Bahnstrecke Heiligenstadt–Schwebda
- Ich würde es allenfalls unter Eisenbahnstrecke Heiligenstadt/Eichsfeld-Schwebda listen. --Dell1701 22:35, 4. Jan. 2007 (CET)
Einspruch --Olaf1541 23:20, 4. Jan. 2007 (CET)
- Ich sehe das ähnlich, da muesste man doch noch was draus machen koennen. Und Schnell-Loschen nach 10 Minuten Artikellebensdauer? Normales Löschen, wenn daraus nix wird und vielleicht vorher auf ein passendes Lemma schieben.. --Ebcdic 23:22, 4. Jan. 2007 (CET)
Die als Bimmelbähnchen bezeichnete Eisenbahnstrecke Heiligenstadt/Eichsfeld-Schwebda wurde als
Erschließungsbahn im um die Jahrhundertwende noch verkehrstechnisch unerschlossenem Teil des Eichsfeldes vom preußischem Staat angelegt.
Im diesem Gebiet, das von den Strecken Halle/Saale-Leinefelde-Heiligenstadt/Eichsfeld-Kassel, Leinefelde-Schwebda-Eschwege und Eichenberg-Eschwege umschlossen wird, war eine Belebung der Wirtschaft dringend notwendig. So wurde um 1910 über die Kostenverteilung zum Bau einer Nebenbahn von Heiligenstadt/Eichsfeld über Kalteneber, Fürstenhagen, Dieterode, Krombach, Ershausen und Großtöpfer nach Schwebda debattiert. 251.000 Mark übernahm der preußische Staat, 70.000 M der Kreis Eschwege und 311.000 M der Kreis Heiligenstadt. Damit konnten die Vorarbeiten begonnen werden.
Es wurde in Heiligenstadt ein Baubüro eingerichtet und die Strecke in sieben Baulose aufgeteilt. Baubeginn war im Juni 1911. Die Bahnbauer bekamen es mit recht schwierigen Gelände zu tun. Da die Luftlinie Heiligenstadt-Schwebda nur etwa 20 km beträgt, die Strecke aber die vorgenannten Orte anschließen sollte, verlängerte sie sich auf 32 km. Dazwischen liegt bei Kalteneber/Fürstenhagen eine Hochfläche mit etwa 500 m ü.NN. Die Anstiege dahinauf sind von allen Seiten nur in steilen Bachtälern oder über ebenso steile Hänge möglich. Man entschloß sich deshalb zum Bau einer Zahnradbahn mit drei Zahnradabschnitten und nahm deren Nachteile in Kauf. Vorteile waren der Einsatz regelspuriger Eisenbahnen im steilen Gelände (Einsparung der Umladung von eventuell schmal- in regelspurige Eisenbahnwaggons), dadurch direkter Anschluß ans Reichsbahnnetz. Nachteilig waren die relativ niedrige Geschwindigkeit in den Zahnstangenabschnitten. Spezielle Lokomotiven mit Zahnradantrieb und den starken Neigungsverhältnissen entsprechenden Bremseinrichtungen mussten beschafft werden. Durch die damaligen technischen Möglichkeiten mußten Züge auf sogenannten Steilstrecken (Abschnitte mit bei Nebenbahnen mehr als 40 o/oo Steigung) geschoben werden, das heißt, die Zahnradlok mußte in den Zahnstangenabschnitten den Zug schieben.
Die Strecke wurde am 1. Oktober 1914 eröffnet.
Die Strecke begann in Heiligenstadt/Eichsfeld (km 0,0-248 m ü.NN) im Bahnhof der Halle-Kasseler Strecke an einem eigenen Bahnsteig östlich des Empfangsgebäudes. Bis zur Rekonstruktion konnte man den Bahnsteig noch vor wenigen Jahren sehen. Am östlichen Stellwerk befand sich auch der Lokschuppen, in dem eine Lok stationiert war. Die nächsten etwa 1,5 km führte die Strecke als drittes Gleis Richtung Leinefelde, um dann nach Süden zu schwenken. Nach einem weiteren Kilometer erreichte man den Bahnhof Heiligenstadt/Eichsfeld Ost (km 2,6-268 m). Hier gab es mehrere Ladegleise, zwei Bahnsteiggleise und den Zugleiter, der für den Zugbetrieb bis Ershausen zuständig war.
Der erste Teilabschnitt der Strecke wurde bereits 1947 eingestellt, zur Zeit werden Teile der Gleisanlagen noch von Heiligenstädter Eisenbahnfreunden genutzt.