Spaur (Adelsgeschlecht)

Spaur auch von Spaur, Pflaum und Valör ist der Name eines Uradelgeschlechts aus dem südlichen Tirol, welches 1530 in den Freiherrenstand und 1633 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Die Familie besteht gegenwärtig fort.
Geschichte

Die Familie, zunächst Vasallen der Grafen von Tirol, führt sich auf den Tiroler Burggrafen Volkmar († 1343), welcher 1312 von Heinrich von Kärnten mit Burghut und Pflege der Veste Spaur (italienisch Sporo) bei Sporminore auf dem Nonsberg sowie 1330 mit Ort und Veste Burgstall im Burggrafenamt belehnt wurde, zurück. Seine Herkunft ist nicht zweifelsfrei belegt. In der Forschung kommen als Vater Heinrich von Gagers und die Herren von Rubein in Betracht. 1427 erhielten die Brüder Johann und Georg von Spaur Gericht und Schloss Valer bei Tassullo als Pfandlehen. Seit dem 26. Oktober 1450 bekleidten sie das Amt des Erbmundschenks. 1472 erscheinen Balthasar, Pankraz und Damian von Spaur im Landadelsverzeichnis an der Etsch. Einige Mitglieder traten in den geistlichen Stand, so Leo von Spaur als erster Bischof von Wien. Ulrich von Spaur fungierte als Hauptmann des Nons- und Sulzberges und Erbschenk der Grafschaft Tirol. 1530 erfolgte die Erhebung von Ulrich, Leonhard und Sigmund von Spaur in den erblichen Freiherrenstand. Kaiser Ferdinand III. erhob die Familie am 12. Oktober 1633 in Wien in den erblichen Reichsgrafenstand. Graf Karl von Spaur diente als königlich-bayerischer Gesandter beim Heiligen Stuhl. Dessen Halbbruder Graf Friedrich von Spaur besaß u. a. Güter in Igling und Roggenburg in Bayerisch-Schwaben. Graf Philipp von Spaur erwarb 1879 Schloss Spaur in der Gemeinde Thalgau im Salzburger Land. Bis zu seinem Tode 2021 nutzte Graf Ulrich von Spaur, Ehrenmitglied des Südtiroler Schützenbundes, Schloss Valer als Hauptwohnsitz.[1]
Besitzungen
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Castel Sporo
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Castel Valer
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Ansitz Unterspaur
Wappen

Stammwappen: "In Silber ein doppelt geschwänzter roter Löwe, welcher einen goldenen Deckelbecher in den Vorderpranken hält".
Bedeutende Namensträger


- Christoph Andreas von Spaur (1543–1613), Bischof von Gurk und von Brixen
- Franz Vigil von Spaur und Valör (1609–1670), Bischof von Chiemsee
- Ignaz von Spaur (1729–1779), Bischof von Brixen
- Johann Michael von Spaur und Valör (1638–1725), Bischof von Trient
- Johann Michael Wenzel von Spaur (1687–1743), Weihbischof in Trient
- Johann Thomas von Spaur (1528–1591), Bischof von Brixen
- Joseph von Spaur (1718–1791), Bischof von Brixen
- Joseph Ferdinand Guidobald von Spaur (1705–1793), Hofbischof in München
- Karl von Spaur (1794–1854), deutscher Diplomat in bayerischen Diensten
- Katharina von Spaur (1580–1650), Fürstäbtissin von Buchau
- Leo von Spaur (um 1440–1479/80), Bischof von Wien
- Leopold von Spaur (1696–1778), Bischof von Brixen
- Maria Clara von Spaur, Pflaum und Valör (um 1590–1644), Fürstäbtissin von Essen
Sonstiges
Die von Wolfang Amadeus Mozart komponierte Spaur-Messe trägt ihren Namen nach dem Salzburger Domherren und späteren Bischof von Brixen Reichsgraf Ignaz von Spaur
Literatur
- Ingrid van Skyhawk: Adieu Diana: Zum 400. Geburtstag der Maria Isabella Gräfin von Spaur, Books on Demand, 2011, S. 52 f.
- Friedrich Lanjus: Die blühenden Geschlechter des österreichischen Uradels In: Jahrbuch der Vereinigung katholischer Edelleute in Österreich, Innsbruck 1931, S. 49 f.
- E. H. v. Ried: Welchem Geschlechte entstammte Volkmar von Burgstall? In: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg, III. Folge. 52. Heft, 1908
- Constant von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 36. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1878, S. 88 f.
- Jahrbuch der k. k. heraldischen Gesellschaft Adler, Erster Band, Wien 1891, S. 136–139
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Erinnerung an Graf Ulrich von Spaur. In: Burggrafenamt online. 3. April 2021, abgerufen am 12. November 2022 (deutsch).