Löhne
Vorlage:Infobox Ort in Deutschland Löhne (niederdeutsch: Loihne oder Leune) ist eine kreisangehörige Mittelstadt im Nordosten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Mit rund 41.000 Einwohnern ist sie die nach Einwohnern drittgrößte Stadt im ostwestfälischen Kreis Herford. Die Stadt liegt etwa 25 nordöstlich von Bielefeld. Die heutige Stadt Löhne entstand erst 1969 in einer Kommunalreform. Die früheste überlieferte urkundliche Erwähnung datiert jedoch schon auf das Jahr 993. Bekanntheit hat die Stadt als ehemals bedeutender Eisenbahnknotenpunkt und als bedeutender Standort der Möbelindustrie. Die Stadt nennt sich daher Weltstadt der Küchen.
Geografie
Geografische Lage



Löhne liegt in der Ravensberger Mulde zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Prägend ist die Lage im Tal der Werre Der tiefste Punkt liegt bei 48 m ü. NN im Osten, wo die Werre das Stadtgebiet verlässt. Der höchste Punkt des beiderseitig der Werre ansteigenden Stadtgebietes liegt bei 180 m ü. NN. Die nächstgelegenen Großstädte sind das 25 km südwestlich gelegene Bielefeld und das 50 km westlich gelegene Osnabrück. Die Landeshauptstadt von Niedersachsen - Hannover - liegt rund 80 km nordwestlich.
Gewässer und Flächennutzung
Wasserreichster Fluss in Löhne ist die bereits erwähnte Werre, die zunächst die westliche Grenze der Stadt bildet (Fließrichtung: Süd-Nord) und dann ihren Lauf ändert und von West nach Ost mittig das gesamte Stadtgebiet durchfließt. Am Ort der Richtungsänderung – genau auf der westlichen Stadtgrenze - mündet die Else in die Werre. Die Werre mündet wenige Kilometer jenseits des Stadtgebiets in der Nachbarstadt Bad Oeynhausen in die Weser. Von Norden fließt der Werre als wichtigster Bach der (Rehmerloh-Mennighüffener) Mühlenbach im Stadtteil Ulenburg zu. Der wichtigste Zufluss im Süden stellt der Mittelbach dar, der an der Steinegge in Vlotho entspringt. Die Stadt ist dicht bevölkert und zudem stark zersiedelt. Sie ist Teil des Ballungsraumes im nördlichen Ostwestfalen-Lippe, der sich vom Kreis Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden ausdehnt. Der Stadtteil Gohfeld ist vollständig mit dem Stadtgebiet von Bad Oeynhausen zusammengewachsen. Wald ist sehr selten. Die fruchtbaren Böden werden intensiv landwirtschaftlich, vorwiegend zum Getreide, Mais und Raps Anbau, genutzt Die folgende Tabelle zeigt die genaue Flächennutzung.[1]
| Fläche nach Nutzungsart |
Siedlungs- und Verkehrsfläche |
Landwirt- schaftsfläche |
Wald- fläche |
sonstige Freiflächen |
|---|---|---|---|---|
| Fläche in Hektar | 2.121 | 3.405 | 308 | 11 |
| Anteil an Gesamtfläche | 35,7% | 57,3% | 5,2% | 1,8% |
Geologie
Das Gebiet gehört naturräumlich zur Ravensberger Mulde, ein leichtwelliges, zwischen 50 und 140 m ü. NN liegendes Hügelland. Zahlreiche kleine Täler (sog. Sieke) schneiden oft unvermittelt und tief in das sonst nur schwach kuppierte Land ein. Geologisch liegen im Wesentlichen Liasplatten mit Lößauflage vor, die durch Zertalung im Pleistozän zum Hügelland umgestaltet wurden. Unter der Lößdecke finden sich teilweise Geschiebelehme. Weitere Hinterlassenschaft der Eiszeiten sind die häufig anzutreffenden Findlinge. Das Elsetal im Westen und der Unterlauf der Werre bilden das tiefliegende, in westöstlicher Richtung verlaufende Urstromtal der Else-Werre-Niederung.
Ausdehnung des Stadtgebietes
Die West-Ost-Ausdehnung beträgt etwa 7 km, die Süd-Nord-Ausdehnung 9 km. Die Stadtfläche beträgt 59,4 km².
Nachbargemeinden
Die Stadt grenzt im Norden an Hüllhorst und im Osten an Bad Oeynhausen (beide Kreis Minden-Lübbecke). Im Südosten stößt sie an Vlotho, im Süden an Herford und im Westen an Hiddenhausen und Kirchlengern.
Stadtgliederung
Löhne gliedert sich in die fünf Stadtteile Gohfeld, Löhne-Ort, Menninghüffen, Obernbeck und Ulenburg, die auf die bis 1969 bestehenden selbstständigen Gemeinden zurückgehen. Löhne-Bahnhof ist historisch ein Teil Gohfelds, bildet aber seit Ende des 19. Jahrhundert einen eigenen Siedlungsschwerpunkt um den Bahnhof und gilt heute als Zentrum (siehe Unterabschnitt) der Gesamtstadt. Es wird daher allgemein als eigener – inoffizieller - Stadtteil betrachtet. Ulenburg entlang des Mühlenbaches ist mit nur 500 Einwohnern der mit Abstand kleinste Stadtteil und hat keinen eigenen Siedlungskern. Sein offizieller Status als Stadtteil ist selbst vielen Löhnern unbekannt, es wird teils zu Mennighüffen, teils zu Obernbeck gerechnet. Folgende Tabelle zeigt die Gliederung der Stadt Löhne.
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Stadtzentrum
Der jungen Stadt Löhne fehlt auch auf Grund der Entstehung aus zusammengewachsenen, ehemals selbstständigen Gemeinden eine typische Innenstadt. Zwar ist das Gebiet zwischen Werre und dem Bahnhof im Stadtteil Löhne-Bahnhof schon lange dazu ausersehen, in Teilen verkehrsberuhigt (zeitweilig Fußgängerzone), einige Geschäfte laden hier zum Bummeln ein, auch das Rathaus liegt in der Nähe. Dennoch konnte der Ausstrahlung der umliegenden Mittelzentren Bad Oeynhausen, Bünde und Herford bisher wenig entgegengesetzt werden. Konkurrenz bilden außerdem mehrere Großmärkte abseits des designierten Stadtzentrums. Von den Problemen bei der Belebung des zeugt die „Investorenwiese“, eine Brachfläche zwischen Bahnhof und verkehrsberuhigter Zone. Andererseits konnte der Charakter der einzelnen Stadtteile nicht bewahrt werden.
Klima
Das vorherrschende Klima ist das atlantische Seeklima. Klimadaten im langjährigen Mittel (1971–2000) für das etwa 15 km Luftentfernung entfernte Herford zeigt nachstehende Tabelle.
| Monat | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr |
| Temperatur in °C | 1,8 | 2,2 | 5,3 | 8,4 | 13,0 | 15,6 | 17,7 | 17,4 | 13,8 | 9,8 | 5,4 | 3,1 | 9,5 |
| Niederschlag in mm | 72 | 49 | 65 | 53 | 65 | 82 | 69 | 71 | 73 | 61 | 64 | 80 | 804 |
Im langjährigen Mittel (1961–1990) hatte die Region durchschnittlich 1473 Sonnenstunden pro Jahr (Beobachtungsstation: Herford).[2] Die Wetterdaten für Löhne dürften im langjährigen Mittel nicht bedeutend von den angegebenen Daten aus Herford abweichen, da die Städte in etwa gleich hoch und in vergleichbarer naturräumlichen Lage im Werretal liegen.
Geschichte
Geschichte
Überblick
Erst 1969 gegründet, ist Löhne eine sehr junge Stadt. Die Geschichte des Löhner Raumes, der zur Kulturlandschaft des Ravensberger Landes gehört, wurde wesentlich von seiner Verkehrslage bestimmt. Von der Frühzeit bis heute kreuzten sich hier überregionale Verbindungswege. Entscheidend war der Bau des großen Löhner Bahnhofs im 19. Jahrhundert, der zum zentralen Bezugspunkt des Umlandes wurde sowie Industrialisierung und die Herausbildung stadtähnlicher Siedlungsstrukturen bewirkte. Aber noch bis ins 20. Jahrhundert hinein herrschte in weiten Teilen ein bäuerlich-dörfliches Gepräge vor.
Die früheste überlieferte urkundliche Erwähnung mit Bezug auf das Löhner Gebiet datiert schon auf das Jahr 993, wobei jedoch die Quellenlage für die Zeit vor dem 17. Jahrhundert allgemein eher dünn ist. In früher Zeit im Stammesbereich der Cherusker, später der Sachsen gelegen, gehörte der Raum seit dem Hochmittelalter zum Hochstift Minden und gelangte mit diesem 1648 für knapp dreihundert Jahre an (Brandenburg-)Preußen. Innerhalb Preußens bestand ab 1719 Zugehörigkeit zu Minden-Ravensberg und ab 1815 zum Kreis Herford in der Provinz Westfalen, welche 1946 Teil Nordrhein-Westfalens wurde.
Bis zum Bahnhofsbau hatten über Jahrhunderte die Kirchorte Mennighüffen und Gohfeld die Zentralen Orte gebildet. Ab 1843 bestanden die in Personalunion vereinigten Ämter Gohfeld und Mennighüffen. Das Amt Gohfeld bestand aus den Gemeinden Gohfeld und Löhne, das Amt Mennighüffen umfasste die Gemeinden Mennighüffen, Obernbeck und den Gutsbezirk Ulenburg sowie bis 1919 auch den größten Teil der heutigen Gemeinde Kirchlengern. Beide Ämter wurden 1943 zum Amt Löhne zusammengelegt und dieses 1969 zur Stadt erhoben.
Von den Anfängen bis etwa 1800
Verschiedene archäologische Funde deuten auf eine durchgehende Besiedlung des Löhner Raumes mindestens seit der Mittelsteinzeit (vielleicht ab 5000 v. Chr.) hin. Die hier seit ca. 600 n. Chr. ansässigen Sachsen haben mit ihren Eschfluren noch lange sichtbare Spuren in der Landschaft hinterlassen. Bevorzugte Siedlungslage ist die hochwassersichere obere Niederterrasse der Werre. Damals bestehen wohl schon Löhne-Dorf und Obernbeck als Drubbel, ansonsten nur kleine Hofgruppen und Einzelhöfe. Weite Flächen sind nicht oder als Allmende nur extensiv genutzt.
Die um 800 im Zuge der Sachsenkriege ins Land kommenden fränkischen Eroberer unterwerfen die Bevölkerung der Grundherrschaft und Zehntherrschaft, gesichert durch die Anlage von Fronhöfen in Mennighüffen und Gohfeld, in deren Nähe bald auch Dorfkirchen errichtet werden, sowie in Niedernbeck (das spätere Haus Beck). Die bedeutendsten Grundherren sind zunächst das Reichsstift Herford und Mindener Klöster.
Von etwa 1200 bis ins 16. Jh. kommt es zu einem verstärkten Landesausbau, die bisherigen Siedlungen werden erweitert und neue Gebiete (Wittel, Bischofshagen) erschlossen, die bäuerlichen Gruppen der Erbkötter, Markkötter und Brinksitzer bilden sich heraus. Das dem Meierstand entstammende Adelsgeschlecht derer von Quernheim kann einen bedeutenden Anteil der Grundherrschaft an sich ziehen und erbaut die Rittersitze Beck und Ulenburg, welche um 1600 an wechselnde Besitzer übergehen. Größte Grundherren sind aber ab 1648 als neue Fürsten von Minden die brandenburgischen Kurfürsten bzw. preußischen Könige.
Im Rahmen des Hochstifts bzw. Fürstentums Minden ist Gohfeld als Vogteisitz Verwaltungsmittelpunkt für ein größeres Umland. Schon früh, wohl um 1530, setzt sich die Reformation durch und das Gebiet wird lutherisch. 1682 werden die Ortschaften zu neun Bauerschaften zusammengefasst und innerhalb dieser die Höfe durchnummeriert, ein System, das sich in den Postanschriften z.T. bis 1969 erhalten hat. Ab dem 17. Jh., verstärkt ab etwa 1750, verdingt sich ein stetig wachsender Teil der Bevölkerung, die Heuerlinge, in Heimarbeit mit der Herstellung von Leinen, das nach den Leinenhandelsstädten Herford und Bielefeld abgesetzt wird.
Während des Dreißigjährigen Krieges ist die Bevölkerung teils schweren Übergriffen durch marodierende Soldateska ausgesetzt. Dies wiederholt sich auch später mehrfach, da von Anbeginn der Hohenzollernherrschaft durch Gohfeld die Hauptverbindungsstraße zwischen dem Kernland und den westlichen Besitzungen Brandenburg-Preußens verläuft (Alter Postweg, später Koblenzer Straße bzw. B61) und zu Kriegszeiten häufig Truppendurchmärschen dient, so im Französisch-Niederländischen Krieg, im Siebenjährigen Krieg und während der Napoleonischen Kriege. 1759 kommt es außerdem im Zuge der Schlacht bei Minden zum Gefecht bei Gohfeld.
1800 bis 1945
Nach kurzer Zugehörigkeit zum Königreich Westphalen bzw. unmittelbar zum Kaiserreich Frankreich ab 1807 fällt das Gebiet 1813 wieder an Preußen zurück. Die Zeit bis etwa 1860 ist durch zunehmende Verelendung, tlw. auch Hungersnot gekennzeichnet. Gründe dafür sind zum einen zuungunsten der Heuerlinge durchgeführte Markenteilungen sowie mehrere Missernten. Besonders verheerend wirkt sich der um 1830 infolge der Mechanisierung einsetzende Niedergang der Leinenindustrie aus, die Mehrheit der Bevölkerung ist nun ohne Verdienstmöglichkeit. In der Folge gehen viele Menschen der Saisonarbeit nach, etwa als Hollandgänger, oder wandern nach Amerika aus.
Der Bau der Köln-Mindener Eisenbahn 1846/47 bedeutet für den Löhner Raum den Beginn eines neuen Zeitalters. Der zunächst unbedeutende Löhner Bahnhof im Westen Gohfelds entwickelt sich zu einem der wichtigsten Eisenbahnknoten Nordwestdeutschlands, nachdem hier 1855 die Hannoversche Westbahn in Richtung Osnabrück und Niederlande und 1875 die Strecke nach Hameln und Mitteldeutschland abgezweigt werden. 1917 kommt noch ein großer Rangierbahnhof hinzu. Bei der Bahn finden fortan viele Menschen ihr Auskommen, außerdem setzt nun infolge der günstigen infrastrukturelle Bedingungen die Industrialisierung ein. Vorherrschend ist zunächst die Zigarrenindustrie, ab 1920 kommt die bis heute bedeutende Möbelindustrie hinzu. Um den Bahnhof entsteht unter dem Namen Löhne-Bahnhof ein neuer Siedlungsschwerpunkt mit fast städtischem Gepräge und bildet bald das Zentrum des Raumes. Auch die anderen Ortschaften wachsen, es werden neue Schulen, Kirchen und Chausseen gebaut. Bereits um 1900 ist die Massenarmut einem bescheidenen Wohlstand gewichen.
1914-18 sterben etwa 650 Männer als Soldaten an den Fronten des ersten Weltkriegs. Die unruhige Zeit der Weimarer Republik mit der Inflation von 1923, anschließender vorübergehender Stabilität und schwerer Wirtschaftskrise ab 1929 findet einen entsprechenden Niederschlag im Amt Gohfeld-Mennighüffen. Politisch dominieren bei den Reichstagswahlen seit 1871 dank der infolge der Erweckungsbewegung starken Stellung der Kirche zunächst die Christlich-Konservativen. Die SPD wird zunehmend seit 1900 von der wachsenden Zahl von Arbeitern besonders in Löhne(-Ort) und Obernbeck gewählt und ist nach 1918 zunächst stärkste Kraft.
Da sich das nach wie vor starke konservative Wählerpotential allgemein für die Nationalsozialismus empfänglich zeigt, fällt der Siegeszug der NSDAP bei den Wahlen 1930-33 noch deutlicher als auf Reichsebene aus. Die Machtergreifung, Gleichschaltung und Herrschaft der NS-Diktatur verläuft ähnlich wie andernorts. Offener Widerstand wird kaum gezeigt, am ehesten noch von kirchlicher Seite. Als unmittelbare Opfer des Regimes sind etwa 40 Personen nachweisbar, die als Bibelforscher, Juden oder wegen unliebsamer politischer Betätigung in Haft genommen und in zwei Fällen umgebracht werden. Die Dunkelziffer mag jedoch noch höher liegen. Über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der etwa 1.000 ausländischen Zwangsarbeiter (1945) ist wenig bekannt.
Um für die bevorstehende Schlacht um das Ruhrgebiet den Nachschub der Wehrmacht zu unterbinden, fliegen alliierte Luftstreitkräfte am 14. März 1945 einen massiven Angriff auf den Löhner Bahnhof. 300 Flugzeuge werfen binnen einer Viertelstunde rund 2.200 Spreng- und 20.000 Brandbomben ab, wovon der größere Teil außerhalb der Gleisanlagen niedergeht. Etwa 130 Menschen sterben, über 500 Gebäude werden zerstört oder beschädigt. Am 3. April 1945 besetzen amerikanische Truppen kampflos das Amtsgebiet.
Seit 1945
Das Kriegsende brachte neben dem Zusammenbruch der Verwaltung eine dramatische Verschlechterung der schon während des Krieges angespannten Versorgungslage (eine bedeutende Abhilfe hatte da noch der legendäre „Kohlenklau“ von haltenden Güterzügen durch die Jugend der anliegenden Dörfer leisten können). Diese Probleme konnten unter großen Entbehrungen bis 1948, auch dank der Währungsreform, weitgehend behoben werden. Besonderes schwerwiegend war der Wohnungsmangel. Untergebracht werden mussten über 5.000 Flüchtlinge aus den Ostgebieten und der sowjetischen Besatzungszone, Kriegsheimkehrer sowie vorübergehend auch Evakuierte aus anderen Städten und Teile der britischen Besatzungstruppen. Noch dazu war durch den Luftangriff 1945 und das verheerende Werrehochwasser vom Februar 1946 viel Wohnraum verlorengegangen. Dank einem langanhaltenden Bauboom, beflügelt durch öffentliche Förderung, entspannte sich auch hier seit den 1950er Jahren die Lage. Die vielen Flüchtlinge konnten nach anfänglichen Schwierigkeiten erfolgreich integriert werden.
Im Zuge der nordrhein-westfälischen Gemeindereform wurden zum 1. Januar 1969 die fünf früheren Gemeinden zusammengefasst und die Stadt Löhne gegründet.
Religionen
Die meisten der Löhner Bürger dürften sich der evangelischen Konfession zurechnen. Daneben gibt es jedoch weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften. Eine genaue Statistik wird nicht erhoben oder publiziert. Anhaltspunkt kann jedoch die Religionszugehörigkeit der Löhne Schüler sein. Demnach sind rund 68% der Löhner Schüler im Schuljahr 2002/2003 evangelisch, 8,3% katholisch und 8,4% muslimisch. Die Restlichen sind Anhänger anderer Konfessionen (7%) oder geben an keiner Konfession (8,3%) angehörig zu sein. [3]
Evangelische Gemeinden
Löhne besitzt 6 evangelisch-lutherische Kirchengemeinden in Mahnen, Siemshof, Löhne-Ort, Wittel, Obernbeck und Menninghüffen, sowie die evanglisch-feikirchliche Gemeinde "Kreuzkirche".
Katholische Gemeinden
Die Löhner Katholiken sind in der katholischen Kirchengemeinde "St. Laurentius" organisiert.
Islamische Gemeinschaften
Das Islamisches Kulturzentrum, der Verband Islamischer und die Vereinigung Islamisch Türkischer sind die islamische Gemeinschaften in Löhne.
andere christliche Gemeinden
Weiterhin gibt es eine neuapostolische Kirchengemeinde in Löhne.
Eingemeindungen
Seit dem Zusammenschluss der bis dato fünf selbstständigen Gemeinden zur Stadt Löhne gab es keine weiteren Eingemeindungen.
Einwohnerentwicklung
Die Zahlen vor 1969 fassen die Werte der vormals jeweils vorhandenen Verwaltungseinheiten zusammen. Deren Fläche weicht geringfügig von dem des heutigen Stadtgebietes ab.
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Politik
Die Bürger der Gemeinde wählen in direkter Wahl einen zurzeit 44 Sitze zählenden Gemeinderat sowie seit 1999 den Bürgermeister, der seit 1999 auch Leiter der Stadtverwaltung ist. Das Amt des Gemeindedirektors gibt es seit 1999 daher nicht mehr.
Stadtrat
Die Kommunalwahl am 26. September 2004 erbrachte folgende Ergebnisse[4]:
| Partei | 2004 | 1999 | 1994 |
|---|---|---|---|
| Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) | 17 | 19 | 19 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 19 | 22 | 23 |
| Löhner Bürger-Allianz (LBA) | 4 | 0 | 0 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 2 | 1 | 0 |
| Bunte Liste Löhne (BuLL) | 2 | 2 | 3 |
| Gesamt | 44 | 44 | 45 |
Die Löhner Bürger-Allianz ist eine Abspaltung der CDU. Die Bunte Liste Löhne deckt ungefähr das politische Spektrum von den Grünen bis zur Linkspartei ab.
Bürgermeister
Bei der Kommunalwahl 2004 konnte sich der parteilose, von der CDU unterstütze Kurt Quernheim im zweiten Wahlgang mit 54,17% der Stimmen gegen den SPD-Kandidaten Egon Schewe durchsetzen, der im ersten Wahlgang noch mehr Stimmen als Quernheim erhalten hatte; auch im Stadtrat endete die langjährige Vorherrschaft der Löhner Sozialdemokraten. Kurt Quernheim, bislang Leiter des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes, war bis Mitte der 90er Jahre selbst Mitglied der SPD, verließ dann jedoch die Partei. Als Bürgermeister stützt er sich im Rat vornehmlich auf die Fraktionen von CDU, LBA und FDP. Seine Vorgänger waren Werner Hamel (SPD) von 1992-2004 (1999 mit 55,3% der Stimmen im ersten Wahlgang direkt gewählt) und Heinrich Schneider (SPD) von 1969-1992.
Wappen
Das 1970 vom Regierungspräsidenten in Detmold genehmigte Löhner Wappen zeigt im grünen Feld einen schräg von links unten nach rechts oben verlaufenden silbernen (oder weißen) Wellenbalken, der mit drei Seeblättern belegt ist. Es versinnbildlicht in dem silbernen Wellenbalken die Werre als Trennfluss und gleichzeitig Verbindung zwischen den beiden früheren Ämtern Gohfeld und Mennighüffen, die bis zum 31. Dezember 1968 das Amt Löhne bildeten. Die roten Seeblätter sind als heimatliches historisches Zeichen dem Wappen der Sachsenherzöge entnommen. Die Seeblätter könnten ein Sinnbild des sächsischen Herzogtums Engern. Dieses Wappenbild könnte aber auch erst im 16. Jahrhundert für den westfälischen Teil der Herzöge von Sachsen-Lauenburg entworfen worden sein. Das Wappen wurde in den dreißiger Jahren während der Zeit des Nationalsozialismus entworfen und wurde auch vom 1943 gegründeten Amt Löhne seit 1943 geführt.
Partnerstädte
Parnerstadt von Lühne ist seit 1973 die 15.952 Einwohner zählende Kärntner Stadtgemeinde Spittal an der Drau (Österreich). Danben bestehen freundschaftliche Beziehungen zu:
- Columbus, Indiana, USA (seit 1993)
- Condega, Departamento Estelí, Nicaragua (seit 1994)
- Röbel/Müritz, Landkreis Müritz, Mecklenburg-Vorpommern (seit 1996)
- Mielec, Woiwodschaft Karpatenvorland, Polen (seit 2002)
Infrastruktur und Wirtschaft
Verkehr

Schienenverkehr
Hauptartikel: Bahnhof Löhne
Der Bahnhof Löhne hatte früher als Knotenpunkt mehrerer Bahnstrecken große Bedeutung. Heute bestehen mit Regionalzügen Direktverbindungen meistens im Stundentakt in folgende Richtungen: Bielefeld–Ruhrgebiet–Düsseldorf, Minden–Hannover–Braunschweig, Hameln–Hildesheim und im Zweistundentakt Osnabrück–Rheine. Erich Maria Remarque erwähnt den Bahnhof Löhne in seinem Antikriegsroman Im Westen nichts Neues mit den Worten aus dem Munde des Ausbilders Himmelstoß "Löhne umsteigen!", was heute das Markenzeichen der Stadt Löhne ist und somit Bezug zur Eisenbahngeschichte der Stadt nimmt. Die Rekruten mussten bei diesem Ruf drillmäßig unter ihren Betten hergleiten um die Querung der langen Bahnunterführung zu üben.
Straßenverkehr
Löhne hat drei Anschlussstellen an der A30, die das Stadtgebiet in West-Ost-Richtung durchquert. Vom Dreieck Löhne führt die Bundesstraße 61 über Herford nach Bielefeld und Gütersloh. Die A2 verläuft etwa 2–3 km südöstlich des Stadtgebietes, die Bundesstraße 239 unweit der Westgrenze. Vorraussichtlich 2007 wird mit dem Bau der sogenannte Nordumgehung begonnen, mit der, ausgehend vom Dreieck Löhne, die A30 auf Oeynhausener Stadtgebiet den bislang fehlenden direkten Anschluss an die A2 erhalten soll. In der Lokalpolitik wie auch der Bevölkerung Löhnes ist das Projekt umstritten. Löhne nimmt eine gewisse Vorreiterrolle bei der Anlage von Verkehrskreiseln ein, die in Deutschland lange Zeit unüblich waren. Dadurch konnten in den letzten Jahren einige vormals mit Verkehrsampeln ausgestattete Kreuzungen für den Verkehrsfluss merklich durchlässiger gemacht werden.
Radverkehr
Löhne liegt am Else-Werre Radweg durch das Else und Werre Tal von der Else-Bifurkation bis zur Weser und am Soleweg.
Ansässige Unternehmen
Von Juni 2005 bis Dezember 2006 fiel die Arbeitlsoenquote von 9,2% auf 7,8% (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen).[5] Die Wirtschaft ist mittelständisch geprägt. Seit 2005 nennt sich Löhne „Weltstadt der Küchen“, da hier fünf große Küchenmöbelhersteller ansässig sind. Größte Arbeitgeber sind die Küchenhersteller Nolte, SieMatic, Bauformat, Geba und Nieburg, die insgesamt etwa 2000 Arbeitsplätze bieten. Weitere 1000 Arbeitsplätze arbeiten bei Zulieferern der Küchenindustrie.
Medien
Als Tageszeitungen erscheinen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt mit Lokalteil für Löhne. Das Lokalradio Radio Herford ist auf 94,9 MHz zu empfangen.
Öffentliche Einrichtungen
Die Werretalhalle ist eine Veranstaltungshalle in Bahnhofsnähe und ist Veranstaltungsort verschiedener Kulturveranstaltungen. In der Halle sind außerdem die städtische Galerie, die Volkshochschule, ein Jugendzentrum Riff, sowie eine Jugendkunstschule untergebracht. Die Stadtbücherei hat neben der Hauptstelle in Löhne-Bahnhof noch zwei Zweigstellen in Gohfeld und Mennighüffen und hält 50.000 Medien bereit. Weiterhin unterhält die Stadt ein Frei- und Hallenbad, sowie eine Musikschule.
Bildung
Löhne hat 8 Grundschulen, eine Hauptschule in Löhne-West, zwei Realschulen Städtische (Realschule Löhne und Geothe-Realschule), die Bertolt-Brecht-Gesamtschule, das städtische Gymnasium Löhne, das August-Griese-Berufskolleg, die Werretalschule (Sonderschule für Lernbehinderte) sowie eine Volkshochschule. Die Hauptschule Löhne-West erhielt 2005 den dritten Preis beim Hauptschulwettbewerb „Deutschlands beste Hauptschulen“, der von der Hertie-Stiftung und der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen worden war. [6]
Kultur
Theater und Kino
Die „Ravensberger Dance- und Speeldeel“ Gruppe zeigt niederdeutsche Theaterstücke. Weitere nicht ständige Theateraufführungen finden genauso wie Filmvorführungen des „Vereins zur Förderung der Filmkunst in Löhne“ in der Werretalhalle statt. Im Sommer finden Theateraufführungen an der Ulenburg unter freiem Himmel statt.
Museen
Heimatmuseum Löhne
Das Heimatmuseum zeigt Stücke aus der Umgebung der Stadt, beispielsweise Exponate zur eiszeitlichen Tierwelt, aus der Stein- und Bronzezeit und der sogenannte „Gohfelder Einbaum“ aus dem 6. Jahrhundert. Außerdem werden Ausstellungen zum Leinengewerbe, zum bäuerlichen Wohnen, zur Zigarrenmacherzeit und zum Löhner Brauchtum gezeigt.
Mühlenmuseum Kemena
Die Mühle Kemena am Mittelbach ist seit 1996 voll funktionsfähiges Museum, nachdem der gewerbliche Betrieb der Mühle 1991 aufgegeben wurde. Die Wassermühle stammt aus dem Jahr 1893, wurde jedoch auf einem Bau von 1655 errichtet.
Musik
Löhne hat u.a. folgende Musikgruppen: das Akkordeonorchester Löhne, die Brass Band Löhne, den Chor der Naturfreunde, den Gemischten Chor, die Kantorei Löhne(-Ort und Löhne-Mahnen, Männergesangverein Harmonie und drei weitere Männergesangvereine, die Posaunenchöre der Kirchengemeinden und den Musicalchor der Musikschule Löhne
Bauwerke

Ulenburg
Das Schloss Ulenburg ist ein Wasserschloss (16. Jahrhundert) im Stil der Weserrenaissance. Zum Ensemble gehört das Gut Beck. Das Wasserschloss wurde zwischen 1568 bis 1570 von Hilmar von Quernheim (vgl. aktueller Bürgermeister zum Wasserschloss ausgebaut und gehörte anfangs abwechselnd zum Hochstift Minden und zu Lippe. Erwähnt wurde die Ulenburg aber schon 1299. Vergleiche auch: Güter in Kirchlengern.
Rürupsmühle
Die Rürupsmühle ist bereits 400 Jahre alt. Zum Ensemble gehört ein Backhaus von 1841, besteht, ein Fachwerk Speicher und reetgedecktes Bauernhaus aus dem Jahre 1727. Vorführungen zeigen den Prozess der Saatkorn Verarbeitungbis zum Brot.
Parks
Park der Magischen Wasser
Für die Landesgartenschau 2000 unter dem Motto „Aqua Magica“ in Bad Oeynhausen und Löhne wurde 1997 der „Park der Magischen Wasser“ von den französischen Landschaftsarchitekten Henri Bava und Olivier Philippe entworfen. ausgerichtet wurde. Der rund 20 Hektar große Park bezieht u.a. die solehaltigen, warmen Heilquellen ein, die Oeynhausen zum Bad machen. Highlight ist ein 18m tiefen Krater aus dem eine Wasserfontäne bis über den Kraterrand hoch aufsteigt.
Schlosspark Ulenburg
Der Ulenburger Schlosspark auf einer Insel zwischen Gräften und Mühlenbach . Besonders erwähnenswert ist auch die 2 km Allee zum Schloss mit teilweise aus dem 15. Jahrhundert angepflanzten Bäumen. Der Park ist als Landschaftspark konzipiert und enthält alten Baumbestand und weite Rasenflächen. Außerdem ist in den Park ein Rasenrondell mit Sommerblumenbepflanzung integriert.
Sport
Wichtigste Vereine sind die Fußballvereine FC Löhne-Gohlfeld und VfL Mennighüffen, TuRa Löhne der Leichtathletikverein LG Bünde/Ahle-Löhne, der Handballclub HSG Löhne-Obernbeck und der Schwimmclub "Aquarius" Löhne. Löhne hat eine 18-Loch Golfplatz des Golfclubs Widukind-Land. Einen Überblick über alle Sportvereine gibt folgende Aufzählung:
- Sportvereine/-vereinsabteilungen für die Sportarten: Angeln/Sportfischen, Badminton (2), Basketball, Behindertensport, Bogenschießen, Freizeitsport, Fußball (7), Handball (5), Jazz Dance, Judo, asiatische Kampfkunst, Karate (2), Kanusport (2), Kegeln, Kleingolf, Leichtathletik, Luftsport, Motorsport, Reitsport (3), Ringen, Schach, Sportschießen (5), Schwimmen/Wassersport (2), Tennis, Tischtennis (6), Turnen/Fitness (7), Volleyball (1), Wandern (3)
Regelmäßige Veranstaltungen
- Stadtfest
- Sommertheater an der Ulenburg
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Bernhard Schäffer (1823-1877), Mechaniker, Erfinder, Fabrikant
- Johannes Kuhlo (1856-1941), Begründer der protestantischen Posaunenchorarbeit in Deutschland
- Ralf Arnie (1924-2003), bürgerlich Artur Niederbremer, Komponist („Tulpen aus Amsterdam“)
- Heinrich Dreyer (1935-1994), für die CDU Kommunal- und NRW-Landespolitiker (MdL)
- Thomas Krüger (* 1962), Lyriker, Autor von Kinderbüchern, Herausgeber
Weitere Persönlichkeiten
- Theodor Schmalenbach (1831-1901), evangelischer Theologe, Pastor in Mennighüffen
- Marie Schmalenbach (1835-1924), religiöse Dichterin, verheiratet mit Theodor Schmalenbach
- Ernst Wilm (1901-1989), evangelischer Theologe und Kirchenführer, Pastor in Mennighüffen
- Wolfgang Spanier (* 1943), MdB, zeitweilig Lehrer und stellvertretender Schulleiter am Gymnasium
- Lena Goeßling (* 1986), Fußballerspielerin, als solche U-19-Weltmeisterin, in Löhne aufgewachsen
Quelle und Literatur
- Heimatverein Löhne, Stadt Löhne (Hrsg.): 1000 Jahre Löhne: Beiträge zur Orts- und Stadtgeschichte. Löhne 1993, ISBN 3-922911-00-5
Weblinks
Quellen
- ↑ Kommunalprofil Löhne, PDF, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Stand 2006
- ↑ Meteorologische Angaben, html, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Abrufdatum: 2. Juli 2007
- ↑ Schüler an allgemeinbildenden Schulen in NRW nach Religionszugehörigkeit, PDF, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Stand 2002/03
- ↑ Landesamt für Statistik, html, Kommunalwahlergebnisse, Abrufdatum: Juli 2007
- ↑ Website der Stadt Löhne, html, \wirtschaft\statistik, Abrufdatum: Juli 2007
- ↑ Deutschlands beste Hauptschulen. Bundespräsident Horst Köhler verleiht den Hauptschulpreis 2005, html, Abrufdatum: Juli 2007