https://de.wikipedia.org/w/api.php?action=feedcontributions&feedformat=atom&user=MasterKnight Wikipedia - Benutzerbeiträge [de] 2026-03-08T04:33:14Z Benutzerbeiträge MediaWiki 1.46.0-wmf.18 https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wolfgang_Sch%C3%A4uble&diff=32735833 Wolfgang Schäuble 2007-06-04T15:03:22Z <p>MasterKnight: /* Kritik */ Spirtname &quot;Rollstuhlmielke, ShortNews</p> <hr /> <div>[[Bild:WSchaeuble.jpg|thumb|Dr. Wolfgang Schäuble]]<br /> '''Wolfgang Schäuble''' (* [[18. September]] [[1942]] in [[Freiburg im Breisgau]]) ist ein [[deutscher]] [[Politiker]] ([[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]).<br /> <br /> Er ist seit 2005 [[Bundesministerium des Innern|Bundesminister des Innern]].<br /> <br /> Von 1984 bis 1989 war er [[Bundesminister für besondere Aufgaben]] und [[Chef des Bundeskanzleramtes]] und hatte von 1989 bis 1991 schon einmal das Amt eines [[Bundesministerium des Innern|Bundesministers des Innern]]. Von 1991 bis 2000 übte er den Vorsitz der CDU/[[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]]-Bundestagsfraktion aus und zusätzlich dazu von 1998 bis 2000 den Bundesvorsitz der CDU.<br /> <br /> == Leben und Beruf ==<br /> Nach dem Abitur 1961 absolvierte Schäuble ein Studium der [[Rechtswissenschaft|Rechts]]- und [[Wirtschaftswissenschaft]]en in [[Freiburg (Breisgau)|Freiburg im Breisgau]] und [[Hamburg]], welches er 1966 mit dem ersten juristischen [[Staatsexamen]] beendete. Im Jahr 1970 folgte das zweite juristische Staatsexamen. <br /> <br /> 1971 erfolgte seine [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum [[Doktortitel|Dr. jur.]] mit der Arbeit ''Die berufsrechtliche Stellung der [[Wirtschaftsprüfer]] in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften''. Er trat dann in die Steuerverwaltung des Landes [[Baden-Württemberg]] ein und war hier zuletzt als [[Regierungsrat]] beim Finanzamt Freiburg I tätig. Anschließend war er von 1978 bis 1984 als Rechtsanwalt beim [[Landgericht]] [[Offenburg]] zugelassen.<br /> <br /> Schäuble ist mit der [[Volkswirt]]in [[Ingeborg Schäuble]] verheiratet und hat vier Kinder. Sein Bruder [[Thomas Schäuble]] war Innenminister des Landes [[Baden-Württemberg]] und ist seit 2004 Vorstand der [[Badische Staatsbrauerei Rothaus|Badischen Staatsbrauerei Rothaus]].<br /> <br /> == Partei ==<br /> 1961 begann er seine politische Laufbahn mit dem Eintritt in die [[Junge Union]]. Während des Studiums wurde er auch Vorsitzender des [[Ring Christlich-Demokratischer Studenten|RCDS]] in Hamburg bzw. Freiburg. 1965 trat er dann auch in die CDU ein. Von 1969 bis 1972 war er Bezirksvorsitzender der Jungen Union [[Südbaden]]. Von 1976 bis 1984 war er dann Vorsitzender des Bundesfachausschusses [[Sport]] der CDU.<br /> <br /> Nach der verlorenen [[Bundestagswahl 1998]] wurde Schäuble Bundesvorsitzender der CDU. Im Zuge der [[CDU-Spendenaffäre]] im Jahre 2000 musste Schäuble seine Posten als Partei- und Fraktionsvorsitzender aufgeben. [[Friedrich Merz]] wird daraufhin zum neuen [[Fraktionsvorsitzender| Fraktionsvorsitzenden]], [[Angela Merkel]] zur neuen Parteivorsitzenden gewählt. Schäuble bleibt jedoch Mitglied des CDU-Präsidiums.<br /> <br /> == Abgeordneter ==<br /> Schäuble ist seit 1972 [[Mitglied des Deutschen Bundestages]]. Hier war er von 1981 bis 1984 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-[[Fraktion (Bundestag)|Bundestagsfraktion]]. Im November 1991 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. <br /> <br /> Nach der [[Bundestagswahl 1998|Wahlniederlage der CDU/CSU 1998]] war Schäuble somit auch [[Oppositionsführer]] im Deutschen Bundestag.<br /> <br /> Auch von diesem Amt trat er im Februar 2000 im Zuge der CDU-Spendenaffäre zurück. Von Oktober 2002 bis November 2005 war er Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.<br /> <br /> Wolfgang Schäuble wurde stets direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Zuletzt erreichte er bei der [[Bundestagswahl 2005]] im [[Wahlkreis]] 285 ([[Offenburg]]) 50,5&amp;nbsp;% der abgegebenen Erststimmen, nach 52,9&amp;nbsp;% bei der [[Bundestagswahl 2002]].<br /> <br /> == Öffentliche Ämter ==<br /> Am 15. November 1984 wurde er als [[Bundesminister für besondere Aufgaben]] und Chef des Bundeskanzleramtes in die von [[Bundeskanzler (Deutschland)|Bundeskanzler]] [[Helmut Kohl]] geführte [[Bundesregierung (Deutschland)|Bundesregierung]] berufen. In dieser Funktion war er auch mit der Vorbereitung des Staatsbesuches von [[Erich Honecker]] 1987 betraut. <br /> <br /> Anlässlich einer Kabinettsumbildung wurde er dann am 21. April 1989 zum [[Bundesministerium des Innern|Bundesminister des Innern]] ernannt. Als solcher war er 1990 auch Verhandlungsführer der [[Bundesrepublik Deutschland]] um den [[Einigungsvertrag]] mit der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]. <br /> <br /> 1997 erklärte Helmut Kohl, Schäuble sei sein Wunschkandidat für eine Nachfolge im Amt des Bundeskanzlers. Allerdings solle eine Amtsübergabe nicht vor 2002 stattfinden. (Dies ergab sich nicht, da Kohl die [[Bundestagswahl 1998]] verlor.) Nach der Abwahl von [[Eberhard Diepgen]] als [[Regierender Bürgermeister von Berlin]] war Schäuble als [[Spitzenkandidat]] für die vorgezogenen Neuwahlen am 21. Oktober 2001 im Gespräch, wurde jedoch von der Berliner CDU zugunsten von [[Frank Steffel]] abgelehnt. <br /> <br /> Die CSU und Teile der CDU wollten Schäuble Anfang März 2004 in Anbetracht seiner großen politischen Erfahrung zur Wahl des [[Bundespräsident (Deutschland)|Bundespräsidenten]] vorschlagen. <br /> <br /> Am 22. November 2005 wurde Schäuble als [[Bundesministerium des Innern|Bundesminister des Innern]] in die von [[Bundeskanzler (Deutschland)|Bundeskanzlerin]] [[Angela Merkel]] geführte [[Bundesregierung (Deutschland)|Bundesregierung]] berufen. Seine Berufung in dieses Amt wurde wegen seiner Beteiligung an der CDU-Spendenaffäre teilweise kritisiert.<br /> == Politische Positionen ==<br /> 1991 engagierte sich Schäuble für die Verlegung des Regierungssitzes der Bundesrepublik nach [[Berlin]]; seine Rede gilt als entscheidender Wendepunkt der damaligen Bundestagsdebatte.<br /> <br /> 1999 initiierte Schäuble eine [[CDU/CSU-Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts|Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts]]. Die Kampagne stand unter dem Motto „Integration ja – Doppelte Staatsbürgerschaft nein“. Dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder warf er des Öfteren Gesichtslosigkeit vor, weil dieser die Menschenrechtsverletzungen, derer sich die russische Regierung bediene, kritiklos hinnehme.<br /> <br /> Anknüpfend an die Geschichte des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] fordert Schäuble [[Patriotismus]] und ein „gesundes Nationalgefühl“ bei der Rolle Deutschlands in Europa. „Deutschland hat als Land in der Mitte des Kontinents, das zeigt auch die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches, eine europäische Berufung.“ Neben dem Patriotismus wird ein Elitebewusstsein gefordert. Er hält Debatten zur deutschen Geschichte und Erinnerungskultur für oft statt von Zivilcourage von Political Correctness dominiert, und wertet dies als intolerante und undifferenzierte „verbale Keulenschläge“.&lt;ref&gt;[http://www.wolfgang-schaeuble.de/texte/040926kassel.pdf ''Zivilcourage vs. Political Correctness''] vom 26.09.2004 &lt;/ref&gt;. <br /> <br /> Im Dezember 2005 schlug Schäuble vor, Aussagen von [[Folter|Gefolterten]] bei der Ermittlungsarbeit der Sicherheitsbehörden zu verwenden. Insbesondere im „Kampf gegen den Terror“ könnten Aussagen von im Ausland Inhaftierten, bei denen Folter nicht ausgeschlossen werden kann, hilfreich sein. Diese Auffassung Schäubles wurde nicht nur von den Oppositionsparteien [[Freie Demokratische Partei|FDP]], [[Die Linkspartei.|Linkspartei]] und [[Bündnis 90/Die Grünen|GRÜNE]] sowie vom Koalitionspartner [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] abgelehnt, sondern führte auch zur Kritik in den eigenen Reihen, so sprach sich CSU-Generalsekretär [[Markus Söder]] dagegen aus.<br /> <br /> Um einen Einsatz der [[Bundeswehr]] für Sicherheitsaufgaben innerhalb der Landesgrenzen zu ermöglichen (u.&amp;nbsp;a. der Abschuss von [[Flugzeug|Zivilflugzeugen]]), spricht sich Schäuble für eine entsprechende Änderung des [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetzes]] aus. Während Politiker der Unionsparteien diese Forderung unterstützen, wird sie von den meisten Politikern der übrigen Parteien abgelehnt.<br /> <br /> Die im Autobahnmautgesetz vorgeschriebene strikte Zweckbindung der [[Lkw-Maut in Deutschland|LKW-Mautdaten]] zu reinen Abrechnungszwecken soll nach dem Willen Schäubles durch eine entsprechende Gesetzesänderung aufgehoben werden, um so Sicherheitsbehörden die Nutzung zu Fahndungszwecken zu ermöglichen. Die Zweckbindung war während der Gestaltung des Autobahnmautgesetzes eine Forderung der CDU, die den Gesetzentwurf ohne diesen Passus ablehnen wollte. Die Forderung zur Aufhebung der Zweckbindung wird parteiübergreifend kontrovers diskutiert. So spricht sich z.&amp;nbsp;B. der schleswig-holsteinische Innenminister [[Ralf Stegner]] für diese Möglichkeit aus.<br /> <br /> Schäuble befürwortet vor dem EU-Parlament einen [[Islam|islamischen]] [[Religionsunterricht]], stellt aber zugleich fest, „dass die [[Schleier|Totalverschleierung]] eigentlich der europäischen [[Werteordnung]] widerspricht“.&lt;ref&gt;[[Der Standard]]: [http://diestandard.at/?url=/?id=2742329 ''Schäuble: Totalverschleierung widerspricht europäischen Werten''] 25.01.2007&lt;/ref&gt;<br /> <br /> Nach dem Beschluss des [[Bundesgerichtshof]]es, dass es für eine [[Online-Durchsuchung]] von Computern derzeit keine Rechtsgrundlage gebe, fordert Schäuble, die Strafprozessordnung, das BKA-Gesetz, die Polizeigesetze der Länder entsprechend sowie den Artikel 13 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]], der die Unverletzlichkeit der Wohnung garantiert, zu ändern, um den so genannten &quot;[[Bundestrojaner]]&quot; zu ermöglichen. &lt;ref&gt;[http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6588698_REF2,00.html ''Schäuble: Verfassungsänderung möglich''] Tagesschau vom 08.04.2007&lt;/ref&gt;.<br /> <br /> Anlässlich des [[G8-Gipfel]]s 2007 in [[Heiligendamm]], [[Mecklenburg-Vorpommern]], hat Schäuble entschieden, dass wie bereits während der [[Fußball-WM 2006]] an den [[Schengener Durchführungsübereinkommen|Schengen-Binnengrenzen]] der Bundesrepublik Deutschland vorübergehend [[Grenzkontrolle]]n wieder aufgenommen werden können. Er begründet dies mit erhöhten Sicherheitsanforderungen für die Veranstaltungen des G8-Gipfels durch &quot;gewaltbereite&quot; [[Globalisierungsgegner]].&lt;ref&gt;[[Bundesinnenministerium]]: [http://www.bmi.bund.de/cln_012/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2007/05/Grenzkontrollen.html ''Wiedereinführung von Grenzkontrollen aus Anlass des G8-Gipfels in Heiligendamm/Mecklenburg-Vorpommern''] Pressemitteilung vom 09.05.2007&lt;/ref&gt;<br /> <br /> == Kritik ==<br /> [[Bild:Stasi 2.0.JPG|thumb|Wolfgang Schäuble als Motiv der [[Stasi 2.0]]-Protestbewegung]]<br /> [[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]] warf Schäuble in einem Interview vor, den Unterschied zwischen Friedens- und [[Kriegsrecht]] aufheben zu wollen.&lt;ref&gt;[http://www.sueddeutsche.de/,tt1l2/deutschland/artikel/855/96759/ ''Luftsicherheitsgesetz''] Süddeutsche Zeitung vom 02.01.2007&lt;/ref&gt; In diesem Zusammenhang kritisierte sie Schäuble für seine Pläne, die [[Bundeswehr]] im Innern einzusetzen.<br /> <br /> Des Weiteren wird er für die geplante Einführung eines sog. „[[Bundestrojaner|Bundestrojaners]]“ kritisiert&lt;ref&gt;[http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/832654/index2.html ''Bundesrichter verbieten das heimliche Durchstöbern eines Computers Von Norbert Klaschka''] CIO vom 05.02.2007&lt;/ref&gt;. Hinter diesem Schlagwort steht der Plan, PCs von verdächtigen Bürgern online unbemerkt auszuspähen, wobei die genauen technischen Einzelheiten allerdings noch unklar sind. Derartige Vorhaben hat der Bundesgerichtshof allerdings mit Beschluss StB 18/06 vom 31. Januar 2007 für derzeit unzulässig erklärt, da hierfür nach geltendem Recht keine Rechtsgrundlage vorhanden ist. <br /> <br /> Zudem wurde ihm vorgeworfen, den [[Rechtsstaat]] in einen [[Überwachungsstaat|Überwachungs-]] bzw. [[Präventionsstaat|Präventivstaat]] umwandeln zu wollen und alle [[Grundrechte]] einem fiktiven ''Grundrecht auf Sicherheit'' unterordnen zu wollen&lt;ref&gt;[http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/390/108282/ ''Schäubles Anti-Terror-Kampf''] Süddeutsche Zeitung vom 02.04.2007]&lt;/ref&gt;. Mittlerweile hat sich bezüglich Schäubles Sicherheitspolitik der Begriff [[Stasi 2.0]] in Anlehnung an das [[Ministerium für Staatssicherheit]] der DDR und das Web 2.0, als kritisches Schlagwort unter Datenschützern verbreitet. Schäuble erhielt daher den Spitznamen Rollstuhlmielke, wie man in vielen Foren sehen kann. [[Erich Mielke]] war DDR-Minister für Staatssicherheit. Aus der News-Community ShortNews: &quot;Seit unser Rollstuhl-Mielke im Amt ist, macht er immer wieder Versuche, das Grundgesetz so zu verbeigen, wie er es in seine Kontrollwut gerne hätte!&quot; 26.04.2007 15:31 Uhr von opppa [http://www.shortnews.de/feedback.cfm?fanz=1&amp;fbid=3035346&amp;rubrik=Politik&amp;feedback_archive=0&amp;offset=21]<br /> <br /> Juristische Fachverbände sehen Deutschland unter Schäuble auf dem Weg vom Freiheits- und Rechtsstaat zum Präventivstaat. Man wirft dem Bundesinnenminister einen „Frontalangriff auf das Grundgesetz“ vor.&lt;ref&gt;[http://www.ad-hoc-news.de/Politik-News/de/11732673/(Sperrfrist-5.30-Uhr)-Juristen-Regierung-muss-Sch%E4ubles Sicherheitskatalog: Juristen werfen Schäuble Abkehr vom Rechtsstaat vor]&lt;/ref&gt; Der Präsident des Deutschen Anwaltvereins kritisierte: „Die Sicherheitspolitik droht jedes Maß zu verlieren.“ Der Vizepräsident der Bundesrechtsanwaltskammer erklärte: „Es werden Ängste in der Bevölkerung geschürt und instrumentalisiert, um eine gesellschaftliche Akzeptanz für weit reichende Kompetenzen der Sicherheitsbehörden zu schaffen.“ Schäuble opfere Grundrechte auf dem Altar vermeintlicher Sicherheitsinteressen.<br /> <br /> == CDU-Spendenaffäre ==<br /> Im Rahmen einer Sitzung des [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestages]], am 2. Dezember 1999, wurde Wolfgang Schäuble durch Zwischenrufe des Abgeordneten [[Hans-Christian Ströbele]] auf seine Kontakte zum Waffenhändler [[Karlheinz Schreiber]] angesprochen. Wolfgang Schäuble äußerte in öffentlicher Sitzung vor dem Deutschen Bundestag, er habe ''„irgendwann im Spätsommer oder im Frühherbst 1994“'' bei ''„einem Gesprächsabend in einem Hotel in Bonn [...] einen Herrn kennengelernt, der sich mir als ein Mann vorgestellt hat, der ein Unternehmen leitet. Ich habe später festgestellt, daß es dieser Herr Schreiber war. [...] Auf der damaligen Veranstaltung bin ich Herrn Schreiber begegnet. Das war es.“''<br /> <br /> Am 10. Januar 2000 hatte Schäuble dann eingeräumt, von Karlheinz Schreiber im Jahre 1994 eine Bar-Spende von 100.000 D-Mark für die CDU entgegengenommen zu haben. Am 31. Januar 2000 gibt Schäuble ein weiteres Treffen mit Schreiber im Jahr 1995 zu. Die Schatzmeisterei der CDU habe den Betrag als „sonstige Einnahme“ verbucht. <br /> <br /> Schäuble behauptete, dass er das Geld in einem Briefumschlag von Schreiber in seinem Bonner Büro persönlich empfangen habe. Diesen Umschlag habe er „ungeöffnet und unverändert“ an Brigitte Baumeister weitergeleitet, später habe er erfahren, dass die Spende nicht „ordnungsgemäß behandelt worden“ sei. Die damalige CDU-Schatzmeisterin [[Brigitte Baumeister]] widersprach allerdings dieser Version Schäubles. <br /> <br /> Anfang September 2000 entschuldigte sich Schäuble vor dem Bundestag gegenüber der deutschen Öffentlichkeit dafür, „dass unter der Verantwortung der CDU Gesetze gebrochen wurden“. Weiterhin entschuldigte er sich auch „beim“ Bundestag dafür, dass er – Schäuble – im Dezember 1999 einen Teil der Wahrheit über seinen Kontakt zum Waffenhändler Karlheinz Schreiber verschwiegen hatte.<br /> <br /> Das Geld jedenfalls tauchte in keinem [[Rechenschaftsbericht]] der CDU auf. Am 13. April 2000 erklärt Schäuble vor dem [[Untersuchungsausschuss|Bundestagsuntersuchungsausschuss]] zur CDU- Parteispendenaffäre, die CDU-Führung und die Bundesregierung seien unter [[Helmut Kohl]] nicht bestechlich gewesen. Ein Ermittlungsverfahren gegen Schäuble wegen uneidlicher Falschaussage im Zusammenhang mit der fraglichen Spende wurde eingestellt, ebenso wie die Ermittlungen gegen Brigitte Baumeister. Die Berliner [[Staatsanwaltschaft]] konnte keine hinreichende Tatbestandsverwirklichung für eine Anklage feststellen. Nach den damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft sei aber davon auszugehen, dass die 100.000 D-Mark nur einmal gespendet wurden. Spekuliert wurde nämlich über die Frage, ob es womöglich zwei Mal 100.000 D-Mark von Schreiber gegeben hat: einmal als „unverfängliche“ Wahlkampf-Spende für die CDU, ein anderes Mal möglicherweise „unter der Hand“ als Bestechungsgeld für ein Rüstungsprojekt. Ungeklärt sind außerdem die Spekulationen, ob und gegebenenfalls inwiefern Schäuble seine Verbindungen ins Kanzleramt genutzt hat (was Schäuble stets vehement bestritten hat). Fraglich ist weiterhin, wo die 100.000 D-Mark verblieben sind.<br /> <br /> == Attentat durch Dieter Kaufmann und Behinderung ==<br /> Am 12. Oktober 1990 wurde Schäuble bei einem [[Attentat]] während einer Wahlkampfveranstaltung in der Gaststätte „Brauerei Bruder“ in [[Oppenau]] von einem psychisch kranken Mann niedergeschossen. Der Attentäter feuerte drei Schüsse aus einem [[Revolver]] (Smith &amp; Wesson, Kaliber 38) von hinten auf den damaligen Innemminister. Eine Kugel traf den Kiefer, eine das Rückenmark und eine wurde durch den Leibwächter Klaus-Dieter Michalsky abgefangen. Michalsky überlebte, starb jedoch 2004 an Krebs &lt;ref name=&quot;Schutzengel an Krebs gestorben&quot;&gt;[http://shortnews.stern.de/web/id/538250/robot/1/x_id/Wolfgang%20Sch%C3%A4ubles%20%22Schutzengel%22%20an%20Krebs%20gestorben/start.cfm Schäuble-Attentat: Schutzengel an Krebs gestorben]&lt;/ref&gt;. Schäuble ist seit dem Attentat vom dritten Brustwirbel an abwärts gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.<br /> <br /> Der Angreifer, Dieter Kaufmann, litt an ''paranoid-halluzinatorischer [[Schizophrenie]]'' (Verfolgungswahn) und wurde deshalb im folgendem Prozess als schuldunfähig befunden und in die forensische Psychiatrie eingewiesen.&lt;ref name=&quot;Schäuble Attentäter wird entlassen&quot;&gt; [http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/02.02.2004/957211.asp/ Schäuble Attentäter wird entlassen]&lt;/ref&gt; Am 12. Oktober 1995, dem fünften Jahrestag des Attentat, entschuldigte sich Kaufmann brieflich bei seinem Opfer sowie auch öffentlich im Rundfunk&lt;ref name=&quot;Schäuble-Attentäter bittet um Verzeihung&quot;&gt; [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1995/1013/nachrichten/0217/index.html Schäuble-Attentäter bittet um Verzeihung]&lt;/ref&gt;. Im Jahr 2004 wurde Kaufmann auf Probe in eine Wohngemeinschaft entlassen.&lt;ref name=&quot;Schäuble Attentäter wird entlassen&quot;/&gt; &lt;ref name=&quot;Mir ist nicht wohl dabei - zur Entlassung des Attentäters&quot;&gt;[http://www.welt.de/print-wams/article106950/Mir_ist_nicht_wohl_dabei.html Mir ist nicht wohl dabei - zur Entlassung des Attentäters]&lt;/ref&gt;<br /> <br /> Schäuble ist mittlerweile Kuratoriumsmitglied in der [[Deutsche Stiftung Querschnittlähmung|Deutschen Stiftung Querschnittlähmung]] (DSQ) und Mitglied des Stiftungsrates beim Internationalen Forschungsinstitut für Paraplegiologie, Zürich.<br /> <br /> == Ehrungen ==<br /> <br /> Im November 2005 erhielt Wolfgang Schäuble den [[Ehrendoktor|Ehrendoktortitel]] der rechtswissenschaftlichen Fakultät der [[Universität Freiburg (Schweiz)]] verliehen.<br /> <br /> == Kabinette ==<br /> * [[Kabinett Kohl II]] – [[Kabinett Kohl III]] – [[Kabinett Kohl IV]] <br /> * [[Kabinett Merkel]]<br /> <br /> == Veröffentlichungen ==<br /> <br /> * ''Der Vertrag. Wie ich über die deutsche Einheit verhandelte.'' Stuttgart, DVA 1991. ISBN 3-421-06605-1<br /> * ''Und der Zukunft zugewandt. Perspektiven deutscher Politik.'' Berlin, Siedler 1994. ISBN 3-886-80555-7<br /> * ''Und sie bewegt sich doch.'' Berlin, Siedler 1998. ISBN 3-886-80650-2<br /> * ''Mitten im Leben.'' München, Bertelsmann 2000. ISBN 3-570-00497-X<br /> * ''Scheitert der Westen? Deutschland und die neue Weltordnung.'' München, Bertelsmann 2003. ISBN 3-570-00788-X<br /> <br /> == Literatur ==<br /> * Werner Filmer, Heribert Schwan: ''Wolfgang Schäuble. Politik als Lebensaufgabe''. Goldmann, München 1994. ISBN 3-442-12559-6<br /> <br /> == Weblinks ==<br /> {{Wikinews|Schäuble will Zugriff auf Computer über das Internet}}<br /> * {{PND|118814311}}<br /> * [http://www.wolfgang-schaeuble.de Homepage von Wolfgang Schäuble]<br /> * [http://www.bundestag.de/mdb/bio/S/schaewo0.html Biographie beim Deutschen Bundestag]<br /> * [http://www.wdr.de/tv/monitor/pdf/000127a.pdf#search=%22sch%C3%A4uble%20spendenaff%C3%A4re%22 Manuskript der Sendung Monitor: Bericht über Schäubles Spenden-Annahme] (pdf)<br /> * [http://www.sueddeutsche.de/,polm2/deutschland/artikel/569/73496/ Interview mit Wolfgang Schäuble: „Ich kann die neuen Gefahren nicht ausblenden“] (Süddeutsche Zeitung, 8. April 2006)<br /> <br /> == Quellen == <br /> <br /> &lt;references/&gt;<br /> <br /> {{NaviBlock<br /> |Navigationsleiste Bundesinnenminister<br /> |Navigationsleiste Chef des Bundeskanzleramtes<br /> |Navigationsleiste CDU-Vorsitzende<br /> |Navigationsleiste CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende<br /> |Navigationsleiste Kabinett Kohl II<br /> |Navigationsleiste Kabinett Kohl III<br /> |Navigationsleiste Kabinett Kohl IV<br /> |Navigationsleiste Kabinett Merkel}}<br /> <br /> {{DEFAULTSORT:Schauble, Wolfgang}}<br /> [[Kategorie:Mann]]<br /> [[Kategorie:Deutscher]]<br /> [[Kategorie:Innenminister (Deutschland)]]<br /> [[Kategorie:Kanzleramtsminister (Deutschland)]]<br /> [[Kategorie:Bundestagsabgeordneter]]<br /> [[Kategorie:CDU-Mitglied]]<br /> [[Kategorie:CDU-Bundesvorstand]]<br /> [[Kategorie:CDU-Spendenaffäre]]<br /> [[Kategorie:Geboren 1942]]<br /> [[Kategorie:Korporierter (Schülerverbindung)]]<br /> <br /> {{Personendaten|<br /> NAME=Schäuble, Wolfgang<br /> |ALTERNATIVNAMEN=<br /> |KURZBESCHREIBUNG=[[Deutschland|deutscher]] [[Politiker]] ([[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]), [[1984]]–[[1989]] [[Bundesminister für besondere Aufgaben]], [[1989]]–[[1991]] und ab [[2005]] [[Bundesministerium des Innern|Bundesminister des Innern]]<br /> |GEBURTSDATUM=[[18. September]] [[1942]]<br /> |GEBURTSORT=[[Freiburg im Breisgau]]<br /> |STERBEDATUM=<br /> |STERBEORT=<br /> }}<br /> <br /> [[en:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[fi:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[fr:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[ja:ヴォルフガンク・ショイブレ]]<br /> [[nl:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[no:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[pl:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[pt:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[ru:Шойбле, Вольфганг]]<br /> [[sv:Wolfgang Schäuble]]<br /> [[uk:Шойбле Вольфганг]]</div> MasterKnight https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jetlag&diff=32207188 Jetlag 2007-05-23T11:40:30Z <p>MasterKnight: http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EEE766E80E7784D108D22D6371421C223~ATpl~Ecommon~Scontent.html</p> <hr /> <div>[[Bild:Qantas.b747-400.vh-ojl.arp.jpg|thumb|290px|Vorallem bei [[Langstreckenflug|Langstreckenflügen]] tritt ein Jetlag auf]]<br /> '''Jet-Lag''' (oder '''Jetlag''') bezeichnet physiologische Beschwerden des Körpers auf Grund des schnellen Wechselns verschiedener Ortszeiten, vor allem bei Flugreisen. Der Wechsel der [[Zeitzone]]n zieht einen kurzfristigen Wechsel der Hell-/Dunkelphasen und damit des Schlafrhythmus nach sich. Die Reaktion darauf ist von Person zu Person stark unterschiedlich und reicht bis zu mehrwöchigen [[Schlafstörung]]en. Im Allgemeinen wird eine Reise in Ostrichtung als unangenehmer und stärker störend empfunden. Besonders betroffen sind Piloten sowie das Kabinenpersonal.<br /> <br /> == Symptome ==<br /> Typische Symptome sind:<br /> * Wasserverlust ([[Exsikkose |Dehydratation]]) und Appetitlosigkeit<br /> * Kopfschmerz, Nebenhöhlenbeschwerden <br /> * Mattigkeit, Erschöpfung<br /> * Müdigkeit<br /> * Verwirrtheit <br /> * Magenbeschwerden, Übelkeit<br /> * Schlaflosigkeit, unregelmäßiger Schlafrhythmus<br /> * Reizbarkeit, Irrationalität<br /> <br /> == Nach Westen geht’s leichter ==<br /> Obwohl die innere Uhr Reisen über Zeitzonen hinweg nur schwer verkraftet, ziehen viele Reisende Flüge von Ost nach West vor. Wir leben zwar einen 24-Stunden-Tag, aber der natürliche Rhythmus unserer inneren Uhr ist auf einen längeren Tag programmiert. Deshalb kann unsere innere Uhr auf relativ „natürliche“ Weise unseren Tag verlängern, aber es fällt ihr sehr schwer die Tageslänge zu verkürzen. Bei einem Flug nach Westen wird der Tag um einige Stunden verlängert. Der nach Westen Reisende bewegt sich also in der „natürlichen“ Richtung seiner inneren Uhr.<br /> <br /> == Vorbeugung und Behandlung ==<br /> Als einfache Vorbeugung gilt, an Bord zu schlafen. Fluggäste stellen ihre Uhr baldmöglich auf den Zielort ein. Sonnenlicht kann helfen, die innere Uhr nachzustellen. <br /> <br /> Neben verschiedenen pharmazeutischen Hilfsmitteln ist eine erprobte Methode, mit Jetlag umzugehen, möglichst eine Nacht gar nicht zu schlafen, um dann am folgenden Tag zu einer ortsüblichen Uhrzeit und in ruhiger Umgebung schlafen zu gehen.<br /> <br /> Neuerdings soll der in [[Viagra]] enthaltene Wirkstoff [[Sildenafil]] gegen Jetlag wirken. Dazu wurde ein Versuch mit [[Hamster]]n durchgeführt.<br /> <br /> == In der alten Ortszeit weiterleben ==<br /> Für Kurzreisen (bis zwei Tage) empfiehlt es sich eventuell in seiner alten Ortszeit weiterzuleben.<br /> Dazu muss man bewusst die Zeitdifferenz errechnen und versuchen seine heimatlichen Schlafenszeiten konsequent beizubehalten.<br /> <br /> Wichtige Geschäftstermine sollte man in den physiologischen Tiefphasen (nach der heimatlichen Uhrzeit) vermeiden: nachts von 3-5 Uhr und in geringerem Umfang nachmittags von 15-17 Uhr.<br /> <br /> Während der üblichen heimatlichen Schlafenszeiten sollte man sich nicht dem Tageslicht aussetzen (im Haus bleiben oder Sonnenbrille tragen).<br /> <br /> Auch die Mahlzeiten sollte man weiter zu den gewohnten heimatlichen Zeiten einnehmen. Das betrifft auch die Art und Menge der Mahlzeit, denn auch die Bereitschaft des Magens zur Verdauung unterliegt der inneren Uhr.<br /> <br /> == Siehe auch ==<br /> *[[Chronobiologie]]<br /> *[[Zirkadiane Rhythmik]]<br /> *[[Schlaf]]<br /> *[[Zirbeldrüse]]<br /> *[[Melatonin]]<br /> *[[Handlungsbereitschaft]]<br /> <br /> == Weblinks ==<br /> *[http://www.jet-laq.ch www.jet-laq.ch] - &quot;Jetlag: Bedeutung, Wirkung und Tipps bei Jetlag&quot;<br /> *[http://www.quarks.de/fliegen/04.htm www.quarks.de/fliegen/04.htm] - &quot;Quarks-Tipp: Jet-Lag&quot;<br /> [http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EEE766E80E7784D108D22D6371421C223~ATpl~Ecommon~Scontent.html] - Jetlag-Behandlung durch [[Viagra]]<br /> <br /> {{Gesundheitshinweis}}<br /> <br /> [[Kategorie:Schlafstörung]]<br /> [[Kategorie:Flugreise]]<br /> <br /> [[cs:Pásmová nemoc]]<br /> [[da:Jetlag]]<br /> [[en:Jet lag]]<br /> [[eo:Jetlaco]]<br /> [[es:Jet lag]]<br /> [[et:Ajavahestress]]<br /> [[fi:Jet lag]]<br /> [[fr:Décalage horaire (syndrome)]]<br /> [[he:שעון ביולוגי#.D7.99.D7.A2.D7.A4.D7.AA_.28.D7.92.27.D7.98_.D7.9C.D7.92.29]]<br /> [[id:Jet lag]]<br /> [[it:Jet lag]]<br /> [[ja:時差ぼけ]]<br /> [[nl:Jetlag]]<br /> [[pl:Zespół nagłej zmiany strefy czasowej]]<br /> [[ru:Джетлаг]]<br /> [[sv:Jetlag]]<br /> [[uk:Десинхроноз]]<br /> [[zh:时差问题]]</div> MasterKnight https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Quake-Engine&diff=31365115 Quake-Engine 2007-05-04T18:39:04Z <p>MasterKnight: </p> <hr /> <div>Die '''Quake-Engine''' ist eine [[3D]]-[[Game-Engine]] von [[id Software]].<br /> <br /> Sie wurde [[1996]] gemeinsam mit dem Titel [[Quake]] veröffentlicht und ist die erste 3D-Game-Engine, welche statt 2-dimensionalen [[Sprite (Computergrafik)|Sprites]] echte 3-dimensionale Modelle nutzt. Die Spielwelt liegt zudem nicht als [[2D]]-Information vor, welche dann in 3D gerendert wird, sondern besteht aus echten dreidimensionalen Daten. Die Verwendung von ''Lightmaps'' und dynamischen Lichtquellen steht ebenfalls im Gegensatz zu dem zuvor benutzten statischen Lichtquellen.<br /> <br /> Die Engine ist zugleich ein Pionier für [[Immersion (virtuelle Realität)|Immersion]] – insbesondere die Kombination aus [[Mouselook]] und Tastatur-Steuerung eröffnete neue Möglichkeiten für die Spieleentwicklung. ''GLQuake'' zeigte wenig später echte [[3D-Beschleuniger|hardwarebeschleunigte]] 3D-Grafik.<br /> <br /> Die Grafik-Engine wurde über viele Jahre hinweg für etliche andere Computerspiele wiederverwendet und weiterentwickelt, darunter [[Half-Life]] und [[Hexen (Computerspiel)|Hexen 2]].<br /> <br /> Zudem kam die Quake-Engine auch in den von id Software selbst entwickelten Nachfolgetiteln der [[Quake (Spieleserie)|Quake-Serie]], [[Quake II]] und [[Quake III Arena]], zum Einsatz. Seitens id Software war Quake III Arena die letzte große Verbesserung der Quake-Grafikengine - eine von Grund auf neu programmierte Engine ist im August [[2004]] mit dem Spiel [[Doom]] III erschienen.<br /> <br /> id Software veröffentlicht einige Jahre nach dem Release üblicherweise den [[Quellcode]] der Quake-Spiele unter der [[GNU GPL]]. So wurde der Quellcode von Quake I am 21. Dezember [[1999]], von Quake II am 22. Dezember [[2001]] und von Quake III Arena am 19. August [[2005]] freigegeben.<br /> <br /> Ein Großteil der Programmierung an der Quake-Engine wurde von [[John Carmack]] geleistet, der auch schon am Vorgänger Doom mitgewirkt hatte.<br /> <br /> == Spiele, die auf der Quake-Technologie basieren ==<br /> Hier findet sich eine hierarchische Auflistung der Engines und der Spiele die daraus hervorgegangen sind. Es sollte beachtet werden, dass es sich hierbei sowohl um die Namen der Engines als auch um die Bezeichnungen der Spiele handeln kann. Ferner sind auch Spiele aufgelistet, welche eine Quake-Engine lizenzieren und/oder eine weiterentwickelte Engine nutzen (z. B. Half-Life).<br /> <br /> * '''Quake'''<br /> ** [[GLQuake]]<br /> *** [[Hexen (Computerspiel)|Hexen 2]]<br /> **** Hexen 2: Portal of Praevus<br /> *** TomazQuake<br /> **** Telejano<br /> *** [[DarkPlaces]]<br /> **** [[Nexuiz]]<br /> *** [[Tenebrae]]<br /> **** Tenebrae 2<br /> ** [[WinQuake]]<br /> *** QIP<br /> *** ToChris<br /> ** [[QuakeWorld]]<br /> *** [[GoldSrc]]<br /> **** [[Half-Life]]<br /> ***** Blue Shift<br /> ***** [[Counter-Strike]]<br /> ***** [[Gunman]]<br /> ***** James Bond 007: Nightfire<br /> *** '''Quake II'''<br /> **** [[Alien Arena|Alien Arena 2007]]<br /> **** [[Anachronox]]<br /> **** [[Daikatana]]<br /> **** [[Heretic|Heretic 2]]<br /> **** [[Kingpin]]<br /> **** Quake II Evolved<br /> **** [[SiN (Computerspiel)|SiN]]<br /> **** [[Soldier of Fortune]]<br /> **** [[Warsow (Computerspiel)|Warsow]]<br /> **** '''Quake III Arena'''<br /> ***** [[American McGee's Alice]]<br /> ***** [[Call of Duty]]<br /> ***** [[Heavy Metal F.A.K.K. 2 (Computerspiel)|Heavy Metal F.A.K.K.²]]<br /> ***** [[Medal of Honor (Computerspiel)|Medal of Honor Allied Assault]]<br /> ****** [[Medal of Honor (Computerspiel)|Medal of Honor Allied Assault: Spearhead]]<br /> ****** [[Medal of Honor (Computerspiel)|Medal of Honor Allied Assault: Breakthrough]]<br /> ***** [[Medal of Honor (Computerspiel)|Medal of Honor Pacific Assault]]<br /> ***** [[Return to Castle Wolfenstein]]<br /> ****** [[Wolfenstein: Enemy Territory]]<br /> ***** [[Soldier of Fortune|Soldier of Fortune II: Double Helix]]<br /> ***** [[Star-Trek-Spiele#Star Trek: Voyager Elite Force|Star Trek: Voyager Elite Force]]<br /> ***** [[Star-Trek-Spiele#Star Trek: Elite Force 2|Star Trek: Elite Force 2]]<br /> ****** [[Jedi Knight#Jedi Academy|Star Wars Jedi Knight: Jedi Academy]]<br /> ****** [[Jedi Knight#Jedi Knight 2: Jedi Outcast|Star Wars Jedi Knight 2: Jedi Outcast]]<br /> ***** [[ioQuake3]] ([http://ioquake3.org/ ioquake3.org])<br /> ****** [[OpenArena]]<br /> ****** [[Tremulous]]<br /> ****** [[Urban Terror]] (ab Version 3.8)<br /> <br /> == [[Derivat (Software)#Falsche Derivate|Falsche Derivate]] oder [[Fork (Projektaufspaltung)|Forks]] der Quake-Engine ==<br /> <br /> * [[Source Engine]]<br /> ** [[Half-Life 2]]<br /> ** [[Counter-Strike]]: Source<br /> ** [[Vampire: The Masquerade – Bloodlines]]<br /> &lt;small&gt;(Komplette Liste siehe Hauptartikel, [[Source Engine]])&lt;/small&gt;<br /> <br /> Die „Source Engine“ ist eine von [[Valve]] für Half-Life 2 entwickelte „Engine“, welche stark an die Half-Life-Engine (basierend auf einer Quake-Lizenzierung) angelehnt ist, sie basiert auf einer Projektaufspaltung kurz vor dem Release des ersten [[Half-Life]]-Teils. Laut offiziellen Angaben beinhaltet sie jedoch keine einzige Quellcode-Zeile des ursprünglichen Spiels.<br /> <br /> * [[Doom 3]]<br /> ** [[Quake 4]]<br /> ** [[Prey (Computerspiel)]]<br /> <br /> Die [[Doom|Doom-3]]-Engine wurde für das gleichnamige Spiel entwickelt. Im Grunde genommen ist es eine Neuprogrammierung und zugleich Weiterentwicklung der Quake-3-Engine in der Programmiersprache [[C++]] (der Vorgänger nutzte noch [[C (Programmiersprache)|C]]), besitzt aber laut Angaben von [[id Software]] keinerlei Quelltext aus den Vorgängern.<br /> <br /> == Weblinks ==<br /> * [http://www.quakesrc.org/forums/viewtopic.php?t=4551 Quake Engines Family Tree] auf quakesrc.org, sehr umfangreiches Baumdiagramm mit Spielen auf Basis der Quake-Engine<br /> * [http://www.carvedworks.de/index.php?content=editing/guides/man_q3mapexpl Beschreibung des Mapformates BSP der Quake3-Engine]<br /> <br /> <br /> [[Kategorie:Computerspiel-Entwicklungssystem]]<br /> <br /> [[en:Quake engine]]<br /> [[fi:Quake-pelimoottori]]<br /> [[fr:Quake engine]]<br /> [[pl:Quake engine]]<br /> [[zh:雷神之锤引擎]]</div> MasterKnight https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Quake_(Computerspielreihe)&diff=31365017 Quake (Computerspielreihe) 2007-05-04T18:36:34Z <p>MasterKnight: /* Quake */</p> <hr /> <div>'''Quake''' ist eine [[Computerspiel]]-[[Serie]] von [[id Software]], die zum Genre der [[Ego-Shooter|Egoshooter]] zählt.<br /> <br /> ==Überblick==<br /> Die 1996 begonnene Quake-Serie gehört zu den einflussreichsten Vertretern des [[Ego-Shooter|Egoshooter]]-Genres und gründete viele Standards in Bezug auf die [[3D-Engine#Computerspiel|3D-Technik]], Steuerungsschema, die [[Mod_%28Computerspiel%29|Modifizierbarkeit]] und den [[Mehrspieler]]-Modus.<br /> Die Gemeinsamkeiten der einzelnen Quake-Teile finden sich im Spieldesign, nicht zwingenderweise in der Handlung. So hat die futuristische Hintergrundgeschichte in ''Quake II'' nichts mit der des ersten Teils gemeinsam, und der dritte Teil ist als reiner Mehrspieler-Titel ohne tragende Rahmenhandlung angelegt. Der vierte Teil (''Quake 4'') knüpft allerdings wieder an die Geschichte des zweiten Teils an.<br /> <br /> ==Spiele==<br /> ===Quake===<br /> :''Hauptartikel: [[Quake]]''<br /> ''Quake'' wurde am [[31. Mai]] [[1996]] für den [[Personal Computer|PC]] veröffentlicht. Das Spiel, beziehungsweise dessen gleichnamige Engine, wurde zum Vorbild für viele nachfolgende 3D-Spiele, insbesondere die erstmalig uneingeschränkt dreidimensionale [[Level (Spielabschnitt)|Level]]-Architektur und die Verwendung von [[3D-Modell]]en anstatt [[Sprite (Computergrafik)|Sprites]] waren damals revolutionär. Durch die gute (und bewusst geförderte) Modifizierbarkeit entstanden vor allem im [[Mehrspieler]]-Bereich zahlreiche neue Spielmodi, die später von vielen anderen Spielen übernommen wurden.<br /> Später wurde das Spiel auf mehrere Konsolen portiert.<br /> <br /> ===Quake II===<br /> :''Hauptartikel: [[Quake II]]''<br /> ''Quake II'' erschien am [[30. November]] [[1997]] am Markt. Es wurde für das Spiel ein ganz neuer Handlungsstrang angefangen, der eine futuristische Kriegsgeschichte erzählt (die später im Nachfolger ''Quake 4'' weitergeführt wurde). Für die Mehrspieler-Komponente wurden über das Internet zusätzliche [[Deathmatch]]-Maps zur Verfügung gestellt so wie ein sehr erfolgreicher offizieller [[Capture_the_flag|Capture-the-Flag]]-Modus. Das Spiel wurde neben der PC-Version später auch für die [[PlayStation]] und den [[Nintendo 64]] umgesetzt.<br /> <br /> ===Quake III Arena===<br /> :''Hauptartikel: [[Quake III Arena]]''<br /> Am [[2. Dezember]] [[1999]] wurde der dritte Teil, ''Quake III Arena'', veröffentlicht. Wie auch bei dem fast zeitgleich erschienenen [[Unreal Tournament]] handelt es sich um ein reines [[Mehrspieler|Multiplayer]]-Spiel, eine klassische Einzelspielerkampagne existiert nicht. Mit vielen Verbesserungen der Engine konnte das Spiel neben [[Counter-Strike]] das Genre, zumindest im Multiplayerbereich, sehr stark dominieren. Das Spiel wurde auf die [[Sega Dreamcast]] und die [[PlayStation 2]] portiert.<br /> <br /> ===Quake 4===<br /> :''Hauptartikel: [[Quake 4]]''<br /> ''Quake 4'' wurde als erster Titel der Reihe nicht von [[id Software]] selbst, sondern unter seiner Leitung von [[Raven Software]] entwickelt und am [[18. Oktober]] [[2005]] für den PC veröffentlicht. Am [[18. November]] folgte die [[Xbox 360]]-Version. Zudem basiert das Spiel erstmals nicht auf einer eigens für Quake entwickelten Engine, sondern auf der Engine von ''[[Doom 3]]'', welche aber als indirekte Weiterentwicklung der Quake-Engine gilt. ''Quake 4'' bietet wie die beiden ersten Teile der Serie sowohl eine [[Einzelspieler]]-Kampagne, welche die Fortsetzung von ''[[Quake 2]]'' darstellt, als auch einen [[Mehrspieler]]-Modus, der spielerisch als direkter Nachfolger von ''[[Quake III Arena]]'' konzipiert ist.<br /> <br /> ==Quake-Engine==<br /> :''Hauptartikel: [[Quake-Engine]]''<br /> Die ''Quake-Engine'' ist eine ursprünglich für den gleichnamigen Titel entwickelte [[Game-Engine|3D-Game-Engine]] und dient heute neben der [[Unreal Engine]] als Plattform für eine Vielzahl anderer Spiele, insbesondere aber [[Ego-Shooter]] wie etwa [[Half-Life]].<br /> <br /> ==QuakeC==<br /> :''Hauptartikel: [[QuakeC]]''<br /> ''QuakeC'' ist eine für Quake entwickelte Scriptsprache zur Vereinfachung von Modifikationen und Programmierarbeiten.<br /> <br /> ==Weblinks==<br /> {{MobyGames|game-group/quake-series|Die Quake-Serie}}<br /> *[http://quaket.net/ Quake-Serie Neuigkeiten] (Russisch)<br /> <br /> [[Kategorie:Ego-Shooter]]<br /> [[Kategorie:Windows-Spiel]]<br /> <br /> [[bg:Quake (поредица)]]<br /> [[da:Quake-serien]]<br /> [[en:Quake (series)]]<br /> [[es:Serie de Quake]]<br /> [[no:Quake-serien]]<br /> [[zh:雷神之锤系列游戏]]</div> MasterKnight https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Verwertungsgesellschaft&diff=27607222 Verwertungsgesellschaft 2007-02-09T21:27:41Z <p>MasterKnight: </p> <hr /> <div>'''Verwertungsgesellschaften''' sind private Einrichtungen, denen zur Wahrnehmung [[Öffentliche Aufgabe|öffentlicher Aufgaben]] in vielen Ländern eine gesetzliche [[Monopol|Monopolstellung]] zugewiesen wurde. Ihr Charakter liegt zwischen der quasi-[[Gewerkschaft|gewerkschaftlichen]] Funktion einer [[Solidargemeinschaft]] der [[Urheber]] gegenüber den wirtschaftlich stärkeren [[Rechteverwerter]]n und einer quasi-amtlichen Funktion, die Einhaltung der [[Meldepflicht]] von [[Vervielfältigungsstück]]en, öffentlichen Aufführungen und – mit dem neuen Medium Radio – auch der Sendung zu kontrollieren.<br /> <br /> == Verwertungsgesellschaften in Deutschland ==<br /> <br /> In [[Deutschland]] unterstehen die Verwertungsgesellschaften der Aufsicht des [[Deutsches_Patent-_und_Markenamt|Deutschen Patent- und Markenamtes]] sowie aufgrund ihres, zwar seit [[1945]] nicht mehr gesetzlichen, aber dennoch faktischen Monopols, dem [[Bundeskartellamt]] (§ 18 [[UrhWahrnehmungsgesetz]]). Mit der Zunahme der auch für [[Konsument]]en zugänglichen Vervielfältigungstechnologien wie dem [[Tonband]], stellte sich die Frage, ob auch für die Kopien von Werken für den privaten nicht gewerblichen Gebrauch ein gebührenpflichtiger Rechteerwerb erforderlich sei. Das US-amerikanische [[Rechtssystem (Recht)|Rechtssystem]] bejahte dies, führte aber zugleich die Ausnahmeregelung des vergütungsfreien [[Fair-Use]] ein. Das [[Kontinentaleuropa|kontinentaleuropäische]] Recht entschied sich, die Herstellung einzelner Vervielfältigungsstücke eines Werkes zum privaten Gebrauch zuzulassen (§ 53 Abs. 1 UrhG), führte aber zugleich eine [[Pauschalabgabe]] für Reproduktionsgeräte und Leermedien ein.<br /> <br /> Die grundlegende [[Novellierung]] des deutschen ''»Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte«'' ([[UrhG]]) von [[1965]] etablierte einen [[Vergütungsanspruch]] des Urhebers gegenüber dem Hersteller und Importeur von Geräten und Bild- und Tonträgern, die erkennbar zur Vornahme von Vervielfältigungen bestimmt sind (§ 54 UrhG). Diese Rechte der Urheber nehmen kollektiv die [[Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte|GEMA]] und für den Sprachanteil von Hörfunk- und Fernsehsendungen die Verwertungsgesellschaft [[VG Wort]] wahr. Ihnen gegenüber sind die Hersteller meldepflichtig. Die Erträge werden an die in ihnen organisierten Autorinnen verteilt. [[1985]] wurde auch für die Hersteller und Importeure von [[Fotokopiergerät]]en sowie für diejenigen, die solche Geräte für die Herstellung von Ablichtungen entgeltlich bereithalten, eine [[Vergütungspflicht]] in das Gesetz aufgenommenen (§ 54a UrhG). Wo das Gesetz nur von einer »angemessenen« Vergütung spricht, spezifiziert die Anlage zu Paragraph 54d, Abs. 1 UrhG die Höhe der einzelnen Vergütungen.<br /> <br /> Ebenfalls [[1965]] wurde das ''»Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten«'' erlassen. Demnach bedürfen [[Juristische Person|juristische]] oder [[natürliche Person]]en, die von Urhebern mit der Wahrnehmung ihrer [[Nutzungsrecht]]e, [[Einwilligungsrecht]]e oder Vergütungsansprüche beauftragt werden, einer Erlaubnis durch die [[Aufsichtsbehörde]], das [[Patentamt]] (§§ 1 und 2 UrhWG). Die Einnahmen sind nach einem öffentlichen [[Verteilungsplan]] aufzuteilen, um ein willkürliches Vorgehen auszuschließen. Der Verteilungsplan soll dem Grundsatz entsprechen, dass kulturell bedeutende Werke und Leistungen zu fördern sind (§ 7 UrhWG).<br /> <br /> Durch ihren Monopolstatus in Bezug auf die von ihr vertretenen Werke hat eine Verwertungsgesellschaft einen [[Abschlusszwang]] gegenüber [[Werknutzer]]n. Die Verwertungsgesellschaft ist verpflichtet, auf Grund der von ihr wahrgenommenen Rechte jedermann auf Verlangen zu angemessenen Bedingungen Nutzungsrechte einzuräumen oder Einwilligungen zu erteilen (§ 11 UrhWG). Die Verwertungsgesellschaft hat [[Tarif]]e aufzustellen und dabei auf religiöse, kulturelle und soziale Belange der zur Zahlung der Vergütung Verpflichteten, einschließlich der Belange der Jugendpflege, angemessene Rücksicht zu nehmen (§ 13 UrhWG). Schließlich soll die Verwertungsgesellschaft Vorsorge- und Unterstützungseinrichtungen für die Inhaber der von ihr wahrgenommenen Rechte oder Ansprüche einrichten (§ 8 UrhWG). Dieser Anspruch auf sozialen Schutz von [[Künstler]]n und [[Publizist]]en in der [[gesetzliche Rentenversicherung|Renten]]-, [[Krankenversicherung|Kranken]]- und [[Pflegeversicherung]] wurde durch das [[Künstlersozialversicherungsgesetz]] ([[KSVG]]) von [[1983]] weiter geregelt.<br /> <br /> === Beispiel: GEMA ===<br /> <br /> Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte ([[Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte|GEMA]]) wird zum Beispiel gern als ''»Musikfinanzamt«'' bezeichnet. Der quasi-gewerkschaftliche Aspekt der Verwertungsgesellschaften als Anwälte der Kreativen und Tarifpartner der Rechtenutzer spricht aus folgendem Satz: ''»Nur Verwertungsgesellschaften mit einem umfangreichen, möglichst allumfassenden [[Repertoire]] sind in der Lage, ein Gegengewicht zur Marktmacht der Werknutzer, die durch die Zusammenschlüsse auf dem globalen Medienmarkt ständig wächst – über 80 Prozent ihrer Schallplattenumsätze macht die GEMA mit nur noch fünf Schallplattenproduzenten –, zu bilden« (vergleiche Kreile/Becker, 1997a, S. 638).<br /> <br /> === Wichtige Verwertungsgesellschaften ===<br /> <br /> * [[Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte]] ([[Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte|GEMA]]) [http://www.gema.de]<br /> * [[Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten]] ([[Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten | GVL]]) [http://www.gvl.de]<br /> * [[Verwertungsgesellschaft Wort]] ([[VG Wort]]) [http://www.vgwort.de]<br /> * [[Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst]] ([[VG Bild-Kunst]]) [http://www.bildkunst.de]<br /> * [[Verwertungsgesellschaft Musikedition]] ([[VG Musikedition]]) [http://www.vg-musikedition.de/]<br /> * [[VG Media zur Verwertung der Urheber- und Leistungsschutzrechte von Medienunternehmen mbH]] ([[VG Media]]) [http://www.vgmedia.de]<br /> <br /> === Geschichte und Entwicklung ===<br /> <br /> Die Idee, dass sich Autoren zusammentun, um Verlagsfunktionen in eigener Regie und auf eigene Rechnung zu übernehmen, führte schon Ende des [[18. Jahrhundert]]s zur Gründung erster [[Selbstverlag]]sunternehmen (vergleiche Czychowski, 1998). Das Modell hat sich mit dem [[Verlag der Autoren]] oder dem [[Filmverlag der Autoren]] bis heute erhalten. Einmal veröffentlicht, konnten Noten von jedem [[Kaffeehausorchester]] gespielt werden, und vor allem das Abspielen der [[Schallplatte]] konnte in kommerziellen Etablissements beliebig oft für Tanz und Stimmung sorgen.<br /> <br /> Die Entwicklung und Existenz von Verwertungsgesellschaften ist kein neuer Trend, wie häufig vermutet wird, wenn Schlagworte wie GEMA oder GVL fallen. Entstanden bereits im 19. Jahrhundert, ist die Entfaltung von Verwertungsgesellschaften geprägt durch den Bereich Musik. <br /> <br /> Motor für die Entstehung von Verwertungsgesellschaften war zum Großteil die Entwicklung des Urheberrechts, angetrieben durch die Verabschiedung der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika von 1788, welche zum ersten Mal das geistige Eigentum unter den Schutz des Gesetzes stellte. Frankreich schloss sich dieser Auffassung an und führte mittels der Revolutionsgesetze von 1791 und 1793 das „propriéte littéraire et artistique“ (Eigentum an Literatur und Kunst) ein. Preußen schuf 1837 daraufhin das „Gesetz zum Schutze des Eigenthums an Werken der Wissenschaft und Kunst in Nachdruck und Nachbildung“, welches als das detaillierteste und modernste Urheberrecht seiner Zeit galt. Der Norddeutsche Bund führte die internationalen Überlegungen konsequent weiter und verabschiedete 1870 das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalischen Kompositionen und dramatischen Werken, welches dann 1871 zur Reichsgründung als Reichgesetz unverändert übernommen worden ist.<br /> <br /> Aus eher praktischen denn wertenden Gründen nahm man Anfang des 20. Jahrhunderts eine Trennung der Gattungen vor, und es entstanden das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und Tonkunst, kurz LUG, vom 19.&amp;nbsp;Juni 1901, sowie das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KUG) vom 9.&amp;nbsp;Januar 1907. Sowohl das KUG als auch das LUG konnten enormen technologischen Fortschritten in den Bereichen Film, Rundfunk und Fernsehen, sowie neuen Vervielfältigungstechnologien, wie Tonband und Foto, nicht standhalten. Erschwerend hinzu kamen internationale Entwicklungen im Bereich des Urheberrechts, wie z.B. die Revidierte Berner Übereinkunft (kurz RBÜ). Weitere Unsicherheit und Unübersichtlichkeit kamen mit dem EU-Abkommen zum Schutz von Fernsehsendungen sowie dem Rom-Abkommen. Urheber wurden im Folgenden fast ausschließlich nur noch durch entsprechend gefasste Urteile und damit verbundenen rechtsschöpferischen Auslegungen und Analogien, aber nicht mehr vom Gesetz, geschützt, so dass eine vollkommene Neuregelung unausweichlich wurde – 1965 entstand das &quot;Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte&quot;, kurz Urheberrechtsgesetz (UrhRG), was bis heute seine Gültigkeit besitzt.<br /> <br /> Durch neue Nutzungsarten musikalischer und dramatischer Werke, welche sich bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten, änderte sich auch die Beziehung zwischen Urheber und Verleger, der bis dato meist nur Vervielfältigungs- und Verbreitungsrechte besaß.<br /> Die Wahrnehmung der Rechte der Urheber änderte sich grundlegend mit dem Recht der öffentlichen Aufführung dramatischer, musikalischer und dramatisch-musikalischer Werke, welches mit dem neuen Urhebergesetz von 1870 eingeräumt wurde. Der Kreis der Personen, die z.B. ein musikalisches Werk öffentlich aufführen können und damit das Werk auf eine Art nutzen, die bis dahin lediglich dem Urheber vorbehalten war, erweitert sich schlagartig und wird für den Urheber unüberschaubar. Dem Urheber ist es kaum mehr möglich, sämtliche öffentlichen Aufführungen zu überwachen und sämtliche Nutzungslizenzen über eine bestimmte Dauer oder für einen bestimmten Anlass zu vergeben. Gleichwohl ist ein Veranstalter bzw. ein aufführender Künstler nicht in der Lage, sich bei allen Rechteinhabern, deren Stücke er aufführt, Genehmigungen und Aufführungsrechte einzuholen.<br /> <br /> Der Weg für Verwertungsgesellschaften war somit geebnet. Sie kümmerten sich fortan kollektiv um die von Urhebern eingebrachten Werke und vergaben notwendige Aufführungserlaubnisse, ob für Einzelwerke oder eine umfassende Liedfolge. Die Verwertungsgesellschaften überwachten außerdem alle öffentlichen Veranstaltungen und betrieben das Inkasso vereinbarter Vergütungen. Mit diesen umfangreichen Aufgaben dienen sie sowohl dem Urheber als auch dem Verwerter bzw. Nutzer.<br /> <br /> == Verwertungsgesellschaften in Österreich ==<br /> <br /> Das [http://www.ris.bka.gv.at/bundesrecht/ Verwertungsgesellschaftengesetz (VerwGesG)] regelt die Verwertungsgesellschaften in Österreich. Basis dieser Gesellschaften ist das [http://www.bundeskanzleramt.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3731&amp;Alias=kunst&amp;wai=true Urheberrechtsgesetz]. Folgende Verwertungsgesellschaften existieren derzeit:<br /> <br /> * [[Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger|Staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger (AKM)]], eine Genossenschaft, insbesondere für die (kleinen) Aufführungs- und Senderechte an Werken der Musik und den mit ihr verbundenen Texten<br /> * [http://www.literar.at/ Staatlich genehmigte Literarische Verwertungsgesellschaft (L.V.G.)], eine Genossenschaft, insbesondere für die (kleinen) Vortrags- und Senderechte an Sprachwerken, soweit es sich nicht um mit Musik verbundene Texte handelt<br /> * Austro-Mechana GmbH, insbesondere für die Verwertung und Auswertung mechanisch-musikalischer Urheberrechte<br /> * die [http://www.literar.at/ Literar-Mechana GmbH], insbesondere für die mechanischen Vervielfältigungs- und Verbreitungsrechte an Sprachwerken<br /> * Verwertungsgesellschaft bildender Künstler (VBK)<br /> * Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten GmbH (LSG)<br /> * Oesterreichische Interpretengesellschaft (OESTIG)<br /> * Verwertungsgesellschaft Rundfunk (VGR)<br /> * Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien (VAM)<br /> * Verwertungsgesellschaft für Bild und Ton (VBT)<br /> * Gesellschaft zur Wahrnehmung von Rechten und Ansprüchen aus Musikeditionen, reg. Gen.mbH (Musikedition)<br /> * Verwertungsgesellschaft Dachverband der Filmschaffenden Österreichs reg. Gen.mbH. [http://www.vdfs.at VDFS]<br /> <br /> Ein Endverbraucher kann eine schriftliche Erklärung (eidesstattliche Erklärung) schicken, um von einer Verwertungsgesellschaft eine pauschal gezahlte Urheberrechtsabgabe zurückzufordern, z. B. die Abgabe, die für CD-Rohlinge eingehoben wird, könnte von der Austro-Mechana rückgefordert werden. Das wird jedoch aufgrund der geringen Beträge nicht sehr oft gemacht.<br /> <br /> == Verwertungsgesellschaften in der Schweiz ==<br /> <br /> Das [http://www.admin.ch/ch/d/sr/231_1/ Schweizer Urheberrechtsgesetz] sieht ebenfalls Verwertungsgesellschaften vor. Es sind dies:<br /> * SUISA für die Rechte der Urheber musikalischer Werke,<br /> * SUISSIMAGE für Urheberrechte an audiovisuellen Werken,<br /> * SSA (Société Suisse des Auteurs) für wort- und musikdramatische sowie audiovisuelle Werke,<br /> * ProLitteris für Literatur, Fotografie und bildende Kunst,<br /> * SWISSPERFORM für Leistungsschutzrechte.<br /> <br /> == Verwertungsgesellschaften in Frankreich ==<br /> <br /> Folgende Verwertungsgesellschaften existieren in Frankreich:<br /> * Société des Auteurs Dans les Arts Graphiques et Plastiques (ADAGP)<br /> * Société des Auteurs, Compositeurs et Éditeurs de Musique (SACEM)<br /> * Société des Auteurs et Compositeurs Dramatiques (SACD)<br /> * Société Civile des Auteurs Multimédia (SCAM)<br /> * Syndicat National des Auteurs et Compositeurs (SNAC)<br /> <br /> == Internationale Dachverbände ==<br /> <br /> Als [[Dachverband]] der Verwertungsgesellschaften hat sich [[1926]] in Paris die ''Confédération Internationale des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs'' ([[CISAC]], [http://www.cisac.org]) gegründet. Heute umfasst sie 161 Mitgliedsorganisationen in 87 Ländern, die mehr als eine Million [[Urheber]] (''creators'') mit mehr als 100 Millionen [[Werk]]en aus den Bereichen [[Musik]], [[Literatur]], [[Filmkunst|Film]] und [[bildende Kunst]] vertreten. [[2003]] sammelten die CISAC-Mitgliedsgesellschaften Tantiemen und Gebühren in Höhe von etwa 6,2 Milliarden Euro ein.<br /> <br /> Zur Wahrnehmung der ausländischen Autorenrechte haben sich die Verwertungsgesellschaften zu europäischen und internationalen Vereinigungen zusammengeschlossen. Der Dachverband aller VGs ist die bereits genannte [[CISAC]]. Im Musikbereich vertritt das ''[[ Bureau International des Sociétés gérant les Droits d'Enregistrement et de Reproduction Mécanique]]'' ([[BIEM]]) die Interessen der Urheber im mechanischen Recht. Das BIEM handelt mit dem internationalen Verband der Plattenindustrie [[IFPI]] ein Rahmenabkommen aus, demzufolge 9,009 Prozent des Händlerabgabepreises als Gebühren abzuführen sind.<br /> <br /> Weitere Dachverbände sind die [[GESAC]] (''Groupement Européen des Sociétés d´Auteurs et Compositeurs'') und [[European Visual Artists|EVA]] (''European Visual Artists'').<br /> <br /> Mit der Zunahme des internationalen Handels mit geistigem Eigentum wird der Ruf nach einer zentralen Rechte-[[Clearingstelle]] laut. Eine solche Clearingstelle würde in einer gewaltigen Datenbank Informationen über möglichst alle Werke und Leistungen bereithalten, über die daran<br /> bestehenden Rechte, über die Rechteinhaber und die Bedingungen, unter denen sie zu einer Lizenzierung bereit sind. Die Clearingstelle könnte stellvertretend direkt einen Linzenzvertrag mit dem Produzenten abschließen oder die Anfrage an den individuellen Rechteinhaber weiterleiten. Ein erster Schritt dazu ist das [[1995]] in Kooperation der GEMA, der französischen Verwertungsgesellschaften im Urheber- und mechanischen Recht [[SDRM]]/[[SACEM]] ([http://www.sacem.tr/]) und der britischen [[MCPS]] ([http://www.maps.co.uk]) gegründete [[Bureau for European Licensing]]. Einen umfassenderen Ansatz stellt das im Aufbau befindliche [[Common Information System]] der [[CISAC]] ([http://www.worksnet.org]) dar.<br /> <br /> == Kritik ==<br /> Die Verwertungsgesellschaften werden häufig kritisiert. Viele Menschen beschweren sich zum Beispiel über die Urheberrechtsabgaben, die beispielsweise auf CD/DVD-[[Rohlinge]] fällig sind. Dies ärgert unter anderem Menschen, die ihr [[Backup]] auf CD/DVD sichern möchten, aber keine Musik-CDs kopieren.<br /> Zudem bekommen Musiker nicht den vollen Preis ihrer CDs, es gibt eine GEMA-Gebühr. Deshalb wird besonders die GEMA häufig als &quot;Abzockgesellschaft&quot; bezeichnet.<br /> <br /> == Literatur ==<br /> <br /> * Volker Grassmuck: ''Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum'', Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, ISBN 3-89331-432-6<br /> <br /> == Weblinks ==<br /> * [http://www.jura.uni-sb.de/urheberrecht/ausland/frankreich/ Urheberrecht in Frankreich]<br /> * [http://www.bundeskanzleramt.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3854&amp;Alias=kunst&amp;wai=true Verwertungsgesellschaften in Österreich]<br /> *[http://www.literar.at/index.htm Verwertungsgesellschaft in Österreich: Literar Mechana und LVG]<br /> * [http://www.ip4all.ch/D/urg/u12.shtm Verwertungsgesellschaften in der Schweiz]<br /> * http://freie-software.bpb.de/<br /> <br /> [[Kategorie:Verwertungsgesellschaft|*]]<br /> [[Kategorie:Medienrecht]]<br /> [[Kategorie:Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht]]<br /> <br /> [[en:Copyright collective]]<br /> [[fr:Société de gestion des droits d'auteur]]<br /> [[hu:Közös jogkezelő szervezet]]</div> MasterKnight