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Bonngasse

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Bonngasse November 2006

Die Bonngasse ist eine Straße in der Bonner Fußgängerzone, die zwischen Sternstraße und Bertha-von-Suttner-Platz verläuft. Sie kreuzt die Friedrichstraße. Zwischen Friedrichstraße und Suttner-Platz steht an der Ostseite das Beethovenhaus. Zwischen Poststraße und Friedrichstraße erhebt sich die Namen-Jesu-Kirche (Ostseite). Seit 2005 sind – bezeichnet als Bonner „Walk of Fame“ – beleuchtbare Glastafeln in das Pflaster der Bonngasse eingelassen. Sie zeigen bekannte Personen, die in Bonn geboren worden sind oder hier gewirkt haben. Die Tafeln von Norden nach Süden (Suttner-Platz Richtung Sternstraße):

Bertha-von-Suttner-Platz

  • August Macke (* 1887 in Meschede, † 1914 gefallen bei Perthes-les-Hurlus, Champagne)
Maler, Expressionist, Mitbegründer des „Blauen Reiters“. 1911 zog er in das Haus Bornheimer Straße 96, das 1991 als Museum eröffnet wurde (August-Macke-Haus). Im Dachatelier enstanden einige bekannte Werke (z.B. Marienkirche mit Häusern und Schornstein, 1911). 1913 „Ausstellung Rheinischer Expressionisten“ in der Bonner Kunsthandlung Friedrich Cohen, 1914 Tunisreise mit Paul Klee. Das Kunstmuseum Bonn (an der Museumsmeile) unterhält eine August-Macke-Abteilung.
Erste Äbtissin des Benediktinerklosters Vilich bei Bonn (rechtsrheinisch), später auch Äbtissin von Maria im Kapitol (Köln). Heilig gesprochen 1966, Gedenktag: 5. Februar.
Politiker, erster Bundeskanzler (1949-1963, zusätzlich Außenminister 1951-1955), Kölner Oberbürgermeister (1917-1933, 1945), Präsident des Preußischen Staatsrates (1920-1933), CDU-Vorsitzender (1950-1966). Seine Politik in Stichworten: Westintegration, Petersberger Abkommen 1949, Deutschlandvertrag 1952, Pariser Verträge 1954, EG-Verträge (Montanunion 1951, Römische Verträge 1957), deutsch-französischer Freundschaftsvertrag 1963. Autobiografie: Erinnerungen. Denkmal am Bundeskanzlerplatz.

Beethovens Geburtshaus (Bonngasse 20)

Komponist, geboren in einem Hinterhaus des Hauses Bonngasse 20, Schüler Christian Gottlob Neefes in Bonn, Hoforganist des Kurfürsten Max Franz, kurzer Aufenthalt in Wien 1787 (dem Todesjahr seiner Mutter), seit 1792 in Wien, Gehörleiden (zunehmend ab 1795 bis zur Taubheit 1819). Hauptwerke: 9 Sinfonien (er hatte eine 10. begonnen, Es-Dur), 10 Violinsonaten (z. B. Kreutzersonate), 16 Streichquartette, 32 Klaviersonaten (z. B. Apassionata), 5 Klavierkonzerte, 2 Messen, 1 Oper (Fidelio), Kantaten und Lieder. Das Geburtshaus Bonngasse 20 ist heute Museum. Der Kammermusiksaal Bonngasse 24-26 wurde 1989 zum 100jährigen Jubiläum des Vereins Beethoven-Haus eröffnet (der Verein kaufte im 19. Jh. das Geburtshaus, weil die Stadt Bonn am Kauf nicht interessiert war). Seit Ende 2004 existiert „Im Mohren“, dem Haus Bonngasse 18 (Eingang Bonngasse 20), eine digitale Sammlung und eine Bühne für Musikvisialisierung (digitales Beethoven-Haus). Denkmäler: auf dem Münsterplatz, vor der Beethovenhalle, in der Rheinaue.
Pianistin und Komponistin, Tochter des Musikpädagogen Friedrich Wieck, ihres späteren Impresarios, 1838 KuK-Kammervirtuosin, 1840 Ehe mit Robert Schumann (gegen den Willen Wiecks), 1844 Dresden, 1850 Düsseldorf, Freundschaft mit Johannes Brahms. Nach Roberts Tod (1856) Umzug nach Berlin, 1863 Baden-Baden, 1873 wieder Berlin, 1878 „Erste Klavierlehrerin am Hochschen Konservatorium“ in Frankfurt/Main, wo sie starb. Sie wurde neben ihrem Mann auf dem Alten Friedhof Bonn beigesetzt. Denkmal: Genie an Roberts Grabmal auf dem Alten Friedhof.

Friedrichstraße

Mathematiker (und Literat unter dem Pseudonym Paul Mongré), Schwerpunkt Mengenlehre und Topologie (Hausdorff-Raum). Sein Gedanke gebrochener Dimensionen (Hausdorff-Dimension) führte zur Theorie der Fraktale. Professor in Bonn (1910-1912, 1921-1933). Hauptwerk: Grundzüge der Mengenlehre. Hausdorff und seine Frau begingen Suizid, nachdem die Nazis sie zwingen wollten, sich im Endenicher Sammellager einzufinden (von wo Deportationen in die Vernichtungslager ausgingen). Ihre Gräber befinden sich auf dem Poppelsdorfer Friedhof.
Chemiker, Professor in Gent 1858-1865, danach Professor in Bonn, entdeckte 1857 (gleichzeitig mit dem Schotten Archibald Scott Couper) die Vierwertigkeit des Kohlenstoffs und 1865 die Ringstruktur des Benzols. Grab auf dem Poppelsdorfer Friedhof. Denkmal vor der Alten Chemie (dem heutigen Geografischen Institut) an der Meckenheimer Allee.

Namen-Jesu-Kirche

Pianistin, Komponistin und Schriftstellerin, Gemahlin des Schriftstellers Gottfried Kinkel (* 1815 Bonn-Oberkassel, † 1882 Zürich). Denkmal: Medaillon an Gottfrieds Bildsäule in Oberkassel an der Königswinterer Straße.
  • Willy Brandt (eigentlich Herbert Frahm, * 1913 in Lübeck, † 1992 in Unkel)
Politiker, Emigration nach Norwegen 1933 (Norweger nach Ausbürgerung durch die Nazis, seit 1947 wieder deutscher Staatsbürger), Regierender Bürgermeister von Berlin (1957-1966), SPD-Vorsitzender (1964-1987), Vizekanzler und Außenminister (1966-1969), Bundeskanzler (1969-1974). Seine Politik in Stichworten: Ostpolitik, Moskauer und Warschauer Vertrag 1970, Berlinabkommen 1971, Grund(lagen)vertrag 1972. Friedensnobelpreis 1971. Autobiografie (für 1960-1975): Begegnungen und Einsichten. Grab auf dem Waldfriedhof Zehlendorf (Berlin).
umstrittene Islam-Wissenschaftlerin, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1995.
Professor für Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität (zeitweise ihr Rektor), Schriftsteller (z. B. gegen die Leibeigenschaft) und Lyriker (der Befreiungskriege). Denkmal auf dem Alten Zoll.
Philantropin und Frau mit Zivilcourage, sie half jüdischen Bürgern Bonns während der Nazi-Zeit, Autorin des Berichts What would you have done? (London 1945, ´Was hätten Sie getan´ im Verlag Bouvier Bonn).
  • Alexander Koenig (* 1858 in Sankt Petersburg, † 1940 auf dem Landsitz Blücherhof in Mecklenburg)
Gründer des nach ihm benannten Naturkundemuseums (wo 1948 die Sitzungen des Parlamentarischen Rats eröffnet wurden).
  • Clemens August (* 1700 in Brüssel, † 1761 auf Schloss Philippsburg, Ehrenbreitstein)
Politiker aus dem Hause Wittelsbach, Kölner Kurfürst (1723-1761), „Bischof von Fünfkirchen“ (Münster, Paderborn, Köln, Hildesheim, Osnabrück), Hochmeister des Deutschen Ordens, Neubauten: Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, Schloss Herzogsfreude im Kottenforst (nicht erhalten), Bauerweiterungen: Clemensruhe in Bonn-Poppelsdorf.
Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, Generaldirektor der königlich preußischen Gärten. Einige Werke: Neuer Garten, Alexandrowka (in Potsdam), Tiergarten, Lustgarten, Charité-Gelände, Plätze und Straßen (in Berlin), Kaiserin-Augusta-Anlagen (Koblenz), Flora (Köln). Sein Geburtshaus steht neben dem Alten Zoll. Marmorbüste am Brassertufer.
Komponist, Unterricht bei Friedrich Wieck, seinem späteren Schwiegervater. Ende der Pianistenkarriere durch Handverletzung, 1834 Gründung der „Neuen Zeitschrift für Musik“, 1840 Heirat mit Clara, 1844 Dresden, 1950 städtischer Musikdirektor in Düsseldorf, 1853 Begegnung mit Brahms, 1854 Suizid-Versuch (Sprung in den Rhein bei Düsseldorf), Ausbruch einer seelischen Krankheit, daher Einlieferung in die Nervenheilanstalt Bonn-Endenich (das heutige Schumann-Haus); Werke: Klavierwerke (z. B. Kreisleriana, Album für die Jugend), 4 Sinfonien (Nr. 3: „Rheinische“), Lieder (z. B. Dichterliebe), 1 Oper (Genoveva), Konzerte, Chorwerke, Kammermusik. Denkmäler: Grabmal auf dem Alten Friedhof, Bronze vor dem Schumann-Haus.

Sternstraße