Meinhard Miegel
Meinhard Miegel (* 1939 in Wien) ist ein deutscher Politiker und Sozialforscher.
Leben
Miegel studierte 1958–1966 Philosophie, Soziologie und Rechtswissenschaften in Washington D.C., Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau.
Meinhard Miegel war in den siebziger Jahren als Leiter Hauptabteilung Politik, Information und Dokumentation der Bundesgeschäftsstelle der CDU, enger Mitarbeiter von CDU-Generalsekretär Kurt Biedenkopf. Zusammen mit Kurt Biedenkopf gründete Miegel – ebenfalls in den 1970er Jahren - das „Institut für Wirtschaft und Gesellschaft“ (IWG) in Bonn, dem er nunmehr seit rund dreißig Jahren vorsteht. Das Privatinstitut finanziert sich überwiegend aus Spenden privater Unternehmen. Miegel ist außerdem wissenschaftlicher Berater des von der Deutschen Bank gegründeten und finanzierten „Deutschen Instituts für Altersvorsorge“(DIA). Am 14.Dezember 2005 schrieb das „Handelsblatt“ über das IWG: „Es finanziert sich zu zwei Dritteln aus Mitgliedsbeiträgen, die ihm meist von großen Unternehmen zufließen. Der Rest sind Einnahmen aus Auftragsforschungen, etwa für das ‚Deutsche Institut für Altersvorsorge’, das der Deutschen Bank nahesteht.“
Um seine Vorstellungen in der Öffentlichkeit zu propagieren ist Miegel darüber hinaus als Sprecher der Denkfabrik Bürgerkonvent, oder als Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) aktiv, publiziert in Organen der „Neuen Rechten“ wie Junge Freiheit oder Criticón.
Werk
Miegel behauptete bereits sehr früh, dass es zu einem massiven demografischen Wandel und zur Überalterung in Deutschland kommen würde und dass dies negative Folgen für die deutsche Gesellschaft hätte.
Mit seinen Publikationen und öffentlichen Auftritten hat er stets ein Ziel vor Augen: die gesetzliche Rente auf eine Grundsicherung zu beschränken und den großen Rest der privaten Altersvorsorge zu überlassen: „Rente kann nur noch Grundsicherung sein“ (Interview / Deutschlandradio 15.Februar 2006). Eines seiner Bücher, mit dem Titel: „Solidarische Grundsicherung – Private Vorsorge. Der Weg aus der Rentenkrise“ (Bonn 1999, zusammen mit Stefanie Wahl), zielt in dieselbe Richtung. Insgesamt fordert er einen massiven Abbau des Sozialstaates und längerfristige Politikkonzepte. Miegel ist Anhänger des Lohnverzichts und radikaler Einschnitte als Lösungsmöglichkeit zukünftiger Probleme.
Kritik
Kritiker sehen Miegel wegen seiner engen Verbindungen zur Versicherungsindustrie als Lobbyist, der seine Theorien im Auftrag von Versicherungen und Banken verbreite. Diese Kritik wird oft mit seinen in der Zeitschrift "Historische Sozialforschung" (Verlag Claus Leipzig) erschienenen Artikeln begründet, ebenso mit der finanziellen Bedeutung, die Auftraggeber aus der Banken- und Versicherungsbranche für sein Institut haben, zudem damit, dass Miegel sich gerne als Ökonom gebe, obwohl er in diesem Fach niemals wissenschaftlich publiziert hat.
Werke
- Das Ende des Individualismus (1993, zusammen mit Stefanie Wahl)
- Solidarische Grundsicherung – Private Vorsorge. Der Weg aus der Rentenkrise (Bonn 1999 zusammen mit Stefanie Wahl)
- Die deformierte Gesellschaft (2002)
- Epochenwende (2005)
Auszeichnungen
- Cicero-Preis (1995)
- Corine (2002)
- Schaderpreis (2000)
- Hanns Martin Schleyer Preis (2004)
- Theodor-Heuss-Preis (2005)
Weblinks
- Vor uns: 30 magere Jahre - Die Zukunft des Sozialstaats heißt sparen, sparen, sparen! - Artikel von Meinhard Miegel in Die Zeit, 31/2002
- Interview mit der "Welt"
- Interview mit dem "Rentenexperten" Miegel bei "factcheck-deutschland.de"
- Single-Generation über Miegel
- Kritischer Blick des "Vorwärts" (SPD) auf Miegel
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Miegel, Meinhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker und Lobbyist |
| GEBURTSDATUM | 1939 |
| GEBURTSORT | Wien |