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Berlin-Buch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Buch
Ortsteil von Berlin
Buch auf der Karte von PankowBerlinBrandenburgBuchKarowWilhelmsruhRosenthalBlankenfeldeNiederschönhausenHeinersdorfBlankenburgFranzösisch BuchholzPankowPrenzlauer BergWeißenseeStadtrandsiedlung Malchow
Buch auf der Karte von Pankow
Koordinaten 52° 38′ 1″ N, 13° 29′ 57″ OKoordinaten: 52° 38′ 1″ N, 13° 29′ 57″ O
Einwohner 12.988 (31. Dez. 2005)
Postleitzahl 13125
Ortsteilnummer 0309
Bezirk Pankow
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Ehemaliges Wappen von Buch
Die Schlosskirche in Buch
Die A 114 an der Anschlussstelle Bucher Straße

Buch ist ein Ortsteil im Bezirk Pankow von Berlin.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1342. Das Dorf Buch lag nordöstlich von Berlin am Fluss Panke, einem Nebenfluss der Spree. Im Jahr 1898 erwarb die Stadt Berlin das Gut Buch für 3,5 Millionen Reichsmark. Auf einem Teil der Flächen entstand bis 1929 die Krankenhausstadt Buch. In fünf Anlagen wurden Kliniken für Psychiatrie/Irrenanstalten, Tuberkulosebehandlung und Alterskrankheiten eingerichtet. Damit war Buch der größte und modernste Heilstandort Europas. Von Schäden im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, beherbergen Teile dieser Anlagen bis heute medizinische Einrichtungen verschiedener Träger (Charité, HELIOS Kliniken).

Andere Flächen wurden Bestandteil der Berliner Abwasser- und Kanalisationsanlagen. Als „Rieselfelder“ dienten sie bis in die 1970er Jahre als Versickerungsflächen. Nach der Umstellung auf moderne Kläranlagen erfolgte ein langsame Renaturierung. Wegen der Belastung mit Schadstoffen sind die Flächen immer noch nicht frei zu benutzen. Der medizinische Standort Buch zeichnete sich von Anfang an durch eine enge Beziehung zwischen Behandlung und Forschung aus. Hier befand sich das Kaiser-Wilhelm Institut für Hirnforschung, welches nach 1949 als medizinisch-biologisches Institut Bestandteil der Akademie der Wissenschaften der DDR war. Hier befand sich ein Forschungszentrum auf den Gebieten der Krebs- und Zellforschung. In dieser Tradition steht der 1992 entstandene „Campus Berlin-Buch“. Hier befindet sich einer der wichtigsten Biotechnologiestandorte der Region Berlin-Brandenburg. Zur Zeit wird überlegt, ob man in Buch ein Wissenschaftsmuseum, das so genannte Life-Science-Center, unterbringt.

Sehenswürdigkeiten

Bedeutendstes historisches Bauwerk von Buch ist die 1736 vollendete Barockkirche. Sie ist der Überrest der Gutsschlossanlage von Buch. Das Schloss und die Orangerie überstanden den Krieg mit geringen Schäden, wurden jedoch durch staatliche Willkür abgerissen (Orangerie 1955, Schloss 1964)[1]. Die Kirche wurde teilweise restauriert und bildet heute den architektonischen Mittelpunkt Buchs. In ihrer unmittelbaren Nähe befindet sich der Bucher Schlosspark mit wichtigem alten Baumbestand. Die historischen Wege und Wasserläufe werden planmäßig wieder hergestellt.

Der ehemalige Gutshof liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Schlosskirche“ und wurde noch bis ca. 1964 landwirtschaftlich genutzt. In den 1980er Jahren wurde er zum „Künstlerhof Buch“ umgebaut und eingerichtet, um vorrangig staatliche Auftragskunst zu produzieren. 1992 übernahm das Areal die Akademie der Künste (Berlin) unter dessen Regie der ehemalige Gutshof teilweise saniert und weiter ausgebaut wurde. Die kurze Blütezeit, in der neben zahlreichen Ausstellungen auch klassische Konzerte und Theater gezeigt bzw. aufgeführt gezeigt wurden, fand durch die Einstellung der vergleichsweise geringen Förderung durch das Land Berlin 2003 ein jähes Ende. In dem ungewissen Schicksal, durch den Liegenschaftsfonds an einen potenten Investor verkauft zu werden, arbeiten derzeit unter der Leitung des „Künstlerhof Berlin-Buch e.V.“ ca. 25 Künstler (Maler, Bildhauer, Klang-, Licht- und Installationskünstler) sowie Restauratoren auf dem Areal. Auf dem weiträumigen Gutshof sind einige bis 6 Meter hohe Metallskulpturen der Metallbildhauer Ingolf Eschenbach und Michael Friedländer zu sehen. Durch die Arbeit der Künstler ist auch heute noch der „Künstlerhof Buch“ mit seinem reizvollen Ambiente ein kulturelles Zentrum des Ortsteils und immer einen Spaziergang wert.

Am S-Bahnhof Berlin-Buch erkennt man noch heute Überreste des ursprünglichen Bahnhofs. Dieser lag an der "Stettiner Bahn", durch welche dieser Ort schon Ende des 19. Jahrhunderts an die Region Großberlin angeschlossen wurde. Die Eingliederung erfolgte jedoch erst 1920 durch das Groß-Berlin-Gesetz. Seitdem war Buch ein Ortsteil des Stadtbezirks Berlin-Pankow.

Bevölkerungsentwicklung

Nach einer maximalen Einwohnerzahl von 16.750 im Jahr 1991 leben heute ungefähr 14.000 Menschen in Buch. Diese verteilen sich auf die Gebiete des alten Dorfkerns, dem Siedlungsgebiet der „Kolonie Buch“, das ab 1880 entstand, und den modernen Neubausiedlungen, die ab 1970 errichtet wurden (Buch I–IV).

Weitere Details:

Persönlichkeiten

Quellen und Anmerkungen

  1. http://www.berlin-buch-gesundheitsregion.de/html/chronik.html
Commons: Berlin-Buch – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien