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Reinhard Marx

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Datei:Marx 05-2006.jpg
Bischof Reinhard Marx

Reinhard Marx (* 21. September 1953 in Geseke/Westfalen) ist seit 2001 römisch-katholischer Bischof von Trier.

Leben

Marx legte im Jahre 1972 am Gymnasium Antonianum in Geseke die Abiturprüfung ab und studierte anschließend an der Theologischen Fakultät Paderbon und in Paris katholische Theologie. 1975 wurde er Mitglied im wissenschaftlichen katholischen Studentenverein Unitas-Frisia Münster. 1979 empfing er das Sakrament der Priesterweihe durch Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt. Nach einem zweijährigen Vikariat in Bad Arolsen schloss sich von 1981 bis 1989 ein Zweitstudium an der Ruhr-Universität Bochum und der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster an. 1988 wurde Marx an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum bei dem Fundamentaltheologen Professor Dr. Hermann Pottmeyer mit der Arbeit „Ist Kirche anders ? − Möglichkeiten und Grenzen einer soziologischen Betrachtungsweise“ promoviert.

1989 wurde er Direktor der „[[Kommende in Dortmund-Brackel, des Sozialinstituts des Erzbistums Paderborn. Während seiner Tätigkeit in der Kommende war Reinhard Marx Subsidiar in der St.-Ewaldi-Gemeinde in Aplerbeck (Dortmund). Am 21. Juni 1993 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel Kaplan Seiner Heiligkeit. 1996 erfolgte die Berufung zum außerordentlichen Professor für Christliche Gesellschaftslehre an die Theologische Fakultät Paderborn.

Nur wenige Monate später, am 23. Juli 1996, ernannte ihn Johannes Paul II. zum Titularbischof von Petina und zum Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Die Bischofsweihe spendete ihm Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt am 21. September desselben Jahres. Am 20. Dezember 2001 berief ihn Papst Johannes Paul II. als Nachfolger Hermann Josef Spitals zum 102. Bischof von Trier. Er wurde am 1. April 2002 in sein Amt eingeführt.

Marx ist seit 1999 Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax („Gerechtigkeit und Frieden“), die von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken getragen wird. In diesem Amt wurde er 2004 für weitere fünf Jahre bestätigt. Die Deutsche Bischofskonferenz wählte ihn auf der Herbst-Vollversammlung 2004 zum Vorsitzenden ihrer Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Seit März 2006 ist er zudem der Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE).

In Nachfolge von Anton Schlembach wurde Marx 2006 Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Positionen

Reinhard Marx gilt als strikter Verfechter des in der römisch-katholischen Kirche geltenden Verbotes der Interkommunion, der Teilnahme nicht-katholischer Christen an der Kommunion. So suspendierte er im Jahre 2003 nach dem ökumenischen Kirchentag in Berlin den emeritierten Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl vom Priesteramt, weil dieser während des ökumenischen Kirchentages in einem ökumenischen Gottesdienst auch evangelische Christen explizit und gegen ein unmittelbar zuvor wiederholtes päpstliches Verbot zur katholischen Kommunion eingeladen hatte. Die Suspension wurde im Jahre 2004 vom Vatikan bestätigt.

Indirekt kritisierte Reinhard Marx auch Papst Benedikt XVI., der damals als Kardinal Ratzinger dem evangelischen Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Roger, die Kommunion während der Trauerfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. gereicht hat, indem Marx äußerte, es wäre besser gewesen, Frère Roger hätte die Kommunion nicht empfangen (vgl. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 9. Januar 2006).

Typisch sind für Marx "handfeste" Statements wie: "Wir [die Kirche] sind keine Wurstfabrik, die ein neues Label druckt, Marketingunternehmen bestellt und sagt, jetzt wollen wir mal wieder." - Spiegel-Interview 2006

Wahlspruch und Wappen

Als Bischof wählte Reinhard Marx den Wahlspruch ubi spiritus domini ibi libertas („Wo der Geist des Herrn (wirkt/herrscht), dort (ist) Freiheit“) aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Korinth (2 Kor 3,17 EU).

Ehrungen

  • 1998 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Angrivaria (Sarstedt) Dortmund im CV
  • 2003 Franz-Weißebach-Preis
  • 2007 Peter-Altmeier-Medaille

Werke

  • Ist Kirche anders? Abhandlungen zur Sozialethik. Paderborn 1990.
  • Ihr seid der Brief Christi. Priestersein im Zeugnis von Therese von Lisieux, Johannes XXIII. und Romano Guardini. Paderborn 1999 (Gemeinsam mit Peter Schallenberg).
  • Christliche Sozialethik : Konturen - Prinzipien - Handlungsfelder. Paderborn 2002 (Gemeinsam mit Helge Wulsdorf).
  • Wir haben Christi Sinn. Heilige als Vorbilder priesterlicher Spiritualität. Paderborn 2002 (Gemeinsam mit Peter Schallenberg).
  • Gerechtigkeit ist möglich. Zwischenrufe zur Lage des Sozialstaats. Freiburg 2004 (Gemeinsam mit Bernhard Nacke).
  • Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht. Worte, die weiterführen. Freiburg 2006.

Literatur

  • Bruno Sonnen, Eugen Reiter (Hrsg.): Reinhard Marx - Bischof von Trier. Paulinus Verlag, Trier 2003, ISBN 3-7902-1953-3.


VorgängerAmtNachfolger
Hermann Josef SpitalBischof von Trier
2002 - ...