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Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2011

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Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2011
101. Austragung
Typ: ISU-Meisterschaft
Datum: 24. April - 1. Mai 2011
Austragungsort: Megasport-Arena,
Moskau, Russland
Goldmedaillengewinner
Herren: Kanada Patrick Chan
Damen: Japan Miki Andō (2)
Paare: Deutschland Aljona Sawtschenko &
Robin Szolkowy (3)
Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften
201020112012

Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft 2011 wird vom 24. April bis 1. Mai in Moskau in der Megasport-Arena ausgetragen.

Austragungsort

Am 21. Juni 2008 gab die Internationale Eislaufunion (ISU) den Gastgeber der Olympischen Winterspiele von 1998, den japanischen Wintersportort Nagano, als Ausrichter bekannt.[1] Später wurde die Veranstaltung in die japanische Hauptstadt Tokio verlegt. Dort sollte sie vom 21. bis 27. März in der Sporthalle Kokuritsu Yoyogi Kyōgijō stattfinden.

Nach dem Erdbeben in Japan am 11. März 2011 und den dadurch verursachten schwerwiegenden Folgen (unter anderem der Unfallserie im Kernkraftwerk Fukushima I) gab die ISU am 21. März 2011 bekannt, dass die Weltmeisterschaft nicht in Japan stattfinden wird.[2] Als Ersatzausrichter wurde am 24. März schließlich Moskau benannt, nicht zuletzt nachdem Wladimir Putin die ISU der Übernahme aller Kosten sowie der Beschleunigung von Visaprozeduren versichert hatte.[3] Neben Moskau hatten sich auch Vancouver, Lake Placid, Colorado Springs, Zagreb, Turku und Graz zur kurzfristigen Übernahme der Ausrichtung bereit erklärt.[4]

Startplätze

Megasport-Arena, Austragungsort der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft 2011.

Folgenden Ländern stehen auf Basis der WM-Ergebnisse des Vorjahres mehrere Startplätze für die Welttitelkämpfe 2011 zu.

Startplätze Herren Damen Paare Eistanz
3 Kanada Kanada
Japan Japan
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Japan Japan
China Volksrepublik Volksrepublik China
Russland Russland
Kanada Kanada
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
2 Belgien Belgien
Tschechien Tschechien
Frankreich Frankreich
Italien Italien
Schweden Schweden
Kanada Kanada
Finnland Finnland
Italien Italien
Russland Russland
Korea Sud Südkorea
Schweden Schweden
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Kanada Kanada
Deutschland Deutschland
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Frankreich Frankreich
Ungarn Ungarn
Israel Israel
Italien Italien
Russland Russland
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Bilanz

Medaillenspiegel

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Japan Japan 1 1 - 2
2 Deutschland Deutschland 1 - - 1
2 Kanada Kanada 1 - - 1
4 Russland Russland - 1 1 2
5 Korea Sud Südkorea - 1 - 1
6 China Volksrepublik Volksrepublik China - - 1 1
6 Italien Italien - - 1 1

Medaillengewinner

Konkurrenz Gold Silber Bronze
Herren Kanada Patrick Chan Japan Takahiko Kozuka Russland Artur Gatschinski
Damen Japan Miki Andō Korea Sud Kim Yu-na Italien Carolina Kostner
Paare DeutschlandDeutschland Aljona Savchenko / Robin Szolkowy RusslandRussland Tatjana Wolossoschar / Maxim Trankow China Volksrepublik Pang Qing / Tong Jian
Eistanz

Ergebnisse

Herren

Datum: Mittwoch, 27. April 2011, 13:00 Uhr (Kurzprogramm = KP) und Donnerstag, 28. April 2011, 13:30 Uhr (Kür = K)

Platz Name Nation Punkte KP K
1 Patrick Chan Kanada Kanada 280,98 1 1
2 Takahiko Kozuka Japan Japan 258,41 6 2
3 Artur Gatschinski Russland Russland 241,86 4 3
4 Michal Březina Tschechien Tschechien 233,61 7 5
5 Daisuke Takahashi Japan Japan 232,97 3 6
6 Nobunari Oda Japan Japan 232,50 2 9
7 Florent Amodio Frankreich Frankreich 229,68 5 7
8 Brian Joubert Frankreich Frankreich 227,67 9 4
9 Richard Dornbush Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 222,42 11 8
10 Javier Fernández López Spanien Spanien 218,26 14 10
11 Ross Miner Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 217,93 13 11
12 Tomáš Verner Tschechien Tschechien 216,87 8 13
13 Ryan Bradley Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 212,71 12 12
14 Denis Ten Kasachstan Kasachstan 209,99 10 14
15 Peter Liebers Deutschland Deutschland 205,59 16 15
16 Anton Kowalewskyj Ukraine Ukraine 201,64 17 16
17 Kevin van der Perren Belgien Belgien 197,10 15 18
18 Samuel Contesti Italien Italien 196,40 18 17
19 Jorik Hendrickx Belgien Belgien 188,24 22 19
20 Kevin Reynolds Kanada Kanada 187,23 19 21
21 Paolo Bacchini Italien Italien 183,13 23 20
22 Nan Song China Volksrepublik Volksrepublik China 176,09 20 23
23 Kim Lucine Monaco Monaco 171,93 24 22
24 Joey Russell Kanada Kanada 168,73 21 24
Kür nicht erreicht
25 Adrian Schultheiss Schweden Schweden 58,41 25
26 Viktor Pfeifer Osterreich Österreich 56,68 26
27 Kim Min-Seok Korea Sud Südkorea 56,19 27
28 Alexander Majorov Schweden Schweden 54,24 28
29 Maxim Shipov Israel Israel 50,10 29
30 Misha Ge Usbekistan Usbekistan 49,61 30
Kurzprogramm nicht erreicht
31 Mark Webster Australien Australien
32 Justus Strid Danemark Dänemark
33 David Richardson Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
34 Tigran Vardanjan Ungarn Ungarn
35 Mikaël Redin Schweiz Schweiz
36 Kutay Eryoldaş Turkei Türkei
37 Stephen Li-Chung Kuo Chinesisch Taipeh Chinesisch Taipeh
38 Bela Papp Finnland Finnland
39 Harry Hau Yin Lee Hongkong Hongkong
40 Wital Lutschanok Belarus Belarus
41 Sarkis Hairapetjan Armenien Armenien
42 Georgi Kentschadse Bulgarien Bulgarien

Der Kanadier Patrick Chan gewann nach zwei Silbermedaillen in Folge seinen ersten Weltmeisterschaftstitel. Bereits im Kurzprogramm hatte Chan mit 93,02 Punkten den Weltrekord von Jewgeni Pljuschtschenko gebrochen. Dabei zeigte er zu Take Five von Paul Desmond mühelos einen vierfachen Toeloop, einen dreifachen Axel und einen dreifachen Flip und bekam für diese Sprünge Höchstbewertungen in der Ausführung. Seine Kombinationspirouette und seine eingesprungene Sitzpirouette sowie seine Fußarbeit wurden mit Level 4 bewertet und seine Waagepirouette mit Level 3. Auffällig war die Schnelligkeit seiner Darbietung. So ging Chan mit mehr als zehn Punkten Vorsprung auf Nobunari Oda in die Kür. Trotz des enormen Vorsprungs versuchte Chan diesen nicht einfach zu verwalten. Zur Musik von Andrew Lloyd Webbers Phantom der Oper zeigte er zwei vierfache Toeloops und sechs dreifache Sprünge. Lediglich bei der Landung des Axelsprungs machte er einen kleinen Fehler. Für seine Pirouetten und seine Fußarbeit bekam er erneut Level-3 -und Level-4-Bewertungen. Diese Kürleistung brachte Chan 187,96 Punkte und damit verbesserte er den bisherigen Weltrekord in der Kür, der von Daisuke Takahashi gehalten wurde, um 12,12 Punkte. Mit einer Gesamtpunktzahl von 280,98 Punkten pulverisierte Chan auch Takahashis bisherigen Rekord von 264,41 Punkten in der Gesamtleistung um 16,57 Punkte. Chans Weltmeisterschaftstitel war zu keiner Zeit gefährdet, nicht zuletzt da fast allen Verfolgern mehr oder weniger große Fehler unterliefen. Chans Vorsprung auf den Silbermedaillengewinner Takahiko Kozuka betrug über 22 Punkte.

Der amtierende japanische Meister Takahiko Kozuka gewann mit Silber seine erste Medaille bei Weltmeisterschaften. Nach dem Kurzprogramm hatte er noch als schlechtplatziertester Japaner auf dem sechsten Rang gelegen, da er sich nach seinem Axelsprung mit beiden Händen auf dem Eis abstützen musste. Er zeigte keinen vierfachen Sprung im Kurzprogramm, bekam aber für all seine Pirouetten Level-4-Bewertungen. Ausschlaggebend für den Gewinn der Silbermedaille war Kozukas saubere und künstlerisch anspruchsvolle Kür zu Liszts 1. Klavierkonzert, die eine Verbesserung seiner bisherigen Bestleistung in diesem Segment um mehr als zehn Punkte darstellte und die zweitbeste Kür des Feldes war. Kozuka war nach Missgeschicken seiner Landsleute als letzte Medaillenhoffnung für Japan an den Start gegangen. Er zeigte einen vierfachen Toeloop, zwei dreifache Axel und sechs weitere dreifache Sprünge.

Der erst 17-jährige Russe Artur Gatschinski gewann vor heimischem Publikum bereits bei seiner ersten Weltmeisterschaft die Bronzemedaille. Dies war zuletzt Evan Lysacek bei der Weltmeisterschaft 2005 gelungen. Im Kurzprogramm zeigte Gatchinski als einziger Läufer neben Patrick Chan eine Vierfach-Toeloop-Dreifach-Toeloop-Kombination, stolperte aber unglücklich bei der Landung des dreifachen Rittbergers und rangierte auf dem vierten Platz. In der Kür stand Gatchinski einen vierfachen Toeloop und sieben Dreifachsprünge. Er steigerte seine persönliche Bestleistung, die er nur drei Monate zuvor bei der Europameisterschaft erlaufen hatte, um über 25 Punkte.

Gatschinski profitierte jedoch auch von Missgeschicken der Japaner Daisuke Takahashi und Nobunari Oda sowie Fehlern des Tschechen Michal Březina.

Michal Březina lag nach dem Kurzprogramm, bei dem er keinen Vierfachsprung, dafür aber eine leicht überrotierte Dreifach-Flip-Dreifach-Toeloop-Kombination und einen schönen dreifachen Axel zeigte, auf dem siebten Rang. Er startete furios in seine anspruchsvolle Kür mit einem vierfachen Toeloop und einem vierfachen Salchow (seinen ersten Vierfachsprüngen im Wettbewerb), fiel aber zum Ende seiner Kür beim dreifachen Flip und dreifachen Lutz. Damit vergab er die Chance auf seine erste WM-Medaille und wurde wie schon im Vorjahr Vierter.

Der amtierende Weltmeister Daisuke Takahashi lag nach seinem Kurzprogramm, das keinen Vierfachsprung beinhaltete, auf dem dritten Rang. Seine Kür musste er gleich zu Beginn wegen eines Kufenproblems unterbrechen. Bei seinem ersten Sprung, dem vierfachen Toeloop, bemerkte er den Schaden, musste den Sprung abbrechen und nahm eine dreiminütige Auszeit, um das Problem zu beheben. Den Sprung durfte er nach dieser Auszeit laut Reglement nicht wiederholen. Er nahm seine Kür wieder auf, stand eine Dreifach-Flip-Dreifach-Toeloop-Kombination und vier weitere Dreifachsprünge, fiel aber beim dreifachen Salchow und stieg beim dreifachen Axel aus. Am Ende reichte es für den Titelverteidiger zu Platz Fünf. Takahashi hatte extra eine notwendige Knieoperation verschoben, um seinen Titel vor heimischem Publikum verteidigen zu können. Nach der Verlegung der WM nach Moskau musste er damit noch länger warten.

Nobunari Oda hatte nach dem Kurzprogramm auf dem zweiten Rang gelegen. Seine Kür wollte er mit einer Kombination aus einem vierfachen Toeloop und einem dreifachen Toeloop beginnen, es wurde aber nur eine Dreifach-Toeloop-Dreifach-Toeloop-Kombination. Damit hatte er das erlaubte Limit an dreifachen Toeloops für seine Kür bereits überschritten, zeigte aber dennoch einen weiteren dreifachen Toeloop in einer Dreifach-Axel-Dreifach-Toeloop-Kombination und bekam keine Punkte dafür. Ein Fehler dieser Art war Oda nicht zum ersten Mal passiert. Durch ihn verlor er ca. 13 Punkte und somit die langersehnte Medaille. Er wurde Sechster.

Brian Joubert stieg im Kurzprogramm aus seinem zur Kombination gehörigen vierfachen Toeloop aus und handelte sich damit schon einen großen Rückstand ein. Seine gute Kür, die viertbeste des Feldes, half ihm nur noch, sich um einen Rang, auf den achten Platz zu verbessern. Es war das erste Mal seit 2005, dass Joubert bei einer Weltmeisterschaft ohne Medaille blieb.

Jouberts Landsmann, der amtierende Europameister Florent Amodio, landete einen Platz vor Joubert, obwohl er keinen einzigen Vierfachsprung zeigte und in seiner Kür zu Musik mit Gesang lief, was laut Reglement untersagt ist, jedoch zu keinem Punktabzug führte.

Richard Dornbush gelang es mit Platz Neun bei seinem Weltmeisterschaftdebüt als einzigem der drei US-Amerikaner unter die besten Zehn zu kommen. Ross Miner, der ebenfalls debütierte, belegte den elften Platz und der amtierende US-Meister Ryan Bradley den dreizehnten Platz. Es war das schlechteste Abschneiden der USA in der Herrenkonkurrenz seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der Spanier Javier Fernández López verbesserte sich erneut bei Weltmeisterschaften, diesmal um zwei Ränge auf den zehnten Platz. Nach dem Kurzprogramm hatte er noch auf dem vierzehnten Platz gelegen, verbesserte sich aber durch seine Kür, in der er erstmals überhaupt zwei Vierfachsprünge (Toeloop und Salchow) zeigte, um vier Ränge.

Tomáš Verner hatte sowohl im Kurzprogramm wie auch in der Kür große Schwierigkeiten beim vierfachen Toeloop. Am Ende reichte es für ihn nur zum zwölften Platz. Auch die arrivierten Läufer Kevin van der Perren und Samuel Contesti konnten die Erwartungen als 17. bzw. 18. nicht erfüllen.

Der Kasache Denis Ten fiel nach Platz 10 im Kurzprogramm nach zahlreichen Fehlern in der Kür auf den 14. Platz zurück.

Der einzige deutsche Starter Peter Liebers konnte sich im vierten Anlauf erstmals für das Finale einer WM qualifizieren und erreichte nach persönlichen Bestleistungen in Kurzprogramm, Kür und Gesamtleistung mit Platz 15 somit sein bestes WM-Ergebnis.

Durch die Aufwertung von Vierfachsprüngen im Reglement wurden im Vergleich zu vorangegangenen Weltmeisterschaften und besonders der Weltmeisterschaft im Vorjahr viel mehr Vierfachsprünge gezeigt. Patrick Chan, Michal Březina und Javier Fernández López zeigten zwei Vierfachsprünge in der Kür, Březina und Fernández López sogar zwei verschiedene (Toeloop und Salchow).

Takahiko Kozuka und Michal Březina waren die einzigen Läufer unter den besten Zehn, die vor dem eigentlichen Wettkampf auch noch die Qualifikation zu bestreiten hatten. Kozuka gewann die Qualifikation, Březina qualifizierte sich als Vierter für den Hauptwettkampf.

Damen

Datum: Freitag, 29. April 2011, 13:30 Uhr (Kurzprogramm = KP) und Samstag, 30. April 2011, 13:30 Uhr (Kür = K)

Platz Name Nation Punkte KP K
1 Miki Andō Japan Japan 195,79 2 1
2 Kim Yu-na Korea Sud Südkorea 194,50 1 2
3 Carolina Kostner Italien Italien 184,68 6 3
4 Aljona Leonowa Russland Russland 183,92 5 4
5 Alissa Czisny Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 182,25 4 5
6 Mao Asada Japan Japan 172,79 7 6

Paare

Datum: Mittwoch, 27. April 2011, 18:30 Uhr (Kurzprogramm = KP) und Donnerstag, 28. April 2011, 18:30 Uhr (Kür = K)

Platz Name Nation Punkte KP K
1 Aljona Savchenko / Robin Szolkowy Deutschland Deutschland 217,85 2 1
2 Tatjana Wolossoschar / Maxim Trankow Russland Russland 211,73 3 2
3 Pang Qing / Tong Jian China Volksrepublik Volksrepublik China 204,12 1 3

Einzelnachweise

  1. ISU Council Decisions, Communication No. 1513. (PDF) isu.sportcentric.net, 21. Juni 2008, abgerufen am 13. März 2011 (englisch).
  2. http://www.isu.org/vsite/vcontent/content/transnews/0,10869,4844-128610-19728-18886-312898-3572-4771-layout160-129918-news-item,00.html
  3. http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/other_sports/winter_sports/9435021.stm
  4. http://www.isu.org/vsite/vcontent/content/transnews/0,10869,4844-128590-19728-18885-312988-3787-4771-layout160-129898-news-item,00.html