Gerhard Haderer und Japanische Kampfhörspiele: Unterschied zwischen den Seiten
Wirthi (Diskussion | Beiträge) K format, defaultsort |
Fibo (Diskussion | Beiträge) Das neue Album wird von der Band als Popgrind bezeichnet. |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Infobox Band |
|||
'''Gerhard Haderer''' (* [[1951]] in [[Leonding]]) ist [[Österreich|österreichischer]] [[Karikaturist]]. |
|||
|Foto = |
|||
|Gründung = 1998 |
|||
|Auflösung = |
|||
|Neugründung = |
|||
|Genre = [[Death Metal]], [[Grindcore]] |
|||
|Website = http://www.japanischekampfhoerspiele.de |
|||
|Gründer1a = Christof Kather |
|||
|Gründer1b = [[Gesang]] |
|||
|Gründer2a = Klaus Nicodem |
|||
|Gründer2b = [[E-Gitarre]] |
|||
|Gründer3a = Christof Kather |
|||
|Gründer3b = [[Schlagzeug]] |
|||
|Besetzung1a = Markus „Bony“ Hoff |
|||
|Besetzung1b = Gesang |
|||
|Besetzung2a = Martin Freund |
|||
|Besetzung2b = Gesang |
|||
|Besetzung3a = Klaus Nicodem |
|||
|Besetzung3b = E-Gitarre |
|||
|Besetzung4a = René Hauffe |
|||
|Besetzung4b = E-Gitarre |
|||
|Besetzung5a = Marco Bachmann |
|||
|Besetzung5b = [[E-Bass|Bass]] |
|||
|Besetzung6a = Christof Kather |
|||
|Besetzung6b = Schlagzeug |
|||
|Ehemalige1a = Daniel Schaffrath |
|||
|Ehemalige1b = [[Gitarre]] |
|||
|Ehemalige2a = Simon Schaffrath |
|||
|Ehemalige2b = Gesang |
|||
|Ehemalige3a = Andreas Paul |
|||
|Ehemalige3b = Gesang |
|||
|Ehemalige4a = Robert Nowak |
|||
|Ehemalige4b = E-Gitarre |
|||
}} |
|||
'''Japanische Kampfhörspiele''' (kurz: ''JaKa'') ist eine [[Metal]]-[[Band (Musik)|Band]] aus [[Krefeld]], die musikalisch bei [[Grindcore]] bzw. [[Death Metal]] einzuordnen ist. Ihre Texte bestehen oft aus losen Satzbausteinen ("[[Collage]]n") und kritisieren die heutige [[Konsumgesellschaft]]. Deshalb bezeichnet die Band ihren [[Musikstil|Stil]] selbst auch als ''Grindpunk'' oder neuerdings auch ''Popgrind''. |
|||
Er studierte an der Fachschule für Gebrauchs- und Werbegraphik in Linz. Im Anschluss daran absolvierte er eine Graveurlehre in Stockholm. Er arbeitet zuerst als Dekorateur bei der [[Quelle (Versandhandel)|Quelle AG]], anschließend als Grafiker und Illustrator für Werbeagenturen. 1984 beginnt er satirische Zeichnungen zu erstellen, die zuerst in den Zeitschriften ''Oberndorf aktuell'' und ''Watzmann'' veröffentlicht werden. Ab 1985 sind seine Karikaturen in [[Profil (Zeitschrift)|Profil]] zu finden, später auch in [[Wiener (Zeitschrift)|Wiener]], [[Titanic (Magazin)|Titanic]], [[GEO (Zeitschrift)|GEO]], [[Trend (Wirtschaftsmagazin)|Trend]], den [[Oberösterreichische Nachrichten|Oberösterreichischen Nachrichten]] und im [[Stern (Zeitschrift)|Stern]]. |
|||
== Bandgeschichte == |
|||
Sein 2002 erschienenes Buch ''Das Leben des Jesus'' löst heftige Reaktionen insbesondere der katholischen Kirche aus. Am 19. Jänner 2005 wurde er in Abwesenheit in Griechenland wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft in diesem Buch zu sechs Monaten Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch am 13. April 2005 korrigiert und Gerhard Haderer freigesprochen. |
|||
JaKa begann [[1998]] als Zwei-Mann-Projekt von ''Christof Kather'' ([[Schlagzeug]], [[Gesang]]) und ''Klaus Nicodem'' ([[E-Gitarre]], Gesang, teilweise [[Bass (Instrument)|Bass]]) mit dem Veröffentlichen von 8-Spur-Aufnahmen auf ihrer [[Webpräsenz|Website]] und dem Musik-Portal [[MP3.com]]. 2001 kam von ''Blutwurscht Productions'' ([[Schweiz]]) ein Angebot, infolgedessen eine [[Compilation]] der bis dahin erschienenen Demos namens ''Japanische Kampfhörspiele'' und kurz darauf ''Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch'' herausgebracht wurden. In diesem Jahr entstand auch die Compilation ''Brandsatzliebe'', die ausschließlich im Internet erschienen ist und Coverversionen von [[a-ha]], [[ATC]], [[Death]], [[The Exploited]], [[Slayer]] und [[Slime]] enthielt. |
|||
Der [[Bekanntheitsgrad]] der Band wuchs stetig und somit auch die Band. Zunächst kam ''Daniel Schaffrath'' (Gitarre) dazu. Um irgendwann auch live auftreten zu können, wurden 2002 Christofs ehemaliger [[Cyclo Proganigma]]-Kollege ''Marco Bachmann'' (Bass) sowie Daniels Bruder ''Simon Schaffrath'' (Gesang) rekrutiert. Die erste Platte in kompletter Bandbesetzung hieß ''Die Großstadt stinkt, ist laut und [[septisch]]'' und wartete mit einem futuristischen [[CD-ROM]]-Track auf, bei dem man ein urbanes Labyrinth nach Gasmasken absuchen musste. |
|||
== Werke == |
|||
Während der Produktion ihres ersten Studioalbums ''Fertigmensch'' (2003) stieg Simon überraschend aus und wurde durch ''Markus „Bony“ Hoff'' (hoher Kreischgesang) ersetzt; die [[Growling|gegrowlten]] Vocals übernahm wieder Christof. Die von Bastardized Recordings als Dank für ''Christofs'' Schlagzeug-Aushilfe auf der [[Six Reasons To Kill]]-Tour ins Label-Programm genommene Platte ließ JaKa schlagartig in der Grindcore- und Metal-[[Szene]] bekannt werden und fuhr fast ausschließlich gute bis überragende Kritiken ein. |
|||
* ''Sehr verehrte Österreicher'' (1987) |
|||
* ''Vorsicht, Aloisia'' (1989) |
|||
* ''Das große Buch vom kleinen Oliver'' (1991) |
|||
* ''Haderers Wochenschau'' (1993) |
|||
* ''Vorsicht, Haderer!'' (1994) |
|||
* ''Think positiv - Die besten Cartoons aus 10 Jahren'' (1996) - Ueberreuter |
|||
* ''Die letzte Märchenprinzessin'' (1997) mit Text von Elisabeth, Eva und [[Robert Menasse]] |
|||
* "Jörgi, der Drachentöter" - Ueberreuter |
|||
* "Die glorreichen Drei" - Ueberreuter |
|||
* ''Das Leben des Jesus'' (2002) - Ueberreuter |
|||
* ''Von Hunderln und Menschen'' (2003) - Ueberreuter |
|||
* "Alles Liebe" + "Alles Essen" - Ueberreuter |
|||
* ''Danke gut'' (2005) - Ueberreuter |
|||
* "Apropos Fußball" (2006) - Ueberreuter |
|||
Um den Grunz-Gesang auch live umsetzen zu können, kam quasi parallel zur Veröffentlichung ''Andreas Paul'' (Rufname ''Paul'') von [[Zeroed]] dazu, und am 25. Oktober 2003 war es dann schließlich soweit: zum ersten Live-Auftritt der Band beim ersten [[Neckbreaker-Festival]] im AZ [[Mülheim an der Ruhr]] reisten Fans aus allen Teilen der Republik an und machten die Bühnentaufe von JaKa zu einem unvergleichlichen Erlebnis, bei dem sämtliche Texte lauthals mitgesungen wurden. |
|||
== Weblinks == |
|||
* [http://www.stern.de/unterhaltung/comic/haderer/?nv=sb Cartoons von Gerhard Haderer für den Stern] |
|||
* [http://www.comicradioshow.com/Article2237.html Keine Mohammed-Karikaturen von Haderer] |
|||
2004 erschien der Nachfolger ''Hardcore aus der ersten Welt'', auf dem die Band bei dem Song ''Zieh die Jacke falschrum an'' sogar von [[Miland Petrozza|Miland „Mille“ Petrozza]] ([[Kreator]]), einem Superstar der Szene, gesanglich unterstützt wurde. JaKa verzichtete allerdings darauf, diesen prominenten Beitrag an die große Glocke zu hängen, so wird im Booklet schlicht auf ''Miland'' als Gastsänger verwiesen. |
|||
{{DEFAULTSORT:Haderer, Gerhard}} |
|||
[[Kategorie:Mann]] |
|||
[[Kategorie:Österreicher]] |
|||
[[Kategorie:Geboren 1951]] |
|||
Auf der folgenden Mini-Tour durch [[Deutschland]], bei der die Band u.a. mit Szenegrößen wie [[Nasum]], [[God Dethroned]] und [[Suffocation]] zusammen spielte, war dann auch erstmals der neue Gitarrist ''Robert Nowak'' (von [[Unchallenged Hate]]), der den aus Zeitgründen ausgestiegenen ''Daniel Schaffrath'' ersetzt hatte, zu sehen und zu hören. |
|||
<!-- Bitte nicht loeschen! |
|||
Zur Erklaerung siehe [[Wikipedia:Personendaten]] --> |
|||
Im Frühjahr 2005 verschlug es [[JaKa]] sogar nach [[Frankreich]] ([[La Ferrière]] und [[Alençon]]), nachdem sie bereits Ende 2004 in [[Sevenum]]/[[Niederlande]] gespielt hatten. |
|||
{{Personendaten| |
|||
Der [[Fleischmarsch]] zusammen mit [[Excrementory Grindfuckers]], [[Jack Slater]] und wechselnden Bands (darunter z.B. [[World Downfall]] und [[Gitarre und Schrank]]) führte die Band in den Jahren 2005/2006 quer durch die [[Republik]]. |
|||
NAME= Haderer, Gerhard |
|||
|ALTERNATIVNAMEN= |
|||
Sänger ''Paul'' wurden die zeitraubenden Touren durch [[Deutschland]] auf Dauer zu anstrengend, und so feierte er am 16. April 2006 ([[Ostersonntag]]) beim "R(H)EIN IN DIE FRESSE Festival VII" in [[Bad Godesberg]] einen glorreichen Ausstand, um sich fortan vor allem seiner beruflichen Karriere zu widmen. Mit ''Martin Freund'' wurde nur zwei Wochen später ein Nachfolger ausgerufen. |
|||
|KURZBESCHREIBUNG= Österreichischer Karikaturist |
|||
|GEBURTSDATUM= [[1951]] |
|||
Bei einem Motorradunfall Mitte Juni 2006 verletzte sich Bassist ''Marco'' so schwer, dass er bis auf weiteres durch ''René Hauffe'' (ansonsten Gitarrist bei [[Shaxul]] und [[21st Century Killing Machine]]) vertreten werden sollte. Der Genesungsprozess verlief allerdings glücklicherweise so gut, dass ''Marco'' bereits Ende August beim [[Up From The Ground]]-Festival wieder auf der Bühne stand. Seit der Österreich/Schweiz-Tour vertritt ''René'' aber Gitarrist ''Robert'', der zuletzt immer öfter Probleme hatte, die Konzerte mit seinem Job zu vereinbaren. Aus den ursprünglich einmal geäußerten Plänen, auch mal mit drei Gitarristen aufzutreten, ist indes nichts geworden. Auch wenn ''Robert'' auf dem im Oktober erschienenen Album ''Rauchen und Yoga'' noch als Gitarrist genannt wird, ist er mittlerweile ganz offiziell (siehe [[MySpace]]-Seite und Homepage) kein aktives Mitglied der Band mehr. |
|||
|GEBURTSORT= [[Leonding]], [[Oberösterreich]], [[Österreich]] |
|||
|STERBEDATUM= |
|||
== Musik == |
|||
|STERBEORT= |
|||
Musikalisch ist Japanische Kampfhörspiele außergewöhnlich. Dadurch, dass in den ersten Jahren immer zuerst das Schlagzeug entwickelt und danach die Gitarrenriffs darübergespielt wurden, sind die Lieder sehr [[Rhythmus (Musik)|rhythmusbetont]]. Sie zeichnen sich durch viele [[Break (Musik)|Breaks]] und Geschwindigkeitswechsel aus. Die Musik wird deshalb wie auch die Texte von der Band als Collage bezeichnet. Auffällig ist des Weiteren das abwechselnde Kreischen und Grunzen der beiden Sänger. Die Band bezeichnet ihren Stil als Grindpunk. |
|||
}} |
|||
== Texte == |
|||
Die vom Schlagzeuger geschriebenen deutschen Texte werden von vielen als poetisch bezeichnet und wirken oftmals wie eine Collage. Scheinen sie auf den ersten Blick hasserfüllt und [[Misanthropie|misanthropisch]] zu sein, entpuppen sie sich bei genauerem Hinsehen dann doch meist als humorvoll und trotzdem [[Gesellschaftskritik|sozialkritisch]]. Sie beziehen dabei aber durch ihren beschreibenden Charakter immer nur indirekt Stellung. So nimmt die Band auch sich selbst von der Kritik nicht aus. |
|||
Die Stücke auf dem im November 2005 erschienenen Coveralbum ''Deutschland von vorne'' suchte sich die Band vor allem wegen der Texte aus. Zu hören sind Coverversionen von musikalisch so unterschiedlichen Bands wie [[Die Goldenen Zitronen]], [[Fasaga]], [[Extrabreit]], [[Funny van Dannen]], [[EA80]], [[Tocotronic]], [[Eisenvater]] und [[Trio]]. |
|||
== Der Name == |
|||
Der außergewöhnliche Name wurde von ''Uwe Engelbracht'', einem Freund Christofs, erfunden. Uwe war bekannt für seine sinnlosen Wortkombinationen und schrieb Christof in einem Brief, ''daß japanische Kassettenrekorderhersteller ihre Geräte so manipulieren würden, daß sie seine „???“-Kassetten fressen, um so im Gegenzug ihre „Japanischen Kampfhörspiele“ besser in den Markt pressen zu können''. |
|||
Dem Namen haben JaKa wahrscheinlich viel zu verdanken, da er durch seine Außergewöhnlichkeit nicht unerheblich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades (vor allem im [[Internet]]) beigetragen haben könnte. |
|||
== Diskografie == |
|||
* ''Sektion Jaka'', 1998 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage) |
|||
* ''Le menu de l'autopsie des gagnants du grind prix'', 1999 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage) |
|||
* ''Gott ist satt'', 1999 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage) |
|||
* ''oslo'', 2000 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage) |
|||
* ''Transportbox für Menschen'', 2000 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage) |
|||
* ''Nostradamus in Echtzeit'', 2001 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage) |
|||
* ''Brandsatzliebe'' (Online-Sammlung von [[Coverversion]]en), 2001 (Eigenvertrieb im Internet) |
|||
* ''Japanische Kampfhörspiele'' ([[Compilation]]), 2001, (Blutwurscht Produktion) |
|||
* ''Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch'', 2002 (Blutwurscht Produktion) |
|||
* ''Fertigmensch'', 2003 ([[Bastardized Recordings]]) |
|||
* ''Hardcore aus der ersten Welt'', 2004 ([[Bastardized Recordings]]) |
|||
* Split mit [[Das Krill]], 2005 (Silentstagnation Records) |
|||
* ''Deutschland von vorne'' ([[Coverversion|Coveralbum]]), 2005 ([[Bastardized Recordings]]) |
|||
* ''Heirat aus Hass, Scheidung aus Spaß'', Split mit [[Poostew]], 2006 (Silentstagnation Records) |
|||
* ''Früher war auch nicht alles gut'' (DIY recordings 1998-2002 [[Compilation]]), 2006 ([[Bastardized Recordings]]) |
|||
* Split mit [[Bathtub Shitter]], Teil 4/6 der Slimewave-Reihe, 2007 ([[Relapse]]) |
|||
* ''Rauchen und Yoga'', VÖ: 12.Oktober 2007 ([[Bastardized Recordings]]) |
|||
== Videoclips == |
|||
* Gekochtes für Tiere (2002) |
|||
* Verpackt in Plastik (2004) |
|||
* Der Westen ist geschockt (2006) |
|||
* Verrat am Metal (2007) |
|||
== Weblinks == |
|||
* [http://www.japanischekampfhoerspiele.de/ Offizielle Website] |
|||
* [http://www.myspace.com/jaka Myspace-Präsenz] |
|||
[[Kategorie:Grindcore-Band]] |
|||
[[Kategorie:Deutsche Band]] |
|||
[[en: |
[[en:Japanische Kampfhörspiele]] |
||
Version vom 17. Oktober 2007, 15:51 Uhr
| Japanische Kampfhörspiele | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Death Metal, Grindcore |
| Gründung | 1998 |
| Website | http://www.japanischekampfhoerspiele.de |
| Gründungsmitglieder | |
| Christof Kather | |
| Klaus Nicodem | |
| Christof Kather | |
| Aktuelle Besetzung | |
Gesang |
Markus „Bony“ Hoff |
Gesang |
Martin Freund |
E-Gitarre |
Klaus Nicodem |
E-Gitarre |
René Hauffe |
| Marco Bachmann | |
Schlagzeug |
Christof Kather |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Daniel Schaffrath | |
Gesang |
Simon Schaffrath |
Gesang |
Andreas Paul |
E-Gitarre |
Robert Nowak |
Japanische Kampfhörspiele (kurz: JaKa) ist eine Metal-Band aus Krefeld, die musikalisch bei Grindcore bzw. Death Metal einzuordnen ist. Ihre Texte bestehen oft aus losen Satzbausteinen ("Collagen") und kritisieren die heutige Konsumgesellschaft. Deshalb bezeichnet die Band ihren Stil selbst auch als Grindpunk oder neuerdings auch Popgrind.
Bandgeschichte
JaKa begann 1998 als Zwei-Mann-Projekt von Christof Kather (Schlagzeug, Gesang) und Klaus Nicodem (E-Gitarre, Gesang, teilweise Bass) mit dem Veröffentlichen von 8-Spur-Aufnahmen auf ihrer Website und dem Musik-Portal MP3.com. 2001 kam von Blutwurscht Productions (Schweiz) ein Angebot, infolgedessen eine Compilation der bis dahin erschienenen Demos namens Japanische Kampfhörspiele und kurz darauf Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch herausgebracht wurden. In diesem Jahr entstand auch die Compilation Brandsatzliebe, die ausschließlich im Internet erschienen ist und Coverversionen von a-ha, ATC, Death, The Exploited, Slayer und Slime enthielt.
Der Bekanntheitsgrad der Band wuchs stetig und somit auch die Band. Zunächst kam Daniel Schaffrath (Gitarre) dazu. Um irgendwann auch live auftreten zu können, wurden 2002 Christofs ehemaliger Cyclo Proganigma-Kollege Marco Bachmann (Bass) sowie Daniels Bruder Simon Schaffrath (Gesang) rekrutiert. Die erste Platte in kompletter Bandbesetzung hieß Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch und wartete mit einem futuristischen CD-ROM-Track auf, bei dem man ein urbanes Labyrinth nach Gasmasken absuchen musste.
Während der Produktion ihres ersten Studioalbums Fertigmensch (2003) stieg Simon überraschend aus und wurde durch Markus „Bony“ Hoff (hoher Kreischgesang) ersetzt; die gegrowlten Vocals übernahm wieder Christof. Die von Bastardized Recordings als Dank für Christofs Schlagzeug-Aushilfe auf der Six Reasons To Kill-Tour ins Label-Programm genommene Platte ließ JaKa schlagartig in der Grindcore- und Metal-Szene bekannt werden und fuhr fast ausschließlich gute bis überragende Kritiken ein.
Um den Grunz-Gesang auch live umsetzen zu können, kam quasi parallel zur Veröffentlichung Andreas Paul (Rufname Paul) von Zeroed dazu, und am 25. Oktober 2003 war es dann schließlich soweit: zum ersten Live-Auftritt der Band beim ersten Neckbreaker-Festival im AZ Mülheim an der Ruhr reisten Fans aus allen Teilen der Republik an und machten die Bühnentaufe von JaKa zu einem unvergleichlichen Erlebnis, bei dem sämtliche Texte lauthals mitgesungen wurden.
2004 erschien der Nachfolger Hardcore aus der ersten Welt, auf dem die Band bei dem Song Zieh die Jacke falschrum an sogar von Miland „Mille“ Petrozza (Kreator), einem Superstar der Szene, gesanglich unterstützt wurde. JaKa verzichtete allerdings darauf, diesen prominenten Beitrag an die große Glocke zu hängen, so wird im Booklet schlicht auf Miland als Gastsänger verwiesen.
Auf der folgenden Mini-Tour durch Deutschland, bei der die Band u.a. mit Szenegrößen wie Nasum, God Dethroned und Suffocation zusammen spielte, war dann auch erstmals der neue Gitarrist Robert Nowak (von Unchallenged Hate), der den aus Zeitgründen ausgestiegenen Daniel Schaffrath ersetzt hatte, zu sehen und zu hören.
Im Frühjahr 2005 verschlug es JaKa sogar nach Frankreich (La Ferrière und Alençon), nachdem sie bereits Ende 2004 in Sevenum/Niederlande gespielt hatten. Der Fleischmarsch zusammen mit Excrementory Grindfuckers, Jack Slater und wechselnden Bands (darunter z.B. World Downfall und Gitarre und Schrank) führte die Band in den Jahren 2005/2006 quer durch die Republik.
Sänger Paul wurden die zeitraubenden Touren durch Deutschland auf Dauer zu anstrengend, und so feierte er am 16. April 2006 (Ostersonntag) beim "R(H)EIN IN DIE FRESSE Festival VII" in Bad Godesberg einen glorreichen Ausstand, um sich fortan vor allem seiner beruflichen Karriere zu widmen. Mit Martin Freund wurde nur zwei Wochen später ein Nachfolger ausgerufen.
Bei einem Motorradunfall Mitte Juni 2006 verletzte sich Bassist Marco so schwer, dass er bis auf weiteres durch René Hauffe (ansonsten Gitarrist bei Shaxul und 21st Century Killing Machine) vertreten werden sollte. Der Genesungsprozess verlief allerdings glücklicherweise so gut, dass Marco bereits Ende August beim Up From The Ground-Festival wieder auf der Bühne stand. Seit der Österreich/Schweiz-Tour vertritt René aber Gitarrist Robert, der zuletzt immer öfter Probleme hatte, die Konzerte mit seinem Job zu vereinbaren. Aus den ursprünglich einmal geäußerten Plänen, auch mal mit drei Gitarristen aufzutreten, ist indes nichts geworden. Auch wenn Robert auf dem im Oktober erschienenen Album Rauchen und Yoga noch als Gitarrist genannt wird, ist er mittlerweile ganz offiziell (siehe MySpace-Seite und Homepage) kein aktives Mitglied der Band mehr.
Musik
Musikalisch ist Japanische Kampfhörspiele außergewöhnlich. Dadurch, dass in den ersten Jahren immer zuerst das Schlagzeug entwickelt und danach die Gitarrenriffs darübergespielt wurden, sind die Lieder sehr rhythmusbetont. Sie zeichnen sich durch viele Breaks und Geschwindigkeitswechsel aus. Die Musik wird deshalb wie auch die Texte von der Band als Collage bezeichnet. Auffällig ist des Weiteren das abwechselnde Kreischen und Grunzen der beiden Sänger. Die Band bezeichnet ihren Stil als Grindpunk.
Texte
Die vom Schlagzeuger geschriebenen deutschen Texte werden von vielen als poetisch bezeichnet und wirken oftmals wie eine Collage. Scheinen sie auf den ersten Blick hasserfüllt und misanthropisch zu sein, entpuppen sie sich bei genauerem Hinsehen dann doch meist als humorvoll und trotzdem sozialkritisch. Sie beziehen dabei aber durch ihren beschreibenden Charakter immer nur indirekt Stellung. So nimmt die Band auch sich selbst von der Kritik nicht aus.
Die Stücke auf dem im November 2005 erschienenen Coveralbum Deutschland von vorne suchte sich die Band vor allem wegen der Texte aus. Zu hören sind Coverversionen von musikalisch so unterschiedlichen Bands wie Die Goldenen Zitronen, Fasaga, Extrabreit, Funny van Dannen, EA80, Tocotronic, Eisenvater und Trio.
Der Name
Der außergewöhnliche Name wurde von Uwe Engelbracht, einem Freund Christofs, erfunden. Uwe war bekannt für seine sinnlosen Wortkombinationen und schrieb Christof in einem Brief, daß japanische Kassettenrekorderhersteller ihre Geräte so manipulieren würden, daß sie seine „???“-Kassetten fressen, um so im Gegenzug ihre „Japanischen Kampfhörspiele“ besser in den Markt pressen zu können. Dem Namen haben JaKa wahrscheinlich viel zu verdanken, da er durch seine Außergewöhnlichkeit nicht unerheblich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades (vor allem im Internet) beigetragen haben könnte.
Diskografie
- Sektion Jaka, 1998 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage)
- Le menu de l'autopsie des gagnants du grind prix, 1999 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage)
- Gott ist satt, 1999 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage)
- oslo, 2000 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage)
- Transportbox für Menschen, 2000 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage)
- Nostradamus in Echtzeit, 2001 (Eigenvertrieb in Kleinstauflage)
- Brandsatzliebe (Online-Sammlung von Coverversionen), 2001 (Eigenvertrieb im Internet)
- Japanische Kampfhörspiele (Compilation), 2001, (Blutwurscht Produktion)
- Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch, 2002 (Blutwurscht Produktion)
- Fertigmensch, 2003 (Bastardized Recordings)
- Hardcore aus der ersten Welt, 2004 (Bastardized Recordings)
- Split mit Das Krill, 2005 (Silentstagnation Records)
- Deutschland von vorne (Coveralbum), 2005 (Bastardized Recordings)
- Heirat aus Hass, Scheidung aus Spaß, Split mit Poostew, 2006 (Silentstagnation Records)
- Früher war auch nicht alles gut (DIY recordings 1998-2002 Compilation), 2006 (Bastardized Recordings)
- Split mit Bathtub Shitter, Teil 4/6 der Slimewave-Reihe, 2007 (Relapse)
- Rauchen und Yoga, VÖ: 12.Oktober 2007 (Bastardized Recordings)
Videoclips
- Gekochtes für Tiere (2002)
- Verpackt in Plastik (2004)
- Der Westen ist geschockt (2006)
- Verrat am Metal (2007)