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U-Boot-Bunker

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U-Boot-Bunker sind Bunker, die als Basen und/oder Werften für U-Boote dienen. Viele der Basen entstanden während des Zweiten Weltkrieges und bestehen oft aus mehreren kleineren und einem sehr großen Bunker.

U-Boot-Bunker an der Adria in Albanien

Deutsche U-Boot Bunker des zweiten Weltkriegs

Ein U-Boot-Bunker ist eine durch eine Panzerung aus Stahlbeton überbaute Hafen- oder Werftanlage zur Produktion oder Wartung von U-Booten als Schutz gegen Luftangriffe und gegnerischen Beschuss. Die "Blütezeit" der U-Boot-Bunker war der Zweite Weltkrieg. Das Deutsche Reich baute und betrieb U-Boot-Bunker in Deutschland, Frankreich und Norwegen. Der größte Bunker dieser Art hat seinen Standort in Brest, der insgesamt zweitgrößte und zugleich größte in Deutschland ist der U-Bootbunker Valentin in Bremen-Farge. Weitere U-Boot-Bunker stehen im französischen Saint-Nazaire, La Rochelle-La Pallice, Bordeaux und Lorient. Weitere deutsche Orte, an denen U-Boot-Bunker stehen oder standen sind Helgoland, Hamburg-Finkenwerder und der U-Bootbunker Kilian in Kiel. Die U-Boot-Bunker an der französischen Atlantikküste haben teils eine Deckenstärke von bis zu 10 m Stahlbeton und einen grillrostartigen Aufbau aus Betontraversen auf dem Dach, in welchem sich Fliegerbomben verfangen bzw. schon oberhalb des eigentlichen Bunkers zur Explosion kommen sollten. Des weiteren waren sie mit Schleusen und Gezeitenunabhängigen Hafenbecken ausgerüstet, um die Einsatzfähigkeit auch bei den großen Tiedenhüben des Atlantiks zu gewährleisten. Die Deckenkonstruktion würde wohl selbst einem direkten Treffer einer einzelnen heutigen Atombombe widerstehen (mehrere Treffer mit Atombomben vermögen durch die immense Hitze sehr wohl eine Zerstörung, Leben innerhalb des Bunkers wird dennoch schon beim ersten Treffer vernichtet).

Die Anlage von Brest

Zu Beginn der vierziger Jahre befestigten die deutschen Besatzer den Hafen in der Bucht von Brest. Die sehr große Anlage in Brest umfaßte nicht nur den eigentlichen U-Boot Bunker, sondern auch ein Kraftwerk und zahlreiche Dockanlagen. Im Kriegsverlauf wurde die Stadt und der Hafen 1944 durch die Alliierten eingekesselt, die U-Boot-Flottille teilweise an die anderen Standorte ausgelagert. Nach dem Kriege diente und dient bis heute das ganze Areal der französischen Flotte als Basis für Vorpostenboote und ähnliches. Eine Besichtigung ist in Teilen als Führung möglich.

Die Anlage in La Rochelle-La Pallice

Hauptbauwerk der U-Boot Basis in La Rochelle-La Palice vom Meer aus gesehen

Der Hafen von La Pallice wurde ab 1940 von der Deutschen U-Bootwaffe als Stützpunkt genutzt. Im Frühjahr 1941 wurde mit dem Bau der Bunkeranlage begonnen, es wurden innerhalb eines halben Jahres die gedeckte Schleuse und der vom Meer gesehen linke Teil mit sieben U-Boot-Liegeplätzen errichtet. Im direkten Umfeld entstanden zahlreiche kleinere Bunker als Verteidigungsanlagen und als Lokschuppen, Kraftstofflager, Lazarett und Kraftwerk etc. 1942 wurde die Anlage auf der rechten Bunkerseite um drei weitere Liegeplätze vergrößert. Der vorher am rechten Rand liegende kleine Kai blieb erhalten und war mit Zügen befahrbar. Der U-Boot-Hafen bescherte wie auch in St. Nazaire der Ortschaft schwere Bombardements und fast völlige Zerstörung. Glücklicherweise ist das historische Stadtzentrum La Rochelles 5 km entfernt und blieb so weitgehend verschont, zumal sich die Kommandantur direkt im alten Stadtkern befindet. Nach dem Krieg nutzte die französische Marine vor allem das Hauptbauwerk, noch in den neunziger Jahren jedoch waren große Teile frei begehbar, teils auch das innere. Das umliegende Gelände als auch das ehemalige U-Boothafenbecken werden, seit Mitte der neunziger Jahre stetig wachsend, als Handelshafen genutzt, eine Besichtigung ist daher erschwert, denn rund um die alten Anlagen ist rege Bautätigkeit zu sehen. Zudem ist das Areal als "Betreten verboten" beschildert.

Die Anlage in St. Nazaire

Hauptbauwerk der U-Boot Basis in St. Nazaire
Deutscher U-Boot-Bunker in St. Nazaire aus dem 2. Weltkrieg

1941 begannen die Deutschen Besatzungstruppen die U-Boot Basis im Hafen St. Nazaires durch eine Armee von Zwangsarbeitern zu errichten. Beim Bau wurden 480.000 m³ Stahlbeton verbaut, die umbaute Fläche beträgt 39.200 m². Zunächst beherbergte die Anlage nur eine Basis für zwei U-Boot-Flotillen, die im Atlantik eingesetzt wurden. Die Anlage wurde jedoch 1942 zur Kriegswerft umgebaut und beherbergte dann neben Werkstätten auch medizinische Einrichtungen und Kantinen. Im weiteren Umfeld entstanden auch im Zuge des Atlantikwalls zahlreiche Bunkeranlagen. Weitere vor allem in Nähe der Loiremündung gelegene Anlagen beherbergten Depots und andere Infrastruktureinrichtungen. Als bedeutende Hafen- und Werftstadt besaß St. Nazaire darüber hinaus noch ein sehr großes Dock, das einzige an der Atlantikküste, das sich für Schiffe wie die Tirpitz eignete. Aus dieser Kriegswichtigkeit resultierten die zahlreichen Luftangriffe auf den Hafen und die umliegende Stadt. 1943 wurde der Hafen, insbesondere das große Dock, Ziel eines britischen Kommandounternehmens, um den Hafen deutlich zu schwächen. Hierbei wurde jedoch nur die Dockeinfahrt zerstört. Die Bombardements schadeten dem Bunker wenig, jedoch wurde die Stadt in großen Teilen zerstört. Ab 1943 sollte die Stadt gezielt unbewohnbar gebombt werden. Die Deutschen hielten die Stadt trotz der alliierten Rückeroberung Frankreichs 1944 als eine Enklave bis Kriegsende.

Die gesamte U-Boot-Basis ging nach dem Krieg an die französische Marine über, die die Bunker als Depot für Zivil-und Militärschiffe nutzte. Ab 1948 bis in die neunziger Jahre wurde die Basis von Handelsunternehmen als Lager genutzt. In den Jahren 1953 bis 1959 wurde der Bunker zuletzt als Werft genutzt, 8 Minenräumboote liefen hier vom Stapel. 1995 begann die Stadt das "Ville-Port"-Projekt aufzulegen, welches neben einer Umgestaltung der Innenstadt auch die Einbeziehung des Hafens mit der U-Boot-Basis beinhaltet. Heute ist das Hauptbauwerk in die Innenstadt integriert und beherbergt das Tourismusbüro, ein Cafe und auch eine Aussichtsterrasse, die fast das ganze Dach umfasst. Ferner ist in der gedeckten Schleuse seit August 1986 das U-Boot S637 "Espadon" untergebracht und dient als Museum, auch hier ist das Dach als Aussichtsplattform zu betreten.[1]

Literatur zu deutschen U-Boot Basen

  • Neitzel, S.: Die deutschen Ubootbunker und Bunkerwerften, Bernard & Graefe Verlag, 2004, ISBN 3763758232;
  • Mallmann-Showell, J. P.: Deutsche U-Boot-Stützpunkte und -Bunkeranlagen, Motorbuch Verlag, 2003, ISBN 3613023318;
  • Schmeelke, K.-H. / Schmeelke, M.: Deutsche U-Bootbunker gestern und heute, Podzun-Pallas Verlag, 2001, ISBN 3790907146;
  • Roder, H. / Aschenbeck, N.: Fabrik für die Ewigkeit. Der U-Boot-Bunker in Bremen- Farge, Junius Verlag, 1995, ISBN 3885062380;
  • Schmidt, D. / Becker, F.: Bunker Valentin, Edition Temmen, 2001, ISBN 3861082888;
  • Christochowitz, R.: Die U-Boot-Bunkerwerft Valentin, Donat Verlag, 2000, ISBN 3934836054.

Quellen

[1]http://www.mairie-saintnazaire.fr/pages/willkommen-auf-unserer-deutschen-seite/ville-port.php ## incl. interne Links 

Siehe auch