt, Schneeberg-Schlema-Alberoda und Neumark gebunden sind. Im Gegensatz zu den eben genannten Lagerstätten (außer Neumark) handelt es sich beim Erzfeld Ronneburg allerdings nicht um eine Ganglagerstätte, sondern um eine feindisperse Uranmineralisation in paläozoischen kohlenstoffreichen Schiefern und Diabasen. Die Lagerstätte besteht aus unzähligen, unregelmäßig geformten Erzkörpern unterschiedlichster Größe, welche durchschnittlich 70 t Uran enthalten. In den Körpern wird die Vererzung durch Klüfte und Störungen kontrolliert und ist stark absetzig, das heißt, die Uranverteilung ist sehr ungleichmäßig. Das Fördererz enthielt im Durchschnitt 0.07 bis 0.085 % Uran.

Die Lagerstätte war in mehre Betriebe unterteilt, diese waren wie folgt:
- Tagebau Ronneburg (1950 bis 1953)
- Schacht Lichtenberg (1950 bis 1962, danach zum BB Reust gehörig)
- BB Reust (1957 bis 1988, danach zum BB Schmirchau gehörig)
- BB Schmirchau (1950 bis 1990, danach Sanierungsbetrieb Ronneburg)
- Brandschutzzeche (1962 bis 1969, danach zum BB Reust gehörig)
- Tagebau (BB) Lichtenberg (1958 bis 1976)
- BB Paitzdorf (1954 bis 1990, danach Sanierungsbetrieb Ronneburg)
- Tagebau Stolzenberg (1954 bis 1957)
- BB Beerwalde (Teufe 1967, selbstständig ab 1974, ab 1991 zu Sanierungsbetrieb Drosen; enthält Feldesteil Korbußen)
- Schachtbaubetrieb (1977 bis 1980; aus BB Lichtenberg)
- BB Drosen (Teufe ab 1974; selbstständig ab 1980, ab 1991 Sanierungsbetrieb Drosen)
Die BB Beerwalde und Drosen befanden sich nördlich der BAB 4, alle anderen lagen südlich. Die einzelnen Sanierungsbetriebe wurden 1993 zum Sanierungsbetrieb Ronneburg mit Sitz in Paitzdorf zusammengeschlossen. Insgesamt wurden 3 Tagebaue betrieben und 63 Schächte und Blindschächte geteuft. Die Lagerstätte fiel von Süd nach Nord ein, der tiefste Bergbau fand in Drosen mit einer Teufe von rund 1.000 m statt. Die Aufbereitung der Erze fand zum größten Teil in der Aufbereitungsanlage Seelingstädt 10 km südlich von Ronneburg statt. Die Erze wurden sowohl soda-alkalisch als auch sauer aufbereitet. Die Technik hing von der geochemischen Zusammensetzung (karbonat- oder silikatreich) des Erzes ab. Die Aufbereitungsanlage Seelingstädt befand sich am Ort der Uranlagerstätte Culmitzsch, welche von 1951 bis 1967 abgebaut wurde. Diese Lagerstätte hing aber geologisch nicht mit dem Ronneburger Erzfeld zusammen.
Die Wismut stellte einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor in der Region Gera dar und trug nicht unerheblich zum Wachstum der Stadt bei; so wurde zum Beispiel das Neubaugebiet Bieblach ausdrücklich als Bergarbeitersiedlung angelegt.
Nach der Einstellung der Bergbautätigkeit im Jahre 1990 begann auch hier die Sanierung. Charakteristische Landmarken waren die vier Spitzkegelhalden bei Paitzdorf und Reust, die in den Jahren 2004 bis 2006 abgetragen wurden. Zur Expo 2000 war die Wismut-Sanierung ein Begleitprojekt. An der Stelle des aufgefüllten Tagebaues Lichtenberg entstand die Neue Landschaft Ronneburg, die Ausstellungsfläche der Bundesgartenschau 2007 war. Ein BUGA-Begleitprojekt mit Bezug auf den Bergbau der Wismut war zudem die Resurrektion Aurora in Löbichau.
Der Uranerzbergbau bei Ronneburg stellte insofern einen Sonderfall dar, als dass die Wismut hier anders als im Erzgebirge und in der Sächsischen Schweiz auf keinerlei historisch gewachsene Bergbautradition zurückgreifen konnte.
Lagerstätte Königstein
Im Raum um Königstein und Rosenthal begannen 1961 geologische Erkundungen, die 1963 nahe Leupoldishain zum Aufschluss einer abbauwürdigen Lagerstätte führten. Diese gehörte zum Typ der Sandstein-Lagerstätten. Die Uranvererzungen waren im wesentlichen an cenomane Sedimente gebunden und als flach lagernder Erzkörper ausgebildet. Insgesamt wurde auf einer Fläche von 25 km² ein Vorrat von 30.000 t Uran erkundet. Die 1967 begonnene Förderung erschloss zwischen den Ortschaften Struppen, Königstein, Hütten, Bielatal und Langenhennersdorf ein 7,1 km² großes Grubenfeld. Aus diesem wurden bis 1990 18.006 t Uran gewonnen, darunter 12.251 t durch konventionellen Abbau und 5.755 t mittels der 1984 eingeführten Laugung. Förderhöhepunkte waren die Jahre 1971–78 mit jährlichen Förderleistungen von 1.000 bis 1.200 t. In den 1980er Jahren ging der Abbau auf ca. 450 t pro Jahr zurück. Im Zuge der Sanierung wurden auch in den 1990er Jahren noch Restmengen gefördert, sowie auch bis in die Gegenwart (2006) Uran als „Nebenprodukt“ der Grubenwasserreinigung auf dem Markt untergebracht.
Die Zahl der Beschäftigten belief sich bis 1990 auf etwa 2200. Damit war das Bergwerk über lange Jahre einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region der Sächsischen Schweiz. 2005 waren noch etwa 365 Mitarbeiter in der Sanierung beschäftigt.
Einige der Betriebsanlagen des Bergbaubetriebes befanden sich im unmittelbaren Sichtfeld der Festung Königstein an der B 172 nahe Leupoldishain. Hier errichtete die WISMUT unter anderem zwei Schächte, Maschinenhäuser, ein Umspannwerk, eine Verdichterstation, Verwaltungsgebäude und Materiallagerplätze. Die Lagerstätte selbst wurde auf vier Sohlen in 25, 50, 95 und 135 m über NN ausgerichtet. Die 25m-Sohle als tiefste Sohle der Grube liegt am Hauptschacht 392 rund 300m unter Tage. Wegen der Lage des Bergwerks im bedeutsamen Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteingebirge wurde ein Abkippen des Abraums auf oberirdische Halden nicht genehmigt, sodass vor allem natürliche Schluchten der Umgebung zur Lagerung des Abraums benutzt wurden.
Kompliziert gestaltete sich der Abtransport des gewonnenen Erzes zu den Aufbereitungsbetrieben in Crossen und Seelingstädt. Aufgrund des Höhenunterschiedes von 150 m konnte das Königsteiner Bergwerk nicht direkt an die Elbtalbahn angebunden werden. Verladebahnhof wurde deshalb der Bahnhof Pirna-Rottwerndorf der Gottleubatalbahn. Obwohl aus ökonomischen und ökologischen Gründen ein Untertagetransport favorisiert wurde, errichtete die WISMUT aus Zeitgründen eine Seilbahn (Länge 4,4 km; 175 Gondeln à 1 m³). In der Hauptbetriebszeit verließen täglich sieben Züge zu je 13 Waggons den Verladebahnhof.
Seit Mitte der 1970er Jahre verschlechterten sich die Abbaubedingungen durch den abnehmenden Urangehalt und ungünstiger verlaufende Streichrichtung der Vererzungen. Deshalb entschloss sich die WISMUT, den konventionellen Abbau durch ein chemisches Förderverfahren zu ersetzen. Nach Einstellung der konventionellen bergmännischen Förderung (1984) wurde das in wasserführenden Sandsteinen befindliche leicht lösliche Uran durch Sprengungen blockweise aufgelockert und mit schwefelsaurer Lösung ausgelaugt. In den folgenden Jahren wurden etwa 160.000 t Schwefelsäure eingesetzt und etwa 50 Mio. t Gestein mit der Lösung kontaktiert. Dieses Abbauverfahren gestaltete die nach der Abbaueinstellung (1990) vorgesehene Flutung der Grubenbaue besonders schwierig. Einerseits musste verhindert werden, dass die noch im Umlauf befindliche Laugungslösung bei der Flutung ausgewaschen wird und in die Grundwasserleiter gelangt. Andererseits war die Sanierung in Königstein besonders zeit- und kostenaufwendig, da für die Außerbetriebnahme chemisch betriebener Urangruben kaum auf nutzbare Erfahrungen zurückgegriffen werden konnte. So wurde die Flutung erst nach umfangreichen Vorbereitungen 2001 eingeleitet. Die Gesamtsanierung des Betriebsteils Königstein wird noch bis ca. 2010 andauern.
Lagerstätte Culmitzsch
Culmitzsch stellt die viertgrößte Uranlagerstätte dar, welche durch die Wismut erkundet und abgebaut wurde. Sie liegt 10 km südlich der Stadt Ronneburg im Landkreis Greiz. Sie war dem Objekt 90 mit Sitz in Gera zugeordnet. Die Produktion erfolgte aus drei Teillagerstätten:
- Sorge / Trünzig-Katzendorf (1952 bis 1957; Uranlöschung: 2.294,6 t)
- Gauern (1954 bis 1957; Uranlöschung: 427,7 t)
- Culmitzsch (1955 bis 1967; Uranlöschung: 9.216,6 t)
Der durchschnittliche Urangehalt im Fördererz lag zwischen 0.059 und 0.068 %. Die genannten Teillagerstätten gelten als komplett abgebaut, wobei an den Flanken verbliebene Resourcen aus wirtschaftlich/bergmännischen Überlegungen abgeschrieben wurden. Hinzu kommt das Erkundungsrevier Gera-Süd, für welches am 01.01.1991 Resourcen von 3.350 t Uran ausgewiesen wurden. Während der untertägigen Erkundung wurden 19,4 t der Resourcen gelöscht.[3]
Die Tagebauen Trünzig und Culmitzsch wurden nach Einstellung der Uranförderung als Schlammteiche für die Tailings der Aufbereitungsanlage Seelingstädt verwendet.
Die Vererzung ist an Zechstein-Sedimente gebunden bestehend aus kohlenstoffreichen Tonsteinen, Sandsteinen und Dolomiten. Die Uranmineralisation besteht in diesen Sedimenten aus feindispers verteilter Uranschwärze. An der Basis der Lagerstätte tritt ein Konglomerat auf, welchen teilweise mit Pechblende zementiert ist und mineralisierte Koniferenreste aufweist. Die Zellwende des fossilen Holzes besteht dabei aus Pechblende, das Zellinnere aus Galenit. In der Oxidationszone der Lagerstätte traten auch Uranglimmer auf, im Erkundungsrevier Gera-Süd trat Coffinit auf. Uranlieferanten für die Mineralisation waren vermutlich uranreiche Verwitterungslösungen welche unter den reduzieren Bedingungen der kohlenstoffreichen Sedimente das Uran abschieden. Neben der oxidischen Uranminerlisation trat auch eine sulfidische, nicht bauwürdige Vererzung von Zink, Blei, Kupfer, Eisen, Arsen, Kobalt, Nickel und Antimon auf.[4]
Lagerstätte Zobes / Bergen
Die Lagerstätte Zobes / Bergen befindet sich im Vogtland nahe der Talsperre Pöhl. Sie besteht aus den bergmännisch miteinander verbundenen, aber geologisch unterschiedlichen Teilen Zobes im Osten und Bergen im Westen.
Die Erkundungsarbeiten durch die Wismut in Zobes begannen 1949. Vorher fand auf der Lagerstätte kein Bergbau statt. Das Grubenfeld umfasste etwa 6 km². Die Förderung wurde 1950 aufgenommen und erreichte im Jahr 1956 ihren Höchststand mit einer Produktion von 688 t Uran. Eingestellt wurde der Bergbau 1963, nachdem 5030,9 t Uranvorräte gelöscht wurden, entsprechend einer Produktion von rund 4.600 t Uran. Bergbau in Bergen wurde von 1949 bis 1959 betrieben mit einer Vorratslöschung von 197,4 t Uran, was einer Produktion von etwa 160 t entspricht. In Zobes wurde bis in eine Teufe von 733 m abgebaut, in Bergen erreichte der Bergbau nur 428 m Teufe. In geringem Umfang wurde auch Kupfererz gewonnen und in die Aufbereitung nach Mansfeld geschickt.[3]
Die Lagerstätte Zobes befindet sich in einer als „Zobeshorizont“ bezeichneten Serie meta-sedimentärer Gesteine. Dies sind paläozoische phyllitische Tonschiefer, phyllitische Schluffschiefer mit Quarziteinschaltungen, Alaun- und Kieselschiefer mit eingelagerten Kalksteinen sowie amphibolitischen Diabasen und Spilitgesteinen. Die Lagerstätte befindet sich im Kontakthof des Bergener Granits, wodurch die Gesteine zusätzlich kontaktmetamorph überprägt sind und sich Skarne gebildet haben. Des weiteren treten verschiedene magmatische Ganggesteine auf. Die Erzgänge haben innerhalb des Zobeshorizontes ihre höchste Uranführung. Die Uranerze kommen hauptsächlich in spätvariszischen Quarz-Calcit-Urangängen sowie untergeordnet in postvariszischen Quarzgängen mit Bismut-, Kobalt- und Nickelarseniden vor. Haupturanmineral ist Pechblende; untergeordnet kommt eine Vielzahl von sekundären Uranmineralen vor. Die Skarnhorizonte der Lagerstätte haben zum Teil interessante Gehalte an Scheelit (ein Wolframmineral) und wurden nach Einstellung der Urangewinnung dahingehend erkundet. Es wurden WO3 Vorräte von 4.950 t berechnet, die Vererzung aber als nicht abbauwürdig eingeschätzt. Die Lagerstätte Bergen befand sich innerhalb des gleichnamigen Granites. Wenige Gänge waren innerhalb des Granites ausgebildet und führten neben Pechblende verstärkt Uranglimmer. Die Lagerstätte ist vor allem für großartig ausgebildeten Uranocircit und Autunit bekannt. Auch ist das Uranphosphat Bergenit nach ihr benannt. Ein Teil der Lagerstätte ist durch einen später angelegten Granitsteinbruch aufgeschlossen.
Lagerstätte Freital / Dresden-Gittersee
Bergbau in Freital bei Dresden wird schon mindestens seit Mitte des 16. Jh. betrieben. Es ist das drittgrößte Steinkohlenrevier in Sachsen nach Zwickau und Lugau/Oelsnitz. Die Geschichte des Reviers nach dem 2. Weltkrieg ist sehr wechselvoll. Die Wismut erkundete zwischen 1947 und 1950 radioaktive Anomalien im Baufeld Heidenschanze mit mehreren Schächten und Schürfen. 1950 wurden diese Anlagen an den VVB Steinkohle, Steinkohlenwerk Freital, zur Produktion von Energiekohle übergeben. 1950 wurde mit der Teufe der Schächte in Dresden-Gittersee begonnen. 1952 wurden die Anlagen und Grubengebäude der Felder Gittersee und Heidenschanze wieder an die Wismut übergeben und Erkundungs- und Vorrichtungsarbeiten vorgenommen. 1955 übergab die Wismut die Anlagen wieder an den VVB Steinkohle, Steinkohlenwerk Freital. 1967 wurde die Förderung von Steinkohle zur Energieerzeugung des nun „Willie Agatz“ genannten Steinkohlenwerkes in Dresden-Gittersee eingestellt. 1968 übernahm die Wismut die Anlagen wieder und förderte bis 1989 Kohle zur Urangewinnung. Alle restlichen Ressourcen der Lagerstätte wurden 1989 als Außerbilanzvorräte abgeschrieben. Die Sanierung des Standortes wird durch den Sanierungsbetrieb Königstein durchgeführt.
Die Uranproduktion in den Revieren Gittersee, Heidenschanze und Bannewitz betrug insgesamt 3.691 t, was einer Vorratslöschung von 3.977 t Uran entspricht bei einem durchschnittlichen Urangehalt von 0,111 %.[3] Die Steinkohlenproduktion in Freital betrug insgesamt etwa 40 Mio t. Die Aufbereitung der Erze geschah zuerst direkt in Freital, später in Crossen.
Die Steinkohlenlagerstätte Freital befindet sich im Döhlener Becken zwischen dem Erzgebirge und dem Elbtalgraben. Die Flöze sind in einer vulkano-sedimentären Abfolge aus dem Rotliegenden eingeschaltet und damit deutlich jünger als die Flöze in Zwickau oder Oelsnitz. Die Uranvererzung kommt nur in einem begrenzten Teil des Steinkohlenreviers vor. Das Uran tritt feinverteilt in einigen Flözen, kohligen Schiefern und Arkosesandsteinen auf. Die kohlige Substanz sorgte für eine Ausfällung des Urans aus Lösungen, die möglicherweise von den sauren Vulkaniten der Umgebung geliefert wurden. Neben Uran treten auch Zink, Blei, Arsen, Molybdän, Vanadium und Germanium in erhöhten Konzentrationen auf.
Lagerstätte Johanngeorgenstadt
Johanngeorgenstadt liegt im westlichen Erzgebirge unmittelbar an der Grenze zur Tschechischen Republik. Die Stadt hat eine lange Bergbautradition, welche mit dem Abbau von Eisen und Zinn im 16.Jh begann. Mitte des 17.Jh. wurden reiche Silbererze aufgefunden. Der Berliner Apotheker und Chemiker M.H. Klapproth erhielt auch von hier Proben von Pechblende, in welchen er das Element Uran 1789 entdeckte (Grube „George Wagsfort“[1]). Die gesamte Uranproduktion in Johangeorgenstadt vor dem zweiten Weltkrieg wird auf 6.1 t U3O8 geschätzt.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Johanngeorgenstadt die erste Lagerstätte, für welche sich die sowjetischen Experten interessierten. Im Jahr 1946 wurde das Objekt 01 gegründet, der erste Produktionsbetrieb der Wismut. Die Wismut nutzte zuerst vorhanden Stollen und Schächte. Das Bergwerk „Frisch Glück“ wurde Schacht 1 und ist noch heute als Besucherbergwerk zugänglich. Die erste Vorratseinschätzung nach dem 2. Weltkrieg ging von einer Resource von 22.2 t Uran für die Lagerstätte aus. Die tatsächliche Vorratslöschung bei Betriebseinstellung 1958 lag bei 4.100 t Uran. Daraus wurde eine Produktion von 3.585 t Uran geschätzt.[3] Zwischenstaatlich geregelt fand auch eine Gewinnung von Uran unter der tschechischen Ortschaft Potucky (Breitenbach) durch die Wismut statt. Die Tschechische Republik betrieb allerdings auch eigene Uranerkundung und –produktion auf ihrem Teil der Lagerstätte.
Die Lagerstätte befindet sich im Randbereich der Gera-Jáchymov-Störungszone. Nebengesteine der Erzgänge sind Phyllite, Amphibolite und untergeordnet Granite. Haupturanmineral ist Pechblende, im geringeren Umfang kommen auch sekundäre Uranminerale vor. Die uranführenden Gänge enthalten teilweise auch hohe Gehalte an Bismut, Nickel, Kobalt und Silber. Eine Gewinnung dieser Elemente durch die Wismut fand nicht statt.
Reiche, oberflächennahe Uranvererzungen führten zu einem intensiven Bergbau, welcher die Zerstörung der Altstadt von Johanngeorgenstadt nach sich zog.
Komplexlagerstätte Pöhla
Pöhla ist eine Gemeinde im westlichen Erzgebirge im Landkreis Aue-Schwarzenberg. Schon Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahr erkundete die Wismut die Region auf Uran und es kam zu einem geringfügigen Abbau von Uran. Diese frühen Arbeiten wurden durch das Objekt 08 / 103 durchgeführt. Die späteren Erkundungs- und Abbauarbeiten auf der Lagerstätte lagen in der Verantwortung des Bergbaubetriebs Aue.
Im Bereich der Gemeinde Pöhla befindet sich die Teillagerstätte Globenstein. Diese wurde bis 1960 von der Wismut erkundet. Eine nennenswerte Uranvererzung konnte nicht festgestellt werden, allerdings wurde eine bedeutende Skarnmineralisation mit Magnetit, Sulfiden und Kassiterit (Zinnstein) entdeckt. Der VEB Geologische Erkundung Süd, Freiberg in Zusammenarbeit mit der Maxhütte Unterwellenborn führte nach der Wismut weitere Erkundungsarbeiten in diesem Lagerstättenteil aus.

In den 1960er Jahren fand die SDAG Wismut in Bohrungen im Gebiet Hämmerlein und Tellerhäuser radioaktive Anomalien mit teilweise sichtbarer Pechblende sowie Zinnvererzungen vor. Deshalb wurde vom Luchsbachtal am Rand von Pöhla 1967 mit der Auffahrung eines Stollen in Richtung Hämmerlein und Tellerhäuser begonnen. Dieser Stollen erreichte eine Gesamtlänge von 7.845 m, wobei bei etwa 3 km Stollenlänge die Teillagerstätte Hämmerlein aufgeschlossen wurde. Die Teillagerstätte Tellerhäuser im hinteren Bereich des Stollen wurde über zwei Blindschächte erschlossen, mit deren Teufe man 1970 bzw. 1976 begann. Die planmäßige Urangewinnung in Tellerhäuser wurde 1978 aufgenommen und am 31.12.1990 eingestellt. Es wurden 1203.6 t Uran produziert (Löschung 1307,5 t). Am 01.07.1991 wies die Wismut restliche Gesamtvorräte von 3.746,9 t Uran aus.[3] Neben der Urangewinnung erfolgte ein Abbau von Magnetit in geringen Umfang. Er wurde als Zuschlagstoff für den Beton der Kernkraftwerke in Lubmin und Stendal verwendet. 1990 wurde auf der +120 m Sohle eine reche Silbervererzung angetroffen und abgebaut. Mehrere Tonnen Erz bestehend aus massivem gediegen Silber, gediegen Arsen und Rotgültigerz wurden gefördert. Ein Grossteil der Förderung wurde allerdings gestohlen, bevor er in die Aufbereitung geschickt werden konnte.
Die Uranvererzung im Bereich Hämmerlein erwies sich als unbedeutend, während der Erkundungsarbeiten wurden 12.8 t Uran gewonnen, weitere bauwürdige Vererzungen wurden nicht angetroffen. Allerdings wurde eine umfangreiche Zinnvererzung angetroffen und intensiv erkundet. Die positiven Ergebnisse der Zinnerkundung in Hämmerlein ließen eine Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten in Globenstein folgen, auch hier wurden umfangreiche Zinnvorräte entdeckt sowie eine bedeutende Wolframvererzung. Es erfolgte ein experimenteller Abbau in Hämmerlein sowie Aufbereitungs- und Verhüttungsversuche des Erzes in Crossen. Die schwierige Mineralogie macht die Aufbereitung des Erzes aus den Skarnen allerdings sehr teuer, obwohl die Gehalte besser sind als in den bis 1991 betriebenen Zinnlagerstätten Altenberg und Ehrenfriedersdorf. Im Ergebnis der Erkundungsarbeiten wies die Wismut für die drei Teillagerstätten insgesamt Resourcen von 277.000 t Zinn, 70.000 t Wolfram, 400.000 t Zink, 7.7 Mio t Magnetit sowie bedeutende Gehalte von Indium und Kadmium aus.[3] Das Tochterunternehmer Wisutec der Wismut GmbH erhielt 2006 die Genehmigung durch das sächsische Oberbergamt zur erneuten Erkundung der Wolframvererzung in Globenstein.[5]
Die Lagerstätte befindet sich innerhalb der Gera-Jáchymov-Störungszone. Die Gesteine der Lagerstätte sind paläozoische Metasedimente. Darin enthaltene Karbonathorizonte wurden in Folge der Granitintrusion gegen Ende der variszischen Orogenese teilweise in Skarne umgewandelt und mit verschiedenen Metallen vererzt. Nachfolgend bildeten sich eine Quarz-Kassiterit-Vererzung auf unzähligen parallelen Klüften (Schiefererz). Diese Klüfte sind auch für die Vererzung der Skarne mit Kassiterit verantwortlich. Nachfolgend kam es auf Spalten zu einer hydrothermalen Vererzung mit Uran. Die Gangtypen sind denen in Schneeberg-Schlema-Alberoda gleich. Als älteste Gänge treten Quarz-Kalzit-Uranerzgänge auf, gefolgt von Dolomit-Uranerzgängen. Jüngste Bildungen sind Quarz-Karbonatgänge mit Wismut-Kobalt-Nickelerzen, sowie Silber, Arsen und untergeordnet Uran.
Die Teillagerstätte Pöhla-Hämmerlein ist als Besucherbergwerk zugänglich, und alle bedeutenden Vererzungstypen sind dort für Besucher sichtbar. Im „Morgenstern-Stollen“, einem kleinen Schaubergwerk in Pöhla unweit des Hautstollen der Wismut, ist die Scheelit-Vererzung aufgeschlossen.
Kleinere Betriebsstätten
Schwarzenberg und Umgebung (Objekt 08 / 103)
Schwarzenberg liegt im Westerzgebirge 20 km südlich von Aue. Wie in vielen Orten des Erzgebirges gibt es auch hier eine lange Bergbautradition mit der Gewinnung von Silber, Eisen, Kupfer, Zinn und Zink. Das Objekt 08 der SAG Wismut suchte ab 1947 in der Region Uran. 1950 wurde es in Objekt 103 umbenannt und 1954 an das Objekt 01 (Johanngeorgenstadt) angeschlossen. Das Objekt 08 schloß 14 kleine Grubenfelder zwischen Schwarzenberg im Norden, Raschau im Osten, der tschechischen Grenze im Süden und Antonsthal im Westen auf. Weiterhin gab es noch einige Erkundungsreviere ohne positives Ergebnis. Die Gesamtproduktion aller Bergwerke bis zur Produktionseinstellung 1959 lag bei etwa 1.400 t Uran, wovon das Feld „Weißer Hirsch“ (Schacht 235 in Antonsthal) 740 t und das Feld Seifenbach bei Rabenberg im Süden 230 t Uran lieferte. Alle weiteren Gruben hatten eine Produktion von weniger als 100 t Uran.[3]
Nebengesteine der Erzgänge sind paläozische Gneise, Schiefer, Skarne und Amphibolite. Bei Erkundungsarbeiten in den 1960er und 1970er Jahren stellte die SDAG Wismut prognostische Ressourcen von 28.000 t Zinn, 23.000 t Wolfram, 95.000 t Zink und anderen Metallen im Raum Antonsthal fest. Im Dezember 2007 erteilte das sächsische Oberbergamt der Deutschen Rohstoff AG (Heidelberg) die Erlaubnis zum Aufsuchen von Bodenschätzen bei Antonsthal.[5]
Schneckenstein/Gottesberg
Die beiden benachbarten Uranreviere Schneckenstein und Gottesberg befinden sich im sächsischem Vogtland bei Tannenbergsthal. Auch hier gab es alten Bergbau auf Silber, aber vor allem auf Zinn. Erwähnenswert ist der Topasfelsen Schneckenstein, ein geschütztes Geotop. Die durch vulkanische Tätigkeit entstandene Brekkzie des Felsens enthält hochwertigen Topas, welcher im 18. Jh. gewonnen wurde und seinen Weg bis in die britischen Kronjuwelen gefunden hat. Die Uranerkundung begann 1948 und die Förderung setzte 1949 ein. Bis zur Einstellung der Gewinnung 1959 wurde im Revier Schneckenstein 1.163 t Vorräte gelöscht (Gewinnung 953 t Uran). Das Revier Gottesberg brachte zwischen 1949 und 1955 68,6 t Uran.[3] Nach Einstellung der Urangewinnung wurden einige Anlagen und Grubenbaue dem VEB Wolfram-Zinnerz Pechtelsgrün übergeben, welcher bis 1991 Baryt förderte. Die Uranerzgänge kommen in kontaktmetamorphen Meta-sedimenten und Meta-Basiten des Ordoviciums vor. Haupturanmineral in den Gängen ist Pechblende, daneben kommen Uranschwärze und in geringem Umfang sekundäre Uranminerale vor. Der Bergbau auf Zinngreisen wurde parallel zum Uranbergbau fortgeführt und 1964 eingstellt. Die Zinngrube Tannenberg ist heute als Besucherbergwerk geöffnet, ebenso kann der Topasfelsen Schneckenstein bestiegen werden. Das Gebiet beherbergt noch größere Resourcen an Zinn (bis zu 120.000 t). Das Sächsische Oberbergamt erteilte der Deutschen Rohstoff AG (Heidelberg) 2007 die Bergbauberechtigung zur Durchführung von Erkundungsarbeiten auf der Zinnlagerstätte Gottesberg.[5]
Annaberg-Buchholz
In und um Annaberg-Buchholz gab es seit dem 15. Jh. Bergbau beginnend mit Kupfer und Zinn und gefolgt von Silber. Die Wismut begann mit der Erkundung und Gewinnung 1947 durch das Objekt 04 und beendete den Bergbau 1958. In diesem Zeitraum gewann man etwa 500 t Uran.[3] Die durch die Wismut abgebauten Erzgänge in den Annaberger Gneisen enthielten vor allem Pechblende, welche oftmals mit Kobalt, Nickel, Wismut und Silbermineralen verwachsen war. Eine Gewinnung dieser Nebenerze fand durch die Wismut nicht statt. In Annaberg-Buchholz gibt es derzeit zwei Besucherbergwerke, deren Anlagen früher durch die Wismut genutzt wurden: der Markus-Röhling-Stollen und der Dorothea-Stollen.
Bärenstein-Niederschlag
Unmittelbar an der tschechischen Grenze im Westerzgebirge unweit von Oberwiesenthal befindet sich die Ganglagerstätte Bärenstein-Niederschlag. Die SAG/SDAG betrieb hier ab 1947 Erkundung durch verschiedene Objekte, die Gewinnung wurde durch das Objekt 07 mit Sitz in Bärenstein (später verlegt nach Annaberg) durchgeführt. Der Wismut ging ein jahrhundertelanger Bergbau auf Silber, Eisen und verschiedene andere Erze voraus. In den 1920er und 1930er Jahren gab es bereits erfolglose Versuche, Uran abzubauen. Durch die Wismut wurden 132,7 t Uran vor allem aus dem Südteil der Lagerstätte gewonnen. Die geschätzten Restvorräte belaufen sich auf bis zu 200 t Uran.[3] Nach Einstellung der Urangewinnung im Jahr 1954 wurde der Lagerstättenteil Niederschlag auf Fluorit und Baryt erkundet und eine bedeutende Vererzung mit diesen Industriemineralien im Liegenden der Uranvererzung festgestellt. Zu einer Gewinnung kam es nicht, aber das sächsische Oberbergamt sucht derzeit nach einem Interessenten für die Lagerstätte.
Reviere Dittrichshütte, Steinach und Schleusingen (Thüringen)
Im Süden von Thüringen kam es Anfang der 1950er Jahre im thüringischen Schiefergebirge und dem Thüringer Wald. In Folge wurden drei Kleinstlagerstätten abgebaut. Die Lagerstätte Dittrichshütte westlich von Saalfeld und südlich von Bad Blankenburg ist an silurische und ordovizische Schiefer gebunden. Die Arbeiten wurden durch die Objekte 27, 30 und 41 durchgeführt. 1954 wurden alle verbliebenen Anlagen dem Objekt 90 (Gera) übergeben. Die Uranvererzung tritt an Klüften, Störungen und Ruschelzonen in Form von Uranschwärze, sekundären Uranmineralen und seltener Pechblende auf. Der durchschnittliche Urangehalt lag bei 0.032%. Die Lagerstätte wurde untertägig abgebaut, und es wurden 112,62 t Uran zwischen 1950 und 1954 produziert. In Steinach im Südosten des Thüringer Waldes betrieb die SAG Wismut einen kleinen Tagebau. Auch hier tritt die Uranvererzung in paläozoischen Schiefern auf. 1953 und 1954 gewann man hier 43,55 t Uran bei einem durchschnittlichen Urangehalt von 0,041 % im Erz. Der Tagebau ist heute ein Angelgewässer. In der Nähe von Schleusingen bei Suhl erkundete die Wismut mehrere kleine Erzvorkommen, die an den triassischen Buntsandstein gebunden sind. Untertägig abgebaut wurde nur das Vorkommen Hirschbach I, welches 14 t Uran lieferte. Der Bergbau wurde Ende 1953 eingestellt.[3]
Lagerstätte Marienberg

Die alte Bergstadt Marienberg befindet sich im mittleren Erzgebirge. Auch diese Stadt hat ihre Existenz dem Silberbergbau zu verdanken. Weiterhin wurden Zinn, Eisen, Kobalt, Nickel, Arsen, Kupfer und Uran gewonnen. Die letzte Silbergrube schloß 1899. Die Erkundung auf Uranerze durch die SAG Wismut begann 1947, das Objekt trug erst die Nr. 22, dann 05 und wurde schließlich dem aus der Objekt 111 (Zusammenschluss von Objekt 07 und 04) in Annaberg angeschlossen. Der Uranbergbau erstreckte sich von Pobershau im Osten über Marienberg bis nach Wolkenstein im Westen. Der Bergbau wurde schon 1954 wieder eingestellt mit einer Gesamtproduktion von 121 t Uran.[3] Nach Einstellung der Urangewinnung wurden einige Anlagen der Wismut an den VEB Erzgebirgische Spatgruben Bärenstein (seit 1957 Zinn- und Spatgruben Ehrenfriedersdorf) übergeben zum Zweck der Fluoriterkundung. Es konnten große Reserven an Baryt und Fluorit festgestellt werden, aber es gab nur einen geringen Versuchsabbau aufgrund der schlechten Qualität des Rohstoffs. Die Sanierung des Schachtes 302 wurde 2006 durch die Wismut GmbH abgeschlossen und der Stadt Marienberg zur Nachnutzung als geothermische Anlage übergeben.
Lagerstätte Bärenhecke (Schacht 209)
Diese 1948 erkundete Lagerstätte war Teil des ehemaligen Glashütter Bergbaureviers. Am Standort Bärenhecke wurde bereits seit 1458 Silber, Kupfer und Blei gefördert, der Abbau aber 1875 eingestellt. Bei der Neuerkundung wurden Uranvorräte im Umfang von ca. 44 t festgestellt, die bis 1954 vollständig abgebaut wurden. In dem kleinen Grubenfeld (Ausdehnung 0,85 km²) waren bis zu 388 Bergleute (1953) beschäftigt. Die Sanierung und Rekultivierung (Beseitigung von Bergschäden, Verwahrung der Grubenbaue) erfolgte in den 1960er Jahren.
Lagerstätte Niederpöbel
Ähnlich wie der Standort Bärenhecke konnte auch der Bergbau im Pöbeltal südlich von Schmiedeberg auf eine lange Tradition verweisen. Hier wurden seit ca. 1473 insbesondere Silber, Kupfer und Blei gefördert, der Abbau aber 1889 eingestellt. 1948 erfolgte die Erkundung einer 15 km² großen Uranerz-Lagerstätte. Das daraufhin in Betrieb genommene untertägige Grubenfeld umfasste aber nur eine Fläche von ca. 1,2 km². Bis November 1954 wurde die Lagerstätte nahezu vollständig abgebaut, die bis zu 600 Beschäftigten (1953) gewannen dabei ca. 30 t Uran. Die Sanierung und Rekultivierung erfolgte in den 1960er Jahren.
Lagerstätte Johnsbach
Die Lagerstätte Johnsbach umfasste ein äußerst geringes Vorkommen, welches sich südlich des gleichnamigen Ortes und etwa 1,5 km westlich der Lagerstätte Bärenhecke befand. Es wurde 1949 in einer Tiefe von 100 bis 120 m entdeckt. Detaillierte Angaben über den Umfang der Erkundungs- und Bergarbeiten sind nicht erhalten geblieben.
Freiberger Revier (Objekt 26)
Im ältesten sächsischen Erzbergbaurevier wurde bereits vor 1945 Uran als Begleitmaterial des Silber- und Buntmetallbergbaus gefördert, allerdings nur in geringem Umfang. So umfasste der Abbau z. B. zwischen 1883–97 nur etwa 4,4 t Uranerz. Ab 1947/48 erfolgten erneute Untersuchungen der alten Halden und Schächte hinsichtlich ihrer Uranhaltigkeit. Die Ergebnisse blieben aber hinter den Erwartungen zurück. So konnten aus den durchsuchten Halden nur knapp 8 kg Uran gewonnen werden. Auch die untersuchten Grubenfelder waren wenig ergiebig, eine Wiederaufnahme der Förderung erfolgte nur in wenigen Schächten. Die geringe Produktivität führte bereits 1950 zur Einstellung des Uranbergbaus im Freiberger Revier. Bis dahin waren 5,4 t Uranerz abgebaut worden.
Raum Seiffen
Das alte Bergbaugebiet um Seiffen (Zinnbergbau bis 1849) wurde ab 1949 ebenfalls auf Uranvorkommen untersucht. Erste kleinere Funde führten zum Abteufen von zwei Schächten in bis zu 70 m Tiefe. Der mit etwa 50 Personen betriebene Abbau lieferte allerdings nur eine minimale Ausbeute und wurde mangels Ergiebigkeit 1952 eingestellt. In den 1960er Jahren wurden nochmals Erkundungsbohrungen bis in eine Tiefe von 600 m aufgefahren.
Bedeutung für die Wirtschaft der DDR
Nach heutigen Kriterien war der Abbau des Erzes mit einem Urangehalt von 0,4 % im Erzgebirge und 0,1 % in Ostthüringen unwirtschaftlich. Die Kosten für den Abbau musste bis 1954 die DDR vollständig tragen, danach nur noch teilweise. Der Bergbaubetrieb sorgte dafür, dass die DDR in der Uranproduktion der Welt an dritter Stelle hinter den USA und Kanada stand. Bis 1990 wurden insgesamt 231.000 t Uran gefördert. Damit stellte die Wismut etwa ein Drittel des im sowjetischen Einflussbereiches geförderten Uran bis 1990. [6]
Bedeutung für die regionale Wirtschaft
Der Bergbau war besonders in Ostthüringen einer der Hauptarbeitgeber. Die gesamte Infrastruktur war praktisch auf diesen Wirtschaftszweig ausgerichtet. In Gera wurden die neuen Stadtteile Lusan und Bieblach-Ost errichtet, und viele Straßen, Krankenhäuser und Schulen verdankten ihre Existenz dem Bergbau. Für den Transport des Erzes in die Aufbereitungsanlagen wurde zwischen Ronneburg und Seelingstädt eine neue Bahnlinie gebaut.
In Fragen der Versorgung hatten die Angestellten der Wismut eine privilegierte Stellung inne. So gab es teilweise Geschäfte nur für sie, genannt HO-Wismut oder Wismut HO (HO für Handelsorganisation), in denen Produkte zu kaufen waren, die im normalen Handel kaum oder gar nicht erhältlich waren. Wismut-Kumpel bekamen besondere Marken, die zum billigeren Einkauf berechtigten. Besonders begehrt und legendär war der akzisefreie Bergmannsschnaps, der sogenannte „Kumpeltod“, mit 38 % Alkohol in der 0,5-Liter-Flasche und nur auf Kupon erhältlich. Diese Kupons waren bei der Bevölkerung sehr begehrt und wurden, obwohl verboten, gehandelt.

Gesundheitsschäden
Die Bergarbeiter waren schweren gesundheitlichen Gefährdungen ausgesetzt. Die minderwertige technische Ausstattung sowie mangelnde Erfahrung der verpflichteten Arbeiter waren der Grund für die hohe Zahl von Arbeitsunfällen vor allem in den 1940er und 1950er Jahren.
Gravierender in dieser Zeit war jedoch die gesundheitliche Belastung durch Staub und Radon. Durch Bohren in quarzreichen Gesteinen entsteht feiner lungengängiger Staub, welcher Silikose (Staublunge) verursacht. Es gab schon früh in der Wismutgeschichte Vorschriften, die das Trockenbohren verbaten, jedoch fehlte in den Anfangsjahren oftmals die technische Ausstattung (entsprechende Bohrhämmer, Wasserzuleitung) bzw. die Bergarbeiter bohrten trocken, um eine höhere Arbeitsleistung zu erzielen, wofür es höhere Prämien gab. Erst ab den 1960er Jahren setzte sich das Nassbohren wismutweit durch. Allerdings hatten da schon viele Bergarbeiter schwere gesundheitliche Schäden durch die Staubbelastung davongetragen.
Radon stellte die zweite große Gefahr für die Gesundheit der Bergarbeiter dar. Es handelt sich um ein radioaktives Edelgas, welches sich in der Zerfallskette des Urans bildet. Das häufigste Radonisotop-222 zerfällt mit einer Halbwertszeit von rund 3,8 Tagen zu ebenfalls radioaktivem Polonium-218 und weiteren Tochterprodukten, welche als Radonfolgeprodukte (RFP) bezeichnet werden. Diese können an Staubteilchen haftend eingeatmet werden und sich in der Lunge festsetzen. Eine hohe Belastung von Radon und RFP kann zu Lungenkrebs führen. Dieses Problem ist im Erzgebirge und anderen Bergbauregionen weltweit nicht neu; schon die alten Silberbergleute in Schneeberg und Jáchymov kannten diese heimtückische Lungenkrankheit, auch wenn ihnen die Ursachen noch nicht bekannt war (Schneeberger Krankheit). Die unzureichende Bewetterung der Bergwerke in den 1940er und 1950er Jahren führte zu extrem hohen Radonkonzentrationen an den Arbeitsorten der Bergleute. Im Laufe der 1950er und 1960er Jahre verbesserte sich die Situation im hohen Maße; es wurden leistungsfähige Wetterschächte in Betrieb genommen und die Technik der Wetterführung verbessert. Einzelne Berufsgruppen in der Erkundung und der Streckenvorrichtung blieben aber auch weiterhin erhöhten Radonkonzentrationen ausgesetzt.
Bis 1990 wurden 7.163 Todesfälle durch Lungenkrebs bei den Bergarbeitern registriert. Davon wurden 5.237 als Strahlenopfer anerkannt. Inoffiziell sollen über 17.000 Bergarbeiter den Folgen der Strahlenbelastung durch den Uranabbau erlegen sein. Wie hoch die Anzahl der Opfer unter der nicht im Bergbau tätigen Bevölkerung der Region ist, ist unbekannt.
Umweltschäden
Das aus der SDAG Wismut hervorgegangene Sanierungsunternehmen Wismut GmbH arbeitet seit seiner Umwandlung 1990 daran, die Umweltschäden des Uranbergbaus zu beseitigen, unter anderem über 300 Millionen m³ Abraumhalden, 160 Millionen m³ giftiger und radioaktiver Schlammseen und kontaminierte Aufbereitungsanlagen. Bis 2010 sollen Sanierungsmaßnahmen für rund 6,2 Milliarden Euro aus Bundesmitteln umgesetzt werden. Der Gesamtetat beträgt unter Einbeziehung weiterer Fördermittel 13 Milliarden Euro. Für die Arbeiten werden bis zu 2.200 Mitarbeiter eingesetzt.
Quellenangaben
- ↑ a b c Franz Kirchheimer: Das Uran und seine Geschichte. E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1963
- ↑ a b verschiedene Autoren: Uranbergbau im Erzgebirge und Kalter Krieg. Ausgewählte Beiträge des RADIZ-Workshops vom 10. und 11. Oktober 1997 in Schlema, RADIZ-Information 16/98, RADIZ e.V., Schlema
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Chronik der Wismut. CD-ROM. Wismut GmbH, 1999
- ↑ Helmut Tonndorf: Metallogenie des Urans im ostdeutschen Zechstein – Ein Beitrag zum Nachweis und zur Charakteristik stofflicher Umverteilungs- und Anreicherungsprozesse. Abhandlungen der sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Band 58, Heft 3. Akademie Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-05-501621-1.
- ↑ a b c Sächsisches Oberbergamt in Freiberg
- ↑ Arthur Max, Timothy Mason: Vergangenheit und Zukunft der Uranproduktion. atw 41. Jg. (1996), Heft 2 (Februar), Seite 81
Literatur
- Michael Beleites: Pechblende. Der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen. Wittenberg 1988. Download (pdf 3,3 MB; eingeschränkte Copyright-Bestimmungen)
- Michael Beleites: Altlast Wismut. Ausnahmezustand, Umweltkatastrophe und das Sanierungsproblem im deutschen Uranbergbau. Frankfurt a.M. 1992. Download (pdf 1,2 MB; eingeschränkte Copyright-Bestimmungen)
- Klaus Beyer, Mario Kaden, Erwin Raasch, Werner Schuppan: Wismut – Erz für den Frieden. Druck- und Verlagsgesellschaft, Marienberg 1995, ISBN 3931770028.
- Johannes Böttcher: Seilfahrt – Auf den Spuren des sächsischen Uranerzbergbaus. Bode-Verlag, Haltern 2001, ISBN 3-925094-40-7.
- Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): Wismut und die Folgen des Uranbergbaus. Bericht einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 19. Juni 1992 in Gera. Bonn 1992, ISBN 3-86077-095-0. online-Version
- Steffen Hamann, Wolfgang Schreiber: Vor Ort – Über den Uranerzbergbau bei Ronneburg. Bode-Verlag, Haltern 2001, ISBN 3925094415.
- Mario Kaden: Uranprovinz – Zeitzeugen der Wismut erinnern sich. Druck- und Verlagsgesellschaft, Marienberg 2000, ISBN 3931770265.
- Rainer Karlsch: Ein Staat im Staate. Der Uranbergbau der Wismut AG in Sachsen und Thüringen. Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Band 49-50/1993, S. 14-23.
- Rainer Karlsch, Harm Schröter (Hrsg.): Strahlende Vergangenheit. Studien zur Geschichte des Uranbergbaus der Wismut. Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 1996, ISBN 3-89590-030-3.
- Rainer Karlsch: Der Aufbau der Uranindustrien in der SBZ/DDR und CSR als Folge der sowjetischen Uranlücke. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 44. Jahrgang (1996), Heft 1, S. 5-24.
- Rainer Karlsch, Zbynek Zeman: Urangeheimnisse. Das Erzgebirge im Brennpunkt der Weltpolitik 1933-1960. Ch. Links Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-86153-276-X.
- Rainer Karlsch: Uran für Moskau. Die Wismut – Eine populäre Geschichte. Ch. Links Verlag, Berlin 2007, ISBN 3-86153-427-4.
- Frank Lehmann et al.: Belastung durch ionisierende Strahlung im Uranerzbergbau der ehemaligen DDR. Abschlußbericht zu einem Forschungsvorhaben. Sankt Augustin 1998, ISBN 3-88383-524-2.
- Reimar Paul: Das Wismut-Erbe. Geschichte und Folgen des Uranbergbaus in Thüringen und Sachsen. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 1991, ISBN 3-923478-55-0.
- Andrew Port: When Workers Rumbled: The Wismut Upheaval of August 1951 in East Germany. In: Social History, Band 22/2, Mai 1997, S. 145-173.
- Oliver Titzmann: Uranbergbau contra Radiumbad. Über die Auswirkungen des Uranbergbaus. Bad Schlema 2003.
- Strahlenschutzkommission: Die Strahlenexposition durch den Bergbau in Sachsen und Thüringen und deren Bewertung. Bonn 1990. Download (pdf 37 KB)
- Verein zur Förderung, Bewahrung und Erforschung der Traditionen des sächsisch/thüringischen Uranbergbaus e.V. (Hrsg.): 10. Bergmännische Tage in Bad Schlema 30. Juni bis 2. Juli 2006. Tagungsband. Aue 2006. Download (pdf 5,1 MB)
- Wismut GmbH (Hrsg.): Chronik der Wismut. Chemnitz 1999.
- Antje Gallert: Resurrektion Aurora. Offizielles Begleitprojekt zur Bundesgartenschau 2007 des Landkreises Altenburger Land. Herausgegeben vom Landratsamt Altenburger Land, Altenburg 2007.
- Kristin Jahn: Rund um den Schacht Drosen. Zeitzeugen erzählen. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-117-2.
- Rainer Bode: Vor Ort Ronneburg, Beerwalde, Drosen, Paitzdorf, Reust, Seeligstädt – Über den Uranbergbau bei Ronneburg, Thüringen. 2. Auflage. Bode Verlag GmbH, Haltern 2007, ISBN 978-3-925094-41-5.
- Wismut GmbH: Infopaket Sanierungsstandorte: Wismut – ein Bundesunternehmen, Aue, Königstein, Ronneburg, Tagebau Lichtenberg, Industrielle Absetzanlagen. Chemnitz 2006–2007.
- Franz Kirchheimer: Das Uran und seine Geschichte. E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1963
- Helmut Tonndorf: Metallogenie des Urans im ostdeutschen Zechstein – Ein Beitrag zum Nachweis und zur Charakteristik stofflicher Umverteilungs- und Anreicherungsprozesse. Abhandlungen der sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Band 58, Heft 3, Akademie Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-05-501621-1.
- Thomas Seifert, Gerhard Lange, Karl-Heinz Linkert, Arnold Reinisch, Horst Meyer: Geologische und Lagerstättengeologische Studie zu den Uran-Lagerstätten in Ostdeutschland (Sachsen und Thüringen). In: Ulitzka, N. (ed.): Symposium Europe against Cancer – Gefahrenstoffe im Bergbau 1995 – Schlema II. Gera, 2. bis 4. Mai 1995, Bergbaugenossenschaft Bochum: 83-109
- Ludwig Baumann, Ewald Kuschka, Thomas Seifert: Lagerstätten des Erzgebirges. Enke Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-13-118281-4
- Autorenkollektiv: Uranerzbergbau contra Umwelt? SDAG Wismut, Karl-Marx-Stadt 1990
- verschiedene Autoren: Uranbergbau im Erzgebirge und Kalter Krieg. Ausgewählte Beiträge des RADIZ-Workshops vom 10. und 11. Oktober 1997 in Schlema, RADIZ-Information 16/98, RADIZ e.V., Schlema
- Agemar Siehl (Hrsg.): Umweltradioaktivität. Aus der Reihe Geologie und Ökologie im Kontext. Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH, Berlin 1996, ISBN 3-433-01813-8.
- Carl Schiffner: Uranmineralien in Sachsen. Verlag Köhler, Freiberg 1911
- Karl Schiffner: Die Radioaktivitätsverhältnisse im Königreich Sachsen. Aus: Radium in Biologie und Heilkunde. Bd. 2, 1913, Heft 7, S. 193-219
- Carl Schiffner: Radioaktive Wässer in Sachsen. Band 1 (1908), Band 2 (1909), Band 3 (1911), Band 4 (1912)
DVD-ROM und DVD-Video
- Wismut GmbH: Wismut – Perspektiven durch Sanierung. Der Uranerzbergbau und die Sanierung seiner Hinterlassenschaften. 2006.
Weblinks
- Homepage Wismut GmbH
- Sächsisches Oberbergamt in Freiberg
- „Resurrektion Aurora“ – Die Wiederbelebung eines Areals. Offizielles Begleitprojekt der Bundesgartenschau 2007
- Besucherbergwerk Pöhla
- Homepage Museum Uranbergbau in Schlema
- Jahresbericht des sächsischen Oberbergamtes 2006
- Homepage Bergbauverein Ronneburg (Informationen und Fotos zur Uranerzlagerstätte Ronneburg)
- Homepage Bergbautraditionsverein Wismut (Verein zur Förderung, Bewahrung und Erforschung der Traditionen des sächsisch/thüringischen Uranbergbaus e.V.)
- Informationen über den Uranabbau in der DDR (aus der Reihe Lexi-TV)
- Artikel über die Abbau- und Sanierungstätigkeiten in Ronneburg
- Informationen über den Uranerzabbau im Westerzgebirge
- Informationen über das strahlende Erbe der Wismut AG (Zusammenfassung eines Vortrages von Rainer Karlsch)
- Artikel über die Sanierung mit Fotos und Panoramen
- Strahlende Vergangenheit (begleitende Website einer Wanderausstellung zum Thema Uranerzbergbau im Sächsisch-Böhmischen Erzgebirge)
- Die verschwundenen Dörfer. MDR-Reportage
- Spurensuche – Die verschwundenen Dörfer der Wismut. Bilder zur MDR-Reportage
- terra incognita – DIE WISMUT. Eine 240-minütige Doppel-DVD zur Geschichte der Wismut und zum Sanierungsprojekt Wismut sowie einem Bonus-Teil zur Bundesgartenschau Gera-Ronneburg 2007