https://de.wikipedia.org/w/api.php?action=feedcontributions&feedformat=atom&user=WikipexiahWikipedia - Benutzerbeiträge [de]2026-01-28T04:33:22ZBenutzerbeiträgeMediaWiki 1.46.0-wmf.12https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nauen&diff=192906172Nauen2019-10-06T17:29:22Z<p>Wikipexiah: Germanien - Religion</p>
<hr />
<div>{{Begriffsklärungshinweis}}<br />
{{Infobox Gemeinde in Deutschland<br />
|Art = Stadt<br />
|Wappen = Wappen Nauen.png<br />
|Breitengrad = 52/36/00/N<br />
|Längengrad = 12/52/59/E<br />
|Lageplan = Nauen in HVL.png<br />
|Bundesland = Brandenburg<br />
|Landkreis = Havelland<br />
|Höhe = 35<br />
|PLZ = 14641<br />
|Vorwahl = 03321, 033230 (Börnicke, Tietzow), 033237 (Ribbeck), 033239 (Groß Behnitz, Schwanebeck, Wachow)<br />
|Gemeindeschlüssel = 12063208<br />
|Gliederung = 14 [[Ortsteil]]e<br />
|Straße = Rathausplatz 1<br />
|Website = [http://www.nauen.de/ www.nauen.de]<br />
|Bürgermeister = Manuel Meger<br />
|Partei = LWN plus Bauern<br />
}}<br />
<br />
'''Nauen''' ist eine [[Stadt]] im [[Landkreis]] [[Landkreis Havelland|Havelland]] des [[Land (Deutschland)|Landes]] [[Brandenburg]]. Bezüglich ihrer Bevölkerungszahl gilt sie mit etwa 18.000 Einwohnern als [[Kleinstadt]], jedoch bildet ihre Gesamtfläche mit über 268&nbsp;km² seit dem Jahr 2003 eine der [[Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands|flächengrößten]] [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] [[Deutschland]]s. [[Infrastruktur]]ell fungiert die Stadt als [[Mittelzentrum]], ist Sitz des [[Amtsgericht Nauen|Amtsgerichts Nauen]], welches [[Zentrales Vollstreckungsgericht]] für das Land Brandenburg ist. Die Stadt ist Mitglied der [[Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“]] des Landes Brandenburg. Die im frühen 20.&nbsp;Jahrhundert geleistete [[Großfunkstelle Nauen#Geschichte|Pionierarbeit in der Funktechnik]] trug ihr den Beinamen „Funkstadt“ ein.<br />
<br />
[[Datei:Nauen Rathaus.jpg|mini|300px|[[Rathaus]], oberhalb des [[Portal (Architektur)|Eingangsportals]] im oberen der drei [[Ochsenauge (Architektur)|Rundfenster]] mittig das [[Wappen#Wappenarten|Stadtwappen]]]]<br />
<br />
== Geografie ==<br />
=== Lage ===<br />
Die [[Stadt]] Nauen bildet den westlichen Teil des [[Osthavelland]]es im [[Landkreis]] [[Landkreis Havelland|Havelland]].<ref>Vgl. Brandenburgische Genealogische Gesellschaft (BGG) „Roter Adler“ e.&nbsp;V., Historische Landkarte Mark Brandenburg um 1900 ([http://www.bggroteradler.de/wp-content/uploads/2010/12/bb1900.jpg online], abgerufen am 15.&nbsp;Juni&nbsp;2016. Homepage: [http://www.bggroteradler.de/ online]).</ref> Die [[Kernstadt]] Nauen liegt 27&nbsp;km nordwestlich der [[Landeshauptstadt (Deutschland)|Landeshauptstadt]] [[Potsdam]] und 41&nbsp;km westnordwestlich des Zentrums der [[Bundeshauptstadt]] [[Berlin]]; die Entfernung zum Berliner Stadtrand ([[Bahnhof Berlin-Albrechtshof|Bahnhof Albrechtshof]]) beträgt 18&nbsp;km. Nauen belegt mit seiner Gesamtfläche [[Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands|Rang&nbsp;36]] unter den flächengrößten [[Stadt|Städten]] und [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] Deutschlands, noch vor dem auf Rang&nbsp;44 liegenden [[Frankfurt am Main]].<ref>Stand: 3.&nbsp;Februar 2016. Siehe Artikel [[Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands]].</ref> Landschaftlich liegt Nauen im [[Havelländisches Luch|Havelländischen Luch]] zwischen dem ausgedehnten [[Landschaftsschutzgebiet]] Nauen-[[Brieselang]]-[[Krämer (Wald)|Krämer]] und überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen im Süden und Südwesten.<br />
<br />
=== Nachbarstädte und -gemeinden ===<br />
Übersicht:<br />
{{Nachbargemeinden<br />
| NORD = Amtsfreie Gemeinde [[Fehrbellin]] und Stadt [[Kremmen]]<br />
| NORDOST = Stadt [[Kremmen]] und Amtsfreie Gemeinden [[Oberkrämer]] und [[Schönwalde-Glien]]<br />
| OST = Amtsfreie Gemeinde [[Brieselang]]<br />
| SUEDOST = Amtsfreie Gemeinde [[Wustermark]]<br />
| SUED = Stadt [[Ketzin/Havel]]<br />
| SUEDWEST = Gemeinde [[Märkisch Luch]] im [[Amt Nennhausen]], kreisfreie Stadt [[Brandenburg an der Havel]] und Gemeinde [[Päwesin]] im [[Amt Beetzsee]]<br />
| WEST = Gemeinde [[Retzow]] im [[Amt Friesack]]<br />
| NORDWEST = Gemeinde [[Paulinenaue]] im [[Amt Friesack]]<br />
}}<br />
<br />
=== Geologie ===<br />
Die Landschaften Nauens sind [[Eiszeitalter|eiszeitlichen]] Ursprungs. In geologischer Hinsicht liegt die Stadt am nördlichen Rand der nach ihr benannten [[Nauener Platte]], einer bis zu 15 Meter dicken und weitgehend geschlossenen [[Grundmoräne]] der [[Saaleeiszeit]] und der [[Weichseleiszeit|letzten Eiszeit]], die zum Teil von flachwelligen [[Endmoräne]]n überlagert ist. Im Südwesten des Stadtgebietes liegen die in der [[Beetzseerinne]] gebildeten Seen [[Groß Behnitzer See]], [[Klein Behnitzer See]] und [[Riewendsee]]. Diese [[glaziale Rinne]] beginnt zwischen den Ortsteilen [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]] und [[Berge (Nauen)|Berge]] und zieht sich in Form mehrerer Seen nach Südosten bis zur [[Stadt]] [[Brandenburg an der Havel]].<br />
<br />
=== Umwelt- und Naturschutz ===<br />
<!--==== Schutzgebiete ===--><br />
; Probleme<br />
Im West-Süd-Westen der Kernstadt Nauen existieren zwei Seen, welche als Beispiel für einen [[Schwund]]prozess durch natürliche und [[anthropogen]]e Einflüsse dienen können. Längs des Ortsteils Groß Behnitz erstreckt sich der [[Groß Behnitzer See]], am südöstlichen Ortsausgang des Ortsteils Klein Behnitz liegt der [[Klein Behnitzer See]]. Noch vor 250&nbsp;Jahren, im späten 18.&nbsp;Jahrhundert, handelte es sich um ein einzelnes, zusammenhängendes Gewässer.<ref>[[Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau]]: ''[[Schmettausches Kartenwerk]]''. Zweite Hälfte 18. Jahrhundert.</ref> Dieser ehemals langgezogene Behnitzer [[See]] zerfiel spätestens im frühen 19.&nbsp;Jahrhundert durch [[Verlandung]] als natürlichem Einfluss in zwei Seen, wobei sich eine Verlandungsfläche zwischen den neu entstehenden beiden Teilseen bildete. Ein ehemaliges Fischerhaus, welches einst am Ostufer des Behnitzer Sees lag, steht inzwischen auf der Verlandungsfläche zwischen beiden Teilseen. Noch im Jahr&nbsp;1880 war der südlicher gelegene Klein Behnitzer See der größere der beiden Seen. Mit der Anlage des Klinkgrabens, eines Abflussgrabens vom Klein Behnitzer See in den [[Riewendsee]], schloss man diesen an die [[Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße]] an. Der Klein Behnitzer See verlor mit diesem anthropogenen Eingriff zusehends deutlich an [[Volumen]] und [[Fläche (Mathematik)|Fläche]]. Im frühen 21.&nbsp;Jahrhundert ist er nunmehr im Vergleich der kleinere der beiden Seen.<ref>Preußisches Messtischblatt 3442 ''Tremmen'', Aufnahme 1880, Herausgegeben 1882.</ref> Die insgesamt verlorenen Wasserflächen werden von [[moor]]ig-[[sumpf]]igen [[Boden (Bodenkunde)|Böden]] und einem ausgedehnten [[Schilfrohr|Schilfgürtel]] bedeckt.<br />
<br />
== Stadtgliederung ==<br />
<!-- [[Datei:Sendeanlage Nauen Drehstandantenne.jpg|mini|Drehstandantenne beim Ortsteil [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung]]]] --><br />
[[Datei:HVL 05-14 img 15 Ribbeck Schloss.jpg|mini|[[Schloss Ribbeck|Schloss]] im Ortsteil [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]]]]<br />
[[Datei:Groß Behnitz Kirche.jpg|mini|Kirche mit der Grablege der Industriellenfamilie [[Albert Borsig|von Borsig]] im Ortsteil [[Groß Behnitz]]]]<br />
<!-- [[Datei:Nauen Denkmal Jüdischer Friedhof.jpg|mini|Denkmal auf dem ehemaligen [[Jüdischer Friedhof|jüdischen Friedhof]] in der [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung am Weinberg]]]] --><br />
Die Stadt Nauen besteht aus der [[Kernstadt]] Nauen und 14 räumlich außerhalb dieser Kernstadt liegenden [[Ortsteil]]en,<ref> Stadt Nauen (Hrsg.): [http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=66 ''Ortsteile''.] Abgerufen am 8. April 2019.</ref> von denen sieben noch zusätzliche [[Wohnplatz|Wohnplätze]] aufweisen. Die zur Stadt Nauen gehörenden Ortsteile samt ihren Wohnplätzen sind in alphabetischer Reihenfolge:<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|-<br />
! Ortsteile !! zugehörige Wohnplätze<br />
|-<br />
| [[Berge (Nauen)|Berge]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Bergerdamm]]<br />
| Bergerdamm-Lager, Hanffabrik, Hertefeld<br />
|-<br />
| [[Börnicke (Nauen)|Börnicke]]<br />
| Ebereschenhof<br />
|-<br />
| [[Groß Behnitz]]<br />
| Quermathen<br />
|-<br />
| Kienberg<br />
| [[Teufelshof (Nauen)|Teufelshof]]<br />
|-<br />
| Klein Behnitz<br />
|<br />
|-<br />
| [[Lietzow (Nauen)|Lietzow]]<br />
| Utershorst<br />
|-<br />
| Markee<br />
| Markau, Neugarten, Neuhof, Röthehof<br />
|-<br />
| [[Neukammer (Nauen)|Neukammer]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Schwanebeck (Nauen)|Schwanebeck]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Tietzow]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Wachow]]<br />
| [[Gohlitz]], [[Niebede]]<br />
|-<br />
| [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung]]<br />
|<br />
|}<br />
<br />
== Geschichte ==<br />
=== Frühgeschichte ===<br />
Das Gebiet um die heutige [[Kernstadt]] Nauen war bereits seit der [[Jungsteinzeit]] besiedelt.<ref>Werner Vogel: ''Nauen''. In: Gerd Heinrich (Hrsg.): ''Handbuch der historischen Stätten Deutschlands.'' Band 10: ''Berlin und Brandenburg'' (= ''Kröners Taschenausgabe.'' Band 311). 2.,&nbsp;verbesserte und erweiterte Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-31102-X, S.&nbsp;286–287, hier S.&nbsp;286.</ref><br />
<br />
=== Mittelalter (500–1500) ===<br />
Eine [[These]] hinsichtlich der Namensgebung Nauens besagt, eine [[Familie]] aus [[Nauen (Lutter am Barenberge)|Nauen]] am [[Harz (Mittelgebirge)|Westharz]] habe sich hier angesiedelt und ihrer neuen Wohnstatt den [[Name]]n ihrer alten [[Heimat]] <br />
gegeben.<ref>Stadt Nauen/Goethe-Gymnasium Nauen (Hrsg.): [https://www.ggnauen.de/nauen.html ''Nauen.''] Abgerufen am 9. April 2019.</ref> Wahrscheinlicher ist aber, dass der Namen von dem slawischen Wort "nowo" stammt, was "neu" oder "neuer Ort" bedeutet<ref>{{Literatur |Autor=Oswald Jannermann |Titel=Slawische Orts- und Gewässernamen in Deutschland: Von Belgrad in Pommern bis Zicker auf Rügen |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Norderstedt |Datum=2009 |ISBN= |Seiten=}}</ref>. Nauen wurde 1186 erstmals als „Nowen“ in einer [[Urkunde]] von [[Bischof]] [[Liste der Bischöfe von Brandenburg|Baldram]] von [[Brandenburg]] erwähnt und nicht, wie früher angenommen, im Jahre 981.<ref>Diese Urkunde des Brandenburger Bischofs Balderam ist im Domstiftsarchiv Brandenburg im Original erhalten und u.&nbsp;a. gedruckt im Codex diplomaticus Brandenburgensis, hrsg. von A.&nbsp;F. Riedel, 1. Hauptteil, Band 8. Berlin 1847, S. 114&nbsp;f. ([[Lutz Partenheimer]])</ref> Nauen erhielt 1292 das [[Stadtrecht]], woraufhin die [[Bürger]] 1302 das erste [[Rathaus]] errichteten. 1317 wurde ihr durch den brandenburgischen [[Markgraf]]en [[Waldemar (Brandenburg)|Waldemar den Großen]] das [[Marktrecht]] verliehen. Bereits im [[Mittelalter]] siedelten [[Juden]] in der [[Stadt]]. Im Jahre 1414 verursachte ein Rachefeldzug des [[Raubritter]]s [[Dietrich von Quitzow]] einen großen [[Stadtbrand]].<br />
<br />
=== Neuzeit (1500 bis ca.&nbsp;1789) ===<br />
Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zerstörten im Jahr 1631 die [[kaiser]]lichen [[Armee|Truppen]] [[Johann t’Serclaes von Tilly|Tillys]] einen Teil der Stadt. Während des [[Schwedisch-Brandenburgischer Krieg|Schwedisch-Brandenburgischen Krieges]] fand am 27. Juni 1675 das „[[Gefecht bei Nauen]]“ zwischen [[Schweden|schwedischen]] und [[brandenburg]]ischen Truppen statt. Ab 1716 begann die [[Einquartierung]] von [[Militär]]. Im Jahre 1732 hielt sich [[Kronprinz]] Friedrich, der spätere [[König]] [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich&nbsp;II.]] von [[Preußen]], für drei Monate als [[Kommandeur]] eines [[Bataillon]]s in Nauen auf. Der Bau von zwei [[Kaserne]]n erfolgte 1767 im Bereich des heutigen [[Landratsamt]]es.<br />
<br />
=== Neueste Zeit (um 1790 bis zum 21. Jahrhundert) ===<br />
==== Preußen ====<br />
Im Jahr 1800 [[Weihe (Religion)|weihte]] die [[Kehillah|jüdische Gemeinde]] ihre [[Synagoge]] in der Goethestraße&nbsp;11 ein.<br />
<br />
[[Datei:HVL 05-14 img 16 Ribbeck Brennerei.jpg|mini|Alte Brennerei am Gutshof [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]]]]<br />
==== Deutscher Bund (1815–1866) ====<br />
Im Jahre 1816 entstand der [[Landkreis Osthavelland]]. Die jüdische Gemeinde konnte 1819 außerhalb der Stadt [[Waldsiedlung (Nauen)|Am Weinberg]] einen [[Jüdischer Friedhof|Friedhof]] anlegen. Nauen wurde 1826 [[Kreisstadt]] und blieb dies über alle folgenden Gesellschaftsformen hinweg bis zur [[Kreisreform]] 1993. Die Stadt erhielt 1846 einen Anschluss an die [[Berlin-Hamburger Bahn]]. Zwischen 1865 und 1930 wurden mehrere Großprojekte verwirklicht, darunter 1865 die städtische [[Gaswerk|Gasanstalt]].<br />
<br />
==== Norddeutscher Bund (1867–1871) ====<br />
Im Jahr 1869 erfolgte die Einweihung einer höheren [[Jungenschule|Knabenschule]].<br />
<br />
==== Deutsches Kaiserreich (1871–1918) ====<br />
[[Datei:Nauen Landratsamt.jpg|mini|Gebäude des Landratsamtes aus der Kaiserzeit, gegenüber dem Rathaus.]]<br />
Im Jahr 1883 wurde die [[Freiwillige Feuerwehr]] gegründet. 1889 erfolgte der Bau der [[Zuckerfabrik Nauen]]. Das neue [[Rathaus]] der [[Stadt]] im [[Stil]] der norddeutschen [[Backsteingotik]] wurde zwischen 1888 und 1891 errichtet. Ein [[Orkan]] im Februar 1911 brachte dessen [[Turm]] zum Einsturz, welcher durch das Dach schlug, woraufhin die Turmspitze mitten in den Sitzungssaal ragte.<ref>Vgl. Kaatz, Andreas, In Nauen fallen die Hüllen. Sanierung des Rathausturms steht kurz vor dem Abschluss. In: MAZ-Online (Märkische Allgemeine [Zeitung] Online) in der Rubrik Lokales/Havelland, veröffentlicht am 1.&nbsp;Dezember&nbsp;2014, aktualisiert am 4.&nbsp;Dezember&nbsp;2014 ([http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/In-Nauen-fallen-die-Huellen online], abgerufen am 31. Januar 2016).</ref> Mittels der Eisenbahn wurde 1890 der Vorortverkehr nach [[Berlin]] eröffnet. Vom 20. September 1901 bis zum 1.&nbsp;April 1961 war Nauen [[Endbahnhof]] der [[Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen]]. 1906 entstand die nördlich vor Nauen liegende [[Funkstelle]] als Versuchsstation von [[Telefunken]], deren Erweiterung zur [[Großfunkstelle Nauen]] im Jahr 1921 erfolgte. Sie ist damit die älteste noch bestehende [[Sendeanlage]] der Welt. Im Jahr 1907 wurde ein [[Krankenhaus|Kreiskrankenhaus]] eröffnet, dessen Entwurf von den Charlottenburger Architektzen [[Mohr & Weidner]] stammte. Im Jahr 1912 ließ die Stadtverwaltung die Beleuchtung elektrifizieren. Der Bau des [[Gymnasium]]s in der Parkstraße erfolgte 1916.<br />
<br />
==== Weimarer Republik (1918–1933) ====<br />
1923 erfolgte die Eröffnung der städtischen [[Badeanstalt]]. 1930 wurde die Voll[[kanalisation]] der [[Innenstadt]] durchgeführt.<br />
<br />
==== Drittes Reich (1933–1945) ====<br />
Bereits in den ersten Wochen nach der Machtergreifung der NSDAP kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf Mitglieder der [[Arbeiterbewegung]], im August 1933 etwa wurde der Arbeitersportler Karl Thon von Angehörigen der Nauener SA verschleppt und erschlagen.<ref>Wilhelm Döbbelin: ''Im Zeichen von Terror und Gewalt. Die ersten Wochen der Naziherrschaft im Havelland.'' In: [[Arbeit – Bewegung – Geschichte]], Heft. II/2016., Zu Thon vgl. S. 143.</ref> Zudem wurde im Jahre 1933 in einer [[Zement#Herstellungsprozess|Zementfabrik]] im heutigen Ortsteil [[Börnicke (Nauen)|Börnicke]] durch die [[Sturmabteilung|SA]]-Standarte&nbsp;224 das [[KZ Börnicke]] als Teillager des frühen [[KZ Oranienburg]] eingerichtet. Zwischen 150 und 500 politische Gefangene – überwiegend [[Kommunismus|Kommunisten]] und [[Sozialdemokratie|Sozialdemokraten]] aus dem [[Landkreis Osthavelland]] – wurden hier in [[Schutzhaft]] genommen, wobei mindestens zehn von ihnen ermordet wurden und weitere an den Haftfolgen starben. Nach der Auflösung des KZ Börnicke im Juli 1933 wurde das Lager als [[KZ-Außenlager]] des KZ Oranienburg weitergeführt.<br />
<br />
Die Nauener [[Synagoge]] wurde 1938 während der [[Novemberpogrome 1938|Novemberpogrome]] stark beschädigt.<br />
<br />
Zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] erfolgte am 20. April 1945 bei Tag<ref>Helene von Koenigswald: [http://www.zeitstimmen.de/index.php?page=tgb&id=4714 ''Aufzeichnung vom 20.&nbsp;April 1945''.] In: Brandenburgische Literaturlandschaft e.&nbsp;V.: ''Zeitstimmen. Literatur und Alltag in Berlin-Brandenburg''; abgerufen am 16.&nbsp;Juni 2016.</ref> ein US-amerikanischer [[Luftkrieg|Luftangriff]], bei dem 83 Menschen starben.<ref>[http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Das-war-ganz-fuerchterlich Das war ganz fürchterlich], [[Märkische Allgemeine Zeitung]], 17. April 2015.</ref> Der [[Bahnhof]] und die umliegenden Stadtgebiete erlitten schwere Zerstörungen.<br />
<br />
Am 23.&nbsp;April&nbsp;1945 rückten unter dem Oberbefehl von [[Marschall der Sowjetunion|Marschall]] [[Georgi Konstantinowitsch Schukow|Schukow]] Bodentruppen der [[Zentralfront#1. Weißrussische Front|1.&nbsp;Weißrussischen Front]] der [[Rote Armee|Roten Armee]], in deren Reihen auch Truppen der 1.&nbsp;Polnischen Armee kämpften,<ref>Kamil Majchrzak: [http://neuntermai.vvn-bda.de/archiv/broschure/der-polnische-beitrag-im-kampf-gegen-den-faschismus/ ''Der polnische Beitrag im Kampf gegen den Faschismus''.] 2013. Basisorganisation 8.&nbsp;Mai der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.&nbsp;V.); abgerufen am 17.&nbsp;Juni 2016.</ref> im Zuge ihrer Umfassung der [[Reichshauptstadt#Berlin|Reichshauptstadt]] in Vorbereitung der [[Schlacht um Berlin]] gegen Nauen vor und nahmen die Stadt innerhalb von 24&nbsp;Stunden ein.<ref>Siegried Seidel: {{Webarchiv|url=http://www.golm-info.de/OTZ%20Golm_01-15%20Historie.pdf |wayback=20160616183435 |text=''Historie''. |archiv-bot=2019-05-03 11:24:24 InternetArchiveBot }} (PDF) In: Ortsteilzeitung Golm, Nr.&nbsp;1/2015, S.&nbsp;10–11; abgerufen am 16.&nbsp;Juni 2016.</ref><br />
<br />
==== Sowjetische Besatzungszone (1945–1949) ====<br />
Nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] gehörte Nauen zur [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]].<br />
<br />
==== Deutsche Demokratische Republik (1949–1990) ====<br />
Nauen war seit 1952 Kreisstadt des [[Kreis Nauen|Kreises Nauen]] im [[Bezirk Potsdam]].<br />
<br />
Im heutigen Nauener Ortsteil [[Groß Behnitz]] befand sich vom 7.&nbsp;Oktober 1969 bis zum 7.&nbsp;Oktober 1986 die [[Nationale Volksarmee|NVA]]-Kaserne der [[Raketenabteilung#Nationale Volksarmee|Raketenabteilung]]&nbsp;1 (Abkürzung: RA-1).<ref name="NVA_Raketenabteilung_1">Martin Rink, Rüdiger Wenzke: ''Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Suchformular.'' Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 17.&nbsp;Juni 2016 ([http://www.mgfa.de/html/standorte_index.php online], Suchbegriffe → Bezirk: Potsdam, Ort: Groß Behnitz).</ref><ref name="NVA_Standortdatenbank_Abkürzungsverzeichnis">Martin Rink, Rüdiger Wenzke: ''Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Abkürzungsverzeichnis.'' Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 18.&nbsp;Juni 2016 ([http://www.mgfa.de/html/standorte_abkuerzung.php online], Suchbegriffe → Abkürzungen: RA und MSD).</ref> Diese [[Kaserne]] trug den [[Ehrenname]]n ''[[Rudi Arndt (Widerstandskämpfer)|Rudi Arndt]]'' und den [[Deckname|Tarnnamen]] ''Ogarok'' (deutsche Schreibweise des russischen Wortes ''Огарок'' = „Kerzenstummel“).<ref name="NVA_Raketenabteilung_1" /> Die Raketenabteilung&nbsp;1, welche den Tarnnamen ''Morena'' (deutsche Schreibweise des russischen Wortes ''Морена'' = „Moräne“) trug, unterstand der [[1. motorisierte Schützendivision#Organisation|1.&nbsp;Motorisierten Schützendivision]] (Abkürzungen: 1. Mot.-Schützendivision beziehungsweise 1.&nbsp;MSD) in [[Eiche (Potsdam)|Potsdam-Eiche]],<ref name="NVA_Standortdatenbank_Abkürzungsverzeichnis" /><ref>Martin Rink, Rüdiger Wenzke: ''Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Suchformular.'' Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 18.&nbsp;Juni 2016 ([http://www.mgfa.de/html/standorte_index.php online], Suchbegriffe → Abkürzung: MSD, Bezirk: Potsdam).</ref><br />
<br />
==== Bundesrepublik Deutschland (seit 1990) ====<br />
[[Datei:Ausgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Nauen (20867665705).jpg|mini|Ausgebrannte [[Flüchtlingsunterkunft (Deutschland)|Flüchtlingsunterkunft]] im August 2015]]<br />
Die Zuckerfabrik Nauen wurde 1993 aufgelöst.<br />
<br />
Aufgrund von Hetzbriefen gegen [[Flüchtling]]e, gefolgt von einem in der Nacht vom 24. auf den 25.&nbsp;August&nbsp;2015 verübten [[Brandanschlag]] auf die geplante [[Flüchtlingsunterkunft (Deutschland)|Flüchtlingsunterkunft]] für ca. 100&nbsp;Menschen sowie der Angriffe auf das Büro der Partei ''[[Die Linke]]'' wurde Nauen im Jahr&nbsp;2016 in den Medien als „Zentrum der [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] Szene in Brandenburg“ bezeichnet.<ref>[http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/brandenburg/2016/02/stimmung-in-nauen-rechtsextreme-szene-brandanschlag-anleitung-molotow-cocktails.html rbb-online.de]</ref><ref>[http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/07/staatsanwaltschaft-potsdam-anklage-rechtsextremes-netzwerk-nauen.html rbb-online.de]</ref><br />
<br />
Mit dem „Toleranzfest Nauen“ halten mehr als 30&nbsp;Organisationen und die Stadtverwaltung gegen diese Entwicklung. Das Ziel besteht darin, auf friedliche Weise zu signalisieren, dass eine große Gruppe von Menschen dieser Stadt sich offen für ein tolerantes, demokratisches und solidarisches Miteinander – gerade im Hinblick auf geflüchtete, asylsuchende, ältere und homosexuelle Menschen – zeigen. 700&nbsp;Teilnehmer gaben im Jahr 2016 ein Beispiel für ein buntes Nauen. Man wolle sich den Ruf der Stadt nicht durch die Taten einer sehr kleinen Gruppe von Rechtsextremen zunichte machen lassen.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Wir-sind-Nauen-tolerant-und-weltoffen |titel=Bündnis macht mobil: „Wir sind Nauen, tolerant und weltoffen“ |autor= |hrsg= |werk=MAZ |datum=2016-03-16 |zugriff=2017-01-01}}</ref><br />
<br />
=== Eingemeindungen ===<br />
Zur [[Stadt]] Nauen gehörten vor dem Jahr&nbsp;2003 die drei Ortsteile [[Neukammer (Nauen)|Neukammer]], [[Schwanebeck (Nauen)|Schwanebeck]] sowie die [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung (Am Weinberg)]]. Im Jahr&nbsp;2003 beschloss der [[Landtag Brandenburg|Brandenburgische Landtag]] am 24. März eine [[Gemeindegebietsreform]]. Diese [[Reform]] betraf im Landkreis Havelland auch das [[Amt Nauen-Land]], welches sich bis dahin aus 14&nbsp;[[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] zusammengesetzt hatte. Von diesen 14&nbsp;Gemeinden wurden mit Wirkung zum 26. Oktober 2003<ref>[https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/NamensGrenzAenderung/NamensGrenzAenderung.html StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003]</ref> insgesamt 11&nbsp;Gemeinden [[Ortsteil]]e der Stadt Nauen. Dies sind die neuen Ortsteile [[Berge (Nauen)|Berge]], [[Bergerdamm]], [[Börnicke (Nauen)|Börnicke]], [[Groß Behnitz]], Kienberg, Klein Behnitz, [[Lietzow (Nauen)|Lietzow]], Markee (durch den 1878 [[Jainismus|Bauernhofer]] in [[Pacht]] zu [[Ostpreußen]] und [[Puerto Rico]] mit [[First Nations]]), [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]], [[Tietzow]] und [[Wachow]]. <!-- Die Belegung der Eingemeindungen folgt in Bälde. Gruß, Klobo zwo --><br />
<br />
== Bevölkerungsentwicklung ==<br />
<br />
[[Datei:Einwohnerentwicklung von Nauen.svg|mini|400px|Einwohnerentwicklung von Nauen von 1875 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle]]<br />
<!-- Belege für den Zeitraum von 1700 bis 1850 folgen. Gruß, Klobo zwo --><br />
{| class="toptextcells"<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|1875 || 6.929<br />
|-<br />
|1890 || 8.120<br />
|-<br />
|1910 || 9.176<br />
|-<br />
|1925 || 9.625<br />
|-<br />
|1933 || 10.659<br />
|-<br />
|1939 || 11.907<br />
|-<br />
|1946 || 13.106<br />
|-<br />
|1950 || 13.521<br />
|-<br />
|1964 || 12.090<br />
|-<br />
|1971 || 11.828<br />
|-<br />
|1981 || 11.787<br />
|}<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|1985 || 11.543<br />
|-<br />
|1989 || 11.215<br />
|-<br />
|1990 || 10.965<br />
|-<br />
|1991 || 10.769<br />
|-<br />
|1992 || 10.680<br />
|-<br />
|1993 || 10.594<br />
|-<br />
|1994 || 10.445<br />
|-<br />
|1995 || 10.355<br />
|-<br />
|1996 || 10.951<br />
|-<br />
|1997 || 10.918<br />
|-<br />
|1998 || 10.858<br />
|}<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|1999 || 10.736<br />
|-<br />
|2000 || 10.807<br />
|-<br />
|2001 || 10.987<br />
|-<br />
|2002 || 11.024<br />
|-<br />
|2003 || 16.774<br />
|-<br />
|2004 || 16.555<br />
|-<br />
|2005 || 16.649<br />
|-<br />
|2006 || 16.674<br />
|-<br />
|2007 || 16.675<br />
|-<br />
|2008 || 16.626<br />
|-<br />
|2009 || 16.523<br />
|}<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|2010 || 16.684<br />
|-<br />
|2011 || 16.475<br />
|-<br />
|2012 || 16.491<br />
|-<br />
|2013 || 16.616<br />
|-<br />
|2014 || 16.761<br />
|-<br />
|2015 || 16.943<br />
|-<br />
|2016 || 17.436<br />
|-<br />
|2017 || 17.686<br />
|-<br />
|2018 || 17.967<br />
|}<br />
|}<br />
<br />
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl<ref>[https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/stat_berichte/2015/SB_A01-99-05_2006u00_BB.pdf ''Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland''] (PDF) S. 18–21.</ref><ref>[https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/statistiken/langereihen/dateien/Bevoelkerungsstand.xlsx ''Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden''.] Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): ''Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg'' (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)</ref>: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des [[Volkszählung in der Europäischen Union 2011|Zensus 2011]].<br />
<br />
== Politik ==<br />
{{Wahldiagramm<br />
|LAND = DE<br />
|TITEL = Kommunalwahl 2019<br />
|TITEL2 = Wahlbeteiligung: 46,7 %<br />
|PARTEI1 = LWN<br />
|ERGEBNIS1 = 23.9<br />
|FARBE1 = 0099FF<br />
|ANMERKUNG1= Ländliche Wählergemeinschaft Nauen<br />
|PARTEI2 = SPD<br />
|ERGEBNIS2 = 20.9<br />
|PARTEI3 = CDU<br />
|ERGEBNIS3 = 13.8<br />
|PARTEI4 = AfD<br />
|ERGEBNIS4 = 13.8<br />
|PARTEI5 = Linke<br />
|ERGEBNIS5 = 9.4<br />
|PARTEI6 = Grüne<br />
|ERGEBNIS6 = 5.4<br />
|PARTEI7 = FW/P<br />
|ERGEBNIS7 = 4.5<br />
|FARBE7 = D93721<br />
|ANMERKUNG7=Frischer Wind für Nauen und Ortsteile / [[Piratenpartei Deutschland|Piratenpartei]]<br />
|PARTEI8 = WGB<br />
|ERGEBNIS8 = 4.3<br />
|FARBE8 = fa1<br />
|ANMERKUNG8=Wählergruppe Bauern<br />
|PARTEI9 = FDP<br />
|ERGEBNIS9 = 2.8<br />
}}<br />
<br />
=== Stadtverordnetenversammlung ===<br />
Die [[Gemeinderat (Deutschland)|Stadtverordnetenversammlung]] der Stadt Nauen besteht aus 28 Mitgliedern und dem hauptamtlichen [[Bürgermeister]] bei folgender Sitzverteilung:<br />
* Ländliche [[Wählergruppe|Wählergemeinschaft]] Nauen (LWN): 7 Sitze<br />
* [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]: 6 Sitze<br />
* [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]: 4 Sitze<br />
* [[Alternative für Deutschland|AfD]]: 4 Sitze<br />
* [[Die Linke]]: 2 Sitze<br />
* [[Bündnis 90/Die Grünen]]: 2 Sitze<br />
* Frischer Wind für Nauen und Ortsteile / [[Piratenpartei Deutschland|Piratenpartei]]: 1 Sitz<br />
* [[Wählergruppe]] Bauern: 1 Sitz<br />
* [[Freie Demokratische Partei|FDP]]: 1 Sitz<br />
(Stand: [[Kommunalwahlen in Brandenburg 2019|Kommunalwahl am 26. Mai 2019]])<ref>{{Internetquelle |url=https://www.wahlergebnisse.brandenburg.de/wahlen/KO2019/tabelleLandkreis.html#63208208 |titel=Ergebnis der Kommunalwahl 2019 |zugriff=2019-07-19}}</ref><br />
<br />
=== Bürgermeister ===<br />
* 2001–2017: Detlef Fleischmann ([[SPD]])<ref>[http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Drei-wollen-Buergermeister-werden ''Drei wollen Bürgermeister werden.]'' In: [[Märkische Allgemeine]], 20. Juli 2017</ref><br />
* seit 2017: Manuel Meger (Ländliche Wählergemeinschaft Nauen)<br />
<br />
Manuel Meger wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017 mit 50,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren<ref>[http://bravors.brandenburg.de/gesetze/bbgkwahlg#74 Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74]</ref> gewählt.<ref>[http://www.wahlen.brandenburg.de/bmwahlen/1206320800/s Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017]</ref><br />
<br />
=== Wappen und Flagge ===<br />
[[Datei:Wappen Nauen.png|mini|150px|[[Wappen#Kommunale Heraldik|Stadtwappen]] Nauens]]<br />
Das [[Wappen]] wurde am 7. Januar 1994 genehmigt. [[Blasonierung]]: „In Silber ein schrägrechtsgestellter blauer Karpfen.“<ref>[http://service.brandenburg.de/lis/detail.php?template=wappen_text_d&id=17028 Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg]</ref><br />
Die Farben der [[Flagge]] sind Blau – Silber (Weiß). Der Tuchuntergrund wird im Verhältnis 1:1 längs geteilt. Das amtliche Wappen kann in der oberen Hälfte der Flagge eingebracht werden.<br />
<br />
=== Städtepartnerschaften ===<br />
* {{DEU|#}} [[Bezirk Spandau|Berlin-Spandau]], Deutschland, seit 1988<br />
* {{DEU|#}} [[Kreuztal]], Deutschland, seit 1991<br />
<br />
Übersicht:<br />
{{Nachbargemeinden<br />
| NORD = <br />
| NORDOST = <br />
| OST = <br />
| SUEDOST = 24&nbsp;km bis zum [[Bezirk Spandau]] von [[Berlin]]<br />
| SUED = <br />
| SUEDWEST = 388&nbsp;km bis zur Stadt [[Kreuztal]] in [[Nordrhein-Westfalen]]<br />
| WEST = <br />
| NORDWEST = <br />
}}<br />
<br />
== Sehenswürdigkeiten und Kultur ==<br />
=== Sehenswürdigkeiten ===<br />
{{Siehe auch|Liste der Baudenkmale in Nauen}}<br />
==== St. Jacobi ====<br />
Die [[St. Jacobi (Nauen)|Kirche St. Jacobi]] geht auf das [[Spätmittelalter]] zurück. Zu Anfang des [[15. Jahrhundert|15.&nbsp;Jahrhunderts]], genauer um 1400, ließen die Nauener die Kirche erbauen, die architektonisch der [[Backsteingotik]] zuzurechnen ist. Erst ein halbes Jahrhundert später, in der zweiten Hälfte des 15.&nbsp;Jahrhunderts, war der [[Chor (Architektur)|Chor]] mit dem [[Altar]] fertiggestellt. Im Zuge der [[Reformation]] wurde die Kirche im [[16. Jahrhundert|16.&nbsp;Jahrhundert]] [[evangelisch]]. Ende des [[17. Jahrhundert|17.&nbsp;Jahrhunderts]] zerstörte ein Brand das Gebäude, woraufhin die Gemeinde das Gotteshaus im Jahr 1695 wieder errichten ließ. Zwölf Jahre später, im Jahr 1707, wurde der 55&nbsp;m hohe [[Turm]] mit seiner [[barock]]en [[Haube (Architektur)|Haube]] auf den ursprünglichen Unterbau aufgesetzt. Gegen Ende des [[19. Jahrhundert|19.&nbsp;Jahrhunderts]] erhielt die [[Kirche (Bauwerk)|Kirche]] eine 1874 gebaute [[Orgel]] aus der Werkstatt [[Heerwagen (Orgelbau)|Heerwagen]].<br />
<br />
==== Weitere Kirchen ====<br />
* Die Fachwerkkirche in Markee entstand 1697 als Ersatz für den hinfälligen Vorgängerbau. Sie enthält [[Reformation|vorreformatorische]] [[Apostel]]figuren, ein Bild aus der Cranach-Schule, eine [[Altar]]kanzel und eine [[Empore]] aus der Zeit um 1700 sowie [[Art déco]]-Ausmalungen aus den 1930er-Jahren.<br />
* Von 1905 bis 1906 wurde die Katholische Kirche St.&nbsp;Peter und Paul im Stil einer [[Neuromanik|neuromanischen]] [[Basilika (Bautyp)|Backsteinbasilika]] erbaut.<br />
<br />
==== Historische Altstadt ====<br />
In der historischen Altstadt befinden sich einige Gebäude, die im Zeitraum zwischen dem 17.&nbsp;Jahrhundert und dem 20.&nbsp;Jahrhundert entstanden. Dazu gehören der zwischen 1888 und 1891 fertiggestellte Rathausplatz mit dem Rathaus als [[Neugotik|neugotischem]] Backsteinbau sowie das Sittelsche Haus. Der [[Wasserturm Nauen|Wasserturm]] an der Ecke Mauerstraße/Goethestraße wurde 1898 erbaut und 2006 renoviert; er beinhaltet jetzt Nauens höchste Wohnung. Zwischen 1999 und 2002 sanierte man in der Innenstadt das im [[Jugendstil]] errichtete „Voßsche&nbsp;Haus“ (Mittelstraße&nbsp;33) sowie das „Barzsche&nbsp;Haus“ (Mittelstraße&nbsp;12–16) und schließlich das „Rumpffsche&nbsp;Haus“.<br />
<br />
==== Gedenkstätten ====<br />
* Gedenkstein für die [[Konzentrationslager|KZ-Opfer]] von Börnicke auf dem Gelände der einstigen Fabrik aus dem Jahr 1975<br />
* Gedenkstein an der ehemaligen [[Synagoge]] in der Goethestraße Nr.&nbsp;11 aus dem Jahr 1988. Im gleichen Jahr stellte man auf dem jüdischen Friedhof [[Waldsiedlung (Nauen)|Am Weinberg]] eine [[Skulptur]] des Künstlers Ingo Wellmann zur Erinnerung an die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger auf.<br />
* [[Sowjetunion|Sowjetischer]] Ehrenfriedhof: Er erinnert an die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges getöteten sowjetischen Soldaten der [[Rote Armee|Roten Armee]] sowie zusätzlich an die während des Zweiten Weltkrieges in Nauen umgekommenen [[Zwangsarbeiter]] anderer Nationen. Der Friedhof befand sich ehemals an der Berliner Straße, wurde aber nach der Wiedervereinigung auf den Städtischen Friedhof verlegt.<br />
*In der Stadt sind mehrere [[Stolpersteine]] zur Erinnerung an vormals ansässige Opfer des Nationalsozialismus verlegt. → ''Hauptartikel: [[Liste der Stolpersteine in Nauen]]''<br />
<br />
<gallery><br />
Nauen Wasserturm.jpg|Wasserturm Nauen<br />
Nauen Goethestraße 39.jpg|Schmales Fachwerkhaus in der Altstadt von Nauen (Goethestraße)<br />
Nauen evangelische Kirche.jpg|Evangelische Kirche St.&nbsp;Jacobi<br />
Nauen St. Jacobi Hochaltar.JPG|Hochaltar von St.&nbsp;Jacobi<br />
Nauen Katholische Kirche 1.jpg|Katholische Kirche St.&nbsp;Peter und Paul<br />
Markee Church.jpg|Christuskirche in Markee<br />
</gallery><br />
<br />
=== Filmproduktionen ===<br />
Nauen diente als Kulisse für die Produktion von 16 Filmen.<ref>Andreas Kaatz: [http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/MAER/20090916/erst-funk-und-nun-auch-filmstadt-ku/200909162446582.html ''Erst Funk- und nun auch Filmstadt. Requisiten für die Ausstellung „Nauen als Drehort bekannter Filme“ übergeben''.] In: ''Märkische Allgemeine'', 16. September 2009, Ausgabe Havelland; genios.de, abgerufen am 30. Januar 2016.</ref> So wurden Teile des [[DEFA]]-[[Spielfilm]]s „[[Solo Sunny]]“, der im Jahr 1980 erschien, in der Marktstraße in Nauen gedreht.<ref>Vgl. TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Filmschauplätze in Brandenburg: SOLO SUNNY. Online auf der Website www.reiseland-brandenburg.de ([http://www.reiseland-brandenburg.de/reiseziele/havelland/details/id/9148/theme/a-z.html online], abgerufen am 30. Januar 2016).</ref><br />
<br />
== Wirtschaft und Infrastruktur ==<br />
Bezüglich seiner [[infrastruktur]]ellen und [[Wirtschaftsgeographie|wirtschaftsgeografischen]] Bedeutung bildet Nauen<ref>[http://www.brandenburg.de/alias/bb1.c.474722.de/bb1.c.474722.de Landesregierung Brandenburg]; [http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.449516.de Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung] (Hrsg.): [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009 ''Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B)'' vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2015.] [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009/attachments/236458 Anlage 3.] [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/68/GVBl_II_24_2015-Anlage-Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg.pdf ''Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg''.] (PDF; 3,9 MB) S. 5–6, 10–11, 21–22, 24. In: ''Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II – Verordnungen.'' [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_II_24_2015.pdf 26.&nbsp;Jahrgang, Nummer&nbsp;24 (GVBl.II/15, Nr. 24), 2. Juni 2015.] (PDF) abgerufen am 18. März 2017</ref> neben [[Falkensee]]<ref>[http://www.brandenburg.de/alias/bb1.c.474722.de/bb1.c.474722.de Landesregierung Brandenburg]; [http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.449516.de Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung] (Hrsg.): [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009 ''Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B)'' vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2015,] [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009/attachments/236458 Anlage 3:] [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/68/GVBl_II_24_2015-Anlage-Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg.pdf ''Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg''.] (PDF; 3,9 MB) S. 5–6, 10–11, 21–23. In: ''Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II – Verordnungen.'' [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_II_24_2015.pdf 26.&nbsp;Jahrgang, Nummer&nbsp;24 (GVBl.II/15, Nr. 24), 2. Juni 2015,] (PDF) abgerufen am 18. März 2017</ref> und [[Rathenow]]<ref>[http://www.brandenburg.de/alias/bb1.c.474722.de/bb1.c.474722.de Landesregierung Brandenburg]; [http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.449516.de Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung] (Hrsg.): [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009 ''Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B)'' vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2015,] [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009/attachments/236458 Anlage 3:] [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/68/GVBl_II_24_2015-Anlage-Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg.pdf ''Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg''.] (PDF; 3,9 MB) S. 5–6, 10–11, 21–22, 24. In: ''Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II – Verordnungen.'' 26.&nbsp;Jahrgang, [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_II_24_2015.pdf Nummer&nbsp;24 (GVBl.II/15, Nr. 24), 2. Juni 2015,] (PDF) abgerufen am 18. März 2017</ref> [[Liste der Ober- und Mittelzentren in Brandenburg|eines von drei Mittelzentren]] im [[Landkreis Havelland]].<br />
<br />
=== Wirtschaft ===<br />
<br />
==== Funksendeanlagen ====<br />
[[Datei:Sendeanlage Nauen Drehstandantenne.jpg|mini|Drehstandantenne beim Ortsteil [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung]]]]<br />
[[Datei:20150822 xl P1020091 Windkraftanlagen (WKA) bei Groß Behnitz.JPG|mini|[[Windkraftanlage]]n auf der „[[Nauener Platte]]“ beim Ortsteil [[Groß Behnitz]]]]<br />
Im ersten Viertel des 20.&nbsp;Jahrhunderts wurde in der [[Großfunkstelle Nauen]] bedeutende Pionierarbeit in der [[Funktechnik]] geleistet. Diese Leistungen trugen der Stadt den Beinamen „Funkstadt“ ein.<ref>[http://www.funkstadt-nauen.de/fun00068.html Nauen, die Funkstadt]</ref><br />
<br />
Nauen ist seit dem 19. August 1906, als die ''Großfunkstelle für drahtlose Telegraphie'' in Betrieb genommen wurde, Standort bedeutender Sendeanlagen (<small>{{Coordinate|NS=52/8/51/N|EW=12/54/31/E|type=landmark|region=DE-BB|text=DMS|name=Sendeanlagen}}</small>). Anfangs diente die Anlage dazu, [[Telegramm]]e über weite Strecken auch ohne Kabel zu übertragen mit dem Fernziel Funkkontakt zu den deutschen Kolonien in Afrika und Asien. Bis 1945 befand sich in Nauen ein großes Sendezentrum für [[Langwelle|Lang-]] und [[Kurzwelle]], dessen Draht[[Antenne (Technik)|antenne]] eine Fläche überspannte, die größer als das Fürstentum [[Monaco]] war. Die Tragmasten, die bis zu 260 Meter hoch waren, gehörten zu den höchsten Bauwerken Europas. 1913 wurden bereits Reichweiten bis 6.400 Kilometer erreicht. Klar verständlich telefonierte man von hier nach Wien. Mit Beginn<!-- aber doch auch schon in den Jahren davor, nicht erst im August 1914 --> des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] kam der Funkstelle auch militärische Bedeutung zu. Weil die [[Siegermacht #Erster Weltkrieg |Entente]] das Deutsche Überseekabel gekappt hatte, wurde die Anlage nun das Tor zur Welt. Von hier aus lenkte das Reich seine U-Boot-Flotte, hier hielt es den Kontakt in die Kolonien. 1918 übernahm die von Telefunken betriebene Gesellschaft Transradio die Funkstation. Die Technik wurde schrittweise weiterentwickelt und ermöglichte bald Reichweiten bis zu 20.000 Kilometer. Nauen wurde durch diese Anlagen weltbekannt („Nauen kennt die Welt und die Welt kennt Nauen“).<br />
<br />
Bis 1925 lag der [[Hermann Muthesius|Muthesiusbau]], das Sendergebäude des Senders Nauen, fast direkt an der damaligen [[Bundesstraße 273|Fernverkehrsstraße 273]]. Infolge einer späteren Geländeerweiterung der Sendeanlagen umgeht die Straße seither das weiträumige Areal der Sendeanlage in großem Bogen ostwärts. 1945 wurden die Anlagen demontiert und der Muthesiusbau zeitweise als Kartoffellager genutzt.<br />
<br />
Ab 1954, in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-Zeit wurden neue [[Kurzwellensender|Sendeanlagen]] aufgebaut, insbesondere für Rundfunk und andere Funkdienste im Kurzwellenbereich. Beim Ausbau des Kurzwellenzentrums Nauen entstand 1976 eine 70 Meter hohe Drehstandantenne, die im 21. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden einige Teile der Sendeeinrichtungen aus der DDR-Zeit demontiert. Allerdings wurden zwischen 1995 und 1997 in Nauen auch vier neue drehbare Antennen, die ''ALISS-Antennen'', errichtet. Sie sind 80,5&nbsp;Meter hoch, wiegen 280 Tonnen und haben eine Spannweite von 87 Metern. Hauptsächlich werden Programme der [[Deutsche Welle|Deutschen Welle]] auf [[Kurzwelle]] ausgestrahlt (Stand im Jahr 2015).<br />
<br />
==== Windkraftanlagen ====<br />
Die „[[Nauener Platte]]“ ist heute ein ausgewiesenes Windnutzungsgebiet, welches durch eine hohe Anzahl und Dichte von [[Windkraftanlage]]n charakterisiert wird.<br />
<br />
=== Verkehr ===<br />
<br />
==== Individualverkehr ====<br />
Nauen liegt an der [[Bundesstraße 5|Bundesstraße B 5]], die [[Hamburg]] mit [[Berlin]] verbindet. Die Entfernung nach Hamburg beträgt 247&nbsp;km, bis zum Berliner [[Bezirk Spandau]] beträgt sie 24&nbsp;km. Auf dem Weg in die [[Bundeshauptstadt#Deutschland|Bundeshauptstadt]] ist Nauen über die B&nbsp;5 an den westlichen Berliner Ring ([[Bundesautobahn 10|A 10]]) angeschlossen (Anschlussstelle ''Berlin-Spandau''). Von Nauen führt die [[Bundesstraße 273|Bundesstraße B&nbsp;273]] über die Anschlussstelle ''Kremmen'' der [[Bundesautobahn 24|A 24]] nach [[Kremmen]].<br />
<br />
Nauen liegt am [[Havelland-Radweg]], der von Berlin in den [[Naturpark Westhavelland]] führt.<br />
<br />
==== Öffentlicher Personennah- und Fernverkehr ====<br />
[[Datei:Karte Berlin-Hamburger Bahn.png|mini|Die [[Berlin-Hamburger Bahn]] führt über Nauen.]]<br />
Der {{Anker|Bahnhof Nauen}}Bahnhof Nauen ist Endhaltepunkt der [[Regionalbahn]]linien [[Liste der Eisenbahnlinien in Brandenburg und Berlin#RB 10|RB 10]] (Nauen–[[Bahnhof Berlin Südkreuz|Berlin Südkreuz]]) und RB 14 (Nauen–Berlin–[[Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen|Flughafen Berlin-Schönefeld]]) des [[Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg|Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB)]], betrieben von der [[Deutsche Bahn|Deutschen Bahn AG (DB AG)]]. Für die Züge der VBB-[[Regional-Express|Regionalexpress]]-[[Liste der Eisenbahnlinien in Brandenburg und Berlin#RE 2|Linie RE 2]] ([[Bahnhof Wismar|Wismar]]–Berlin–[[Bahnhof Cottbus|Cottbus]]), welche hier auf der [[Bahnstrecke Berlin–Hamburg]] verkehren und von der [[Ostdeutsche Eisenbahn|Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG)]] gefahren werden, dient er als [[Durchgangsbahnhof]].<ref name="NauenBf_Abfahrten_Nahverkehrverkehr" /><ref name="NauenBf_Ankünfte_Nahverkehr" /><br />
<!--Die Züge der [[Liste der Eisenbahnlinien in Brandenburg und Berlin#RB 14|Linie RB14]] halten auf Gleis 6, wo bahnsteiggleicher Anschluss an den RE Richtung Wismar vom Gleis 5 besteht. An Gleis 2 hält die Linie 10 und die RE der Gegenrichtung; es besteht Anschluss an die RB14 Richtung Spandau am Gleis&nbsp;5.--> <!-- Was macht dieser Artikel, wenn da mal ein Zug an einem anderen Bahnsteig hält? Und Reisende deswegen den Anschluss verpassen? Wird die Wikipedia dann verklagt? Und warum stehen die einzelnen Abfahrtszeiten nicht auch gleich dabei? --><br />
<br />
Die Gleise 1 und 4 sind reine Durchfahrtgleise mit [[Linienzugbeeinflussung]] (LZB) für den [[Bahnstrecke Berlin–Hamburg#Ausbau für 230 km/h|schnellen Personenverkehr]]. Gleise 2 und 5 sind ebenfalls mit LZB ausgestattet. Die Gleise 7 und 8 sind für den Güterverkehr vorgesehen. Gleis 3 am südlichen Bahnsteig hat eine Nummer, aber keine Schienen. Beide Bahnsteige sind auch über [[Barrierefreies Bauen#Zielgruppen und ihre Ansprüche|einen Aufzug]] erreichbar.<ref name="OpenRailwayMap_Nauen-Bf" /><br />
<br />
Nauen war Endbahnhof der 1963 eingestellten [[Osthavelländische Kreisbahnen|Osthavelländischen Kreisbahnen]] Nauen-[[Ketzin]] sowie Nauen-[[Velten]].<br />
<br />
Die [[Omnibus|Bus]]-Linien der [[Havelbus|Havelbus Verkehrsgesellschaft]] mbH verbinden Nauen mit dem Umland.<ref>Christian Knappe: ''Tarifwabenplan.'' In: Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH (Hrsg.): ''Havelbus aktuell. Das Fahrgastmagazin der Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH.'' Heft 2/2012, S. 8–9.<br />
Abgerufen am 25. März 2018 ([https://www.yumpu.com/de/document/view/8712892/havelbus-aktuell-nr-2-12-pdf-3-mb PDF; 3 MB, deutsch]).</ref><br />
<br />
=== Bildung ===<br />
[[Datei:Nauen Goethe Gymnasium.jpg|mini|[[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]]-[[Gymnasium]]]]<br />
[[Datei:Käthe-Kollwitz-Grundschule Nauen.jpeg|mini|links|[[Käthe Kollwitz|Käthe-Kollwitz]]-[[Grundschule]]]]<br />
In Nauen gibt es vier [[Grundschule]]n. Neben den drei in städtischer Trägerschaft befindlichen Grundschulen, der Käthe-Kollwitz-Grundschule (VHG), der Grundschule am Lindenplatz und der Dr. Georg Graf von Arco&#x2011;Oberschule mit Grundschulteil wird in privater Trägerschaft die Kreativitäts- und Ganztagsgrundschule des [[Leonardo da Vinci Campus|Leonardo-da-Vinci-Campus]] betrieben.<ref>[http://www.nauen.de/impressum/index.php Stadt Nauen (Hrsg.):] ''[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=9 Bildung & Erziehung. Grundschulen.]'' Abgerufen am 14. April 2019.</ref> <br />
<br />
Hinzu kommen zwei [[Förderschule (Deutschland)|Förderschulen]] in Trägerschaft des Landkreises Havelland, nämlich die Havellandschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sowie die Regenbogenschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Förderschulen">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=7 ''Bildung und Erziehung. Förderschulen''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Die zwei [[Oberschule (Brandenburg)|Oberschulen]] sind die städtische Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule mit Grundschulteil sowie die Kreativitäts- und Ganztagsoberschule des Leonardo-da-Vinci-Campus in privater Trägerschaft.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Oberschulen">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=12 ''Bildung und Erziehung. Oberschulen''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Nauen bietet drei [[Berufsbildende Schule]]n: die Berufliche Schule für Wirtschaft Nauen in freier Trägerschaft, das Jugendaufbauwerk Nauen e.&nbsp;V. und das Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landkreises Havelland.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Berufsbildende Schulen">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=6 ''Bildung und Erziehung. Berufsbildende Schulen''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Drei [[Gymnasium|Gymnasien]] bieten die Möglichkeit, das [[Abitur]] abzulegen; das städtische Goethe-Gymnasium, das privat betriebene Internationale Ganztagsgymnasium des Leonardo-da-Vinci-Campus sowie das Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landkreises Havelland.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Gymnasien">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=10 ''Bildung und Erziehung. Gymnasien''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Als [[Volkshochschule]] steht den Nauenern die Musik-, Kunst- und Volkshochschule des Landkreises Havelland offen.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Volkshochschule">[http://www.nauen.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=63893 ''Bildung und Erziehung. Volkshochschule''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
=== Öffentliche Einrichtungen ===<br />
In Nauen befindet sich ein [[Schwimmbad]], betrieben als [[Kommunale Badeanstalt|Stadtbad]].<ref>[http://www.stadtbad-nauen.de/ „STADT bad NAUEN“.] abgerufen am 1. Februar 2016.</ref><br />
<br />
== Persönlichkeiten ==<br />
=== Ehrenbürger ===<br />
* [[Werner Salomon|Hans Werner Salomon]] (1926–2014), Politiker ([[SPD]]), Ehrenbürger seit 1996, von 1979 bis 1992 [[Bürgermeister]] des Berliner [[Bezirk Spandau|Bezirks Spandau]], von 1995<ref name="Märkische Allgemeine. Online-Archiv">[http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/MAER/20100512/werner-salomon-bleibt-an-der-spitze/201005122640829.html ''Havelland. Werner Salomon bleibt an der Spitze''.] In: ''Märkische Allgemeine'', 12. Mai 2010; genios.de</ref> bis 2014 Vorstandsvorsitzender des Ortsverbandes Nauen e.&nbsp;V.<ref name="ASB. OV Nauen. Impressum">{{Webarchiv|url=http://www.asb.de/nauen/impressum.html | wayback=20140714212152 | text=''Impressum.''}} Arbeiter-Samariter-Bund, Ortsverband Nauen e.&nbsp;V. (2014)</ref> des [[Arbeiter-Samariter-Bund]]es Deutschland<br />
<br />
=== Söhne und Töchter der Stadt ===<br />
[[Datei:Graf Itzenplitz.jpg|mini|hochkant|[[Preußen|Preußischer]] [[Staatsminister (Deutschland)#Staatsminister in früheren deutschen Staaten|Staatsminister]] [[Heinrich Friedrich von Itzenplitz|Graf von Itzenplitz]] (Illustration von [[Richard Brend’amour]] von 1895/96)]]<br />
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-12242, Georg Graf von Arco.jpg|mini|hochkant|[[Georg Graf von Arco]] (1931)]]<br />
<br />
* [[Friedrich Karl Ludwig von Below]] (1750–1814), [[Landstallmeister]] im Hauptgestüt Trakehnen<br />
* [[Peter Alexander von Itzenplitz]] (1768–1834), Gutsherr<br />
* [[Karl August von Brandenstein]] (1792–1863), Generalleutnant<br />
* [[Heinrich Friedrich von Itzenplitz]] (1799–1883), geboren in [[Groß Behnitz]], preußischer Minister<br />
* [[Walter Pott (Politiker)|Walter Pott]] (1878–1960), erster frei gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg in [[Hohen Neuendorf]]<br />
* [[Hermann Schmidt (Politiker, 1880)|Hermann Schmidt]] (1880–1945), Politiker (Zentrum), 1927 bis 1932 preußischer Staatsminister der Justiz<br />
* [[Heinrich Wilkens]] (1881–1948), Politiker (Zentrum)<br />
* [[Ernst Kienast]] (1882–1945), Direktor beim Reichstag<br />
* [[Otto Heese]] (1891–1968), Gewerkschaftsfunktionär und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus<br />
* [[Hans Ney]] (1924–2016), geboren im [[Börnicke (Nauen)|Börnicker]] Wohnplatz Ebereschenhof, Heimatforscher<br />
* [[Friedrich Zunkel]] (1925–2010), Wirtschafts- und Sozialhistoriker<br />
* [[Arnold Zarft]] (1930–2009), geboren in [[Bergerdamm]], Pastor, Ehrenbürger von Neustrelitz<br />
* [[Heinz Klingenberg (Mediävist)|Heinz Klingenberg]] (* 1934), Mediävist und Runologe, Professor für Skandinavistik der Universität Freiburg<br />
* [[Helmut Kliem]] (1939–1970), geboren im [[Börnicke (Nauen)|Börnicker]] Wohnplatz Ebereschenhof, Todesopfer an der Berliner Mauer<br />
* [[Michael Werner (Kunsthändler)|Michael Werner]] (* 1939), Kunsthändler<br />
* [[Wilfried Mommert]] (* 1944), Journalist<br />
* [[Martin Posth]] (1944–2017), geboren in [[Berge (Nauen)|Berge]], Industriemanager<br />
* [[Jürgen Drews]] (* 1945), Schlagersänger<br />
* [[Eugen Gliege]] (* 1949), Presse- und Comiczeichner<br />
* [[Thomas Plenert]] (* 1951), Kameramann<br />
* [[Irene Diekmann]] (* 1952), Historikerin<br />
* [[Udo Schnelle]] (* 1952), Theologe, Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg<br />
* [[Jochen Kowalski]] (* 1954), geboren in [[Wachow]], Opernsänger (Countertenor)<br />
* [[Klaus-Dieter Kurrat]] (* 1955), Leichtathlet, Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 1976<br />
* [[Udo Folgart]] (* 1956), Politiker (SPD), seit 2004 Mitglied des Landtages Brandenburg<br />
* [[Christoph D. Minke]] (* 1965), Kirchenmusiker<br />
* [[Nancy Grimm]] (* 1979), Amerikanistin<br />
* [[Sabrina Schepmann]] (* 1981), Fotomodell, Fotografin<br />
* [[Claudia Grunwald]] (* 1982), Leichtathletin<br />
<br />
=== Mit Nauen verbundene Persönlichkeiten ===<br />
* [[Albert Borsig]] (1829–1878), Unternehmer, lebte auf Gut Groß Behnitz<br />
* [[Ernst Borsig]] (1869–1933), Unternehmer, lebte und starb auf Gut Groß Behnitz<br />
* [[Georg Graf von Arco]] (1869–1940), Elektroingenieur, Verantwortlicher für den Ausbau der [[Großfunkstelle Nauen]]<br />
* [[Senta Maria Anna Siller]] (geb. 1935), Designerin, Unternehmerin, aktiv im Förderverein „Cultura“ auf dem ehemaligen Landgut Borsig in Groß Behnitz<br />
<br />
== Siehe auch ==<br />
* [[Ackerbürger#Ackerbürgerstadt|Ackerbürgerstadt]]<br />
<br />
== Literatur ==<br />
* Gerd Alpermann: ''Die Einwohnerschaft der Stadt Nauen und ihrer Garnison bis zur Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts'' (Schriftenreihe der Stiftung Stoye der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.&nbsp;V., Bände 20 und 21), Neustadt an der Aisch 1991, ISBN 3-7686-4127-9.<br />
* Ernst Georg Bardey: ''Geschichte von Nauen und Osthavelland.'' Rathenow 1892.<br />
* Michael Bollé: ''Die Grossfunkstation Nauen und ihre Bauten von Hermann Muthesius.'' Mit einem Beitrag von Georg Frank. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege. Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1996, ISBN 3-922912-37-0.<br />
* Martina al Diban: ''In Nauen durch die Jahrhunderte. Geschichte und Geschichten.'' Verlag Uwe Grötschel, Falkensee 1995, ISBN 3-00-000108-5.<br />
* Christian Hopfe: ''Nauen in alten Ansichten'' (Archivbilder), Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-161-5.<br />
* Dieter Kristke: ''100 Jahre Nauen in Worten und Bildern. Eine Wanderung durch die Straßen und Gassen der Altstadt.'' Ketzin 1992.<br />
* Dieter Kristke: ''Stadtbilder aus Nauen. 1292–1992.'' Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-928741-08-X.<br />
* Dieter Kristke: ''Nauen in alten Ansichten'' (Die damals Reihe), Europäische Bibliothek Verlag, Zaltbommel/Niederlande 1995, ISBN 90-288-6048-7.<br />
* Arndt Riefling: ''Nauen. Als die Schornsteine noch rauchten. Fotodokumente zwischen 1945 und 1989.'' (Edition Damals in unserer Stadt), Leipziger Verlagsgesellschaft, Verlag für Kulturgeschichte und Kunst, Leipzig 2007, ISBN 3-910143-84-9.<br />
* Dorit Schneider: ''Soldaten in der Stadt. Militär und Gesellschaft in Nauen 1763–1806'' (magi-e – forum historicum, Band&nbsp;4), Schwarten Verlag, Aichach 2003, ISBN 3-929303-23-X.<br />
* Werner Vogel: ''Nauen''. In: [[Gerd Heinrich (Historiker)|Gerd Heinrich]] (Hrsg.): ''[[Handbuch der historischen Stätten Deutschlands]].'' Band 10: ''Berlin und Brandenburg'' (= ''[[Kröners Taschenausgabe]].'' Band 311). 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-31102-X, S.&nbsp;286–287.<br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commonscat}}<br />
<!-- * [http://www.nauen.de/ Internetseite der Stadt Nauen] --><br />
<!-- * [http://www.funkstadt-nauen.de/indeyy.html Private Internetseite zur Funkstadt Nauen] --><br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references><br />
<ref name="NauenBf_Abfahrten_Nahverkehrverkehr"><br />
{{cite web<br />
|url= http://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=15091&country=DEU&rt=1&<br />
|title=Abfahrten Nauen<br />
|work=reiseauskunft.bahn.de |year=2017<br />
|accessdate=2017-03-27}}<br />
</ref><br />
<ref name="NauenBf_Ankünfte_Nahverkehr"><br />
{{cite web |url= http://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=15091&rt=1&<br />
|title=Ankünfte Nauen<br />
|work=reiseauskunft.bahn.de |year=2017<br />
|accessdate=2017-03-27}}<br />
</ref><br />
<ref name="OpenRailwayMap_Nauen-Bf"><br />
{{cite web<br />
|url= http://www.openrailwaymap.org/?lang=&lat=52.612965364967785&lon=12.884546220302582&zoom=18&style=standard<br />
|title=Nauen Bahnhof<br />
|work=openrailwaymap.org |year=2017<br />
|accessdate=2017-03-27}}<br />
</ref><br />
</references><br />
<br />
{{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Havelland}}<br />
<br />
{{Normdaten|TYP=g|GND=4261645-1|LCCN=n/2011/028360|VIAF=236019594}}<br />
<br />
[[Kategorie:Nauen| ]]<br />
[[Kategorie:Ort im Landkreis Havelland]]<br />
[[Kategorie:Ehemalige Kreisstadt in Brandenburg]]<br />
[[Kategorie:Ersterwähnung 1186]]<br />
[[Kategorie:Ort im Havelland (Mark Brandenburg)]]<br />
[[Kategorie:Stadt in Brandenburg]]<br />
[[Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1292]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nauen&diff=192905892Nauen2019-10-06T17:18:07Z<p>Wikipexiah: Marshall Plan</p>
<hr />
<div>{{Begriffsklärungshinweis}}<br />
{{Infobox Gemeinde in Deutschland<br />
|Art = Stadt<br />
|Wappen = Wappen Nauen.png<br />
|Breitengrad = 52/36/00/N<br />
|Längengrad = 12/52/59/E<br />
|Lageplan = Nauen in HVL.png<br />
|Bundesland = Brandenburg<br />
|Landkreis = Havelland<br />
|Höhe = 35<br />
|PLZ = 14641<br />
|Vorwahl = 03321, 033230 (Börnicke, Tietzow), 033237 (Ribbeck), 033239 (Groß Behnitz, Schwanebeck, Wachow)<br />
|Gemeindeschlüssel = 12063208<br />
|Gliederung = 14 [[Ortsteil]]e<br />
|Straße = Rathausplatz 1<br />
|Website = [http://www.nauen.de/ www.nauen.de]<br />
|Bürgermeister = Manuel Meger<br />
|Partei = LWN plus Bauern<br />
}}<br />
<br />
'''Nauen''' ist eine [[Stadt]] im [[Landkreis]] [[Landkreis Havelland|Havelland]] des [[Land (Deutschland)|Landes]] [[Brandenburg]]. Bezüglich ihrer Bevölkerungszahl gilt sie mit etwa 18.000 Einwohnern als [[Kleinstadt]], jedoch bildet ihre Gesamtfläche mit über 268&nbsp;km² seit dem Jahr 2003 eine der [[Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands|flächengrößten]] [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] [[Deutschland]]s. [[Infrastruktur]]ell fungiert die Stadt als [[Mittelzentrum]], ist Sitz des [[Amtsgericht Nauen|Amtsgerichts Nauen]], welches [[Zentrales Vollstreckungsgericht]] für das Land Brandenburg ist. Die Stadt ist Mitglied der [[Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“]] des Landes Brandenburg. Die im frühen 20.&nbsp;Jahrhundert geleistete [[Großfunkstelle Nauen#Geschichte|Pionierarbeit in der Funktechnik]] trug ihr den Beinamen „Funkstadt“ ein.<br />
<br />
[[Datei:Nauen Rathaus.jpg|mini|300px|[[Rathaus]], oberhalb des [[Portal (Architektur)|Eingangsportals]] im oberen der drei [[Ochsenauge (Architektur)|Rundfenster]] mittig das [[Wappen#Wappenarten|Stadtwappen]]]]<br />
<br />
== Geografie ==<br />
=== Lage ===<br />
Die [[Stadt]] Nauen bildet den westlichen Teil des [[Osthavelland]]es im [[Landkreis]] [[Landkreis Havelland|Havelland]].<ref>Vgl. Brandenburgische Genealogische Gesellschaft (BGG) „Roter Adler“ e.&nbsp;V., Historische Landkarte Mark Brandenburg um 1900 ([http://www.bggroteradler.de/wp-content/uploads/2010/12/bb1900.jpg online], abgerufen am 15.&nbsp;Juni&nbsp;2016. Homepage: [http://www.bggroteradler.de/ online]).</ref> Die [[Kernstadt]] Nauen liegt 27&nbsp;km nordwestlich der [[Landeshauptstadt (Deutschland)|Landeshauptstadt]] [[Potsdam]] und 41&nbsp;km westnordwestlich des Zentrums der [[Bundeshauptstadt]] [[Berlin]]; die Entfernung zum Berliner Stadtrand ([[Bahnhof Berlin-Albrechtshof|Bahnhof Albrechtshof]]) beträgt 18&nbsp;km. Nauen belegt mit seiner Gesamtfläche [[Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands|Rang&nbsp;36]] unter den flächengrößten [[Stadt|Städten]] und [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] Deutschlands, noch vor dem auf Rang&nbsp;44 liegenden [[Frankfurt am Main]].<ref>Stand: 3.&nbsp;Februar 2016. Siehe Artikel [[Liste der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands]].</ref> Landschaftlich liegt Nauen im [[Havelländisches Luch|Havelländischen Luch]] zwischen dem ausgedehnten [[Landschaftsschutzgebiet]] Nauen-[[Brieselang]]-[[Krämer (Wald)|Krämer]] und überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen im Süden und Südwesten.<br />
<br />
=== Nachbarstädte und -gemeinden ===<br />
Übersicht:<br />
{{Nachbargemeinden<br />
| NORD = Amtsfreie Gemeinde [[Fehrbellin]] und Stadt [[Kremmen]]<br />
| NORDOST = Stadt [[Kremmen]] und Amtsfreie Gemeinden [[Oberkrämer]] und [[Schönwalde-Glien]]<br />
| OST = Amtsfreie Gemeinde [[Brieselang]]<br />
| SUEDOST = Amtsfreie Gemeinde [[Wustermark]]<br />
| SUED = Stadt [[Ketzin/Havel]]<br />
| SUEDWEST = Gemeinde [[Märkisch Luch]] im [[Amt Nennhausen]], kreisfreie Stadt [[Brandenburg an der Havel]] und Gemeinde [[Päwesin]] im [[Amt Beetzsee]]<br />
| WEST = Gemeinde [[Retzow]] im [[Amt Friesack]]<br />
| NORDWEST = Gemeinde [[Paulinenaue]] im [[Amt Friesack]]<br />
}}<br />
<br />
=== Geologie ===<br />
Die Landschaften Nauens sind [[Eiszeitalter|eiszeitlichen]] Ursprungs. In geologischer Hinsicht liegt die Stadt am nördlichen Rand der nach ihr benannten [[Nauener Platte]], einer bis zu 15 Meter dicken und weitgehend geschlossenen [[Grundmoräne]] der [[Saaleeiszeit]] und der [[Weichseleiszeit|letzten Eiszeit]], die zum Teil von flachwelligen [[Endmoräne]]n überlagert ist. Im Südwesten des Stadtgebietes liegen die in der [[Beetzseerinne]] gebildeten Seen [[Groß Behnitzer See]], [[Klein Behnitzer See]] und [[Riewendsee]]. Diese [[glaziale Rinne]] beginnt zwischen den Ortsteilen [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]] und [[Berge (Nauen)|Berge]] und zieht sich in Form mehrerer Seen nach Südosten bis zur [[Stadt]] [[Brandenburg an der Havel]].<br />
<br />
=== Umwelt- und Naturschutz ===<br />
<!--==== Schutzgebiete ===--><br />
; Probleme<br />
Im West-Süd-Westen der Kernstadt Nauen existieren zwei Seen, welche als Beispiel für einen [[Schwund]]prozess durch natürliche und [[anthropogen]]e Einflüsse dienen können. Längs des Ortsteils Groß Behnitz erstreckt sich der [[Groß Behnitzer See]], am südöstlichen Ortsausgang des Ortsteils Klein Behnitz liegt der [[Klein Behnitzer See]]. Noch vor 250&nbsp;Jahren, im späten 18.&nbsp;Jahrhundert, handelte es sich um ein einzelnes, zusammenhängendes Gewässer.<ref>[[Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau]]: ''[[Schmettausches Kartenwerk]]''. Zweite Hälfte 18. Jahrhundert.</ref> Dieser ehemals langgezogene Behnitzer [[See]] zerfiel spätestens im frühen 19.&nbsp;Jahrhundert durch [[Verlandung]] als natürlichem Einfluss in zwei Seen, wobei sich eine Verlandungsfläche zwischen den neu entstehenden beiden Teilseen bildete. Ein ehemaliges Fischerhaus, welches einst am Ostufer des Behnitzer Sees lag, steht inzwischen auf der Verlandungsfläche zwischen beiden Teilseen. Noch im Jahr&nbsp;1880 war der südlicher gelegene Klein Behnitzer See der größere der beiden Seen. Mit der Anlage des Klinkgrabens, eines Abflussgrabens vom Klein Behnitzer See in den [[Riewendsee]], schloss man diesen an die [[Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße]] an. Der Klein Behnitzer See verlor mit diesem anthropogenen Eingriff zusehends deutlich an [[Volumen]] und [[Fläche (Mathematik)|Fläche]]. Im frühen 21.&nbsp;Jahrhundert ist er nunmehr im Vergleich der kleinere der beiden Seen.<ref>Preußisches Messtischblatt 3442 ''Tremmen'', Aufnahme 1880, Herausgegeben 1882.</ref> Die insgesamt verlorenen Wasserflächen werden von [[moor]]ig-[[sumpf]]igen [[Boden (Bodenkunde)|Böden]] und einem ausgedehnten [[Schilfrohr|Schilfgürtel]] bedeckt.<br />
<br />
== Stadtgliederung ==<br />
<!-- [[Datei:Sendeanlage Nauen Drehstandantenne.jpg|mini|Drehstandantenne beim Ortsteil [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung]]]] --><br />
[[Datei:HVL 05-14 img 15 Ribbeck Schloss.jpg|mini|[[Schloss Ribbeck|Schloss]] im Ortsteil [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]]]]<br />
[[Datei:Groß Behnitz Kirche.jpg|mini|Kirche mit der Grablege der Industriellenfamilie [[Albert Borsig|von Borsig]] im Ortsteil [[Groß Behnitz]]]]<br />
<!-- [[Datei:Nauen Denkmal Jüdischer Friedhof.jpg|mini|Denkmal auf dem ehemaligen [[Jüdischer Friedhof|jüdischen Friedhof]] in der [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung am Weinberg]]]] --><br />
Die Stadt Nauen besteht aus der [[Kernstadt]] Nauen und 14 räumlich außerhalb dieser Kernstadt liegenden [[Ortsteil]]en,<ref> Stadt Nauen (Hrsg.): [http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=66 ''Ortsteile''.] Abgerufen am 8. April 2019.</ref> von denen sieben noch zusätzliche [[Wohnplatz|Wohnplätze]] aufweisen. Die zur Stadt Nauen gehörenden Ortsteile samt ihren Wohnplätzen sind in alphabetischer Reihenfolge:<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|-<br />
! Ortsteile !! zugehörige Wohnplätze<br />
|-<br />
| [[Berge (Nauen)|Berge]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Bergerdamm]]<br />
| Bergerdamm-Lager, Hanffabrik, Hertefeld<br />
|-<br />
| [[Börnicke (Nauen)|Börnicke]]<br />
| Ebereschenhof<br />
|-<br />
| [[Groß Behnitz]]<br />
| Quermathen<br />
|-<br />
| Kienberg<br />
| [[Teufelshof (Nauen)|Teufelshof]]<br />
|-<br />
| Klein Behnitz<br />
|<br />
|-<br />
| [[Lietzow (Nauen)|Lietzow]]<br />
| Utershorst<br />
|-<br />
| Markee<br />
| Markau, Neugarten, Neuhof, Röthehof<br />
|-<br />
| [[Neukammer (Nauen)|Neukammer]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Schwanebeck (Nauen)|Schwanebeck]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Tietzow]]<br />
|<br />
|-<br />
| [[Wachow]]<br />
| [[Gohlitz]], [[Niebede]]<br />
|-<br />
| [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung]]<br />
|<br />
|}<br />
<br />
== Geschichte ==<br />
=== Frühgeschichte ===<br />
Das Gebiet um die heutige [[Kernstadt]] Nauen war bereits seit der [[Jungsteinzeit]] besiedelt.<ref>Werner Vogel: ''Nauen''. In: Gerd Heinrich (Hrsg.): ''Handbuch der historischen Stätten Deutschlands.'' Band 10: ''Berlin und Brandenburg'' (= ''Kröners Taschenausgabe.'' Band 311). 2.,&nbsp;verbesserte und erweiterte Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-31102-X, S.&nbsp;286–287, hier S.&nbsp;286.</ref><br />
<br />
=== Mittelalter (500–1500) ===<br />
Eine [[These]] hinsichtlich der Namensgebung Nauens besagt, eine [[Familie]] aus [[Nauen (Lutter am Barenberge)|Nauen]] am [[Harz (Mittelgebirge)|Westharz]] habe sich hier angesiedelt und ihrer neuen Wohnstatt den [[Name]]n ihrer alten [[Heimat]] <br />
gegeben.<ref>Stadt Nauen/Goethe-Gymnasium Nauen (Hrsg.): [https://www.ggnauen.de/nauen.html ''Nauen.''] Abgerufen am 9. April 2019.</ref> Wahrscheinlicher ist aber, dass der Namen von dem slawischen Wort "nowo" stammt, was "neu" oder "neuer Ort" bedeutet<ref>{{Literatur |Autor=Oswald Jannermann |Titel=Slawische Orts- und Gewässernamen in Deutschland: Von Belgrad in Pommern bis Zicker auf Rügen |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Norderstedt |Datum=2009 |ISBN= |Seiten=}}</ref>. Nauen wurde 1186 erstmals als „Nowen“ in einer [[Urkunde]] von [[Bischof]] [[Liste der Bischöfe von Brandenburg|Baldram]] von [[Brandenburg]] erwähnt und nicht, wie früher angenommen, im Jahre 981.<ref>Diese Urkunde des Brandenburger Bischofs Balderam ist im Domstiftsarchiv Brandenburg im Original erhalten und u.&nbsp;a. gedruckt im Codex diplomaticus Brandenburgensis, hrsg. von A.&nbsp;F. Riedel, 1. Hauptteil, Band 8. Berlin 1847, S. 114&nbsp;f. ([[Lutz Partenheimer]])</ref> Nauen erhielt 1292 das [[Stadtrecht]], woraufhin die [[Bürger]] 1302 das erste [[Rathaus]] errichteten. 1317 wurde ihr durch den brandenburgischen [[Markgraf]]en [[Waldemar (Brandenburg)|Waldemar den Großen]] das [[Marktrecht]] verliehen. Bereits im [[Mittelalter]] siedelten [[Juden]] in der [[Stadt]]. Im Jahre 1414 verursachte ein Rachefeldzug des [[Raubritter]]s [[Dietrich von Quitzow]] einen großen [[Stadtbrand]].<br />
<br />
=== Neuzeit (1500 bis ca.&nbsp;1789) ===<br />
Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zerstörten im Jahr 1631 die [[kaiser]]lichen [[Armee|Truppen]] [[Johann t’Serclaes von Tilly|Tillys]] einen Teil der Stadt. Während des [[Schwedisch-Brandenburgischer Krieg|Schwedisch-Brandenburgischen Krieges]] fand am 27. Juni 1675 das „[[Gefecht bei Nauen]]“ zwischen [[Schweden|schwedischen]] und [[brandenburg]]ischen Truppen statt. Ab 1716 begann die [[Einquartierung]] von [[Militär]]. Im Jahre 1732 hielt sich [[Kronprinz]] Friedrich, der spätere [[König]] [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich&nbsp;II.]] von [[Preußen]], für drei Monate als [[Kommandeur]] eines [[Bataillon]]s in Nauen auf. Der Bau von zwei [[Kaserne]]n erfolgte 1767 im Bereich des heutigen [[Landratsamt]]es.<br />
<br />
=== Neueste Zeit (um 1790 bis zum 21. Jahrhundert) ===<br />
==== Preußen ====<br />
Im Jahr 1800 [[Weihe (Religion)|weihte]] die [[Kehillah|jüdische Gemeinde]] ihre [[Synagoge]] in der Goethestraße&nbsp;11 ein.<br />
<br />
[[Datei:HVL 05-14 img 16 Ribbeck Brennerei.jpg|mini|Alte Brennerei am Gutshof [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]]]]<br />
==== Deutscher Bund (1815–1866) ====<br />
Im Jahre 1816 entstand der [[Landkreis Osthavelland]]. Die jüdische Gemeinde konnte 1819 außerhalb der Stadt [[Waldsiedlung (Nauen)|Am Weinberg]] einen [[Jüdischer Friedhof|Friedhof]] anlegen. Nauen wurde 1826 [[Kreisstadt]] und blieb dies über alle folgenden Gesellschaftsformen hinweg bis zur [[Kreisreform]] 1993. Die Stadt erhielt 1846 einen Anschluss an die [[Berlin-Hamburger Bahn]]. Zwischen 1865 und 1930 wurden mehrere Großprojekte verwirklicht, darunter 1865 die städtische [[Gaswerk|Gasanstalt]].<br />
<br />
==== Norddeutscher Bund (1867–1871) ====<br />
Im Jahr 1869 erfolgte die Einweihung einer höheren [[Jungenschule|Knabenschule]].<br />
<br />
==== Deutsches Kaiserreich (1871–1918) ====<br />
[[Datei:Nauen Landratsamt.jpg|mini|Gebäude des Landratsamtes aus der Kaiserzeit, gegenüber dem Rathaus.]]<br />
Im Jahr 1883 wurde die [[Freiwillige Feuerwehr]] gegründet. 1889 erfolgte der Bau der [[Zuckerfabrik Nauen]]. Das neue [[Rathaus]] der [[Stadt]] im [[Stil]] der norddeutschen [[Backsteingotik]] wurde zwischen 1888 und 1891 errichtet. Ein [[Orkan]] im Februar 1911 brachte dessen [[Turm]] zum Einsturz, welcher durch das Dach schlug, woraufhin die Turmspitze mitten in den Sitzungssaal ragte.<ref>Vgl. Kaatz, Andreas, In Nauen fallen die Hüllen. Sanierung des Rathausturms steht kurz vor dem Abschluss. In: MAZ-Online (Märkische Allgemeine [Zeitung] Online) in der Rubrik Lokales/Havelland, veröffentlicht am 1.&nbsp;Dezember&nbsp;2014, aktualisiert am 4.&nbsp;Dezember&nbsp;2014 ([http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/In-Nauen-fallen-die-Huellen online], abgerufen am 31. Januar 2016).</ref> Mittels der Eisenbahn wurde 1890 der Vorortverkehr nach [[Berlin]] eröffnet. Vom 20. September 1901 bis zum 1.&nbsp;April 1961 war Nauen [[Endbahnhof]] der [[Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen]]. 1906 entstand die nördlich vor Nauen liegende [[Funkstelle]] als Versuchsstation von [[Telefunken]], deren Erweiterung zur [[Großfunkstelle Nauen]] im Jahr 1921 erfolgte. Sie ist damit die älteste noch bestehende [[Sendeanlage]] der Welt. Im Jahr 1907 wurde ein [[Krankenhaus|Kreiskrankenhaus]] eröffnet, dessen Entwurf von den Charlottenburger Architektzen [[Mohr & Weidner]] stammte. Im Jahr 1912 ließ die Stadtverwaltung die Beleuchtung elektrifizieren. Der Bau des [[Gymnasium]]s in der Parkstraße erfolgte 1916.<br />
<br />
==== Weimarer Republik (1918–1933) ====<br />
1923 erfolgte die Eröffnung der städtischen [[Badeanstalt]]. 1930 wurde die Voll[[kanalisation]] der [[Innenstadt]] durchgeführt.<br />
<br />
==== Drittes Reich (1933–1945) ====<br />
Bereits in den ersten Wochen nach der Machtergreifung der NSDAP kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf Mitglieder der [[Arbeiterbewegung]], im August 1933 etwa wurde der Arbeitersportler Karl Thon von Angehörigen der Nauener SA verschleppt und erschlagen.<ref>Wilhelm Döbbelin: ''Im Zeichen von Terror und Gewalt. Die ersten Wochen der Naziherrschaft im Havelland.'' In: [[Arbeit – Bewegung – Geschichte]], Heft. II/2016., Zu Thon vgl. S. 143.</ref> Zudem wurde im Jahre 1933 in einer [[Zement#Herstellungsprozess|Zementfabrik]] im heutigen Ortsteil [[Börnicke (Nauen)|Börnicke]] durch die [[Sturmabteilung|SA]]-Standarte&nbsp;224 das [[KZ Börnicke]] als Teillager des frühen [[KZ Oranienburg]] eingerichtet. Zwischen 150 und 500 politische Gefangene – überwiegend [[Kommunismus|Kommunisten]] und [[Sozialdemokratie|Sozialdemokraten]] aus dem [[Landkreis Osthavelland]] – wurden hier in [[Schutzhaft]] genommen, wobei mindestens zehn von ihnen ermordet wurden und weitere an den Haftfolgen starben. Nach der Auflösung des KZ Börnicke im Juli 1933 wurde das Lager als [[KZ-Außenlager]] des KZ Oranienburg weitergeführt.<br />
<br />
Die Nauener [[Synagoge]] wurde 1938 während der [[Novemberpogrome 1938|Novemberpogrome]] stark beschädigt.<br />
<br />
Zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] erfolgte am 20. April 1945 bei Tag<ref>Helene von Koenigswald: [http://www.zeitstimmen.de/index.php?page=tgb&id=4714 ''Aufzeichnung vom 20.&nbsp;April 1945''.] In: Brandenburgische Literaturlandschaft e.&nbsp;V.: ''Zeitstimmen. Literatur und Alltag in Berlin-Brandenburg''; abgerufen am 16.&nbsp;Juni 2016.</ref> ein US-amerikanischer [[Luftkrieg|Luftangriff]], bei dem 83 Menschen starben.<ref>[http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Das-war-ganz-fuerchterlich Das war ganz fürchterlich], [[Märkische Allgemeine Zeitung]], 17. April 2015.</ref> Der [[Bahnhof]] und die umliegenden Stadtgebiete erlitten schwere Zerstörungen.<br />
<br />
Am 23.&nbsp;April&nbsp;1945 rückten unter dem Oberbefehl von [[Marschall der Sowjetunion|Marschall]] [[Georgi Konstantinowitsch Schukow|Schukow]] Bodentruppen der [[Zentralfront#1. Weißrussische Front|1.&nbsp;Weißrussischen Front]] der [[Rote Armee|Roten Armee]], in deren Reihen auch Truppen der 1.&nbsp;Polnischen Armee kämpften,<ref>Kamil Majchrzak: [http://neuntermai.vvn-bda.de/archiv/broschure/der-polnische-beitrag-im-kampf-gegen-den-faschismus/ ''Der polnische Beitrag im Kampf gegen den Faschismus''.] 2013. Basisorganisation 8.&nbsp;Mai der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.&nbsp;V.); abgerufen am 17.&nbsp;Juni 2016.</ref> im Zuge ihrer Umfassung der [[Reichshauptstadt#Berlin|Reichshauptstadt]] in Vorbereitung der [[Schlacht um Berlin]] gegen Nauen vor und nahmen die Stadt innerhalb von 24&nbsp;Stunden ein.<ref>Siegried Seidel: {{Webarchiv|url=http://www.golm-info.de/OTZ%20Golm_01-15%20Historie.pdf |wayback=20160616183435 |text=''Historie''. |archiv-bot=2019-05-03 11:24:24 InternetArchiveBot }} (PDF) In: Ortsteilzeitung Golm, Nr.&nbsp;1/2015, S.&nbsp;10–11; abgerufen am 16.&nbsp;Juni 2016.</ref><br />
<br />
==== Sowjetische Besatzungszone (1945–1949) ====<br />
Nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] gehörte Nauen zur [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]].<br />
<br />
==== Deutsche Demokratische Republik (1949–1990) ====<br />
Nauen war seit 1952 Kreisstadt des [[Kreis Nauen|Kreises Nauen]] im [[Bezirk Potsdam]].<br />
<br />
Im heutigen Nauener Ortsteil [[Groß Behnitz]] befand sich vom 7.&nbsp;Oktober 1969 bis zum 7.&nbsp;Oktober 1986 die [[Nationale Volksarmee|NVA]]-Kaserne der [[Raketenabteilung#Nationale Volksarmee|Raketenabteilung]]&nbsp;1 (Abkürzung: RA-1).<ref name="NVA_Raketenabteilung_1">Martin Rink, Rüdiger Wenzke: ''Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Suchformular.'' Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 17.&nbsp;Juni 2016 ([http://www.mgfa.de/html/standorte_index.php online], Suchbegriffe → Bezirk: Potsdam, Ort: Groß Behnitz).</ref><ref name="NVA_Standortdatenbank_Abkürzungsverzeichnis">Martin Rink, Rüdiger Wenzke: ''Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Abkürzungsverzeichnis.'' Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 18.&nbsp;Juni 2016 ([http://www.mgfa.de/html/standorte_abkuerzung.php online], Suchbegriffe → Abkürzungen: RA und MSD).</ref> Diese [[Kaserne]] trug den [[Ehrenname]]n ''[[Rudi Arndt (Widerstandskämpfer)|Rudi Arndt]]'' und den [[Deckname|Tarnnamen]] ''Ogarok'' (deutsche Schreibweise des russischen Wortes ''Огарок'' = „Kerzenstummel“).<ref name="NVA_Raketenabteilung_1" /> Die Raketenabteilung&nbsp;1, welche den Tarnnamen ''Morena'' (deutsche Schreibweise des russischen Wortes ''Морена'' = „Moräne“) trug, unterstand der [[1. motorisierte Schützendivision#Organisation|1.&nbsp;Motorisierten Schützendivision]] (Abkürzungen: 1. Mot.-Schützendivision beziehungsweise 1.&nbsp;MSD) in [[Eiche (Potsdam)|Potsdam-Eiche]],<ref name="NVA_Standortdatenbank_Abkürzungsverzeichnis" /><ref>Martin Rink, Rüdiger Wenzke: ''Standortdatenbank der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen der DDR und der sowjetischen (russischen) Streitkräfte in der DDR. Suchformular.'' Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 18.&nbsp;Juni 2016 ([http://www.mgfa.de/html/standorte_index.php online], Suchbegriffe → Abkürzung: MSD, Bezirk: Potsdam).</ref><br />
<br />
==== Bundesrepublik Deutschland (seit 1990) ====<br />
[[Datei:Ausgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Nauen (20867665705).jpg|mini|Ausgebrannte [[Flüchtlingsunterkunft (Deutschland)|Flüchtlingsunterkunft]] im August 2015]]<br />
Die Zuckerfabrik Nauen wurde 1993 aufgelöst.<br />
<br />
Aufgrund von Hetzbriefen gegen [[Flüchtling]]e, gefolgt von einem in der Nacht vom 24. auf den 25.&nbsp;August&nbsp;2015 verübten [[Brandanschlag]] auf die geplante [[Flüchtlingsunterkunft (Deutschland)|Flüchtlingsunterkunft]] für ca. 100&nbsp;Menschen sowie der Angriffe auf das Büro der Partei ''[[Die Linke]]'' wurde Nauen im Jahr&nbsp;2016 in den Medien als „Zentrum der [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] Szene in Brandenburg“ bezeichnet.<ref>[http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/brandenburg/2016/02/stimmung-in-nauen-rechtsextreme-szene-brandanschlag-anleitung-molotow-cocktails.html rbb-online.de]</ref><ref>[http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/07/staatsanwaltschaft-potsdam-anklage-rechtsextremes-netzwerk-nauen.html rbb-online.de]</ref><br />
<br />
Mit dem „Toleranzfest Nauen“ halten mehr als 30&nbsp;Organisationen und die Stadtverwaltung gegen diese Entwicklung. Das Ziel besteht darin, auf friedliche Weise zu signalisieren, dass eine große Gruppe von Menschen dieser Stadt sich offen für ein tolerantes, demokratisches und solidarisches Miteinander – gerade im Hinblick auf geflüchtete, asylsuchende, ältere und homosexuelle Menschen – zeigen. 700&nbsp;Teilnehmer gaben im Jahr 2016 ein Beispiel für ein buntes Nauen. Man wolle sich den Ruf der Stadt nicht durch die Taten einer sehr kleinen Gruppe von Rechtsextremen zunichte machen lassen.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Wir-sind-Nauen-tolerant-und-weltoffen |titel=Bündnis macht mobil: „Wir sind Nauen, tolerant und weltoffen“ |autor= |hrsg= |werk=MAZ |datum=2016-03-16 |zugriff=2017-01-01}}</ref><br />
<br />
=== Eingemeindungen ===<br />
Zur [[Stadt]] Nauen gehörten vor dem Jahr&nbsp;2003 die drei Ortsteile [[Neukammer (Nauen)|Neukammer]], [[Schwanebeck (Nauen)|Schwanebeck]] sowie die [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung (Am Weinberg)]]. Im Jahr&nbsp;2003 beschloss der [[Landtag Brandenburg|Brandenburgische Landtag]] am 24. März eine [[Gemeindegebietsreform]]. Diese [[Reform]] betraf im Landkreis Havelland auch das [[Amt Nauen-Land]], welches sich bis dahin aus 14&nbsp;[[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] zusammengesetzt hatte. Von diesen 14&nbsp;Gemeinden wurden mit Wirkung zum 26. Oktober 2003<ref>[https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/NamensGrenzAenderung/NamensGrenzAenderung.html StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003]</ref> insgesamt 11&nbsp;Gemeinden [[Ortsteil]]e der Stadt Nauen. Dies sind die neuen Ortsteile [[Berge (Nauen)|Berge]], [[Bergerdamm]], [[Börnicke (Nauen)|Börnicke]], [[Groß Behnitz]], Kienberg, Klein Behnitz, [[Lietzow (Nauen)|Lietzow]], Markee (durch den 1878 Bauernhofer in [[Pacht]] zu [[Ostpreußen]] und [[Puerto Rico]] mit [[First Nations]]), [[Ribbeck (Nauen)|Ribbeck]], [[Tietzow]] und [[Wachow]]. <!-- Die Belegung der Eingemeindungen folgt in Bälde. Gruß, Klobo zwo --><br />
<br />
== Bevölkerungsentwicklung ==<br />
<br />
[[Datei:Einwohnerentwicklung von Nauen.svg|mini|400px|Einwohnerentwicklung von Nauen von 1875 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle]]<br />
<!-- Belege für den Zeitraum von 1700 bis 1850 folgen. Gruß, Klobo zwo --><br />
{| class="toptextcells"<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|1875 || 6.929<br />
|-<br />
|1890 || 8.120<br />
|-<br />
|1910 || 9.176<br />
|-<br />
|1925 || 9.625<br />
|-<br />
|1933 || 10.659<br />
|-<br />
|1939 || 11.907<br />
|-<br />
|1946 || 13.106<br />
|-<br />
|1950 || 13.521<br />
|-<br />
|1964 || 12.090<br />
|-<br />
|1971 || 11.828<br />
|-<br />
|1981 || 11.787<br />
|}<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|1985 || 11.543<br />
|-<br />
|1989 || 11.215<br />
|-<br />
|1990 || 10.965<br />
|-<br />
|1991 || 10.769<br />
|-<br />
|1992 || 10.680<br />
|-<br />
|1993 || 10.594<br />
|-<br />
|1994 || 10.445<br />
|-<br />
|1995 || 10.355<br />
|-<br />
|1996 || 10.951<br />
|-<br />
|1997 || 10.918<br />
|-<br />
|1998 || 10.858<br />
|}<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|1999 || 10.736<br />
|-<br />
|2000 || 10.807<br />
|-<br />
|2001 || 10.987<br />
|-<br />
|2002 || 11.024<br />
|-<br />
|2003 || 16.774<br />
|-<br />
|2004 || 16.555<br />
|-<br />
|2005 || 16.649<br />
|-<br />
|2006 || 16.674<br />
|-<br />
|2007 || 16.675<br />
|-<br />
|2008 || 16.626<br />
|-<br />
|2009 || 16.523<br />
|}<br />
| style="vertical-align:top; white-space:nowrap;" |<br />
{| class="wikitable" style="text-align:right"<br />
! Jahr !! Einwohner<br />
|-<br />
|2010 || 16.684<br />
|-<br />
|2011 || 16.475<br />
|-<br />
|2012 || 16.491<br />
|-<br />
|2013 || 16.616<br />
|-<br />
|2014 || 16.761<br />
|-<br />
|2015 || 16.943<br />
|-<br />
|2016 || 17.436<br />
|-<br />
|2017 || 17.686<br />
|-<br />
|2018 || 17.967<br />
|}<br />
|}<br />
<br />
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl<ref>[https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/stat_berichte/2015/SB_A01-99-05_2006u00_BB.pdf ''Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland''] (PDF) S. 18–21.</ref><ref>[https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/statistiken/langereihen/dateien/Bevoelkerungsstand.xlsx ''Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden''.] Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): ''Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg'' (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)</ref>: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des [[Volkszählung in der Europäischen Union 2011|Zensus 2011]].<br />
<br />
== Politik ==<br />
{{Wahldiagramm<br />
|LAND = DE<br />
|TITEL = Kommunalwahl 2019<br />
|TITEL2 = Wahlbeteiligung: 46,7 %<br />
|PARTEI1 = LWN<br />
|ERGEBNIS1 = 23.9<br />
|FARBE1 = 0099FF<br />
|ANMERKUNG1= Ländliche Wählergemeinschaft Nauen<br />
|PARTEI2 = SPD<br />
|ERGEBNIS2 = 20.9<br />
|PARTEI3 = CDU<br />
|ERGEBNIS3 = 13.8<br />
|PARTEI4 = AfD<br />
|ERGEBNIS4 = 13.8<br />
|PARTEI5 = Linke<br />
|ERGEBNIS5 = 9.4<br />
|PARTEI6 = Grüne<br />
|ERGEBNIS6 = 5.4<br />
|PARTEI7 = FW/P<br />
|ERGEBNIS7 = 4.5<br />
|FARBE7 = D93721<br />
|ANMERKUNG7=Frischer Wind für Nauen und Ortsteile / [[Piratenpartei Deutschland|Piratenpartei]]<br />
|PARTEI8 = WGB<br />
|ERGEBNIS8 = 4.3<br />
|FARBE8 = fa1<br />
|ANMERKUNG8=Wählergruppe Bauern<br />
|PARTEI9 = FDP<br />
|ERGEBNIS9 = 2.8<br />
}}<br />
<br />
=== Stadtverordnetenversammlung ===<br />
Die [[Gemeinderat (Deutschland)|Stadtverordnetenversammlung]] der Stadt Nauen besteht aus 28 Mitgliedern und dem hauptamtlichen [[Bürgermeister]] bei folgender Sitzverteilung:<br />
* Ländliche [[Wählergruppe|Wählergemeinschaft]] Nauen (LWN): 7 Sitze<br />
* [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]: 6 Sitze<br />
* [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]: 4 Sitze<br />
* [[Alternative für Deutschland|AfD]]: 4 Sitze<br />
* [[Die Linke]]: 2 Sitze<br />
* [[Bündnis 90/Die Grünen]]: 2 Sitze<br />
* Frischer Wind für Nauen und Ortsteile / [[Piratenpartei Deutschland|Piratenpartei]]: 1 Sitz<br />
* [[Wählergruppe]] Bauern: 1 Sitz<br />
* [[Freie Demokratische Partei|FDP]]: 1 Sitz<br />
(Stand: [[Kommunalwahlen in Brandenburg 2019|Kommunalwahl am 26. Mai 2019]])<ref>{{Internetquelle |url=https://www.wahlergebnisse.brandenburg.de/wahlen/KO2019/tabelleLandkreis.html#63208208 |titel=Ergebnis der Kommunalwahl 2019 |zugriff=2019-07-19}}</ref><br />
<br />
=== Bürgermeister ===<br />
* 2001–2017: Detlef Fleischmann ([[SPD]])<ref>[http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Drei-wollen-Buergermeister-werden ''Drei wollen Bürgermeister werden.]'' In: [[Märkische Allgemeine]], 20. Juli 2017</ref><br />
* seit 2017: Manuel Meger (Ländliche Wählergemeinschaft Nauen)<br />
<br />
Manuel Meger wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017 mit 50,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren<ref>[http://bravors.brandenburg.de/gesetze/bbgkwahlg#74 Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74]</ref> gewählt.<ref>[http://www.wahlen.brandenburg.de/bmwahlen/1206320800/s Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. Oktober 2017]</ref><br />
<br />
=== Wappen und Flagge ===<br />
[[Datei:Wappen Nauen.png|mini|150px|[[Wappen#Kommunale Heraldik|Stadtwappen]] Nauens]]<br />
Das [[Wappen]] wurde am 7. Januar 1994 genehmigt. [[Blasonierung]]: „In Silber ein schrägrechtsgestellter blauer Karpfen.“<ref>[http://service.brandenburg.de/lis/detail.php?template=wappen_text_d&id=17028 Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg]</ref><br />
Die Farben der [[Flagge]] sind Blau – Silber (Weiß). Der Tuchuntergrund wird im Verhältnis 1:1 längs geteilt. Das amtliche Wappen kann in der oberen Hälfte der Flagge eingebracht werden.<br />
<br />
=== Städtepartnerschaften ===<br />
* {{DEU|#}} [[Bezirk Spandau|Berlin-Spandau]], Deutschland, seit 1988<br />
* {{DEU|#}} [[Kreuztal]], Deutschland, seit 1991<br />
<br />
Übersicht:<br />
{{Nachbargemeinden<br />
| NORD = <br />
| NORDOST = <br />
| OST = <br />
| SUEDOST = 24&nbsp;km bis zum [[Bezirk Spandau]] von [[Berlin]]<br />
| SUED = <br />
| SUEDWEST = 388&nbsp;km bis zur Stadt [[Kreuztal]] in [[Nordrhein-Westfalen]]<br />
| WEST = <br />
| NORDWEST = <br />
}}<br />
<br />
== Sehenswürdigkeiten und Kultur ==<br />
=== Sehenswürdigkeiten ===<br />
{{Siehe auch|Liste der Baudenkmale in Nauen}}<br />
==== St. Jacobi ====<br />
Die [[St. Jacobi (Nauen)|Kirche St. Jacobi]] geht auf das [[Spätmittelalter]] zurück. Zu Anfang des [[15. Jahrhundert|15.&nbsp;Jahrhunderts]], genauer um 1400, ließen die Nauener die Kirche erbauen, die architektonisch der [[Backsteingotik]] zuzurechnen ist. Erst ein halbes Jahrhundert später, in der zweiten Hälfte des 15.&nbsp;Jahrhunderts, war der [[Chor (Architektur)|Chor]] mit dem [[Altar]] fertiggestellt. Im Zuge der [[Reformation]] wurde die Kirche im [[16. Jahrhundert|16.&nbsp;Jahrhundert]] [[evangelisch]]. Ende des [[17. Jahrhundert|17.&nbsp;Jahrhunderts]] zerstörte ein Brand das Gebäude, woraufhin die Gemeinde das Gotteshaus im Jahr 1695 wieder errichten ließ. Zwölf Jahre später, im Jahr 1707, wurde der 55&nbsp;m hohe [[Turm]] mit seiner [[barock]]en [[Haube (Architektur)|Haube]] auf den ursprünglichen Unterbau aufgesetzt. Gegen Ende des [[19. Jahrhundert|19.&nbsp;Jahrhunderts]] erhielt die [[Kirche (Bauwerk)|Kirche]] eine 1874 gebaute [[Orgel]] aus der Werkstatt [[Heerwagen (Orgelbau)|Heerwagen]].<br />
<br />
==== Weitere Kirchen ====<br />
* Die Fachwerkkirche in Markee entstand 1697 als Ersatz für den hinfälligen Vorgängerbau. Sie enthält [[Reformation|vorreformatorische]] [[Apostel]]figuren, ein Bild aus der Cranach-Schule, eine [[Altar]]kanzel und eine [[Empore]] aus der Zeit um 1700 sowie [[Art déco]]-Ausmalungen aus den 1930er-Jahren.<br />
* Von 1905 bis 1906 wurde die Katholische Kirche St.&nbsp;Peter und Paul im Stil einer [[Neuromanik|neuromanischen]] [[Basilika (Bautyp)|Backsteinbasilika]] erbaut.<br />
<br />
==== Historische Altstadt ====<br />
In der historischen Altstadt befinden sich einige Gebäude, die im Zeitraum zwischen dem 17.&nbsp;Jahrhundert und dem 20.&nbsp;Jahrhundert entstanden. Dazu gehören der zwischen 1888 und 1891 fertiggestellte Rathausplatz mit dem Rathaus als [[Neugotik|neugotischem]] Backsteinbau sowie das Sittelsche Haus. Der [[Wasserturm Nauen|Wasserturm]] an der Ecke Mauerstraße/Goethestraße wurde 1898 erbaut und 2006 renoviert; er beinhaltet jetzt Nauens höchste Wohnung. Zwischen 1999 und 2002 sanierte man in der Innenstadt das im [[Jugendstil]] errichtete „Voßsche&nbsp;Haus“ (Mittelstraße&nbsp;33) sowie das „Barzsche&nbsp;Haus“ (Mittelstraße&nbsp;12–16) und schließlich das „Rumpffsche&nbsp;Haus“.<br />
<br />
==== Gedenkstätten ====<br />
* Gedenkstein für die [[Konzentrationslager|KZ-Opfer]] von Börnicke auf dem Gelände der einstigen Fabrik aus dem Jahr 1975<br />
* Gedenkstein an der ehemaligen [[Synagoge]] in der Goethestraße Nr.&nbsp;11 aus dem Jahr 1988. Im gleichen Jahr stellte man auf dem jüdischen Friedhof [[Waldsiedlung (Nauen)|Am Weinberg]] eine [[Skulptur]] des Künstlers Ingo Wellmann zur Erinnerung an die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger auf.<br />
* [[Sowjetunion|Sowjetischer]] Ehrenfriedhof: Er erinnert an die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges getöteten sowjetischen Soldaten der [[Rote Armee|Roten Armee]] sowie zusätzlich an die während des Zweiten Weltkrieges in Nauen umgekommenen [[Zwangsarbeiter]] anderer Nationen. Der Friedhof befand sich ehemals an der Berliner Straße, wurde aber nach der Wiedervereinigung auf den Städtischen Friedhof verlegt.<br />
*In der Stadt sind mehrere [[Stolpersteine]] zur Erinnerung an vormals ansässige Opfer des Nationalsozialismus verlegt. → ''Hauptartikel: [[Liste der Stolpersteine in Nauen]]''<br />
<br />
<gallery><br />
Nauen Wasserturm.jpg|Wasserturm Nauen<br />
Nauen Goethestraße 39.jpg|Schmales Fachwerkhaus in der Altstadt von Nauen (Goethestraße)<br />
Nauen evangelische Kirche.jpg|Evangelische Kirche St.&nbsp;Jacobi<br />
Nauen St. Jacobi Hochaltar.JPG|Hochaltar von St.&nbsp;Jacobi<br />
Nauen Katholische Kirche 1.jpg|Katholische Kirche St.&nbsp;Peter und Paul<br />
Markee Church.jpg|Christuskirche in Markee<br />
</gallery><br />
<br />
=== Filmproduktionen ===<br />
Nauen diente als Kulisse für die Produktion von 16 Filmen.<ref>Andreas Kaatz: [http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/MAER/20090916/erst-funk-und-nun-auch-filmstadt-ku/200909162446582.html ''Erst Funk- und nun auch Filmstadt. Requisiten für die Ausstellung „Nauen als Drehort bekannter Filme“ übergeben''.] In: ''Märkische Allgemeine'', 16. September 2009, Ausgabe Havelland; genios.de, abgerufen am 30. Januar 2016.</ref> So wurden Teile des [[DEFA]]-[[Spielfilm]]s „[[Solo Sunny]]“, der im Jahr 1980 erschien, in der Marktstraße in Nauen gedreht.<ref>Vgl. TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Filmschauplätze in Brandenburg: SOLO SUNNY. Online auf der Website www.reiseland-brandenburg.de ([http://www.reiseland-brandenburg.de/reiseziele/havelland/details/id/9148/theme/a-z.html online], abgerufen am 30. Januar 2016).</ref><br />
<br />
== Wirtschaft und Infrastruktur ==<br />
Bezüglich seiner [[infrastruktur]]ellen und [[Wirtschaftsgeographie|wirtschaftsgeografischen]] Bedeutung bildet Nauen<ref>[http://www.brandenburg.de/alias/bb1.c.474722.de/bb1.c.474722.de Landesregierung Brandenburg]; [http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.449516.de Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung] (Hrsg.): [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009 ''Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B)'' vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2015.] [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009/attachments/236458 Anlage 3.] [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/68/GVBl_II_24_2015-Anlage-Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg.pdf ''Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg''.] (PDF; 3,9 MB) S. 5–6, 10–11, 21–22, 24. In: ''Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II – Verordnungen.'' [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_II_24_2015.pdf 26.&nbsp;Jahrgang, Nummer&nbsp;24 (GVBl.II/15, Nr. 24), 2. Juni 2015.] (PDF) abgerufen am 18. März 2017</ref> neben [[Falkensee]]<ref>[http://www.brandenburg.de/alias/bb1.c.474722.de/bb1.c.474722.de Landesregierung Brandenburg]; [http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.449516.de Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung] (Hrsg.): [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009 ''Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B)'' vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2015,] [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009/attachments/236458 Anlage 3:] [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/68/GVBl_II_24_2015-Anlage-Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg.pdf ''Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg''.] (PDF; 3,9 MB) S. 5–6, 10–11, 21–23. In: ''Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II – Verordnungen.'' [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_II_24_2015.pdf 26.&nbsp;Jahrgang, Nummer&nbsp;24 (GVBl.II/15, Nr. 24), 2. Juni 2015,] (PDF) abgerufen am 18. März 2017</ref> und [[Rathenow]]<ref>[http://www.brandenburg.de/alias/bb1.c.474722.de/bb1.c.474722.de Landesregierung Brandenburg]; [http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.449516.de Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung] (Hrsg.): [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009 ''Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B)'' vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2015,] [http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/lepbb_2009/attachments/236458 Anlage 3:] [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/68/GVBl_II_24_2015-Anlage-Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg.pdf ''Landesentwicklungsplan-Berlin-Brandenburg''.] (PDF; 3,9 MB) S. 5–6, 10–11, 21–22, 24. In: ''Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil II – Verordnungen.'' 26.&nbsp;Jahrgang, [http://bravors.brandenburg.de/br2/sixcms/media.php/76/GVBl_II_24_2015.pdf Nummer&nbsp;24 (GVBl.II/15, Nr. 24), 2. Juni 2015,] (PDF) abgerufen am 18. März 2017</ref> [[Liste der Ober- und Mittelzentren in Brandenburg|eines von drei Mittelzentren]] im [[Landkreis Havelland]].<br />
<br />
=== Wirtschaft ===<br />
<br />
==== Funksendeanlagen ====<br />
[[Datei:Sendeanlage Nauen Drehstandantenne.jpg|mini|Drehstandantenne beim Ortsteil [[Waldsiedlung (Nauen)|Waldsiedlung]]]]<br />
[[Datei:20150822 xl P1020091 Windkraftanlagen (WKA) bei Groß Behnitz.JPG|mini|[[Windkraftanlage]]n auf der „[[Nauener Platte]]“ beim Ortsteil [[Groß Behnitz]]]]<br />
Im ersten Viertel des 20.&nbsp;Jahrhunderts wurde in der [[Großfunkstelle Nauen]] bedeutende Pionierarbeit in der [[Funktechnik]] geleistet. Diese Leistungen trugen der Stadt den Beinamen „Funkstadt“ ein.<ref>[http://www.funkstadt-nauen.de/fun00068.html Nauen, die Funkstadt]</ref><br />
<br />
Nauen ist seit dem 19. August 1906, als die ''Großfunkstelle für drahtlose Telegraphie'' in Betrieb genommen wurde, Standort bedeutender Sendeanlagen (<small>{{Coordinate|NS=52/8/51/N|EW=12/54/31/E|type=landmark|region=DE-BB|text=DMS|name=Sendeanlagen}}</small>). Anfangs diente die Anlage dazu, [[Telegramm]]e über weite Strecken auch ohne Kabel zu übertragen mit dem Fernziel Funkkontakt zu den deutschen Kolonien in Afrika und Asien. Bis 1945 befand sich in Nauen ein großes Sendezentrum für [[Langwelle|Lang-]] und [[Kurzwelle]], dessen Draht[[Antenne (Technik)|antenne]] eine Fläche überspannte, die größer als das Fürstentum [[Monaco]] war. Die Tragmasten, die bis zu 260 Meter hoch waren, gehörten zu den höchsten Bauwerken Europas. 1913 wurden bereits Reichweiten bis 6.400 Kilometer erreicht. Klar verständlich telefonierte man von hier nach Wien. Mit Beginn<!-- aber doch auch schon in den Jahren davor, nicht erst im August 1914 --> des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] kam der Funkstelle auch militärische Bedeutung zu. Weil die [[Siegermacht #Erster Weltkrieg |Entente]] das Deutsche Überseekabel gekappt hatte, wurde die Anlage nun das Tor zur Welt. Von hier aus lenkte das Reich seine U-Boot-Flotte, hier hielt es den Kontakt in die Kolonien. 1918 übernahm die von Telefunken betriebene Gesellschaft Transradio die Funkstation. Die Technik wurde schrittweise weiterentwickelt und ermöglichte bald Reichweiten bis zu 20.000 Kilometer. Nauen wurde durch diese Anlagen weltbekannt („Nauen kennt die Welt und die Welt kennt Nauen“).<br />
<br />
Bis 1925 lag der [[Hermann Muthesius|Muthesiusbau]], das Sendergebäude des Senders Nauen, fast direkt an der damaligen [[Bundesstraße 273|Fernverkehrsstraße 273]]. Infolge einer späteren Geländeerweiterung der Sendeanlagen umgeht die Straße seither das weiträumige Areal der Sendeanlage in großem Bogen ostwärts. 1945 wurden die Anlagen demontiert und der Muthesiusbau zeitweise als Kartoffellager genutzt.<br />
<br />
Ab 1954, in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-Zeit wurden neue [[Kurzwellensender|Sendeanlagen]] aufgebaut, insbesondere für Rundfunk und andere Funkdienste im Kurzwellenbereich. Beim Ausbau des Kurzwellenzentrums Nauen entstand 1976 eine 70 Meter hohe Drehstandantenne, die im 21. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden einige Teile der Sendeeinrichtungen aus der DDR-Zeit demontiert. Allerdings wurden zwischen 1995 und 1997 in Nauen auch vier neue drehbare Antennen, die ''ALISS-Antennen'', errichtet. Sie sind 80,5&nbsp;Meter hoch, wiegen 280 Tonnen und haben eine Spannweite von 87 Metern. Hauptsächlich werden Programme der [[Deutsche Welle|Deutschen Welle]] auf [[Kurzwelle]] ausgestrahlt (Stand im Jahr 2015).<br />
<br />
==== Windkraftanlagen ====<br />
Die „[[Nauener Platte]]“ ist heute ein ausgewiesenes Windnutzungsgebiet, welches durch eine hohe Anzahl und Dichte von [[Windkraftanlage]]n charakterisiert wird.<br />
<br />
=== Verkehr ===<br />
<br />
==== Individualverkehr ====<br />
Nauen liegt an der [[Bundesstraße 5|Bundesstraße B 5]], die [[Hamburg]] mit [[Berlin]] verbindet. Die Entfernung nach Hamburg beträgt 247&nbsp;km, bis zum Berliner [[Bezirk Spandau]] beträgt sie 24&nbsp;km. Auf dem Weg in die [[Bundeshauptstadt#Deutschland|Bundeshauptstadt]] ist Nauen über die B&nbsp;5 an den westlichen Berliner Ring ([[Bundesautobahn 10|A 10]]) angeschlossen (Anschlussstelle ''Berlin-Spandau''). Von Nauen führt die [[Bundesstraße 273|Bundesstraße B&nbsp;273]] über die Anschlussstelle ''Kremmen'' der [[Bundesautobahn 24|A 24]] nach [[Kremmen]].<br />
<br />
Nauen liegt am [[Havelland-Radweg]], der von Berlin in den [[Naturpark Westhavelland]] führt.<br />
<br />
==== Öffentlicher Personennah- und Fernverkehr ====<br />
[[Datei:Karte Berlin-Hamburger Bahn.png|mini|Die [[Berlin-Hamburger Bahn]] führt über Nauen.]]<br />
Der {{Anker|Bahnhof Nauen}}Bahnhof Nauen ist Endhaltepunkt der [[Regionalbahn]]linien [[Liste der Eisenbahnlinien in Brandenburg und Berlin#RB 10|RB 10]] (Nauen–[[Bahnhof Berlin Südkreuz|Berlin Südkreuz]]) und RB 14 (Nauen–Berlin–[[Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen|Flughafen Berlin-Schönefeld]]) des [[Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg|Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB)]], betrieben von der [[Deutsche Bahn|Deutschen Bahn AG (DB AG)]]. Für die Züge der VBB-[[Regional-Express|Regionalexpress]]-[[Liste der Eisenbahnlinien in Brandenburg und Berlin#RE 2|Linie RE 2]] ([[Bahnhof Wismar|Wismar]]–Berlin–[[Bahnhof Cottbus|Cottbus]]), welche hier auf der [[Bahnstrecke Berlin–Hamburg]] verkehren und von der [[Ostdeutsche Eisenbahn|Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG)]] gefahren werden, dient er als [[Durchgangsbahnhof]].<ref name="NauenBf_Abfahrten_Nahverkehrverkehr" /><ref name="NauenBf_Ankünfte_Nahverkehr" /><br />
<!--Die Züge der [[Liste der Eisenbahnlinien in Brandenburg und Berlin#RB 14|Linie RB14]] halten auf Gleis 6, wo bahnsteiggleicher Anschluss an den RE Richtung Wismar vom Gleis 5 besteht. An Gleis 2 hält die Linie 10 und die RE der Gegenrichtung; es besteht Anschluss an die RB14 Richtung Spandau am Gleis&nbsp;5.--> <!-- Was macht dieser Artikel, wenn da mal ein Zug an einem anderen Bahnsteig hält? Und Reisende deswegen den Anschluss verpassen? Wird die Wikipedia dann verklagt? Und warum stehen die einzelnen Abfahrtszeiten nicht auch gleich dabei? --><br />
<br />
Die Gleise 1 und 4 sind reine Durchfahrtgleise mit [[Linienzugbeeinflussung]] (LZB) für den [[Bahnstrecke Berlin–Hamburg#Ausbau für 230 km/h|schnellen Personenverkehr]]. Gleise 2 und 5 sind ebenfalls mit LZB ausgestattet. Die Gleise 7 und 8 sind für den Güterverkehr vorgesehen. Gleis 3 am südlichen Bahnsteig hat eine Nummer, aber keine Schienen. Beide Bahnsteige sind auch über [[Barrierefreies Bauen#Zielgruppen und ihre Ansprüche|einen Aufzug]] erreichbar.<ref name="OpenRailwayMap_Nauen-Bf" /><br />
<br />
Nauen war Endbahnhof der 1963 eingestellten [[Osthavelländische Kreisbahnen|Osthavelländischen Kreisbahnen]] Nauen-[[Ketzin]] sowie Nauen-[[Velten]].<br />
<br />
Die [[Omnibus|Bus]]-Linien der [[Havelbus|Havelbus Verkehrsgesellschaft]] mbH verbinden Nauen mit dem Umland.<ref>Christian Knappe: ''Tarifwabenplan.'' In: Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH (Hrsg.): ''Havelbus aktuell. Das Fahrgastmagazin der Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH.'' Heft 2/2012, S. 8–9.<br />
Abgerufen am 25. März 2018 ([https://www.yumpu.com/de/document/view/8712892/havelbus-aktuell-nr-2-12-pdf-3-mb PDF; 3 MB, deutsch]).</ref><br />
<br />
=== Bildung ===<br />
[[Datei:Nauen Goethe Gymnasium.jpg|mini|[[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]]-[[Gymnasium]]]]<br />
[[Datei:Käthe-Kollwitz-Grundschule Nauen.jpeg|mini|links|[[Käthe Kollwitz|Käthe-Kollwitz]]-[[Grundschule]]]]<br />
In Nauen gibt es vier [[Grundschule]]n. Neben den drei in städtischer Trägerschaft befindlichen Grundschulen, der Käthe-Kollwitz-Grundschule (VHG), der Grundschule am Lindenplatz und der Dr. Georg Graf von Arco&#x2011;Oberschule mit Grundschulteil wird in privater Trägerschaft die Kreativitäts- und Ganztagsgrundschule des [[Leonardo da Vinci Campus|Leonardo-da-Vinci-Campus]] betrieben.<ref>[http://www.nauen.de/impressum/index.php Stadt Nauen (Hrsg.):] ''[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=9 Bildung & Erziehung. Grundschulen.]'' Abgerufen am 14. April 2019.</ref> <br />
<br />
Hinzu kommen zwei [[Förderschule (Deutschland)|Förderschulen]] in Trägerschaft des Landkreises Havelland, nämlich die Havellandschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sowie die Regenbogenschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Förderschulen">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=7 ''Bildung und Erziehung. Förderschulen''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Die zwei [[Oberschule (Brandenburg)|Oberschulen]] sind die städtische Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule mit Grundschulteil sowie die Kreativitäts- und Ganztagsoberschule des Leonardo-da-Vinci-Campus in privater Trägerschaft.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Oberschulen">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=12 ''Bildung und Erziehung. Oberschulen''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Nauen bietet drei [[Berufsbildende Schule]]n: die Berufliche Schule für Wirtschaft Nauen in freier Trägerschaft, das Jugendaufbauwerk Nauen e.&nbsp;V. und das Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landkreises Havelland.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Berufsbildende Schulen">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=6 ''Bildung und Erziehung. Berufsbildende Schulen''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Drei [[Gymnasium|Gymnasien]] bieten die Möglichkeit, das [[Abitur]] abzulegen; das städtische Goethe-Gymnasium, das privat betriebene Internationale Ganztagsgymnasium des Leonardo-da-Vinci-Campus sowie das Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landkreises Havelland.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Gymnasien">[http://www.nauen.de/verzeichnis/index.php?kategorie=10 ''Bildung und Erziehung. Gymnasien''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
Als [[Volkshochschule]] steht den Nauenern die Musik-, Kunst- und Volkshochschule des Landkreises Havelland offen.<ref name="Stadt Nauen. Bildung und Erziehung. Volkshochschule">[http://www.nauen.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=63893 ''Bildung und Erziehung. Volkshochschule''.] Stadt Nauen, Stand: 5. Juni 2014.</ref><br />
<br />
=== Öffentliche Einrichtungen ===<br />
In Nauen befindet sich ein [[Schwimmbad]], betrieben als [[Kommunale Badeanstalt|Stadtbad]].<ref>[http://www.stadtbad-nauen.de/ „STADT bad NAUEN“.] abgerufen am 1. Februar 2016.</ref><br />
<br />
== Persönlichkeiten ==<br />
=== Ehrenbürger ===<br />
* [[Werner Salomon|Hans Werner Salomon]] (1926–2014), Politiker ([[SPD]]), Ehrenbürger seit 1996, von 1979 bis 1992 [[Bürgermeister]] des Berliner [[Bezirk Spandau|Bezirks Spandau]], von 1995<ref name="Märkische Allgemeine. Online-Archiv">[http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/MAER/20100512/werner-salomon-bleibt-an-der-spitze/201005122640829.html ''Havelland. Werner Salomon bleibt an der Spitze''.] In: ''Märkische Allgemeine'', 12. Mai 2010; genios.de</ref> bis 2014 Vorstandsvorsitzender des Ortsverbandes Nauen e.&nbsp;V.<ref name="ASB. OV Nauen. Impressum">{{Webarchiv|url=http://www.asb.de/nauen/impressum.html | wayback=20140714212152 | text=''Impressum.''}} Arbeiter-Samariter-Bund, Ortsverband Nauen e.&nbsp;V. (2014)</ref> des [[Arbeiter-Samariter-Bund]]es Deutschland<br />
<br />
=== Söhne und Töchter der Stadt ===<br />
[[Datei:Graf Itzenplitz.jpg|mini|hochkant|[[Preußen|Preußischer]] [[Staatsminister (Deutschland)#Staatsminister in früheren deutschen Staaten|Staatsminister]] [[Heinrich Friedrich von Itzenplitz|Graf von Itzenplitz]] (Illustration von [[Richard Brend’amour]] von 1895/96)]]<br />
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-12242, Georg Graf von Arco.jpg|mini|hochkant|[[Georg Graf von Arco]] (1931)]]<br />
<br />
* [[Friedrich Karl Ludwig von Below]] (1750–1814), [[Landstallmeister]] im Hauptgestüt Trakehnen<br />
* [[Peter Alexander von Itzenplitz]] (1768–1834), Gutsherr<br />
* [[Karl August von Brandenstein]] (1792–1863), Generalleutnant<br />
* [[Heinrich Friedrich von Itzenplitz]] (1799–1883), geboren in [[Groß Behnitz]], preußischer Minister<br />
* [[Walter Pott (Politiker)|Walter Pott]] (1878–1960), erster frei gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg in [[Hohen Neuendorf]]<br />
* [[Hermann Schmidt (Politiker, 1880)|Hermann Schmidt]] (1880–1945), Politiker (Zentrum), 1927 bis 1932 preußischer Staatsminister der Justiz<br />
* [[Heinrich Wilkens]] (1881–1948), Politiker (Zentrum)<br />
* [[Ernst Kienast]] (1882–1945), Direktor beim Reichstag<br />
* [[Otto Heese]] (1891–1968), Gewerkschaftsfunktionär und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus<br />
* [[Hans Ney]] (1924–2016), geboren im [[Börnicke (Nauen)|Börnicker]] Wohnplatz Ebereschenhof, Heimatforscher<br />
* [[Friedrich Zunkel]] (1925–2010), Wirtschafts- und Sozialhistoriker<br />
* [[Arnold Zarft]] (1930–2009), geboren in [[Bergerdamm]], Pastor, Ehrenbürger von Neustrelitz<br />
* [[Heinz Klingenberg (Mediävist)|Heinz Klingenberg]] (* 1934), Mediävist und Runologe, Professor für Skandinavistik der Universität Freiburg<br />
* [[Helmut Kliem]] (1939–1970), geboren im [[Börnicke (Nauen)|Börnicker]] Wohnplatz Ebereschenhof, Todesopfer an der Berliner Mauer<br />
* [[Michael Werner (Kunsthändler)|Michael Werner]] (* 1939), Kunsthändler<br />
* [[Wilfried Mommert]] (* 1944), Journalist<br />
* [[Martin Posth]] (1944–2017), geboren in [[Berge (Nauen)|Berge]], Industriemanager<br />
* [[Jürgen Drews]] (* 1945), Schlagersänger<br />
* [[Eugen Gliege]] (* 1949), Presse- und Comiczeichner<br />
* [[Thomas Plenert]] (* 1951), Kameramann<br />
* [[Irene Diekmann]] (* 1952), Historikerin<br />
* [[Udo Schnelle]] (* 1952), Theologe, Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg<br />
* [[Jochen Kowalski]] (* 1954), geboren in [[Wachow]], Opernsänger (Countertenor)<br />
* [[Klaus-Dieter Kurrat]] (* 1955), Leichtathlet, Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 1976<br />
* [[Udo Folgart]] (* 1956), Politiker (SPD), seit 2004 Mitglied des Landtages Brandenburg<br />
* [[Christoph D. Minke]] (* 1965), Kirchenmusiker<br />
* [[Nancy Grimm]] (* 1979), Amerikanistin<br />
* [[Sabrina Schepmann]] (* 1981), Fotomodell, Fotografin<br />
* [[Claudia Grunwald]] (* 1982), Leichtathletin<br />
<br />
=== Mit Nauen verbundene Persönlichkeiten ===<br />
* [[Albert Borsig]] (1829–1878), Unternehmer, lebte auf Gut Groß Behnitz<br />
* [[Ernst Borsig]] (1869–1933), Unternehmer, lebte und starb auf Gut Groß Behnitz<br />
* [[Georg Graf von Arco]] (1869–1940), Elektroingenieur, Verantwortlicher für den Ausbau der [[Großfunkstelle Nauen]]<br />
* [[Senta Maria Anna Siller]] (geb. 1935), Designerin, Unternehmerin, aktiv im Förderverein „Cultura“ auf dem ehemaligen Landgut Borsig in Groß Behnitz<br />
<br />
== Siehe auch ==<br />
* [[Ackerbürger#Ackerbürgerstadt|Ackerbürgerstadt]]<br />
<br />
== Literatur ==<br />
* Gerd Alpermann: ''Die Einwohnerschaft der Stadt Nauen und ihrer Garnison bis zur Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts'' (Schriftenreihe der Stiftung Stoye der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.&nbsp;V., Bände 20 und 21), Neustadt an der Aisch 1991, ISBN 3-7686-4127-9.<br />
* Ernst Georg Bardey: ''Geschichte von Nauen und Osthavelland.'' Rathenow 1892.<br />
* Michael Bollé: ''Die Grossfunkstation Nauen und ihre Bauten von Hermann Muthesius.'' Mit einem Beitrag von Georg Frank. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege. Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1996, ISBN 3-922912-37-0.<br />
* Martina al Diban: ''In Nauen durch die Jahrhunderte. Geschichte und Geschichten.'' Verlag Uwe Grötschel, Falkensee 1995, ISBN 3-00-000108-5.<br />
* Christian Hopfe: ''Nauen in alten Ansichten'' (Archivbilder), Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-161-5.<br />
* Dieter Kristke: ''100 Jahre Nauen in Worten und Bildern. Eine Wanderung durch die Straßen und Gassen der Altstadt.'' Ketzin 1992.<br />
* Dieter Kristke: ''Stadtbilder aus Nauen. 1292–1992.'' Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-928741-08-X.<br />
* Dieter Kristke: ''Nauen in alten Ansichten'' (Die damals Reihe), Europäische Bibliothek Verlag, Zaltbommel/Niederlande 1995, ISBN 90-288-6048-7.<br />
* Arndt Riefling: ''Nauen. Als die Schornsteine noch rauchten. Fotodokumente zwischen 1945 und 1989.'' (Edition Damals in unserer Stadt), Leipziger Verlagsgesellschaft, Verlag für Kulturgeschichte und Kunst, Leipzig 2007, ISBN 3-910143-84-9.<br />
* Dorit Schneider: ''Soldaten in der Stadt. Militär und Gesellschaft in Nauen 1763–1806'' (magi-e – forum historicum, Band&nbsp;4), Schwarten Verlag, Aichach 2003, ISBN 3-929303-23-X.<br />
* Werner Vogel: ''Nauen''. In: [[Gerd Heinrich (Historiker)|Gerd Heinrich]] (Hrsg.): ''[[Handbuch der historischen Stätten Deutschlands]].'' Band 10: ''Berlin und Brandenburg'' (= ''[[Kröners Taschenausgabe]].'' Band 311). 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-31102-X, S.&nbsp;286–287.<br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commonscat}}<br />
<!-- * [http://www.nauen.de/ Internetseite der Stadt Nauen] --><br />
<!-- * [http://www.funkstadt-nauen.de/indeyy.html Private Internetseite zur Funkstadt Nauen] --><br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references><br />
<ref name="NauenBf_Abfahrten_Nahverkehrverkehr"><br />
{{cite web<br />
|url= http://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=15091&country=DEU&rt=1&<br />
|title=Abfahrten Nauen<br />
|work=reiseauskunft.bahn.de |year=2017<br />
|accessdate=2017-03-27}}<br />
</ref><br />
<ref name="NauenBf_Ankünfte_Nahverkehr"><br />
{{cite web |url= http://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=15091&rt=1&<br />
|title=Ankünfte Nauen<br />
|work=reiseauskunft.bahn.de |year=2017<br />
|accessdate=2017-03-27}}<br />
</ref><br />
<ref name="OpenRailwayMap_Nauen-Bf"><br />
{{cite web<br />
|url= http://www.openrailwaymap.org/?lang=&lat=52.612965364967785&lon=12.884546220302582&zoom=18&style=standard<br />
|title=Nauen Bahnhof<br />
|work=openrailwaymap.org |year=2017<br />
|accessdate=2017-03-27}}<br />
</ref><br />
</references><br />
<br />
{{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Havelland}}<br />
<br />
{{Normdaten|TYP=g|GND=4261645-1|LCCN=n/2011/028360|VIAF=236019594}}<br />
<br />
[[Kategorie:Nauen| ]]<br />
[[Kategorie:Ort im Landkreis Havelland]]<br />
[[Kategorie:Ehemalige Kreisstadt in Brandenburg]]<br />
[[Kategorie:Ersterwähnung 1186]]<br />
[[Kategorie:Ort im Havelland (Mark Brandenburg)]]<br />
[[Kategorie:Stadt in Brandenburg]]<br />
[[Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1292]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Quadrupol&diff=192903027Quadrupol2019-10-06T15:28:43Z<p>Wikipexiah: Strickjacke</p>
<hr />
<div>[[Datei:Quadrupol_xy.svg|mini|''Aufbau eines elektrischen Quadrupols für den Spezialfall einer quadratischen Anordnung.''<br />Die [[Elektrische Ladung|Ladung]] der roten Punkte beträgt&nbsp;+Q, die der blauen Punkte&nbsp;−Q.]]<br />
[[Datei:QuadrupoleContour.svg|mini|Potential eines realen elektrischen Quadrupols]]<br />
[[Datei:Quadrupole-potential-contour-xy.svg|mini|Potential eines elektrischen Punkt-Quadrupols]]<br />
<br />
Ein '''Quadrupol''' entsteht aus der nebenstehend dargestellten Anordnung zweier entgegengesetzt-gleicher [[Dipol]]e mit beliebigem Abstandsvektor, typischerweise <math>\vec a</math> genannt.<br />
<br />
Allgemein kann einer beliebigen [[Ladungsverteilung|Ladungs-]] oder [[Elektrischer Strom|Strom]]<nowiki/>verteilung, sofern sie ''nicht'' bestimmte [[Symmetrie (Geometrie)|Symmetrien]] besitzt, in zweiter Ordnung ein [[Multipolmoment]] zugeordnet werden. Dazu wird das eigentliche [[Potential (Physik)|Potential]] durch eine [[Taylorentwicklung]] genähert. Dabei ergibt sich in dieser [[Multipolentwicklung]] u.&nbsp;a. auch ein '''Quadrupolmoment'''.<br />
<br />
== Elektrischer Quadrupol ==<br />
Ein elektrischer Quadrupol kann aus zwei gleich großen positiven und zwei ebensogroßen negativen [[elektrische Ladung|Ladungen]] bestehen, die das Hohlmoment durch zwei entgegengesetzt-gleiche Dipole bilden. Im einfachsten Fall befinden sich die vier Ladungen in abwechselnder Anordnung an den Ecken eines [[Parallelogramm]]s (in der Regel sogar eines [[Quadrat]]es). <br />
<br />
Mathematisch präzise wird die Definition durch einen als „Quadrupol-Limes“ bezeichneten [[Grenzwertprozess]], bei dem der Flächeninhalt des Parallelogramms gegen Null ''konvergiert'', während gleichzeitig die Ladungsstärke der an den Ecken des Parallelogramms befindlichen Ladungen ''divergiert'', und zwar so, dass das Produkt konstant bleibt, etwa <math>\{\lim_{a\to 0;\, a^2 Q = \text{konst.}}\dots\} \, ,</math> wobei die Konstante positiv sein soll.<br />
<br />
Das Quadrupol[[Elektrostatik#Potential und Spannung|potential]] <math>\phi_\text{Q}</math> ergibt sich als Überlagerung ([[Superposition (Physik)|Superposition]]) der Dipolpotentiale <math>\phi_\text{D}</math>:<br />
<br />
:<math>\begin{align}<br />
\phi_\text{Q}(\vec{r}) & = \phi_\text{D} \left(\vec r + \dfrac{\vec a}{2} \right)- \phi_\text{D} \left(\vec r - \dfrac{\vec a}{2} \right)\\<br />
\ & = \vec a \cdot \vec \nabla \phi_\text{D}(\vec r) + \mathcal{O}(|\vec a|^3)<br />
\end{align}</math><br />
<br />
Beim Übergang zur letzten Gleichung wurden die Taylorentwicklung benutzt und Terme der Größenordnung <math>|\vec a|^3</math> vernachlässigt.<br />
<br />
Aus der Multipolentwicklung erhält man mit dem [[Kronecker-Delta]] <math>\delta</math> den ''Quadrupolmoment[[tensor]]'' <math>Q</math> mit [[SI-Einheit]]&nbsp;[[Coulomb|C]]·m²:<br />
<br />
:<math>Q_{kl} = \sum_{i=1}^{n} q_i(3r_{ik} \, r_{il} - (r_i)^2 \, \delta_{kl})</math><br />
<br />
bzw. für kontinuierliche [[Ladungsverteilung]]en:<br />
<br />
:<math>Q_{kl} = \int \rho(\vec{r}\,') \cdot (3r'_k \, r'_l - (r')^2 \, \delta_{kl}) \cdot d^3r'</math><br />
<br />
Alternativ lässt sich das Potential auch darstellen als:<br />
<br />
:<math>\begin{align}<br />
\phi_\text{Q}(\vec r) & = \frac{1}{8 \pi \varepsilon_0} \frac{\vec r^T \cdot Q \cdot \vec r} {r^5}\\<br />
& = \frac{1}{8 \pi \varepsilon_0} \frac{ r_i \cdot Q_{ij} \cdot r_j}{r^5}<br />
\end{align}</math><br />
<br />
wobei<br />
* die [[einsteinsche Summenkonvention]] verwendet wurde und<br />
* <math>\varepsilon_0</math> die [[elektrische Feldkonstante]] ist.<br />
<br />
=== Anwendungen ===<br />
In der Praxis wird jede Anordnung von vier abwechselnd gepolten [[Elektrode]]n verkürzt als „Quadrupol“ bezeichnet, auch wenn sie kein reines Quadrupolfeld erzeugt. <br />
<br />
Im [[Wechselspannung]]<nowiki/>sbetrieb lässt diese Anordnung von einem entlang der Achse fliegenden Strahl geladener Teilchen nur Teilchen mit einem bestimmten Verhältnis von Masse zu Ladung durch. Daher wird diese Anordnung in [[Quadrupol-Massenspektrometer|Massenspektrometern]] verwendet.<br />
<br />
Eine weitere Anwendung eines elektrischen Quadrupols ist der [[RFQ-Beschleuniger|Hochfrequenz-Quadrupol-Beschleuniger]].<br />
<br />
== Magnetischer Quadrupol ==<br />
Ein magnetischer Quadrupol besteht im einfachsten Fall aus zwei entgegengesetzt gerichteten [[magnetischer Dipol|magnetischen Dipolen]] im Abstand <math>\vec a</math>.<br />
<br />
Anwendungen:<br />
* [[Quadrupolmagnet]]: Fokussierungsmagnet in [[Teilchenbeschleuniger]]n und Teilchen-[[Strahlführung]]en<br />
* selektive Trennung in [[Massenspektrometrie]]-Systemen<br />
* zusammen mit der [[Kernspinresonanzspektroskopie]]: Aussagen über die lokale Geometrie des [[Atomkern]]s in [[Festkörper]]n.<br />
<br />
Ein sphärisches magnetisches Quadrupolfeld lässt sich zum Beispiel mit einer [[Helmholtz-Spule#Anti-Helmholtz-Spule|Maxwell-Spule]] erzeugen.<ref>{{Literatur | Autor = Dieter Meschede | Titel = Optik, Licht und Laser | Jahr = 2008 | Verlag = Vieweg+Teubner | Ort = Wiesbaden | ISBN = 978-3-8351-0143-2 | Seiten = 568}}</ref><br />
<br />
== Gravitation ==<br />
[[Datei:Massenquadrupol.svg|mini|Illustration des gravitativen Quadrupolmoments: eine zu einem Ellipsoid deformierte homogene sphärische Massenverteilung besitzt neben dem Monopol- ein Quadrupolmoment.]]<br />
Im Gegensatz zum [[Elektromagnetismus]] besitzt die [[Gravitation]] nur positive ''Ladungen'' (Massen). Daher ist die Definition eines gravitativen Quadrupols wie oben über zwei Dipole ''nicht'' möglich. Dennoch besitzen [[Massenverteilung]]en ein Quadrupolmoment mit [[SI-Einheit]]&nbsp;kg·m². Beispielsweise besitzt die Erde ein Quadrupolmoment, da sie keine perfekte Kugel ist. Die Abplattung der Erde führt dazu, dass im Vergleich zu einer exakt sphärischen Massenverteilung (reiner Monopol) an den Polen Masse „fehlt“ und am Äquator ein „Überschuss“ vorliegt („Äquatorwulst“). Einige [[Himmelsmechanik|himmelmechanische]] Phänomene, wie die [[Präzession]] der Erdachse und die dynamische Entwicklung der [[Bahnelemente]] von Satelliten, lassen sich mit dem daraus resultierende Quadrupolmoment beschreiben.<br />
<br />
== Gravitationswellen ==<br />
{{Hauptartikel|Gravitationswellen}}<br />
In der Theorie der Gravitationswellen ist der Quadrupol von fundamentaler Bedeutung. Da es keine gravitativen Dipole gibt, ist die niedrigste Ordnung von Gravitationswellen eine Quadrupolstrahlung, die in der Form der Ausbreitung der elektromagnetischen Quadrupolstrahlung entspricht.<ref>{{Literatur | Autor = Ulrich E. Schröder | Titel = Gravitation: Eine Einführung in die allgemeine Relativitätstheorie | Jahr = 2007 | Verlag = Harri Deutsch Verlag | Ort = Frankfurt am Main | ISBN = 978-3-8171-1798-7 | Seiten = 133 |Online = {{Google Buch|BuchID=qTC6IpDIUtIC|Seite=133}}}}</ref><br />
<br />
== Höhere Multipole ==<br />
Analog können höhere Multipole behandelt werden, sog. ''Oktupole'' beispielsweise durch alternierende [[Punktladung]]en auf den acht Ecken eines [[Parallelepiped]]s, z.&nbsp;B. eines Würfels der Kantenlänge&nbsp;''a'', mit dem „Oktupol-Limes“ &nbsp;<math>\{\lim_{a\to 0; \, a^3 Q = \text{konst.}}\dots\}</math> (oder allgemeiner: ein einziger 2<sup>''l''</sup>-Pol wird angenähert durch Überlagerung zweier verschobener 2<sup>(''l''−1)</sup>-Pole mit entgegengesetztem [[Vorzeichen (Zahl)|Vorzeichen]]).<br />
<br />
== Fachliteratur ==<br />
* Horst Stöcker: ''Taschenbuch der Physik.'' 4. Auflage, Verlag Harry Deutsch, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-8171-1628-4.<br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commonscat|Quadrupoles}}<br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references/><br />
<br />
[[Kategorie:Elektrostatik]]<br />
[[Kategorie:Magnetismus]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mustang_(K%C3%B6nigreich)&diff=192881009Mustang (Königreich)2019-10-05T18:58:05Z<p>Wikipexiah: Casino\Kumary</p>
<hr />
<div>[[Datei:KaliGandaki.jpg|miniatur|Tal des Kali Gandaki]]<br />
[[Datei:Flag of Mustang.svg|miniatur|Flagge des Königreichs Mustang]]<br />
[[Datei:Dhawalagiri districts.png|miniatur|Lage von Mustang]]<br />
[[Datei:LoManthang 1.JPG|miniatur|Lo Manthang]]<br />
<br />
'''Mustang''' (auch '''Mustan''') war ein unabhängiges buddhistisches Königreich im [[Himalaya]]. Es gehört heute zu [[Nepal]] und bildet den nördlichen Teil des nepalesischen Distrikts [[Mustang (Distrikt)|Mustang]]. Der Name ist nepalesischen Ursprungs. In der Landessprache wird das Land '''Lo''' (Süden) genannt.<br />
<br />
== Geographie und Klima ==<br />
Mustang liegt zwischen den nepalesischen Distrikten [[Dolpo]], [[Myagdi]] und [[Manang]] und grenzt an [[Tibet]]. Das Gebiet ist 2.563&nbsp;km² groß und liegt auf über 2.500 Meter Höhe nördlich des [[Annapurna]]-Massivs. Es ist aufgrund seiner Lage im Regenschatten der umgebenden Berge klimatisch trocken. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt um die 250–400&nbsp;mm.<br />
<br />
Das Land ist durch den Fluss [[Kali Gandaki]] geprägt, dessen Tal und seine Nebenflüsse. Der Fluss verläuft von Nordosten nach Südwesten Richtung [[Nepal Terai]] und teilt dabei das Gebiet. Der Fluss war einst die Haupthandelsroute zwischen Tibet und [[Indien]], insbesondere für [[Speisesalz|Salz]]. Das Flusstal durchläuft [[Thak Khola]], die tiefste [[Schlucht]] der Welt. Der traditionelle Hauptort des Königreiches ist [[Lo Manthang]]. Verwaltungssitz des gesamten Distrikts ist [[Jomosom]], das seit 1962 einen Flugplatz besitzt und sich seit der Öffnung des Distrikts zum Haupttourismusort entwickelt hat.<br />
<br />
Das gesamte Gebiet Mustangs steht unter besonderem staatlichen Schutz. Seit 1992 ist Lo Manthang eines der sieben ''unit conservation offices'' im [[Annapurna Conservation Area Project]] (ACAP), dem ältesten und größten Schutzgebiet in Nepal. Das Projekt will den Naturschutz fördern und gleichzeitig die Situation der Bevölkerung verbessern, wobei es in jeder Region unterschiedliche Schwerpunkte setzt. In Mustang soll besonders der kontrollierte Tourismus entwickelt, das kulturelle Erbe geschützt und alternative Energien gefördert werden. In der Bevölkerung ist ACAP nicht unumstritten; Kritik wird insbesondere an den trägen bürokratischen Entscheidungswegen geübt, es gibt auch Vorwürfe der Vetternwirtschaft<ref>http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4664/pdf/PeterAnnapurna_Werkstatt_12_1-21.pdf</ref>.<br />
<br />
== Geschichte ==<br />
[[Datei:Raja Jigme Dorje Palbar Bista, 2011, by Erling Mandelmann.jpg|miniatur|links|Raja Jigme Dorje Palbar Bista, 2011.]]<br />
Mustang war einst ein unabhängiges Königreich, gegründet um 1400 von dem legendären Krieger [[Ame Pal]]. Durch Sprache und Kultur war es eng an Tibet gebunden. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Reich von Nepal annektiert, blieb jedoch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein innenpolitisch autonomes Territorium innerhalb des nepalesischen Staates. Nach der Besetzung Tibets durch China und dem Zusammenbruch der Handelsrouten büßte das Land seine Unabhängigkeit vollends ein und ist seitdem als nördlicher Teil des Distriktes Mustang in die [[Verwaltungsgliederung Nepals|Verwaltungsstruktur Nepals]] eingegliedert. Die [[Monarchie]] lebte bis Sommer 2008 als Königreich von Lo fort, aber die jetzige nepalesische Regierung hat die Tradition der Rajas in Nepal aufgelöst. Der ehemalige [[Raja]] bzw. König (in der Landessprache [[Gyelpo]]) [[Jigme Palbar Bista]] führte seine Abstammung traditionsgemäß in 25. Generation auf den Reichsgründer Ame Pal zurück.<ref>Die offizielle Abstammungslinie wird zugunsten einer Abstammung von einem [[Gurkha]]-Prinzen des späten 18. Jahrhunderts angezweifelt. Vgl. Michael Beck: Mustang – Im Land der Lo-pa, S. 99</ref> Er genoss weiterhin ein hohes Ansehen in der Bevölkerung.<br />
<br />
Bis 1974 hielten sich tibetische Widerstandskämpfer im Mustang auf. Das Gebiet war daher für Reisende gesperrt. Der südliche Teil des Distrikts durfte bis in die 1970er Jahre, das Königreich von Lo bis 1992 nicht betreten werden, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Für den Besuch des ehemaligen Königreiches ist auch heute noch eine Genehmigung notwendig.<br />
<br />
== Bevölkerung ==<br />
[[Datei:Lopa.jpg|miniatur|Lopas in Lo Manthang]]<br />
<br />
Die Bezeichnung für die Landesbewohner von Lo lautet [[Lopa (Mustang)|Lopa]]. Sie sind sprachlich und kulturell mit den [[Tibeter]]n verwandt. Die Lowa oder Lop genannte Sprache ist ein [[Tibetische Sprache|tibetischer Dialekt]]. Sie wird von 7.500 Menschen gesprochen. Auch weitere tibetische Dialekte und [[Nepali]] sind in Gebrauch.<ref>http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=loy</ref><br />
<br />
Die Bevölkerung von ca. 6.000 Einwohnern lebt in 32 Siedlungen. Der größte Teil lebt nahe dem Fluss [[Kali Gandaki]]. Die wegen der hohen Lage rauen Bedingungen haben jedoch eine jahreszeitliche Wanderung der Einwohner in die tiefer gelegenen Regionen Nepals zur Folge.<br />
<br />
== Religion ==<br />
Die Bewohner von Mustang sind [[Buddhismus|Buddhisten]]. Die vorherrschenden tibetisch-buddhistischen Schulen sind die [[Nyingma]] und [[Sakya]]-Schule. Das Land besitzt eine sehr alte buddhistische Tradition. Bereits vor 2000 Jahren wurde die erste Meditationsstelle (tib. [[Gompa]]) gegründet. Die darauf folgende buddhistische Strömung erreichte Mustang mit dem großen indischen buddhistischen Meister [[Padmasambhava]] im 8. Jahrhundert. Er gründete die Nyingma-Schule. Etwas später, im 11. Jahrhundert, kam die Übertragung der Sakya-Schule nach Mustang. Der ehemalige König [[Jigme Palbar Bista]] wurde als eine Ausstrahlung des [[Bodhisattva]] [[Manjushri]] angesehen.<br />
<br />
Generell haben im Lauf der Jahrhunderte immer mehr [[Lama (Buddhismus)|Lamas]] und Mönche Mustang verlassen. Gegenwärtig werden wieder mehr Klöster gegründet, zum Beispiel in Geling, Tsarang, [[Lo Manthang]] und Namgyal. Bei der Renovierung der Klöster wirkte die Bevölkerung aktiv unter der Anleitung von italienischen Restauratoren als angelernte Kunstmaler mit<ref>{{cite web|url=http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/168432/index.html|title=Mustang, das Tor zum Himmel im Himalaya| accessdate=2013-10-14}}</ref>.<br />
<br />
Wie überall in den buddhistisch geprägten Regionen des Himalaja schreiben die Lopas ihre Wünsche für das letztendliche Glück und Wohl aller Wesen auf farbige [[Gebetsfahne]]n, die die [[Adibuddha|fünf Buddha-Familien]] repräsentieren und mit dem Wind in die Welt getragen werden.<br />
<br />
== Wirtschaft ==<br />
[[Datei:Ghemi.JPG|miniatur|Buchweizenfelder bei Ghemi]]<br />
<br />
Traditionell bezog Mustang einen Großteil seiner Einkünfte aus dem [[Salzhandel]] auf der Transitstrecke zwischen China und Indien, die im Flusstal des Kali Gandaki verläuft. Nach der Besetzung Tibets durch China brachen die Handelsrouten zusammen und der Lebensstandard sank kontinuierlich ab. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft, seit den 1990er Jahren kommt der Tourismus hinzu, auch durch [[Guam]] zu [[Kumari]]. Im Winter wandern jedoch 50 % der Bevölkerung auf der Suche nach Erwerbsmöglichkeiten in den Süden.<br />
<br />
Der Ackerbau ist wegen der Trockenheit auf Bewässerungssysteme angewiesen. Angebaut werden [[Echter Buchweizen|Buchweizen]] und [[Gerste]], in klimatisch günstigen Regionen kommen Gemüse und Obst hinzu. Die Vegetationsperiode dauert von Mai bis September. Fünf Monate im Jahr ist der Boden jedoch von Schnee bedeckt. Im Süden können zwei, im Norden nur eine Ernte pro Jahr eingebracht werden. Die Viehzucht ist stark zurückgegangen, seit die Bauern ihre Herden nicht mehr auf die fruchtbaren Weiden jenseits der tibetischen Grenze treiben können. Die wichtigsten Nutztiere sind die [[Yak]]s, [[Wasserbüffel]], [[Schafe]] und [[Ziegen]].<br />
<br />
Seit 2001 besteht zwischen Lo Manthang und Tibet eine unbefestigte Straßenanbindung. Die nepalesisch-chinesische Grenze wird allerdings nur ca. zweimal jährlich für den Grenzübertritt tibetischer Händler geöffnet. Ab 2009 existiert nun auch eine Verbindung zwischen Lo Manthang und Jomosom, die von Jeeps und anderen geländegängigen Fahrzeugen genutzt werden kann. Die Straße verändert signifikant die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Lebensbedingungen der Menschen. Die Preise für importierte Waren wie Brennstoff und Reis sind stark gesunken, die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten verstärkt sich.<br />
<br />
== Literatur ==<br />
* Dhungel, Ramesh: ''The kingdom of Lo (Mustang). A historical study.'' Kathmandu, Tashi Gephel Foundation, 2002. ISBN 99933-5793-6<br />
* [[Michel Peissel]]: ''Mustang – A lost Tibetan Kingdom''. Dutton, New York 1967 ({{Google Buch | BuchID=lyVuAAAAMAAJ | Hervorhebung=Ame+Pal}}) (deutsch: ''Das verbotene Königreich im Himalaja.'' Fischer, Frankfurt 1978, ISBN 3-596-23501-4).<br />
<br />
== Dokumentarfilme ==<br />
* Steve Chao: [http://www.aljazeera.com/programmes/aljazeeracorrespondent/2011/10/201110912360944324.html ''Mustang: A Kingdom on the Edge '']. [[Al Jazeera English|Al Jazeera Correspondent]], 20. Februar 2012 (Video, englisch, 47 Min.)<br />
* Himalaya – Reich des Windpferdes – Teil 3 Mustang (Teil 1 [[Ladakh]], Teil 2 [[Spiti]]). TV-Dokumentation von [[Hajo Bermann]] aus dem Jahr 2011.<br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{commonscat|Mustang (kingdom)|Königreich Mustang}}<br />
* {{Webarchiv|wayback=20131126224112|url=http://www.uni-giessen.de/~gg1057/nepal/mustang.htm|text=Geographical Field Studies in Southern Mustang / Kali Gandaki Valley (Universität Gießen)}}<br />
* [http://www.lo-manthang.ch/?/1-0-willkommen.htm Schulverein Lo Manthang]<br />
* [http://www.rrcap.unep.org/projects/nsds/meeting/sd_masterplan_Mustang.pdf Nachhaltiger Entwicklungs Plan für MUSTANG 2008-2013] (National Trust for Nature Conservation)<br />
* [http://dl.lib.brown.edu/BuddhistTempleArt/index.html Tibetan Buddhist Wall Paintings of Mustang] (a photographic survey, Philip and Marcia R. Lieberman)<br />
<br />
== Anmerkungen ==<br />
<references /><br />
<br />
{{Coordinate |NS=29/11/12/N |EW=83/59/34/E |type=state |region=NP}}<br />
<br />
[[Kategorie:Geschichte Nepals]]<br />
[[Kategorie:Historischer Staat in Asien]]<br />
[[Kategorie:Himalaya]]<br />
[[Kategorie:Hochland von Tibet]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sanskrit&diff=192785463Sanskrit2019-10-02T09:56:29Z<p>Wikipexiah: Berlin - West</p>
<hr />
<div>{{Infobox Sprache<br />
| Sprache = Sanskrit ({{lang|sa|संस्कृत}})<br />
| Länder = [[Indien]]<br />
| Klassifikation =<br />
* [[Indogermanische Sprachen]]<br />
*: [[Indoiranische Sprachen]]<br />
*:: [[Indoarische Sprachen]]<br />
| KSprache = Sanskrit<br />
| Sprecher = als Muttersprache (2001: 14.135)<ref>{{Webarchiv|url=http://censusindia.gov.in/Census_Data_2001/Census_Data_Online/Language/Statement5.htm |wayback=20090411183701 |text=censusindia.gov.in }}</ref><br />
nur als Zweitsprache (1961: 190.000)<br />
| Amtssprache = [[Indien]] (eine von 22 anerkannten Nationalsprachen)<br />
| ISO1 = sa<br />
| ISO2 = san<br />
| ISO3 = san<br />
}}<br />
<br />
[[Datei:Sanskrit Devanagari.png|mini|320px|Das Wort „Sanskrit“ im Nominativ Singular in [[Devanagari]]-[[Schrift]]; [[Schreibrichtung|Schreib-]] und [[Leserichtung]] ist von links nach rechts]]<br />
<br />
'''Sanskrit''' (Eigenbezeichnung {{lang|sa|संस्कृत}} ''saṃskṛta,'' wörtl. „zusammengesetzt, geschmückt, gebildet“<ref>Klaus Mylius: ''Sanskrit – Deutsch, Deutsch – Sanskrit, Wörterbuch,'' Wiesbaden: Harrassowitz, 2005, S. 118.</ref>) bezeichnet die verschiedenen Varietäten des [[Altindisch|Alt-Indischen]]. Die älteste Form ist die Sprache der [[Veden]], einer Sammlung religiöser [[Mündliche Überlieferung|mündlicher Überlieferungen]] im [[Hinduismus]]. Ihre Entstehung bzw. Konsolidierung wird auf [[1500 v.&nbsp;Chr.]] datiert. Das klassische Sanskrit wurde um 400 v.&nbsp;Chr. durch die Grammatik des [[Pāṇini]] kodifiziert.<ref>[[Hadumod Bußmann]] (Hrsg.) unter Mitarbeit von Hartmut Lauffer: ''Lexikon der Sprachwissenschaft.'' 4., durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-520-45204-7, Lemma Sanskrit.</ref><ref>{{Literatur |Autor=Harold G. Coward, K. Kunjunni Raja, Karl H. Potter |Titel=The Philosophy of the Grammarians |Verlag=Motilal Banarsidass Publ. |Datum=1990 |ISBN=978-81-208-0426-5 |Online=https://books.google.com/books?id=2CEj6wRqeRAC |Abruf=2018-08-19}}</ref><br />
<br />
Oft – vor allem im englischen Sprachraum – wird ''Sanskrit'' ungenau auch für die unbearbeitete, mündlich überlieferte [[vedische Sprache]] insgesamt verwendet. Sanskrit ist die wichtigste Sprache im [[Hinduismus]] und war [[Verkehrssprache|Sprache]] im gesamten Südasiatischen Raum. Sanskrit verbreitete sich so wie der [[Buddhismus]] und Hinduismus in [[Zentralasien]], [[Südostasien]] und Teilen [[Ostasien|Ostasiens]] und wurde zu einer der wichtigsten Kultur- und Herrschafts-Sprachen.<ref>Damien Keown & Charles S. Prebish 2013, p. 15, Quote: "Sanskrit served as the lingua franca of ancient India, just as Latin did in medieval Europe".</ref><ref>{{Literatur |Autor=Ramesh Chandra Majumdar |Titel=Study of Sanskrit in South-East Asia |Verlag=Sanskrit College |Datum=1974 |Online=https://books.google.com/books?id=oUE3AAAAIAAJ |Abruf=2018-08-19}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Charles Orzech, Henrik Sørensen, Richard Payne |Titel=Esoteric Buddhism and the Tantras in East Asia |Verlag=BRILL |Datum=2011 |ISBN=90-04-18491-0 |Online=https://books.google.com/books?id=F0XNX3N1a2AC&pg=PA985 |Abruf=2018-08-19}}</ref><ref>Banerji, Sures (1989). ''A companion to Sanskrit literature: spanning a period of over three thousand years, containing brief accounts of authors, works, characters, technical terms, geographical names, myths, legends, and several appendices''.</ref> Sanskrit ist die klassische Sprache der [[Brahmane]]n.<br />
<br />
Das um 1200 v.&nbsp;Chr. übliche [[Vedische Sprache|Vedische]] unterscheidet sich jedoch noch vom klassischen Sanskrit. Sanskrit wird seit einigen Jahrhunderten hauptsächlich in [[Devanagari]]schrift geschrieben, gelegentlich jedoch auch in lokalen Schriften. (Das erste [[Buchdruck|gedruckte]] Werk in Sanskrit erschien in [[Bengalische Schrift|Bengali-Schrift]].) Das moderne Sanskrit, welches laut Zensus von einigen Indern als [[Muttersprache]] angegeben wird, ist immer noch die heilige Sprache der [[Hindu]]s, da alle religiösen Schriften von den [[Veden]] und [[Upanishaden]] bis zur [[Bhagavad-Gita]] auf Sanskrit verfasst wurden und häufig auch so vorgetragen werden. Auch für religiöse [[Ritual]]e wie Gottesdienste, Hochzeiten und Totenrituale ist es noch heute unerlässlich.<br />
<br />
Beispiele für [[Lehnwort|Lehnwörter]] im Deutschen, die sich auf Sanskrit zurückführen lassen, auch wenn ihre Entlehnung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgte, sind: [[Arier]], [[Aschram]], [[Avatar (Internet)|Avatar]], [[Bhagwan]], [[Chakra]], [[Guru]], [[Dschungel]], [[Lack]], [[Ingwer]], [[Orange (Frucht)|Orange]], [[Kajal]], [[Karma]], [[Mandala]], [[Mantra]], [[Moschus]], [[Nirwana]], [[Swastika]], [[Tantra]], [[Yoga]].<br />
<br />
== Bedeutung und Verbreitung ==<br />
Für Südasien spielt Sanskrit eine ähnliche Rolle wie das [[Latein]] für [[Europa]] oder das [[Hebräische Sprache|Hebräische]] bzw. [[Aramäische Sprache|Aramäische]] für die antiken und heutigen [[Juden]]. Zahlreiche überlieferte religiöse, philosophische und wissenschaftliche Texte sind in Sanskrit verfasst. Die Rolle einer Sondersprache hatte Sanskrit schon im indischen Altertum. Sanskrit steht im Gegensatz zu dem volkstümlichen [[Prakrit]], einer Gruppe mittelindischer gesprochener Dialekte, zu der auch [[Pali]] zählt. Obwohl viele [[Buddhismus|buddhistische]] Texte später in Sanskrit verfasst wurden, soll [[Siddharta Gautama]] selbst eine volkstümlichere Sprachvariante wie Pali oder [[Ardhamagadhi]] bevorzugt haben.<br />
<br />
Bei der indischen Volkszählung 2011 gaben etwa 25.000 Menschen Sanskrit als ihre [[Muttersprache]] an.<ref>[http://www.censusindia.gov.in/2011Census/Language-2011/Part-A.pdf ''Data on Language and Mother Tongue. Part A: Distribution of the 22 scheduled languages-India/States/Union Territories – 2011 census.''] (PDF) Census of India 2011</ref> Aktuelle Bemühungen gehen dahin, Sanskrit selbst als ''Lebendiges Sanskrit'' wiederzubeleben, auch indem neue [[Wort|Wörter]] für moderne Gegenstände entwickelt und junge Leute dazu motiviert werden, sich in dieser Sprache zu verständigen. Es gibt Zeitungen und Radiosendungen in Sanskrit. In den meisten Schulen der Sekundarstufe im modernen [[Indien]] (besonders dort, wo die Staatssprache Hindi gesprochen wird) wird Sanskrit als dritte Sprache nach Hindi und Englisch gelehrt.<br />
<br />
Im Rahmen des Hindu-Nationalismus gibt es Tendenzen, in [[Hindi]] die Begriffe arabischen und persischen Ursprungs durch Sanskrit-Begriffe zu ersetzen und so die Sprache von Fremdeinflüssen zu „reinigen“. Diese Entwicklung dauert noch an, so dass die lexikalischen Unterschiede zwischen [[Urdu]] und Hindi auf der Ebene der gehobenen Schriftsprache größer werden.<br />
<br />
== Geschichte ==<br />
Die [[vedische Sprache]] ist die älteste Form der [[Indoarische Sprachen|indoarischen Sprachen]]; Spuren von älterem Indo-Arisch finden sich nur in Überlieferungen aus dem [[Mitanni]]-Reich in [[Anatolien]]. Aus ihm entstanden moderne Sprachen wie [[Hindi]]-[[Urdu]], [[Bengalische Sprache|Bengalisch]], [[Marathi]], [[Kashmiri]], [[Panjabi]], [[Nepali|Nepalesisch]] und [[Romani]]. ''Vedisches Sanskrit'' (Vedisch) ist eine archaische Form des Sanskrit, in der die vier heiligen [[Veden]] der Hindus verfasst wurden. Vedisches Sanskrit unterscheidet sich von Klassischem Sanskrit in etwa wie Homerisches Griechisch von Klassischem Griechisch. In beiden Sanskritversionen gibt es eine große Anzahl an Wortentlehnungen aus den [[Dravidische Sprachen|dravidischen Sprachen]]. Zu ihren wichtigsten Unterschieden zählen:<br />
* Mindestens drei Phoneme des Vedischen Sanskrit sind verloren gegangen: der [[Stimmloser bilabialer Frikativ|stimmlose bilabiale Frikativ]] ({{IPA-Phonem|ɸ}}), der [[Stimmloser velarer Frikativ|stimmlose velare Frikativ]] (/x/) und der [[Stimmhafter lateraler retroflexer Approximant|stimmhafte laterale retroflexe Approximant]] ({{IPA-Phonem|ɭ}}).<br />
* Der Modus [[Konjunktiv]] (Subjunktiv) taucht im klassischen Sanskrit nicht mehr auf.<br />
* Vedisches Sanskrit hatte ungefähr zwölf Möglichkeiten, den Infinitiv zu bilden; klassisches Sanskrit hat nur eine.<br />
<br />
Sanskrit wurde im Gegensatz zum [[Prakrit]] als die reine und heilige Sprache bewertet und war immer eine Hoch- beziehungsweise Literatursprache für religiöse und wissenschaftliche Themen. Viele Sanskrittexte wurden mündlich überliefert, bevor sie in späteren Jahrhunderten (oft erst im Mittelalter) niedergeschrieben wurden. Das gilt auch für die älteste erhaltene Grammatik zum Sanskrit von [[Panini (Grammatiker)|Panini]], der bereits im 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. in seinem Werk ''Ashtadhyayi'' in fast 4000 Regeln die Sprache Sanskrit genau beschrieb. In seiner ausgeklügelten Systematik entwickelte er präzise Konzepte zur Beschreibung von Phonemen, Morphemen und Wurzeln, die in analoger Form in der westlichen Linguistik erst rund 2500&nbsp;Jahre später erschienen.<br />
<br />
== Verwandtschaft mit anderen Sprachen ==<br />
Die [[Indoarische Sprachen|indoarischen]] Sprachen der [[Indogermanische Sprachfamilie|indoeuropäischen Sprachfamilie]] haben einen gemeinsamen Ursprung mit fast allen modernen europäischen Sprachen, aber auch mit den klassischen Sprachen wie [[Latein]] und [[Persische Sprache|Persisch]]. Die Verwandtschaft kann beispielsweise illustriert werden mit den Wörtern für Mutter und Vater: ''mātṛ'' und ''pitṛ'' im Sanskrit (Nominativ: ''mātā'' und ''pitā''); ''mater'' und ''pater'' im Latein sowie mātar und pitar im Altiranischen. Der Begriff ''yoga'' geht wie das lateinische ''iugum'' auf die gemeinsame Wurzel *''yewg'' zurück (deutsch ''Joch'').<br />
<br />
Auch das lateinische Wort ''deus'' (Gott) (nicht aber das altgriechische ''theos'', wohl aber der Göttername ''Zeus'') entspricht dem Sanskritwort ''deva'' (Gott). Lateinisch „esse“ (sein) geht auf die gleiche indogermanische Wurzel wie das indische ''as'' (sein) zurück; das Perfekt ''fuisse'' wie das englische ''be'' und das deutsche ''bin'' auf die gleiche wie Sanskrit ''bhu'' (ebenfalls „sein“). Mehr hierzu findet sich unter [[Indogermanische Wortwurzeln]] und mit dem Ende des [[Heiliges Römisches Reich]]s, was mit dem Ende der [[Pacht]]grundlage der [[Welfen]] 1806 einherging .<br />
<br />
Bemerkenswert ist zudem die ähnliche Grundstruktur der Grammatik, etwa [[Genus|Geschlechter]], Funktion der [[Kasus]] (Fälle), [[Tempus|Tempora]] (Zeitgefüge), [[Modus (Grammatik)|Modi]]: Zum Beispiel ist die Endung der wir-Form in der einfachen Gegenwart im Sanskrit ''-mah'', im Latein ''-mus'', im Altgriechischen ''-men'', im Althochdeutschen ''-mes''. Im Sanskrit sind alle acht Fälle, die für die [[indogermanische Ursprache]] rekonstruiert wurden, erhalten geblieben (siehe dazu im Abschnitt [[#Grammatik|Grammatik]]).<br />
<br />
Die Ähnlichkeiten zwischen Latein, Griechisch und Sanskrit spielten eine wichtige Rolle für die Entwicklung der [[Indogermanistik]]; erst als im Rahmen der Kolonialisierung Europäer nach Indien kamen und begannen, indische Literatur zu übersetzen, wurde die auffallende Ähnlichkeit der Sprachen entdeckt.<br />
<br />
Bereits in das Vedische sind Wörter anderer Sprachen eingeflossen. Im [[Rigveda]] sind etwa vier Prozent der Wörter nicht-indoarischen Ursprungs. Hierbei handelt es sich um Begriffe aus den [[Austroasiatische Sprachen|Austroasiatischen]] sowie [[Dravidische Sprachen|Dravidischen]], jedoch auch aus den [[Sinotibetische Sprachen|Sinotibetischen Sprachen]].<br />
<br />
== Phonologie und Schrift ==<br />
Klassisches Sanskrit hat 48 [[Phonem]]e, vedisches Sanskrit hat 49. Vedisches und Klassisches Sanskrit verwenden die ''[[Scriptio continua|scriptura continua]]''. Dem Sanskrit liegt infolge des [[Sandhi]]s als [[Orthographie]]- bzw. [[Grammatik]]prinzip das phonemische zugrunde, d.&nbsp;h., die Schreibung richtet sich nach der Lautung. Im Gegensatz dazu basiert die Orthographie der modernen [[Indoarische Sprachen|indoarischen Sprachen]] wie auch z.&nbsp;B. der deutschen Sprache auf dem morphologischen oder Stammprinzip.<br />
[[Datei:Phrase sanskrite.png|mini|400px|Sanskrit-Text in verschiedenen Schriften geschrieben: «Das [[Shiva]] segnete, die Sprache der Götter.» ([[Kalidasa]]).]]<br />
Die Phoneme werden hier in ihrer traditionellen Reihenfolge beschrieben:<br />
[[Vokal]]e, [[Obstruent]]en ([[Plosiv]]e und [[Nasal (Phonetik)|Nasale]] geordnet nach dem [[Artikulationsort]], von hinten nach vorne) und schließlich [[Approximant]]en und [[Sibilant]]en.<br />
<br />
Die Transliteration erfolgt in den beiden Systemen [[IAST]] (''International Alphabet of Sanskrit Transliteration'') und [[ITRANS]] (''Indian Languages Transliteration'').<br />
<br />
=== Vokale ===<br />
Die grammatischen und phonologischen Begriffe des Sanskrit stimmen nicht immer mit den uns vertrauten überein. Dem Begriff der 16 ''Matrika'' ({{lang|sa|मातृका}} {{IAST|mātṛkā}} „(göttliche) Mütter“) bzw. ''Shakti'' ({{lang|sa|शक्ति}} „(göttliche) Kräfte“) entspricht nicht ganz unserer Auffassung von einem Vokal, da hier auch die Laute für {{IAST|ṛ}}, {{IAST|ṝ}} und {{IAST|ḷ}} erscheinen und außer den vokalischen Phonemen auch ''Anusvara'' ({{IAST|ṁ}}) und ''Visarga'' ({{IAST|ḥ}}) dazu gehören.<br />
<br />
Traditionell werden die vokalischen Phoneme nach Artikulationsort und Länge angeordnet, wobei jeder kurze ({{lang|sa|ह्रस्व}} {{IAST|hrasva}} „kurz“) Laut eine lange ({{lang|sa|दीर्घ}} {{IAST|dīrgha}} „lang“) Entsprechung hat.<br />
<br />
Die fünf im Sanskrit unterschiedenen Artikulationsorte oder Mundpositionen sind:<br />
* {{IAST|kaṇṭhya}} ({{lang|sa|कण्ठ्य}} „im Rachen“): [[velar]]e (oder auch [[Gutturaler Laut|gutturale]]) Laute, die am [[Gaumensegel]] (''velum'') entstehen<br />
* {{IAST|tālavya}} ({{lang|sa|तालव्य}} „am Gaumen“): [[palatal]]e Laute, die am [[Gaumen]] (''palatum'') entstehen<br />
* {{IAST|mūrdhanya}} ({{lang|sa|मूर्धन्य}} „am Kopf“): [[retroflex]]e (oder auch ''zerebrale'') Laute, die bei Annäherung der Zunge an den [[Zahndamm]] entstehen<br />
* {{IAST|dantya}} ({{lang|sa|दन्त्य}} „an den Zähnen“): [[dental]]e Laute, die an den Zähnen (''dentes'') gebildet werden<br />
* {{IAST|oṣṭhya}} ({{lang|sa|ओष्ठ्य}} „an den Lippen“): [[labial]]e Laute, die mit den Lippen (''labia'') gebildet werden<br />
<br />
Diese Unterscheidung nach Mundpositionen findet auch bei der Kategorisierung der 25 Obstruenten Verwendung. Im Fall eines Vokals entsteht dabei der Laut durch Annäherung an den Artikulationsort, im Fall des Konsonanten durch Verschlussbildung am Artikulationsort.<br />
<br />
Die traditionelle Anordnung der Vokallaute des Sanskrit nach Mundposition und Länge ist folgende:<br />
<br />
{| class="wikitable" style="text-align:center"<br />
|-<br />
!rowspan="2"| Gruppe<br />
!rowspan="2"| Artikulationsort<br /> Mundposition<br />
!colspan="2"| kurz<br /> ''{{IAST|hrasva}}''<br />
!colspan="2"| lang<br /> ''{{IAST|dīrgha}}''<br />
|-<br />
! Devanagari<br />
! IAST<br />
! Devanagari<br />
! IAST<br />
|-<br />
|rowspan="3"| einfach<br />
| velar (''kanthya'')<br />
| {{lang|sa|अ}}<br />
| {{IAST|a}}<br />
| {{lang|sa|आ}}<br />
| {{IAST|ā}}<br />
|-<br />
| palatal (''talavya'')<br />
| {{lang|sa|इ}}<br />
| {{IAST|i}}<br />
| {{lang|sa|ई}}<br />
| {{IAST|ī}}<br />
|-<br />
| labial (''oshthya'')<br />
| {{lang|sa|उ}}<br />
| {{IAST|u}}<br />
| {{lang|sa|ऊ}}<br />
| {{IAST|ū}}<br />
|-<br />
|rowspan="2"| konsonantisch<br />
| retroflex (''murdhanya'')<br />
| {{lang|sa|ऋ}}<br />
| {{IAST|ṛ}}<br />
| {{lang|sa|ॠ}}<br />
| {{IAST|ṝ}}<br />
|-<br />
| dental (''dantya'')<br />
| {{lang|sa|ऌ}}<br />
| {{IAST|ḷ}}<br />
| {{lang|sa|ॡ}}<br />
| {{IAST|ḹ}}<br />
|-<br />
|rowspan="2"| zusammengesetzt<br />
| velar + palatal<br /> ({{lang|sa|कण्ठतालव्य}} {{IAST|kaṇṭhatālavya}})<br />
| {{lang|sa|ए}}<br />
| {{IAST|e}}<br />
| {{lang|sa|ऐ}}<br />
| {{IAST|ai}}<br />
|-<br />
| velar + labial<br /> ({{lang|sa|कण्ठोष्ठ्य}} {{IAST|kaṇṭhoṣṭhya}})<br />
| {{lang|sa|ओ}}<br />
| {{IAST|o}}<br />
| {{lang|sa|औ}}<br />
| {{IAST|au}}<br />
|}<br />
<br />
Die [[Vokalquantität|langen Vokale]] werden etwa doppelt so lang wie ihre kurzen Gegenstücke ausgesprochen, deren Länge eine prosodische Einheit, ein ''Matra'' ({{lang|sa|मात्रा}} {{IAST|mātrā}} „Maß“), entspricht.<br />
Darüber hinaus existiert für die meisten Vokale eine dritte Quantitätsstufe ‚sehr lang‘ ({{lang|sa|प्लुत}} {{IAST|pluta}} „langgezogen“), die zum Beispiel im [[Vokativ]] Anwendung findet und mit drei {{IAST|mātrā}} Länge ausgesprochen wird. In der Schrift wird die Überlänge durch die nachgestellte Ziffer 3 notiert, zum Beispiel ''ka'' mit überlangem a-Vokal erscheint in der Umschrift als ''ka3'' und in Devanagari als {{lang|sa|क३}}.<br />
<br />
Der Laut des {{IAST|ṝ}} entsteht, wenn die bei Aussprache eines langgezogenen i-Vokals die Zunge nach hinten gehoben wird wie zur Aussprache eines gerollten r’s. Wenn ein nachfolgender Vokal ein Senken der Zungenposition erfordert, entsteht ein angedeuteter i-Laut, weshalb in der Transkription {{IAST|ṛ}} meist durch „ri“ wiedergegeben wird, beispielsweise in der Umschrift von {{lang|sa|कृष्ण}} ({{IAST|kṛṣṇa}}) als [[Krishna]].<br />
In gleicher Weise entsteht der Laut des {{IAST|ḹ}} durch eine Bewegen der Zungenspitze von der Aussprache eines langgezogenen i-Lauts zur l-Position, wobei die lange Form des {{IAST|ḷ}} praktisch nirgends erscheint<ref>Ausnahme: {{IAST|√kḹp}} „anordnen“</ref> und augenscheinlich in Analogie zu den anderen Vokalen hinzugefügt wurde, um eine Symmetrie von langen und kurzen Vokalen zu komplettieren.<br />
<br />
Die Sanskrit-Grammatiker klassifizieren ''e'' und ''o'' auch als zusammengesetzt, also als [[Diphthong]]e, aber sie werden als [[Monophthong]]e ausgesprochen. Dem (relativ) kurzen (''hrasva'') ''e'' entspricht dann als lange (''dirgha'') ''ai'' und dem ''o'' das ''au''.<br />
<br />
Die folgende Tabelle zeigt die 14 vokalischen Phoneme in der lexikographischen Ordnung in Vollform, Halbform, Kombination mit dem Konsonanten mit {{lang|sa|प}} (p), Umschrift und Lautbeispiel:<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|+ Vokale (''Shakti'')<br />
|-<br />
!colspan="3"| Devanāgarī<br />
!rowspan="2"| Aussprache ([[IPA]])<br />
!colspan="2"| Umschrift<br />
!rowspan="2"| Länge<br />
!rowspan="2"| Lautbeispiel<br />
|-<br />
! Vollform<br />
! Halbform<br />
! Kombination<br />
! [[IAST]]<br />
! [[ITRANS]]<br />
|-<br />
| {{lang|sa|अ}}<br />
|<br />
| {{lang|sa|प}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ə}}<br />
| a<br />
| a<br />
| kurz<br />
| wie ''e'' in alt'''e'''<br />
|-<br />
| {{lang|sa|आ}}<br />
| {{lang|sa|ा}}<br />
| {{lang|sa|पा}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ɑ|ː}}<br />
| ā<br />
| A<br />
| lang<br />
| wie ''a'' in V'''a'''ter<br />
|-<br />
| {{lang|sa|इ}}<br />
| {{lang|sa|ि}}<br />
| {{lang|sa|पि}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|i}}<br />
| i<br />
| i<br />
| kurz<br />
| wie ''i'' in s'''i'''ngen<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ई}}<br />
| {{lang|sa|ी}}<br />
| {{lang|sa|पी}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|i|ː}}<br />
| ī<br />
| I<br />
| lang<br />
| wie ''ie'' in Sp'''ie'''l<br />
|-<br />
| {{lang|sa|उ}}<br />
| {{lang|sa|ु}}<br />
| {{lang|sa|पु}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|u}}<br />
| u<br />
| u<br />
| kurz<br />
| wie ''u'' in H'''u'''nd<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ऊ}}<br />
| {{lang|sa|ू}}<br />
| {{lang|sa|पू}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|u|ː}}<br />
| ū<br />
| U<br />
| lang<br />
| wie ''u'' in t'''u'''n<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ऋ}}<br />
| {{lang|sa|ृ}}<br />
| {{lang|sa|पृ}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ɻ}}<br />
| {{lang|sa|ṛ}}<br />
| RRi<br />
| kurz<br />
| ungefähr wie ''ir'' in American English b'''ir'''d<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ॠ}}<br />
| {{lang|sa|ॄ}}<br />
| {{lang|sa|पॄ}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ɻ|ː}}<br />
| {{lang|sa|ṝ}}<br />
| RRI<br />
| lang<br />
|<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ऌ}}<br />
| {{lang|sa|ॢ}}<br />
| {{lang|sa|पॢ}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ɭ}}<br />
| {{lang|sa|ḷ}}<br />
| LLi<br />
| kurz<br />
| ungefähr wie ''l'' in Englisch hand'''l'''e<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ॡ}}<br />
| {{lang|sa|ॣ}}<br />
| {{lang|sa|पॣ}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ɭ|ː}}<br />
| {{lang|sa|ḹ}}<br />
| LLI<br />
| lang<br />
|<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ए}}<br />
| {{lang|sa|े}}<br />
| {{lang|sa|पे}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|e|ː}}<br />
| e<br />
| e<br />
| lang<br />
| wie ''e'' in d'''e'''m<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ऐ}}<br />
| {{lang|sa|ै}}<br />
| {{lang|sa|पै}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|əi}} oder {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ai}}<br />
| ai<br />
| ai<br />
| lang<br />
| wie ''ei'' in h'''ei'''lig<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ओ}}<br />
| {{lang|sa|ो}}<br />
| {{lang|sa|पो}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|ο|ː}}<br />
| o<br />
| o<br />
| lang<br />
| wie ''o'' in r'''o'''t<br />
|-<br />
| {{lang|sa|औ}}<br />
| {{lang|sa|ौ}}<br />
| {{lang|sa|पौ}}<br />
| {{IPA-Zeichen|typ=phonem|əu}} oder {{IPA-Zeichen|typ=phonem|au}}<br />
| au<br />
| au<br />
| lang<br />
| wie ''au'' in H'''au'''s<br />
|}<br />
<br />
Zu den ''Shakti'' gezählt werden noch ''Anusvara'' und ''Visarga''. Im Sanskrit können alle Vokale [[Nasalvokal|nasaliert]] werden. Das ''Anusvara'' (IAST {{IAST|ṃ}}, Devanagari {{lang|sa|ं}}) zeigt entweder die Nasalierung des vorhergehenden Vokals oder einen zum folgenden Konsonanten [[Artikulationsort|homorganen]] Nasal an. Das ''Visarga'' (IAST {{IAST|ḥ}}, Devanagari {{lang|sa|ः}}) modifiziert einen vorangehenden Vokal, indem es bei der Aussprache ein leichtes Echo folgen lässt, so könnte zum Beispiel {{IAST|aḥ}} als [{{IPA-Text|ɐhᵄ}}] realisiert werden.<br />
<br />
Das Auslassen des impliziten Vokals wird in Devanagari durch das diakritische Zeichen ''Virama'' (्) verwendet. Ein Konsonantenzeichen ohne Vokalzeichen oder Virama bedeutet, dass ihm der kurze Vokal [[schwa]] ({{IPA-Phonem|ə}}) folgt.<br />
<br />
=== Konsonanten ===<br />
<br />
Die folgende Tabelle zeigt die traditionelle Anordnung der 25 Konsonanten des Sanskrit, die [[Obstruent]]en sind, bei denen also bei der Artikulation der Atemstrom verengt oder blockiert wird. Im Sanskrit werden diese ''Sparsha'' ({{lang|sa|स्पर्श}} {{IAST|sparśa}} „berührend“) genannt, da es bei ihrer Artikulation zu einem Kontakt von [[Artikulator]] und Artikulationsort kommt.<br />
<br />
Wie auch bei den Vokalen werden die Obstruenten nach Mundposition in fünf Gruppen (Sanskrit {{lang|sa|वर्ग}} {{IAST|varga}}) eingeteilt. Jede hier als Tabellenzeile erscheinende Gruppe wird entsprechend dem Namen des ersten Konsonanten benannte, die Konsonanten der ersten Zeile bilden demnach die {{IAST|ka-varga}}. Die Konsonanten der dritten Gruppe ({{IAST|ṭa-varga}}) sind in der IAST-Umschrift durch einen unter den betreffenden Buchstaben gesetzten Punkt markiert, wodurch sie sich von den Konsonanten der vierten Gruppe ({{IAST|ta-varga}}) unterscheiden.<br />
<br />
Die Gruppierung in den Spalten richtet sich danach, ob der Konsonant [[Stimmhaftigkeit|stimmhaft]] ({{lang|sa|घोष}} {{IAST|ghoṣa}}), [[Stimmlosigkeit|stimmlos]] ({{lang|sa|अघोष}} {{IAST|aghoṣa}}) oder [[Nasal (Phonetik)|nasal]] ({{lang|sa|अनुनासिक}} {{IAST|anunāsika}}) ist.<br />
Weiter wird nach [[Aspiration (Phonetik)|Aspiration]] unterschieden, also zwischen nicht aspirierter ({{lang|sa|अल्पप्राण}} {{IAST|alpaprāṇa}} „wenig Atem“) und aspirierter ({{lang|sa|महाप्राण}} {{IAST|mahāprāṇa}} „viel Atem“) Aussprache.<br />
<br />
{| class="wikitable" style="text-align:center"<br />
|+ Obstruenten<br />
|-<br />
!rowspan="2"| Artikulationsort /<br> Mundposition<br />
!colspan="2"| stimmlos (''aghoṣa'')<br />
!colspan="2"| stimmhaft (''ghoṣa'')<br />
! nasal<br />
|-<br />
! nicht aspiriert<br />(''alpaprāṇa'')<br />
! aspiriert<br />(''mahāprāṇa'')<br />
! nicht aspiriert<br />(''alpaprāṇa'')<br />
! aspiriert<br />(''mahāprāṇa'')<br />
! nicht aspiriert<br />(''alpaprāṇa'')<br />
|-<br />
! velar (''kanthya'')<br />
| {{lang|sa|क}} {{IAST|k}}<br />
| {{lang|sa|ख}} {{IAST|kh}}<br />
| {{lang|sa|ग}} {{IAST|g}}<br />
| {{lang|sa|घ}} {{IAST|gh}}<br />
| {{lang|sa|ङ}} {{IAST|ṅ}}<br />
|-<br />
! palatal (''talavya'')<br />
| {{lang|sa|च}} {{IAST|c}}<br />
| {{lang|sa|छ}} {{IAST|ch}}<br />
| {{lang|sa|ज}} {{IAST|j}}<br />
| {{lang|sa|झ}} {{IAST|jh}}<br />
| {{lang|sa|ञ}} {{IAST|ñ}}<br />
|-<br />
! retroflex (''murdhanya'')<br />
| {{lang|sa|ट}} {{IAST|ṭ}}<br />
| {{lang|sa|ठ}} {{IAST|ṭh}}<br />
| {{lang|sa|ड}} {{IAST|ḍ}}<br />
| {{lang|sa|ढ}} {{IAST|ḍh}}<br />
| {{lang|sa|ण}} {{IAST|ṇ}}<br />
|-<br />
! dental (''dantya'')<br />
| {{lang|sa|त}} {{IAST|t}}<br />
| {{lang|sa|थ}} {{IAST|th}}<br />
| {{lang|sa|द}} {{IAST|d}}<br />
| {{lang|sa|ध}} {{IAST|dh}}<br />
| {{lang|sa|न}} {{IAST|n}}<br />
|-<br />
! labial (''oshthya'')<br />
| {{lang|sa|प}} {{IAST|p}}<br />
| {{lang|sa|फ}} {{IAST|ph}}<br />
| {{lang|sa|ब}} {{IAST|b}}<br />
| {{lang|sa|भ}} {{IAST|bh}}<br />
| {{lang|sa|म}} {{IAST|m}}<br />
|}<br />
<br />
Die folgende Tabelle zeigt die acht Laute des Sanskrit, die weder vokalisch (''shakti'') noch Obstruenten (''sparsha''), also [[Sonorant]]en sind. Sie werden unterteilt in vier [[Approximant]]en, die als ''antahstha'' ({{lang|sa|अन्तःस्थ}} {{IAST|antaḥstha}} „in der Mitte zwischen [Vokalen und Konsonanten]“) bezeichnet werden, und vier [[Sibilant]]en, die als ''ushman'' ({{lang|sa|ऊष्मन्}} {{IAST|ūṣman}} „heißer, zischender Dampf“) bezeichnet werden.<br />
Die Approximanten gelten dabei als stimmhaft (''ghoṣa''), die Sibilanten als stimmlos (''aghoṣa'') und aspiriert (''mahāprāṇa''). Der letzte Konsonant ''h'', der eigentlich kein Sibilant ist, gilt dabei auch als ''ushman'' und stimmlos und wird dabei mit den Sibilanten eingeordnet.<br />
<br />
{| class="wikitable" style="text-align:center"<br />
|+ Sonoranten<br />
|-<br />
!<br />
! palatal (''talavya'')<br />
! retroflex (''murdhanya'')<br />
! dental (''dantya'')<br />
! labial (''oshthya'')<br />
|-<br />
! Approximant<br />
| {{lang|sa|य}} {{IAST|y}}<br />
| {{lang|sa|र}} {{IAST|r}}<br />
| {{lang|sa|ल}} {{IAST|l}}<br />
| {{lang|sa|व}} {{IAST|v}}<br />
|-<br />
! Sibilant<br />
| {{lang|sa|श}} {{IAST|ś}}<br />
| {{lang|sa|ष}} {{IAST|ṣ}}<br />
| {{lang|sa|स}} {{IAST|s}}<br />
| {{lang|sa|ह}} {{IAST|h}}<br />
|}<br />
<br />
Die folgende Tabelle zeigt die Konsonanten des Sanskrit sowohl in Vollform, als auch in der Halbform, die in Ligaturen (siehe unten) erscheint, gefolgt von Umschrift, Aussprache und Aussprachebeispiel.<br />
<br />
{| class="wikitable" style="text-align:center;"<br />
|+ Konsonanten<br />
|-<br />
!colspan="2"| Devanāgarī<br />
!colspan="2"| Umschrift<br />
!rowspan="2"| Aussprache ([[IPA]])<br />
!rowspan="2"| Lautbeispiel<br />
|-<br />
! Vollform<br />
! Halbform<br />
! [[IAST]]<br />
! [[ITRANS]]<br />
|-<br />
| {{lang|sa|क}}<br />
| {{lang|sa|क्}}<br />
| {{IAST|k}}<br />
| k<br />
| {{IPA-Zeichen|k|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''k'''lar<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ख}}<br />
| {{lang|sa|ख्}}<br />
| {{IAST|kh}}<br />
| kh<br />
| {{IPA-Zeichen|k|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''k'''ein<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ग}}<br />
| {{lang|sa|ग्}}<br />
| {{IAST|g}}<br />
| g<br />
| {{IPA-Zeichen|g|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''g'''roß<br />
|-<br />
| {{lang|sa|घ}}<br />
| {{lang|sa|घ्}}<br />
| {{IAST|gh}}<br />
| gh<br />
| {{IPA-Zeichen|g|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''g'''erne<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ङ}}<br />
| {{lang|sa|ङ्}}<br />
| {{IAST|ṅ}}<br />
| ~N<br />
| {{IPA-Zeichen|ŋ|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: Ri'''ng'''<br />
|-<br />
| {{lang|sa|च}}<br />
| {{lang|sa|च्}}<br />
| {{IAST|c}}<br />
| ch<br />
| {{IPA-Zeichen|c|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: Deu'''tsch'''land<br />
|-<br />
| {{lang|sa|छ}}<br />
| {{lang|sa|छ्}}<br />
| {{IAST|ch}}<br />
| chh<br />
| {{IPA-Zeichen|c|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: deu'''tsch'''<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ज}}<br />
| {{lang|sa|ज्}}<br />
| {{IAST|j}}<br />
| j<br />
| {{IPA-Zeichen|ɟ|typ=phonem}}<br />
| ≈Englisch: '''j'''oke<br />
|-<br />
| {{lang|sa|झ}}<br />
| {{lang|sa|झ्}}<br />
| {{IAST|jh}}<br />
| jh<br />
| {{IPA-Zeichen|ɟ|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''Dsch'''ungel<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ञ}}<br />
| {{lang|sa|ञ्}}<br />
| {{IAST|ñ}}<br />
| ~n<br />
| {{IPA-Zeichen|ɲ|typ=phonem}}<br />
| Englisch: fi'''n'''ch<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ट}}<br />
| {{lang|sa|ट्}}<br />
| {{IAST|ṭ}}<br />
| T<br />
| {{IPA-Zeichen|ʈ|typ=phonem}}<br />
| Amerikanisch-Eng: hur'''t'''ing<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ठ}}<br />
| {{lang|sa|ठ्}}<br />
| {{IAST|ṭh}}<br />
| Th<br />
| {{IPA-Zeichen|ʈ|ʰ|typ=phonem}}<br />
|<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ड}}<br />
| {{lang|sa|ड्}}<br />
| {{IAST|ḍ}}<br />
| D<br />
| {{IPA-Zeichen|ɖ|typ=phonem}}<br />
| Amerikanisch-Eng: mur'''d'''er<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ढ}}<br />
| {{lang|sa|ढ्}}<br />
| {{IAST|ḍh}}<br />
| Dh<br />
| {{IPA-Zeichen|ɖ|ʰ|typ=phonem}}<br />
|<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ण}}<br />
| {{lang|sa|ण्}}<br />
| {{IAST|ṇ}}<br />
| N<br />
| {{IPA-Zeichen|ɳ|typ=phonem}}<br />
| Amerikanisch-Eng: hu'''n'''ter<br />
|-<br />
| {{lang|sa|त}}<br />
| {{lang|sa|त्}}<br />
| {{IAST|t}}<br />
| t<br />
| <!--{{IPA-Zeichen|t̪|typ=phonem}}--><br />
| ≈Deutsch: '''T'''ransport<br />
|-<br />
| {{lang|sa|थ}}<br />
| {{lang|sa|थ्}}<br />
| {{IAST|th}}<br />
| th<br />
| {{IPA-Zeichen|t̪|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''T'''oma'''t'''e<br />
|-<br />
| {{lang|sa|द}}<br />
| {{lang|sa|द्}}<br />
| {{IAST|d}}<br />
| d<br />
| {{IPA-Zeichen|d̪|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''d'''rei<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ध}}<br />
| {{lang|sa|ध्}}<br />
| {{IAST|dh}}<br />
| dh<br />
| {{IPA-Zeichen|d̪|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''d'''unkel<br />
|-<br />
| {{lang|sa|न}}<br />
| {{lang|sa|न्}}<br />
| {{IAST|n}}<br />
| n<br />
| {{IPA-Zeichen|n|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''N'''ame<br />
|-<br />
| {{lang|sa|प}}<br />
| {{lang|sa|प्}}<br />
| {{IAST|p}}<br />
| p<br />
| {{IPA-Zeichen|p|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''P'''latz<br />
|-<br />
| {{lang|sa|फ}}<br />
| {{lang|sa|फ्}}<br />
| {{IAST|ph}}<br />
| ph<br />
| {{IPA-Zeichen|p|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''P'''ik<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ब}}<br />
| {{lang|sa|ब्}}<br />
| {{IAST|b}}<br />
| b<br />
| {{IPA-Zeichen|b|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''b'''lau<br />
|-<br />
| {{lang|sa|भ}}<br />
| {{lang|sa|भ्}}<br />
| {{IAST|bh}}<br />
| bh<br />
| {{IPA-Zeichen|b|ʰ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''B'''us<br />
|-<br />
| {{lang|sa|म}}<br />
| {{lang|sa|म्}}<br />
| {{IAST|m}}<br />
| m<br />
| {{IPA-Zeichen|m|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''m'''ein<br />
|-<br />
| {{lang|sa|य}}<br />
| {{lang|sa|य्}}<br />
| {{IAST|y}}<br />
| y<br />
| {{IPA-Zeichen|j|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''J'''ude<br />
|-<br />
| {{lang|sa|र}}<br />
| {{lang|sa|र्}}<br />
| {{IAST|r}}<br />
| r<br />
| {{IPA-Zeichen|ɻ|typ=phonem}}<br />
| Amerikanisch-Eng: tea'''r'''ing<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ल}}<br />
| {{lang|sa|ल्}}<br />
| {{IAST|l}}<br />
| l<br />
| {{IPA-Zeichen|l|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''l'''ieben<br />
|-<br />
| {{lang|sa|व}}<br />
| {{lang|sa|व्}}<br />
| {{IAST|v}}<br />
| v<br />
| {{IPA-Zeichen|ʋ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''w'''as<br />
|-<br />
| {{lang|sa|श}}<br />
| {{lang|sa|श्}}<br />
| {{IAST|ś}}<br />
| sh<br />
| {{IPA-Zeichen|ɕ|typ=phonem}} oder {{IPA-Zeichen|ʃ|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: '''Sch'''af<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ष}}<br />
| {{lang|sa|ष्}}<br />
| {{IAST|ṣ}}<br />
| Sh<br />
| {{IPA-Zeichen|ʂ|typ=phonem}}<br />
|<br />
|-<br />
| {{lang|sa|स}}<br />
| {{lang|sa|स्}}<br />
| {{IAST|s}}<br />
| s<br />
| {{IPA-Zeichen|s|typ=phonem}}<br />
| Deutsch: wi'''ss'''en<br />
|-<br />
| {{lang|sa|ह}}<br />
| {{lang|sa|ह्}}<br />
| {{IAST|h}}<br />
| h<br />
| {{IPA-Zeichen|ɦ|typ=phonem}}<br />
| ≈Deutsch: '''h'''eim<br />
|}<br />
<br />
=== Betonung ===<br />
Sanskrit selbst ist eine Akzentsprache, im älteren Vedisch dagegen werden Silben durch einen sogenannten melodischen oder musikalischen Akzent betont, d.&nbsp;h., die betonte Silbe durch eine hörbar andere Tonhöhe ([[Modulation (Linguistik)|Modulation]]) markiert. Vedisch ist also eine gemäßigte [[Tonsprache]]. Indische Grammatiken definieren drei Töne (''svara''): {{IAST|''udātta''}} 'erhöht', {{IAST|''anudātta''}} 'nicht erhöht’ und ''svarita''. In der Transliteration wird {{IAST|udātta}} üblicherweise mit einem [[Akut]] (´) und {{IAST|anudātta}} mit einem Gravis (`) angezeigt. Svarita tritt nur als Produkt [[Euphonie|euphonischer]] Vokalkombinationen auf und ist dadurch deutlich seltener als die beiden anderen Töne. Der [[Tonakzent (Linguistik)|Tonakzent]] ist im klassischen Sanskrit verloren gegangen (und wurde nur in vedischen Gesängen bewahrt).<br />
<br />
=== Lexikographische Ordnung ===<br />
Die [[lexikographische Ordnung]] des Sanskrit, wie sie in den Wörterbüchern verwendet wird, entspricht bei den 16 vokalischen ''Shakti'' und den konsonantischen 25 konsonantischen ''Sparsha'' der Reihenfolge der Buchstaben in der traditionellen tabellarischen Form, wenn man zeilenweise von links nach rechts und von oben nach unten liest. Die Reihenfolge der Gruppen ist:<br />
<br />
{|<br />
|-<br />
| Vokale (''Shakti''): || a &nbsp; ā &nbsp; i &nbsp; ī &nbsp; u &nbsp; ū &nbsp; ṛ &nbsp; ṝ &nbsp; ḷ &nbsp; ḹ &nbsp; e &nbsp; ai &nbsp; o &nbsp; au &nbsp; ṁ &nbsp; ḥ<br />
|-<br />
| Obstruenten (''Sparsha''): || k &nbsp; kh &nbsp; g &nbsp; gh &nbsp; ṅ &nbsp; c &nbsp; ch &nbsp; g &nbsp; gh &nbsp; ñ &nbsp; ṭ &nbsp; ṭh &nbsp; ḍ &nbsp; ḍh &nbsp; ṇ &nbsp; t &nbsp; th &nbsp; d &nbsp; dh &nbsp; n &nbsp; p &nbsp; ph &nbsp; b &nbsp; bh &nbsp; m<br />
|-<br />
| Approximanten (''Antahstha''): || y &nbsp; r &nbsp; l &nbsp; v<br />
|-<br />
| Sibilanten (''Ushman''): || ś &nbsp; ṣ &nbsp; s &nbsp; h<br />
|}<br />
<br />
=== Sandhi ===<br />
Sanskrit hat ein komplexes System [[Phonologie|phonologischer]] Regeln namens [[Sandhi]] und Samaas, die auch in der Schriftsprache (außer in sogenannten ''pada''-Texten) wiedergegeben werden. Sandhi beschreibt die beim Kombinieren von Phonemen auftretenden Veränderungen, insbesondere an Wortgrenzen. Diese Vorgänge sind in jeder gesprochenen Sprache anzutreffen, im Sanskrit jedoch sind sie genau reguliert und kodifiziert.<br />
<br />
Beispiele:<br />
* a + u → o (Kath'''o'''panishad)<br />
* o + i → avi<br />
* t + c → cc (Sa'''cc'''it)<br />
<br />
Der Anfang der [[Nala und Damayanti|Nala-Episode]] des [[Mahabharata]] lautet<br />
: āsīd rājā nalo nāma vīrasenasuto balī<br />
: upapanno guṇair iṣṭai rūpavān aśvakovidaḥ<br />
(Es war ein König namens Nala, mächtiger Sohn des Virasena; mit begehrten Tugenden begabt, stattlich und gewandt im Umgang mit Pferden)<br />
<br />
Ohne Sandhi hieße der Text:<br />
: āsī'''t''' rājā nal'''aḥ''' nāma vīrasenasut'''aḥ''' balī<br />
: upapann'''aḥ''' guṇai'''ḥ''' iṣṭai'''ḥ''' rūpavān aśvakovidaḥ<br />
<br />
Anfängern und ungeübten Lesern können Sandhi erhebliche Schwierigkeiten beim Lesen von Sanskrittexten bereiten. Sie erzeugen außerdem Mehrdeutigkeiten, die von guten Dichtern genutzt werden, um Gedichte zu schreiben, die auf verschiedenartige und durchaus widersprüchliche Weisen gelesen werden können – je nachdem, wie der Leser die Sandhi auflöst.<br />
<br />
=== Schrift ===<br />
[[Datei:Devimahatmya Sanskrit MS Nepal 11c.jpg|mini|[[Devi Mahatmya|Devimahatmya]] in Sanskrit auf Palmblättern, Bihar oder Nepal, 11.&nbsp;Jahrhundert]]<br />
<br />
Sanskrit hatte in seiner Geschichte keine besondere, mit ihm allein assoziierte Schrift. [[Ashoka]] benutzte die [[Brahmi-Schrift]] für seine [[Edikte des Ashoka|Säuleninschriften]] (die nicht in Sanskrit, sondern in [[Prakrit]]-Dialekten und anderen Sprachen verfasst wurden). Ungefähr zur selben Zeit wie die Brahmi-Schrift wurde auch die [[Kharoshthi-Schrift]] benutzt. Später, etwa im vierten bis achten nachchristlichen Jahrhundert, war die aus der Brahmi-Schrift abgeleitete [[Gupta-Schrift]] vorherrschend in Gebrauch. Etwa im 8. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Gupta die [[Sharada-Schrift]], die vom 12. Jahrhundert an über Zwischenstufen wie [[Siddham]] wiederum durch [[Devanagari]] abgelöst wurde. Daneben wurde noch in zahlreichen anderen Schriften geschrieben, z.&nbsp;B. [[Kannada]] im Süden oder in [[Bengalische Schrift|bengalischer Schrift]] im Norden; diese unterscheiden sich aber nur in der Zeichengestalt und in der Hinzunahme einzelner Zeichen zur Darstellung neuer Laute, nicht aber im Grundprinzip von Devanagari.<br />
<br />
Seit dem Mittelalter und insbesondere heute ist Devanāgarī ('die in der Stadt der Götter benutzte (Schrift)') die am weitesten verbreitete und gebräuchlichste Schrift für Sanskrit. Gelegentlich finden sich in Gegenden [[Indien]]s, in denen Devanagari nicht die übliche Gebrauchsschrift ist, noch Texte in lokalen Schriften.<br />
<br />
Die Schrift kam erst relativ spät nach Indien und war auch dann nur von untergeordneter Bedeutung, da Wissen meist mündlich vermittelt und auswendig gelernt wurde. Nach [[Thomas William Rhys Davids]] könnte die Schrift von Händlern aus dem [[Naher Osten|Nahen Osten]] nach Indien gebracht worden sein. Sanskrit, das ausschließlich zu sakralen Zwecken benutzt wurde, blieb jedoch bis weit in die klassische Periode Indiens eine rein mündliche Sprache.<br />
<br />
Alle fürs Sanskrit verwendeten indischen Schriften sind Silbenschriften und werden von links nach rechts geschrieben. Sie stammen über semitische Zwischenstufen, wie auch die europäischen Schriften (Griechisch, Latein, Kyrillisch), wahrscheinlich von der [[Phönizische Schrift|phönizischen Schrift]] ab und sind nicht mit dem ostasiatischen Schriftkreis verwandt. Einige Gelehrte vermuten jedoch, dass die Herausbildung der japanischen [[Kana (Schrift)|Kana]], die der Form nach auf chinesischen Schriftzeichenvorbildern beruhen, durch die Kenntnis der indischen [[Siddham]]schrift bei den japanischen Buddhisten angeregt wurde.<br />
<br />
Seit dem 19. Jahrhundert gibt es auch eine [[Transliteration]] des Sanskrit in lateinischer Umschrift. Die gebräuchlichste Umschrift ist gegenwärtig IAST ([[International Alphabet of Sanskrit Transliteration]]), der akademische Standard seit 1912. Andere Transliterationssysteme wurden entwickelt, um die Schwierigkeiten bei Anzeige und Druck der notwendigen Sonderzeichen für Sanskrit zu umgehen, so etwa das früher gängige Harvard-Kyoto und ITRANS, ein verlustloses Transliterationssystem, das vor allem im Internet weite Verbreitung findet.<br />
<br />
In der Wissenschaft verwendet man für die Transkription und Reproduktion ganzer Texte und längerer Ausschnitte entweder lateinische Umschrift oder {{IAST|Devanāgarī}}. Individuelle Namen und einzelne Wörter werden in Texten, die in europäischen Sprachen verfasst sind, meist in lateinischer Umschrift wiedergegeben. Für religiöse Zwecke bedient man sich aber bevorzugt der Devanagarischrift, manchmal auch zusammen mit Glossen in lateinischer Umschrift.<br />
<br />
== Grammatik ==<br />
Sanskrit ist wie Deutsch oder Latein eine flektierende Sprache, hat jedoch eine noch viel umfangreichere Flexionsmorphologie als diese: So gibt es zu jedem Verb im Präsens etwa 96 verschiedene Formen im Sanskrit, jedoch nur etwa 29 im Latein und im Neuhochdeutschen nur noch etwa acht. Viele Funktionen im Satz werden lediglich durch Suffixe bezeichnet (so z.&nbsp;B. Ort, Richtung, Herkunft, Passiv, Veranlassung, Möglichkeitsform, Wunsch, Verbot, …).<br />
<br />
''(Im Folgenden wird das IAST-Transliterationsschema benutzt.)''<br />
<br />
=== Substantive ===<br />
Die Deklination der Substantive im Sanskrit erfolgt nach<br />
* drei [[Genus|Genera]]:<br />[[Maskulinum]] (puṃliṅga, männlich), [[Femininum]] (strīliṅga, weiblich), [[Neutrum]] (napuṃsakaliṅga, sächlich)<br />
* drei Numeri:<br />Singular (ekavacana, Einzahl), Dual (dvivacana, Zweizahl), Plural (bahuvacana, Mehrzahl)<br />
* acht [[Kasus]]:<br />[[Nominativ]] (prathamā, „der Pfad“), [[Akkusativ]] (dvitīyā, „den Pfad, auf den Pfad“), [[Instrumentalis|Instrumental]] (tṛtīyā, „durch den Pfad“), [[Dativ]] (caturthī, „dem Pfade, für den Pfad“), [[Ablativ]] (pañcamī, „vom Pfade (her)“), [[Genitiv]] (ṣaṣṭhī, „des Pfades“), [[Lokativ]] (saptamī, „auf dem Pfade“), [[Vokativ]] (sambodhana, „o Pfad!“)<br />
<br />
Artikel verwendet das Sanskrit nicht als verpflichtende Elemente. Das Demonstrativpronomen „tad“ und das Indefinitpronomen „kimcit“ werden aber oft optional als bestimmte oder unbestimmte Artikel eingesetzt.<br />
<br />
Die Substantive im Sanskrit werden in [[vokal]]ische und [[bukkal]]ische (konsonantische) Stämme geteilt.<br />
<br />
==== Vokalische Stämme ====<br />
Zu den vokalischen Stämmen zählen<br />
* Stämme auf '''a''' (Maskulina, Neutra)<br />
* Stämme auf '''ā''' (Feminina)<br />
* Stämme auf '''i''' (Maskulina, Feminina, Neutra)<br />
* Stämme auf '''ī''' (Feminina)<br />
* Stämme auf '''u''' (Maskulina, Feminina, Neutra)<br />
* Stämme auf '''ū''' (Feminina)<br />
* Stämme auf Diphthong ('''ai''', '''au''', '''o''') (nur drei Substantive nach dieser Deklination: √rai „Besitz“, √nau „Schiff“, und √go „Kuh“).<br />
Einen Überblick über die Deklinationsmuster der vokalischen Stämme gibt folgende Tabelle.<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|- class="hintergrundfarbe5" style="text-align:center"<br />
|rowspan="2" colspan="2"|<br />
|colspan="2"| '''a-Stamm'''<br />
||'''ā-Stamm'''<br />
|colspan="3"| '''i-Stamm'''<br />
|colspan="2"| '''ī-Stamm'''<br />
|- class="hintergrundfarbe5"<br />
| √''kāma'' (m)<br /> (Liebe)<br />
| √''rūpa'' (n)<br /> (Schönheit)<br />
| √''bāla'' (f)<br /> (Mädchen)<br />
| √''agni'' (m)<br /> (Feuer)<br />
| √''vāri'' (n)<br /> (Wasser)<br />
| √''mati'' (f)<br /> (Meinung)<br />
| √''dhī'' (f)<br /> (Gedanke)<br />
| √''nadī'' (f)<br /> (Fluss)<br />
|-<br />
|rowspan="8" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Nominativ<br />
|kāma'''ḥ'''<br />
|rūpa'''m'''<br />
|bālā<br />
|agni'''ḥ'''<br />
|vāri<br />
|mati'''ḥ'''<br />
|dhī'''ḥ'''<br />
|nadī<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Vokativ<br />
|kāma<br />
|rūpa<br />
|bāl'''e'''<br />
|agn'''e'''<br />
|vār['''i/e''']<br />
|mat'''e'''<br />
|dhī'''ḥ'''<br />
|nad'''i'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Akkusativ<br />
|kāma'''m'''<br />
|rūpa'''m'''<br />
|bālā'''m'''<br />
|agni'''m'''<br />
|vāri<br />
|mati'''m'''<br />
|dhi'''yam'''<br />
|nad'''īm'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Instrumental<br />
|kām'''ena'''<br />
|rūp'''eṇa'''<br />
|bāl'''ayā'''<br />
|agni'''nā'''<br />
|vāri'''ṇā'''<br />
|mat'''yā'''<br />
|dhi'''yā'''<br />
|nad'''yā'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Dativ<br />
|kāmā'''ya'''<br />
|rūpā'''ya'''<br />
|bālā'''yai'''<br />
|agn'''aye'''<br />
|vāri'''ṇe'''<br />
|mat['''aye/yai''']<br />
|dhi['''ye/yai''']<br />
|nad'''yai'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Ablativ<br />
|kāmā'''t'''<br />
|rūpā'''t'''<br />
|bālā'''yāḥ'''<br />
|agn'''eḥ'''<br />
|vāri'''ṇāḥ'''<br />
|mat['''eḥ/yāḥ''']<br />
|dhi['''yaḥ/yāḥ''']<br />
|nad'''yāḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Genitiv<br />
|kāma'''sya'''<br />
|rūpa'''sya'''<br />
|bālā'''yāḥ'''<br />
|agn'''eḥ'''<br />
|vāri'''ṇāḥ'''<br />
|mat['''eḥ/yāḥ''']<br />
|dhi['''yaḥ/yāḥ''']<br />
|nad'''yāḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Lokativ<br />
|kām'''e'''<br />
|rūp'''e'''<br />
|bālā'''yām'''<br />
|agn'''au'''<br />
|vāri'''ṇi'''<br />
|mat['''au/yām''']<br />
|dhi['''yi/yām''']<br />
|nad'''yām'''<br />
|-<br />
|rowspan="8" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Nominativ<br />
|kām'''au'''<br />
|rūp'''e'''<br />
|bāl'''e'''<br />
|agn'''ī'''<br />
|vāri'''ṇī'''<br />
|mat'''ī'''<br />
|dhi'''yau'''<br />
|nad'''yau'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Vokativ<br />
|kām'''au'''<br />
|rūp'''e'''<br />
|bāl'''e'''<br />
|agn'''ī'''<br />
|vāri'''ṇī'''<br />
|mat'''ī'''<br />
|dhi'''yau'''<br />
|nad'''yau'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Akkusativ<br />
|kām'''au'''<br />
|rūp'''e'''<br />
|bāl'''e'''<br />
|agn'''ī'''<br />
|vāri'''ṇī'''<br />
|mat'''ī'''<br />
|dhi'''yau'''<br />
|nad'''yau'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Instrumental<br />
|kāmā'''bhyām'''<br />
|rūpā'''bhyām'''<br />
|bālā'''bhyām'''<br />
|agni'''bhyām'''<br />
|vāri'''bhyām'''<br />
|mati'''bhyām'''<br />
|dhī'''bhyām'''<br />
|nadī'''bhyām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Dativ<br />
|kāmā'''bhyām'''<br />
|rūpā'''bhyām'''<br />
|bālā'''bhyām'''<br />
|agni'''bhyām'''<br />
|vāri'''bhyām'''<br />
|mati'''bhyām'''<br />
|dhī'''bhyām'''<br />
|nadī'''bhyām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Ablativ<br />
|kāmā'''bhyām'''<br />
|rūpā'''bhyām'''<br />
|bālā'''bhyām'''<br />
|agni'''bhyām'''<br />
|vāri'''bhyām'''<br />
|mati'''bhyām'''<br />
|dhī'''bhyām'''<br />
|nadī'''bhyām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Genitiv<br />
|kāma'''yoḥ'''<br />
|rūpa'''yoḥ'''<br />
|bāla'''yoḥ'''<br />
|agn'''yoḥ'''<br />
|vāri'''ṇoḥ'''<br />
|mat'''yoḥ'''<br />
|dhi'''yoḥ'''<br />
|nadi'''yoḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Lokativ<br />
|kāma'''yoḥ'''<br />
|rūpa'''yoḥ'''<br />
|bāla'''yoḥ'''<br />
|agn'''yoḥ'''<br />
|vāri'''ṇoḥ'''<br />
|mat'''yoḥ'''<br />
|dhi'''yoḥ'''<br />
|nadi'''yoḥ'''<br />
|-<br />
|rowspan="8" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Nominativ<br />
|kāmā'''ḥ'''<br />
|rūpā'''ṇi'''<br />
|bālā'''ḥ'''<br />
|agn'''ayaḥ'''<br />
|vārī'''ṇi'''<br />
|mat'''ayaḥ'''<br />
|dhi'''yaḥ'''<br />
|nad'''yaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Vokativ<br />
|kāmā'''ḥ'''<br />
|rūpā'''ṇi'''<br />
|bālā'''ḥ'''<br />
|agn'''ayaḥ'''<br />
|vārī'''ṇi'''<br />
|mat'''ayaḥ'''<br />
|dhi'''yaḥ'''<br />
|nad'''yaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Akkusativ<br />
|kāmā'''n'''<br />
|rūpā'''ṇi'''<br />
|bālā'''ḥ'''<br />
|agn'''īn'''<br />
|vārī'''ṇi'''<br />
|mat'''īḥ'''<br />
|dhi'''yaḥ'''<br />
|nad'''īḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Instrumental<br />
|kāma'''iḥ'''<br />
|rūpa'''iḥ'''<br />
|bālā'''bhiḥ'''<br />
|agni'''bhiḥ'''<br />
|vāri'''bhiḥ'''<br />
|mati'''bhiḥ'''<br />
|dhī'''bhiḥ'''<br />
|nadī'''bhiḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Dativ<br />
|kām'''ebhyaḥ'''<br />
|rūp'''ebhyaḥ'''<br />
|bālā'''bhyaḥ'''<br />
|agni'''bhyaḥ'''<br />
|vāri'''bhyaḥ'''<br />
|mati'''bhyaḥ'''<br />
|dhī'''bhyaḥ'''<br />
|nadī'''bhyaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Ablativ<br />
|kām'''ebhyaḥ'''<br />
|rūp'''ebhyaḥ'''<br />
|bālā'''bhyaḥ'''<br />
|agni'''bhyaḥ'''<br />
|vāri'''bhyaḥ'''<br />
|mati'''bhyaḥ'''<br />
|dhī'''bhyaḥ'''<br />
|nadī'''bhyaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Genitiv<br />
|kāmā'''nām'''<br />
|rūpā'''ṇām'''<br />
|bālā'''nām'''<br />
|agnī'''nām'''<br />
|vārī'''ṇām'''<br />
|matī'''nām'''<br />
|dh['''iyām/īnām''']<br />
|nadī'''nām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Lokativ<br />
|kam'''eṣu'''<br />
|rūp'''eṣu'''<br />
|bālā'''su'''<br />
|agni'''ṣu'''<br />
|vāri'''ṣu'''<br />
|mati'''ṣu'''<br />
|dhī'''ṣu'''<br />
|nadī'''ṣu'''<br />
|}<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|- class="hintergrundfarbe5" style="text-align:center"<br />
|rowspan="2" colspan="2"|<br />
|colspan="3"| '''u-Stamm'''<br />
|colspan="2"| '''ū-Stamm'''<br />
|colspan="3"| '''Diphthong-Stamm'''<br />
|- class="hintergrundfarbe5"<br />
| √''vāyu'' (m)<br /> (Wind)<br />
| √''madhu'' (n)<br /> (Honig)<br />
| √''dhenu'' (f)<br /> (Kuh)<br />
| √''bhū'' (f)<br /> (Erde)<br />
| √''vadhū'' (f)<br /> (Frau)<br />
| √''rai'' (f)<br /> (Besitz)<br />
| √''nau'' (f)<br /> (Schiff)<br />
| √''go'' (f)<br /> (Rind)<br />
|-<br />
|rowspan="8" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Nominativ<br />
|vāyu'''ḥ'''<br />
|madhu<br />
|dhenu'''ḥ'''<br />
|bhū'''ḥ'''<br />
|vadhū'''ḥ'''<br />
|rā'''ḥ'''<br />
|nau'''ḥ'''<br />
|gau'''ḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Vokativ<br />
|vāy'''o'''<br />
|madh['''u/o''']<br />
|dhen'''o'''<br />
|bhū'''ḥ'''<br />
|vadh'''u'''<br />
|rā'''ḥ'''<br />
|nau'''ḥ'''<br />
|gau'''ḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Akkusativ<br />
|vāyu'''m'''<br />
|madhu<br />
|dhenu'''m'''<br />
|bh'''uvam'''<br />
|vadhū'''m'''<br />
|rāy'''am'''<br />
|nāv'''am'''<br />
|gā'''m'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Instrumental<br />
|vāyu'''nā'''<br />
|madhu'''nā'''<br />
|dhen'''vā'''<br />
|bhu'''vā'''<br />
|vadh'''vā'''<br />
|rāy'''ā'''<br />
|nāv'''ā'''<br />
|gav'''ā'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Dativ<br />
|vāy'''ave'''<br />
|madhu'''ne'''<br />
|dhen'''ave'''<br />
|bhu['''ve/vai''']<br />
|vadh'''vai'''<br />
|rāy'''e'''<br />
|nāv'''e'''<br />
|gav'''e'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Ablativ<br />
|vāy'''oḥ'''<br />
|madhu'''nāḥ'''<br />
|dhen['''oḥ/vāḥ''']<br />
|bhu['''vaḥ/vāḥ''']<br />
|vadh'''vāḥ'''<br />
|rāy'''aḥ'''<br />
|nāv'''aḥ'''<br />
|go'''ḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Genitiv<br />
|vāy'''oḥ'''<br />
|madhu'''nāḥ'''<br />
|dhen['''oḥ/vāḥ''']<br />
|bhu['''vaḥ/vāḥ''']<br />
|vadh'''vāḥ'''<br />
|rāy'''aḥ'''<br />
|nāv'''aḥ'''<br />
|go'''ḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Lokativ<br />
|vāy'''au'''<br />
|madhu'''ni'''<br />
|dhen['''au/vām''']<br />
|bhu['''vi/vām''']<br />
|vadh'''vām'''<br />
|rāy'''i'''<br />
|nāv'''i'''<br />
|gav'''i'''<br />
|-<br />
|rowspan="8" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Nominativ<br />
|vāy'''ū'''<br />
|madhu'''nī'''<br />
|dhen'''ū'''<br />
|bhu'''vau'''<br />
|vadh'''vau'''<br />
|rāy'''au'''<br />
|nāv'''au'''<br />
|gāv'''au'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Vokativ<br />
|vāy'''ū'''<br />
|madhu'''nī'''<br />
|dhen'''ū'''<br />
|bhu'''vau'''<br />
|vadh'''vau'''<br />
|rāy'''au'''<br />
|nāv'''au'''<br />
|gāv'''au'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Akkusativ<br />
|vāy'''ū'''<br />
|madhu'''nī'''<br />
|dhen'''ū'''<br />
|bhu'''vau'''<br />
|vadh'''vau'''<br />
|rāy'''au'''<br />
|nāv'''au'''<br />
|gāv'''au'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Instrumental<br />
|vāyu'''bhyām'''<br />
|madhu'''bhyām'''<br />
|dhenu'''bhyām'''<br />
|bhū'''bhyām'''<br />
|vadhū'''bhyām'''<br />
|rā'''bhyām'''<br />
|nau'''bhyām'''<br />
|go'''bhyām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Dativ<br />
|vāyu'''bhyām'''<br />
|madhu'''bhyām'''<br />
|dhenu'''bhyām'''<br />
|bhū'''bhyām'''<br />
|vadhū'''bhyām'''<br />
|rā'''bhyām'''<br />
|nau'''bhyām'''<br />
|go'''bhyām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Ablativ<br />
|vāyu'''bhyām'''<br />
|madhu'''bhyām'''<br />
|dhenu'''bhyām'''<br />
|bhū'''bhyām'''<br />
|vadhū'''bhyām'''<br />
|rā'''bhyām'''<br />
|nau'''bhyām'''<br />
|go'''bhyām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Genitiv<br />
|vāy'''voḥ'''<br />
|madhu'''noḥ'''<br />
|dhen'''voḥ'''<br />
|bhu'''voḥ'''<br />
|vadh'''voḥ'''<br />
|rāy'''oḥ'''<br />
|nāv'''oḥ'''<br />
|gav'''oḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Lokativ<br />
|vāy'''voḥ'''<br />
|madhu'''noḥ'''<br />
|dhen'''voḥ'''<br />
|bhu'''voḥ'''<br />
|vadh'''voḥ'''<br />
|rāy'''oḥ'''<br />
|nāv'''oḥ'''<br />
|gav'''oḥ'''<br />
|-<br />
|rowspan="8" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Nominativ<br />
|vāy'''avaḥ'''<br />
|madh'''ūni'''<br />
|dhen'''avaḥ'''<br />
|bhu'''vaḥ'''<br />
|vadh'''vaḥ'''<br />
|rāy'''aḥ'''<br />
|nāv'''aḥ'''<br />
|gāv'''aḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Vokativ<br />
|vāy'''avaḥ'''<br />
|madh'''ūni'''<br />
|dhen'''avaḥ'''<br />
|bhu'''vaḥ'''<br />
|vadh'''vaḥ'''<br />
|rāy'''aḥ'''<br />
|nāv'''aḥ'''<br />
|gāv'''aḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Akkusativ<br />
|vāy'''ūn'''<br />
|madh'''ūni'''<br />
|dhen'''ūḥ'''<br />
|bhu'''vaḥ'''<br />
|vadh'''ūḥ'''<br />
|rāy'''aḥ'''<br />
|nāv'''aḥ'''<br />
|gā'''ḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Instrumental<br />
|vāyu'''bhiḥ'''<br />
|madhu'''bhiḥ'''<br />
|dhenu'''bhiḥ'''<br />
|bhū'''bhiḥ'''<br />
|vadhū'''bhiḥ'''<br />
|rā'''bhiḥ'''<br />
|nau'''bhiḥ'''<br />
|go'''bhiḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Dativ<br />
|vāyu'''bhyaḥ'''<br />
|madhu'''bhyaḥ'''<br />
|dhenu'''bhyaḥ'''<br />
|bhū'''bhyaḥ'''<br />
|vadhū'''bhyaḥ'''<br />
|rā'''bhyaḥ'''<br />
|nau'''bhyaḥ'''<br />
|go'''bhyaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Ablativ<br />
|vāyu'''bhyaḥ'''<br />
|madhu'''bhyaḥ'''<br />
|dhenu'''bhyaḥ'''<br />
|bhū'''bhyaḥ'''<br />
|vadhū'''bhyaḥ'''<br />
|rā'''bhyaḥ'''<br />
|nau'''bhyaḥ'''<br />
|go'''bhyaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Genitiv<br />
|vāy'''ūnām'''<br />
|madh'''ūnām'''<br />
|dhen'''ūnām'''<br />
|bh['''uvām/ūnām''']<br />
|vadhū'''nām'''<br />
|rāy'''ām'''<br />
|nāv'''ām'''<br />
|gav'''ām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| Lokativ<br />
|vāyu'''ṣu'''<br />
|madhu'''ṣu'''<br />
|dhenu'''ṣu'''<br />
|bhū'''ṣu'''<br />
|vadhū'''ṣu'''<br />
|rā'''ṣu'''<br />
|nau'''ṣu'''<br />
|go'''ṣu'''<br />
|}<br />
<br />
==== Bukkalische Stämme ====<br />
Man kann die Nomina mit bukkalischen Stämmen unterteilen in<br />
* einstämmige Nomen, welche in allen Kasus denselben Stamm haben. Zu ihnen gehören:<br />
** Wurzelnomen, das sind einsilbige Stämme, an welche direkt die Kasusendung gehängt wird<br />
** zweisilbige Stämme auf [[Verschlusslaut]] oder [[Affrikate]]<br />
** zwei- oder mehrsilbige Stämme auf ''-as/-is/-us''<br />
* mehrstämmige Nomen. Zu ihnen gehören Stämme:<br />
** auf ''-(a)nt''<br />
** auf ''-(a)n''<br />
** auf ''-(i)n''<br />
** auf ''-ar/-ṛ''<br />
** auf ''-iyaṁs/-iyas''<br />
** auf ''-vaṁs/-uṣ''<br />
** auf ''-añc''<br />
<br />
==== Komposita ====<br />
Die nominale [[Komposition (Grammatik)|Komposition]] ist insbesondere für die späteren Formen der Sprache charakteristisch. Hierbei erscheinen in der Regel sämtliche Glieder bis auf das letzte in einer unflektierten Form. Die verschiedenen Kompositaformen sind Dvandva, Tatpurusha, Karmadharaya und Bahuvrihi. Diese Sanskritbezeichnungen sind auch als Fachausdrücke in der allgemeinen Linguistik gebräuchlich.<br />
<br />
Bei den ''[[Dvandva]]'' (Kopulativkomposita) handelt es sich an eine Aneinanderkettung von Substantiven, die im Deutschen durch „und“ verbunden wären. Das Genus richtet sich dabei nach dem Schlussglied, der Numerus ist die Gesamtzahl der bezeichneten Objekte. ''ācāryaśiṣyau'' heißt: Lehrer (''ācārya'', Nominativ Singular ''ācāryaḥ'') und Schüler (''śiṣa'', Nominativ Singular ''śiṣaḥ'', Nominativ Dual ''śiṣau''). Da es zwei Personen sind, steht der Ausdruck im Dual. ''aśvagajabālanarā'' ''nṛtyanti'' Pferde, Elefanten, Jungen und Männer tanzen. (''aśva'' Pferd, ''gaja'' Elefant, ''bāla'' Junge, ''nara'' Mann, Nominativ Plural im Sandhi vor n ''narā''). Das Dvandva steht in der indischen Tradition in besonderem Ansehen; [[Krishna]] sagt in Vers 10.33 der [[Bhagavadgita]] „Unter den Schriftzeichen bin ich das A, unter den Komposita das Dvandva“.<br />
<br />
Die ''[[Tatpurusha]]'' (Determinativkomposita, wörtlich „sein Mann“) entsprechen der häufigsten Form der Komposita im Deutschen: Das Vorderglied steht in einem grammatisch nicht explizit bezeichneten „Kasus“-Bezug zum Schlussglied (das auch ein Adjektiv oder Partizip sein kann): Akkusativ (''grāmagata'' ins Dorf gegangen), Instrumental (''devadatta'' von Gott gegeben), Dativ (''varṇasukha'' dem Ohr angenehm), Ablativ (''svargapatita'' vom Himmel gefallen), Genitiv (''rājakanyā'' Königstochter), Lokativ (''saṃgarānta'' Tod im Kampf).<br />
<br />
''[[Karmadharaya]]'' (Appositionskomposita) sind Tatpurusha, bei denen das Vorderglied im selben Kasus wie das Hauptglied steht. (''cauravījanaḥ'' Diebsleute).<br />
<br />
''[[Bahuvrihi]]'' (exozentrische Komposita, wörtlich „viel Reis (besitzend)“) bezeichnen eine Eigenschaft, die eine Person hat. Sie bilden Adjektive, die in allen drei Geschlechtern auftreten können, unabhängig vom Geschlecht der Kompositionsglieder. Im Deutschen entsprechen diesen Formen Bildungen auf -ig. (''Viṣṇurūpa'', vishnugestaltig, in der Gestalt des Vishnu, als Vishnu verkleidet)<br />
<br />
=== Pronomina ===<br />
Ähnlich wie andere indogermanische Sprachen weist auch das Sanskrit bei der Flexion der Pronomina Besonderheiten zur Flexion der Substantiva auf.<br />
Die Charakteristika der Pronominalen Flexion des Sanskrit sind im Wesentlichen folgende:<br />
<br />
Die Form des Neutrums endet im Nom./Akk. Sg. meist auf ''-d'', im absoluten Auslaut gemäß den Gesetzmäßigkeiten des [Sandhi] als ''-t'' verwirklicht (''tat'' „das“, „dieses“; ''id-am'' „dieses“).<br />
<br />
Dativ, Ablativ und Lokativ Singular werden bei den Formen der Maskulina und Neutra mit Hilfe eines Einschubes ''-sm'' gebildet (Dat. Sg. m./n. ''tasmai devaaya'' „diesem Gott“, Abl. Sg. m./n. ''tasmaat devaat'' „von diesem Gott“, Lok. Sg. m./n. ''tasmin deve'' „in diesem Gott“).<br />
<br />
Feminina bilden Genitiv, Dativ, Ablativ und Lokativ Singular mit Hilfe einer Erweiterung ''-sy'' (Gen. Sg. f. ''tasyaah devyaah'' „dieser Göttin“, Dat. Sg. f. ''tasyai devyai'' „dieser Göttin“,Abl. Sg. f. ''tasyaah devyaah'' „von dieser Göttin“, Lok. Sg. f.''tasyaam devyaam'' „in dieser Göttin“).<br />
<br />
Der Genitiv Plural endet auf -saam bzw. -shaam (z.&nbsp;B. ''teshaam devaanaam'' „dieser Götter“).<br />
<br />
=== Verben ===<br />
Die Konjugation der Verben im Sanskrit hat folgende Kategorien:<br />
<br />
* Drei [[Genus Verbi|Genera Verbi]]:<br />Aktiv ([[Parasmaipada]]) („er sieht“), [[Medium (Grammatik)|Medium]] ([[Atmanepada]]) („er sieht sich / er wird gesehen“) und Passiv („er wird gesehen“), welches jedoch in der Regel durch das Medium repräsentiert wird (auch in unpersönlicher Form: „Es soll gegangen werden“ = höfliche Form für „Geht bitte!“)<br />
<br />
* Fünf [[Tempus|Tempora]]:<br />[[Präsens]], [[Imperfekt]], [[Futur]], [[Aorist]], [[Perfekt]]. Zur Bildung der Tempora gibt es vier Tempusstämme:<br />
<br />
:* ''[[Präsensstamm]]'' für Präsens und Imperfekt<br />
:* ''Futurstamm'' für Futur<br />
:* ''Aoriststamm'' für Aorist<br />
:* ''Perfektstamm'' für Perfekt<br />
<br />
* Fünf [[Modus (Grammatik)|Modi]]:<br />[[Indikativ (Modus)|Indikativ]], [[Potentialis]] ''(Optativ)'', [[Imperativ (Modus)|Imperativ]], [[Prekativ]] und [[Konditionalis]].<ref>Franciscus Bopp: ''Grammatica critica linguae sanscritae''. Berlin, 1829, S. 141, §.295: „Quinque sunt modi: Indicativus, Potentialis, Imperativus, Precativus et Conditionalis.“</ref><br />Der Prekativ ist der ''Optativ im Aorist'', wobei in dieser Form der ausgedrückte Wunsch gegenüber dem Optativ Präsens stärker formuliert wird. Außerdem finden sich Reste eines vierten Modus, des [[Injunktiv]]s in der Aoristform, welche [[Prohibitiv]] genannt wird („geh nicht!“). Im Vedischen hatte der Injunktiv noch viel weitreichendere Bedeutung.<br />
<br />
* Drei [[Numerus|Numeri]]:<br />[[Singular]] ({{IAST|ekavacana}}), [[Dual (Grammatik)|Dual]] ({{IAST|dvivacana}}), [[Plural]] ({{IAST|bahuvacana}})<br />
<br />
* Drei [[Person (Sprache)|Personen]] je Numerus:<br />1. Person ({{IAST|prathamapuruṣa}}), 2. Person ({{IAST|madhyamapuruṣa}}), 3. Person ({{IAST|uttamapuruṣa}}). In traditioneller Sanskritgrammatik ist die 1. Person „Er/Sie/Es“ (Sg.) / „Sie“ (Pl.) und die 3. Person „Ich“ / „Wir“ (Sg./Pl.).<br />
<br />
==== Präsenssystem ====<br />
Die Verben des Sanskrit wurden von den alten indischen Grammatikern in 10 Klassen zur Formbildung im Präsenssystem eingeteilt. Viele Verben können nach mehreren Präsensklassen flektiert werden. Man vermutet, dass diese Klassen ursprünglich auch semantische Unterschiede kennzeichneten. Im Sanskrit gibt es meist jedoch keine Bedeutungsdifferenzierung mehr (z.&nbsp;B. bibharti (3. Kl.) und bharati (1. Kl.) sind [[Synonymie|synonym]]). Die 10 Klassen kann man in athematische und thematische Klassen kategorisieren. Thematisch bedeutet dabei, dass der [[Wortstamm|Stamm]] mittels eines Themavokals – im Sanskrit ''a'' als letzter Vokal des Stammes – gebildet wird. Bei athematischen Stämmen erfolgt die Bildung anders. Nach Zählung der indischen Grammatiker hat man folgende Präsensklassen:<br />
# Präsensklasse: thematisch, Themavokal ''a'' tritt an vollstufige [[Wurzel (Linguistik)|Wurzel]]. Bsp. √bhṛ, Vollstufe √bhar, '''bhara'''ti („er trägt“)<br />
# Präsensklasse: athematisch, Stamm ist identisch mit Wurzel. Bsp. √as, '''as'''ti („er ist“)<br />
# Präsensklasse: athematisch, Stamm wird mit Reduplikation gebildet, Bsp. √dhā, '''dadhā'''ti („er legt“)<br />
# Präsensklasse: thematisch, Suffix ''ya'' tritt an die vollstufige Wurzel, wenn der Wurzelsonant ''a'' ist, sonst an die schwundstufige Wurzel. Bsp. √pś, '''paśya'''ti („er sieht“)<br />
# Präsensklasse: athematisch, Suffix ''nu/no'' tritt an die Wurzel, Bsp. √stṛ, '''stṛno'''ti („er streut“), '''stṛnu'''maḥ („wir streuen“), '''stṛnv'''anti („sie streuen“)<br />
# Präsensklasse: thematisch, Themavokal ''a'' tritt an die schwundstufige Wurzel. Bsp. √tud, '''tuda'''ti („er stößt“)<br />
# Präsensklasse: athematisch, die Wurzel wird durch Infix ''na/n'' ergänzt. Bsp. √yuj, Stamm: '''yunaj''', '''yuna''k'''''ti („er verbindet“)<br />
# Präsensklasse: athematisch, Suffix ''o/u'' tritt an die Wurzel, Bsp. √kṛ, '''karo'''ti („er macht“)<br />
# Präsensklasse: athematisch, Suffix ''nā/nī'' tritt an die Wurzel, Bsp. √pū, '''pūna'''ti („er reinigt“)<br />
# Präsensklasse: thematisch, Suffix ''aya'' tritt an die Wurzel. Bsp. √pūj, '''pūjaya'''ti („er ehrt“), √cur, Vollstufe √cor, '''coraya'''ti („er stiehlt“), √du, Dehnstufe √dāv, '''dāvaya'''ti („er brennt“),<br />
<br />
Mit den so gebildeten Stämmen können im Präsenssystem die Präsens- und Imperfektformen im Aktiv und Medium gebildet werden. Die folgende Tabelle zeigt die Präsens- und Imperfektkonjugation für die 1. Präsensklasse am Beispiel des Verbs √bhṛ (tragen).<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|-<br />
!rowspan="2" colspan="3"|<br />
!colspan="4" | Präsens<br />
! Imperfekt<br />
|-<br />
! Indikativ<br />
! Optativ<br />
! Imperativ<br />
! Prohibitiv<br />
! Indikativ<br />
|-<br />
|rowspan="9" class="hintergrundfarbe5"| Aktiv<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''ā-mi'''<br />
|bhar-'''e-yam'''<br />
|bhar-'''ā-ni'''<br />
|mā bhar-'''a-m'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-m'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''a-si'''<br />
|bhar-'''e-ḥ'''<br />
|bhar-'''a'''<br />
|mā bhar-'''a-ḥ'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-ḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''a-ti'''<br />
|bhar-'''e-t'''<br />
|bhar-'''a-tu'''<br />
|mā bhar-'''a-t'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-t'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''ā-vaḥ'''<br />
|bhar-'''e-va'''<br />
|bhar-'''ā-va'''<br />
|mā bhar-'''ā-va'''<br />
|'''a-'''bhar-'''ā-va'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''a-thaḥ'''<br />
|bhar-'''e-tam'''<br />
|bhar-'''a-tam'''<br />
|mā bhar-'''a-tam'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-tam'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''a-taḥ'''<br />
|bhar-'''e-tām'''<br />
|bhar-'''a-tām'''<br />
|mā bhar-'''a-tām'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-tām'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''ā-maḥ'''<br />
|bhar-'''e-ma'''<br />
|bhar-'''ā-ma'''<br />
|mā bhar-'''ā-ma'''<br />
|'''a-'''bhar-'''ā-ma'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''a-tha'''<br />
|bhar-'''e-ta'''<br />
|bhar-'''a-ta'''<br />
|mā bhar-'''a-ta'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-ta'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''a-nti'''<br />
|bhar-'''e-yuḥ'''<br />
|bhar-'''a-ntu'''<br />
|mā bhar-'''a-n'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-n'''<br />
|-<br />
|rowspan="9" class="hintergrundfarbe5"| Medium<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''e'''<br />
|bhar-'''e-ya'''<br />
|bhar-'''ai'''<br />
|mā bhar-'''e'''<br />
|'''a-'''bhar-'''e'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''a-se'''<br />
|bhar-'''e-thāḥ'''<br />
|bhar-'''a-sva'''<br />
|mā bhar-'''a-thāḥ'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-thāḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''a-te'''<br />
|bhar-'''e-ta'''<br />
|bhar-'''a-tām'''<br />
|mā bhar-'''a-ta'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-ta'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''ā-vahe'''<br />
|bhar-'''e-vahi'''<br />
|bhar-'''ā-vahai'''<br />
|mā bhar-'''ā-vahi'''<br />
|'''a-'''bhar-'''ā-vahi'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''ethe'''<br />
|bhar-'''e-yāthām'''<br />
|bhar-'''e-thām'''<br />
|mā bhar-'''e-thām'''<br />
|'''a-'''bhar-'''e-thām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''e-te'''<br />
|bhar-'''e-yātām'''<br />
|bhar-'''e-tām'''<br />
|mā bhar-'''e-tām'''<br />
|'''a-'''bhar-'''e-tām'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''ā-mahe'''<br />
|bhar-'''e-mahi'''<br />
|bhar-'''ā-mahai'''<br />
|mā bhar-'''ā-mahi'''<br />
|'''a-'''bhar-'''ā-mahi'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''a-dhve'''<br />
|bhar-'''e-dhvam'''<br />
|bhar-'''a-dhvam'''<br />
|mā bhar-'''a-dhvam'''<br />
|'''a'''-bhar-'''a-dhvam'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''a-nte'''<br />
|bhar-'''e-ran'''<br />
|bhar-'''a-ntām'''<br />
|mā bhar-'''a-nta'''<br />
|'''a-'''bhar-'''a-nta'''<br />
|}<br />
<br />
Man beachte das [[Augment]] ''a'' im Imperfekt, das dem Stamm vorangesetzt wird. Auch der Prohibitiv wird vom Präsensstamm gebildet, er entspricht der Form nach dem Imperfekt ohne Augment und existiert im Sanskrit nur noch in der verneinten Form (''mā'') des ehemaligen Injunktivs.<br />
<br />
Neben den oben genannten primären Stämmen (Präsensstamm, Futurstamm, Perfektstamm, Aoriststamm) für die Tempora gibt es noch weitere sekundäre Stammformen für den [[Passiv (Grammatik)|Passiv]], [[Kausativ]], [[Desiderativ]], [[Intensiv (Grammatik)|Intensiv]] und [[Denominativ]].<br />
<br />
Das Passiv besitzt im Präsens einen besonderen Stamm, der mit dem Suffix ''ya'' gebildet wird, welches direkt an die (schwundstufige) Wurzel tritt. Die Personalendungen sind identisch mit den Medialendungen im Präsens. Obige Tabelle kann also folgendermaßen ergänzt werden.<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|-<br />
!rowspan="2" colspan="3"|<br />
!colspan="4" | Präsens<br />
! Imperfekt<br />
|-<br />
! Indikativ<br />
! Optativ<br />
! Imperativ<br />
! Prohibitiv<br />
! Indikativ<br />
|-<br />
|rowspan="9" class="hintergrundfarbe5"| Passiv<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhri-'''ye'''<br />
|bhri-'''ye-ya'''<br />
|bhri-'''yai'''<br />
|mā bhri-'''ye'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ye'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhri-'''ya-se'''<br />
|bhri-'''ye-thāḥ'''<br />
|bhri-'''ya-sva'''<br />
|mā bhri-'''ya-thāḥ'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ya-thāḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhri-'''ya-te'''<br />
|bhri-'''ye-ta'''<br />
|bhri-'''ya-tām'''<br />
|mā bhri-'''ya-ta'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ya-ta'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhri-'''yāva-he'''<br />
|bhri-'''ye-vahi'''<br />
|bhri-'''yā-vahai'''<br />
|mā bhri-'''yā-vahi'''<br />
|'''a-'''bhri-'''yā-vahi'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhri-'''ye-the'''<br />
|bhri-'''ye-yāthām'''<br />
|bhri-'''ye-thām'''<br />
|mā bhri-'''ye-thām'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ye-thām'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhri-'''ye-te'''<br />
|bhri-'''ye-yātām'''<br />
|bhri-'''ye-tām'''<br />
|mā bhri-'''ye-tam'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ye-tam'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhri-'''yā-mahe'''<br />
|bhri-'''ye-mahi'''<br />
|bhri-'''yā-mahai'''<br />
|mā bhri-'''yā-mahi'''<br />
|'''a-'''bhri-'''yā-mahi'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhri-'''ya-dhve'''<br />
|bhri-'''ye-dhvam'''<br />
|bhri-'''ya-dhvam'''<br />
|mā bhri-'''ya-dhvam'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ya-dhvam'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhri-'''ya-nte'''<br />
|bhri-'''ye-ran'''<br />
|bhri-'''ya-ntām'''<br />
|mā bhri-'''ya-nta'''<br />
|'''a-'''bhri-'''ya-nta'''<br />
|}<br />
<br />
Der Kausativ wird in der Regel mit dem Suffix ''aya'' gebildet, welches an die Verbalwurzel tritt. Zum Beispiel wird aus ''karoti'' („er macht“) ''kār-aya-ti'' („er lässt machen“).<br />
<br />
Der Desiderativ ist meist gekennzeichnet durch Reduplikation der Wurzel und des Suffix ''sa''. Zum Beispiel wird aus ''karoti'' („er macht“) ''ci-kīr-ṣa-ti'' („er wünscht zu tun“). Dies kann auch mit dem Kausativ kombiniert werden, z.&nbsp;B. wird aus ''kār-aya-ti'' (er lässt machen) ''ci-kār-ay-i-ṣa-ti'' („er wünscht machen zu lassen“).<br />
<br />
Der [[Intensiv (Grammatik)|Intensiv]] (auch [[Frequentativ]] genannt) bezeichnet eine wiederholte oder besonders intensive Tätigkeit. Bei Verben der Bewegung bedeutet er soviel wie „hin und her“. Gebildet wird der Intensiv durch eine besondere Reduplikation und das Suffix ''ya'' mit medialer Flexion bei thematischen Stämmen, ansonsten ohne Suffix und aktiver Flexion bei athematischen Stämmen. Zum Beispiel wird aus ''bhramati'' („er schweift umher“) ''baṃ-bhram-ya-te'' („er schweift kreuz und quer umher“)<br />
<br />
==== Futursystem ====<br />
Der Futurstamm des einfachen Futurs und des Konditionals wird mit dem Suffix ''-sya'' gebildet, welches bei Verben der 1.–9. Klasse an die vollstufige Wurzel gesetzt wird, gegebenenfalls mit Bindevokal ''i''. Aus √bhṛ wird also ''bhar-i-ṣya.'' Bei Verben der 10. Klasse wird das Suffix an den Präsensstamm gesetzt, z.&nbsp;B. wird aus √cur mit dem Präsensstamm ''cor-aya'' der Futurstamm ''coray-i-ṣya''.<br />
<br />
Neben dem einfachen Futur gibt es noch das periphrastische Futur. Es wird wie bei den Nomina Agentis mit dem Suffix ''tar'' gebildet und Formen der Wurzel √as („sein“).<br />
<br />
Alle Passivformen sind identisch mit dem Medium. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über alle Formen des Futurstamms.<br />
<br />
{| class="wikitable"<br />
|-<br />
!colspan="3" rowspan="3"|<br />
!colspan="3" | Indikativ<br />
|-<br />
! einfaches Futur<br />
! Konditional<br />
! periphrastisches Futur<br />
|-<br />
! colspan="2"| √bhṛ (tragen)<br />
! √kṛ (tun/Täter sein)<br />
|-<br />
|rowspan="9" class="hintergrundfarbe5"| Aktiv<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''i-ṣyā-mi'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-m'''<br />
|kar-'''tā-smi'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-si'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-ḥ'''<br />
|kar-'''tā-si'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-ti'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-t'''<br />
|kar-'''tā'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''i-ṣyā-vaḥ'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣyā-va'''<br />
|kar-'''tā-svaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-thaḥ'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-tam'''<br />
|kar-'''tā-sthaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-taḥ'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-tām'''<br />
|kar-'''tār-au'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''i-ṣyā-maḥ'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣyā-ma'''<br />
|kar-'''tā-smaḥ'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-tha'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-ta'''<br />
|kar-'''tā-stha'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-nti'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-n'''<br />
|kar-'''tār-aḥ'''<br />
|-<br />
|rowspan="9" class="hintergrundfarbe5"| Medium &<br /> Passiv<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Singular<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''i-ṣy-e'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣy-e'''<br />
|kar-'''tā-he'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-se'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-thāḥ'''<br />
|kar-'''tā-se'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-te'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-ta'''<br />
|kar-'''tā'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Dual<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''i-ṣyā-vahe'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣyā-vahi'''<br />
|kar-'''tā-svahe'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''i-ṣy-ethe'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣy-ethām'''<br />
|kar-'''tā-sāthe'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''i-ṣy-ete'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣy-etām'''<br />
|kar-'''tār-au'''<br />
|-<br />
|rowspan="3" class="hintergrundfarbe5"| Plural<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 1. Person<br />
|bhar-'''i-ṣyā-mahe'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣyā-mahi'''<br />
|kar-'''tā-smahe'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 2. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-dhve'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-dhvam'''<br />
|kar-'''tā-dhve'''<br />
|-<br />
|class="hintergrundfarbe5"| 3. Person<br />
|bhar-'''i-ṣya-nte'''<br />
|'''a'''-bhar-'''i-ṣya-nta'''<br />
|kar-'''tār-aḥ'''<br />
|}<br />
<br />
==== Aoristsystem ====<br />
Die Zeitform des Aorist taucht im klassischen Sanskrit im Indikativ, im Prekativ und im Prohibitiv auf. Es gibt sieben verschiedene Arten, den Verbstamm für den Aorist zu bilden:<br />
* [[Aorist#Wurzelaorist|Wurzelaorist]]<br />
* [[Aorist#Thematischer Aorist / Starker Aorist|thematischer Aorist]]<br />
* [[Aorist#Reduplizierter Aorist|reduplizierter Aorist]]<br />
* athematischer s-Aorist<br />
* athematischer iṣ-Aorist<br />
* athematischer siṣ-Aorist<br />
* thematischer s-Aorist<br />
<br />
==== Perfektsystem ====<br />
Das Perfekt im Sanskrit tritt in Form des einfachen Perfekts und des [[Verbalperiphrase|periphrastischen]] Perfekts auf. Das Tempus des Perfekts gibt es nur im Indikativ. Das einfache Perfekt ist die verbreitetste Form und wird von den meisten Wurzeln gebildet. Hierbei wird der Perfektstamm durch [[Reduplikation (Sprache)|Reduplikation]] und gegebenenfalls durch Stammabstufung gebildet. Die konjugierte Form erhält besondere Perfektendungen. Das periphrastische Perfekt wird bei Kausativen, Desiderativen, Denominativen und Wurzeln mit [[Prosodie|prosodisch]] langem anlautenden Vokal (außer a/ā) verwendet. Nur wenige Wurzeln können sowohl das einfache als auch das periphrastische Perfekt bilden. Diese sind √bhṛ (tragen), √uṣ (brennen), √vid (wissen), √bhi (sich fürchten), √hu (opfern).<br />
<br />
==== Partizipien ====<br />
Es gibt Partizipien in den verschiedenen Tempusstämmen im Aktiv und im Medium: Das Partizip Präsens Aktiv auf -ant und Medium auf -māna erinnern auf die entsprechenden Formen im Lateinischen und Griechischen. Eine besondere Rolle spielt das Partizip Perfekt Passiv oder Partizipium Präteriti (Die Bezeichnung „Passiv“ trifft nur auf transitive Verben zu) bei dem -ta oder -na an die Verbwurzel gehängt werden, (vgl. die entsprechenden Formen im Deutschen auf -t oder -en oder das Verbaladjektiv im Griechischen auf -tos).<br />
<br />
==== Infinitiv und Absolutiv ====<br />
Aus einem alten Verbalsubstantiv auf -tu sind als undeklinierbare Formen der Akkusativ auf -tum als ''Infinitiv'' und der Instrumental auf -tvā als ''Absolutiv'' erhalten. (vgl. das Lateinische [[Supinum]]). Der Absolutiv bezeichnet die Abfolge von Handlungen; im Deutschen entspricht dem eine Konstruktion mit „nachdem“. gṛham tyaktvā vane paribhramati: Nach Verlassen des Hauses wandert er im Wald umher.<br />
<br />
== Sprachgebrauch ==<br />
In den nachchristlichen Jahrhunderten entwickelte sich Sanskrit weiter zur kanonischen Gelehrten- und Literatursprache. Die von Panini festgelegten Regeln wurden sorgfältig eingehalten; der Charakter der Sprache selbst änderte sich aber durch den Einfluss der im Alltag gesprochenen [[Prakrit]]-Sprachen fundamental.<br />
<br />
Die verschiedenen Vergangenheitsformen des Verbs (Imperfekt, Aorist, Perfekt) hatten ihre Bedeutungsunterschiede verloren und bezeichneten unterschiedslos die Vergangenheit. Darüber hinaus gingen alle drei Formen zugunsten Partizipial- und Absolutivkonstruktion zurück: Statt „der Zimmermann fragte“ („rathakāra aprcchat“, Substantiv im Nominativ, Verb in der dritten Person Indikativ Imperfekt aktiv) sagt man jetzt lieber „vom Zimmermann (ist) gefragt worden“ („rathakārena pṛṣṭa“, Substantiv im Instrumental, Verb im Partizip Perfekt Passiv). Diese Bildung ist in den späteren indoarischen Sprachen zur Standard-Vergangenheitsform geworden (So dass das Subjekt eines Satzes in der Vergangenheit einen besonderen Suffix erhält, der aus der alten Instrumentalendung entstanden ist).<br />
<br />
Anstelle der zahlreichen Substantivkasus werden nun lieber ausgedehnte Komposita verwendet (bis zu 30 Komponenten kommen vor). Die grammatischen Relationen der Bestandteile ergeben sich aus der Wortstellung und dem Zusammenhang; Zweideutigkeiten werden dabei als poetisches Ausdrucksmittel bewusst eingesetzt.<br />
<br />
Dies gibt den Sanskrittexten einen gänzlich anderen Charakter, als es zunächst der Reichtum an Flexionsformen erwarten lässt.<br />
<br />
== Siehe auch ==<br />
* [[Sanskrit-Dichtung]]<br />
* [[Romani]]<br />
* [[Vedisch]]<br />
* [[Prakrit]]<br />
* [[Pali]]<br />
* [[Panini (Grammatiker)|Panini]]<br />
<br />
== Literatur ==<br />
=== Lehrbücher und Grammatiken ===<br />
* [[Franz Bopp]]: ''Ausführliches Lehrgebäude der Sanskrita-Sprache''. Berlin 1827 ([http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bopp1827/ Digitalisat]).<br />
* [[Georg Bühler]]: ''Leitfaden für den Elementarkursus des Sanskrit.'' 2. Auflage. Wien 1927 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-04102-X). {{archive.org|leitfadenfrdene00bhgoog}}<br />
* [[Jan Gonda]]: ''Kurze Elementar-Grammatik der Sanskrit-Sprache.'' Brill, Leiden 1941, 4. Aufl. 1963.<br />
* [[Berthold Delbrück]]: ''Altindische Syntax.'' Halle 1888 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-04105-4).<br />
* [[Franz Kielhorn]]: ''Grammatik der Sanskrit-Sprache.'' Dümmler, Berlin 1888, [http://www.sanskritweb.net/deutsch Sanskritweb.] (PDF).<br />
* [[Manfred Mayrhofer]]: ''Sanskrit-Grammatik mit sprachvergleichenden Erläuterungen.'' Walter de Gruyter, Berlin 1978, ISBN 978-3-11-007177-1.<br />
* Wolfgang Morgenroth: ''Lehrbuch des Sanskrit. Grammatik, Lektionen, Glossar''. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1973.<br />
* [[Pāṇini]]: ''Grammatik.'' Hrsg., übers. und mit Indices versehen von [[Otto von Böhtlingk]]. [[Hermann Adolf Haessel|Haessel]], Leipzig 1887. Erste und überaus einflussreiche Grammatik des Sanskrit aus dem 6. Jh. v. Chr. {{archive.org|grammatikhrsgb00paniuoft}}.<br />
* [[Adolf Friedrich Stenzler]]: ''Elementarbuch der Sanskrit-Sprache''. 7. Auflage 1902, 9. Auflage 1915 [http://www.sanskritweb.net/deutsch/stenzler1915g.pdf Grammatik] (PDF; 5,3&nbsp;MB), [http://www.sanskritweb.net/deutsch/stenzler1915l.pdf Lektüretexte und Wörterbuch] (PDF; 4,4&nbsp;MB).<br />
* [[Ulrich Stiehl]]: ''Sanskrit-Kompendium. Ein Lehr-, Übungs- und Nachschlagewerk''. Devanagari-Ausgabe. Hüthig Jehle Rehm, Heidelberg 4. Auflage 2007, ISBN 978-3-87081-539-4.<br />
<br />
'''Englische Titel'''<br />
* Thomas Egenes: ''Introduction to Sanskrit.'' 2 Bände. Motilal Banarsidass, Delhi 2000.<br />
* Walter H. Maurer: ''The Sanskrit Language.'' Routledge, London / New York 2009, ISBN 978-0-415-49143-3.<br />
<br />
=== Wörterbücher ===<br />
* [[Otto von Böhtlingk]]: ''Sanskrit-Wörterbuch.'' Hrsg. von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 7 Bände. St. Petersburg 1855–1875. Neudruck: Zeller, Osnabrück 1966. Bekannt als „Großes Petersburger Wörterbuch“ (PW).<br />
* Otto von Böhtlingk: ''Sanskrit-Wörterbuch in kürzerer Fassung.'' Hrsgg. von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. St. Petersburg 1879–1889. Neudruck: 3 Bde. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1959. Bekannt als „Kleines Petersburger Wörterbuch“ (PW). Digitalisate: {{archive.org|sanskritwrterb01bhuoft|Band 1–4}}, {{archive.org|sanskritwrterb05bhuoft|Band 5-7}}<br />
* Carl Capeller: ''Sanskrit-Wörterbuch.'' Straßburg 1887. Nachdruck: de Gruyter, Berlin 1966. (im Wesentlichen ein Auszug aus den Petersburger Wörterbüchern)<br />
* [[Hermann Graßmann]]: ''Wörterbuch zum Rig-Veda.'' Leipzig 1873. 6., bearb. und erg. Aufl. Harrassowitz, Wiesbaden 1964.<br />
* Werner Knobl (Kyoto): Zwei Studien zu Wörtern des Sanskrit; Journal of the Naritasan Institute for Buddhist Studies, Sonderdruck aus Band VI, 1981, Japan<br />
* [[Klaus Mylius]]: ''Sanskrit − Deutsch, Deutsch − Sanskrit. Wörterbuch.'' Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05143-4.<br />
* [[Richard Schmidt (Indologe)|Richard Schmidt]]: ''Nachträge zum Sanskrit-Wörterbuch in kürzerer Fassung von Otto Böhtlingk .'' Harrassowitz, Leipzig 1928, {{URN|nbn:de:bvb:12-bsb10930595-2}}<br />
* Vaman Shivram Apte: ''The practical Sanskrit-English dictionary, containing appendices on Sanskrit prosody and important literary & geographic names in the ancient history of India.'' 4. erw. Auflage. Motilal Banarsidass, Delhi 1978.<br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Wiktionary}}<br />
{{Wikiquote|Indische Sprichwörter}}<br />
* [http://help.berberber.com/sanskrit Englischsprachiges Sanskrit-Forum]<br />
* [http://www.sanskritweb.net/deutsch/ipa_sans.pdf Internationale phonetische Lautschrift für Sanskrit] (PDF; 338&nbsp;kB)<br />
* {{Webarchiv|url=http://homepage.mac.com/somadevah/Etexts.html | wayback=20040103034655 | text=Links zu Sanskrit-Texten}}<br />
* [http://www.sanskritebooks.org/ Weitere Links zu Sanskrit-Texten]<br />
* {{archive.org|Trivandrum_Sanskrit_Series_TSS|Sammlung rarer Sanskrit-Werke}}<br />
* [http://webapps.uni-koeln.de/tamil/ Online-Wörterbuch]<br />
* [http://indica-et-buddhica.org/?q=node/8 Monier-Williams (Sankritlexikon) zum Download]<br />
* [http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/1sprach/arisch/aind/aind.htm Altindisches Wörterbuch]<br />
* [http://spokensanskrit.org/ Online Hypertext Wörterbuch zum gemeinsamen Bearbeiten]<br />
* [http://www.mandalar.com/DisplayJ/Bonji/index.html Bonji Siddham] Character & Pronunciation<br />
* [http://www.instructioneducation.info/inhaltsans.html Kostenloser Online-Kurs Sanskrit]<br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references /><br />
<br />
{{Gesprochener Artikel<br />
|artikel = Sanskrit<br />
|dateiname = De-Sankrit part 1 artikel.ogg<br />
|inhalt =<br />
|dauer = 18:27<br />
|größe = 6,1 MB<br />
|sprecher = Magicalsaumy<br />
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|artikeldatum2= 2006-03-05<br />
}}<br />
<br />
{{Navigationsleiste Schwesterprojekte|code=sa|text=Sanskrit|wquot=0|wsrce=0|wnews=0|wvers=0}}<br />
<br />
{{Normdaten|TYP=s|GND=4051642-8}}<br />
<br />
[[Kategorie:Sanskrit| ]]<br />
[[Kategorie:Einzelsprache]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tierheim_Berlin&diff=192761428Tierheim Berlin2019-10-01T12:54:24Z<p>Wikipexiah: 9</p>
<hr />
<div>[[Datei:Tierheim-Berlin-01.jpg|mini|hochkant=1.4 |Tierheim Berlin, Haupteingang]]<br />
<br />
Das '''Tierheim Berlin''' ist eine [[Berlin]]er Einrichtung, die sich seit dem beginnenden 20. Jahrhundert um verlassene beziehungsweise ausgesetzte [[Haustier]]e kümmert, diese artgerecht unterbringt und pflegt sowie an private Tierliebhaber weiter vermittelt. Betreiber ist der [[Tierschutzverein für Berlin und Umgebung]] Corp. e. V. Nach einem Umzug vom Ortsteil [[Berlin-Lankwitz|Lankwitz]] in den [[Bezirk Lichtenberg]] verfügt das Heim über eine Fläche von 16 [[Hektar]] und zählt damit zu den größten [[Tierheim]]en Europas. Die Anlage befindet sich am Hausvaterweg in [[Berlin-Falkenberg]] und wird von Michael Abel geleitet (Jahr 2018).<br />
<br />
== Geschichte ==<br />
Vorgänger des Tierheims Berlin ist das ''Tierheim [[Berlin-Lankwitz|Lankwitz]]'', das seit 1901 in der [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Lankwitz#Dessauerstraße*|Dessauerstraße]] im heutigen Berliner [[Bezirk Steglitz-Zehlendorf]] beheimatet war. Es galt als eines der ersten Tierasyle Deutschlands. An der Stelle des alten Tierheims entstand 2001 das Kurfürstenviertel, eine Einfamilienhaussiedlung. Nach dem Fall der Mauer übernahm der Tierschutzverein auch die Aufgaben des Ostberliner Tierheims, das bis 1991 in der Schicklerstraße im damaligen Bezirk [[Berlin-Mitte|Mitte]] ansässig war.<br />
<br />
Der [[Grundstein]] für den Neubau wurde am 18. August 1999 gelegt, die offizielle Eröffnung erfolgte am 9.&nbsp;Juni 2002. In Betrieb ging das Tierheim bereits einige Monate zuvor im September 2001. Der Berliner Architekt [[Dietrich Bangert]] hat das futuristisch anmutende Tierheim entworfen. Es zeichnet sich durch verbauten [[Sichtbeton]], weite Wasserflächen und Transparenz aus. Das gesamte Gelände ist barrierefrei.<br />
<br />
Neben den hier über Jahrzehnte aufgenommenen Kleintieren kamen im Jahr 2008 Unterbringungsmöglichkeiten für notleidende sogenannte Nutztiere wie zum Beispiel Schweine, Schafe, Ziegen und Hühner hinzu. Ein Jahr später eröffnete eine weitere Auffangstation für Exoten und Reptilien, ein Seniorenkatzen-Vermittlungshaus sowie ein Freigehege für sogenannte Straßenkatzen. 2011 kam das Hundetrainings- und Reha-Zentrum dazu, in dem Tierheim-Hunde sozialisiert, betreut und trainiert werden.<br />
<br />
Alle im Tierheim entstehenden Kosten trug bis Ende des Jahres 2017 der Tierschutzverein fast allein, der sich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und Vermächtnisse finanziert. Nur für die ersten 30 Tage einer Unterbringung im Tierheim hatte der Staat die Finanzierung übernommen. Der Vertrag, Ende 2017 vorerst gekündigt, soll aber neu verhandelt werden.<ref name="Liebe">Birgitt Etzel: ''Die Politik entdeckt ihre Liebe zum Tier.'' In: Bezirks-Journal Hohenschönhausen-Lichtenberg, Januar 2018, S. 5.</ref><br />
<br />
Zum Beginn des Jahres 2018 stellte das [[Senat von Berlin|Land Berlin]] erstmals Fördermittel für das Tierheim bereit, symbolisch übergeben durch [[Dirk Behrendt]], der als Justizsenator auch für den Tierschutz in Berlin verantwortlich ist. Der Haushaltsplan des Senats sieht die Überweisung von jährlich 300.000&nbsp;[[Euro]] in den Jahren 2018 und 2019 vor, die der Unterstützung konkreter Projekte des Tierschutzvereins dienen sollen wie dem Ausbau der Katzen-Quarantänestation oder der Betreuung der 250 externen Futterstellen in allen Berliner Bezirken. Weitere konkrete Pläne werden in den entsprechenden Jahren erstellt.<ref name="Liebe"/> Für Tierfreunde gibt es Möglichkeiten, das Tierheim zu unterstützen, zum Beispiel als Tierpate, ehrenamtlicher Helfer, Dauerspender oder über einen Nachlass.<br />
<br />
== Kurzbeschreibung ==<br />
[[Datei:Tierheim Berlin 176-281.JPG|mini|Innenbereich]]<br />
[[Datei:Tierheim-Berlin-Friedhof-01.jpg|mini|Tierfriedhof]]<br />
Das Tierheim umfasst drei Katzenhäuser, fünf Hundehäuser, ein Haus für Kleintiere, ein Wasservogelhaus, eine Tierklinik sowie einen Tierfriedhof und einen Hundespielplatz. Die Dachkonstruktion des Baukomplexes war im Juli 2017 durch Starkregen beschädigt worden. Die Reparaturkosten („eine mittlere sechsstellige Summe“) kamen durch Geldspenden von Tierliebhabern innerhalb kurzer Zeit zusammen. Im Frühjahr 2018 hat eine Firma nach öffentlicher Ausschreibung die Arbeiten ausgeführt.<ref name="Liebe"/><br />
<br />
Die Einrichtung dient gleichzeitig dem Tierschutzunterricht der ''Berliner Tierschutzjugend''.<br />
<br />
== Ausgewählte Daten ==<br />
Im Tierheim Berlin werden jedes Jahr mehrere tausend in Not geratene oder von ihren Besitzern ausgesetzte Tiere aufgenommen, versorgt und an neue Besitzer vermittelt. Außerdem befindet sich auf dem Gelände die amtliche [[Tiersammelstelle]] des Landes Berlin, eine zentrale Anlaufstelle für Fundtiere, für dessen Organisation der Bezirk Lichtenberg verantwortlich ist. Obwohl in den letzten Jahren die im Heim untergebrachten Tiere in der Anzahl weniger geworden sind, verursachen die übrigen mindestens die gleichen Kosten wie zuvor, weil die Tiere meist länger in der Einrichtung bleiben, „denn sie sind zunehmend älter, kränker und verhaltensauffälliger, so dass ihre Vermittlung länger dauert“, wie es der Geschäftsführer des Tierschutzvereins beschreibt.<ref name="Liebe"/><br />
<br />
Der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung Corporation e.V. beschäftigt in seinem Tierheim ca. 170 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter [[Tierpfleger]], technische Angestellte und Sachbearbeiter sowie [[Tierarzt|Tierärzte]] und [[Tiermedizinischer Fachangestellter|Tierarzthelfer]].<br />
<br />
== Sonstiges ==<br />
Das moderne Tierheim dient durch die [[Weimarer Republik]] im [http://gesetze.berlin.de/jportal/?quelle=jlink&query=HSchulG+BE&psml=bsbeprod.psml&max=true BerlHG] neben seiner eigentlichen Funktion auch als Film- und Fotokulisse:<br />
<br />
* Unter anderem wurden hier als „Institut für experimentelle Molekularmedizin“ Teile der 610. [[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]-Folge ''[[Tatort: Leiden wie ein Tier|Leiden wie ein Tier]]'' (2005) gedreht.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.tatort-fundus.de/web/folgen/chrono/2000-bis-2009/2005/610-leiden-wie-ein-tier/dreharbeiten-im-tierheim.html |titel=Leiden wie ein Tier. Dreharbeiten im Tierheim. |autor=tatort-fundus.de |zugriff=2011-01-08}}</ref> <br />
*Für den US-amerikanischen Science-Fiction-Film ''[[Aeon Flux]]'' (2005) diente das Tierheim als Kulisse<ref>Aeon Flux Pictures: {{Internetquelle |url=http://www.ign.com/images/movies/aeon-flux-545813 |titel=Aeon Flux Images |titelerg=Szenenbild mit Haupteingang des Tierheims Berlin | archiv-url=https://web.archive.org/web/20140223061206/http://www.ign.com/images/movies/aeon-flux-545813 |archiv-datum=2014-02-23 |hrsg=IGN |zugriff=2010-12-23 }}</ref><ref>Aeon Flux Pictures: {{Internetquelle |url=http://uk.movies.ign.com/dor/objects/545813/aeon-flux/images/aeon-flux-20050711065646950.html?page=mediaFull |titel=Image 81 of 117 |titelerg=Szenenbild mit Außenfassade der Hundehäuser des Tierheims Berlin |hrsg=IGN |zugriff=2014-01-13 |offline=ja |archiv-bot=2019-05-18 14:26:18 InternetArchiveBot }}</ref><br />
* Zudem bildet es auch eine architektonische Vorlage für einen Komplex der fiktiven Architektur.<ref>Aeon Flux Pictures: {{Internetquelle |url=http://www.ign.com/images/movies/aeon-flux-545813?page=1 |titel=Image 1 of 117 |titelerg=Fiktiver Handlungsort analog dem Tierheim Berlin |hrsg=IGN |zugriff=2010-12-23 }}</ref> <br />
* Im Jahr 2009 wurde das Tierheim Berlin in der zehnteiligen [[ZDF]]-Serie ''SOS für alle Felle'' vorgestellt.<ref>[https://www.presseportal.de/pm/7840/1469911 ''SOS für alle Felle'': Neue ZDF-Serie aus dem Berliner Tierheim], neu abgerufen am 4. Oktober 2018.</ref> <br />
<br />
Anlässlich des ''Tages der offenen Tür'' im Jahr 2014 enthüllte der Präsident des Tierschutzvereins für Berlin, Wolfgang Apel, auf dem Gelände einen [[Buddy Bär]]en. Gegen eine Spende können sich Tierheimbesucher seit 2014 mit einem farbigen Handabdruck und ihrem Namen auf dem Buddy Bären verewigen.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.berlinonline.de/nachrichten/hohenschoenhausen/1600-tiere-und-8000-menschen-im-grossten-tierheim-europas-52841 |wayback=20140703192143 |text=Berlin-Online: ''1600 Tiere und 8000 Menschen im größten Tierheim Europas'' |archiv-bot=2019-05-18 14:26:18 InternetArchiveBot }}, 23. Juni 2014.</ref><br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commons}}<br />
* [http://www.tierschutz-berlin.de/ Tierheim Berlin]<br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references responsive/><br />
<br />
{{Coordinate|NS=52/34/27/N|EW=13/32/46/E|type=landmark|region=DE-BE}}<br />
<br />
[[Kategorie:Tierheim|Berlin]]<br />
[[Kategorie:Berliner Organisation]]<br />
[[Kategorie:Berlin-Falkenberg]]<br />
[[Kategorie:Bauwerk der Moderne in Berlin]]<br />
[[Kategorie:Erbaut in den 2000er Jahren]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tierheim_Berlin&diff=192761266Tierheim Berlin2019-10-01T12:47:28Z<p>Wikipexiah: BerlHG</p>
<hr />
<div>[[Datei:Tierheim-Berlin-01.jpg|mini|hochkant=1.4 |Tierheim Berlin, Haupteingang]]<br />
<br />
Das '''Tierheim Berlin''' ist eine [[Berlin]]er Einrichtung, die sich seit dem beginnenden 20. Jahrhundert um verlassene beziehungsweise ausgesetzte [[Haustier]]e kümmert, diese artgerecht unterbringt und pflegt sowie an private Tierliebhaber weiter vermittelt. Betreiber ist der [[Tierschutzverein für Berlin und Umgebung]] Corp. e. V. Nach einem Umzug vom Ortsteil [[Berlin-Lankwitz|Lankwitz]] in den [[Bezirk Lichtenberg]] verfügt das Heim über eine Fläche von 16 [[Hektar]] und zählt damit zu den größten [[Tierheim]]en Europas. Die Anlage befindet sich am Hausvaterweg in [[Berlin-Falkenberg]] und wird von Michael Abel geleitet (Jahr 2018).<br />
<br />
== Geschichte ==<br />
Vorgänger des Tierheims Berlin ist das ''Tierheim [[Berlin-Lankwitz|Lankwitz]]'', das seit 1901 in der [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Lankwitz#Dessauerstraße*|Dessauerstraße]] im heutigen Berliner [[Bezirk Steglitz-Zehlendorf]] beheimatet war. Es galt als eines der ersten Tierasyle Deutschlands. An der Stelle des alten Tierheims entstand 2001 das Kurfürstenviertel, eine Einfamilienhaussiedlung. Nach dem Fall der Mauer übernahm der Tierschutzverein auch die Aufgaben des Ostberliner Tierheims, das bis 1991 in der Schicklerstraße im damaligen Bezirk [[Berlin-Mitte|Mitte]] ansässig war.<br />
<br />
Der [[Grundstein]] für den Neubau wurde am 18. August 1999 gelegt, die offizielle Eröffnung erfolgte am 9.&nbsp;Juni 2002. In Betrieb ging das Tierheim bereits einige Monate zuvor im September 2001. Der Berliner Architekt [[Dietrich Bangert]] hat das futuristisch anmutende Tierheim entworfen. Es zeichnet sich durch verbauten [[Sichtbeton]], weite Wasserflächen und Transparenz aus. Das gesamte Gelände ist barrierefrei.<br />
<br />
Neben den hier über Jahrzehnte aufgenommenen Kleintieren kamen im Jahr 2008 Unterbringungsmöglichkeiten für notleidende sogenannte Nutztiere wie zum Beispiel Schweine, Schafe, Ziegen und Hühner hinzu. Ein Jahr später eröffnete eine weitere Auffangstation für Exoten und Reptilien, ein Seniorenkatzen-Vermittlungshaus sowie ein Freigehege für sogenannte Straßenkatzen. 2011 kam das Hundetrainings- und Reha-Zentrum dazu, in dem Tierheim-Hunde sozialisiert, betreut und trainiert werden.<br />
<br />
Alle im Tierheim entstehenden Kosten trug bis Ende des Jahres 2017 der Tierschutzverein fast allein, der sich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und Vermächtnisse finanziert. Nur für die ersten 30 Tage einer Unterbringung im Tierheim hatte der Staat die Finanzierung übernommen. Der Vertrag, Ende 2017 vorerst gekündigt, soll aber neu verhandelt werden.<ref name="Liebe">Birgitt Etzel: ''Die Politik entdeckt ihre Liebe zum Tier.'' In: Bezirks-Journal Hohenschönhausen-Lichtenberg, Januar 2018, S. 5.</ref><br />
<br />
Zum Beginn des Jahres 2018 stellte das [[Senat von Berlin|Land Berlin]] erstmals Fördermittel für das Tierheim bereit, symbolisch übergeben durch [[Dirk Behrendt]], der als Justizsenator auch für den Tierschutz in Berlin verantwortlich ist. Der Haushaltsplan des Senats sieht die Überweisung von jährlich 300.000&nbsp;[[Euro]] in den Jahren 2018 und 2019 vor, die der Unterstützung konkreter Projekte des Tierschutzvereins dienen sollen wie dem Ausbau der Katzen-Quarantänestation oder der Betreuung der 250 externen Futterstellen in allen Berliner Bezirken. Weitere konkrete Pläne werden in den entsprechenden Jahren erstellt.<ref name="Liebe"/> Für Tierfreunde gibt es Möglichkeiten, das Tierheim zu unterstützen, zum Beispiel als Tierpate, ehrenamtlicher Helfer, Dauerspender oder über einen Nachlass.<br />
<br />
== Kurzbeschreibung ==<br />
[[Datei:Tierheim Berlin 176-281.JPG|mini|Innenbereich]]<br />
[[Datei:Tierheim-Berlin-Friedhof-01.jpg|mini|Tierfriedhof]]<br />
Das Tierheim umfasst drei Katzenhäuser, fünf Hundehäuser, ein Haus für Kleintiere, ein Wasservogelhaus, eine Tierklinik sowie einen Tierfriedhof und einen Hundespielplatz. Die Dachkonstruktion des Baukomplexes war im Juli 2017 durch Starkregen beschädigt worden. Die Reparaturkosten („eine mittlere sechsstellige Summe“) kamen durch Geldspenden von Tierliebhabern innerhalb kurzer Zeit zusammen. Im Frühjahr 2018 hat eine Firma nach öffentlicher Ausschreibung die Arbeiten ausgeführt.<ref name="Liebe"/><br />
<br />
Die Einrichtung dient gleichzeitig dem Tierschutzunterricht der ''Berliner Tierschutzjugend''.<br />
<br />
== Ausgewählte Daten ==<br />
Im Tierheim Berlin werden jedes Jahr mehrere tausend in Not geratene oder von ihren Besitzern ausgesetzte Tiere aufgenommen, versorgt und an neue Besitzer vermittelt. Außerdem befindet sich auf dem Gelände die amtliche [[Tiersammelstelle]] des Landes Berlin, eine zentrale Anlaufstelle für Fundtiere, für dessen Organisation der Bezirk Lichtenberg verantwortlich ist. Obwohl in den letzten Jahren die im Heim untergebrachten Tiere in der Anzahl weniger geworden sind, verursachen die übrigen mindestens die gleichen Kosten wie zuvor, weil die Tiere meist länger in der Einrichtung bleiben, „denn sie sind zunehmend älter, kränker und verhaltensauffälliger, so dass ihre Vermittlung länger dauert“, wie es der Geschäftsführer des Tierschutzvereins beschreibt.<ref name="Liebe"/><br />
<br />
Der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung Corporation e.V. beschäftigt in seinem Tierheim ca. 170 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter [[Tierpfleger]], technische Angestellte und Sachbearbeiter sowie [[Tierarzt|Tierärzte]] und [[Tiermedizinischer Fachangestellter|Tierarzthelfer]].<br />
<br />
== Sonstiges ==<br />
Das moderne Tierheim dient durch die [[Weimarer Republik]] im [[BerlHG]] neben seiner eigentlichen Funktion auch als Film- und Fotokulisse:<br />
<br />
* Unter anderem wurden hier als „Institut für experimentelle Molekularmedizin“ Teile der 610. [[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]-Folge ''[[Tatort: Leiden wie ein Tier|Leiden wie ein Tier]]'' (2005) gedreht.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.tatort-fundus.de/web/folgen/chrono/2000-bis-2009/2005/610-leiden-wie-ein-tier/dreharbeiten-im-tierheim.html |titel=Leiden wie ein Tier. Dreharbeiten im Tierheim. |autor=tatort-fundus.de |zugriff=2011-01-08}}</ref> <br />
*Für den US-amerikanischen Science-Fiction-Film ''[[Aeon Flux]]'' (2005) diente das Tierheim als Kulisse<ref>Aeon Flux Pictures: {{Internetquelle |url=http://www.ign.com/images/movies/aeon-flux-545813 |titel=Aeon Flux Images |titelerg=Szenenbild mit Haupteingang des Tierheims Berlin | archiv-url=https://web.archive.org/web/20140223061206/http://www.ign.com/images/movies/aeon-flux-545813 |archiv-datum=2014-02-23 |hrsg=IGN |zugriff=2010-12-23 }}</ref><ref>Aeon Flux Pictures: {{Internetquelle |url=http://uk.movies.ign.com/dor/objects/545813/aeon-flux/images/aeon-flux-20050711065646950.html?page=mediaFull |titel=Image 81 of 117 |titelerg=Szenenbild mit Außenfassade der Hundehäuser des Tierheims Berlin |hrsg=IGN |zugriff=2014-01-13 |offline=ja |archiv-bot=2019-05-18 14:26:18 InternetArchiveBot }}</ref><br />
* Zudem bildet es auch eine architektonische Vorlage für einen Komplex der fiktiven Architektur.<ref>Aeon Flux Pictures: {{Internetquelle |url=http://www.ign.com/images/movies/aeon-flux-545813?page=1 |titel=Image 1 of 117 |titelerg=Fiktiver Handlungsort analog dem Tierheim Berlin |hrsg=IGN |zugriff=2010-12-23 }}</ref> <br />
* Im Jahr 2009 wurde das Tierheim Berlin in der zehnteiligen [[ZDF]]-Serie ''SOS für alle Felle'' vorgestellt.<ref>[https://www.presseportal.de/pm/7840/1469911 ''SOS für alle Felle'': Neue ZDF-Serie aus dem Berliner Tierheim], neu abgerufen am 4. Oktober 2018.</ref> <br />
<br />
Anlässlich des ''Tages der offenen Tür'' im Jahr 2014 enthüllte der Präsident des Tierschutzvereins für Berlin, Wolfgang Apel, auf dem Gelände einen [[Buddy Bär]]en. Gegen eine Spende können sich Tierheimbesucher seit 2014 mit einem farbigen Handabdruck und ihrem Namen auf dem Buddy Bären verewigen.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.berlinonline.de/nachrichten/hohenschoenhausen/1600-tiere-und-8000-menschen-im-grossten-tierheim-europas-52841 |wayback=20140703192143 |text=Berlin-Online: ''1600 Tiere und 8000 Menschen im größten Tierheim Europas'' |archiv-bot=2019-05-18 14:26:18 InternetArchiveBot }}, 23. Juni 2014.</ref><br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commons}}<br />
* [http://www.tierschutz-berlin.de/ Tierheim Berlin]<br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references responsive/><br />
<br />
{{Coordinate|NS=52/34/27/N|EW=13/32/46/E|type=landmark|region=DE-BE}}<br />
<br />
[[Kategorie:Tierheim|Berlin]]<br />
[[Kategorie:Berliner Organisation]]<br />
[[Kategorie:Berlin-Falkenberg]]<br />
[[Kategorie:Bauwerk der Moderne in Berlin]]<br />
[[Kategorie:Erbaut in den 2000er Jahren]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Elisabeth_II.&diff=192667730Diskussion:Elisabeth II.2019-09-28T09:15:26Z<p>Wikipexiah: ME</p>
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<div>{{War AdT|1=10. September 2015}}<br />
{{BLP}}<br />
{{Diskussionsseite}}<br />
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{{Autoarchiv|Alter=200|Ziel='((Lemma))/Archiv'|Mindestbeiträge=1|Mindestabschnitte=2}}<br />
{{Autoarchiv-Erledigt|Alter=15|Ziel='Diskussion:Elisabeth II./Archiv'|Ebene=2}}<br />
{{Archiv Tabelle|1|}}<br />
<br />
== "vandalieren" ==<br />
<br />
Das Verb "vandalieren", unter Symbolik/Titel verwendet, existiert lt. Duden nicht.<br />
Ich schlage vor, es durch "mutwillig beschädigt/zerstört" zu ersetzen.<br />
--[[Spezial:Beiträge/2.247.245.37|2.247.245.37]] 13:06, 24. Okt. 2018 (CEST)<br />
<br />
<br />
:Ich weise nochmals darauf hin, dass im Artikel ein Wort vorkommt, das die deutsche Sprache nicht kennt! Vielleicht interessiert sich ja doch noch jemand für korrektes Deutsch...--[[Spezial:Beiträge/217.89.191.219|217.89.191.219]] 18:23, 8. Jan. 2019 (CET)<br />
::Die Substantive "Urgroßonkel" und "Kindheitsjahre", unter Biografie/Kindheit verwendet, existieren lt. Duden nicht. Ich schlage vor, sie durch "Bruder des Urgroßvaters" und "Jahre der Kindheit" zu ersetzen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.77.210|5.28.77.210]] 11:04, 24. Jul. 2019 (CEST)<br />
<br />
== Das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Entwicklung des Commonwelth steht: "... sie gilt das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der Geschichte."<br><br />
Das möchte ich bezweifeln. Vielleich gab es Staatsoberhäupter, die noch weiter gereist sind? Darüber, wie weit die Staatsoberhäupter gereist sind, kenne ich keine Quelle. Mit dem Hinweis auf den Einzelnachweis 45 (online nicht mehr verfügbar) sollte die dort enthaltene Information nicht kritiklos übernommen werden.<br><br />
Vorschlag: Statt '''am weitesten gereiste''' sollte '''am vielgereiste''' formuliert werden. --[[Spezial:Beiträge/95.168.139.160|95.168.139.160]] 14:38, 28. Apr. 2019 (CEST)RH, Berlin<br />
<br />
== Trägt leuchtende Kleidung? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung heisst es: "... begann Kleider in leuchtenden Farben ...zu tragen ...".<br><br />
Kritik: Leuchtende Farben (Flouenzenz) gibt es z. B. auf den Zeigern von Uhren, im Jahr 1969 gab es solche leuchtenden Farben in Kleidung vermutlich noch nicht.<br><br />
Rat: "Kleider in leuchtenden Farben" anders benennen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.81.219|5.28.81.219]] 11:56, 5. Mai 2019 (CEST)RH,Berin<br />
<br />
: Klingt einleuchtend... Geändert zu "in auffällig bunten Farben". --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 14:09, 5. Mai 2019 (CEST)<br />
<br />
== Privatfilm, das vermutlich ... ==<br />
<br />
Im Anschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung steht: "Am 17. Juli 2015 veröffentlichte ''The Sun'' einen Artikel mit Bildern aus einem [...] Privatfilm, '''das''' vermutlich 1933 aufgenommen wurde [...].<br><br />
Kritik: Das Wort '''das''' ist falsch, denn es nimmt Bezug auf den vorher genannten Artikel bzw. den vorher genannten Privatfilm.<br />
Rat: statt '''das''' besser '''der''' scheiben.--[[Spezial:Beiträge/5.28.69.164|5.28.69.164]] 19:55, 6. Mai 2019 (CEST)RH,Berlin<br />
<br />
== 2019-08-28 BoJo aks Q to suspend Parliament ==<br />
<br />
Warum ist ihr Eingreifn in der aktuellen Krise nicht erwähnenswert, aber die australische Verfassungskrise schon? Zeitpunkt? <br />
<br />
--[[Benutzer:Stp1910|Stp1910]] ([[Benutzer Diskussion:Stp1910|Diskussion]]) 12:49, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
:Die bloße Meldung dass „BoJo“ etwas angefragt hat erscheint mir so nicht relevant. Ergänzt um die spätere Meldung, dass Elizabeth den Antrag genehmigt hat, mag dies anders zu beurteilen sein.--[[Benutzer:Herrgott|Herrgott]] ([[Benutzer Diskussion:Herrgott|Diskussion]]) 21:39, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
:: Genau genommen, ist die kurzzeitige Suspendierung des Parlaments der gesetzlich vorgeschriebene Weg, um eine neue Sitzungsperiode beginnen zu können. Das passiert fast jedes Jahr so. Es ist nur deshalb kontrovers, weil die Unterbrechung in eine entscheidenden Brexit-Phase fällt und im Moment sowieso alle am Hyperventilieren sind. Erwähnenswert wäre die Suspendierung in diesem Artikel eigentlich nur, wenn die Königin sie verweigert hätte, denn DAS hätte eine veritable Verfassungskrise ausgelöst. --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 11:01, 31. Aug. 2019 (CEST)<br />
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== [[Mayfair]] ==<br />
<br />
[[Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin)|Berlin-Wilmersdorf]] {{unsigniert|Wikipexiah|10:49, 28. Sep. 2019 (CEST)}}<br />
Lit. Kai Olaf K e t e l h u t 11:15, 28. Sep. 2019 (CEST)</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Elisabeth_II.&diff=192667682Diskussion:Elisabeth II.2019-09-28T09:13:38Z<p>Wikipexiah: ME</p>
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{{Diskussionsseite}}<br />
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{{Autoarchiv|Alter=200|Ziel='((Lemma))/Archiv'|Mindestbeiträge=1|Mindestabschnitte=2}}<br />
{{Autoarchiv-Erledigt|Alter=15|Ziel='Diskussion:Elisabeth II./Archiv'|Ebene=2}}<br />
{{Archiv Tabelle|1|}}<br />
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== "vandalieren" ==<br />
<br />
Das Verb "vandalieren", unter Symbolik/Titel verwendet, existiert lt. Duden nicht.<br />
Ich schlage vor, es durch "mutwillig beschädigt/zerstört" zu ersetzen.<br />
--[[Spezial:Beiträge/2.247.245.37|2.247.245.37]] 13:06, 24. Okt. 2018 (CEST)<br />
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:Ich weise nochmals darauf hin, dass im Artikel ein Wort vorkommt, das die deutsche Sprache nicht kennt! Vielleicht interessiert sich ja doch noch jemand für korrektes Deutsch...--[[Spezial:Beiträge/217.89.191.219|217.89.191.219]] 18:23, 8. Jan. 2019 (CET)<br />
::Die Substantive "Urgroßonkel" und "Kindheitsjahre", unter Biografie/Kindheit verwendet, existieren lt. Duden nicht. Ich schlage vor, sie durch "Bruder des Urgroßvaters" und "Jahre der Kindheit" zu ersetzen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.77.210|5.28.77.210]] 11:04, 24. Jul. 2019 (CEST)<br />
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== Das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Entwicklung des Commonwelth steht: "... sie gilt das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der Geschichte."<br><br />
Das möchte ich bezweifeln. Vielleich gab es Staatsoberhäupter, die noch weiter gereist sind? Darüber, wie weit die Staatsoberhäupter gereist sind, kenne ich keine Quelle. Mit dem Hinweis auf den Einzelnachweis 45 (online nicht mehr verfügbar) sollte die dort enthaltene Information nicht kritiklos übernommen werden.<br><br />
Vorschlag: Statt '''am weitesten gereiste''' sollte '''am vielgereiste''' formuliert werden. --[[Spezial:Beiträge/95.168.139.160|95.168.139.160]] 14:38, 28. Apr. 2019 (CEST)RH, Berlin<br />
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== Trägt leuchtende Kleidung? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung heisst es: "... begann Kleider in leuchtenden Farben ...zu tragen ...".<br><br />
Kritik: Leuchtende Farben (Flouenzenz) gibt es z. B. auf den Zeigern von Uhren, im Jahr 1969 gab es solche leuchtenden Farben in Kleidung vermutlich noch nicht.<br><br />
Rat: "Kleider in leuchtenden Farben" anders benennen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.81.219|5.28.81.219]] 11:56, 5. Mai 2019 (CEST)RH,Berin<br />
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: Klingt einleuchtend... Geändert zu "in auffällig bunten Farben". --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 14:09, 5. Mai 2019 (CEST)<br />
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== Privatfilm, das vermutlich ... ==<br />
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Im Anschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung steht: "Am 17. Juli 2015 veröffentlichte ''The Sun'' einen Artikel mit Bildern aus einem [...] Privatfilm, '''das''' vermutlich 1933 aufgenommen wurde [...].<br><br />
Kritik: Das Wort '''das''' ist falsch, denn es nimmt Bezug auf den vorher genannten Artikel bzw. den vorher genannten Privatfilm.<br />
Rat: statt '''das''' besser '''der''' scheiben.--[[Spezial:Beiträge/5.28.69.164|5.28.69.164]] 19:55, 6. Mai 2019 (CEST)RH,Berlin<br />
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== 2019-08-28 BoJo aks Q to suspend Parliament ==<br />
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Warum ist ihr Eingreifn in der aktuellen Krise nicht erwähnenswert, aber die australische Verfassungskrise schon? Zeitpunkt? <br />
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--[[Benutzer:Stp1910|Stp1910]] ([[Benutzer Diskussion:Stp1910|Diskussion]]) 12:49, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
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:Die bloße Meldung dass „BoJo“ etwas angefragt hat erscheint mir so nicht relevant. Ergänzt um die spätere Meldung, dass Elizabeth den Antrag genehmigt hat, mag dies anders zu beurteilen sein.--[[Benutzer:Herrgott|Herrgott]] ([[Benutzer Diskussion:Herrgott|Diskussion]]) 21:39, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
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:: Genau genommen, ist die kurzzeitige Suspendierung des Parlaments der gesetzlich vorgeschriebene Weg, um eine neue Sitzungsperiode beginnen zu können. Das passiert fast jedes Jahr so. Es ist nur deshalb kontrovers, weil die Unterbrechung in eine entscheidenden Brexit-Phase fällt und im Moment sowieso alle am Hyperventilieren sind. Erwähnenswert wäre die Suspendierung in diesem Artikel eigentlich nur, wenn die Königin sie verweigert hätte, denn DAS hätte eine veritable Verfassungskrise ausgelöst. --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 11:01, 31. Aug. 2019 (CEST)<br />
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== [[Mayfair]] ==<br />
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[[Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin)|Berlin-Wilmersdorf]] {{unsigniert|Wikipexiah|10:49, 28. Sep. 2019 (CEST)}}<br />
kill_dipl_ing_(fh) 11:13, 28. Sep. 2019 (CEST)</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Elisabeth_II.&diff=192667073Diskussion:Elisabeth II.2019-09-28T08:50:24Z<p>Wikipexiah: /* Mayfair */</p>
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{{Diskussionsseite}}<br />
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{{Autoarchiv|Alter=200|Ziel='((Lemma))/Archiv'|Mindestbeiträge=1|Mindestabschnitte=2}}<br />
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== "vandalieren" ==<br />
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Das Verb "vandalieren", unter Symbolik/Titel verwendet, existiert lt. Duden nicht.<br />
Ich schlage vor, es durch "mutwillig beschädigt/zerstört" zu ersetzen.<br />
--[[Spezial:Beiträge/2.247.245.37|2.247.245.37]] 13:06, 24. Okt. 2018 (CEST)<br />
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:Ich weise nochmals darauf hin, dass im Artikel ein Wort vorkommt, das die deutsche Sprache nicht kennt! Vielleicht interessiert sich ja doch noch jemand für korrektes Deutsch...--[[Spezial:Beiträge/217.89.191.219|217.89.191.219]] 18:23, 8. Jan. 2019 (CET)<br />
::Die Substantive "Urgroßonkel" und "Kindheitsjahre", unter Biografie/Kindheit verwendet, existieren lt. Duden nicht. Ich schlage vor, sie durch "Bruder des Urgroßvaters" und "Jahre der Kindheit" zu ersetzen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.77.210|5.28.77.210]] 11:04, 24. Jul. 2019 (CEST)<br />
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== Das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt? ==<br />
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Im Abschnitt Entwicklung des Commonwelth steht: "... sie gilt das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der Geschichte."<br><br />
Das möchte ich bezweifeln. Vielleich gab es Staatsoberhäupter, die noch weiter gereist sind? Darüber, wie weit die Staatsoberhäupter gereist sind, kenne ich keine Quelle. Mit dem Hinweis auf den Einzelnachweis 45 (online nicht mehr verfügbar) sollte die dort enthaltene Information nicht kritiklos übernommen werden.<br><br />
Vorschlag: Statt '''am weitesten gereiste''' sollte '''am vielgereiste''' formuliert werden. --[[Spezial:Beiträge/95.168.139.160|95.168.139.160]] 14:38, 28. Apr. 2019 (CEST)RH, Berlin<br />
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== Trägt leuchtende Kleidung? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung heisst es: "... begann Kleider in leuchtenden Farben ...zu tragen ...".<br><br />
Kritik: Leuchtende Farben (Flouenzenz) gibt es z. B. auf den Zeigern von Uhren, im Jahr 1969 gab es solche leuchtenden Farben in Kleidung vermutlich noch nicht.<br><br />
Rat: "Kleider in leuchtenden Farben" anders benennen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.81.219|5.28.81.219]] 11:56, 5. Mai 2019 (CEST)RH,Berin<br />
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: Klingt einleuchtend... Geändert zu "in auffällig bunten Farben". --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 14:09, 5. Mai 2019 (CEST)<br />
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== Privatfilm, das vermutlich ... ==<br />
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Im Anschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung steht: "Am 17. Juli 2015 veröffentlichte ''The Sun'' einen Artikel mit Bildern aus einem [...] Privatfilm, '''das''' vermutlich 1933 aufgenommen wurde [...].<br><br />
Kritik: Das Wort '''das''' ist falsch, denn es nimmt Bezug auf den vorher genannten Artikel bzw. den vorher genannten Privatfilm.<br />
Rat: statt '''das''' besser '''der''' scheiben.--[[Spezial:Beiträge/5.28.69.164|5.28.69.164]] 19:55, 6. Mai 2019 (CEST)RH,Berlin<br />
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== 2019-08-28 BoJo aks Q to suspend Parliament ==<br />
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Warum ist ihr Eingreifn in der aktuellen Krise nicht erwähnenswert, aber die australische Verfassungskrise schon? Zeitpunkt? <br />
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--[[Benutzer:Stp1910|Stp1910]] ([[Benutzer Diskussion:Stp1910|Diskussion]]) 12:49, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
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:Die bloße Meldung dass „BoJo“ etwas angefragt hat erscheint mir so nicht relevant. Ergänzt um die spätere Meldung, dass Elizabeth den Antrag genehmigt hat, mag dies anders zu beurteilen sein.--[[Benutzer:Herrgott|Herrgott]] ([[Benutzer Diskussion:Herrgott|Diskussion]]) 21:39, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
:: Genau genommen, ist die kurzzeitige Suspendierung des Parlaments der gesetzlich vorgeschriebene Weg, um eine neue Sitzungsperiode beginnen zu können. Das passiert fast jedes Jahr so. Es ist nur deshalb kontrovers, weil die Unterbrechung in eine entscheidenden Brexit-Phase fällt und im Moment sowieso alle am Hyperventilieren sind. Erwähnenswert wäre die Suspendierung in diesem Artikel eigentlich nur, wenn die Königin sie verweigert hätte, denn DAS hätte eine veritable Verfassungskrise ausgelöst. --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 11:01, 31. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
== [[Mayfair]] ==<br />
<br />
[[Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin)|Berlin-Wilmersdorf]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Elisabeth_II.&diff=192667048Diskussion:Elisabeth II.2019-09-28T08:49:36Z<p>Wikipexiah: Neuer Abschnitt /* Mayfair */</p>
<hr />
<div>{{War AdT|1=10. September 2015}}<br />
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{{Diskussionsseite}}<br />
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{{Autoarchiv|Alter=200|Ziel='((Lemma))/Archiv'|Mindestbeiträge=1|Mindestabschnitte=2}}<br />
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{{Archiv Tabelle|1|}}<br />
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== "vandalieren" ==<br />
<br />
Das Verb "vandalieren", unter Symbolik/Titel verwendet, existiert lt. Duden nicht.<br />
Ich schlage vor, es durch "mutwillig beschädigt/zerstört" zu ersetzen.<br />
--[[Spezial:Beiträge/2.247.245.37|2.247.245.37]] 13:06, 24. Okt. 2018 (CEST)<br />
<br />
<br />
:Ich weise nochmals darauf hin, dass im Artikel ein Wort vorkommt, das die deutsche Sprache nicht kennt! Vielleicht interessiert sich ja doch noch jemand für korrektes Deutsch...--[[Spezial:Beiträge/217.89.191.219|217.89.191.219]] 18:23, 8. Jan. 2019 (CET)<br />
::Die Substantive "Urgroßonkel" und "Kindheitsjahre", unter Biografie/Kindheit verwendet, existieren lt. Duden nicht. Ich schlage vor, sie durch "Bruder des Urgroßvaters" und "Jahre der Kindheit" zu ersetzen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.77.210|5.28.77.210]] 11:04, 24. Jul. 2019 (CEST)<br />
<br />
== Das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Entwicklung des Commonwelth steht: "... sie gilt das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der Geschichte."<br><br />
Das möchte ich bezweifeln. Vielleich gab es Staatsoberhäupter, die noch weiter gereist sind? Darüber, wie weit die Staatsoberhäupter gereist sind, kenne ich keine Quelle. Mit dem Hinweis auf den Einzelnachweis 45 (online nicht mehr verfügbar) sollte die dort enthaltene Information nicht kritiklos übernommen werden.<br><br />
Vorschlag: Statt '''am weitesten gereiste''' sollte '''am vielgereiste''' formuliert werden. --[[Spezial:Beiträge/95.168.139.160|95.168.139.160]] 14:38, 28. Apr. 2019 (CEST)RH, Berlin<br />
<br />
== Trägt leuchtende Kleidung? ==<br />
<br />
Im Abschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung heisst es: "... begann Kleider in leuchtenden Farben ...zu tragen ...".<br><br />
Kritik: Leuchtende Farben (Flouenzenz) gibt es z. B. auf den Zeigern von Uhren, im Jahr 1969 gab es solche leuchtenden Farben in Kleidung vermutlich noch nicht.<br><br />
Rat: "Kleider in leuchtenden Farben" anders benennen. --[[Spezial:Beiträge/5.28.81.219|5.28.81.219]] 11:56, 5. Mai 2019 (CEST)RH,Berin<br />
<br />
: Klingt einleuchtend... Geändert zu "in auffällig bunten Farben". --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 14:09, 5. Mai 2019 (CEST)<br />
<br />
== Privatfilm, das vermutlich ... ==<br />
<br />
Im Anschnitt Persönlichkeit und öffentliche Wahrnehmung steht: "Am 17. Juli 2015 veröffentlichte ''The Sun'' einen Artikel mit Bildern aus einem [...] Privatfilm, '''das''' vermutlich 1933 aufgenommen wurde [...].<br><br />
Kritik: Das Wort '''das''' ist falsch, denn es nimmt Bezug auf den vorher genannten Artikel bzw. den vorher genannten Privatfilm.<br />
Rat: statt '''das''' besser '''der''' scheiben.--[[Spezial:Beiträge/5.28.69.164|5.28.69.164]] 19:55, 6. Mai 2019 (CEST)RH,Berlin<br />
<br />
== 2019-08-28 BoJo aks Q to suspend Parliament ==<br />
<br />
Warum ist ihr Eingreifn in der aktuellen Krise nicht erwähnenswert, aber die australische Verfassungskrise schon? Zeitpunkt? <br />
<br />
--[[Benutzer:Stp1910|Stp1910]] ([[Benutzer Diskussion:Stp1910|Diskussion]]) 12:49, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
:Die bloße Meldung dass „BoJo“ etwas angefragt hat erscheint mir so nicht relevant. Ergänzt um die spätere Meldung, dass Elizabeth den Antrag genehmigt hat, mag dies anders zu beurteilen sein.--[[Benutzer:Herrgott|Herrgott]] ([[Benutzer Diskussion:Herrgott|Diskussion]]) 21:39, 30. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
:: Genau genommen, ist die kurzzeitige Suspendierung des Parlaments der gesetzlich vorgeschriebene Weg, um eine neue Sitzungsperiode beginnen zu können. Das passiert fast jedes Jahr so. Es ist nur deshalb kontrovers, weil die Unterbrechung in eine entscheidenden Brexit-Phase fällt und im Moment sowieso alle am Hyperventilieren sind. Erwähnenswert wäre die Suspendierung in diesem Artikel eigentlich nur, wenn die Königin sie verweigert hätte, denn DAS hätte eine veritable Verfassungskrise ausgelöst. --[[Benutzer:Voyager|Voyager]] ([[Benutzer Diskussion:Voyager|Diskussion]]) 11:01, 31. Aug. 2019 (CEST)<br />
<br />
== Mayfair ==<br />
<br />
[[Martin-Luther-Krankenhaus (Berlin)|Berlin-Wilmersdorf]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ernst_August_von_Hannover_(1983)&diff=192655945Ernst August von Hannover (1983)2019-09-27T19:59:02Z<p>Wikipexiah: Ishvara</p>
<hr />
<div>[[Datei:2014-05-16 Landesausstellung Ernst August Prinz von Hannover cropped.jpg|mini|Ernst August von Hannover (2014)]]<br />
'''Ernst August (VI.) Erbprinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg Königlicher Prinz von Großbritannien und Irland''' (* [[19. Juli]] [[1983]] in [[Hildesheim]]) aus dem Geschlecht der [[Welfen]] ist ein deutscher [[Investmentbank]]er. Er verwaltet den land- und forstwirtschaftlichen sowie baulichen Besitz des [[Haus Hannover|Hauses Hannover]] in Deutschland und [[Österreich]], den ihm sein Vater [[Ernst August von Hannover (1954)|Ernst August (V.) von Hannover]] im Jahr 2004 übertragen hatte.<br />
<br />
== Familie ==<br />
=== Eltern und Geschwister ===<br />
Ernst August von Hannover ist das älteste Kind von Ernst August von Hannover (* 1954) und dessen erster Ehefrau Chantal Hochuli (* 1955). Sein Vater ist das derzeitige Oberhaupt des ehemals [[könig]]lichen [[Haus Hannover|Hauses Hannover]] und des ehemals herzoglichen [[Herzogtum Braunschweig|Hauses von Braunschweig]]. Mit Christian Heinrich von Hannover (* 1985) hat Ernst August einen Bruder und mit Alexandra Charlotte Ulrike Maryam Virginia Prinzessin von Hannover (*&nbsp;20. Juli 1999) eine Halbschwester, die aus der Ehe seines Vaters mit Prinzessin [[Caroline von Hannover|Caroline von Monaco]] aus dem Hause [[Grimaldi]] hervorging .<br />
<br />
=== Ehe und Kinder ===<br />
[[Datei:Ernst August von Hannover 1983 Hochzeit Ekaterina Malysheva a.jpg|mini|Nach der kirchlichen Trauung mit Ekaterina Malysheva in Hannover (2017)]]<br />
2017 heiratete Heinrich Ernst August von Hannover die russische Modedesignerin Ekaterina Malysheva (*&nbsp;1.&nbsp;Juli 1986). Die [[Zivilehe|standesamtliche Trauung]] nahm der hannoversche Oberbürgermeister [[Stefan Schostok]] am 6.&nbsp;Juli 2017 im [[Neues Rathaus (Hannover)|Neuen Rathaus]] in [[Hannover]] vor.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Royales-Ja-Wort-im-Neuen-Rathaus-in-Hannover,welfenhochzeit158.html ''Royales Jawort im Neuen Rathaus in Hannover.''] In: ''ndr.de''. 6. Juli 2017.</ref> Die [[kirchliche Trauung]] fand am 8. Juli 2017 in der hannoverschen [[Marktkirche (Hannover)|Marktkirche]] statt.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Ja-Ernst-August-und-Ekaterina-haben-geheiratet,welfenhochzeit176.html ''Ja! Ernst August und Ekaterina haben geheiratet.''] In: ''ndr.de''. 9. Juli 2017.</ref> Das Paar hat eine im Jahr 2018 geborene Tochter ''Elisabeth''<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Nachwuchs-bei-Welfen-Ekaterina-ist-schwanger,welfennachwuchs100.html ''Nachwuchs bei den Welfen: Ekaterina ist schwanger.''] In: ''ndr.de''. 18. Oktober 2018.</ref> und einen 2019 geborenen Sohn ''Welf August''.<ref><br />
[http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Hannover-Ein-Sohn-fuer-Ernst-August-und-Ekaterina-von-Hannover ''Ernst August und Ekaterina von Hannover haben einen Sohn''] in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 15. März 2019</ref><ref>[http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Hannover-Sohn-von-Ernst-August-heisst-Welf-August-von-Hannover Welfenspross heißt Welf August von Hannover], Hannoversche Allgemeine 21.04.2019</ref><br />
<br />
== Name und Titel ==<br />
Sein offizieller Name im deutschen [[Reisepass]] lautet: ''Ernst August Andreas Philipp Constantin Maximilian Rolf Stephan Ludwig Rudolph Prinz von Hannover [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg|Herzog zu Braunschweig und Lüneburg]] Königlicher Prinz von Großbritannien und Irland''.<ref>[[Simon Benne]]: [http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Exklusiv-Hannovers-Prinz-Ernst-August-im-HAZ-Interview ''In der Prinzenrolle''] in [[Hannoversche Allgemeine Zeitung]] vom 18. März 2014</ref> Der britische Nachname der Familie (welche auch die britische Staatsangehörigkeit besitzt) lautet ''Guelph'' (englisch für ''Welf'', verbunden mit der Anrede ''Royal Highness''), der primogene Titel [[Duke of Cumberland]] wurde der Familie aber 1919 infolge des Ersten Weltkriegs aberkannt und seine Wiederverleihung seither von den Welfenchefs nicht wieder beantragt, was rechtlich möglich wäre.<br />
<br />
Seit dem 9. Dezember 1987 wird er zur Unterscheidung von seinem Vater häufig mit dem inoffiziellen Titel [[Erbprinz]] von Hannover bezeichnet, nachdem sein Vater dem Großvater [[Ernst August von Hannover (1914–1987)]] als Chef des Welfenhauses nachfolgte.<br />
<br />
== Leben ==<br />
Ernst August von Hannover wuchs zweisprachig im Londoner Stadtbezirk [[London Borough of Hammersmith and Fulham|Fulham]] auf und besuchte die [[Deutsche Schule London]]. Seine [[Muttersprache]] ist englisch. Zeitweilig lebte er im [[Malvern College]], einem [[Internat]] in [[Worcestershire]], ebenso wie sein jüngerer Bruder ''Christian''. Seine Ferien verbrachte Ernst August regelmäßig auf dem familieneigenen [[Schloss Marienburg (Pattensen)|Schloss Marienburg]] bei [[Nordstemmen]] in Niedersachsen.<br />
<br />
Ernst August studierte [[Geschichte]] und [[Volkswirtschaft]] in [[New York City]] sowie [[Florenz]] und war danach als Investmentbanker tätig, unter anderem für einen [[Offener Investmentfonds|Fonds]] bei der ''[[Islamic Investment Bank]]'' in [[Bahrein]]. In einer Londoner Investmentbank spezialisierte sich Ernst August auf die [[Finanzierung]] kleinerer Bergbau- und Technologieunternehmen in [[Schwellenland|Schwellenländern]].<ref>[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/ernst-august-von-hannover-der-grosse-prinz-11985788.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0 ''Der große Prinz.''] In: ''Frankfurter Allgemeine Zeitung''. 8. Dezember 2012.</ref><br />
<br />
Im Jahr 2004 übertrug ihm sein Vater das Schloss Marienburg und das [[Fürstenhaus Herrenhausen-Museum|Fürstenhaus]] in [[Hannover-Herrenhausen|Herrenhausen]], dazu [[Länderei]]en und [[Forst]]en in [[Niedersachsen]], [[Sachsen-Anhalt]] und Österreich. Seitdem kümmert er sich mithilfe einer [[Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Deutschland)|Gesellschaft bürgerlichen Rechts]] „fast ausschließlich um das Erbe“. Seit 2012 nimmt er auch zunehmend die Repräsentation des Welfenhauses wahr. Während Ernst August sich anfangs regelmäßig nur für kurze Zeit in Hannover aufhielt, verlegte er im Laufe der Zeit allmählich seinen Lebensmittelpunkt dorthin.<br />
<br />
2005 verkaufte Ernst August in der sogenannten „[[Schloss Marienburg (Pattensen)#Die Auktionen zum Verkauf von Inventar und ihre Folgen|Welfenauktion]]“ von [[Sotheby’s]] einen Großteil des Mobiliars der Marienburg sowie der im Depot gelagerten Sammlungen, die ursprünglich aus [[Schloss Blankenburg (Harz)|Schloss Blankenburg]] und [[Schloss Cumberland]] stammten. Geplant war, die Mittel in eine Stiftung zur Instandhaltung der Marienburg einzubringen. Der Erlös von 44 Millionen Euro sei aber, nach seiner Aussage in einem Interview von 2019, teils für Kosten und Provisionen, großenteils aber zur Tilgung von Schulden seines Vaters verwendet worden, deren Höhe ihm zum Zeitpunkt der Auktion nicht bekannt gewesen sei; der verbleibende Erlös sei ins Schloss investiert worden, etwa in den Ausbau des Hauptturms und des Restaurants.<ref>[https://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Ernst-August-von-Hannover-Das-Geld-ist-weg Ernst August von Hannover: "Das Geld ist weg"], [[Hannoversche Allgemeine Zeitung]] (HAZ), 1. Februar 2019</ref> 2011 verkaufte Ernst August die Hofgebäude der nahe der Marienburg gelegenen [[Domäne Calenberg]] in [[Schulenburg (Pattensen)|Schulenburg]], weil die historischen Wirtschaftsgebäude des [[Gutshof]]es und Familiensitzes nicht mehr für die moderne land- oder [[forstwirtschaft]]liche Nutzung geeignet waren, behielt aber die Nutzflächen.<ref>[http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Erbprinz-verkauft-Elternhaus-in-Schulenburg ''Erbprinz verkauft Elternhaus in Schulenburg.''] In: ''[[Neue Presse]]''. 6. Januar 2011.</ref> Die Erträge daraus hätten allerdings von Anfang an nicht annähernd ausgereicht, um das Schloss Marienburg auf Dauer zu unterhalten oder zu sanieren. Liquides Vermögen sei ihm nicht übertragen worden.<ref>HAZ, 1. Februar 2019</ref> <br />
<br />
Die österreichischen Besitzungen des Welfenhauses, das nach dem Ende des [[Königreich Hannover|Königreichs Hannover]] durch die [[Preußische Annexionen 1866|Preußischen Annexionen 1866]] seinen Sitz in [[Gmunden]] genommen hatte, darunter der [[Cumberland Wildpark]], werden von einer in [[Liechtenstein]] ansässigen Familienstiftung gehalten, der ''Herzog von Cumberland Stiftung''. 2013 löste Ernst August seinen Vater als Präsident des Stiftungsrates ab.<ref>[http://plus.faz.net/finanzen/2017-12-22/im-haus-der-welfen-eskaliert-der-familienstreit/95163.html Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Dez. 2017]</ref> <br />
<br />
2014 trat Ernst August von Hannover erstmals öffentlich in Hannover mit einem Vortrag auf, der das 300. Jubiläum der [[Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover]] zum Inhalt hatte. Dabei warb er für die [[Niedersächsische Landesausstellung]] „[[Als die Royals aus Hannover kamen]]“ im Jahr 2014 und für die ebenfalls 2014 durchgeführte Ausstellung „[[Der Weg zur Krone]] – Das [[Königreich Hannover]] und seine Herrscher“ auf Schloss Marienburg.<br />
<br />
=== Schloss Marienburg ===<br />
2014 kündigte Ernst August von Hannover an, Schloss Marienburg zum [[Wahrzeichen]] für die Region und als Ausflugsziel der Klasse [[Schloss Neuschwanstein|Neuschwanstein]] zu machen.<ref>Simon Benne: [http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ernst-August-Erbprinz-im-Pavillon-bei-Freundeskreis-Hannover ''Ein Gruß nach Neuschwanstein.''] In: ''HAZ''. 25. März 2014.</ref> Es gelang ihm, die jährlichen Besucherzahlen von 30.000 im Jahr 2005 innerhalb von zehn Jahren auf 200.000 zu steigern.<ref>Hilde Weeg: [https://www.deutschlandfunkkultur.de/marienburg-in-niedersachsen-ein-maerchenschloss-als.1001.de.html?dram:article_id=442295 ''Ein Märchenschloss als Zankapfel.''] In: ''[[Deutschlandfunk]]''. 28. Februar 2019.</ref> Eigenen Angaben nach handelt es sich um das meistbesuchte Schloss in [[Norddeutschland]].<br />
[[Datei:Panoramaaufnahme Schloss Marienburg cropped.jpg|mini|[[Schloss Marienburg (Pattensen)|Schloss Marienburg]]]]<br />
Stärkere mediale Aufmerksamkeit erfuhr Ernst August von Hannover im November 2018 mit dem Bekanntwerden seiner Verkaufsabsichten von Schloss Marienburg. Diese begründete er mit dem defizitären Betrieb und Erhalt, was seine finanziellen Mittel übersteige.<ref>Hubert Gude: [http://www.spiegel.de/panorama/leute/ernst-august-prinz-von-hannvoer-kritisiert-verkauf-von-schloss-marienburg-a-1249984.html ''„Keinerlei Verständnis“ – Ernst August Prinz von Hannover kritisiert seinen Sohn.''] In: ''[[Spiegel Online]]''. 25. Januar 2019.</ref> Die [[Öffentliche Hand]] beabsichtigte, die stark sanierungsbedürftige Schlossanlage für den symbolischen Betrag von einem [[Euro]] erwerben und sie für rund 27 Millionen Euro zu sanieren; dabei war die Übernahme durch ein Tochterunternehmen der [[Klosterkammer Hannover]] geplant.<ref>[https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/article215904923/Ein-Schloss-fuer-einen-Euro-Ernst-August-verkauft-Marienburg.html ''Welfenprinz verkauft Marienburg für einen Euro.''] In: ''[[Braunschweiger Zeitung]]''. 29. November 2018.</ref> Laut dem [[Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur|Niedersächsischen Kulturminister]] [[Björn Thümler]] sei die Anlage wegen ihrer Bedeutung als [[Kulturdenkmal]] und [[Erinnerungsort]] für die niedersächsische Landesidentität zu erhalten und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Ernst-August-gibt-Marienburg-fuer-einen-Euro-ab,marienburg372.html ''Ernst August gibt Marienburg für einen Euro ab.''] In: ''ndr.de''. 29. November 2018.</ref> Die zu Jahresbeginn 2019 vorgesehene Übergabe verzögerte sich aufgrund des Vetos durch den Vater [[Ernst August von Hannover (1954)|Ernst August Prinz von Hannover senior]]<ref>Hilde Weeg: [https://www.deutschlandfunk.de/niedersachsen-familienfehde-um-welfenschloss.1769.de.html?dram:article_id=441570 ''Familienfehde um Welfenschloss.''] In: ''Deutschlandfunk''. 25. Februar 2019.</ref>, der seine [[Schenkung]] von 2004 widerrief und das Schloss wegen [[Schenkung#Grober Undank|groben Undanks]] von seinem Sohn zurückforderte.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Marienburg-Ernst-August-junior-haelt-an-Verkauf-fest,marienburg396.html ''Marienburg: Ernst August junior hält an Verkauf fest.''] In: ''ndr.de''. 11. Dezember 2018.</ref> Die [[Niedersächsische Landesregierung]] stoppte daraufhin die Übernahme der Anlage.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Marienburg-Ernst-August-senior-legt-Einspruch-ein,marienburg412.html ''Marienburg: Ernst August senior legt Einspruch ein.''] In: ''ndr.de''. 5. Februar 2019.</ref> Im März 2019 verzichtete Ernst August von Hannover auf den Verkauf des Schlosses bis zu einer abschließenden Lösung<ref>Christoph Hamann: [https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Zukunft-der-Marienburg-Einigung-am-Montag,marienburg438.html ''Zukunft der Marienburg: Einigung am Montag?''] In: ''ndr.de''. 3. März 2019.</ref> und hält am Ziel fest, es bald in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen.<ref>[http://www.spiegel.de/panorama/leute/schloss-marienburg-ernst-august-junior-stoppt-verkauf-an-land-niedersachsen-a-1256149.html ''Ernst August junior will Schloss vorerst doch nicht verkaufen.''] In: ''Spiegel Online''. 4. März 2019<br />
</ref><br />
<br />
== Siehe auch ==<br />
* [[Stammliste der Welfen]]<br />
<br />
== Literatur ==<br />
* Robert von Lucius: ''Der große Prinz. Erbprinz Ernst August von Hannover will die Traditionen der Welfen pflegen - aber nicht nur''. In: ''[[Frankfurter Allgemeine. Zeitung für Deutschland]]'', Ausgabe D, Frankfurt am Main: Verlag Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2012<ref name="GWLB">Vergleiche die Literaturangaben in [[ohne Verfasser|o.&nbsp;V.]]: ''Hannover, Ernst August von'', in der Datenbank [http://www.gwlb.de/nis/niedersaechsische_personen/ ''Niedersächsische Personen''] (Neueingabe erforderlich) der [[Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek]] in der Version vom 18. Oktober 2011, zuletzt abgerufen am 15. März 2019</ref><br />
* Heinz-Siegfried Strelow: ''Schützenausmarsch Hannover. Endlich wieder ein Welfe an der Spitze!'' In: ''[[Althannoverscher Volkskalender]]'', Sulingen: Plenge, 2013<ref name="GWLB"/><br />
* Reinhard Bingener: ''Wer zahlt die Welfenspeise? Adel und Politik in Niedersachsen auf Tuchfühlung'', In: ''Frankfurter Allgemeine. Zeitung für Deutschland'', Ausgabe D, 2014<ref name="GWLB"/><br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commonscat|Ernst August von Hannover, 1983}}<br />
* [http://www.welfen.de/ErnstAugust-Fam.htm Webpräsenz der Welfen] zu Ernst August Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg<br />
* [http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Wer-ist-eigentlich-Prinz-Ernst-August ''Wer ist eigentlich Prinz Ernst August?''] in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 2. Juli 2017<br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references /><br />
<br />
{{Normdaten|TYP=p|GND=1034742922|VIAF=302704496}}<br />
<br />
{{SORTIERUNG:Hannover, Ernst August Von}}<br />
[[Kategorie:Welfen (Linie Hannover)|Ernst August Von Hannover #1983]]<br />
[[Kategorie:Person (London)]]<br />
[[Kategorie:Person (Hannover)]]<br />
[[Kategorie:Deutscher]]<br />
[[Kategorie:Geboren 1983]]<br />
[[Kategorie:Mann]]<br />
<br />
{{Personendaten<br />
|NAME=Hannover, Ernst August von<br />
|ALTERNATIVNAMEN=Hannover, Ernst August Prinz von<br />
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Adelsnachkomme, Erbprinz des Hauses der Welfen, Landwirt und Investmentbanker<br />
|GEBURTSDATUM=19. Juli 1983<br />
|GEBURTSORT=[[Hildesheim]]<br />
|STERBEDATUM=<br />
|STERBEORT=<br />
}}</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Boltzmann-Konstante&diff=191456869Boltzmann-Konstante2019-08-18T10:31:53Z<p>Wikipexiah: s</p>
<hr />
<div>{{Begriffsklärungshinweis|Zu der Konstante im Strahlungsgesetz schwarzer Körper siehe [[Stefan-Boltzmann-Konstante]].}}<br />
{{Infobox Physikalische Konstante<br />
| Name = Boltzmann-Konstante<br />
| Formelzeichen = <math>k</math> oder <math>k_\mathrm{B}</math><br />
| Art = <br />
| WertSI = <math> 1{,}380\,649 \cdot 10^{-23} \; \mathrm{J/K} </math><br />
| Genauigkeit = (exakt)<br />
| WertCgs = <!--Müsste jemand mal umrechnen: <math> 8{,}617\,330\,3\,(50) \cdot 10^{-5} \; \mathrm{eV/K}</math>--><br />
| WertPlanck = <br />
| Formel = <br />
| Anmerkung = Quelle SI-Wert: [[CODATA]] 2018 ([http://physics.nist.gov/cgi-bin/cuu/Value?k Direktlink])<br />
}}<br />
<br />
Die '''Boltzmann-Konstante''' (Formelzeichen <math>k</math> oder <math>k_\mathrm{B}</math>) ist eine [[Naturkonstante]], die in der [[Statistische Mechanik|statistischen Mechanik]] eine zentrale Rolle spielt. Sie wurde von [[Max Planck]] eingeführt und nach dem österreichischen Physiker [[Ludwig Boltzmann]] benannt,<ref name="Jammer1966">„''… where k is Boltzmann’s constant, introduced at that time by Planck, …''“, wobei sich ''that time'' auf die Formulierung des Rayleigh-Jeans-Gesetzes (dem Grenzfall seiner Strahlungsformel für kleine Frequenzen) im Jahr 1900 bezieht. M. Jammer, ''The Conceptual Development of Quantum Mechanics'', New York, 1966, S. 17. Dieses Gesetz ermöglichte auch die erste experimentelle Bestimmung der Boltzmann-Konstante.</ref> einem der Begründer der statistischen Mechanik.<br />
<br />
== Wert ==<br />
Die Boltzmann-Konstante hat die Dimension [[Energie]]/[[Temperatur]].<br />
<br />
Ihr Wert beträgt seit 20. Mai 2019 per Festlegung:<ref>{{internetquelle |url=http://physics.nist.gov/cgi-bin/cuu/Value?k |hrsg=National Institute of Standards and Technology NIST |titel=CODATA Recommended Values |zugriff=2019-05-21 }}</ref><br />
:<math>k_\mathrm B= 1{,}380\,649 \cdot 10^{-23} \; \mathrm{J/K}</math><br />
<br />
Aus der Boltzmann-Konstante berechnet sich die [[universelle Gaskonstante]]:<br />
<br />
:<math>R_\mathrm{m} = N_\mathrm{A} \cdot k_\mathrm{B}</math>,<br />
<br />
wobei <math>N_\mathrm{A}</math> mit der [[Maßeinheit]] 1/mol die [[Avogadro-Konstante]] ist.<br />
<br />
== Definition und Zusammenhang mit der Entropie ==<br />
[[Datei:Boltzmann Ludwig Dibner coll SIL14-B5-06a.jpg|miniatur|hochkant|Ludwig Boltzmann]]<br />
Die Ideen von Ludwig Boltzmann präzisierend,<ref>Die oben genannte Formel für die Entropie findet sich zwar in der Form „S = k. log W“ auf Boltzmanns Grabstein, steht aber nirgendwo explizit in seinen Werken. Er hat aber den Zusammenhang zwischen Entropie und der Zahl der Zustände klar erkannt, z.&nbsp;B. in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie 1877 oder den Vorlesungen über Gastheorie, Bd. 1, 1895, S.&nbsp;40, siehe Ingo Müller ''A history of thermodynamics'', Springer, S. 102.</ref> lautet die von Max Planck gefundene<ref name="Planck1900">M. Planck: „''Zur Theorie des Gesetzes der Energieverteilung im Normalspektrum''“, Verhandlungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft 2 (1900) Nr. 17, S. 245, Berlin (vorgetragen am 14. Dezember 1900) {{Webarchiv | url=http://www.christoph.mettenheim.de/planck-energieverteilung.pdf | webciteID=66kEnjanA | text=Onlinedokument (deutsch, pdf)}} archiviert vom {{Webarchiv|text=Original |url=http://www.christoph.mettenheim.de/planck-energieverteilung.pdf |wayback=20150807054128 |archiv-bot=2018-04-02 02:19:10 InternetArchiveBot }} (PDF; 418&nbsp;kB) am 7.&nbsp;April 2012.</ref> fundamentale Beziehung:<br />
<br />
:<math> S = k_\mathrm{B} \, \ln \mathit\Omega \,. </math><br />
<br />
Das heißt, die [[Entropie (Thermodynamik)|Entropie]] <math>S</math> eines [[Makrozustand|Makrozustands]] eines [[Abgeschlossenes System (Thermodynamik)|abgeschlossenen Systems]] im [[Thermisches Gleichgewicht|thermischen Gleichgewicht]] ist [[proportional]] zum [[Logarithmus#Natürlicher Logarithmus|natürlichen Logarithmus]] der Anzahl <math>\Omega</math> ([[Ergebnisraum]]) der entsprechend möglichen [[Mikrozustand|Mikrozustände]] (bzw. anders ausgedrückt zum Maß der „Unordnung“ des Makrozustands). Das statistische Gewicht <math>\Omega</math> ist ein Maß für die [[Wahrscheinlichkeit]] eines bestimmten Mikrozustandes.<br />
<br />
Diese Gleichung verknüpft – über die Boltzmann-Konstante als Proportionalitätsfaktor – die Mikrozustände des abgeschlossenen Systems mit der [[makroskopisch]]en Größe der Entropie und bildet die zentrale Grundlage der [[Statistische Physik|statistischen Physik]]. Sie ist in leicht abgewandelter [[Nomenklatur]] auf dem Grabstein von Ludwig Boltzmann am [[Wiener Zentralfriedhof]] eingraviert.<br />
<br />
Die Entropieänderung ist in der klassischen [[Thermodynamik]] definiert als<br />
<br />
:<math>\Delta S = \int \frac{\mathrm{d}Q}{T}</math><br />
<br />
mit der [[Wärmemenge]] <math>Q</math>.<br />
<br />
Eine Entropiezunahme <math>\Delta S > 0</math> entspricht einem Übergang in einen neuen Makrozustand mit einer größeren Zahl möglicher Mikrozustände. Dies ist in einem abgeschlossenen (isolierten) System stets der Fall ([[Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik]]).<br />
<br />
In Bezug zur mikroskopischen [[Zustandssumme]] kann die Entropie auch als [[dimensionslose Größe]] festgelegt werden:<br />
<br />
:<math>\begin{align}<br />
S^{\,'} & = \frac {S}{k_\mathrm{B}} = \ln \mathit\Omega\\<br />
\Rightarrow \Delta S^{\,'} & = \int \frac{\mathrm{d}Q}{k_\mathrm{B}T}.<br />
\end{align}</math><br />
<br />
In dieser „natürlichen“ Form korrespondiert die Entropie mit der Definition der [[Entropie (Informationstheorie)|Entropie in der Informationstheorie]] und bildet dort ein zentrales Maß. Der Term <math>k_\mathrm BT</math> stellt dabei jene Energie dar, um die Entropie <math>S^{\,'}</math> um ein [[Nit (Informationseinheit)|Nit]] anzuheben.<br />
<br />
== Ideales Gasgesetz ==<br />
Die Boltzmann-Konstante erlaubt die Berechnung der mittleren [[thermische Energie|thermischen Energie]] eines einatomigen [[freies Teilchen|freien Teilchens]] aus der [[Temperatur]] gemäß<br />
<br />
:<math>E_\mathrm{therm} = \frac{3}{2}k_\mathrm{B} \, T,</math><br />
<br />
und tritt beispielsweise im [[Gasgesetz]] für [[ideales Gas|ideale Gase]] als eine der möglichen Proportionalitätskonstanten auf:<br />
<br />
:<math>p V = N \, k_\mathrm{B} \, T</math>.<br />
<br />
Bedeutung der Formelzeichen:<br />
* <math>p</math> – [[Druck (Physik)|Druck]]<br />
* <math>V</math> – [[Volumen]]<br />
* <math>N</math> – [[Teilchenzahl]]<br />
* <math>T</math> – Absolute Temperatur<br />
<br />
Bezogen auf [[Normalbedingungen]] (Temperatur <math>T_0</math> und Druck <math>p_0</math>) und mit der [[Loschmidt-Konstante]]n <math>N_\mathrm{L} = \tfrac{N}{V_0}</math> kann die Gasgleichung umformuliert werden zu:<br />
<br />
:<math>\begin{align}<br />
\Leftrightarrow \frac{N}{V} & = \frac{1}{k_\mathrm{B}} \frac{p}{T}\\<br />
& = \left( N_\mathrm{L} \frac{T_{0}}{p_{0}} \right) \frac{p}{T}\\<br />
& = N_\mathrm{L} \frac{p}{p_{0}} \frac{T_0}{T}.<br />
\end{align}</math><br />
<br />
== Zusammenhang mit der kinetischen Energie ==<br />
Allgemein ergibt sich für die mittlere [[kinetische Energie]] eines [[Klassische Physik|klassischen]] [[punktteilchen|punktförmigen Teilchens]] im [[thermisches Gleichgewicht|thermischen Gleichgewicht]] mit <math>f</math>&nbsp;[[Freiheitsgrad]]en, die quadratisch in die [[Hamiltonfunktion]] eingehen ([[Äquipartitionstheorem]]):<br />
<br />
:<math> \langle E_\mathrm{kin} \rangle = \frac{f}{2} k_\mathrm{B} \, T.</math><br />
<br />
So hat beispielsweise ein punktförmiges Teilchen drei [[Translation (Physik)|Translations]]<nowiki/>freiheitsgrade:<br />
<br />
:<math> \langle E_\mathrm{kin} \rangle = \frac{3}{2} k_\mathrm{B} \, T.</math><br />
<br />
Ein zweiatomiges [[Molekül]] hat<br />
* ohne Symmetrie drei zusätzliche Rotationsfreiheitsgrade, also insgesamt sechs<br />
* mit einer [[Symmetrieachse]] zwei zusätzliche [[Rotation (Physik)|Rotations]]<nowiki/>freiheitsgrade, also insgesamt fünf (durch Rotation entlang der Symmetrieachse kann ''keine'' Energie gespeichert werden, da das [[Trägheitsmoment]] hier vergleichsweise klein ist).<br />
<br />
Dazu kommen bei ausreichend hohen Temperaturen noch [[Schwingung]]en der Atome gegeneinander entlang der [[Chemische Bindung|Bindungen]]. Bei einzelnen Stoffen trägt auch die Chemie zur Wärmekapazität bei: So hat [[Wasser]] eine extrem hohe [[Wärmekapazität]], weil bei steigender Temperatur Wasserstoffbrückenbindungen unter Energieaufwand aufgebrochen bzw. bei sinkender Temperatur unter Energiefreisetzung neu gebildet werden.<ref>https://courses.lumenlearning.com/boundless-biology/chapter/water/ Lumen Learning, Boundless Biology, Water</ref><br />
<br />
== Rolle in der statistischen Physik ==<br />
Allgemeiner tritt die Boltzmann-Konstante in der thermischen [[Wahrscheinlichkeitsdichte]] beliebiger Systeme der Statistischen Mechanik im thermischen Gleichgewicht auf, diese lautet:<br />
<br />
:<math> \text{Wahrscheinlichkeitsdichte}_\mathrm{\,therm} = \frac{e^{-\frac{E}{k_\mathrm{B} T}}}{Z}</math><br />
<br />
mit<br />
* dem [[Boltzmann-Faktor]] <math>e^{-\frac{E}{k_\mathrm{B} T}}</math><br />
* der [[Zustandssumme]] <math>Z</math> als Normierungskonstante.<br />
<br />
== Beispiel aus der [[Festkörperphysik]] ==<br />
In [[Halbleiter]]n besteht eine Abhängigkeit der [[Elektrische Spannung|Spannung]] über einen [[p-n-Übergang]] von der Temperatur, der mit Hilfe der [[Diode #Temperaturabhängigkeit|Temperaturspannung]] <math>\phi_T</math> oder <math>U_T</math> beschrieben werden kann:<br />
<br />
:<math> \phi_T = U_T = \frac{k_\mathrm{B} \cdot T}{e}</math><br />
<br />
Dabei ist<br />
* <math>T</math> die absolute Temperatur in [[Kelvin]]<br />
* <math>e</math> die [[Elementarladung]].<br />
Bei [[Raumtemperatur]] (''T''&nbsp;=&nbsp;293&nbsp;K) beträgt der Wert der Temperaturspannung ungefähr 25&nbsp;mV.<br />
<br />
== Siehe auch ==<br />
* [[Kinetische Gastheorie]]<br />
<br />
== Quellen ==<br />
<references /><br />
<br />
[[Kategorie:Physikalische Konstante]]<br />
[[Kategorie:Thermodynamik]]<br />
[[Kategorie:Statistische Physik]]</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Margrethe_II.&diff=191331440Margrethe II.2019-08-14T11:08:49Z<p>Wikipexiah: Gontur</p>
<hr />
<div>[[Datei:Drottning Margrethe av Danmark crop.jpg|mini|Königin Margrethe II. (2012)]]<br />
[[Datei:Margrethe II - signature.jpg|rahmenlos|rechts|Unterschrift Margrethe R(egina)]]<br />
<br />
'''Margrethe II. von Dänemark''' – Aussprache: {{IPA|[mɑˈg̊ʁeːɪ̯d̥ə]}}, ''Margrethe Alexandrine Þórhildur Ingrid'' – (* [[16. April]] [[1940]] auf [[Schloss Amalienborg]], [[Kopenhagen]]) ist seit dem 14.&nbsp;Januar 1972<ref>[http://kongehuset.dk/foto-video/dronning-i-45-aar Kongehuset: Dronning i 45 år], Bildauswahl von Königin Margrethe zum 45jährigen Thronjubiläum 2017, Texte dänisch, abgerufen am 18. Januar 2017</ref> regierende Königin und damit Staatsoberhaupt [[Dänemark]]s ({{daS|''Danmarks Dronning''}}), der [[Färöer]] und [[Grönland]]s.<ref name="hmd">[http://kongehuset.dk/Den-kongelige-familie/Regentparret/HM-Dronningen ''Hendes Majestæt Dronning Margrethe II''], offizielle Website der dänischen Königin auf [http://www.kongehuset.dk/ kongehuset.dk] (dänisch), abgerufen am 16. Juni 2014.</ref> Sie stammt aus dem Haus [[Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg]], einer Nebenlinie des [[Haus Oldenburg|Hauses Oldenburg]]. Eine Änderung der [[Thronfolge (Dänemark)|Thronfolge]] machte Margrethe am 27.&nbsp;März 1953 zur [[Kronprinz]]essin.<ref>Bo Bramsen: ''Huset Glücksborg. Europas svigerfader og hans efterslægt.'' Kopenhagen 2002. Band 2, S. 404–407 (dänisch).</ref><br />
<br />
== Leben ==<br />
{{Dänische Königsfamilie}}<br />
<br />
=== Kindheit und Ausbildung ===<br />
''Prinzessin Margrethe'' wurde am 16. April 1940 auf [[Schloss Amalienborg]] in [[Kopenhagen]] geboren und deshalb wegen der [[Diakonie]] [[Griechenland|Griechin]] . Sie war die älteste Tochter des dänischen Kronprinzen [[Friedrich IX. (Dänemark)|Frederik]] und dessen Gemahlin [[Ingrid von Schweden]]. Regierender Monarch war ihr Großvater väterlicherseits [[Christian X.]]<br />
<br />
Zum Zeitpunkt ihrer Geburt stand Dänemark unter deutscher Besatzung (siehe: [[Dänemark unter deutscher Besatzung]]). Margrethe ist die letzte dänische Prinzessin, die mit dem Namen ''Þórhildur'' auch einen isländischen Vornamen erhielt: [[Königreich Island|Island]] war bis zur Unabhängigkeitserklärung 1944 ein Teil des Königreichs. Nachdem ihr Vater 1947 zum König proklamiert worden war, war zunächst ihr Onkel [[Knut von Dänemark]] Thronfolger, ehe 1953 eine Änderung der Verfassung auch die weibliche Thronfolge ermöglichte.<ref>[https://www.retsinformation.dk/Forms/R0710.aspx?id=127085 Text des Tronfolgegesetzes (Bekendtgørelse af tronfølgeloven) auf dänisch], abgerufen am 15. Januar 2016</ref><br />
<br />
Nach dem Abitur an dem [[Privatschule|privaten]] Gymnasium ''N. Zahles Skole'' im Jahr 1959 studierte sie 1960/61 [[Ur- und Frühgeschichte|Prähistorische Archäologie]] an der [[University of Cambridge]] und 1961/62 [[Politikwissenschaft]]en an der [[Universität Aarhus]]. 1963 wechselte sie an die [[Paris]]er [[Sorbonne]] und 1965 an die [[London School of Economics and Political Science]]. Neben ihrer [[Dänische Sprache|dänischen Muttersprache]] spricht Margrethe fließend [[Englische Sprache|Englisch]], [[Deutsche Sprache|Deutsch]], [[Französische Sprache|Französisch]] und [[Schwedische Sprache|Schwedisch]] sowie etwas [[Färöische Sprache|Färöisch]].<br />
<br />
=== Ehe und Familie ===<br />
In der Kopenhagener [[Holmens Kirke]] heiratete Margrethe am 10. Juni 1967 den [[Frankreich|französischen]] [[Diplomat]]en Graf [[Henri de Laborde de Monpezat]] (''Prinz Henrik von Dänemark'').<ref>[http://kongehuset.dk/foto-video/bryllupsbilleder-fra-det-private-arkiv Website kongehuset.dk: Bryllupsbilleder fra det private arkiv (dt. Hochzeitsbilder aus dem privaten Archiv), 10. Juni 1967], dänisch, abgerufen am 13. Juni 2017</ref> Am 10. Juni 2017 feierte das Ehepaar Goldene Hochzeit auf der Staatsyacht ''Dannebrog''.<ref>[http://kongehuset.dk/foto-video/oejebliksbilleder-fra-guldbryllupsdagen Website kongehuset.dk: Øjebliksbilleder fra guldbryllupsdagen], dänisch, abgerufen am 13. Juni 2017</ref> Prinz Henrik verstarb im Februar 2018.<br />
<br />
Aus der Verbindung gingen zwei Söhne hervor:<br />
* [[Frederik von Dänemark|Kronprinz Frederik]] ⚭ [[Mary zu Dänemark|Mary Donaldson]]<br />
* [[Joachim zu Dänemark|Prinz Joachim]]<br />
# ⚭ [[Alexandra von Frederiksborg|Alexandra Christina Manley]]<br />
# ⚭ [[Marie zu Dänemark|Marie Agathe Odile Cavallier]]<br />
<br />
Margrethe II. ist die Schwester von [[Benedikte von Dänemark|Benedikte Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg]] und von [[Anne-Marie von Dänemark|Anne-Marie von Griechenland]].<br />
<br />
=== Offizielle Aufgaben ===<br />
[[Datei:Royal Wedding Stockholm 2010-Konserthuset-421.jpg|mini|Margrethe II. mit ihrem Ehemann Prinz Henrik (2010)]]<br />
[[Datei:Margrethe II of Denmark 1966.jpg|mini|Prinzessin Margrethe (1966)]]<br />
Margrethe II. ist dänisches Staatsoberhaupt. Jedes Gesetz bedarf ihrer Unterschrift, um Gültigkeit zu erlangen; dieses muss jeweils von einem Minister gegengezeichnet werden. Die Königin ernennt und entlässt nach Maßgabe der parlamentarischen Mehrheiten den Regierungschef. Sie wird vom Ministerpräsidenten und vom Außenminister regelmäßig über die aktuelle politische Lage informiert. Die Königin nimmt jedoch keinen Einfluss auf die Tagespolitik und bezieht niemals öffentlich Stellung zu politischen Fragen.<br />
<br />
Margrethe II. genießt im dänischen Volk hohes Ansehen. Ihre repräsentativen Pflichten nimmt sie mit großer Ernsthaftigkeit wahr. Sie absolviert jährlich bis zu drei Staatsbesuche im Ausland und empfängt meist ebenso viele Staatsoberhäupter in Dänemark. Hinzu kommen alljährliche Besuche in [[Grönland]] und auf den [[Färöer]]n.<br />
<br />
Die [[Neujahrsansprache der dänischen Königin|Neujahrsansprache der Königin]] wird am [[Silvester]]abend um 18 Uhr live aus [[Schloss Amalienborg]] übertragen. Der dänische Regierungschef spricht dagegen traditionell am [[Neujahr]]stag.<br />
<br />
Königin Margrethe ist [[Schirmherr]]in von über 100 Organisationen in Dänemark sowie von zehn Organisationen im Ausland. Außerdem engagiert sie sich als Vorsitzende verschiedener [[Stiftung]]en.<ref name="hmd" /><br />
<br />
Königin Margrethe ist eng mit der Königlichen Leibgarde (dän: [[Den Kongelige Livgarde]]) verbunden. Einmal im Jahr überreicht sie eine Armbanduhr ([[Dronningens Ur]] (dt. Uhr der Königin)) als Höhepunkt der Abschlussparade als persönliche Ehrung an einen ausscheidenden [[Wehrpflicht]]igen der Königlichen Leibgarde, der sich während seiner Dienstzeit besonders ausgezeichnet hat.<ref>[http://kongehuset.dk/foto-video/overraekkelse-af-dronningens-ur-1 website dän. Königshaus (kongehuset.dk): Overrækkelse af ’Dronningens Ur' (dt. Überreichung von ’Dronningens Ur'), 30. Juni 2017, dänisch], abgerufen am 19. Juli 2017</ref><br />
<br />
=== Interessen ===<br />
Margrethe hat auch als [[Grafik]]erin, [[Malerei|Malerin]] und [[Übersetzer]]in Bekanntheit erlangt. Sie hat verschiedene Briefmarken entworfen und zahlreiche Bücher illustriert, unter anderem 1977 –&nbsp;unter dem [[Pseudonym]] Ingahild Grathmer&nbsp;– die dänische Ausgabe von ''[[Der Herr der Ringe]]''. Sie hat Kirchengewänder, Theaterkostüme und Bühnenbilder gestaltet. Im Jahr 2009 entwarf sie erstmals Kostüme und Dekor für einen Film, ''Die wilden Schwäne'' nach [[Hans Christian Andersen]]s gleichnamigem Märchen.<ref>{{Internetquelle |url=http://de.news.yahoo.com/2/20090905/ten-daenische-koenigin-entwirft-kostueme-4ffd8ef_1.html |titel=Dänische Königin entwirft Kostüme für Märchenfilm |datum=2009-09-05 |zugriff=2009-09-24 |offline=ja |archiv-bot=2019-04-29 17:18:50 InternetArchiveBot }}</ref> Von ihrer Anerkennung als Malerin zeugen zahlreiche Ausstellungen ihrer Werke im In- und Ausland.<ref name="hmd" /> Am 2. Oktober 2016 überreichte Margrethe einen von ihr entworfenen [[Antependium|Altarbehang]] als Gastgeschenk zur Wiedereröffnung der restaurierten [[Schlosskirche Wittenberg]].<ref>[http://www.derwesten.de/panorama/restaurierte-schlosskirche-wittenberg-feiert-wiedereroeffnung-id12243816.html WAZ: Restaurierte Schlosskirche Wittenberg feiert Wiedereröffnung, 2. Oktober 2016], abgerufen am 4. Oktober 2016</ref><ref>[http://kongehuset.dk/en/news/visit-in-wittenberg offizielle Website der dänischen Königin (kongehuset.dk): Visit to Wittenberg], englisch, abgerufen am 4. Oktober 2016</ref><br />
<br />
Seit 1981 hat sich Margrethe II. immer wieder als Übersetzerin betätigt. Ins Dänische übertragen hat sie bereits Werke von [[Simone de Beauvoir]] (gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Henrik)<ref>[http://kongehuset.dk/den-kongelige-familie/regentparret/hkh-prinsgemalen H.R.H. Prinsgemalen auf der website des dän. Königshauses] (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016</ref>, [[Stig Strömholm]] und [[Eric Linklater]].<ref name="hmd" /><br />
<br />
=== Religion ===<br />
Königin Margrethe ist Mitglied der [[Dänische Volkskirche|dänischen Volkskirche]] und damit [[Evangelisch-lutherische Kirchen|evangelisch-lutherisch]]. Sie ist [[Religiosität|gläubig]] und hat sich eine umfassende [[Theologie|theologische]] Bildung angeeignet. In den 1970er Jahren rief der theologisch interessierte Graf Hans Schack auf [[Schloss Schackenborg]] einen theologischen Studienkreis für sie ins Leben. An diesen Treffen nahmen [[Pastor]]en, [[Bischof|Bischöfe]] und Theologieprofessoren teil und diskutierten mit der Königin über kirchliche Rituale, religiöse Schriften und Kirchengeschichte. Sonntags erscheint Margrethe II. unangemeldet in wechselnden Kirchen im ganzen Lande, um am [[Gottesdienst]] teilzunehmen.<ref>Jens Andersen: ''M. 40 år på tronen.'' Verlag Lindhardt & Ringhof, Kopenhagen 2011, ISBN 978-87-11-41969-4. Autorisierte Biografie (dänisch), S. 99–105.</ref><br />
<br />
=== Residenzen ===<br />
[[Datei:Fredensborg Slot 126.JPG|mini|[[Schloss Fredensborg]]]]<br />
<br />
Die offiziellen Wohnsitze der Königin sind das Palais Schack ([[Schloss Amalienborg]]) in der Innenstadt von Kopenhagen und [[Schloss Fredensborg]] außerhalb Kopenhagens. Während des Sommers wohnt sie traditionell einige Wochen auf [[Schloss Gravenstein]] in der Nähe von [[Sønderborg]] (dt. Sonderburg), dem Witwensitz ihrer im Jahr 2000 verstorbenen Mutter [[Ingrid von Schweden|Ingrid]]. Außerdem nutzt sie regelmäßig [[Schloss Marselisborg]] bei [[Aarhus]], wo sich die Königsfamilie häufig in den Sommerferien und zu Weihnachten versammelt. Für Besuche innerhalb und außerhalb Dänemarks steht ihr des Weiteren die königliche Yacht ''[[Dannebrog (Schiff, 1932)|Dannebrog]]'' als offizielle Residenz zur Verfügung. Zu den offiziellen Residenzen gehört auch [[Schloss Sorgenfri]] bei Kopenhagen, das jedoch bisher nicht von Königin Margrethe genutzt wurde, sondern zuletzt von ihrem Cousin [[Christian von Rosenborg|Graf Christian von Rosenborg]] (1942–2013) und seiner Frau [[Anne Dorte von Rosenborg|Anne Dorte]] (1947–2014). Privat unterhält die Königsfamilie das Schloss ''Château de Cayx'' in Frankreich.<ref>{{Webarchiv|url=http://kongehuset.dk/Slotte-og-Kongeskibet?Collection=5D540D19-6C38-4923-9CE5-CF0DF7E30661 |wayback=20140603190027 |text=''Slotte og Kongeskibet/Residenser,'' |archiv-bot=2019-04-29 17:18:50 InternetArchiveBot }} Darstellung der Residenzen auf der Website des dänischen Königshauses [http://www.kongehuset.dk/ kongehuset.dk] (dänisch).</ref><br />
<br />
=== Erwähnenswertes ===<br />
Königin Margrethes Wahlspruch lautet: ''Guds hjælp, folkets kærlighed, Danmarks styrke'' („Gottes Hilfe, Volkes Liebe, Dänemarks Stärke“).<ref>Jens Andersen: ''M. 40 år på tronen.'' Verlag Lindhardt & Ringhof, Kopenhagen 2011, ISBN 978-87-11-41969-4. Autorisierte Biografie (dänisch), S.&nbsp;30.</ref><br />
<br />
Ihren ersten Staatsbesuch absolvierte sie 1973 in Schweden, wo sie von ihrem Großvater mütterlicherseits empfangen wurde, dem schwedischen [[Gustav VI. Adolf (Schweden)|König Gustav VI.]]<ref>Jens Andersen: ''M. 40 år på tronen.'' Verlag Lindhardt & Ringhof, Kopenhagen 2011, ISBN 978-87-11-41969-4. Autorisierte Biografie (dänisch), S.&nbsp;76–77.</ref><br />
<br />
Der Designer [[Sigvard Bernadotte]], ein Onkel mütterlicherseits, benannte 1950 seine [[Margrethe-Rührschüssel]] nach ihr.<br />
<br />
Umstritten war ihr starker [[Zigarette]]nkonsum in der Öffentlichkeit; seit 2007 hat sie das [[Tabakrauchen]] jedoch eingeschränkt.<br />
<br />
== Vorfahren und Nachkommen ==<br />
<br />
[[Margrethe II.]] ist mit vielen europäischen Monarchen verwandt z.&nbsp;B. ist ihr nächster Verwandter [[Carl XVI. Gustaf]] von Schweden, der ihr Cousin des ersten Grades ist. Dann folgen [[Elizabeth II.]] und [[Harald V.]], die ihre Cousine und Cousin des zweiten Grades sind.<br />
{| class="wikitable" style="background:#FFFFFF; font-size:85%; text-align:center;"<br />
|- class="hintergrundfarbe5"<br />
! colspan="11"|Ahnen- und Nachkommentafel Margrethe II., Königin von Dänemark<br />
|-<br />
|'''Ururgroßeltern'''<br />
|colspan="1"|<br />
[[Datei:Royal Crown of Denmark.svg|30px]]<br /><br />
König [[Christian IX.]] (1818–1906)<br /><br />
⚭ 1842<br /><br />
Prinzessin [[Louise von Hessen-Kassel (1817–1898)|Luise von Hessen-Kassel]]<br />(1817–1898)<br />
|colspan="1"|<br />
König [[Karl XV. (Schweden)]]<br />(1826–1872)<br /><br />
⚭ 1850<br /><br />
Prinzessin [[Luise von Oranien-Nassau]] (1828–1871)<br />
|colspan="1"|<br />
Großherzog<br />[[Friedrich Franz II. (Mecklenburg)]]<br />(1823–1883)<br /><br />
⚭ 1849<br /><br />
Prinzessin [[Auguste Reuß zu Köstritz|Auguste Reuß zu Schleiz-Köstritz]]<br />(1822–1862)<br />
|colspan="1"|<br />
Großfürst<br />[[Michael Nikolajewitsch Romanow]]<br />(1832–1909)<br /><br />
⚭ 1857<br /><br />
Prinzessin [[Cäcilie von Baden]] (1839–1891)<br />
|colspan="1"|<br />
König [[Oskar II. (Schweden)]]<br />(1829–1907)<br /><br />
⚭ 1857<br /><br />
Prinzessin [[Sophia von Nassau]]<br />(1836–1913)<br />
|colspan="1"|<br />
Großherzog [[Friedrich I. (Baden, Großherzog)|Friedrich I. von Baden]]<br />(1826–1907)<br /><br />
⚭ 1856<br /><br />
Prinzessin [[Luise von Preußen (1838–1923)|Luise von Preußen]]<br />(1838–1923)<br />
|colspan="2"|<br />
Prinz<br />[[Albert von Sachsen-Coburg und Gotha]] (1819–1861)<br /><br />
⚭ 1840<br /><br />
Königin [[Victoria (Vereinigtes Königreich)]]<br />(1819–1901)<br />
|colspan="2"|<br />
Prinz<br />[[Friedrich Karl Nikolaus von Preußen]] (1828–1885)<br /><br />
⚭ 1854<br /><br />
Prinzessin [[Maria Anna von Anhalt-Dessau]] (1837–1906)<br />
|-<br />
|'''Urgroßeltern'''<br />
|colspan="2"|<br />
[[Datei:Royal Crown of Denmark.svg|30px]]<br /><br />
König [[Friedrich VIII. (Dänemark)|Friedrich VIII.]] (1843–1912)<br /><br />
⚭ 1869<br /><br />
Prinzessin [[Louise von Schweden-Norwegen|Luise von Schweden]]<br />(1851–1926)<br />
|colspan="2"|<br />
Großherzog<br />[[Friedrich Franz III. (Mecklenburg)]] (1851–1897)<br /><br />
⚭ 1879<br /><br />
Großfürstin [[Anastasia Michailowna Romanowa]] (1860–1922)<br />
|colspan="2"|<br />
König<br />[[Gustav V. (Schweden)]] (1858–1950)<br /><br />
⚭ 1881<br /><br />
Prinzessin [[Viktoria von Baden]]<br />(1862–1930)<br />
|colspan="4"|<br />
Herzog<br />[[Arthur, Duke of Connaught and Strathearn|Arthur Wilhelm von Connaught]] (1850–1942)<br /><br />
⚭ 1879<br /><br />
Prinzessin [[Luise Margareta von Preußen]]<br />(1860–1917)<br />
|-<br />
|'''Großeltern'''<br />
|colspan="4"|<br />
[[Datei:Royal Crown of Denmark.svg|30px]]<br /><br />
König [[Christian X.]] (1870–1947)<br /><br />
⚭ 1898<br /><br />
Herzogin [[Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin]] (1879–1952)<br />
|colspan="6"|<br />
König [[Gustav VI. Adolf (Schweden)]] (1882–1973)<br /><br />
⚭ 1905<br /><br />
Prinzessin [[Margaret of Connaught|Margaret von Connaught]] (1882–1920)<br />
|-<br />
|'''Eltern'''<br />
|colspan="10"|<br />
[[Datei:Royal Crown of Denmark.svg|30px]]<br /><br />
König [[Friedrich IX. (Dänemark)|Friedrich IX.]] (1899–1972)<br /><br />
⚭ 1935<br /><br />
Prinzessin [[Ingrid von Schweden]] (1910–2000)<br />
|- style="background:#E0E0E0"<br />
|colspan="11"|<br />
'''Königin Margrethe II. von Dänemark (* 1940)''' ⚭ 1967 [[Henri de Laborde de Monpezat]] (1934–2018)<br />
|-<br />
|'''Kinder'''<br />
|colspan="4"|<br />
[[Datei:Crown of the Crown Prince of Denmark.svg|30px]]<br /><br />
[[Frederik von Dänemark|Kronprinz Frederik]] (* 1968)<br /><br />
⚭ 2004<br /><br />
[[Mary Donaldson]] (* 1972)<br />
|colspan="6"|<br />
Prinz [[Joachim zu Dänemark]] (* 1969)<br /><br />
⚭ 1. 1995–2005<br /><br />
[[Alexandra von Frederiksborg|Alexandra Manley]] (* 1964)<br /><br />
⚭ 2. 2008<br /><br />
[[Marie Cavallier]] (* 1976)<br />
|- style="background:#E0E0E0"<br />
|-<br />
|'''Enkel'''<br />
|colspan="1"|<br />
Prinz [[Christian zu Dänemark]] (* 2005)<br />
|colspan="1"|<br />
Prinzessin Isabella zu Dänemark (* 2007)<br />
|colspan="1"|<br />
Prinz Vincent zu Dänemark (* 2011)<br />
|colspan="1"|<br />
Prinzessin Josephine zu Dänemark (* 2011)<br />
|colspan="1"|<br />
Prinz [[Nikolai zu Dänemark]] (* 1999)<br />
|colspan="1"|<br />
Prinz Felix zu Dänemark (* 2002)<br />
|colspan="2"|<br />
Prinz Henrik zu Dänemark (* 2009)<br />
|colspan="2"|<br />
Prinzessin Athena zu Dänemark (* 2012)<br />
|- style="background:#E0E0E0"<br />
|}<br />
<br />
== Siehe auch ==<br />
* [[Liste der Könige Dänemarks]]<br />
* [[Stammtafel der dänischen Könige]]<br />
* [[Liste der Könige über die Färöer]]<br />
* [[Neujahrsansprache der dänischen Königin]]<br />
<br />
== Literatur ==<br />
* Jens Andersen: ''M. 40 år på tronen.'' Verlag Lindhardt & Ringhof, Kopenhagen 2011, ISBN 978-87-11-41969-4. Autorisierte Biografie (dänisch).<br />
* Bo Bramsen: ''Huset Glücksborg. Europas svigerfader og hans efterslægt.'' Band 2, Kopenhagen 2002, ISBN 87-553-3230-7 (dänisch).<br />
<br />
== Weblinks ==<br />
{{Commonscat|Margrethe II of Denmark|Margrethe II. (Dänemark)}}<br />
* {{DNB-Portal|118975919|NAME=Margrethe II.}}<br />
* Homepage der dänischen Monarchie ([http://www.kongehuset.dk/ dänisch], [http://www.kongehuset.dk/english/ englisch], [http://www.kongehuset.dk/francais/ französisch])<br />
* {{Internetquelle |url=http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/geburtstag-margrethe-ii-von-daenemark-wird-75-13539991.html |titel=75 Jahre Königin Margrethe: Dänen rügen nicht |autor=Peter-Philipp Schmitt |werk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|Frankfurter Allgemeine]] |hrsg= |datum=2015-04-16 |zugriff=2015-05-14}}<br />
<br />
== Einzelnachweise ==<br />
<references /><br />
<br />
{{Navigationsleiste EU-Staatsoberhäupter}}<br />
<br />
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Friedrich IX. (Dänemark)|Friedrich IX.]]|NACHFOLGER=Designiert: [[Frederik von Dänemark]]|AMT=[[Liste der Könige Dänemarks|Königin von Dänemark]]|ZEIT=seit 1972}}<br />
<br />
{{Normdaten|TYP=p|GND=118975919|LCCN=n/80/34290|VIAF=216238758}}<br />
<br />
{{SORTIERUNG:Margrethe 02 #Danemark}}<br />
[[Kategorie:König (Dänemark)]]<br />
[[Kategorie:Amtierendes Staatsoberhaupt (Europa)]]<br />
[[Kategorie:Haus Oldenburg (Jüngere Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens vom jugoslawischen Groß-Stern]]<br />
[[Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes (Sonderstufe des Großkreuzes)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens (Großkreuz mit Ordenskette)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens vom Aztekischen Adler (Collane)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Elefanten-Ordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Seraphinenordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Falkenordens (Collane)]]<br />
[[Kategorie:Großkommandeur des Dannebrogordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Leopoldsordens (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Piusordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Chakri-Ordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Nil-Ordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Weißen Adlerordens]]<br />
[[Kategorie:Träger des Groß-Sterns des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich]]<br />
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Republik Polen (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz mit Ordenskette)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Finnischen Ordens der Weißen Rose (Großkreuz mit Ordenskette)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Sterns von Rumänien (Collane)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Nationalen Ordens vom Kreuz des Südens (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens vom Niederländischen Löwen (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Ritter des Nassauischen Hausordens vom Goldenen Löwen]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Collane)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens des heiligen Jakob vom Schwert (Collane)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens des Marienland-Kreuzes (Collane)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens Stara Planina]]<br />
[[Kategorie:Träger des Ordens des Weißen Doppelkreuzes 1. Klasse]]<br />
[[Kategorie:Träger des Erlöser-Ordens (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Phönix-Ordens (Großkreuz)]]<br />
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[[Kategorie:Träger des Ordens des Befreiers San Martin]]<br />
[[Kategorie:Träger des Vytautas-Magnus-Ordens (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Großkreuz)]]<br />
[[Kategorie:Lady des Hosenbandordens]]<br />
[[Kategorie:Honorary Dame Grand Cross des Royal Victorian Order]]<br />
[[Kategorie:Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (Spanien)]]<br />
[[Kategorie:Träger des Nersornaat]]<br />
[[Kategorie:Träger der Royal Victorian Chain]]<br />
[[Kategorie:Träger des Chrysanthemenordens (Großkreuz mit Ordenskette)]]<br />
[[Kategorie:Däne]]<br />
[[Kategorie:Geboren 1940]]<br />
[[Kategorie:Frau]]<br />
[[Kategorie:Margrethe II. (Dänemark)| ]]<br />
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{{Personendaten<br />
|NAME=Margrethe II.<br />
|ALTERNATIVNAMEN=Margrethe Alexandrine Þorhildur Ingrid; Grathmer, Ingahild (Pseudonym)<br />
|KURZBESCHREIBUNG=dänische Königin<br />
|GEBURTSDATUM=16. April 1940<br />
|GEBURTSORT=[[Kopenhagen]]<br />
|STERBEDATUM=<br />
|STERBEORT=<br />
}}</div>Wikipexiahhttps://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Wikipexiah&diff=169619733Benutzer Diskussion:Wikipexiah2017-10-02T15:41:16Z<p>Wikipexiah: </p>
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<div></div>Wikipexiah