Oase
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Bitte wissenschaftliche Fakten anstatt eines Schüleraufsatzes Zaph Ansprache? 23:10, 14. Jun. 2007 (CEST)

Eine Oase ist ein regional begrenztes Gebiet in einer Wüste, das sich durch reichhaltiges Wasservorkommen auszeichnet. Sie hat eine bedeutende Funktion für das wirtschaftliche Überleben und der Tier- und Pflanzenwelt in Wüstenregionen.
Wortbedeutung
Das Wort Oase ist im nordafrikanischen Sprachraum nicht bekannt. Es gibt viele regionale Namen für Oasen wie etwa „waset“, das aus dem Altägyptischen stammt und „Kessel“ bedeutet.
Eine Oase ist ein Grünfleck, eine Insel in der lebensfeindlichen Sandwüste. Sie kann sowohl bewohnt oder unbewohnt sein, intensiv bewirtschaftet werden und Grundlage großer Städte bilden oder aus nur wenigen Palmen bestehen. Wenn sie bewohnt ist, werden die Anbauflächen oftmals vergrößert und künstlich bewässert. In Oasen wird in der Landwirtschaft Schichten angebaut. Die oberste Schicht besteht aus den typischen Dattelpalmen die am größten werden. Darunter werden noch zahlreiche andere Nutzpflanzen angebaut wie zum Beispiel Orangen, Mais und im Winter auch Pfirsiche. Oasen haben kleine quadratische Felder und Kanäle sowie Gräben für die Bewässerung der Pflanzen. Erdwälle und Palmwedel dienen als Befestigung für Zäune. Die Siedlungen sind am Rand der bewässerten Fläche und die Arbeit in der Oase ist durch die Handarbeit intensiv.
Oasentypen
Oasentypen werden nach der Art, wie das Wasser zur Oase gelangt, unterschieden. Drei wesentliche Bewässerungstechniken herrschen vor:
- Wenn das Wasser bei der Oase ist, wird es oftmals mittels eines Systems aus Bewässerungskanälen (Abb. Rechts) so gut wie möglich über den fruchtbaren Boden verteilt. Diese Art der Bewässerung ist nicht möglich bei der artesischen Oase und den Ghout. Der Hauptbewässerungskanal (Abb. Links) liegt an der höchsten Stelle des oftmals 200m langen Gartens. Die Anbauflächen sind durch Erdaufschüttungen begrenzt und an die Kanäle angeschlossen, so dass sie direkt geflutet werden können. An der tiefsten Stelle des Oasengartens befindet sich der Entwässerungskanal. Auch das Wasser in der Wüste hat einen gewissen Salzgehalt wie jedes andere Wasser auch. Der Bewässerungskanal führt das salzhaltige Wasser, das von den Feldern weiterschwemmt wird zu einem außerhalb der Oase gelegenem Salzsumpf bzw. Salztonebene. Dieser ist notwendig um eine Versalzung des wertvollen Oasenbodens zu verhindern. Der Boden würde versalzen wenn man dieses Wasser erneut zur Bewässerung gebrauchte. Die Anbauflächen werden ganztags geflutet um zu vermeiden, dass das salzhaltige Wasser über der Anbaufläche verdunstet und eine unfruchtbare Salzkruste hinterlässt. Der Sammelkanal am Ende der Oase führt das überschüssige, ungebrauchte Wasser zur Wiederverwertung in den Hauptkanal. Die Bewässerungskanäle sind wasserundurchlässig mit Lehm ausgekleidet um Verluste zu vermeiden. So sind die meisten klassischen Oasengärten aufgebaut. Diese Art der Wasserverteilung ist sehr traditionell und gibt es schon seit Anbeginn der Nutzung von Oasen.
- Vor allem in den neu entstandenen Oasen wird auch mit Tröpfchenbewässerungsanlagen bewässert, wie man sie auch bei uns auf den Feldern sieht.
- Viele Oasen befinden sich (wie zum Beispiel die artesischen Oasen) in Senken. Das ist insofern ein Problem, als der Boden der auch mit leicht salzhaltigem Wasser bewässert wird zu versalzen droht. Darum werden in der Oase auch hauptsächlich salzverträgliche Pflanzen angebaut (wie die Dattelpalme, Gerste oder Tomate). Es gibt auch eine Art der Versalzung bei der, wenn sie auftritt, dem Boden nicht mehr geholfen werden kann. Würde man das Salz künstlich abtragen, käme mit dem Grundwasserspiegel neues Salz. Trocknet dieses Gebiet aus, ist der Boden für die Landwirtschaft zerstört und nicht mehr zu retten. Diese Art der Versalzung wird in der Sahara durch die Tiefbrunnen immer häufiger.
In bevölkerten Oasen leben die Menschen immer außerhalb der fruchtbaren Gebiete.
Grundwasseroase
Fast überall auf der Erde befindet sich Wasser in den Bodenschichten. Auch unter der Sahara gibt es schätzungsweise 650.000km³ Wasser. Ungefähr 97% des gesamten Weltvorrates an Süßwasser liegt in den Bodenschichten und sogar die Hälfte davon soll in weniger als 800m Tiefe lagern. Viel Wasser liegt also in menschlicher Reichweite. Als Grundwasser bezeichnet man eine mit Wasser gesättigte Zone im Ausgangsgestein. Den gegen oben gerichteten Abschluss dieser Zonen nennt man Grundwasserspiegel. Das Grundwasser bildet oft die Form der Topographie, also unter anderem auch Täler und Berge, der Erde. Es sammelt sich normalerweise an einem tiefen Punkt, der oftmals ein Flussbett ist. Das Grundwasser bewegt sich im Vergleich zum Oberflächenabfluss sehr langsam. Mit einer Geschwindigkeit, die von Gesteinsart zu Gesteinsart stark variiert, fließt Grundwasser von einem Millimeter bis zu einem Meter pro Tag. Grundwasser bildet sich wenn der Niederschlag sich in den Poren und Spalten des Gesteins ansammelt. Es gibt zwei verschiedene Arten von Grundwasser. So genanntes freies Grundwasser ist ein Wasserkörper, der nicht unter Druck steht. Eine solche Schicht findet sich oft nahe der Erdoberfläche. Ist eine Schicht freies Grundwasser vom Hauptgrundwasserkörper getrennt, wird es aufliegendes Grundwasser genannt. Die zweite Art von Grundwasser ist bei „Artesische Oase“ beschrieben. Bei den Grundwasseroasen wird das Wasser meist mittels eines Ziehbrunnensystems weiter gefördert. Früher wurde das Wasser mit tierischer Kraft heraufgezogen, jedoch werden heute elektrische Pumpen betrieben. Wenn das Grundwasser sich relativ dicht unter der Erdoberfläche befindet, kann es mittels einem Ziehbrunnen, der von Tieren betrieben wird gefördert werden. Auch Norias kamen früher in Einsatz. Das sind miteinander verbundene Wasserräder die auch von tierischer Kraft betrieben werden, heute aber durch Motorpumpen ersetzt werden. Auch Schaduf wurden früher hauptsächlich am Nilufer gebraucht. Das sind Balken, auf deren einer Seite ein Wassersack und auf der anderen ein Gewicht befestigt wird. Durch das hin und her Bewegen kann Wasser aus 5 Metern Tiefe herauftransportiert werden.
Ghout (Beurda)
Diese Art der Oase kann nur von Menschen geschaffen werden. Voraussetzung ist, dass sich eine Grundwasserschicht (Abb. Rechts) nahe der Erdoberfläche befindet. Man gräbt ein Loch, das 4 bis 12 Meter tief ist. Die Pflanzen werden in das Loch gepflanzt und befinden sich in unmittelbarer Nähe des Grundwassers. Nach mehreren Jahren Bewässerung versorgen sich die Pflanzen (Abb. Links zeigt ein Ghout in Marokko) selber mit Wasser. Die einzige Problematik dabei ist, dass die Pflanzen immer wieder zugeschüttet werden. Sie müssen daher von den Menschen, trotzt bewässerungsfreiem Anbau, regelmäßig gepflegt werden.
Artesische Oase
Diese Oasenart kann durch eine, auf natürliche Weise entstandene, artesische Quelle oder durch einen von Menschenhand geschaffenen artesischen Brunnen entstehen. Die Voraussetzung für eine artesische Quelle oder Brunnen ist gespanntes Grundwasser oder auch artesisches Grundwasser (Abb. Rechts) genannt. Dies entsteht wenn zwischen zwei wasserundurchlässigen Gesteinsschichten eine wasserhaltige liegt. Das alleine reicht jedoch nicht aus. Eine weitere Voraussetzung ist, dass diese drei Gesteinschichten eine U-Form bilden (wie Berg-Tal-Berg Situationen, oder Senken). Der Regen der in den Bergen fällt reichert die Wasser führende Schicht an. Durch diese U-Form und die Begrenzung der wasserundurchlässigen Schichten kann dieses Wasser nirgends abfließen und es staut sich. So bildet sich ein großer Überdruck. Artesische Brunnen oder Quelle befinden sich immer in Landschaftssenken. Bei der artesischen Quelle bildet sich ein Riss im Boden, der bis zu der wasserführenden Schicht reicht. Durch diesen Riss sprudelt das Wasser heraus ,um den Überdruck abzubauen. Diese Art von Quellen sind nicht zu verwechseln mit den Geysiren, bei denen das Wasser mittels thermostatischen Vorgängen aus der Erde tritt. Bei der artesischen Brunnen wird ein Loch durch die obere undurchlässige Gesteinsschicht gebohrt. Wie bei der artesischen Quelle sprudelt auch hier das Wasser ohne weitere Hilfsmittel aus dem Boden. Diese Wasserfontänen könne bis zu mehreren Metern aus dem Boden springen. Die Kraft mit der das Wasser aus dem Brunnen oder aus der Quelle tritt, hängt davon ab wie groß der Überdruck ist. Wenn das Loch in einem Tal liegt und die Wasserspiegel der Grundwasserschicht bis in die Berge reicht so kann das austretende Wasser mehrere Meter aus dem Boden sprudeln. Wenn dieser Grundwasserspiegel jedoch weniger hoch liegt,kann es sein, dass der Druck nur ausreicht um das Wasser bis zu mehreren Metern unter die Erdoberfläche zu befördern. Ist dies der Fall,wird das Wasser mit Hilfe eines Ziehbrunnensystems zu Tage gefördert.
Tiefbrunnenoase
Die Tiefbrunnenoase ist aufgrund des großen technischen Aufwands eine relativ neue Oasenform.
Bei Bohrungen bis zu 2000 m Tiefe wurde oftmals ursprünglich nach Erdöl gesucht. Dabei entdeckte man sehr tief gelegene Wasserschichten. Es handelt sich oftmals um einen so genannten fossilen Wasservorrat, der sich vor Jahrtausenden angesammelt hat und von keinerlei Quellen wieder aufgefüllt wird. Der Bau eines Brunnens geht wie folgt. Ein Rohr, das am Ende durchlöchert ist, wird in die Erde getrieben bis Wasser in die Löcher eintritt, das oben von einer Pumpe angesaugt wird. Es wird mittels Motorpumpen heraufgeholt, die eine Leistung von bis zu 1000 Litern pro Sekunde haben. Das Wasser aus großer Tiefe wird durch die Erdwärme auf ungefähr 70 Grad Celsius aufgewärmt. Da heißes Wasser schlecht für den Ackerbau wäre, muss es in einem Kühlturm heruntergekühlt werden. In kalten Winternächten wird diese Wärme für die Beheizung der Treibhäuser genutzt. Tiefbrunnen werden seit den 1970er Jahren häufiger angelegt, weil Elektropumpen angewendet werden können. Die Ziehbrunnensysteme wurden häufig ersetzt durch Elektropumpen, die zu viel und zu schnell das Wasser aus den Schichten fördern. Das führt dazu, dass diese Schichten sehr schnell aufgebraucht sind. So wurden Bohrungen in immer größerer Tiefe erforderlich, um an eine neue Wasser führende Schicht zu gelangen. Die bestehenden Oasen wollte man retten. Viele nutzten das Wasser auch,um den Ertrag zu vergrößern. Weil die Wasservorräte aufgebraucht waren, bediente man sich des Wassers aus der Tiefe. So entstanden viele Tiefbrunnenoasen aus dem Nichts und verdrängten andere auf Ziehbrunnen basierende Oasen.
Solche Tiefbrunnenoasen werden oft auch High-Tech-Oasen genannt.
Foggaraoase
Foggaraoasen, oder auch Kanat genannt, sind von Menschenhand geschaffene Oasen. Sie gewinnen mittels eines Systems aus Schächten, die bis in die Berge reichen, Wasser. Diese Schächte werden in jahrzehntelanger, mühseliger Arbeit gegraben. Diese Art der Wassergewinnung gibt es schon seit ungefähr 3000 Jahre vor Christus. Man hat sich die Arbeit gemacht, unterirdische Schächte zu bauen, weil einerseits große Grundwasserschichten (auch Aquifer) in den Bergen angezapft werden können und anderseits weil bei einem oberirdischen Wasserlauf zu viel Wasser verdunstet, also verloren gegangen wäre. In den Bergen sammelt sich relativ viel Grundwasser über einer wasserundurchlässigen Gesteinschicht durch den Steigungsregen an. Diese Schicht, die bis in die Täler reicht,war damals zu tief gelegen,um das Wasser mit einem Ziehbrunnen zu fördern. In den Bergen jedoch liegt der Grundwasserspiegel höher und die Möglichkeit, davon Wasser zu entnehmen, besteht. Es gibt immer oftmals mehrere Stollen, die in den Bergen beginnen, diese werden dann nach einer gewissen Länge zu einem Hauptstollen zusammengeführt, dies sieht ähnlich aus wie der obere Verlauf eines Flusses. Als Erstes werden Versuchsbrunnen angelegt, um das Wasservorkommen mit Hilfe von Schöpfversuchen zu ermitteln. Wenn ein regelmäßiger und ausreichender Wasserstrom vorhanden ist, beginnt die Planung der Route. Sie wird zuerst oberirdisch festgelegt. Der Bau ist zwar sehr schwierig, jedoch reichen oft eine Viermann Crew und einfachere Werkzeuge aus, um ein Kanat zu bauen. Gute Kenntnisse über die geologische Untergrundsituation und das spezifische Verhalten von Wasser sind Voraussetzung für einen erfolgreichen Bau. Die von den Bergen kommenden Stollen und die von der Oberfläche herabragenden Schächte müssen von sehr kleinem Ausmaß sein, weil sie sonst instabil wären. Trotz dieser Maßnahme ist der Bau mit vielen Gefahren verbunden. Die Arbeiter müssen gute vermessungstechnische Kenntnisse und viel Erfahrung haben, um den Bau zu meistern. Denn die Stollen müssen ein stetiges Gefälle vorweisen um den problemlosen Wasserfluss zu garantieren. Das Gefälle sollte jedoch nicht zu steil sein, weil sonst die Fließgeschwindigkeit zu groß werden würde. Dies hätte verheerende Auswirkungen, weil die Wände durch den Wasserfluss erodiert werden würden. Das würde negative Konsequenzen für die Wasserqualität mit sich bringen. Nach einiger Zeit würde der Kanal sogar einstürzen, weil die Wände ausgeweitet worden wären und der Stollen instabil wäre. Es wird oftmals am Zielort begonnen, dem Siedlungsort, aus brunnenartige Schächte zu bauen, die 20 bis 35 Meter tief sind. Es gab aber auch schon Fälle, bei denen von beiden Seiten begonnen wurde. Diese Aneinanderreihung von Schächten erstreckt sich meistens um die 16 Kilometer, wobei es auch hier eine Ausnahme gibt. Die längste Strecke beträgt 80 Kilometer. Je näher die Schächte zu den Bergen kommen, desto tiefer werden sie. So können sie insgesamt eine Tiefe von 20 bis 200 Meter erreichen. Auch hier gibt es einen Einzelfall. Die Schächte einer Oase im Iran in der Provinz Khorasan erreichten eine Tiefe von 450 Metern. Die Schächte sind am Schluss mit den Stollen verbunden, der 50 bis 80 Zentimeter breit und 90 bis 150 Zentimeter hoch ist. Eine neun Meter lange Wasserwaage ist eines der wichtigsten Instrumente, die beim Bau eingesetzt werden. Bei sehr langen Strecken ist das Gefälle minimal. Wenn es jedoch nicht möglich ist, ein geringes Gefälle zu bauen, wussten sich die Bauherren von damals schon zu helfen. Sie bauten Stufen ein und schufen so etwas wie einen unterirdischen Wasserfall. Diese Stufen bestehen aus Stein. Die Fließgeschwindigkeit verringert sich somit drastisch, im Vergleich zu der Fließgeschwindigkeit bei dem Gefälle ohne Stufen. In vielen Fällen wurde diese neu entstandene Wasserkraft ausgenutzt, indem eine Mühle angeschlossen wurde. Die Arbeitsgruppe von vier Männern, die oftmals Sklaven waren, braucht ungefähr einen Tag um vier Meter weit zu kommen. Der Foggarabau braucht eine lange Zeit bis es wirklich Nutzen bringt. Dafür ist sie auch eine sehr langlebige Maßnahme. Die Erde, die beim Graben abgetragen wurde, wird um den Schachtausgang platziert, um zu verhindern, dass Sand in das System gelangt und es verstopft. Wenn die Arbeit fertig ist, wird das Loch oben abgedeckt. Um langzeitig sauberes und frisches Trinkwasser zu erhalten, müssen die Schächte und Stollen regelmäßig von Schlamm und Sand gereinigt werden. Ist das Wasser bei der Oase angekommen, wird es oft in einem Becken aufbewahrt, bevor es zur Bewässerung eingesetzt wird
Die Bewässerung entspricht dem ersten Beispiel bei „Entstehung und Arten von:“.
Die alte Technik der Foggaras wird nicht mehr eingesetzt und schon bestehende Fogaras werden nicht mehr gepflegt. Dies hat auch mit den neuen Pumpmotoren zu tun, diese lassen den Grundwasserspiegel so absinken, dass die Foggaras kein Wasser mehr führen.
Flussoase
Eine Flussoase wird durch einen so genannten Fremdlingsfluss mit Wasser versorgt. Ein Fremdlingsfluss, auch allochthoner Fluss genannt, ist ein Fluss der in niederschlagsreichen Gebieten entspringt und durch Trockengebiete fließt. Voraussetzung ist, dass am Oberlauf mehr Wasser dazukommt (liegt meist in Gebirgen), als am Unterlauf verdunstet. Sonst endet der Fluss als ausgetrocknetes Wadi (Flussbett). Im Oberlauf fließen oftmals kleinere Bäche und Flüsse zusammen, bevor sie in die trocken Gebiete kommen. So kommt es, dass der Nil, der wie der Euphrat, Indus und Tigris ein Fremdlingsfluss ist, nicht an der Mündung (wie es sonst bei Flüssen üblich ist) am meisten Wasser führt, sondern weiter Strom aufwärts.
Es gibt verschiedene Arten, das Wasser eines Fremdlingflusses zu nutzen. Eine Art ist die Séguia: Man leitet Flusswasser durch eine Staumauer in einen heute ausbetonierten Kanal zur Oase ab. Der Kanal liegt höher als die Felder und so kann das Wasser zu jedem einzelnen von ihnen fließen. Das Wasser ist immer vorrätig, weil die Wassermenge oftmals staatlich reguliert wird. Bei der zweiten Art wird das Wasser von Muskelkraft oder neuerdings auch mit Motorpumpen auf das umliegende Land verteilt. Flüsse, wie zum Beispiel der Nil, treten über ihr Flussbett und überschwemmen das umliegende Land mit Wasser und fruchtbarem Schlamm. Durch diese zyklischen Überschwemmungen und auch durch zusätzliches Bewässern mittels eines Grabensystems ist das Land um den Nil sehr fruchtbar. Es wird auch schon seit Menschengedenken wirtschaftlich genutzt. Die so genannten Nil-Zyklen werden, unter anderem, durch die astronomischen Verhältnisse und auch durch das Luftdruckverhältnis zwischen Island und den Azoren (die auch auf das Wetter für den Mittelmeerraum und Nordafrika Einfluss nehmen) beeinflusst. Oftmals sind die Pflanzen in einer Flussoase nicht nur auf die künstliche Bewässerung des Menschen angewiesen, sondern können auch das Wasser aus dem Boden beziehen, der im Gebiete des Flusses relativ feucht ist.!!
Quelloase
Quellen sind Orte, an denen das Wasser auf natürliche Weise austritt. Es gibt verschiedene Arten von Quellen, drei davon sind in der Wüste vertreten. Die artesische Quelle (die im Abschnitt Artesische Oasen behandelt wurde), die Überlaufquelle und die Auslaufquelle auch Schichtquelle genannt. Die Überlaufquelle tritt immer an Hängen von Bergen aus. Wenn die Gesteinsschichten bogenförmig (mit den ansteigenden Stellen zum Hang des Berges gerichtet) anordnen. Es sammelt sich Niederschlag auf einer undurchlässigen Schicht, durch das es nirgends abfließen kann, entweicht das Wasser an den Randstellen des Berges. Die Schicht- oder Auslaufquelle entsteht wenn, sich Wasser auf einer undurchlässigen Schicht gegen hang abwärts sammelt und dann aufgrund der physikalischen Wirkenden Kräften abwärts zu der Quelle hin fließt. Solche Quellen treten oft in Reihen so genannten Quellverband auf.
Auf welche Art die Bewässerung erfolgt, steht den Bewohnern frei. Die beiden Möglichkeiten 1 und 2 vom Text „Eigenschaften und Entstehung von :“ sind beide geeignet.
Oasenwirtschaft
Oasenwirtschaft ist eine sehr intensive Wirtschaftsform in den Oasen von Trockengebieten. Typisches Kennzeichen der Oasenwirtschaft ist die Dreiteilung durch den „Stockwerkbau“. In der untersten Ebene werden Weizen, Gerste, Hirse, verschiedene Gemüsearten, Reis und Futterpflanzen angebaut. In der zweiten Ebene dominieren niedrige Baumkulturen wie Feigen und Granatäpfel, während die dritte Ebene durch die Dattelpalmen gebildet werden, deren Früchte den Bewohnern als Nahrungsgrundlage und auch als Exportgüter dienen. Ferner werden Ölbäume und Aprikosenbäume angebaut. Das Wasser wird meist in offenen Kanälen nach einem strikt festgelegten Schema verteilt.
Oasen waren früher Versorgungsstellen für Karawanen und Handelsplätze der Nomaden und Oasenbauern, welche hier einen regen Tauschhandel praktizierten. Seit dem Ende der Kolonialzeit und mit Beginn der Erdöl- und Erdgasförderung haben die Oasen an Bedeutung verloren, dementsprechend gibt es heute nur noch sehr selten traditionelle Oasen. Natürliche Klimaveränderungen und Verringerung der Wasservorräte, das Ende des transsaharischen Karawanenverkehrs, der Bedeutungsverlust der Dattel durch veränderte Konsumgewohnheiten, die Abwanderung der Oasen Bewässerungstechniken, hohe Arbeitsbelastung und Sesshaftwerdung der nomadischen Völker haben zu einem Abdriften zur Marginalität in den Oasen geführt.
Einige Oasen im nordafrikanischen Raum haben jedoch einen Strukturwandel erlebt, welcher auf die Erschließung tiefer liegender Wasserreserven zurückzuführen ist. Dies ermöglichte eine Intensivierung und Ausweitung der Landwirtschaft und des Fremdenverkehrs. Während früher in den Oasen aufgrund ihrer Lage eine Subsistenzwirtschaft stattfinden musste und nur die Dattel als Exportgut Verwendung fand, ist die landwirtschaftliche Produktion heute verstärkt auf den Markt ausgerichtet.
Auch die Oasensiedlungen selbst haben sich gewandelt, sie sind nicht nur größer geworden, sondern haben sich auch mehr an den Rand der Oasenflur verlagert. Grund hierfür ist vor allem auch der Tourismus, welcher die sozioökonomische Situation der Bevölkerung deutlich aufwertet. Durch den Wandel und die damit erhöhte Nachfrage nach Trinkwasser sind die Wasserreserven der Oasen stark bedroht und das Wasser fehlt in der Oasenwirtschaft.
Oasen im Wandel der Zeit
Für die Bewohner der Wüste hat die Oase ein sehr große Bedeutung. Sie symbolisiert das Leben. Den europäischen Entdeckern gaben sie das Gefühl von Frieden. Der Anblick der Oase wurde oft als paradiesisch beschrieben.
Die vielfältigen Formen der Oase gehen mit der heutigen Zeit immer mehr verloren und werden vergessen, es wird auch von einem „Oasensterben“ gesprochen. Die Oasen waren nicht nur Stützpunkte für Verkehr und Handelsplätze, sondern haben auch einen großen kunsthistorischen, literarischen, wissenschaftlichen und religiösen Wert, da sie oft an Karawanenstraßen lagen und dort früher reger Handel herrschte.