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Otto Sartorius (Önologe)

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Otto Sartorius (* 23. September 1892 in Mußbach; † 20. Dezember 1977 ebenfalls in Mußbach, seit 1969 Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße) war ein deutscher Weinbauunternehmer und Dozent mit dem Schwerpunkt Önologie. In erster Ehe war er verheiratet mit Johanne Weddigen, in zweiter mit Ingeborg Doflein. Aus beiden Ehen hatte er insgesamt fünf Töchter.

Sartorius wurde in eine Familie geboren, in welcher der Weinbau und die Verwaltung eines großen Weingutes Tradition hatten. In Heidelberg und Montpellier studierte er Naturwissenschaften, 1926 promovierte er mit einer Arbeit über die Rebblüte zum Doktor der Philosophie.

Nachdem er bereits 1911, mit 19 Jahren, die Leitung des Mußbacher Herrenhofes, des ältesten Weingutes der Pfalz, übernommen hatte, leitete er dieses bis zu seinem Tod 1977.

Wissenschaft und Kultur

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit widmete sich Sartorius vor allem wissenschaftlich dem Wein und dem Weinbau. In fast 40 weinkundlichen Publikationen befasste er sich mit der Rebenphysiologie, der Rebblüte und anderen Teilbereichen der Rebenzüchtung. Nach langjährigen Forschungen an Abkömmlingen der Silvanerrebe beschrieb er erstmals die als Menge-Güte-Gesetz bekanntgewordene Beziehung zwischen Weinertrag und -qualität. Zudem betrieb er Studien über die Blatt- und Holzentwicklung bei Reben sowie über Bodenkunde und Rebschutz.

1946 wurde Sartorius Dozent an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und hielt Vorlesungen über die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaues. Die Chronik des Weindorfes Mußbach gab er 1959 heraus.

Veröffentlichungen

  • Zur Entwicklung der Physiologie der Rebblüte. Dissertation, 1926
  • Vererbungsstudien an der Weinrebe mit besonderer Berücksichtigung des Blattes. In: Die Gartenbauwissenschaft 16, Berlin 1942
  • Besitzverhältnisse und Parzellierung im Weinbau, geschichtliche Entwicklung und Gegenwartsfragen. In: Der Weinbau, 1950
  • Mußbach, die Geschichte eines Weindorfes. 1959
  • Zweitausend Jahre Weinbau in der Rheinpfalz. In: Lebendiges Rheinland-Pfalz, Jg. 11, Heft 4, 1974

Verbände und Mitgliedschaften

Sartorius war Wieder- bzw. Mitbegründer des Weinbauverbandes der Rheinpfalz und des Deutschen Weinbauverbandes (DWV). 1947 bis 1956 hatte er das Amt des Vizepräsidenten des Weinbauverbandes der Pfalz inne. Er war außerdem jahrelang Vorsitzender des Ausschusses für Reblausbekämpfung und Pfropfrebenbau im DWV und des Weinbauausschusses der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) sowie Vorstandsmitglied des naturwissenschaftlichen Vereins Pollichia. Ab 1961 war er auch Präsident der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.

Auszeichnungen

  • Ehrenmitglied des DWV
  • Ehrenmitglied des Weinbauverbandes der Pfalz
  • Bassermann-Jordan-Medaille der DLG
  • Silberne Kammermedaille der Landwirtschaftskammer Pfalz
  • Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Literatur

  • Pfälzer Heimat, 1968, S. 30−32
  • Der Deutsche Weinbau, Nr. 1, 1978, S. 7
  • Deutsches Weinbau-Jahrbuch, 1979