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Messe Frankfurt

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Die Frankfurter Messe ist die zweitbedeutendste Messe der Welt (nach dem brititschen Unternehmen Reeds Exhibitions), weltweit engagiert, und auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Frankfurt am Main und das Rhein-Main-Gebiet. Sie erwirtschaftet mehr als alle anderen deutschen Messen zusammen. Ihr Umsatz - 2005: 379 Millionen Euro - steigt vor allem auch in Asien, wohin sich die Märkte verschieben. Die Messeleitung bedauert eine "übertriebene Limitierung der Wirtschaft in Deutschland", z. B. gäben immer mehr Betriebe des Mittelstands auf, Konzerne liessen gleich in China einkaufen. Von dort streben Aussteller freilich nach Europa. Nach Branchenschätzungen sollen Steuermillionen in wirtschaftlich nicht tragfähige andere deutschen Messen laufen, die 30 Prozent Überkapazitäten hätten und stattdessen besser kooperieren sollten.

Heutige Bedeutung

Eingang zu Messe

Frankfurt am Main ist heute einer der größten (3. Platz) Messeplätze in der Welt: 578.000 m² Grundfläche, mit 321.754 m² Ausstellungsfläche in den zehn Hallen und "Galleria", sowie 83.000 m² im Freigelände für meist international bedeutende Messeveranstaltungen. Jährlich über 100 Messen und Ausstellungen weltweit kennzeichnen die Messe Frankfurt GmbH als ein führendes Unternehmen der Messeindustrie.

Das Messegelände im Westen der Mainmetropole liegt in den Stadtteilen Bockenheim und Westend-Süd und hat direkten Autobahnanschluss (A 648), zahlreiche Parkplätzen am Rebstockgelände, eine Straßenbahnhaltestelle mit zwei Linien (16, 17), seit 1999 den S-Bahnhof Messe und dann auch eine U-Bahn-Station Messe-Festhalle.

Bei Großmessen fahren auch Sonderzüge der Straßenbahn und der U-Bahn.

Das Messegelände und die Veranstaltungen stehen unter der Verantwortung der Messe Frankfurt GmbH, die zu 60 % im Besitz der Stadt Frankfurt und zu 40 % im Besitz des Landes Hessen sind.

Messeveranstaltungen

Zahlreiche bekannte Messen finden regelmäßig in Frankfurt statt und werden größtenteils von der Messe Frankfurt GmbH selbst veranstaltet. Den Schwerpunkt bilden Fachmessen zu den Themen/Branchen Textil, Konsumgüter sowie Architektur und Technik und Automobil. Rund die Hälfte ihrer Messen veranstaltet die Messe Frankfurt inzwischen im Ausland. Weltweit bekannte Messemarken sind etwa: Heimtextil, Paperworld, Ambiente, Techtextil, Musikmesse, ISH, Light + Building, Tendence Lifestyle und Automechanika. Die Buchmesse, IAA (alle zwei Jahre) und Achema (alle drei Jahre) sind hingegen so genannte Gastveranstaltungen, für die die Messe Frankfurt das Gelände, die Infrastruktur sowie zahlreiche Services zur Verfügung stellt. 2006 erstmals: The Design Annual, ausschliesslich in der Festhalle mit Speaker`s Corner und Vorträgen von Architekten, Designern..


Frühjahrsmesse

Die Frühjahrsmesse wurde vor einigen Jahren aufgeteilt in die Ambiente und die Premiere (Christmas World, Paper World, Beauty World). Sie ist die weltweit größte Konsumgütermesse. Man rechnet regelmäßig mit etwa 5000 Ausstellern aus 80 Ländern. Die Frühjahrsmesse findet im Februar statt.

Achema

Die Achema (weltgrößte Messe für chemischen Anlagenbau) findet im dreijährigen Turnus statt. Über 4000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern sind präsent. Zuletzt war die Achema vom 15. bis 19. Mai 2006 in Frankfurt; nächster Termin ist der 11. bis 15. Mai 2009. Der Veranstalter Dechema veranstaltet kleinere Tochtermessen in Peking, Amerika sowie Australien.

Herbstmesse

Die frühere “Herbstmesse” findet heute unter dem Namen Tendence Lifestyle im August jeden Jahres statt. Sie ist eine Konsumgütermesse und widmet sich in der Hauptausstellung den Themen Geschenkartikel, Bilder, Parfümartikel, Lederwaren, Schreibwaren und Lifestyle-Produkten. Außerdem gibt es zahlreiche Sonderausstellungen.

Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse ist die grösste der Welt: Kulturereignis wohl zugleich grösste Konsumgütermesse. Direkte Geschäftsabschlüsse sind unbedeutender geworden, umso wichtiger wird sie als internationales Zentrum des Lizenzhandels. Die Buchmesse, jährlich im Oktober, hat ein regelmäßig wechselndes Gastland beziehungsweise Gastregion (2004 die arabische Welt, 2005 Korea, 2006 Buchmesse Gastland Indien, 2007 Katalanien, 2008 Türkei). (Buchmesse)

IAA

Bis zu einer Million Besucher kann die alle zwei Jahre im September stattfindende Internationale Automobilausstellung erwarten. Sie beinhaltet die Vorstellung von Personenwagen. Die Nutzfahrzeugmesse findet seit 1992 im jeweils dazwischen liegenden Jahr in Hannover (Messegelände Hannover) statt. Die IAA ist die weltweit größte Automobilausstellung mit Leitmessecharakter.

Im Frühjahr, erheblich kleiner als in den achziger Jahren (2006 nur noch ein Teil einer Hallenebene);(die PR redet wie immer von Erfolg).


Musikmesse/Pro Light & Sound

Im Frühjahr, Instrumente, Zubehör, Musikalien aus aller Welt. Gleichzeitig findet eine Fachmesse für professionelle Veranstaltungstechnik (Beschallung, Licht, Videotechnik) statt.

collectione Untertitel preview spring + summer

Seit 2005; 11.-14-6. 2006 wohl wieder eher noch Akzeptanzprobleme, eher wenige Besucher. Nur in Frankfurt werden so früh die Produktsegmente Geschenke, Garten- und Wohnaccessoires etc. so früh gezeigt. "Katastrophe" sagen Händler, niemand kommt, nur die Messe verdient hier, das ist wohl wohl zum letzten Mal. "Liegt am Termin, Fussball...", sagen andere, und räumen dieser Messe im Sommerloch noch Chancen ein.

KULTURZONE 06

Ein Kulturfestival im Forum der Messe, zusammen mit der Schirn: Kongress (Vorträge, etwa über "Religion und Moderne"); Kulturclub; Kinderakademie (erstmals Juli 2006, fünf Tage bis 16.7.). Wohl Anlaufprobleme und "oberflächlich", teuer, unsortiert und Richtung Pop (vgl. FAZ 15.7.).

um ein Prozent Plus bei der Paperworld Ende Januar 2006

Architektur

Das Frankfurter Messegelände

Auf dem Messegelände befinden sich einige Architekturhighlights. Ein Teil davon ist Bestandteil des Corporate Designs, das vor allem das Quadrat zitiert. Das älteste Gebäude ist die 1909 erbaute Festhalle, eine freitragende Kuppelkonstruktion aus Stahl und Glas. Sie wurde nach einem Entwurf des Münchner Architekten Friedrich von Thiersch in nur 18 Monaten fertiggestellt. In den 1980er Jahrenerhält das Messegelände im wesentlichen seine heutige Gestalt. Es entstehen die postmodernen Bauten mit der Galleria und dem Torhaus. Später kommt am Rand der 250m hohe “Messeturm hinzu, der lange Zeit das höchste Gebäude Europas war, bis er vom Commerzbankhochhaus übertroffen wurde. Vor dem Messeturm wurde das sich bewegende Kunstwerk “Hammering Man” installiert. In den 1990er Jahren entstand die Messehalle 3 neu.


"Messe Frankfurt against copying"

So heißt seit 2006 die erste konzertierte Aktion einer Messe gegen Produktpiraterie. Sie macht geschätzte acht Prozent des Welthandels aus und führt bei Markenherstellern zu riesigen Verlusten. Die Aktion "...against copying" ergänzt die üblichen Informationsbroschüren der Messe mit Registrierungsmöglichkeiten, Anwaltkontaktdaten, etc. "Messe Frankfurt against copying" hat bei Messen einen Informationsstand, meist vor Halle 4.1: Dort treffen sich amtliche Muster-, Marken-, Zoll-, Patentschutz-Vertreter aus Deutschland für einen Tag, beantworten abwechselnd Fragen von geschädigten Betroffenen und begegnen deren Sorgen persönlich.

Der Stand zeigt neben Plagiaten auch "echte" Markenprodukte im Vergleich: Radiergummis von Faber-Castell sind nur ein Beispiel. Diese Firma berichtet über mafiaähnlich geprägte Produktionen in Südamerika (Bolivien, Brasilien, Paraguay). Diese Länder sind zugleich Drehscheibe für Importe aus China. Dort einschreitende Polizisten setzen sich häufig lebensgefährlichen Situationen aus.

In Saudi-Arabien und Deutschland selbst erscheinen immer häufiger Plagiate. Um diese von echten Artikeln zu unterscheiden, bedient sich der europäische Zoll grosser Datenbanken mit geheimen Herstellerinformationen. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind winzige und sehr schwer zu kopierende Hologramme.

Ein besonderes Flair bieten die asiatischen Messe-Hallen auf der Ambiente, wo auch sehr billige und leicht zu entlarvende Imitate ausgestellt sind. In Asien ist eine perfekte Kopie hoch angesehen.

Wellness und Spiritualität auf der Messe

Es gibt seit rund zwanzig Jahren ein abgelegenes, winziges, immer noch kaum besuchtes Kirchenzentrum mit täglicher Harfenmusik, interkonfessionell, Kontemplation, Gästebuch, Gesprächsmöglichkeit (stundenweise an Messetagen).

Neu: und - wenn vorhanden - ganztags stets ausgebucht, ist ein sehr ruhsames "Wellnessareal": Massagen durch das Hemd, bisweilen Klangschalen (entsprechen dem Buch des Willigis Jäger, Wellness und Spiritualität zu verbinden. (Bei der (zweitmals stattfindenden) Messe Collectione im Juni 2006 in unauffällig indischem Design, meditativ geradezu überleitend zum Gastland der Buchmesse, der übernächsten nach der Sommerpause). Die Einrichtung der Messe, d.h., nur wo sie auch selbst organisiert, je neu, unterschiedlich, immer anderswo mitten auf dem Areal - aufwendiger gestylt als was die mindestens sechs Ruhemitarbeiter an den Messetagen verdienen.

Geschichte im Mittelalter und der Renaissance

Die Frankfurter Messe wurde im Talmud-Kommentar (“Ewen ha Ezer” = ”Stein der Hilfe”) des Rabbi Elieser ben Nathan aus Mainz (ca. 1090 - 1170) um 1160 erstmals erwähnt. Und es sind sogar Urkunden erhalten, aus denen sich der Rückschluss ziehen lässt, dass die Messe bereits ein Jahrhundert zuvor eine gefestigte Institution war. Im Jahr 1034 wurde dem St.-Ferrutius-Kloster zu Bleidenstadt und im Jahr 1074 den Einwohnern von Worms in Frankfurt Freiheit von Zöllen gewährt.

Die Frankfurter Messe hatte zunächst nur regionale Bedeutung und diente damals als Umschlagplatz für die Produkte aus den Regionen Frankfurt und Untermain; deshalb fand sie immer am Ende der Erntezeit statt, nämlich an Mariä Himmelfahrt (15. August). Damit war die Frankfurter Herbstmesse entstanden.

Schon im Jahre 1240 zeigt sich aber eine allmählich wachsende überregionale Bedeutung der Herbstmesse. In diesem Jahr gewährte Kaiser Friedrich II. nämlich – vom Kriegslager zur Belagerung von Ascoli aus - am 11. Juli 1240 mit einem Messeprivileg, dessen Urkunde erhalten ist allen zur Messe nach Frankfurt Reisenden sicheres Geleit. Damit war Frankfurt am Main die erste Messestadt der Welt. Und in den Jahrbüchern des Frankfurter Bartholomäusstiftes finden sich bereits 1270 Herkunftsnamen von Kaufleuten aus Frankreich, Italien, Ungarn, Böhmen und Polen.

Die fortschreitende wirtschaftliche Erschließung Osteuropas führt zu einer erheblichen Ausweitung des europäischen Fernhandels. Die Messen in der Champagne verlieren an Bedeutung; andere Messeplätze treten in den Vordergrund: Brügge, Gent, Chalon-sur-Saône und Genf, später auch Lyon, Paris, Padua und Brabant.

Die größte Bedeutung gewinnt aber die Frankfurter Messe, die zur Drehscheibe des Fernhandels wird. Das gilt einmal für die alte Herbstmesse, dann aber auch für die 1330 gestartete neue Fastenmesse oder Frühjahrsmesse. Diese hatte Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt Frankfurt am 25. April 1330 gewährt. Sie war hauptsächlich für Wintererzeugnisse wie Wolle oder Wein gedacht. Auch diese Messe sollte 14 Tage andauern; alle Messebesucher standen jeweils acht Tage vor und nach der Messe, also bei An- und Abreise, unter dem Schutz des Reiches. So wie zur Herbstmesse galt auch für die Frühjahrsmesse das Privileg der Messefreiheit.

Die Messe in Frankfurt wird in den Folgejahren durch eine Reihe von weiteren Privilegien abgesichert, auch vor etwaiger Konkurrenz. 1337 lässt sich die Stadt vom Kaiser zusichern, dass weder Mainz noch einer anderen Stadt Messen verliehen werden, die Frankfurt schädlich sein könnten. 1385 schließt der Rat mit dem Mainzer Erzbischof einen Vertrag über die Sicherung der Straßen rund um Frankfurt (Geleitschutz). 1360, 1376 und 1465 garantieren kaiserliche Privilegien den Gerichtsschutz der Messebesucher. Gegen eine Abgabe gewährt schließlich Papst Sixtus IV. den Frankfurtern und ihren Messegästen 1478 eine Lockerung der Fastengebote.

Die Frankfurter Buchmesse entsteht im Jahre 1485 und wird ein großer Erfolg. Schon kurze Zeit danach hat Frankfurt den Ruf eines Zentrums des deutschen und europäischen Buchdrucks. 1596 werden zur Buchmesse neunzig Buchdrucker und Buchhändler empfangen.

Trotz allmählich stärker werdender Konkurrenz der Leipziger Messe kann Frankfurt zunächst seine starke Position als Messestadt wahren. Im Jahre 1604 finden sich auf der Herbstmesse etwa 460 Stände mit Händlern und Besuchern aus aller Herren Länder. Gehandelt werden Seidenstoffe, Tuche, Leder, Manufakturwaren, Juwelen, Silber, Gold und Bücher; hinzu tritt ein florierender Geldhandel. Der Besucherstrom zieht auch Gaukler, Spielleute und auch Theatergruppen englischer Komödianten an, die für die Unterhaltung der Messegäste sorgen.

1785 findet anlässlich der Herbstmesse die erste Luftreise in Deutschland statt. Von der Bornheimer Heide steigt vor Zehntausenden von Zuschauern Jean-Pierre Blanchard in einem Wasserstoffballon auf und fliegt damit in seinerzeit sensationellen 39 Minuten nach Weilburg an der Lahn.

Die Zeit der Französischen Revolution führt zum Beginn des Niederganges der Frankfurter Messe; Ursache sind insbesondere die Annexion der linksrheinischen Gebiete und die Kontinentalsperre. In der Folgezeit wirken die Gründung des Deutschen Zollvereins und die steigende Industrialisierung ebenfalls negativ. Die Frankfurter Messen haben ab ca. 1830 nur noch Jahrmarktscharakter; hiervon zeugt noch heute die “Dippemeß”,

Messefreiheit

Die während der Messe garantierte Messefreiheit beinhaltete eine Reihe von besonderen Rechten:

  • Jeder Bürger, Nicht-Bürger und Fremde durfte Waren anbieten und verkaufen. Jeder Frankfurter Bürger durfte auch Fremde beherbergen.
  • Auch die sich in Reichsacht befindlichen Menschen waren während der Messe sicher. Sie genossen freies Geleit.
  • Die Messebesucher hatten Gerichtsschutz. Das bedeutete, dass kein Messebesucher wegen eines laufenden Verfahrens während der Messe gerichtlich belangt werden durfte. Hierzu zählte auch das Privileg des Messegerichtsstandes, wonach für Arreste von Messebesuchern das Frankfurter Schöffengericht und nicht das der Heimatstadt zuständig war. Das ergab sich aus den erwähnten Kaiserlichen Privilegien von 1360, 1376 und 1465.
  • Außerdem unterfielen die Besucher dem Geleitschutz. Dieser wurde von Geleitsherren ausgeübt, die die Händler – gegen Geleitsgeld - auf dem Weg von und nach Frankfurt vor Dieben schützten. Das Geleit erstreckte sich zunächst auf einen Umkreis von fünf Meilen um die Stadt.

Ablauf der Messe

Die vier Tage vor Messebeginn galten als die “Geleitswoche”. Die Waren wurden ausgepackt und erste größere Geschäfte wurden abgeschlossen, bevor noch die Läden und Stände öffneten. Die erste Messewoche war dann die “Geschäftswoche”; das war die eigentliche Messewoche, in der die Handelsabschlüsse getätigt wurden. Daran schloss sich als zweite Messewoche die “Zahlungswoche” an. Hier wurden die Rechnungen aus den vorangegangenen Messen beglichen. So war die Frankfurter Messe nicht nur Handelsplatz, sondern diente auch als Zahlungstermin.

Ab Dienstag der Folgewoche zogen die Kaufleute mit Geleit wieder aus Frankfurt ab. In der Herbstmesse handelten auch in der dritten Woche noch bis zum Samstag Kleinhändler mit landwirtschaftlichen Produkten. Einen festen Messeplatz oder ein Messegebäude gab es damals nicht. Als Handelsplätze wurden das Mainufer, der Römerberg, die Neue Kräme, der Liebfrauenberg, der Heumarkt und der Rossmarkt genutzt.

Entwicklung der Frankfurter Messe in der Neuzeit

Nach der Reichsgründung im Jahre 1871 stellen zunächst die Ledermesse und der Rossmarkt kleinere erfolgreiche Messen dar. Mit der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung im Jahre 1891 gelingt es der Frankfurter Messe, wieder Zehntausende von Besuchern anzuziehen. Die ersten Automobilausstellungen in den Jahren 1900 und 1904 sind ebenfalls große Erfolge.

1907 wird die Frankfurter Messe- und Ausstellungsgesellschaft neu gegründet. Man entschließt sich zum Bau eines festen Ausstellungsplatzes. Nach einer überaus kurzen Bauzeit wird 1908 die Festhalle – errichtet nach einem Entwurf von Friedrich von Thiersch – eröffnet. Diese Halle bietet über 18.000 Menschen Platz. Ein Höhepunkt vor dem Ersten Weltkrieg ist im Jahre 1909 die Internationale Luftschiffahrtsausstellung, auf der Zeppeline, Ballons und Flugzeuge bewundert werden können. Die Ausstellung hat über 1,5 Millionen Besucher.

In den 20er und 30er Jahren scheitert wegen der Weltwirtschaftskrise der Versuch der Wiederbelebung der Frankfurter Messen, die zunächst als “Mustermessen” neu gestartet werden. Schließlich konzentriert man sich auf Fachmessen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Herbst 1948 findet die erste provisorische Nachkriegsmesse in Zelten, Baracken und Hallen statt und ist ein voller Erfolg. Seitdem werden wieder regelmäßig Frühjahrs- und Herbstmessen in Frankfurt abgehalten. In der Paulskirche wird 1949 die erste Buchmesse nach dem Kriege veranstaltet. Sie entwickelt sich in den nächsten Jahren, nun auf dem Messegelände, zur wichtigsten alljährlichen Begegnung der internationalen Literaturwelt.

Während das kleine Kirchenzentrum auf der Messe mit Harfenmeditation und u.a. Gebetsteppich allzu weit ab liegt, nehmen die Messegäste sehr gern Entspannungs-Angebote (Massagen etc.) an. Sie sind weit überbucht, oft kostenlos und von der Messe hochrangig bis hin zu Klangschalen... eingesetzt, wenn grosse, vermietete Flächen beispielsweise wegen Konkurs sonst plötzlich leer blieben.