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Benutzer:Hans-Peter Scholz/Entwurf

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Über das Phänomen des Sterns von Betlehem wird in der Bibel im Matthäusevangelium Kapitel 2 berichtet:

Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen Herodes des Königs, siehe da kamen weise Männer aus dem Osten (griechisch: apo anatolon, απο ανατολων) nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern hervorkommen (griechisch: en te anatole, εν τη ανατολη) gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten!

Einige Verse später fährt der Bericht fort:

Und siehe, der Stern, den sie hervorkommen gesehen hatten, geleitete sie, bis er gerade über (dem Ort) stand, wo das kleine Kind war. Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut.

Erklärungsversuche

Es gibt verschiedene Theorien, die versuchen, dieses Phänomen zu erklären.

Der Stern von Bethlehem als Komet

Es gibt einige Belege dafür, das die Babylonier oder Chaldäer bereits Kometen beobachteten und ihre Wiederkehr berechnen konnten (Diodor von Sizilien). Nach Seneca waren sie recht enttäuscht, wenn die Kometen nicht zurückkehrten. Der Legende nach hat Pythagoras von Samos, der in seinen Lehren ja viel von den ägyptischen und persischen Wissenschaften übernommen hatte, von Kometen als Himmelskörpern gelehrt, die eine geschlossene Kreisbahn haben.

Origines (185 - 253?), der Vorsteher der Theologenschule von Cäsarea publizierte wohl als einer der ersten die Meinung, das der Stern von Bethlehem ein Komet gewesen sei. Vorlage:Lit

Seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts wird der Stern von Bethlehem von Künstlern als Komet dargestellt. Einer der ersten, der dies tat war Giotto di Bondone aus Florenz. Er hatte im Jahr 1301 den Halleyschen Kometen beobachtet. Beeindruckt von dieser Erscheinung hat er ihn dann auf einem Fresco in Padua als Stern von Bethlehem wiedergegeben.

Es gibt mehrere Gründe, die gegen diese Theorie sprechen. Im Volksglauben auch der Zeit um Christi Geburt wurden Kometen in Zusammenhang Unheil gebracht. Origines versucht das zwar zu relativieren, wie konnten die Weisen aus dem Osten aber festlegen, das gerade dieser bestimmte Komet mit der Geburt eines Königs in Jerusalem in Zusammenhang stehen sollte? Warum ist der Komet, der die Geburt des Messias anzeigen sollte, in Jerusalem nicht aufgefallen? Am häufigsten wurde im Altertum über den Halleyschen Kometen berichtet. Der war vom August bis November 12 v. Chr. sichtbar. Einer chinesischen Quelle zufolge wurde ein weiterer Komet im Jahr 5 v. Chr. gesichtet. Jesus war nach der biblischen Überlieferung etwa 33 Jahre alt, als er gekreuzigt wurde. Im geschichtlichen Kontext kann die Kreuzigung nur in den Jahren 30 - 33 nach Christi Geburt stattgefunden haben. Es wird aber über keine Kometensichtung zwischen 3 vor Christus und dem Jahr 0 berichtet. Vorlage:Lit

Die große Konjunktion im Jahr 7 v. Chr.

Johannes Kepler und andere Astronomen wie Ferrari d'Occhieppo Vorlage:Lit weisen in diesem Zusammenhang auf die sehr seltene ungewöhnlich enge, dreifache Jupiter-Saturn Konjunktion im Zeichen der Fische am 27. Mai, 6. Oktober und 1. Dezember 7 v. Chr. hin, die als Stern von Betlehem gut in den Bericht von Matthäus passt:

  • Der Ausdruck "Wir haben seinen Stern im Aufgang gesehen" ist astronomisches Fachlatein, was dem Autor des Evangeliums, der als Christ kaum ein Anhänger von Astrologie war, nicht unbedingt bekannt war - und Bibelübersetzern die "im Osten gesehen" oder "im Morgenland gesehen" übersetzen ebenfalls nicht.
  • Für einen babylonischen Astronomen ist der Symbolismus einer solchen Konjunktion ein neuer König in Juda in Verbindung mit der Endzeit. Der babylonische Gott Marduk suchte mit seinem Stern Jupiter den Planeten Saturn, den kosmischen Repräsentanten des Volkes der Juden, heim. Der "Aufgang" dieses Sterns kündigte die Geburt eines großen Königs im Westland an. Astrogeographisch betrachtet schien Jupiter anzudeuten, dass das durch seine Begegnung mit Saturn angekündigte irdische Ereignis nicht nur für Palästina, sondern auch für Babylonien bedeutungsvoll sein sollte.
  • Der "Stern" ist am Hof von Herodes nicht aufgefallen, bevor die Sterndeuter kamen, und er ist auch nirgends in der zeitgenössischen Literatur erwähnt. Keplers Konstellation ist zwar für Astronomen ein Jahrtausendereignis, aber für Nicht-Fachleute jedoch kaum bemerkenswert.
  • Die drei Ereignisse zogen sich über Monate hin, lang genug für eine solche Reise.
  • Wenn die Sterndeuter kurz vor Sonnenuntergang am 12. November von Jerusalem abreisten und auf das nur ca. 10 Kilometer entfernte Betlehem zuritten, waren in der Abenddämmerung die Planeten Jupiter samt Saturn für sie im Süden (Richtung Betlehem) und befanden sich somit direkt vor ihren Augen (Matthäus 2 Vers 10: Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut).
  • Planeten bewegen sich relativ zu den Fixsternen in einer vorwärts-rückwärts Bewegung. An einem Drehpunkt dieser Bewegung - welcher damals gerade stattfand - hat man den optischen Eindruck eines Stillstands im Verhältnis zu den Fixsternen. Dieser Stillstand (Matthäus 2,9) ereignete sich am 12. November 7 vor Chr. und ist somit als Geburtsdatum wahrscheinlicher, da sich den Winter über auch in Israel keine Hirten auf den Feldern befinden.

Die Konjunktion von Jupiter und Venus im Jahr 2 v. Chr.

Die dreimalige Konjunktion von Jupiter und Regulus 3 v. Chr. und 2 v. Chr.

Ein neuer Stern (Supernova?) im Schoß des babylonischen Sternbilds Jungfrau (ERUA) im Jahr 3 v. Chr.

Literatur

  • Origines Contra Celsum
  • Werner Papke Das Zeichen des Messias. 1. Aufl. CLV, Bielefeld 1995, ISBN 3-89397-369-9
  • Konradin Ferrari d'Occhieppo Der Stern von Bethlehem in astronomischer Sicht. Brunnen-Verlag, 1999, ISBN 3-7655-9803-8

Dr. Papke Online Publications: Das Zeichen des Messias