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Weiße Horde

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Die Weiße Horde (tatarisch: Aq Urda, türkisch: Ak Ordu) war ein mongolisches Teilreich in (West-)Sibirien.

Nach manchen Darstellungen (Abu'I-Gazi) war sie der Herrschaftsbereich des Mongolen Shibani Khan. In der Praxis teilten sich die Nachkommen Shiban(i)s jedoch Sibirien mit der Nachkommenschaft von Shiban(i)s älterem Bruder Orda -der Orda-Horde- die ebenfalls als "Weiße Horde" bezeichnet wird. Das liegt daran, daß die Farbbezeichnungen der turkomongolischen Steppenvölker nicht eindeutig sind und daher im Verlauf ihrer Geschichte wechseln konnten. (In manchen russischen Quellen erscheint das sibirische Herrschaftsgebiet sogar als Blaue Horde.)

Beide Klans unterstanden der Blauen Horde, d.h. Batu Khans († 1255) Nachkommenschaft an der Wolga. Das Gesamtreich nennt man -angeblich unter Bezug auf das goldene Herrscherzelt- in der modernen Geschichtsschreibung auch Goldene Horde.

Als Batus Nachkommenschaft nach dem Tod Dschani Begs 1357 in mehreren Morden austarb, mischten sich beide Klans dort ein. Zunächst versuchte der Scheibanide Hizr Khan Mahmud um 1361 die Macht an der Wolga an sich zu reißen, wurde jedoch von seinem eigenen Sohn getötet, der wiederum von dem Emir Mamai beseitigt wurde. Dann versuchten es Ordas Nachkommen Urus Khan († 1376) und Toktamisch (reg. 1380-1395 in Sarai, † 1406/07), wobei sich letzterer duchsetzen konnte.

Nach dem Abzug der Orda-Horde ins Wolgagebiet bzw. ihrer Vereingung mit der Blauen Horde um Sarai unter Toktamisch (1380) verlor diese ihre bis dato einflussreichere Stellung in Sibirien. Im 15. Jahrhundert spielte sich so Shiban(i)s Nachkommenschaft in den Vordergrund, zum Teil mit Hilfe der Nogaier. Vor allem der Gründer des Usbekenreiches, Abu'I-Chair Khan (* um 1412, † 1468) -ein Scheibanide- kam um 1428 über die Ermordung Boraqs (eines Nachkommen Ordas) an die Macht und verdrängte dessen Söhne (Kerei und Janibek), bis diese sich eines Tages revanchieren konnten.

Aus dem gemeinsamen Erbe der Weißen Horde sollte schließlich im 15. Jahrhundert das Volk der Usbeken, das Khanat Sibir und zudem die Kasachen (vgl. auch Kasachen-Khanat) hervorgehen. Die Fürsten dieser Völker und Staaten leiteten ihre Herkunft entweder von Orda Khan oder von Shibani Khan ab.