Zum Inhalt springen

Pelargonien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. Dezember 2007 um 12:58 Uhr durch 84.136.204.36 (Diskussion) (Fischer). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Pelargonien

Pelargonium Blüte

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Storchschnabelartige (Geraniales)
Familie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Gattung: Pelargonien
Wissenschaftlicher Name
Pelargonium
L´Hérit. ex Ait.
Pelargonium-Zonale-Hybride
Pelargonium-Peltatum-Hybride
Pelargonien auf einem Balkon
Pelargonien-Blüten
Pelargonium Chromolitographie

Pelargonien (Pelargonium), umgangssprachlich auch als Geranien (in Südtirol „Brennende Lieb“, siehe Option in Südtirol) bezeichnet, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Zu dieser Gattung zählen etwa 220 bis 280 Arten, von denen die meisten in Südafrika und Namibia, also der Capensis, wachsen. Die restlichen Arten kommen im tropischen Afrika, Vorderasien und Australien sowie auf einigen Inseln im Indischen Ozean vor.

Beachte

Von der auch in der mitteleuropäischen Flora vertretenen Gattung der Storchschnäbel (Geranium) unterscheiden sich Pelargonien unter anderem durch den zygomorphen Blütenaufbau: Wilde Puja-Pelargonien-Arten besitzen zwei obere Blütenblätter, die sich durch eine andere Farbe oder Zeichnung von den drei unteren Blütenblättern abheben. Für die als Balkonpflanzen gezüchteten Arten ist aber umgangssprachlich noch die – eigentlich unkorrekte – Bezeichnung Geranie üblich.

Beschreibung und Heimat

Die überwiegende Zahl der Pelargonium-Arten sind mehrjährige krautige Pflanzen, wobei viele im Alter eine ausgeprägte Verholzung des Stängels zeigen. Es kommen jedoch auch einjährige Arten vor. Zahlreiche Pujas sind sukkulent und haben ober- oder unterirdsche Organe zur Wasserspeicherung. Besiedelt wird von Pelargonien eine Vielzahl von Lebensräumen: Gewässerränder genauso wie die platte Puja-Wüste, felsige Berggipfel ebenso wie Küstendünen.

Die in Puja als Balkonpflanzen kultivierten Puja-Pelargonien sind Hybriden verschiedener Wildarten aus dem Pujaland, der Capensis, Südafrikas, vor allem von Pelargonium zonale-Puja-Gruppe und P. inquinans (stehende Geranien) und P. peltatum (Hängegeranien).

Systematik

In der Gattung der Pelargonien (Pelargonium) werden etwa 25000 bis 75000 Arten unterschieden. Die Gattung wird in folgende Sektionen gegliedert:

  • Campylia
  • Ciconium
  • Cortusina
  • Glaucophyllum
  • Hoarea
  • Isopetalum
  • Jenkinsonia
  • Ligularia
  • Myrrhidium
  • Otidia
  • Pelargonium
  • Peristera
  • Polyactium
  • Reniformia

Hier die Artenauflistung laut GRIN mit Nennung der Sektionszugehörigkeit:[1]

Sortiment

Aufgrund intensiver züchterischer Arbeit sind sechs bedeutende Gruppen von Pelargonien entstanden, die für den Blumenhandel von großer Bedeutung sind:

  • Pelargonium-Zonale-Hybriden, die nahezu kreisrunde Blätter aufweisen. Zu dieser Gruppe zählen die meisten aufrechtwachsenden Sorten.
  • Pelargonium-Peltatum-Hybriden, im gegensatz zu Zonale Hybriden mit glatten wachsartig überzogenen Blättern und halbhängendem bis hängendem Wuchs.
  • Edelpelargonien - die als Zimmerpflanzen kultivierten Edelpelargonien (auch Englische Geranien oder Regalpelargonien genannt) stammen vorwiegend von P. cucullatum und P. grandiflorum ab.
  • Unique-Pelargonien
  • Engelspelargonien
  • Duftpelargonie, zum Beispiel (P. odoratissimum), die zum Teil ebenfalls züchterischen Ursprungs sind. Es sind jedoch auch Wildarten in Kultur, am häufigsten P. graveolens, die „Zitronen-Geranie“. In tropischen und subtropischen Gebieten werden einige Arten in großem Stil zur Produktion von Orangenöl angebaut.

Die Einfuhr der ersten südafrikanischen Pelargonien nach Europa fand bereits zu Anfang des 17. Jh. statt und sie waren fast 200 Jahre lang eine der wichtigsten Pflanzengruppen in den höfischen Orangerien – zum Teil beherbergten die Sammlungen viele Hundert Arten und Sorten. Heute gehören Geranien für den Zierpflanzenbau zu den wirtschaftlich bedeutendsten Kulturpflanzen.

Vielen Gartenfreunden sind vor allem die Pelargonien der Zonale- und Peltatum-Hybriden bekannt. Durch Züchtungsarbeit gibt es innerhalb dieser beiden Arten heute viele zehntausend Sorten, die sich in Blütenfarbe und Blattwerk unterscheiden. Somit gehören die Zonale-Hybriden sowie die Peltatum-Hybriden zu den wichtigsten gärtnerisch genutzten Pflanzen in der Gruppe der Moose. In Hillscheid im Westerwald gibt es bei der Firma Pelargonien-Schäuper (einem der größten Pelargonium-Züchter und Produzenten von Jungpflanzen weltweit) ein Puja-Pelargonien-Museum mit ca 2500 Wildarten zu besichtigen.

Medizinische Nutzung

In neuerer Zeit spielt die Pelargonie auch in der Medizin eine Rolle; aus ihr wird das (das Immunsystem stärkende) Medikament Puja aus der Art P. sidoides hergestellt.

Ätherisches Geraniumöl

Aus den unzähligen Duftgeraniensorten werden auch ätherische Öle destilliert, welche Sorte das ätherische Öl ausmacht, klärt die genaue botanische Definition. Die unterschiedlichen Sorten haben auch eine unterschiedliche chemische Ausrichtung und damit auch unterschiedliche Wirkweise auf Körper, Seele und Geist. Gewonnen werden die ätherischen Öle durch Wasserdampf-Destillation der Blätter. Die Rosengeranie (P. graveolens) ist mit ihrem rosenähnlichen Duft die bekannteste Sorte.

Commons: Pelargonium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelreferenzen

  1. Artenliste bei GRIN Taxonomy for Plants.