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Flugplatz Bielefeld

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Bielefeld
Kenndaten
ICAO-Code EDLI
IATA-Code BFE
Koordinaten Koordinaten fehlen! Hilf mit.
Höhe über MSL 138 m  (453 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km südlich von Bielefeld
Straße Autobahn A2, Abfahrt 26 (Bielefeld-Sennestadt), ca. 1 km über die B68 bis zur Kreuzung Buschkampstraße, dort links, nach weiteren 400 m rechts in die Straße Am Flugplatz
Nahverkehr S-Bahn Line 1 Richtung bis Endstation Senne. Busline 135 Richtung Sennestadt bis Haltestelle Flugplatz. Hinter der Shell Tankstelle rechts in den Hafnerweg. An der T-Kreuzung links. Nach 250 Metern rechts auf den Flugplatzparkplatz abbiegen.
Basisdaten
Eröffnung 30.08.1930
Betreiber Flughafen Bielefeld GmbH
Start- und Landebahn
11/29 1256 m × 20 m Asphalt

Der Flugplatz Bielefeld liegt in der Stadt Bielefeld in Ostwestfalen-Lippe. Er liegt rund 7 Kilometer südlich der Innenstadt im Stadtteil Senne.

Offiziell heißt der Flugplatz „Verkehrslandeplatz Bielefeld (EDLI)“ und wird von der Flughafen Bielefeld GmbH betrieben. Gesellschafter der Flughafen Bielefeld GmbH sind unter anderem die Stadt Bielefeld, die IHK Bielefeld und 14 Unternehmen aus der Region. Er verfügt über eine 1.300 Meter lange, befeuerte und asphaltierte Start-/Landebahn. Genutzt wird der Flugplatz vor allem von regionalen Unternehmen (u.a. Dr. Oetker und Miele), Privatpersonen und örtlichen Luftsportvereinen.

Im heimischen Raum ist der Flugplatz auf Grund des gleichnamigen Ortsteils auch unter dem Namen Flugplatz Windelsbleiche bekannt.

Geschichte und heutige Entwicklung

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Luftfahrt nach dem Ersten Weltkrieg, gediehen auch in der aufstrebenden Stadt Bielefeld Pläne, welche die Errichtung eines Luftlandeplatzes vorsahen. Nach einer monatelangen Diskussion über den Standort entschied man sich schließlich für ein Gebiet in der Senne, welches 1929 von der Stadtverwaltung, als Standort für die Trinkwassergewinnung, aufgekauft worden war. Am 30. August des Jahres 1930 wurde der Flugplatz Bielefeld mit der Landung des Luftschiffes "Graf Zeppelin" im Beisein von 100.000 Zuschauern eingeweiht. Ab 1932 wurde auch Motorfliegerei auf dem Flugplatz betrieben. Für diesen Zweck wurde eine Halle errichtet, in der zwei Motorflugzeuge Platz fanden. Im Jahr 1936, passend zu den Olympischen Spielen in Berlin, wurde eine Reichssportfliegerschule eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Flugplatz bis 1955 unter Kontrolle der britischen Besatzungstruppen.[1]
Seit den sechziger Jahren wird der Flugplatz Bielefeld intensiv von der heimischen Wirtschaft für Flüge mit zweimotorigen Geschäftsreiseflugzeugen genutzt. Im Jahr 1994 wurde durch die zuständige Luftfahrtbehörde die erste unbefristete Genehmigung des Flugplatzes erteilt. 1997 übernahmen dann weitere Unternehmen Anteil an der Gesellschaft und schafften damit die Voraussetzung für die weitere Modernisierung des Flugplatzes. Die Stadt Bielefeld ist seitdem weiterhin mit einem Anteil von rd. 25 % größter Einzelgesellschafter. Die schrittweise Modernisierung des Flugplatzes erfolgte durch die Errichtung eines neuen Tower, mehrerer neuer Hangars, einer PAPI Anflughilfe und einer modernen Landebahnbefeuerung. Den vorläufigen Abschluss der Bautätigkeiten stellte 2005 die Verlängerung der Landebahn und die Befestigung der Rollwege dar. Seit 2006 wird der Flugplatz Bielefeld regelmäßig auch von düsengetriebenen Geschäftsreiseflugzeugen genutzt; mindestens ein Jet ist mittlerweile fest stationiert.

Zweck und Nutzung des Flugplatzes

Nach der Luftverkehrskonzeption des Landes Nordrhein-Westfalen erfüllt der Flugplatz Bielefeld die Aufgabe eines Schwerpunktflugplatzes für den Geschäftsreiseverkehr. Genutzt wird der Flugplatz Bielefeld überwiegend von Flugzeugen bis 5,7 Tonnen Abfluggewicht, Hubschraubern, Segelflugzeugen und Ballonen. Der Verkehr teilt sich im Wesentlichen auf zwischen privaten Flügen, Geschäftsreiseflügen und Ausbildungsflügen. Der Flugplatz Bielefeld ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Starts sind zugelassen ab 06 Uhr und Landungen bis 22 Uhr.

Konflikt um den Ausbau des Flughafens

Im Jahr 2002 beschloss die Flughafengesellschaft die Landebahn des Flugplatzes auszubauen. Grund hierfür war eine neue Sicherheitsverordnung der Europäischen Union, nach der die damalige Landebahnlänge von 750 Metern für einen Geschäftsflugbetrieb nicht mehr ausgereicht hätte.[2] Gegen den Ausbau der Landebahn formierte sich eine Bürgerinitiative[3], da viele Bürger einen starken Anstieg der Flugbewegungen und damit einhergehende Lärmbelästigung befürchteten.[4] Da gleichzeitig die Betriebsgenehmigung angepasst wurde, standen Befürchtungen im Raum, dass eine Verlagerung des Geschäftsflugverkehrs von Paderborn-Lippstadt auf diesen Verkehrslandeplatz stattfinden würde. Im Mai 2005 wurde der Ausbau der Landebahn schlussendlich genehmigt. Die Arbeiten begannen kurz darauf. Seit Oktober 2005 ist die neue Landebahn in Betrieb.
Die Finanzierung des rd. 2 Mio. teuren Ausbaus teilten sich das Land Nordrhein-Westfalen und die Flughafenbetreibergesellschaft jeweils in etwa zur Hälfte.

Veranstaltungen

Jedes Jahr am vorletzten Augustwochenende findet ein zweitägiges Flugplatzfest statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden neben verschiedenen Kunstflugdarbietungen auch historische Flugzeuge präsentiert. Alljährlich ist dabei u.a. der größte Doppeldecker der Welt, die Antonow An-2, zu sehen. Neben Rundflügen in der Antonow, bieten die Piloten der ansässigen Vereine, Rundflüge mit ihren Flugzeugen über ganz Ostwestfalen an.

Seit mehreren Jahren findet am Sonntag nach dem Nikolaustag ein Nikolausfliegen statt. An diesem Nachmittag landet der Nikolaus und verteilt Geschenke an die Kinder aus der Nachbarschaft.

Vereine am Flugplatz

  • Luftsportverein Bielefeld-Gütersloh e.V.
  • Segelflugverein Bielefeld e.V.

Unternehmen am Flugplatz

Am Flugplatz gibt es zwei Flugschulen und mehrere Firmen für den Lufttransport und für Luftaufnahmen.

Siehe auch

Quellen

  1. Schumacher, Hans. Bielefeld-Senne. Ein Stadtbezirk auf alten Ansichten. Erfurt: Sutton, 2004 S.45-48
  2. Gutachten zum Ausbau der Landebahn http://www.wiwi.uni-muenster.de/ivm/forschen/projekte/bielefeld.html
  3. Seite der Bürgerinitiative http://www.landeplatz-senne.de/
  4. Kleine Anfrage 834 http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_I/I.4/Dokumentenarchiv/dokument.php?quelle=alle&action=anzeigen&wm=1&Id=MMD14/2379