Colmar
| Colmar | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Elsass | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (Präfektur) (68) | |
| Arrondissement | Colmar | |
| Kanton | Chef-lieu der Kantone Colmar-Sud und Colmar-Nord | |
| Gemeindeverband | Communauté d'agglomération de Colmar | |
| Koordinaten | ||
| Höhe | 175–214 m | |
| Fläche | 66,57 km² | |
| Bürgermeister | Gilbert Meyer | |
| Einwohner | 67.360 (1. Januar 2022) | |
| Bevölkerungsdichte | 1.012 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68000 | |
| INSEE-Code | 68066 | |




Colmar (veraltet auch Kolmar) ist nach Straßburg (frz. Strasbourg) und Mülhausen (frz. Mulhouse) die drittgrößte Stadt im Elsass (französisch Alsace). Der Ort liegt in einer relativ flachen Landschaft am Fluss Lauch, etwa 20 km westlich des Rheins und ungefähr in der geographischen Mitte zwischen Basel (60 km entfernt) und Straßburg (65 km entfernt). Die Stadt ist Sitz der Präfektur des Departements Haut-Rhin und außerdem Sitz des höchsten elsässischen Gerichts (Cour d'appel de Colmar, 1871 bis 1918 Oberlandesgericht Colmar). Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Colmar, das aus sechs Kantonen besteht. Colmar-Stadt ist Hauptort (frz.: chef-lieu) der Kantone Colmar-Nord und Colmar-Sud. Mit 65.136 Einwohnern (1999) ist Colmar nach Mülhausen die zweitgrößte Stadt im Département Haut-Rhin.
Geschichte
- Colmar wurde als Königsgut unter dem Namen Columbarium (Taubenhaus) im Jahr 823 erstmals urkundlich erwähnt.
- Anfang des 13. Jahrhunderts Befestigung
- 1226: Freie Reichsstadt
- 1360: Der Rat der Stadt übergibt die Macht an die Berufskorporationen
- Im 14. Jahrhundert trat Colmar dem Zehnstädtebund bei.
- Im 14. und 15. Jahrhundert bestand in Colmar, wie auch in anderen Städten am Oberrhein, eine bekannte Meistersinger-Schule
- 1548 Josel von Rosheim führte einen Prozess für die Juden der Stadt Colmar vor dem Reichskammergericht wegen des seiner Ansicht nach unzulässigen Marktverbotes der Stadt für die Juden
- 1673 Truppen des französischen Königs Ludwigs XIV. besetzen Colmar
- 1679 Mit dem Frieden von Nimwegen wird Colmar Frankreich zugeschlagen und Sitz der Allgewaltigen Ratsversammlung der Provinz Elsass.
- 1791: Sitz der Verwaltung des Departements Haut-Rhin;
- 19. Jahrhundert: Colmar besitzt eine leistungsfähige Textilindustrie.
- 1871: Nach Ende des deutsch-französischen Krieges (1870/71) wird Colmar Teil des neugebildeten Reichslandes Elsass-Lothringen (Deutsches Reich) und Hauptstadt des Bezirks Oberelsass.
- Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird Colmar 1918 zusammen mit dem übrigen Elsass wieder Teil von Frankreich.
- 1940 im Zweiten Weltkrieg wird Colmar nach der Niederlage Frankreichs als Teil des Gaues Baden-Elsass de fakto dem Großdeutschen Reich angeschlossen.
- Ab 1942 wurden auch die Bürger von Colmar in die Wehrmacht eingezogen.
- Im Februar 1945 zog sich die Wehrmacht aus Colmar zurück; die Westalliierten besetzen die Stadt; der Ort kommt wieder zu Frankreich.
Denkmäler und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
In Colmar befinden sich bedeutende Bürgerhäuser aus Mittelalter und Renaissance, die der Altstadt über die Jahrhunderte ihren mittelalterlichen Charakter erhalten haben. Prachtvollste Beispiele sind das 1537 für einen reichen Hutmacher erbaute Pfisterhaus (frz. Maison Pfister) sowie das Kopfhaus (frz. Maison des Têtes), dessen Fassade mit mehr als 100 "Köpfen" verziert ist. Die Hauptkirche der Stadt ist das Martins-Münster, welches zwischen 1230 und 1370 in einem Übergangsstil zwischen Romanik und Gotik erbaut wurde. In der im 13. Jahrhundert entstandenen Dominikanerkirche befindet sich das Gemälde „Madonna im Rosenhag“ von Martin Schongauer aus dem Jahr 1473.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das am Fluss Lauch liegende Viertel Klein-Venedig (frz. Petite Venise), das sehr schöne Häuser und Brücken beherbergt.
Museen
- Im Musée d'Unterlinden befindet sich der Anfang des 16. Jahrhunderts entstandene Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Von Martin Schongauer sind hier ebenfalls Werke ausgestellt. Daneben wird mittelalterliche Kunst und Kunsthandwerk aus der Umgebung ausgestellt.
- Im Geburtshaus des Bildhauers Bartholdi befindet sich ein ihm gewidmetes Museum.
Die Kolmarer Liederhandschrift enthält von verschiedenen Künstlern des Minnesangs etwa 900 Liedertexte und 105 Melodien. Sie entstand um 1480 in Mainz; eines der wenigen Exemplare wurde von der Meistersingerschule von Kolmar beschafft, verschwand aber in den Wirren eines Bürgerkriegs. Im 19. Jahrhundert tauchte sie in einem Basler Antiquariat auf und wurde von einem Münchener Museum erworben.
Städtepartnerschaften
Abingdon (Großbritannien)
Eisenstadt (Österreich)
Györ (Ungarn)
Lucca (Italien)
Princeton (New Jersey, USA)
Schongau (Deutschland)
Sint-Niklaas (Belgien).
Mitgliedschaft
Colmar ist Mitglied der Interessengemeinschaft Communauté d'agglomération de Colmar.
Söhne und Töchter der Stadt
- Colmarer Dominikanerchronist
- Der spätgotische Maler Martin Schongauer wurde ca. 1450 in Colmar geboren und verstarb 1491 im nahe gelegenen Breisach.
- Jörg Wickram (* 1505), Schriftsteller
- Frédéric Auguste Bartholdi (1834 - 1904) war ein französischer Bildhauer. Sein bekanntestes Werk ist die New Yorker Freiheitsstatue.
- Auguste Nefftzer, französischer Journalist
- Jean Rapp, französischer Generalleutnant und Graf
- Der Zeichner und Heimatforscher Jean-Jacques Waltz (1873 - 1951), bekannt als Hansi, wurde durch idyllische Darstellungen des Elsass und scharfe anti-deutsche Karikaturen berühmt.
- Guy Roux, die Trainerikone des französischen Fußballs, kam 1938 in Colmar zur Welt.
- Thomas Bloch (* 1962), Musiker
- Sophie Wolf, Sängerin, wurde am 27. Juli 1880 in Colmar geboren
- Amaury Bischoff, Fußballspieler, wurde am 31. März 1987 in Colmar geboren.
- Michel Hausser, Jazzvibraphonist
