Minne
Minne ist eine spezifisch mittelalterliche Vorstellung von gegenseitiger gesellschaftlicher Verpflichtung, ehrendem Angedenken und Liebe, die die adlige Feudalkultur des Hochmittelalters prägte.

Besonders charakteristisch für die höfische Kultur wurde die Übertragung und Einengung dieses Konzepts auf den gesellschaftlichen Umgang zwischen Männern und Frauen. In diesem Prozess wurde Minne zu einem eigenartigen Ideal platonischer Liebe, das vor allem den unverbrüchlichen ritterlichen Dienst für eine Dame, die Unterwerfung unter ihren Willen und die Werbung um ihre Gunst bedeutete (sog. Hohe Minne). Die autobiographische Erzählung Ulrichs von Liechtenstein über seinen Frauendienst berichtet humorvoll im Detail von den zuweilen fast grotesken Diensten, die ein Ritter für seine Dame vollbringen soll. Es ist umstritten, ob dieses Ideal, das vor allem in der Gesellschaftskunst des Minnesangs gepflegt wurde, auch eine Bedeutung für das reale Leben des Ritterstandes hatte oder ob es sich eher um ein literarisches, fiktionales Spiel handelte.
Da Minne eng mit der höfischen Dichtung des Mittelalters verknüpft war, ist der Begriff obsolet geworden. Trotzdem haben sich bestimmmte Motive der Hohen Minne erhalten und bestimmen möglicherweise auch heute noch manche Vorstellungen von Höflichkeit, Ritterlichkeit und partnerschaftlicher Liebe.